Marktkommentar von Gary Kirk, Partner bei TwentyFour Asset Management:

 

 

 

  • Der Inflationsanstieg spricht gegen Investitionen in langlaufende Staatsanleihen, die politische Krise und die Rezessionsgefahr dafür
  • Notenbanken dürften gemäßigteren Kurs einschlagen
  • Positionierung am kurzen Ende der Zinskurve vielversprechend

Im Jahr 2019, als der Kreditzyklus erste Anzeichen von Reife zeigte, war es für Anleger eine einfache Entscheidung, das Kreditengagement zu reduzieren, die Duration der Kreditspreads zu verkürzen und die Allokation in längerfristige risikofreie Staatsanleihen wie US-Treasuries zu erhöhen. Im Jahr 2022 stehen die Anleger vor  deutlich komplexeren Entscheidungen, wenn es um die Allokation ihrer Staatsanleihen geht.

Einerseits sind wir mit einer Inflation konfrontiert, die eindeutig nicht nur vorübergehender Natur ist. Der aktuelle Anstieg der Rohstoffpreise verstärkt die längerfristigen Inflationsängste dabei noch. Die Notenbanken sind gerade erst von der Stimulierung der Märkte zu einer Änderung der Geldpolitik übergegangen und so würden wir unter diesen Umständen normalerweise von jeglichem Engagement in durationsabhängigen Staatsanleihen absehen und abwarten, bis die Leitzinsen ihre Höchststände erreicht haben, bevor wir eine nennenswerte Position zum Schutz des Portfolios aufbauen.

Andererseits hat der Einmarsch Russlands in die Ukraine die Dynamik und den Fokus des Marktes verändert. Zunächst gab es die naheliegende Flucht in Sicherheit, d. h. in risikofreie Zinssätze (vor allem US-Treasuries). Gleichzeitig droht der oben erwähnte Preisanstieg bei Rohstoffen zu einem regelrechten Angebotsschock zu werden, was die Wahrscheinlichkeit einer Konjunkturabkühlung und einer möglichen Rezession erhöht. In einem solchen Szenario würden wir normalerweise eine verstärkte Allokation in langlaufende Staatsanleihen bevorzugen, eine Entscheidung, die auch durch den Anstieg der Renditen infolge der aggressiveren Haltung der Zentralbanken seit Dezember erleichtert werden würde.

Anleiheanleger stehen also vor einem Dilemma. Die Zentralbanken müssen eine proaktive Geldpolitik betreiben, um die Inflation zu bekämpfen. Aber sie müssen dabei auch berücksichtigen, dass die Verbraucher die höheren Lebenshaltungskosten bereits jetzt schon spüren. Jede weitere Belastung könnte leicht zu einem aggressiven Stimmungsumschwung führen, der im Umkehrschluss wiederum zu einer harten Landung der Wirtschaft führen würde. Bedeutet das also, dass die Zentralbanken vorsichtiger vorgehen werden, als der Markt derzeit prognostiziert? Derzeit gehen die Märkte von sechs Zinserhöhungen der Fed und der Bank of England bis zum Jahresende aus und von fast drei Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank EZB. Je länger der militärische Konflikt in der Ukraine andauert, desto wahrscheinlicher wird ein anhaltender Schock bei der Rohstoffversorgung und desto weniger Flexibilität werden die Zentralbanken haben.

Natürlich weiß niemand, wie die Entwicklung ausgehen wird. Aber Vieles spricht für einen vorsichtigen Ansatz, und Anleger ohne jeglichen Schutz sollten zum Ausgleich ein gewisses Maß an Zinsen in ihr Portfolio einbauen. Wir sind der Annahme, dass die Zentralbanken angesichts des aktuellen Hintergrunds einen gemäßigteren geldpolitischen Kurs verfolgen werden, als die Märkte derzeit einpreisen. Sollte dies der Fall sein, so folgt daraus, dass die Inflation ein hartnäckigeres Ärgernis sein dürfte, als ursprünglich gedacht und dass das lange Ende der Zinskurve noch nicht das erforderliche Gleichgewicht für die Portfolios bietet.

Die Form der Renditekurve erleichtert unser Entscheidungsdilemma. Die Kurven der Staatsanleihen sind flach, was die derzeitige Unsicherheit zeigt. Der Renditeunterschied zwischen 10-jährigen und fünfjährigen US-Treasuries beträgt weniger als 10 Basispunkte, während er bei den Gilts rund 20 Basispunkte beträgt. Da am kurzen Ende bereits sechs Zinserhöhungen bei der Fed und der Bank of England gleichermaßen eingepreist sind, wäre eine Positionierung hier vielversprechender, als am langen Ende, bei dem sich die Lücke wieder vergrößern könnte, sollte sich der Konflikt in Osteuropa entspannen und das Inflationsproblem wieder in den Mittelpunkt rücken.

