Janus Henderson erhöht die Prognose für 2022 auf 1,52 Billionen US-Dollar, gegenüber 1,47 Billionen US-Dollar vom letzten Quartal

 

2021 erholten sich die weltweiten Dividenden sehr deutlich und machten die Kürzungen während der schlimmsten Pandemiephase im Jahr 2020 mehr als wett, zeigt der aktuelle Janus Henderson Global Dividend Index. Die globalen Dividenden stiegen um 14,7 % und erreichten einen neuen Rekord von 1,47 Billionen US-Dollar.

In vielen Ländern, darunter die USA, Brasilien, China und Schweden, wurden Rekorde gebrochen. Am stärksten war das Wachstum jedoch in den Teilen der Welt, die 2020 die größten Rückgänge zu verzeichnen hatten, insbesondere in Europa, Großbritannien und Australien. Das Gesamtwachstum betrug 16,8 %, was durch einmalige Sonderdividenden in Rekordhöhe noch verstärkt wurde. Neun Zehntel der Unternehmen weltweit erhöhten ihre Dividenden oder hielten sie konstant, was auf ein breit gestreutes Wachstum hindeutet.

Prognose angehoben

Die außergewöhnliche Höhe der Ausschüttungen im vierten Quartal und die verbesserten Aussichten für 2022 haben dazu geführt, dass Janus Henderson seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben hat. Für 2022 erwartet Janus Henderson, dass die weltweiten Dividenden einen neuen Rekord von 1,52 Billionen US-Dollar erreichen werden. Das entspricht einem Anstieg von 3,1 % auf Gesamtbasis bzw. 5,7 % auf bereinigter Basis.

Daniela Brogt, Head of Sales für Deutschland und Österreich bei Janus Henderson Investors, sagt: „Deutschland ist eins der wenigen großen Länder, die 2021 kein Dividendenwachstum aufwiesen. Einige der größten deutschen Unternehmen wie BMW, Bayer und Continental haben ihre Dividenden gekürzt. Die Erholung der Zahlungen anderswo reichte nicht aus, um dies zu kompensieren. Die deutschen Dividenden blieben im Vergleich zum Vorjahr auf bereinigter Basis unverändert. Dies sollte sich zur Freude der Anleger jedoch im Laufe des Jahres in eine positive Richtung ändern.“

Drei Fünftel des Auszahlungsplus von 212 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 entfielen auf Banken und Bergbauunternehmen.

Ein Viertel des Zuwachses stammt von Unternehmen, die ihre 2020 ausgesetzten Ausschüttungen wieder aufnahmen. Der Großteil davon ist auf die Banken zurückzuführen, deren Dividenden um 40 % bzw. 50,5 Milliarden US-Dollar stiegen. 2021 erreichten die Ausschüttungen wieder neun Zehntel ihres Höchststandes vor der Pandemie. Dividenden wurden durch die Rückkehr zu einem normaleren Auszahlungsniveau angekurbelt, nachdem die Regulierungsbehörden die Ausschüttungen in vielen Teilen der Welt im Jahr 2020 eingeschränkt hatten.

Mehr als ein Viertel des Dividendenanstiegs in Höhe von 212 Milliarden US-Dollar kam von den Bergbauunternehmen, die von den steigenden Rohstoffpreisen profitierten. Die Rekordausschüttungen der Bergbauunternehmen spiegeln die kräftigen Gewinne dieser Unternehmen wider. Der Bergbausektor schüttete im Jahresverlauf 96,6 Milliarden US-Dollar aus, fast doppelt so viel wie der bisherige Rekord aus dem Jahr 2019 und zehnmal mehr als während des Einbruchs in den Jahren 2015/16. BHP wurde zum weltweit größten Dividendenzahler. Da es sich jedoch um einen stark zyklischen Sektor handelt, werden die Ausschüttungen wieder auf ein normaleres Niveau zurückkehren, sobald sich der Rohstoffzyklus dreht.

Dank der weltweiten Konjunkturerholung stiegen die Ausschüttungen von zyklischen Konsumgütern und Industrieunternehmen auf bereinigter Basis um 12,8 % bzw. 10,0 %. Die Gesundheits- und Pharmakonzerne erhöhten ihre Dividenden um 8,5 %. Technologieunternehmen, deren Gewinnwachstum durch die Pandemie relativ unbeeinträchtigt war, legten mit 17 Milliarden US-Dollar um 8,0 % zu.

Ein Viertel des Dividendenanstiegs entfiel auf nur neun Unternehmen – acht davon Banken oder Bergbauunternehmen.

Ein Drittel des Dividendenanstiegs stammt aus Großbritannien und Australien

Aus geografischer Sicht stiegen die Dividenden am schnellsten in Regionen, in denen 2020 die stärksten Kürzungen vorgenommen worden waren, wie Europa, Großbritannien und Australien. In vielen Ländern, darunter die USA, Australien, China und Schweden, erreichten die Ausschüttungen neue Rekorde. Ein Drittel des Aufschwungs kam jedoch aus nur zwei Ländern, Australien und Großbritannien, wo eine Kombination aus steigenden Bergbau- und wiederaufgenommenen Bank-Dividenden den größten Beitrag zum Wachstum leistete.

Jane Shoemake, Client Portfolio Manager Global Equity Income, sagt: „Ein Großteil der Dividendenerholung im Jahr 2021 kam von einer geringen Anzahl von Unternehmen und Sektoren in nur wenigen Teilen der Welt. Doch hinter diesen großen Zahlen verbirgt sich ein breit gestreutes Wachstum, sowohl geografisch als auch nach Sektoren.

Angesichts des enormen Aufschwungs im Bankensektor und des außergewöhnlichen zyklischen Anstiegs bei den Bergbauunternehmen könnte man leicht das ermutigende Wachstum in den Sektoren übersehen, die in den letzten Jahren beständige Zuwächse verzeichnet haben, wie etwa der Technologiesektor. Das Gleiche gilt für geografische Trends. Die USA zum Beispiel sind ihren Vergleichsländern oft voraus, verzeichneten aber im Jahr 2021 ein langsameres Dividendenwachstum als der Rest der Welt. Der Grund dafür ist, dass sie sich 2020 als stabil erwiesen haben, sodass der Spielraum für einen großen Aufschwung begrenzt war.

Wir gehen davon aus, dass sich viele der längerfristigen Trends des Dividendenwachstums, die seit der Einführung des Index im Jahr 2009 zu beobachten sind, 2022 und darüber hinaus wieder durchsetzen werden. Die große Unbekannte für 2022 ist die Entwicklung im Bergbausektor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Dividenden hier angesichts der deutlichen Korrektur bei Eisenerz unter den Rekordwerten von 2021 liegen werden.“

 

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Storebrand trennt sich konzernweit von allen Beteiligungen russischer Emittenten

 

Aufgrund der eskalierenden Situation in der Ukraine hat Storebrand ASA beschlossen, alle russischen Investitionen einzufrieren und sich von russischen Beteiligungen zu trennen. Das umfasst auch die Beteiligungen der Tochter SKAGEN Funds.

Storebrand und SKAGEN Funds schließen grundsätzlich Investitionen in Unternehmen aus, die als staatlich kontrolliert eingestuft werden oder bei denen ein hohes Risiko besteht, dass sie direkt oder indirekt zu Menschenrechtsverletzungen beitragen. Dieses Ausschlusskriterium wurden auf alle Unternehmen mit Sitz in Russland ausgeweitet. Mit der Entscheidung, die mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt, trennt sich Storebrand insgesamt von 19 Unternehmen. Die Beteiligungen repräsentieren einen Wert von etwa 1,4 Milliarden NOK (rd. 140 Mio. EUR).

Die Ausschlüsse begründen sich auf Menschenrechtsverletzungen, die Einführung von Sanktionen durch die internationale Gemeinschaft und die Entscheidung der norwegischen Regierung, ebenfalls russische Titel aus dem Norwegian Petroleum Fund und von anderen regierungsnahen Asset Ownern zu verkaufen.

Storebrand und SKAGEN Funds beabsichtigen, alle betroffenen Beteiligungen so schnell wie möglich zu verkaufen. Beschränkungen oder Störungen des Marktes können jedoch die Geschwindigkeit, mit der die Transaktionen durchgeführt werden können, einschränken oder es schwieriger machen, überhaupt zu verkaufen. In einem solchen Fall würden die Bestände eingefroren, bis sie verkauft werden können.

Die Veräußerungen beziehen sich auf:

  • Russische Staatsanleihen/Regierungsanleihen
  • staatlich kontrollierte Unternehmen
  • Unternehmen, gegen die aufgrund der russischen Invasion UN- und EU-Sanktionen verhängt wurden
  • Unternehmen, die direkt oder indirekt in den laufenden Konflikt in der Ukraine verwickelt sind
  • Alle investierbaren russischen Unternehmen, die von der norwegischen Regierung, Norges Bank Investment Management und dem norwegischen Government Pension Fund Global ausgeschlossen wurden

„Russland hat mit seinem Vorgehen zweifellos gegen das Völkerrecht und das Recht der Staaten auf Selbstverwaltung verstoßen. Eine Handlung, die von der internationalen Gemeinschaft eindeutig verurteilt wird. Wir haben unsere Investitionen bewertet und glauben, dass es unsere Pflicht als verantwortungsvoller Vermögensverwalter ist, zu handeln“, sagt Jan Erik Saugestad, CEO von Storebrand Asset Management. „Dies ist eine außergewöhnliche Entscheidung, aber wir befinden uns in einer außergewöhnlichen Situation.“

„Vor allem ist dies eine menschliche Tragödie, und die Menschen in der Ukraine haben unser volles Mitgefühl. Diese Entscheidung wurde nicht auf die leichte Schulter genommen, aber wir glauben, dass es wichtig ist, eine starke Haltung gegenüber Russland einzunehmen und gleichzeitig im besten langfristigen Interessen unserer Kunden zu handeln“, kommentiert Tim Warrington, CEO von SKAGEN Funds.

 

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Marktkommentar von Christian Bender, CEFA, Portfoliomanager bei der SIGNAL IDUNA Asset Management

 

Wenn wir in ein paar Jahren auf die vergangenen Wochen zurückblicken, werden wir vermutlich wissen, ob sie der Wendepunkt der sich über mehr als vierzehn Jahre hinziehenden Marktphase des „Whatever it takes!“ waren. Stand heute wissen wir nur, dass die Inflation in einem stärkeren Umfang präsent ist, als das die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank (FED) vorhergesehen und in ihre Zinspolitik einkalkuliert haben.

Reagiert haben die beiden über verbale Maßnahmen hinaus bislang nicht. Soll der US-Dollar auf Sicht der kommenden Monate stabil bleiben und so zumindest den importierten Teil der US-Inflation nicht weiter steigern, muss die FED die in Aussicht gestellten Zinsanhebungen umsetzen. Die Notenbanken einiger – zumindest wirtschaftlich – kleinerer Länder wie Großbritannien, Tschechien, Australien oder Brasilien haben hingegen bereits die Zinsen angehoben.

Der russische Einmarsch erhöht den Druck auf die EZB

Mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine ist für die EZB der Druck zu handeln nochmals gestiegen. Auf der einen Seite böte das vermutlich in der Folge sinkende Konsumentenvertrauen einen Anlass, bei der Liquiditätszufuhr nicht auf die Bremse zu treten. Andererseits würde ein in der Folge schwächelnder Euro den Einfluss steigender Energiepreise auf die hiesige Inflation verstärken.

Für die Akteure am Rentenmarkt ist die russische Aggression nach der Inflation ein weiterer Anlass, die Bewertungsniveaus, die sich in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten entwickelt haben, kritisch zu hinterfragen. Doch so lange die Notenbanken den Geldhahn nicht beginnen zuzudrehen, wird die Frage nicht ehrlich beantwortet werden.

Erinnerungen an die Jahrtausendwende werden wach

Ältere Marktteilnehmer könnte die Gemengelage aus Bewertungsverzerrungen, aufgeblähten Notenbankbilanzen und kriegerischem Konflikt an die Jahre 2000 bis 2002 erinnern. Sieht man in den aktuellen Ereignissen Vorboten einer möglicherweise ähnlichen Entwicklung, wird es in den kommenden Wochen darauf ankommen, verstärkt auf die Qualität des eigenen Portfolios zu achten.

Das schließt nicht aus, dass man weiterhin auch abseits der großen Währungsblöcke in Fremdwährungen erfolgreich unterwegs sein kann. Die eingangs erwähnten Währungen wie der brasilianische Real oder der Austral-Dollar sind attraktive Kandidaten. Doch während sich die Coupons in den Jahren zuvor durch den Einkauf von Kreditrisiken in höher verzinsten Währungen vermeintlich gefahrlos steigern ließen, ist die Bonität der jeweiligen Emittenten wieder ein verstärkt zu berücksichtigender Faktor. Denn steigende Einkaufspreise werden ihre Spuren in den Unternehmensbilanzen und damit mittelbar auch in den Staatshaushalten hinterlassen, was Anleihegläubiger über die allgemeinen Zinsänderungsrisiken hinaus aufmerken lassen sollte.