Schnelllebige Situationen wie diese sind für Anleger immer eine Herausforderung, aber die Ausrichtung eines Portfolios auf das kurze bis mittlere Ende der Zinskurve scheint in dieser Zeit der Ungewissheit ein vernünftiger und umsichtiger Ansatz zu sein. Dies gilt vor allem dann, wenn einige der eingepreisten Zinserhöhungen nicht eintreten, weil die Zentralbanken eine Pause einlegen, um die Auswirkungen des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine und einer sanktionsbedingten Wachstumsverlangsamung zu bewerten.

 

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Marktkommentar von Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL

 

An den internationalen Kapitalmärkten überwog zuletzt die Entspannung. Gekauft wurden Aktien, während die Kurse der zuvor noch als sichere Häfen erworbenen Staatsanleihen nachgaben und folglich Renditen stiegen. Auch die Rohstoffnotierungen voran für Rohöl, Erdgas sowie Industrierohstoffe und Edelmetalle konnten ihre Höchststände nicht halten. Hintergrund dieser Entwicklung dürfte ein möglicherweise verfrühtes Aufatmen der Marktteilnehmer sein, nachdem weitere deutliche militärische Erfolge Russlands im Zuge des Ukraine-Konfliktes ausblieben und die Kriegsparteien in regelmäßige – bisher noch ergebnislose –  Verhandlungen eintraten Dabei gibt es eine Gemengelage an Risikofaktoren, die sowohl die globale Konjunktur als auch die Perspektiven vieler Unternehmen in den kommenden Monaten deutlich eintrüben könnten. So haben vergleichbare Energiepreisschocks in der Vergangenheit oft zu Rezessionen geführt. Zumal derzeit auch viele andere Rohstoffe und Vorleistungen knapp sind und für Produktionsdrosselungen, massiv steigende Kosten und damit Belastungen von Konsum- und Investitionsnachfrage, sorgen.

Die Situation wird dadurch verschärft, dass der Ukrainekonflikt auch global angespannte logistische Lieferketten zusätzlich belastet. Kaum im Blick scheinen Anleger die aktuelle Pandemie-Situation in China zu haben, wo seit Mitte Februar die Corona-Neufallzahlen für chinesische Verhältnisse rasant ansteigen und die Behörden zu großflächigen Lockdowns veranlassten. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ähnlich wie Anfang 2020 die Produktion in Fabriken unterbrochen wird oder Container-Terminals gesperrt werden. Nicht zuletzt steuern viele Notenbanken weltweit einen weniger expansiven geldpolitischen Kurs an. Angesichts vielfach stark erhöhter Inflationsdynamiken steigt die Gefahr, dass die Geldpolitik aufgrund des zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Drucks zu stark gegensteuert und die Konjunktur sogar abwürgt. Vor allem in den USA ist die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario erheblich gestiegen – auch erkennbar an der nachgebenden Steilheit der Zinsstruktur, also der Differenz zwischen Renditen für zwei- und zehnjährige Staatsanleihen. Sollte kurzfristig sogar eine Inversion der Zinsstruktur, also eine negative Zinsdifferenz eintreten, würde die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA weiter ansteigen.

 

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Aktuelle Markteinschätzung von Michael B. Bußhaus, Gründer und Geschäftsführer von justTRADE

 

Die Aktienmärkte dürften angesichts der ungelösten Ukraine-Krise weiterhin nervös bleiben. Stillhalten fällt angesichts der extremen Schwankungen zwar schwer, doch Panikreaktionen machen sich in politisch getriebenen Börsen in der Regel nicht bezahlt. Wie Anleger Ihr Depot vor allzu großen Verwerfungen schützen können.

Angesichts des unfassbaren menschlichen Leids als Folge des russischen Einmarschs in die Ukraine gibt es bedeutend wichtigere Fragen als die nach dem Depotstand. Dennoch lassen sich die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts nicht gänzlich ausblenden. Schon jetzt befürchten etwa einige kleine und mittlere Unternehmen aufgrund der zuletzt kräftig gestiegenen Energie- und weiterer Rohstoffkosten in die Insolvenz zu schlittern. Und: Wie bei nahezu allen zurückliegenden Krisensituationen zeigt sich in solchen Phasen, dass auch die Börse nicht unbeeindruckt bleibt.

Ruhe bewahren

Fakt ist aber auch: Historisch betrachtet geraten die Kapitalmärkte mit Ausbruch einer Krise zwar zunächst kräftig unter Druck, gewinnen aber häufig recht zeitnah wieder an Fahrt. Anleger sollten sich in Krisensituationen daher zweimal überlegen, ob sie sich von ihren Wertpapieren vorschnell trennen wollen. Sinnvoller erscheint, die in solchen Zeiten kräftigen Kursschwankungen wachsam zu beobachten und äußerst behutsam zu agieren.

Airbags für das Depot

Wer einer möglichen Fortsetzung der Kursrückgänge nicht tatenlos zusehen will, kann auch mit diversen Instrumenten sein Depot absichern. Als klassisches Auffangnetz haben sich etwa Put-Optionsscheine bewährt. Grund: Dank ihrer Hebelwirkung entfaltet bereits ein kleiner Einsatz eine große Wirkung. Die benötigte Menge ergibt folgende Rechnung: Gesamtwert der abzusichernden Depotposition geteilt durch den aktuellen Kurs des Basiswerts mal dem Bezugsverhältnis.