Mangelnde Krisenerfahrung macht Liquidität bedeutsamer

Mit der Bonität einhergehen sollte ein besonderer Fokus auf der Liquidierbarkeit der ins Auge gefassten Anleihen liegen. Zwar werden die Illiquiditätsprämien steigen und insofern eine Versuchung darstellen. Wer aber kein eigenes Geld investiert, sondern das Geld Dritter verwaltet, muss sich bewusst sein, dass außergewöhnliche Marktphasen auch die Nerven krisenerprobter Anleger strapazieren und damit dem Entzug der anvertrauten Mittel führen können.

Allerdings mussten sich Investoren in den vergangenen vierzehn Jahren glücklicherweise in kaum einer Krise erproben. Für jüngere Anleger wäre es demzufolge die erste. Entsprechend hoch könnten die Mittelabzüge ausfallen. Aber auch das werden wir in ein paar Jahren rückblickend besser beurteilen können.

 

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Norman Villamin, Chief Investment Officer (CIO) Wealth Management der Union Bancaire Privée (UBP) rechnet damit, dass die Krise große Auswirkungen auf die globale politische Dynamik in den USA, der EU und Asien hat.

 

In einem aktuellen Marktkommentar schreibt er, dass es bereits seismische Verschiebungen wie die Entscheidung Deutschlands, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, sowie die Diskussionen in Finnland über die NATO-Mitgliedschaft gebe. Solche Entwicklungen werden sich Villamin zufolge nachhaltig auf die Investitionslandschaft auswirken. Auf kürzere Sicht könnten die Aussicht auf steigende Energiepreise und potenziell höhere Agrarrohstoffpreise zusätzliche Stagflationsrisiken für die Volkswirtschaften in aller Welt mit sich bringen.

Europa ist stärker von Abwärtsrisiken betroffen

Europa sei am stärksten den wirtschaftlichen Risiken des Konflikts ausgesetzt. Während von der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet wurde, dass sie die Zinssätze in den nächsten zwei Jahren deutlich anhebt, wird sie ihre Agenda überarbeiten müssen, um den geopolitischen und makroökonomischen Auswirkungen Rechnung zu tragen. Der zunehmende Druck durch die Energie-, Getreide- und Metallpreise könnte die Inflation in der Eurozone um 0,3 % bis 1,5 % erhöhen. Die Inflationsrate dürfte in den kommenden Quartalen bei über 5 % im Jahresvergleich bleiben, wobei die Auswirkungen bis 2023 anhalten dürften.

Chefökonom revidiert Basisszenario wegen Rohstoffrisiken

Mit der weiteren Entwicklung der Krise sieht Patrice Gautry, Chefökonom der UBP, das Basisszenario der Bank für das laufende Jahr in Frage gestellt. „Wir haben bereits erhebliche Veränderungen in den Mitteilungen der Zentralbanken festgestellt. Da Russland und die Ukraine wichtige Exporteure von Rohstoffen, Metallen und Getreide sind, werden sich die Risiken für die Weltwirtschaft über den mit diesen Exporten verbundenen Handel und die globale Inflation ausbreiten.“ Auf Russland entfielen 30-40 % der Gaseinfuhren der EU und 10 % der weltweiten Rohöleinfuhren. Russland und die Ukraine kontrollierten zusammen mehr als ein Drittel der weltweiten Weizenexporte und fast 15 % der weltweiten Maisexporte. „Selbst wenn der Konflikt nicht lange andauert, wird er langfristige Folgen haben und ein hohes Maß an Unsicherheit mit sich bringen”, so Gautry.

„Der Konflikt wirft uns in ein Umfeld des Kalten Krieges zurück, das zu einem Anstieg der Militärausgaben führen wird, und wirft auch die Frage der Energieunabhängigkeit auf. Selbst wenn einige Verhandlungen schnell abgeschlossen werden sollten, wird der Druck auf die Preise für Verteidigung, Energie, Rohstoffe und Getreide noch lange Zeit zu spüren sein. Große Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage werden wahrscheinlich auch nach dem ersten Schock des Konflikts bestehen bleiben“, schreibt Gautry.

Szenarien mit „begrenzter Auswirkung“ und „Tail-Risiko-Szenario“

Die Investmentexperten der UBP entwerfen zwei Szenarien: In einem Szenario mit „kurzfristigen und begrenzten Auswirkungen” würde die Krise das Wachstum der Eurozone um 0,3-0,5 % verringern; dies würde jedoch nicht ausreichen, um den Konjunkturzyklus zum Entgleisen zu bringen, und das Wachstum dürfte auf Jahressicht bei 3,5 % liegen.

Wenn die Risiken anhaltend hoch blieben und der Aufwärtsdruck auf die Energiepreise nicht nachlasse, sähen die Experten die Gefahr eines „Tail-Risk”-Szenarios, bei dem Deutschland und Italien wahrscheinlich am stärksten betroffen wären. Insgesamt könnte dieses Szenario das Gesamtwachstum der Eurozone auf Jahressicht um bis zu 1,7 % auf rund 2,0 % verringern.

„Aktuell halten wir das erste Szenario für wahrscheinlicher, aber es hängt alles von den geopolitischen Entwicklungen und der Dauer der Krise ab”, so Gautry.

Bei der Geldpolitik erwarten die Experten, abgesehen von einer zusätzlichen Flexibilität, keine größeren Änderungen der mittelfristigen Strategie. Vorrangig gehe es darum, die notwendige Liquidität durch Ankaufprogramme bereitzustellen, um eine Störung oder Fragmentierung der Märkte zu vermeiden. Die EZB werde auch darauf bedacht sein, das Wachstum zu erhalten, und möglicherweise Entscheidungen über Zinssätze verschieben.

Risiko eines langfristigen Konflikts

„Die Landschaft verändert sich weiterhin sehr dynamisch. Diese Situation bringt neue Herausforderungen und Auswirkungen für die Anleger mit sich”, schreibt Norman Villamin. Seiner Meinung nach klingen die Auswirkungen geopolitischer Schocks auf die Märkte zwar in der Regel nach sechs bis zwölf Monaten ab, aber es kommt auf die Art des Schocks an. Die Situation könnte sich jedoch zu einem längeren bewaffneten Konflikt ausweiten, der sich auch auf die Weltwirtschaft auswirken würde. „Der Konflikt hat eindeutig das Potenzial, sich in die Länge zu ziehen”, warnt Villamin.

In früheren Fällen, wie dem Iran, hätten sich die SWIFT-Sanktionen als sehr wirksam erwiesen. Heute bedeutet dies, dass man sich einem Angebotsschock gegenübersehe. Infolgedessen werde es für die Zentralbanken sehr schwierig sein, die Inflationsziele zu erreichen. „Die Inflation in den USA erreichte im Januar 7,5 %; damit sie auf das Niveau vor der Pandemie von 2,5 % im Januar 2020 zurückkehrt, müssten unter anderem die Rohölpreise für den Rest des Jahres unter 85 USD/Barrel bleiben und die Agrarpreise bis zum Jahresende um 20 % gegenüber dem derzeitigen Niveau sinken – Umstände, die schon jetzt fast unmöglich zu erreichen scheinen“, rechnet Villamin vor.

Auswirkungen für Anleger

Angesichtes begrenzter Möglichkeiten bei der Erzielung inflationsbereinigter Renditen an den Anleihemärkten sollten Anleger nicht auf traditionelle Strategien zurückgreifen, sondern alternative Credit-Strategien in Betracht ziehen, um sich vor steigenden Zinsen und sich ausweitenden Spreads zu schützen. Inflationsgeschützte Wertpapiere hingegen dienten als Versicherung gegen Politikfehler von Fed bzw. EZB bei der Eindämmung der Inflation. Auf Aktienseite seien in der Vergangenheit steigende Inflationszyklen, in denen die Fed die Zinssätze erhöht hat, mit einem langfristigen Rückgang des Kurs-Gewinn-Verhältnisses einhergegangen. Ein schnelleres Gewinnwachstum habe jedoch in der Regel sinkende KGVs ausgleichen und bescheidene, positive Renditen erzielen können. „In diesem Zusammenhang ist es für Anleger von größter Bedeutung, selektiv zu bleiben und sich auf Qualitätsunternehmen mit guter Ertragsvisibilität zu konzentrieren“, schreibt Villamin. Asymmetrische Engagements über Hedgefonds und Optionsstrategien dürften ebenfalls zur Risikominderung beitragen.

 

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Stromerzeugung aus Gas und Atomkraft – ist das nachhaltig?

 

Mit ihrer zum letzten Jahreswechsel veröffentlichten Taxonomie gibt die EU-Kommission eine eindeutige Antwort: ja. Doch wie sehen Anleger das? Sonia King und Max Biesenbach, Wertpapier-Experten der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners, haben das in einer Umfrage beleuchtet:

Es rumort rund um Brüssel, seit die Europäische Kommission kurz vor Anbruch des neuen Jahres per Kurzmitteilung ihren Mitgliedsstaaten mitteilte, dass Atomstrom und Gas künftig als grüne Energien klassifiziert werden sollen. Hintergrund der Einstufung von bestimmten Gas- und Atomprojekten als nachhaltig ist die sogenannte Taxonomie der EU, die Bürger und Anleger dazu bringen soll, in klimafreundliche Technologien zu investieren, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Zwar begrüßen bekannte Atomkraft-Befürworter wie Frankreich diesen Schritt. In anderen Ländern stößt das riskante Vorhaben jedoch nicht auf breite Zustimmung: Deutschland hat sich beispielsweise klar gegen eine Deklarierung von Atomkraft als nachhaltige Energiequelle positioniert. Österreich sprach sich ebenfalls offenkundig gegen die Vorlage der EU aus und drohte sogar – wie auch Luxemburg – gegen den Entwurf zu klagen.

Fakt ist, die neue Taxonomie hätte weitreichende Folgen für einige schwergewichtige Branchen. Darunter fällt auch die Finanzindustrie, da zu den erklärten Zielen der Maßnahme auch die attraktive Zertifizierung von Investitionen in Atomstrom und fossiles Gas als nachhaltig zählt. Viele Banken fürchten jedoch, dass Verbraucher diese Energiequellen nicht als nachhaltig ansehen. Durch den Vorstoß der EU-Kommission würde dann das Vertrauen umweltbewusster Anleger in „grüne“ Anlageprodukte nachhaltig geschwächt und der erwartete und erwünschte Boom könnte sich merklich abschwächen. Wir wollten wissen: Ist diese Sorge gerechtfertigt?

Kunden lehnen eine solche Nachhaltigkeitszertifizierung ab

Um das herauszufinden, haben wir eine Umfrage unter mehr als 1.000 potenziellen Anlegern aus der DACH-Region durchgeführt. Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Insgesamt gaben 62 Prozent der Befragten an, dass ihrer Meinung nach als nachhaltig eingestufte Finanzprodukte nicht in Atom- oder Erdgasenergie investieren sollten. Damit positioniert sich eine überwiegende Mehrheit gegen den Entschluss der EU-Kommission. Österreichische Anleger lehnen dies am deutlichsten ab: In der Alpenrepublik sprachen sich ganze 68 Prozent gegen eine grüne Einstufung von Fondsprodukten, die Erdgas- und Atomtitel im Portfolio halten, aus.

Doch welche Schlussfolgerungen sollen nach Meinung der Verbraucher die Anbieter solcher Produkte – Banken und Asset Manager – ziehen? Auch hier sind die Umfrageergebnisse ziemlich eindeutig. So würden 57 Prozent der deutschen und österreichischen Umfrageteilnehmer an der Glaubwürdigkeit ihrer Bank zweifeln, wenn diese in Atomenergie und Erdgas investierte Fonds als nachhaltig ausgibt. Am klarsten positionieren sich erneut die österreichischen Anleger: Hier würden bei mehr als 60 Prozent das Vertrauen in ihre Bank bei einem solchen Verhalten schwinden. In Deutschland wäre das bei knapp mehr als der Hälfte der Fall. Insgesamt erfährt die Befürchtung vieler Finanzexperten also ein klares kundenseitiges Echo.

Vertrauenswürdige länderspezifische Zertifikationen sind gefragt

Aktuell prüft die EU-Kommission noch die Stellungnahmen ihrer Mitgliedsstaaten. Damit ist das Thema noch nicht final verabschiedet. Jedoch gilt es als sehr unwahrscheinlich, dass die neue Verordnung gekippt wird; dafür bräuchte es eine einfache Mehrheit im europäischen Parlament. Somit obliegt die Verantwortung den Mitgliedsstaaten, vertrauenswürdige Gütesiegel zu schaffen und den Banken, ihr Produktportfolio gewissenhaft auszuweisen und transparent zu kommunizieren.