Reverse-Bonus-Zertifikate wiederum bieten am Ende der Laufzeit eine attraktive Verzinsung – zusätzlich zum Nominalbetrag des gewählten Basisinstruments – aber nur, wenn eine zu Beginn der Laufzeit festgelegte Schwelle nicht überschritten wird. Eine weitere Möglichkeit der Absicherung lässt sich mit Short-ETFs auf beispielsweise den TecDAX realisieren, die die Entwicklung des wichtigsten deutschen Tech-Börsenbarometers umgekehrt widerspiegeln. Heißt: Verliert Deutschlands wichtigstes Tech-Barometer drei Prozent, legt der Short-ETF um drei Prozent zu. Börsengehandelte Indexfonds haben en passant auch den Vorteil, dass sie zum Sondervermögen zählen – und somit im Falle einer Insolvenz des Emittenten geschützt sind.

Auch die Beimischung von Edelmetallen kann zur Stabilisierung des Depots beitragen. So hat etwa Gold seinen Nimbus als Krisen-Klassiker jüngst einmal mehr unter Beweis gestellt. Seit der Invasion der Ukraine am 24. Februar 2022 verteuerte sich die 31,1 Gramm schwere Feinunze gegen den Trend an den Kapitalmärkten von knapp über 1.900 auf bis zu 2.070 US-Dollar. Eine Investition kann entweder in physischer Form oder auch über den Kauf diverser Wertpapiere – etwa Gold-ETPs oder Gold-Zertifikate – erfolgen.

Krypto-Währungen: Chancenreich – vor allem auf lange Sicht

Schwieriger gestaltet sich die Lage bei Krypto-Werten, fehlen für diese vergleichsweise junge Asset-Klasse doch schlichtweg belastbare Daten, um einschätzen zu können, inwieweit sich Krypto-Währungen in Krisenzeiten präsentieren. Es wäre also alles andere als seriös, Krypto-Währungen wie Bitcoin, Ethereum & Co. als krisenfeste Anlagen anzupreisen. Richtig ist aber: Zwar weist auch der Bitcoin-Kurs seit dem Einmarsch Russland in die Ukraine hohe Schwankungen auf, unter dem Strich konnte der Kurs aber bisher sogar leicht zulegen. Und: Auf lange Sicht – da herrscht unter Experten weitestgehend Einigkeit – können Krypto-Werte aufgrund der geringen Korrelation zu anderen Wertpapieren zur sinnvollen Diversifizierung des Depots beitragen.

Die guten ins Töpfchen, die schlechten…

Zwar sollten, wie eingangs erwähnt, in Krisenzeiten keine vorschnellen Entscheidungen getroffen werden. Dies bedeutet aber nicht, dass in turbulenten Momenten keine Umschichtungen getätigt werden sollten. Wichtig ist aber, dass sie strategisch sinnvoll erfolgen. Dies bedeutet: Passt die Risikostreuung nach Branchen, Ländern und Währungen nicht mehr zum Umfeld beziehungsweise zu der individuellen Strategie, ist es Zeit für ein Rebalancing. Dies umfasst auch, sich von Wertpapieren zu trennen, die bereits kräftig an Wert verloren haben. So lange zu warten, bis der Verlust womöglich wieder aufgeholt ist, ist in der Regel keine gute Idee. Schließlich muss ein Wertpapier um 100 Prozent zulegen, wenn es zuvor um 50 Prozent nachgegeben hat. Aber auch der Anteil gut performter Titel sollte – um Klumpenrisiken gering zu halten – in bestimmten Abständen reduziert werden. Achten sollten Anleger beim Rebalancing vor allem darauf: Das Depot sollte nur Wertpapiere aufweisen, die man auch aus heutiger Sicht kaufen würde.

Über den Autor

Michael B. Bußhaus ist Gründer und Geschäftsführer von justTRADE. Er war Geschäftsführer der onvista bank und verantwortete bis 01/2019 als Head of Brokerage das gesamte Wertpapiergeschäft der comdirect bank AG.

Über justTRADE

justTRADE ist ein Frankfurter Online-Broker, der Tradern den Handel von Wertpapieren und Kryptos konsequent für 0,- € Orderprovision (zzgl. marktübliche Spreads) und aus einem Depot heraus anbietet. Gehandelt werden können mobil über iOS und Android oder über den Desktop-Browser mittlerweile über 500.000 Wertpapiere – Aktien, ETFs, ETCs, wikifolios, Zertifikate, Optionsscheine und Hebelprodukte sowohl börslich über drei Börsen (LS Exchange, Quotrix und Tradegate Exchange) als auch außerbörslich über vier Handelspartner (Citi, Société Générale, UBS und Vontobel). Rund 1.500 ETFs, ETCs und ETPs von zehn Anbietern (21Shares, Amundi, DWS, iShares, GlobalX, Lyxor, Vanguard, VanEck, UBS und WisdomTree) ergänzen das Angebot. Mit der Möglichkeit, die 20 verfügbaren Kryptowerte aus demselben Depot heraus zu handeln wie alle Wertpapiere, bietet justTRADE seinen Kunden ein noch nie dagewesenes Angebot in Deutschland. Zudem sind bei justTRADE Insgesamt rund 200 Wertpapiere sparplanfähig.

 

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Weitere dynamische Expansion im Private Banking

 

Die Vermögensverwaltung des Bankhauses Bauer konnte für ihre privaten und institutionellen Kunden auch im Jahr 2021 eine herausragende Performance erzielen. Im aktuellen Performance-Ranking des unabhängigen Analyseinstituts firstfive wurde die Privatbank mit 1. Plätzen in der Risikoklasse dynamisch Sharpe-Ratio 2021 (24 Monate) und in der Risikoklasse dynamisch Top-Renditen 2021 (24 und 36 Monate) prämiert. Diese deutlich positiven Ergebnisse werden mit einem weiteren 2. Platz in der Risikoklasse dynamisch Sharpe-Ration 2021 (36 Monate) untermauert. Bereits 2019 hatte das Finanzinstitut Platz 1 im Anlagezeitraum 12 Monate belegt. Aufgrund der aktuell hohen Relevanz legt die Anlagephilosophie den Fokus auf Nachhaltigkeit, Gesundheit und Technologie.

Die firstfive AG zeichnet bereits zum achten Mal die besten Vermögensverwaltungen in drei Auswertungszeiträumen aus. Die teilnehmenden Vermögensverwaltungen können in unterschiedlichen Risikoklassen durch herausragende Leistungen Spitzenplätze erzielen. Das Frankfurter Controlling- und Rankinginstitut bewertet dabei die Leistungen professioneller Vermögensverwalter mit Hilfe anerkannter finanzmathematischer Kriterien. Die Grundlage bildet eine umfassende Datenbank mit zahlreichen realen Depots von namhaften Banken und Vermögensverwaltungen.

André Weber, Leiter Private Banking sowie Generalbevollmächtigter des Bankhauses, kommentierte die Würdigung wie folgt: „Die Auszeichnungen durch firstfive sind eine klare Bestätigung unserer Arbeit. Hierfür möchte ich mich bei unserem gesamten Team und unseren Kunden sehr bedanken. Die auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnittene Anlagephilosophie hat sich in den letzten drei Jahren bezahlt gemacht. Die gute Performance basiert auf einem breit diversifizierten und auf die Marktphasen zugeschnittenen Risiko-Rendite-Ansatz. Der Anlageschwerpunkt lag und liegt auch jetzt noch auf Aktien. Grundlage des Erfolgs ist die Titelselektion. Wir fokussieren uns auf im historischen Vergleich moderat bis fair bewertete Unternehmen mit hoher Qualität, strukturellem Wachstum und wenig Sensitivität zu konjunkturellen Schwankungen und Inflation. Damit sind wir auch in den krisengeprägten ersten Wochen des Jahres 2022 gut gefahren.“

Bankhaus Bauer expandiert wie avisiert weiter im Bereich Private Banking

Ende November 2021 hatte das Bankhaus Bauer kommuniziert, weiter im Wachstumsfeld Private Banking und Asset Management mit Standorten in Essen und Stuttgart und einem primären Kundenfokus auf Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zu expandieren. Hier verzeichnete das Finanzinstitut in den letzten Jahren eine dynamische Entwicklung. Neben vermögenden Privatanlegern gewinnt das Bankhaus auch verstärkt institutionelle Neukunden mit vergleichsweisen hohen Anlagevolumina. Zu dieser sehr positiven Entwicklung trägt die individuelle auf den Kunden maßgeschneiderte Anlagestrategie bei.

 

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Bankhaus Bauer, Lautenschlagerstr. 2, 70173 Stuttgart, Tel: 0711 182990, www.bankhausbauer.de

2021 erweiterte NN IP sein Produktangebot für verantwortungsbewusste Investoren

 

 

  • Schub durch Pandemie: Netto-Null, Biodiversität und soziale Verantwortung
  • NN IP steigerte die ESG-Integration auf 91 % seines verwalteten Vermögens

Für NN Investment Partners (NN IP) war 2021 ein Jahr der Meilensteine. Wir haben Fortschritte bei der weiteren Integration von ESG-Kriterien in Investitionen erzielt und Zwischenziele zur Emissionsreduzierung für unsere Portfolios festgelegt, mit der Absicht, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Fortschritte beim Klimawandel sowie die Unterstützung positiver Maßnahmen bei verschiedenen sozialen Themen waren entscheidende Prioritäten. Dies wird durch die Reduzierung von rund 4,6 Millionen Tonnen CO2 durch NN IP und die Unterstützung von 85 % der Aktionärsanträge zu sozialen Themen deutlich. Heute sind 91 % des von NN IP verwalteten Vermögens ESG-integriert – eine Steigerung von 17 % seit 2020. Es bleibt noch viel zu tun, aber NN IP wird weiterhin aktiv sein, um einige der dringendsten Herausforderungen der Welt zu bewältigen.