 

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ETFs qualifizieren sich als Artikel-9-Fonds nach EU-Offenlegungsverordnung

 

Die DWS hat zwei ETFs aufgelegt, die die Aktienmärkte der Eurozone und der weltweiten Industrieländer abdecken, einen Fokus auf Umwelt- und Sozialstandards sowie gute Unternehmensführung (Environment, Social, Governance; kurz ESG) haben und außerdem auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 ausgerichtet sind.

Der Xtrackers EMU Net Zero Pathway Paris Aligned UCITS ETF und der Xtrackers World Net Zero Pathway Paris Aligned UCITS ETF qualifizieren sich beide als Artikel-9-Fonds gemäß der EU-Verordnung über die Offenlegung nachhaltiger Finanzinstrumente (SFDR). Die ETFs zielen darauf ab, Emissionen im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens zu reduzieren. Zu diesem Zweck werden Indizes verwendet, die dem EU-Referenzwert Paris Aligned Benchmark (PAB) entsprechen. Die Börsennotierung der beiden neuen ETFs an der Deutschen Börse erfolgt am heutigen Donnerstag, das Listing an der Londoner Börse ist für morgen (Freitag), an der Borsa Italiana für den kommenden Montag geplant. Weitere Börsenplätze sollen folgen.

Konkret bilden die ETFs Solactive-ISS-ESG-Net-Zero-Pathway-Indizes ab, die eine 50-prozentige Reduzierung der Kohlenstoffintensität im Vergleich zu einem entsprechenden traditionellen Marktindex anstreben sowie eine kontinuierliche Reduzierung der Kohlenstoffintensität von sieben Prozent pro Jahr.

Jedoch gehen die ETFs über die Vorschriften der Paris-Aligned-Benchmark-Regulierung hinaus. Zusätzlich berücksichtigen sie Empfehlungen der Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC), wie sie im entsprechenden „Net Zero Investment Framework Implementation Guide“ definiert sind. Dies bedeutet, dass die Indizes die enthaltenen Indexmitglieder gemäß den Empfehlungen der IIGCC nicht nur anhand ihrer Kohlenstoffintensität gewichten, sondern auch gemäß den Vorschlägen der Initiative für wissenschaftsbasierte Ziele („Science Based Target Initiative; kurz SBTI2) und der Investoren-Vereinigung zur Förderung der Berichterstattung über klimabezogene Finanzinformationen (Task Force on Climate-related Financial Disclosures, kurz TCFD3). Außerdem werden Umsätze aus „grünen“ Aktivitäten besonders berücksichtigt. Eine Übergewichtung von Unternehmen in den Indizes erfolgt also anhand von drei Faktoren: der Übernahme von wissenschaftlich fundierten Zielen, nach hohen Standards für die Klimaberichterstattung und nach deren Bemühungen, den Klimawandel einzudämmen. Infolgedessen stellen Klimakennzahlen tatsächlich den wichtigsten Faktor für die Übergewichtung von Unternehmen in den Indizes dar.

„Dies sind die ersten Paris-Aligned-Benchmark-ETFs, die die Empfehlungen des IIGCC umsetzen und damit auch die Bedürfnisse von Anlegern erfüllen, die ihre Anlageportfolios zunehmend an ehrgeizigen Klimazielen ausrichten und auch eine aktive Rolle spielen wollen, um Veränderungen auf Unternehmensebene anzustoßen“, so Simon Klein, Global Head of Passive Sales der DWS. „Indem wir die Xtrackers-Net-Zero-Pathway-ETFs auf diese robuste, Engagement-freundliche Indexmethodologie stützen, können Anleger mit diesen Xtrackers-ETFs nach nachhaltigen Anlagepraktiken investieren, die dem neuesten Stand entsprechen.“

Die Indizes nutzen in hohem Maße Kriterien, die sich an den Zielen für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen orientieren (UN Sustainable Development Goals, kurz SDG). Das betrifft sowohl die Einhaltung des Grundsatzes „Do no significant harm“ (also „keinen nennenswerten Schaden verursachen“) als auch die Bewertung „grüner“ Umsätze.

Diese ETFs sind so konzipiert, dass sie überaus wettbewerbsfähig sind, sowohl mit Blick auf die niedrigen jährlichen Pauschalgebühren von weniger als 0,2 Prozent als auch hinsichtlich eines moderaten Tracking Errors im Vergleich zu traditionellen Benchmarks.

Darüber hinaus schreibt der IIGCC-Leitfaden bewährte Verfahren für den Einsatz von Stimmrechten (Engagement und Stewardship) vor. Die DWS ist eines der Vorstandsmitglieder des IIGCC und hat an der Erstellung eines Rahmenwerks für die langfristige Reduzierung von Kohlenstoffemissionen (Net Zero Investment Framework) für alle Anlageklassen mitgewirkt. Die DWS unterstützt das IIGCC weiterhin im Zusammenhang mit einer Net-Zero-Methodologie. Die DWS ist außerdem einer der wenigen großen Vermögensverwalter, die sich der Initiative für wissenschaftsbasierte Ziele SBTI verpflichtet haben und war auch der erste deutsche Vermögensverwalter, der die Net Zero Asset Managers Initiative unterzeichnet hat.

 

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Deutsche Asset Management International GmbH, Mainzer Landstr. 11-17, 60329 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 – 910 – 12371,Fax: +49 (0) 69 – 910 – 19090, www.dws.com

Kommentar von Patrick Moonen, Principal Strategist bei NN Investment Partners

 

 

  • Russlands Einmarsch in die Ukraine erschwert die neue Investitionsrichtlinie
  • Konflikt und neues Regelwerk sorgen für höhere Risikoprämien und mehr Volatilität
  • NN IP erhöht das Rohstoff-Exposure und bleibt bei Anleihen zurückhaltend

Die Korrektur bei Risikopapieren setzte sich im Februar fort. Der Markt hatte ohnehin schon mit einer Verschiebung zu kämpfen: von einem günstigen, hohen Wirtschaftswachstum und einer sehr akkommodierenden Geldpolitik hin zu einem weniger gradlinigen Verlauf mit geringerem Wachstum und einer restriktiveren Geldpolitik. Die Geopolitik machte die Dinge noch komplizierter.

Der Übergang zu einer neuen Investitionsrichtlinie wurde zwar erwartet, aber nicht so schnell. In den USA und in der Eurozone ist die Verschiebung brutal ausgefallen. Dieses Jahr wird die US-Notenbank wahrscheinlich fünfmal die Zinsen anheben und mit dem Abbau ihrer Bilanz beginnen, während die EZB voraussichtlich die quantitative Lockerung (QE) beenden und zweimal die Zinsen erhöhen wird. Glücklicherweise wird die Finanzpolitik der Eurozone dank des Europäischen Konjunkturfonds akkommodierend sein. Anders sieht es in den USA aus, nachdem der Kongress das ehrgeizige Programm „build back better“ eingemottet hat.

Mehr Volatilität und weniger Direktionalität waren immer Teil dieses Wandels, und wir waren darauf vorbereitet. Leider hat sich die Gesamtsituation mit dem Einmarsch der russischen Truppen in der Ukraine verschlechtert. Der daraus resultierende sprunghafte Anstieg der Energiepreise erhöht das Stagflationsrisiko – insbesondere für Europa, das stark von russischen Gasimporten abhängig ist.

Aus historischer Sicht neigen die Märkte dazu, auf geopolitische Spannungen überzureagieren, und Korrekturen sind nur von kurzer Dauer. Außerdem ist die Stimmung der Anleger bereits schlecht. Dennoch könnten die Schlagzeilen zunächst schlimmer werden, bevor sie sich verbessern. Und die Märkte werden einen Katalysator brauchen um zu drehen. Die Aufgaben der Zentralbanken werden komplizierter werden. Sie könnten ihre Straffungspläne zurückschrauben oder sogar auf Eis legen. Höhere Risikoprämien werden die Folge sein.

Rohstoffe sind die einzige Anlageklasse, die sich gut behauptet hat. Damit haben sie ihren Stellenwert als Absicherung gegen Inflation und geopolitische Risiken, die die Versorgung bedrohen, bestätigt. Im Februar stuften wir das globale Rohstoffuniversum auf eine moderate Übergewichtung hoch. Bei den festverzinslichen Wertpapieren haben wir die Untergewichtung der Duration aus Gründen des Risikomanagements beendet. Der Zinserhöhungskurs der Zentralbanken ist ungewisser geworden, und der Konflikt könnte das Sicherheitsbedürfnis fördern. Die Untergewichtung von Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen der Eurozone behalten wir jedoch bei. Aktien gegenüber sind wir neutral eingestellt und haben unser Exposure in der Eurozone reduziert.

Es ist jedoch nicht alles negativ. Wir sind mit guten Fundamentaldaten in diese turbulente Zeit gestartet. Immer mehr Regierungen heben pandemiebedingte Mobilitätsbeschränkungen auf und öffnen ihre Volkswirtschaften wieder. Dies zeigt sich an der Stärke der führenden Wirtschaftsindikatoren und den positiven wirtschaftlichen Überraschungen.

Auch die Finanzlage der Unternehmen und Haushalte ist gesund. Auf Unternehmensseite sorgen solide Bilanzen und gute Cashflows für Rückenwind bei Investitionen und Dividendenzahlungen an die Aktionäre. Bei den Verbrauchern bieten die hohen Ersparnisse Schutz vor potenziellem wirtschaftlichem Abschwung, auch wenn die hartnäckig hohe Inflation das Verbrauchervertrauen und die Kaufkraft beeinträchtigt.

US-Geschäfts- und Verbrauchervertrauensindizes

Die politischen Ereignisse in diesem Jahr werden viel Aufmerksamkeit erregen. Im April wählt Frankreich einen neuen Präsidenten, und im November finden in den USA Zwischenwahlen statt. Der Einmarsch Russlands in der Ukraine wird natürlich die Schlagzeilen beherrschen und kann zu enormer Volatilität führen, wobei es außer Rohstoffen und sicheren Anlagen kaum Ausweichmöglichkeiten gibt. Auch das Verhältnis zwischen den USA und China wird genau beobachtet werden müssen.

Aktien

Wir sind neutral gegenüber globalen Aktien. Unsere Indikatoren für die Fundamentaldaten und das Sentiment sind negativ, während unser Unterstützungs-/Widerstandsindikator positiv ist. Die Anlegerstimmung ist auf dem Tiefpunkt, was ein wichtiges Argument gegen eine Überreaktion und eine weitere Herabstufung von Aktien ist. Mittelfristig halten wir Aktien für eine der wenigen Anlageklassen, die in diesem Jahr eine positive Rendite bieten könnten.

Bei den Aktien konzentrieren wir uns weiterhin auf Sektoren, die von höheren Rohstoffpreisen profitieren. Deshalb haben wir Energie und Rohstoffe übergewichtet. Wir stockten Basiskonsumgüter und Gesundheitswesen auf und reduzierten unser Exposure in Finanz- und Industriewerten. Unsere Untergewichtung bei Kommunikationsdienstleistungen haben wir beibehalten. Auf regionaler Ebene stuften wir die Eurozone aufgrund ihrer höheren Anfälligkeit für die Entwicklungen in der Ukraine auf neutral herab. China bleibt moderat übergewichtet. Wir sehen dies als eine Möglichkeit, die politischen Divergenzen zwischen China und dem Rest der Welt zu nutzen.

Fixed-Income

Vor der jüngsten Eskalation in der Ukraine waren wir in deutschen Bundesanleihen untergewichtet, nachdem die EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf ihrer Pressekonferenz überraschend hawkish war. Auch in US-Treasuries waren wir untergewichtet. Die Laufzeitprämien für zehnjährige US-Staatsanleihen könnten um 100 Basispunkte auf null Basispunkte zurückgehen, da die Phase der ultralockeren Geldpolitik zu Ende geht. Die Renditen sind immer noch weitaus niedriger, als sie in diesem neuen Zustand der Welt sein sollten. Beide Positionen wurden unter dem Gesichtspunkt des Risikomanagements aufgelöst, da der Kurs der Zentralbanken angesichts des eskalierenden Konflikts ungewisser geworden ist. Das Sicherheitsdenken könnte auch die Renditen sicherer Staatsanleihen belasten.

Wir haben das Investment-Grade-Segment der Eurozone untergewichtet, da wir ein schnelles Ende des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) erwarten. Die Neubewertung einer weniger unterstützenden EZB und die Aussicht auf deutlich höhere europäische Zinssätze dürften die europäischen Credit-Spreads weiter in die Höhe treiben. Wir sind auch bei europäischen High Yields stark untergewichtet.