Adrie Heinsbroek, Chief Sustainability Officer bei NN IP, sagt: „Wir sind uns der Herausforderungen bewusst, mit denen sich die Welt konfrontiert sieht – von der globalen Erwärmung bis zur sozialen Ungleichheit. Wir fühlen uns gegenüber unseren Stakeholdern in einer Weise verantwortlich, die weit über kurzfristige finanzielle Gewinne hinausgeht. Wir sind es ihnen schuldig, aktiv zu werden und Anlagelösungen anzubieten, die zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen. 2021 konnten wir durch den Einsatz des von uns verwalteten Kapitals einen dauerhaften Unterschied in einem wesentlich breiteren Spektrum bewirken.“

Unsere Messlatte liegt hoch, wenn es darum geht, ökologische, soziale und Governance-Kriterien in unsere Investmententscheidungen einzubeziehen. Wir berücksichtigen konsequent alle drei Faktoren – E, S und G – und sind transparent, was die Vorteile und Herausforderungen dieses kompromisslosen Ansatzes angeht. Drei dringende ESG-Themen haben sich im Zuge der Pandemie herauskristallisiert. Die Natur steht auf der Kippe und es ist eindeutig, dass der Klimawandel schneller und entschiedener bekämpft werden muss. Mit der ersten UN-Konferenz über die biologische Vielfalt (COP-15) rückten in diesem Jahr auch die Herausforderungen der Erhaltung der biologischen Vielfalt in den Vordergrund. Gleichzeitig hat die Notwendigkeit, die durch die Pandemie erneut zutage getretenen Ungleichheiten zu beseitigen, dazu geführt, dass verschiedene soziale Fragen stärker in den Mittelpunkt rückten. Diese Bereiche haben für die Gesetzgeber an Bedeutung gewonnen – und wie der Responsible Investing Report zeigt, steigt auch das Bewusstsein der Anleger, wie diese Herausforderungen bewältigt werden können.

Netto-Null

NN IP setzt sich dafür ein, die Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen und die globale Erwärmung gemäß den Zielen des Pariser Abkommens auf 1,5 °C zu begrenzen. Bei der Erreichung unserer Umweltziele in unseren Anlageportfolios haben wir 2021 erhebliche Fortschritte gemacht. Wir haben 44 % der Kohlenstoffemissionen bei unseren Investments im Vergleich zu ihren Benchmarks reduziert, was einer Verringerung von etwa 4,6 Tonnen CO2 entspricht.

2021 haben wir unsere Restriktionskriterien für Unternehmen verschärft, die an der Gewinnung von Ölsand und der Förderung von Thermalkohle beteiligt sind. Diese Entscheidung war Teil unserer Verpflichtung, den CO2-Fußabdruck unserer Investitionen zu reduzieren – entsprechend dem globalen Ziel, Netto-Null zu erreichen.

Heinsbroek weiter: „Viele Ölgesellschaften haben inzwischen Netto-Null-Pläne vorgelegt, darunter Vorschläge zum Emissionsausgleich durch Investitionen in erneuerbare Energien, das Pflanzen von Bäumen oder den Einsatz von Technologien zur Kohlenstoffabscheidung. Das ist ein guter Anfang. Aber wir müssen sicherstellen, dass dies auch in der Praxis umgesetzt wird. Seit 2021 stellen wir diese Pläne auf den Prüfstand und fragen, ob die für Klimalösungen benötigten Flächen erworben wurden und ob sich die Technologien zur Emissionsreduzierung in großem Maßstab bewährt haben. Auch die Ausrichtung der Klimaziele an der Kompensation haben wir hinterfragt.“

Sozialer Wandel

Die Pandemie hat die sozialen Aspekte von wirtschaftlicher Ungleichheit bis hin zu erschwinglicher Gesundheitsversorgung in den Vordergrund gerückt. Die soziale Komponente der ESG-Themen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Corona-Krise hat die globale Ungleichheit 2021 weiter verschärft und die ärmsten Mitglieder der Gesellschaft dem größten Risiko ausgesetzt. Die Einhaltung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und -standards, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen, dient sowohl der Gesellschaft als auch der Wirtschaft. Indem NN IP die Unternehmen zur Wahrung der Arbeitnehmerrechte drängt, möchte das Unternehmen zu einem integrativeren wirtschaftlichen Wandel beitragen. 2021 wurde über 112 Aktionärsanträge zu sozialen Themen abgestimmt – in 98 Fällen sprach man sich gegen die Unternehmensleitung aus. Die Themen reichten vom fairen Zugang zu Impfstoffen bis zur Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer.

Valentijn van Nieuwenhuijzen, Chief Investment Officer, dazu: „Wir unterstützen aktiv Anträge von Aktionären, die sich mit sozialen und Governance-Themen befassen und sich auf die Möglichkeiten eines Unternehmens auswirken können, langfristig einen Mehrwert zu schaffen. Die Zustimmung zu solchen Anträgen ist ein wichtiger Teil unserer Stewardship-Bemühungen.“

Verlust der Biodiversität

Der Verlust der biologischen Vielfalt ist eng mit dem Klimawandel verknüpft und wird zu einem immer dringlicheren Problem für unseren Planeten. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat der Mensch fast 75 % der Erdoberfläche beeinflusst und damit die Tier- und Pflanzenwelt auf einen immer kleiner werdenden Teil des Planeten verdrängt1. Eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht, während Entwaldung und Wüstenbildung das Leben von Millionen von Menschen beeinträchtigen.

NN IP unterzeichnete 2021 eine Selbstverpflichtung des Finanzsektors zur Abschaffung der rohstoffbedingten Entwaldung, schloss sich den globalen Initiativen zur Sensibilisierung der Investoren zu diesem Thema an und trat der Partnership for Biodiversity Accounting Financials bei – einer Initiative, die es Finanzunternehmen ermöglicht, die Auswirkungen von Darlehen und Investments auf die biologische Vielfalt offenzulegen.

Heinsbroek abschließend: „Die konsequente Integration von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) in die Anlagestrategien von NN IP ermöglicht es uns, potenziellen finanziellen Wert zu erschließen, indem wir Risiken und Chancen in einem sich schnell verändernden Markt erkennen. Für unsere Kunden bedeutet dies, dass ihr Geld in Unternehmen und Projekte fließt, die auf dem Weg zu einer grüneren, integrativeren Wirtschaft erfolgreich sein werden.“

Lesen Sie unseren vollständigen Responsible Investing Report hier. https://www.nnip.com/en-INT/professional/insights/specials/responsible-investing-report-2021

 

1 https://www.un.org/sustainabledevelopment/biodiversity/

 

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Die Preise von Öl, Gas und Kohle sind seit dem Beginn des Ukraine-Russland-Konflikts in die Höhe geschnellt.

 

Der Ölpreis ist zum ersten Mal seit 14 Jahren über die Marke 130 Dollar pro Barrel gestiegen und der Preis am Terminmarkt für Kohle hat sich seit dem letzten Jahr verfünffacht. Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Financial Investment Precious Metals bei OFI Asset Management, beschreibt die möglichen Szenarien vor dem Hintergrund des anhaltenden Konfliktes zwischen der Ukraine und Russland in einem weiterhin sehr unsicheren Umfeld.

„Die westlichen Länder sind heute nicht in der Lage, kurzfristig ohne russische fossile Energieträger, sei es Öl, Gas oder auch Kohle, auszukommen. Wenn es auch nur zu einer teilweisen Unterbrechung der Versorgung kommt, müssen die Preise auf ein Niveau steigen, das ausreicht, um die Nachfrage maßgeblich einzuschränken. Denn es ist klar, dass ein Rohstoffmarkt nicht defizitär sein kann – wir können nicht konsumieren, was wir nicht produziert haben. Es muss also der Preis erreicht werden, ab dem die Verbraucher darauf verzichten, fossile Brennstoffe zu nutzen, zum Beispiel indem sie ihre Autofahrten einschränken. Wir schätzen, dass dieses Niveau bei 120/130 US-Dollar pro Barrel für Öl liegt. Hält der Konflikt jedoch länger an und entscheidet sich die Europäische Union nach den USA für einen Stopp der Öl-Importe aus Russland, ist sogar ein Preisanstieg auf mindestens 150 US-Dollar pro Barrel aus unserer Sicht möglich.

In Bezug auf Gas könnte ein vollständiger Import-Stopp aus Russland zu einem sehr starken Anstieg der Preise führen. Das wären keine guten Nachrichten für die Europäische Union. Denn auch wenn unser Verbrauch mit dem Ende des Winters zurückgehen wird, zwingt uns der niedrige Stand unserer Vorräte dazu, diese schnell wieder aufzufüllen, um uns auf den nächsten Winter vorzubereiten. Die Situation wird dadurch verschärft, dass keine zusätzlichen Kernenergiekapazitäten in Frankreich zur Verfügung stehen und in Deutschland die Abschaltung der letzten Kernkraftwerke zum Ende des Jahres geplant ist. Nüchtern betrachtet würde uns ein solches Szenario in einen immer stärker unter Druck geraten Gasmarkt drängen. Alternativ dazu wäre denkbar, die fehlende Energie durch Kohle zu ersetzen. Das wäre aber wiederum eine schlechte Nachricht für den Klimawandel.

Den Anteil importierter Kohle aus Russland zu ersetzen ist nicht einfach. Das Land ist der drittgrößte Exporteur der Welt, auf den 15 Prozent der weltweiten Ausfuhren entfallen. Australien und Indonesien, die größten Exporteure der Welt, versuchen eine solche Lücke auszugleichen. Aber es scheint schwierig zu sein, in kurzer Zeit solche Mengen zu ersetzen. Infolgedessen sind die Preise in die Höhe geschossen. Der Terminmarktpreis für Kohle ist so innerhalb weniger Tage von 224 US-Dollar pro Tonne auf 400 US-Dollar pro Tonne gestiegen (Stand: 3. März 2022). Das ist das Fünffache des Preises vom letzten Jahr.