Unsere anderen Positionen umfassen eine Untergewichtung in inflationsgebundenen US-Anleihen und eine Untergewichtung in lokalen EMD-Anleihen.

Immobilien

Wir haben den globalen Immobiliensektor auf Untergewichtung gesetzt. Anhaltende Inflation, hawkishe Zentralbanken und steigende Renditen belasten die Anlageklasse mit Hebelwirkung. Die Bewertungen von Immobilien sind im Vergleich zu den Renditen von Unternehmensanleihen nicht mehr attraktiv, obwohl die Indexierung der Mieten bei Inflation einen gewissen Schutz bietet und eine wirtschaftliche Erholung, die auf eine Normalisierung hinausläuft, die Gesamtnachfrage nach Immobilien fördern wird. Die für dieses Jahr erwartete Erholung der Erträge ist sehr gering und liegt im niedrigen einstelligen Bereich und ist für US-Immobilien sogar negativ. Das Dividendenwachstum dürfte sich von 2 % auf 8,6 % erhöhen.

Die Kreditanforderungen für Wohnimmobilien in der Eurozone wurden im ersten Quartal des Jahres gelockert, ebenso wie die Kreditanforderungen für Gewerbeimmobilien in den USA. Dennoch rechnen wir mit einer Verschärfung der Kreditrichtlinien, die zu einer Belastung für die Anlageklasse werden könnte. Unterdessen erholen sich die Daten zum Wohnungs- und Arbeitsmarkt in den USA, aber es gibt weiterhin Engpässe aufgrund des Arbeitskräfte- und Baumaterialmangels.

Die Corona-Krise hat den derzeitigen Strukturwandel im Immobilienbereich verstärkt. Der Trend zum E-Commerce verringert die Nachfrage nach Einzelhandelsimmobilien und stärkt den Logistiksektor. Gleichzeitig wird die zunehmende Telearbeit die Büronachfrage weiter beeinflussen. Diese Faktoren werden die Anlageklasse weiterhin belasten.

Die Positionierung in globalen und US-Immobilien ist stark untergewichtet. Die Positionierung in europäischen Immobilien ist dagegen übergewichtet.

Rohstoffe

Nach dem Einmarsch Russlands in die besetzten Gebiete in der ukrainischen Donbass-Region haben wir Rohstoffe übergewichtet. Die massive Invasion der Ukraine hat den Konflikt eskalieren lassen, und die Sanktionen gegen Russland könnten zu Versorgungsengpässen bei Rohstoffen führen – insbesondere bei Industriemetallen, Energie und Getreide. Die Rohstoffe dürften auch durch den Nachholbedarf gestützt werden – im Zuge der weiteren Öffnung der Volkswirtschaften und der zunehmenden Mobilität nach der Beendigung der Maßnahmen zur Viruseindämmung. Auch die allgemeinen politischen Anreize in China werden die Nachfrage stützen.

Die Edelmetalle schwanken zwischen der Nachfrage nach sicheren Häfen und Schmuck auf der einen Seite und den von der US-Notenbank Fed ausgelösten Erwartungen steigender Renditen und eines stärkeren US-Dollars auf der anderen Seite.

Wir haben Kupfer übergewichtet. Die Kupfervorräte befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit 2005, und wir steuern auf den normalen saisonalen Abbau im zweiten Quartal zu. Angesichts der anziehenden Nachfrage in China, einer erwarteten weiteren Aufstockung der Lagerbestände in den Industrieländern und der nachlassenden Angebotsbeschränkungen könnten die Kupferlagerbestände kritisch sinken, was die Preise steigen lassen würde. Auch für Aluminium bleiben wir mittelfristig optimistisch.

Die Rohölpreise steigen angesichts der geopolitischen Spannungen, der stabilen Nachfrage und der nach wie vor niedrigen Lagerbestände weiterhin stark an. Inzwischen ist die Wahrscheinlichkeit eines neuen Atomabkommens mit dem Iran und einer Wiederaufnahme der Produktion in diesem Land gestiegen. In Kombination mit der Angebotssteigerung durch die OPEC+-Gruppe und andere Länder dürfte dies den Ölmarkt in den nächsten Monaten zu einem Überangebot führen, sofern nicht drastische Sanktionen gegen russische Ölexporte verhängt werden, die immer wahrscheinlicher werden.

 

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Vorreiterfunktion für die gesamte Branche / Bereits großer etablierter Kundenkreis / Gute Lagen und hoher Wohn-Standard

 

Die GBI Unternehmensgruppe wurde mit dem immobilienmanager-Award 2022 ausgezeichnet. Den begehrten Branchen-Preis erhielt der Projektentwickler im Rahmen der gestrigen Verleihung der Awards in Köln in der Kategorie Investment. Gekürt wurde der erfolgreiche Aufbau der investmentfähigen Produktlinie Gefördertes Wohnen. In dieser plant und baut der Projektentwickler bezahlbare Wohnimmobilien, die über Zuschüsse oder Darlehen staatlich gefördert werden. Das ermöglicht über Jahrzehnte vergünstigte Mieten. „Der Ausbau des Angebotes an bezahlbarem Wohnen ist angesichts der Situation auf den Immobilienmarkt eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Dazu wollen wir einen Beitrag leisten“, erläutert Dagmar Specht, Vorständin der GBI Holding AG.

Im Rahmen der feierlichen Award-Zeremonie des immobilienmanagers wurde das Konzept der GBI als preiswürdig vorgestellt, weil die Unternehmensgruppe nicht nur zahlreiche konkrete Projekte erfolgreich abgeschlossen hat, sondern entscheidend den Aufbau einer komplett neuen Assetklasse vorangetrieben hat. Damit agierte die GBI als Vorreiter für die gesamte Branche. Das Unternehmen hatte bereits 2015 frühzeitig die Notwendigkeit erkannt, im Bereich des geförderten Wohnens mehr und höherwertige Angebote zu machen. Diese müssen zudem nachhaltig, sicher und kalkulierbar sein.

Zentrales Element der Entwicklung der neuen Investment-Klasse war die Umsetzung eines von Grund auf neu konzipierten Exit-Szenarios. „Um ein ausreichendes Angebot an bezahlbarem Wohnen zu schaffen, musste ein strukturiertes Produkt entstehen“, erläutert Vorständin Specht. Weil es dazu in den Förderrichtlinien der Bundesländer explizit keine Regelungen gab, waren intensive Verhandlungen mit Behörden in verschiedenen Bundesländern notwendig. Specht: „Trotz dieser schwierigen Start-Voraussetzungen gelang es, die neue Asset Klasse zu etablieren. Inzwischen wird der geförderte Wohnungsbau aufgrund der im Vergleich zu frei finanzierten Projekten kaum schlechteren Renditeaussichten und der äußerst geringen Gefahr eines Mietausfalls bereits als Core-Core-Plus bezeichnet. Dieses Angebot wird künftig auf dem deutschen Markt nicht mehr wegzudenken sein.“

Wie erfolgreich die Strategie der GBI bereits war, zeigen die zahlreichen Investments bekannter institutioneller Investoren. In geförderte Projektentwicklungen der GBI Unternehmensgruppe haben bereits beispielsweise Industria Wohnen (Fonds Fokus Wohnen Deutschland), Commerz Real (für den offenen Immobilienfonds hausInvest), HanseMerkur Grundvermögen, Catella, die VR Bank Metropolregion Nürnberg, die VW-Belegschaftsstiftung und mehrere Family Offices investiert. „Privates Geld, welches häufig aus der Alterssicherung der Bundesbürger kommt – etwa über Versicherungen und Versorgungskassen – kann auf diese Weise sicher angelegt werden“, erläutert Reiner Nittka, Sprecher des Vorstandes der GBI Holding AG das Konzept: „Weil so dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum geschaffen wird, ist das eine sehr schöne Win-Win-Situation.“ Dabei wirkt sich auch der gesellschaftliche Wandel aus. „Immer mehr Institutionen und Privatpersonen wollen ihr Geld nachhaltig und mit sozialem Nutzen anlegen“, so Nittka: „Aber nur überzeugende, nachhaltige und ESG konforme Investmentangebote wie diejenigen der GBI ermöglichen das.“ Auch im Bereich des studentischen Wohnens konnten mittlerweile ebenfalls geförderte Projekte realisiert werden. Nittka: „Auch da ist es wegen höhere Grundstückspreise notwendig, neben frei finanzierten Angeboten auch mehr geförderte Projekte zu starten.“

Zunächst ist die GBI vor allem erfolgreich in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen, zukünftig will man weitere Bundesländer für solche Projekte gewinnen. Auch aufgrund dieser Erfahrungen bietet die GBI Gruppe für alle Käufer dieser Produkte ein umfassendes Fördermittelmanagement an. Die im Jahr 2021 gegründete GBI Capital GmbH bietet Hilfestellung für alle Dienstleistungen im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus an, von der Projektentwicklung bis zum Fondsmanagement.

Für Simon Hübner, für Wohnungsbau zuständiger Vorstand der GBI Holding AG, ist vor allem wichtig, dass die geförderten Wohnungen nicht wie noch bis in die 1980er Jahre häufig sichtbar auf Randlagen der Städte konzentriert, sondern in lebendige Quartiersentwicklungen integriert werden. „Ziel ist es, gefördertes Wohnen möglichst im Rahmen lebendiger Quartiersentwicklungen umzusetzen. Etwa in Kombination mit Nachversorgungsangeboten, frei finanziertem Wohnen, betreuten Seniorenwohnen, Studentischen Wohnen, Kindertagesstätten, Serviced Apartments, Büros oder Hotels. „Egal, welche Bedürfnisse eine einzelne Stadt hat, als umfassender Projektentwickler können wir die passende Immobilien-Kombination planen und verwirklichen“, so Simon Hübner.

Auch in Bezug auf die Ausstattung gibt es kaum einen Qualitäts-Unterschied zwischen geförderten und freifinanzierten Wohnungen. Neben den durch die Förderbestimmungen vorgegebenen Standards – wie etwa Barrierefreiheit – sind die von der GBI fertiggestellten Wohnungen beispielsweise in der Regel auch mit bodengleichen Duschen, bodentiefen Fenster und hochwertigen Fußboden-Belägen ausgestattet. Auch die Außenanlagen sind mit Spielplätzen, Sitzgelegenheiten und Gartenflächen ansprechend gestaltet. Teilweise werden Kindertagesstätten oder Tagespflegestellen mit errichtet.

Das Produkt des geförderten und damit bezahlbaren Wohnens will die GBI zudem weiterentwickeln und an neue Herausforderungen anpassen. Vorstand Hübner: „Für die Zukunft soll es geförderte Wohnangebote für die Ansprüche von Senioren geben. Die Babyboomer-Generation mit den historisch stärksten Jahrgängen kommt – bei künftig sinkendem Rentenniveau – jetzt in das Alter, in dem smarte, moderne und geförderte Wohnangebote unverzichtbar werden. Darauf müssen Gesellschaft, Politik und die Immobilienbranche vorbereitet sein.“

Über die GBI Unternehmensgruppe:

Die GBI Unternehmensgruppe entwickelt Hotel-, Wohn- und Apartmentprojekte. Allein oder mit Partnern wurden seit der Gründung im Jahr 2001 Immobilien in Deutschland und Österreich mit einem Volumen von rund 2 Milliarden Euro verkauft bzw. platziert. Ein aktueller Schwerpunkt der Projektentwicklungen sind mit rund 2100 Einheiten die Angebote in unterschiedlichen Bereichen des Mietwohnungsbaus (frei finanziert, gefördert, seniorengerecht, kombiniert mit Dienstleistungen insbesondere aus dem sozialen Bereich). Zusätzlich werden unter dem Markendach SMARTments® Mikroapartments für Studierende, Geschäftsreisende und Privatpersonen betrieben, gebaut oder entwickelt. Im wohnwirtschaftlichen Segment gehören zum Portfolio 4.811 Apartmentplätze in SMARTments student- sowie 274 Einheiten in SMARTments living-Projekten. Im gewerblichen Bereich SMARTments business umfasst die Projektliste 1.327 Apartments.

Spezialität der GBI sind Quartiersentwicklungen, bei denen unterschiedliche Immobilientypen kombiniert werden. Ziel sind nachhaltige und lebenswerte Stadträume. Integriert in Mixed Use-Projekte werden je nach Bedarf der Städte klassisches und gefördertes Wohnen, Mikroapartments, Kindertagesstätten, Senioren- bzw. betreutes Wohnen, Pflegeangebote, Studentisches Wohnen, Serviced Apartments, Hotels, Büros, Gewerbeeinheiten, soziale Versorgung (z.B. Arzt, Apotheke) und Nahversorgung.  Die GBI Holding AG, unter deren Dach die Einheiten der Unternehmensgruppe organisiert sind, ist eine Tochter der Moses Mendelssohn Stiftung.