Unabhängig davon, um welche fossile Brennstoffquelle es sich handelt, ist eine wie auch immer geartete begrenzte Lieferung aus Russland äußerst problematisch. Dies könnte erstens erhebliche Auswirkungen auf unsere Volkswirtschaften haben. Zweitens könnte die dringend umzusetzende Energiewende angesichts der derzeitigen Schwierigkeiten, den Energiebedarf der Europäischen Union zu sichern, in den Hintergrund gedrängt werden.

Es gilt also unser Bewusstsein für die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu schärfen und gleichzeitig die Notwendigkeit zu erkennen, die Energiewende zu beschleunigen, um unabhängiger vom Import fossiler Energieträger zu werden. Das wird unsere Zukunft sichern, allerdings nicht unsere kurzfristigen Probleme lösen…“

 

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Die Ukraine-Krise wirbelt die Märkte durcheinander. Selbst kurzfristige Anleihen schwanken ungewohnt stark.

 

„Das Cash-Management für Kommunen wie Unternehmen wird dadurch immer herausfordernder“, sagt EDS-Gründer und CEO Sebastian Bergmann. „Nur wenige Anlagen bleiben von den Kursrisiken verschont.“

In der Regel wird die Liquiditätsdisposition in Krisenzeiten in Richtung noch kürzerer Laufzeiten verändert. „Das sehen wir derzeit, wobei vor allem alternative Anlagemöglichkeiten stark gefragt sind“, sagt Bergmann. Das liegt vor allem daran, dass selbst die Kurzläufer angesichts der Ereignisse in der Ukraine einem erhöhten Kursänderungsrisiko unterliegen. „Die Risikomaße für Liquidität werden dadurch oft schon ausgeschöpft, das Cash-Management im Treasury wird dadurch komplexer.“

Denn neben die Standardprodukte müssen dann alternative Positionen treten, die ein möglichst geringes Kursrisiko aufweisen. „Dazu gehört zum Beispiel der Anlagenbereich Private Debt“, sagt Bergmann. Die Herausforderung ist hier häufig die Einhaltung der Fristenkongruenz. „Nicht alle Alternatives lassen sich binnen Zeiten glattstellen, die für ein Treasury notwendig sind“, so Bergmann.

Und obwohl die Zinsen steigen oder die Notenbanken dies zumindest angekündigt haben, müssen Treasurer immer noch negative Zinsen für ihre Liquidität in Kauf nehmen. „Derzeit werden Guthaben institutioneller Anleger mit -0,5 Prozent oder schlechter verzinst“, sagt Bergmann. Darüber hinaus kann nicht jeder frei in Alternatives investieren, oft stehen Anlagerichtlinien oder regulatorische Beschränkungen dagegen.

„Besser eignen sich da etwa Kommunalkredite, die über einen Fonds ausgegeben und so gepoolt werden“, so Bergmann. Sie sind nicht insolvenzfähig und haben erstklassige Bonität wie die Bundesländer und die BRD. „Die gepoolte Vergabe von Krediten an Gebietskörperschaften ist sowohl von den Ratings wie von der Volatilität optimal“, sagt Bergmann. „Zudem bestehen bei Kreditvergabe im Euroraum keine Währungsrisiken, insgesamt also ein risikoarmes Investment, das für ein Treasury hervorragend passt.“

Über EDS European Debt Solutions

EDS European Debt Solutions ist ein neues, auf die Kredit- und Investmentindustrie spezialisiertes InvestmentTech-Start-up. Gegenstand des Unternehmens ist es, die Realwirtschaft mit institutionellen Investoren in Europa zusammenzubringen, um Kapital – zusätzlich zum klassischen Bankensektor auf der Kreditseite – dem europäischen Public Sector und Mittelstand gezielt über die Nutzung der Plattformökonomie sowie ausgewählte weitere Partner zur Verfügung zu stellen.

 

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EDS European Debt Solutions GmbH, Albert-Einstein-Ring 11, 14532 Kleinmachnow, Tel: +49 33203 871590, www.eds-finance.com

Kommentar von Lale Akoner, leitende Marktstrategin bei BNY Mellon Investment Management (Foto anbei), zur EZB-Sitzung:

 

„Trotz des Ukraine-Konflikts sorgte die EZB mit ihrer jüngsten Entscheidung für eine Überraschung. Wie erwartet ließ sie ihre wichtigsten geldpolitischen Positionen für die nahe Zukunft unverändert. Sie beschloss aber eine schnellere Drosselung der Anleihekäufe und wies auf die Möglichkeit hin, diese im dritten Quartal zu beenden, falls sich die Inflationsaussichten nicht abschwächen.

Die EZB wird nun im April Anleihen im Wert von 40 Mrd. Euro, im Mai im Wert von 30 Mrd. Euro und im Juni im Wert von 20 Mrd. Euro kaufen. Bisher waren monatliche Käufe im Wert von 40 Mrd. Euro im zweiten Quartal, 30 Mrd. Euro im dritten Quartal und 20 Mrd. Euro im vierten Quartal vorgesehen.

Die Möglichkeit niedrigerer Zinssätze über den Prognosezeitraum hinweg wurde gestrichen. Außerdem ersetzt die EZB ihre Zusage, die Ankäufe von Vermögenswerten kurz vor einem Zinsanstieg zu beenden, durch eine schrittweise Zinserhöhung irgendwann nach dem Ende der quantitativen Lockerung.