 

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GBI Holding AG, Am Weichselgarten 11-13, 91058 Erlangen, www.gbi-capital.ag

Die offizielle Zinsentscheidung der US-Notenbank fällt zwar erst in zwei Wochen, der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, hat sich allerdings bereits für eine Erhöhung des Leitzinses um 0,25 % ausgesprochen.

 

Was steigende Zinsen für Healthcare-Aktien bedeuten, erläutert Alexander Chamier, Senior Portfolio Manager der Apo Asset Management GmbH (apoAsset).

Die Zeichen stehen auf Zinssteigerung. Bei der Betrachtung der Entwicklung von Healthcare-Aktien bieten 2-jährige US-Treasury-Renditen Aufschluss, bildet doch der Treasury-Markt das Herz des globalen Zinsmarktes. Während langfristige Zinsen von mehreren Parametern beeinflusst werden, weisen die kurzfristigen Zinsen einen sehr hohen Zusammenhang zur Geldpolitik auf. Im Vergleich zum US-Leitzins reagieren die 2-jährigen Treasury-Renditen früher als der tatsächliche Leitzins, weil sie auch schon die Ankündigung einer kommenden geldpolitischen Veränderung widerspiegeln.

Reaktion des Aktienmarktes auf Zinserhöhungszyklen

Die vergangenen 50 Jahren weisen sieben Zinserhöhungszyklen der US-Notenbank auf. In diesen Zyklen sind Aktien ebenfalls gestiegen. Vor diesem Hintergrund ist es überraschend, dass am Aktienmarkt regelmäßig vorübergehende Sorgen vor steigenden Zinsen aufkommen – zuletzt zu Beginn dieses Jahres und davor 2018. Der Grund für die historisch positive Aktienmarktentwicklung „trotz“ steigender Zinsen ist indes darauf zurückzuführen, dass Zinserhöhungen in der Regel in Phasen eines konjunkturellen Aufschwungs vorkommen. Dieses Bild bestätigt sich auch bei einer Betrachtung von Healthcare-Aktien in den letzten drei Zinserhöhungszyklen seit Ende der 90er Jahre. (Anm.: Für länger zurückliegende Phasen liegen keine umfassenden Daten für globale Healthcare-Aktien vor). Healthcare-Aktien konnten in diesen Phasen immer an Wert gewinnen.

Unterschiede in den Subsektoren

Allerdings haben Gesundheitsaktien in diesen Phasen jeweils etwas weniger zugelegt als der breite Aktienmarkt. Dies ist auf den defensiven Charakter des Sektor-Schwergewichts von Pharma-Aktien zurückzuführen. Der Pharma-Subindex weist ein geringes Beta zum Gesamtmarkt auf und legte entsprechend im Umfeld steigender Aktienmärkte etwas weniger zu als der Gesamtmarkt. Anders verhielt es sich – zumindest zuletzt – beim Dienstleistungssektor des Gesundheitsmarktes. In den vergangen beiden Zinserhöhungszyklen konnte dieser Subindex sogar mehr zulegen als der breite Aktienmarkt. Den Großteil des Dienstleistungssektors bei Gesundheitsaktien bilden Versicherungen. Finanzwerte im Allgemeinen weisen ein höheres Beta zum Gesamtmarkt auf und entwickeln sich in der Regel stärker bei steigenden Aktienmärkten. Zudem profitieren Versicherungen von steigenden Zinsen. Ihre Verbindlichkeiten werden mit höheren Zinsen abdiskontiert und die Wiederanlage ihres Vermögens findet zu höheren Renditen satt. Weitere Subindizes des Gesundheitsmarktes wie Biotechnologie und Medizintechnik weisen dagegen historisch keinen klaren Zusammenhang zum Zinsmarkt auf.

Differenzierter Blick notwendig

Es kommt also auf das jeweilige Segment im Healthcare-Markt an, um die Frage nach dem Einfluss steigende Zinsen auf Healthcare-Aktien zu beantworten. Während Pharma-Aktien historisch zulegen konnten – auch wenn der Anstieg aufgrund ihres defensiven Charakters etwas weniger stark ausfiel – konnten Dienstleister des Gesundheitsmarktes sogar überproportional profitieren.

 

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Das von Depotbanken verwahrte Vermögen deutscher Fonds ist im Jahr 2021 um 11,4 Prozent gestiegen.

 

Insgesamt betreuten die 34 Verwahrstellen in Deutschland zum Jahresende 2021 ein Vermögen von 2.857 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 2.565 Milliarden Euro. Die aktuelle Liste führt BNP Paribas mit einem Vermögen von 736 Milliarden Euro an. Es folgen die State Street Bank mit 374 Milliarden Euro und HSBC Trinkaus & Burkhardt mit 332 Milliarden Euro. 31 Verwahrstellen sind im Geschäft mit offenen Wertpapierfonds mit einem Vermögen von 2.535 Milliarden Euro tätig, zehn mit offenen Immobilienfonds mit einem Vermögen von 286 Milliarden Euro. Im Segment der geschlossenen Investmentfonds, die nach den Vorschriften des Kapitalanlagegesetzbuchs aufgelegt sind, betreuen 13 Verwahrstellen ein Netto-Vermögen von 36 Milliarden Euro.

Die Verwahrstellenstatistik umfasst Angaben zu in Deutschland aufgelegten offenen Wertpapierfonds und Immobilienfonds sowie geschlossenen Investmentfonds gemäß Kapitalanlagegesetzbuch, unabhängig von einer Mitgliedschaft im deutschen Fondsverband BVI. Die Statistik erstellt der BVI in Zusammenarbeit mit dem Praxisforum Depotbanken.

 

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BVI ­ Bundesverband Investment und Asset­Management e.V., Eschenheimer Anlage 28, D-­60318 Frankfurt/Main, Tel.: 069/154090­0, Fax: 069/5971406, www.bvi.de

Die DWS steht solidarisch zu den Menschen in der Ukraine.

 

Die Entwicklung der vergangenen Woche markiert einen traurigen Wendepunkt in Europa, wo die Freiheit über Jahrzehnte der Eckpfeiler des gemeinsamen Wohlstands war. Dieser Angriffskrieg hat nicht nur das Vertrauen zwischen der russischen Regierung und der westlichen Welt untergraben, sondern wird auch die Sicherheitsarchitektur und die Energiepolitik Europas dauerhaft verändern und für erhebliche Unbeständigkeit sorgen.

Als global agierender Treuhänder haben wir die Verantwortung, uns den Herausforderungen des Marktes zu stellen und gleichzeitig auch verantwortlich zu handeln.

In Anbetracht der aktuellen Lage werden die von der DWS aktiv verwalteten Publikumsfonds bis auf Weiteres keine neuen Investitionen in russische Wertpapiere tätigen. Darüber hinaus werden wir in aktiv gemanagten Publikumsfonds, die ein signifikantes Exposure zu Russland aufweisen, die Ausgabe neuer Anteile aussetzen und deren bestehendes Russland-Engagement im Sinne unserer Kunden managen – im Einklang mit den einzelnen Anlagerichtlinien der Fonds und unseren treuhänderischen Pflichten.

Wir werden alle von der Europäischen Union, dem Vereinigten Königreich und den USA gegen russische Unternehmen verhängten Sanktionen umsetzen.

 

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Deutsche Asset Management International GmbH, Mainzer Landstr. 11-17, 60329 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 – 910 – 12371,Fax: +49 (0) 69 – 910 – 19090, www.dws.com

FERI sieht unfreundliches Szenario für Anlagejahr 2022 bestätigt

 

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie die umgehenden Sanktionsmaßnahmen markieren einen epochalen Umbruch und ein radikal neues geopolitisches Szenario mit weitreichenden Konsequenzen für Politik, Weltwirtschaft und Kapitalmärkte. Für die internationalen Börsen sind kurzfristig weitere Schocks und Unsicherheiten zu erwarten. Das massive Sanktionspaket der EU und anderer Länder signalisiert, zusammen mit weiteren wichtigen Beschlüssen, einen epochalen Politikwechsel beim Umgang mit Russland. Nach Einschätzung von FERI seien die neuesten politischen Schritte in ihrer Bedeutung kaum zu unterschätzen. „Speziell in Deutschland läuft nun eine Kehrtwende bei vielen strategischen Themen, von Geopolitik über Verteidigung bis hin zu Energieversorgung. Viele Denkverbote werden abrupt aufgelöst – gleichzeitig nehmen inflationäre Risiken nochmals deutlich zu“, sagt Dr. Heinz-Werner Rapp, Vorstand und Chief Investment Officer von FERI.

Umbau traditioneller Wirtschaftsbeziehungen als Inflationstreiber

Zwischen Europa und Russland finde nun eine beschleunigte Rückabwicklung bisheriger, oftmals relativ enger wirtschaftlicher Verflechtungen statt. Dies führe zu einer strategischen Entkopplung, vergleichbar der Entfremdung zwischen den USA und China. Mit Blick auf Russland liege der Fokus auf der Energie- und Rohstoffversorgung, wo nun sogar Deutschland seine Abhängigkeit reduzieren wolle. Je nach Verlauf und Dauer des Ukraine-Konflikts seien aber auch noch andere Faktoren relevant. Falle die Ukraine als wichtiger Lieferant von Getreide, Düngemitteln sowie anderen Rohstoffen und Vorprodukten längere Zeit aus, hätte dies in vielen Bereichen erhöhten Preisdruck zur Folge. „Der Ukraine-Konflikt verschärft den Prozess fortschreitender Deglobalisierung. Waren dafür bislang der Handelsstreit mit China und die Corona-Pandemie verantwortlich, erzwingt nun ein radikal neues geopolitisches Szenario den teuren Umbau von Wertschöpfungs- und Lieferketten“, erklärt Rapp.

Margendruck bei Unternehmen erhöht Risiken am Aktienmarkt

Selbst nach einem baldigen Ende des akuten Konflikts in der Ukraine seien somit in vielen Sektoren steigende Preise zu erwarten. Der resultierende Margendruck belaste den Ausblick für die Unternehmensgewinne im laufenden Jahr weiter und erhöhe somit die generellen Risiken an vielen Aktienmärkten. „Trotz der jüngsten Korrekturen sind viele dieser mittelfristigen Belastungseffekte noch nicht voll eingepreist. Unser schon bislang eingetrübtes Prognosebild für die Aktienmärkte im Jahr 2022 erhält dadurch einen weiteren Dämpfer“, so Rapp. Zwar könnten zunehmende Makro-Risiken bei Notenbanken wie der EZB ein erneutes Umdenken auslösen, was auf eine Verlängerung der Wertpapierkäufe hinauslaufen würde. „Allerdings würde das schon existierende Inflationsproblem an den Märkten dadurch weiter verschärft“, warnt Rapp. Investoren sollten deshalb auch weiterhin auf eine erhöhte Inflationsresistenz ihrer Portfolios achten, so die generelle FERI-Empfehlung.

 

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FERI AG, Haus am Park  Rathausplatz 8-10, 61348 Bad Homburg, Tel: +49 (0) 6172 916-0, Fax: +49 (0) 6172 916-9000, www.feri.de

Privatkunden in Deutschland sollen auch beim Handel mit Futures davor geschützt werden, in hoch-volatilen Marktsituationen ihr gesamtes Vermögen zu verlieren.

 

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) plant daher, die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von Futures mit Nachschusspflichten zu beschränken. Privatkunden dürften mit diesen Produkten dann nicht mehr handeln. Nachschusspflichten bei finanziellen Differenzkontrakten (Contracts for Difference, CFD) hatte die deutsche Finanzaufsicht bereits 2017 verboten.

Für Privatkundinnen und -kunden ist der Handel mit Finanzprodukten, die mit einer Nachschusspflicht verbunden sind, aus Sicht der BaFin mit erheblichen Risiken verbunden. In hoch-volatilen Marktsituationen können diese Produkte unbegrenzte Verluste nach sich ziehen. Reicht das eingesetzte Kapital eines Anlegers nicht aus, um Verluste auszugleichen, muss dieser mit seinem sonstigen Vermögen dafür ein-treten. Kleinanleger können weitaus mehr verlieren als ihr eingesetztes Kapital und mussten in der Vergangenheit teilweise sechsstellige Euro-Beträge als Nachschuss leisten.

Nach ihrem Retail-Verbot für CFD mit Nachschusspflichten beobachtet die BaFin aktuell, dass Anbieter verstärkt Futures mit Nachschusspflichten an Privatkunden vermarkten. Derzeit kommen zudem vermehrt Mini- und Micro-Future-Produkte mit Nachschusspflichten auf den Markt. Diese richten sich aufgrund ihrer geringeren Kontraktgröße und damit niedrigeren Eintrittsschwelle speziell an Kleinanleger. Die BaFin will mit ihrer Produktinterventionsmaßnahme sicherstellen, dass sich der Verlust von Privatkunden wie bei CFD auch bei Futures künftig auf den Betrag beschränkt, den diese investiert haben.

Die Aufsicht kann die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von Finanzinstrumenten beschränken oder verbieten, um Kleinanleger zu schützen (Art. 42 Markets in Financial Instruments Regulation, MiFIR). Den Entwurf ihrer Produktinterventionsmaßnahme hat die BaFin heute veröffentlicht. Bis zum 17. März 2022 besteht Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen.

Futures

Futures sind unbedingte Terminkontrakte, die an Terminbörsen gehandelt werden. Sie verpflichten beide Vertragspartner, eine bestimmte Menge eines Basiswertes (Kontraktgegenstand) zu einem bei Vertragsabschluss festgelegten Preis und Zeitpunkt zu liefern (Short-Position) oder abzunehmen (Long-Position). Sowohl Käufer als auch Verkäufer müssen ihrer Liefer- bzw. Abnahme- und Zahlungsverpflichtung nachkommen. Das Verlustpotenzial ist bei Long-Futures auf die Höhe des Futures (Kontraktwert) begrenzt, bei Short-Positionen jedoch in der Höhe unbegrenzt. Kleinanleger können Futures nicht unmittelbar an einer Terminbörse handeln, sondern lediglich über Wertpapierdienstleistungsunternehmen.

 

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Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt, Telefon: 0228 / 4108-0, www.bafin.de

Chartered Investment schreibt Geschichte: Am 8. Dezember 2021 emittierte die Opus – Chartered Issuances S.A., handelnd für ihr Compartment 365 das weltweit erste Kryptowertpapier nach deutschem Recht.

 

Die Eintragung im Kryptowertpapierregister übernahm die extra für diesen Zweck gegründete Tochterfirma E-SEC GmbH. Die Kryptowertpapiere mit dem Namen “ZSquare Venture Opportunity Crypto Security” unterliegen den strikten Regeln des eWpGs – die e-Sec GmbH fungiert als Kryptowertpapierregisterführer gemäß § 16 eWpG und nutzt als fälschungssicheres Aufzeichnungssystem die Ethereum-Blockchain.

Daniel Maier, Geschäftsführer von Chartered Investment, kommentiert: „Dieser Schritt ist ein Meilenstein für Chartered Investment und bietet uns die Möglichkeit, erstmals auf der Ethereum-Blockchain basierte Anleihen zu emittieren.“

Mit der Gründung einer eigenen GmbH für die Emission und Abwicklung blockchainbasierter Wertpapiere wird der Geschäftszweck der Chartered Investment als führender, unabhängiger CMaaS-Anbieter (Capital Markets as a Service) konsequent weiterentwickelt. Um den historischen Meilenstein gebührend zu feiern, wurde die Emission durch foreverontheblockchain für die Ewigkeit CO2-neutral in der Bitcoin-Blockchain festgehalten und die Erstinvestoren wurden mit einem entsprechenden Zertifikat ausgestattet.

Über die Chartered Investment Germany GmbH:

Chartered Investment ist ein führender, unabhängiger CMaaS-Anbieter (Capital Markets as a Service), der seine mehr als 100 B2B-Kunden durch die Entwicklung von maßgeschneiderten Investment-Produkten und Index-Lösungen unterstützt. Seit 2013 hat Chartered Investment mehr als 350 Verbriefungen begleitet und ist damit führend bei der Produktion alternativer Investments. Mehr als 500 abgeschlossene Transaktionen und Indexlösungen sowie über 2,75 Milliarden US-Dollar ($) verbriefte Vermögenswerte belegen die quantitative Leistungsbilanz des Unternehmens. Chartered Investment betreibt mit Chartered Opus eine bankunabhängige, in Luxemburg ansässige Emissionsplattform für verbriefte Investment-Produkte, die diese Produkte herstellt, strukturiert, emittiert und während des gesamten Lebenszyklus betreut und verwaltet.

Über die E-SEC GmbH:

Die E-SEC GmbH wurde 2021 gegründet, um Emittenten bei der Emission von Kryptowertpapieren als Registerführer zu unterstützen. Das Team der E-SEC kombiniert dabei juristisches und technisches Know-how mit einer langjährigen Expertise im Financial Engineering. Durch die Nutzung der Blockchaintechnologie erschließt die E-SEC neue Finanzierungswege für Emittenten. Gemeinsam mit der Emissionsplattform Chartered Opus revolutioniert sie die Tokenisierung von Assets und verbindet On-Chain Netzwerke mit On-Chain Finanzprodukten.

 

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Chartered Investment Germany GmbH, Fürstenwall 172a/6. OG, 40217 Düsseldorf, Tel: 0211 93678250, https://chartered-investment.com

Starke Nachfrage nach Fondsvehikeln mit Crypto-Exposure ungebrochen

 

Nach umfangreichen Vorbereitungen fungiert die Privatbank Donner & Reuschel ab sofort als Verwahrstelle für den BIT Crypto Opportunities Spezialfonds der Berliner Fondsgesellschaft BIT Capital, der einen signifikanten Anteil seines Portfolios in direkt gehaltenen Kryptowerten hält. Als Partner sind die HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH als Kapitalverwaltungsgesellschaft und das Bankhaus von der Heydt eingebunden.

“Digital Assets bieten ein interessantes Chancen-Risikoprofil – und zweifelsohne ist eine Allokation in Kryptowerte auch nicht für jeden Anlegertypus geeignet. Nichtsdestotrotz nehmen wir, sicherlich auch aufgrund der guten Performance vieler Kryptowerte, eine große Nachfrage aus dem Markt wahr, die wir gern bedienen wollen”, sagt Marcus Vitt, Vorstandssprecher der Bank. “Nachdem wir das Angebot im ersten Schritt mit starken Partnern anbieten, wollen wir im Jahr 2022 auch selbst die Kryptoverwahrlizenz beantragen – in der Zwischenzeit arbeiten wir diesbezüglich mit dem Bankhaus von der Heydt aus München zusammen, die die Kryptoverwahrung für uns übernehmen. Wir fungieren an dieser Stelle als Verwahrstelle für das Sondervermögen.”

Für die Umsetzung hat man sich mit der DLC Distributed Ledger Consulting GmbH die einzige Blockchain-Spezialberatung für semiprofessionelle und professionelle Finanzmarktteilnehmer als Begleiter mit ins Haus geholt. Dr. Sven Hildebrandt, CEO der DLC, sagt: “Gerade im stark regulierten Umfeld ist die rechtlich korrekte Umsetzung von Vorhaben dieser Art immer noch herausfordernd und abschließende Guidance fehlt häufig noch – umso mehr freut es mich, dass wir jetzt nach intensiven Vorarbeiten endlich starten können. Darüber hinaus bleibt es ja auch im Jahr 2022 spannend, da die große Adoption von Kryptowerten gerade erst begonnen hat. Unserer Kenntnis nach dürfte es auch das erste Set-Up in dieser Form sein.”

 

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DLC Distributed Ledger Consulting GmbH, An der Alster 21, 20099 Hamburg, Tel: +49 251 981156-4070,www.distributed-ledger-consulting.de

Aktienfonds verdoppeln Zuflüsse, Mischfonds mit neuer Bestmarke beim Neugeschäft

 

„2021 war ein Ausnahmejahr. Die Fondsgesellschaften verwalten mit 4.334 Milliarden Euro ein Rekordvermögen, und Fonds erzielten mit einem Neugeschäft von 256 Milliarden Euro ihr bestes Absatzjahr“, sagt Alexander Schindler, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI, auf der Pressekonferenz. Die Gründe für den Absatzrekord sind die Inflationsrate von 3,1 Prozent im letzten Jahr sowie die Negativzinsen. Zuletzt waren Anleger in den 70er Jahren mit so niedrigen Realzinsen konfrontiert. Angesichts dieser Lage haben viele Bürger 2021 die Wertpapieranlage für sich entdeckt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass immer mehr Sparer auch in Publikumsfonds anlegen. „Besonders stark ist die Zahl der Verträge mit Fondssparplänen gestiegen, wie einige Mitgliedsgesellschaften im vergangenen Jahr berichtet haben. Viele Sparer haben offenbar ihre chronische Distanz zur Wertpapieranlage verloren“, sagt Schindler.

Die kräftigen Mittelzuflüsse und die steigenden Aktienkurse haben zu der neuen Bestmarke beim verwalteten Vermögen geführt. In den letzten zehn Jahren ist das Vermögen um über 140 Prozent gestiegen. Der deutsche Fondsmarkt bestätigt damit einmal mehr seine führende Position in Europa. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank ist Deutschland mit einem Anteil von 27 Prozent der größte Fondsmarkt in der EU. In Deutschland sind offene Spezialfonds mit einem Vermögen von 2.188 Milliarden Euro die größte Fondsgruppe. Zusammen mit den Mandaten im Wert von 634 Milliarden Euro entfallen fast zwei Drittel des ver-walteten Gesamtvermögens auf das rein institutionelle Geschäft mit zum Beispiel Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherungsgesellschaften. Eine weitere Best-marke gibt es bei den offenen Publikumsfonds. Sie verwalten ein Rekordvermögen von 1.471 Milliarden Euro. Bemerkenswert ist das Wachstum der geschlossenen Fonds. Ihr Netto-Vermögen ist in den letzten drei Jahren von 14 auf 41 Milliarden Euro gestiegen. Der Anstieg zeigt, dass die Bedeutung von alternativen Anlageklassen wie zum Beispiel „Private Equity“ und „Private Debt“ für institutionelle Investoren angesichts der Nullzinsen und der attraktiven Renditechancen an den Privatmärkten erheblich zugenommen hat. Allein Beteiligungsfonds haben ihre Assets in den letzten drei Jahren auf 24 Milliarden Euro fast verzehnfacht.

Mit Zuflüssen von 256 Milliarden Euro beim Neugeschäft erzielten Fonds einen neuen Absatzrekord. Die stabile Stütze im Neugeschäft sind offene Spezialfonds. Ihnen floss mit netto 131 Milliarden Euro eine neue Rekordsumme zu. Bislang war 2015 mit 121 Milliarden Euro ihr stärkstes Absatzjahr. Offene Publikumsfonds übertrafen beim Neugeschäft mit 118 Milliarden Euro deutlich ihre Rekordmarke aus dem Jahr 2000 (75 Milliarden Euro). Seit 2019 haben Publikumsfonds ihre Zuflüsse pro Kalenderjahr jeweils mehr als verdoppelt. Dazu haben vor allem Privatanleger beigetragen. Nach Angaben der Bundesbank entwickeln sie sich seit 2013 wieder zur tragenden Säule bei den Zuflüssen von Publikumsfonds. In den letzten beiden Jahren entfielen zusammen über 90 Prozent des Neugeschäfts von Publikumsfonds auf Privatanleger.

Deutsche Fondsgesellschaften vorsichtig bei Klassifizierung ihrer Fonds als nachhaltig

Publikumsfonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen erzielten 2021 Zuflüsse von 60 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 21 Milliarden Euro. Die Fondsbranche verwaltet insgesamt 588 Milliarden Euro in Publikums- und Spezialfonds, die gemäß Artikel 8 oder 9 der EU-Offenlegungsverordnung als nachhaltig gelten. Damit stecken 16 Prozent des gesamten Fondsvermögens in Produkten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen. Bei Publikumsfonds sind es 31 Prozent. Im Vergleich zu anderen Fondsmärkten ist der Anteil eher gering. In Frankreich zum Beispiel liegt er bei 60 Prozent. In der EU entfallen im Schnitt 40 Prozent des Publikumsfondsvermögens auf Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen. Offenbar sind die Fondsgesellschaften in Deutschland bei der Klassifizierung ihrer Fonds als nachhaltig im Sinne der Offenlegungsverordnung vorsichtiger als ihre Kollegen im Ausland, die ihre Fonds deutlich offensiver als nachhaltig im Sinne der Offenlegungsverordnung einstufen.

Beim Neugeschäft der offenen Publikumsfonds führen Aktienfonds mit 50 Milliarden Euro die Absatzliste erneut an. Allein im ersten Quartal des letzten Jahres erzielten sie fast die Hälfte des Neugeschäfts. Im Gesamtjahr 2021 haben sich die Zuflüsse in Aktienfonds gegenüber 2020 (20,9 Milliarden Euro) mehr als verdoppelt. Aktiv gemanagte Aktienfonds erzielten netto 31,8 Milliarden Euro und Aktien-ETFs 18,2 Milliarden Euro. Mischfonds verbuchen seit zehn Jahren Zuflüsse. Nachdem sie in den Jahren 2013 bis 2018 mit großem Abstand die Absatzliste anführten und Absatzrekorde erzielten, verharrte das Neugeschäft 2019 und 2020 auf vergleichsweise geringem Niveau. Im letzten Jahr erreichten sie mit Zuflüssen von 41,8 Milliarden Euro eine neue Bestmarke im Neugeschäft. Der Auslöser für diesen Rekord war die Rekordfahrt des Dax nach dem Einbruch im März 2020, die Anfang 2021 zu einer positiven Stimmung der Anleger gegenüber Aktien führte. Sparer, die von den Renditechancen der Aktien profitieren, aber das Risiko reduzieren wollen, haben dann Mischfonds statt Aktienfonds gekauft. An dritter Stelle im Neugeschäft folgen Rentenfonds mit Nettozuflüssen von 10,3 Milliarden Euro. Immobilienfonds verzeichneten Zuflüsse von netto 7,2 Milliarden Euro.

 

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BVI ­ Bundesverband Investment und Asset­Management e.V., Eschenheimer Anlage 28, D-­60318 Frankfurt/Main, Tel.: 069/154090­0, Fax: 069/5971406, www.bvi.de

Bestwerte auch bei Stärke und Qualität des Dealflows

 

Das Geschäftsklima auf dem deutschen Venture Capital-Markt kann im 4. Quartal 2021 die historische Bestmarke aus dem Vorquartal von 41,6 Saldenpunkten halten. Über das Gesamtjahr gesehen hat das VC-Geschäftsklima in Deutschland im vergangenen Jahr das mit Abstand höchste Niveau seit Start des Barometers erreicht. Dies ist vor allem auf die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage zurückzuführen, die sich über das gesamte Jahr hinweg verbessert hat. Der entsprechende Indikator steigt zum Jahresende um 4,5 Zähler auf 45,4 Saldenpunkte, während der Indikator für die Geschäftserwartung auf 37,9 Saldenpunkte leicht verliert (-4,5).

Unter den einzelnen Komponenten des Geschäftsklimas sind sowohl Qualität als auf Höhe des Dealflows auf Bestwerte gestiegen. Die Nachfrage nach Venture Capital durch vielversprechende Start-ups war 2021 somit offenbar höher denn je. Auch das Fundraisingklima war über das gesamte Jahr gesehen noch nie besser und lag in allen vier Quartalen auf höchstem Niveau. Demgegenüber erreichte das Exitklima seinen bisherigen Bestwert im zweiten Quartal, verschlechterte sich im Jahresverlauf wieder und lag im Jahresmittel nur knapp über dem bisherigen Top-Niveau der Jahre 2017/2018. Mit Blick auf die Exitkanäle war das Klima für Börsengänge (“Initial Public Offerings”/IPOs) im Jahr 2021 aber überragend, was sich in einer hohen Zahl tatsächlicher IPOs widerspiegelt. Hingegen fiel die Zufriedenheit mit den Einstiegsbewertungen im zweiten Quartal 2021 auf ein Rekordtief. Im Jahresmittel war sie aber kaum schlechter als in den Vor-Corona-Jahren

“Angesichts der Investitionsrekorde, die wir 2021 gesehen haben, war ein zum Jahresende weiterhin sehr gutes VC-Geschäftsklima zu erwarten”, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. “Dass die Bestmarke gehalten werden konnte, setzt einen angemessenen Schlusspunkt. Die Aussichten, dass der VC-Markt 2022 ähnlich volumenstark bleibt, haben sich aber eingetrübt. Denn die Investitionsaktivität könnte sich mit den nahenden Zinsschritten der Notenbanken abkühlen. Vielleicht ist der deutsche Markt davon etwas weniger betroffen, weil hiesige Start-ups aufgrund ihrer Innovationskraft und ihres unternehmerischen Talents auf hohes internationales Interesse stoßen. Unsere Abhängigkeit von außereuropäischen Investoren bei großen Finanzierungsrunden macht aber deutlich, wie wichtig es ist, das hiesige VC-Ökosystem weiter auf- und auszubauen. Daher begrüße ich es sehr, dass die ersten Bausteine des Zukunftsfonds bereits ihre operative Arbeit aufgenommen haben.”

“2021 war mit Blick auf die Marktstimmung und die Marktzahlen ein Rekordjahr für den deutschen Venture Capital-Markt. Das Startup-Ökosystem und der gesamte Technologie- und Wirtschaftsstandort Deutschland haben einen großen Schritt gemacht”, ergänzt Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BVK. “Die starken Einschätzungen zum Dealflow belegen die enorme Nachfrage nach Venture Capital durch Startups. Erfreulicherweise steht dank des hervorragenden Fundraising-Umfelds dieser Nachfrage auch ein wachsendes Kapitalangebot gegenüber. Wir sind optimistisch für 2022. Der leichte Rückgang des Indikators für die Geschäftserwartungen, ist ein Zeichen für eine gewisse Stabilisierung, was angesichts des dynamischen Stimmungsaufschwungs seit Beginn der Pandemie aber eher gesund ist.”

 

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Bei der Verfolgung der individuellen Investmentziele gilt es eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen.

 

Die Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments hat jahrelange Erfahrung in der Betreuung von Anlegern und unterstützt diese dabei, ihr Vermögen langfristig zu optimieren. Welche Themen für erfolgreiche Investoren besonders im Mittelpunkt stehen und worauf es beim Vermögenserhalt und -Wachstum wirklich ankommt.

Risikoabwägung und die richtige Anlagestrategie

Viele Anleger haben ein unzureichendes Verständnis von Risiko und investieren zu konservativ, obwohl sie langfristiges Wachstum benötigen, um ihre Anlageziele zu erreichen – diese Art von Portfolio erhöht die Wahrscheinlichkeit, das Portfolio auf lange Sicht aufzubrauchen. “Auch wenn sich Aktien teilweise riskant anfühlen, können sie sehr viel wahrscheinlicher als andere Anlageformen zum langfristigen Portfoliowachstum beitragen und das Risiko minimieren, im Ruhestand an Geldmangel zu leiden”, berichtet Torsten Reidel, Geschäftsführer von Grüner Fisher Investments. Als häufiger Bestandteil konservativer Strategien werden Anleihen zwar oftmals als “sicherer” angesehen – betrachtet man längere Perioden von etwa 30 Jahren, erzielten Anleihen jedoch stets geringere Renditen und zeigten sich volatiler. Als großes Risiko sieht die Grüner Fisher Investments GmbH an, dass Anleger das für Ihre Zielerreichung erforderliche Wachstum verpassen, weil Sie kurzfristigen Schwankungen ausweichen. Der gewünschte Lebensstil ist bei nicht ausreichendem Kapitalwachstum aufgrund von Inflation und geplanten Entnahmen dann häufig nicht mehr beizubehalten. “Aktien fühlen sich riskanter an, erzielen aber höhere durchschnittliche Renditen über lange Zeiträume hinweg. Wir verstehen die Angst vor dem Risiko – kurzfristige Volatilität kann sich gefährlich anfühlen und zu Verhaltensfehlern führen. Deshalb unterstützen wir unsere Kunden als Vermögensverwalter auch bei der Risikoabwägung und auf dem Weg durch die Volatilität”, so Reidel weiter.

Zur Reduzierung des Risikos setzen einige Anleger außerdem auf die Beauftragung mehrerer Finanzmanager anstelle von einem. Dies kann bei der Anlagestrategie jedoch zu erheblicher Ineffizienz führen: Unterschiedliche Manager verfolgen häufig verschiedene Anlagephilosophien und treffen nicht dieselben Entscheidungen für das verwaltete Geld. Letztere können im Zweifel sogar in direktem Widerspruch zueinanderstehen: “Dadurch sinkt nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch die Kosten steigen. Während ein Manager Aktien kauft und der andere sie verkauft, zahlen Sie Transaktionskosten für eine effektiv gleichbleibende Strategie. Viele vermögende Investoren setzen deshalb auf nur einen einzigen, vertrauensvollen Partner bei der Anlagestrategie.” Kennt dieser die Gesamtsituation, also beispielsweise Finanzziele als auch Nachlassplanung und steuerliche Ausgangslage des Anlegers, kann er die Strategie genau den finanziellen Bedürfnissen anpassen.

Inflation und Altersvorsorge einkalkulieren

Die Fortschritte in der Gesundheitsvorsorge haben in den vergangenen Jahrzehnten zu einer höheren Lebenserwartung und besserer Gesundheit geführt. Was dabei häufig übersehen wird: Die Kaufkraft eines Portfolios kann im Laufe der Zeit durch Inflation sinken. Möglicherweise wird also stärkeres Wachstum als angenommen benötigt, um den Wohlstand steigern und den aktuellen Lebensstil beibehalten zu können. Wachstumsorientierte Anlagen über einen längeren Zeitraum gewinnen deshalb an Relevanz – vermögende Investoren sind sich dessen meist bewusst.

Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass das Portfolio auch während des Ruhestands bestehen bleibt, ist die Planung der Altersvorsorge entscheidend. Viele Anleger zahlen in eine private Altersvorsorge ein oder bauen sich eigenständig Vermögenswerte auf. Einige der Altersvorsorgepläne bieten jedoch nur eingeschränkte Anlagemöglichkeiten wie etwa Investmentfonds – diese sind häufig nicht auf die Anlageziele abgestimmt und vernachlässigen Faktoren wie Anlagehorizont, Allokationspräferenzen, Lebenserwartung, und Einkommen des Investors. Damit das Vermögen einen ausreichenden Zeitraum erhalten bleibt, sind Renditen erforderlich, die unter anderem durch Aktien erreicht werden können.

Über Grüner Fisher Investments:

Grüner Fisher Investments (GFI) ist eine Vermögensverwaltungsgesellschaft mit eigenem Ermessensspielraum, die vorwiegend vermögende Privatpersonen und Familien in Deutschland, Österreich und der Schweiz betreut. Grüner Fisher Investments ist Mitglied im Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V. (VuV) und ist ein durch die BaFin lizensiertes und beaufsichtigtes Institut. GFI wurde als Top-Vermögensverwalter von Capital (2019), als Top-Arbeitgeber im Mittelstand (2019) von Focus und als “Great Place to Work” (2020, 2021) von Great Places to Work ausgezeichnet. Das Unternehmen ist eine deutsche Tochtergesellschaft von Fisher Investments in den USA, einem der größten unabhängigen Vermögensverwalter der Welt. Global wurden zum 31.12.2021 Vermögenswerte von mehr als 183 Milliarden Euro von Fisher Investments und seinen Tochterunternehmen verwaltet – mehr als 143 Milliarden Euro davon für Privatinvestoren, 37 Milliarden Euro für institutionelle Investoren und 2 Milliarden Euro an Betriebsrenten für kleine und mittlere Unternehmen in den USA. Fisher Investments unterhält vier Hauptgeschäftsgruppen: US Private Client, Institutional, Private Client International und 401(k) Solutions, die einen globalen Kundenstamm bedienen. Der Gründer und Executive Chairman von Fisher Investments, Ken Fisher, schrieb von 1984 bis 2016 die Forbes-Kolumne “Portfolio Strategy” und ist damit der am längsten ununterbrochene Kolumnist in der Geschichte der Zeitschrift. In den letzten Jahren erschienen Ken Fishers Kolumnen durchgängig in den wichtigsten Medien in fast allen westeuropäischen Ländern, einschließlich Focus Money in Deutschland, sowie in wichtigen asiatischen Ländern, und damit in mehr Ländern und mit mehr Umfang als jeder andere Kolumnist in der Geschichte. Fisher ist außerdem Autor von 11 Büchern, darunter vier New York Times-Bestseller zum Thema Finanzen und Investieren.

 

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Joseph V. Amato, Neuberger Bermans President und CIO Equities, äußert sich in seinem aktuellen Kommentar zu den Hintergründen der andauernden Inflation.

 

Er beleuchtet, inwiefern die unterschiedlichen Sichtweisen des Marktes und der Zentralbanken auf die Problematik die Situation verschärfen:

Die Herausforderung der angebotsgetriebenen Inflation

  • Neuberger Berman sieht Gründe für die Inflation sowohl auf der Nachfrage- als auch der Angebotsseite
  • Mangelnde Logistikkapazitäten werden als wesentlicher Faktor für den Preisdruck gesehen
  • Neuberger Berman rechnet dieses Jahr mit anhaltender Volatilität

Wenn die jährliche Inflationsrate auf 7,5 Prozent zum Vorjahr steigt, wird sie zwangsläufig zu einem großen Thema. Es sind aber vor allem die besonderen Ursachen, die den derzeitigen Preisauftrieb so speziell – und vielleicht auch hartnäckig – machen. Vor allem für die Notenbanken wäre das eine Herausforderung.

Eine straffere Geldpolitik bringt weder LKW-Fahrer noch Fabrikarbeiter zurück an ihre Arbeitsplätze. Sie sorgt weder für zusätzliche Lagerkapazitäten noch für schnellere Containerschiffe oder effizientere Häfen, sodass der Rückstau abgebaut werden kann. Michael Barr aus dem Aktien-Recherche-Team bei Neuberger Berman kommt in seiner Datenanalyse aber zu dem Schluss, dass anders als in vergangenen Inflationsperioden, genau diese Faktoren zurzeit für den Preisauftrieb sorgen.

Logistikkapazitäten kommen nicht nach

Oft heißt es, die derzeitige Inflation sei angebots- und nicht nachfragegetrieben. Bei Neuberger Berman sieht man das grundsätzlich ähnlich. Es sei aber auch nicht verkehrt, die Gründe auf der Angebots- und Nachfrageseite gleichermaßen zu sehen.

Ein Großteil des Preisschocks scheint mit dem Siegeszug des E-Commerce während der Pandemie zu tun zu haben, der sich hartnäckig hält. Es gibt einfach nicht genügend Logistikkapazitäten. Nach Angaben der amerikanischen Zensusbehörde ist der E-Commerce in den USA 2020 um über 32 Prozent gewachsen, die Lagerfläche aber nur um 2 Prozent.

Auch die LKW-Kapazität hält kaum mit der neuen Nachfrage Schritt. Der Outbound Tender Reject Index (OTRI) der Plattform für Frachtdatenprognosen SONAR, der den Anteil der von Spediteuren abgelehnten Aufträge misst, stieg 2020 auf 25 Prozent. Ein kurzfristiger Anstieg ist nicht ungewöhnlich, wohl aber ein so hoher Wert über mehr als ein Jahr. Ähnliche Engpässe gibt es auch in der Produktion. Es spricht viel dafür, dass auch sie von Dauer sind.

Mit etwa 15.000 US-Dollar je 40-Fuß-Container (FEU) sind die durchschnittlichen Frachtraten für Ozeantransporte heute zehnmal so hoch wie vor der Pandemie, schreibt SONAR – und das, obwohl laut Alphaliner nur zwei Prozent der internationalen Containerschiffflotte zurzeit stillliegt. Und mehr noch: Den Terminmärkten nach zu urteilen werden die Frachtraten auch 2024 noch über 8.000 US-Dollar betragen.

Selbst wenn man so viel zahlen will, könnte die Löschung der Fracht scheitern: Normalerweise liegen vor den Häfen an der amerikanischen Westküste etwa 15 bis 20 Schiffe auf Reede. Zu Jahresbeginn waren es nach Angaben der Hafenbehörde in Los Angeles über 100. Seitdem hat der Stau saisonbedingt etwas nachgelassen, aber noch immer ist die Warteschlange ungewöhnlich lang. Ob sich das bald normalisiert, ist schwer abzuschätzen.

Steigende Preise bringen geldpolitische Risiken

All das kann erklären, warum die amerikanische Produzentenpreisinflation im Januar über den Erwartungen der Volkswirte lag und der bereinigte Mittelwert der Verbraucherpreisinflation (ohne die größten Preisänderungen in beide Richtungen) so hoch ist wie noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1983. Dabei geht es nicht nur um Energie und Gebrauchtwagen – die Gebrauchtwagenpreise sind 2021 um 37,3 Prozent gestiegen –, sondern um das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage in der gesamten Wirtschaft.

Bis jetzt haben sich Unternehmen und Verbraucher dadurch noch nicht allzu sehr aus der Ruhe bringen lassen. So berichtet der Finanzdatendienstleister FactSet, dass bis zu drei Viertel der S&P-500-Unternehmen in ihren Telefonkonferenzen für das vierte Quartal die Inflation erwähnt haben. Die Schätzungen der Nettogewinnmargen für dieses Jahr haben sich dennoch nicht geändert. Man scheint auf seine Preismacht zu vertrauen. Der überraschend starke Anstieg der amerikanischen Einzelhandelsumsätze im Januar spricht dafür, dass sich die Unternehmen nicht überschätzen.

Doch mit jeder Woche, in der die Preise weiter steigen, wachsen die geldpolitische Risiken für die Anleger. Zeit und Marktkräfte werden die Inflation irgendwann dämpfen, aber die derzeitigen Angebotsengpässe könnten zum Teil noch jahrelang Probleme machen. Schon letztes Jahr erklärte Neuberger Berman, dass ein Ende der 20-jährigen Niedriginflationsphase erwartet werde und die Teuerung in den nächsten Konjunkturzyklen strukturell höher sein dürfte.

Wenn moderate Zinserhöhungen die Teuerung nicht eindämmen, hat das mehr mit Schiffen auf Reede als mit übersteigerter Kauflust zu tun. Vielleicht riskiert die Fed wirklich eine zu schnelle Straffung, um die Inflation etwas zu dämpfen. Das sieht das Anleiheteam von Neuberger Berman allerdings anders und erwartet, angesichts der komplexen Mischung aus vorübergehenden und strukturellen Inflationstreibern, ein maßvolles Vorgehen. Zieht der Markt jedoch andere Schlüsse, droht Volatilität.

Gemeinsame Regeln: Halma oder Schach?

Und selbst wenn die Fed das für die USA Richtige tut, muss das für andere Länder nicht ideal sein. Faktisch ist die Fed die Notenbank der Welt. Vielleicht ist die für die USA angemessene Geldpolitik aber für andere Länder zu straff.

Obwohl der Energiepreisanstieg wegen des Ukraine-Konflikts wohl vor allem Europa trifft, sind die Angebotsengpässe in den USA aus einer Reihe von Gründen größer. So wurden in Europa während der Pandemie nur wenige Arbeiter entlassen, da in großem Stil auf Kurzarbeit gesetzt wurde. In den USA wurde hingegen das Arbeitslosengeld erhöht. Vielleicht ist das ein Grund für die Ungleichgewichte am US-Arbeitsmarkt und den großen Personalmangel.

Betrachten wir nur ein Beispiel aus der Lieferkette: Als die Weltbank und IHS Markit letztes Jahr ihren neuen Container Port Performance Index vorstellten, war der effizienteste amerikanische Hafen Philadelphia, auf Platz 83. Los Angeles stand auf Platz 328 von 351. Auf den oberen Rängen fanden sich Häfen in Asien, dem Nahen Osten und Nordafrika. Der effizienteste europäische Hafen war Algeciras in Spanien auf Platz 10.

All dies spricht dafür, dass Asien und Europa eine expansivere Geldpolitik vertragen könnten als die USA. Die Europäische Zentralbank könnte damit einen massiven Anstieg der Peripherieländerspreads verhindern. Die Bank of Japan könnte erreichen, dass die Wirtschaft weiterwächst, so wie im letzten Jahr, dem ersten Wachstumsjahr seit 2018. Auch könnte China den Abschwung dämpfen. Die People’s Bank of China lockert jetzt die Geldpolitik, während die Fed eine Straffung vorbereitet.

Für Neuberger Berman sind das die Gründe, weshalb die Anleger so sehr auf die Inflation, ihre Ursachen und die Verlautbarungen der Fed achten. Wenn die Notenbank aber nur die Nachfrageseite im Blick hat, während für die Wirtschaft Angebotsfaktoren im Mittelpunkt stehen, könnte es in den USA, aber auch weltweit Probleme geben. Es kann nicht gutgehen, wenn der eine Halma und der andere Schach spielt. Das ist einer der Gründe dafür, warum Neuberger Berman dieses Jahr mit anhaltender Volatilität rechnet.

 

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Die Senkung der Kosten für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen führt zu einer weiteren Senkung der Kosten für die Herstellung von grünem Wasserstoff.

 

Auch wenn grüner Wasserstoff sich noch nicht wirtschaftlich rechnet, dürfte er in den nächsten drei bis fünf Jahren im Vergleich zur Verwendung fossiler Brennstoffe in bestimmten Branchen wettbewerbsfähig sein, wenn die Regierungen unterstützende politische Maßnahmen durchsetzen. Das sagt Philipp von Königsmarck, Leiter des Wholesale-Geschäfts in Deutschland, Österreich und Luxemburg bei Legal & General Investment Management (LGIM). Die Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff werde durch die Bepreisung von CO2-Emissionen bei Nutzung fossiler Brennstoffe sogar noch erhöht:

„Die Wasserstofftechnologie profitiert von einer beispiellosen politischen und wirtschaftlichen Dynamik. Zu Beginn des Jahres 2021 haben mehr als 30 Länder Wasserstoffstrategien erstellt, die Industrie hat über 200 Wasserstoffprojekte angekündigt und Regierungen auf der ganzen Welt haben über 70 Milliarden US-Dollar an öffentlichen Mitteln zugesagt (Quelle: Global Data, Dezember 2021).

Weltweit beträgt die gesamte bestehende und in der Planung befindliche Kapazität zur CO2-armen Produktion von Wasserstoff mehr als 37 Millionen Tonnen pro Jahr. Davon entfallen 68 % auf „grünen“ und 14 % auf „blauen“ Wasserstoff.

Wasserstoff spielt eine systemische Rolle bei der Umstellung auf erneuerbare Energien, da er eine Möglichkeit zum flexiblen Energietransfer über Sektoren, Zeit und Orte hinweg bietet. So kann grüner Wasserstoff zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen in Wirtschaftsbereichen wie der Stahlproduktion und dem Schwerlastverkehr entscheidend beitragen. Als CO2-freier Energieträger ermöglicht Wasserstoff den Transport von Energie aus erneuerbaren Quellen über große Entfernungen hinweg sowie die Speicherung großer Energiemengen.

Dort, wo die Elektrifizierung schwieriger umzusetzen ist, kann Wasserstoff zur Dekarbonisierung beitragen. Das ist zum Beispiel bei Stadt- und Reisebussen, kommerziellen Fahrzeugflotten, speziellen Eisenbahnsegmenten oder im Straßengüterfernverkehr der Fall. Genauso interessant ist Wasserstoff als Kraftstoff für die Binnenschifffahrt und den Kurzstreckenseeverkehr. Langfristig ist Wasserstoff sogar zur Dekarbonisierung der Luft- und Schifffahrtindustrie vorstellbar, indem synthetisches Kerosin oder andere synthetische Kraftstoffe hergestellt werden.

Auf europäischer Ebene hat Wasserstoff Priorität bei der Verwirklichung des European Green Deal und des Übergangs zu sauberer Energie bis 2050. Der Vorteil von Wasserstoff: Neben Batterien kann Wasserstoff als Speicher von Strom aus erneuerbaren Energien saisonale Schwankungen abpuffern und Produktionsstandorte mit weiter entfernten Nachfragezentren verbinden.

Bis Ende 2030 könnten sich die Investitionen in Elektrolyseanlagen in der Europäischen Union auf 24 bis 42 Milliarden Euro belaufen. Produktion, Transport und Speicherung von Wasserstoff sowie Wasserstofftankstellen würden Investitionen in Höhe von 65 Milliarden Euro erfordern. Die Investitionen in die Produktionskapazitäten in der EU werden bis 2050 auf 180 bis 470 Milliarden Euro geschätzt (Quelle: Global Data, Dezember 2021).

Für Investoren birgt grüner Wasserstoff also ein enormes Potenzial. Allerdings steht grüner Wasserstoff noch am Anfang seiner Entwicklung – etwa dort, wo die Wind- und Solarenergiebranche vor zehn Jahren stand. Bei der Anlage in ETFs ist es daher wichtig, darauf zu achten, wie die einzelnen Aktien ausgewählt und allokiert werden. So kann ein gleichgewichteter Korb von Unternehmen, die sich auf das Thema Wasserstoff fokusieren, besser sein als ein nach Marktkapitalisierung gewichteter breiter Korb. Der Grund: In der Anfangsphase eines Trends, wenn die Wachstumsraten höher sind, ist es schwierig, die Unternehmen auszuwählen, die morgen zu den Gewinnern oder Verlierern gehören werden. Werden die aussichtsreichen Unternehmen gleichgewichtet, setzt der Anleger auf alle Pferde im Stall und nicht nur auf den vermeintlichen Favoriten. Um die Gleichgewichtung beizubehalten, ist eine regelmäßige Anpassung notwendig – ein so genanntes „Rebalancing“.“

Zum Produkt:

Der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (ISIN IE00BMYDM794) war der erste Wasserstoff-ETF in Europa. Er wurde im Februar 2021 aufgelegt und hat bereits ein Volumen von 505 Millionen EUR (Stand 8. Februar 2022). Der ETF bildet den Solactive Hydrogen Economy Index NTR ab. Darin sind zurzeit 35 Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette abgebildet – also von der Herstellung, Brennstoffzellenproduktion, dem Transport bis hin zur Nutzung von Wasserstoff beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Die Anteile der Titel im ETF sind und werden regelmäßig gleichgewichtet. Die Überlappung mit Standardindizes wie dem S&P 500 oder MSCI World ist aktuell geringer als ein Prozent.

 

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