In ihrer Erklärung räumte die Notenbank die durch die Lage in der Ukraine verursachte Unsicherheit ein. Die EZB betonte ihre Bereitschaft, zu handeln, um reibungslose Liquiditätsbedingungen zu gewährleisten, das Preisstabilitätsmandat zu erfüllen und die Finanzstabilität zu sichern.

So reagieren Anleger: Die Märkte interpretieren die Leitlinien als aggressiv und halten eine frühere Zinserhöhung als bisher erwartet für möglich. Die Geldmärkte gehen nun von einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Oktober aus.

Unsere Meinung: Die größte Herausforderung für die EZB liegt darin, wie sie auf die zunehmenden Stagflationssorgen in Europa nach der Ukraine-Krise reagieren soll. Das Dilemma: Wie kann die EZB die höhere Inflation in den Griff bekommen und auf Zielniveau führen sowie gleichzeitig sicherstellen, dass die voraussichtlichen Auswirkungen der Ukraine-Krise auf die Realeinkommen nicht noch verschärft werden? Wir erwarten, dass die EZB in diesem äußerst unsicheren makroökonomischen Umfeld die geldpolitischen Bedingungen nicht überstürzt ändern wird. Sie wird höchstwahrscheinlich gegen Ende des Jahres eine moderate Zinserhöhung vornehmen. Eine moderate Straffung dürfte die erhöhten mittelfristigen Inflationssorgen lindern, aber auch die zunehmende Bedrohung der Gesamtnachfrage durch die Ukraine-Krise berücksichtigen.“

 

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BNY Mellon IM, 160 Queen Victoria Street, London, EC4V 4LA, England, Tel: +44 20 3322 4806, www.bnymellon.com

Jährliche Pauschalgebühr bei zwei Xtrackers-ETFs und einem -ETC reduziert

 

 

  • DWS gibt damit die aufgrund hoher Zuflüsse entstandenen Kostenvorteile an die Anleger weiter
  • Erhöhte Nachfrage nach Gold-Anlageprodukten

Die DWS hat die Attraktivität der Xtrackers-Palette weiter gesteigert und die jährlichen Pauschalgebühren für zwei Exchange Traded Funds (ETFs) und ein Exchange Traded Commodity (ETC) per Anfang März gesenkt. Die Reduzierungen (Details siehe Tabelle) stehen im Zusammenhang mit den durch hohe Zuflüsse entstandenen Kostenvorteile, die an die Anleger weitergegeben werden. Der Xtrackers II Eurozone Inflation-Linked Bond UCITS ETF bildet das Segment der auf Euro lautenden inflationsindexierten Anleihen ab und verzeichnete in den vergangenen zwölf Monaten Zuflüsse von 225 Millionen Euro. Aktuell verwaltet der ETF mehr als ein Milliarde Euro1. Aufgrund der gestiegenen Inflationserwartungen steht die Anlageklasse der inflationsindexierten Anleihen besonders stark im Fokus von Investoren.

Zuflüsse von rund 133 Millionen Euro hat der in chinesische Staatsanleihen investierende Xtrackers II Harvest China Government Bond UCITS ETF in den vergangenen zwölf Monaten registriert. Das Fondsvolumen beträgt aktuell rund 280 Millionen Euro2 . Der abgebildete Index weist eine indikative Endfälligkeitsrendite von 2,9 Prozent auf und wird von defensiven Investoren als Alternative zu Indizes auf US- und Euro-Staatsanleihenmärkte gesehen.

Zusätzlich wurde die Pauschalgebühr des Xtrackers IE Physical Gold ETC Securities gesenkt, der in den vergangenen zwölf Monaten Zuflüsse von rund 2,1 Milliarden Euro verzeichnet hat. Der ETC verwaltet aktuell rund 2,6 Milliarden Euro3. Erhöhte geopolitische Risikoprämien haben in der Vergangenheit zu einer stärkeren Nachfrage nach Gold-Anlageprodukten geführt.

“Wir steigern die Attraktivität dieser Anleihen-ETFs und des Gold-ETC zu einem Zeitpunkt, da Investoren bei anziehender Volatilität verstärkt diese ETFs für Portfolioanpassungen nutzen”, sagt Michael Mohr, Head of Passive Products bei der DWS.

 

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Kommentar von Paul O’Connor, Head of Multi-Asset und Portfolio Manager bei Janus Henderson Investors

 

 

  • Steigende Rohstoffpreise und der mögliche Einfluss auf die Weltwirtschaft verunsichern die Anleger zunehmend
  • Größte Befürchtungen in Europa durch starke Abhängigkeit von russischen Rohstoffen – Wachstums- und Inflationserwartungen reagieren stark auf Rohstoffpreise
  • Nachhaltiges Wiederaufleben des Investorenrisikos scheint unwahrscheinlich, solange kein realistischer Ansatz zur Deeskalation erkennbar ist

Die Auswirkungen des Konflikts in der Ukraine weiten sich aus und die humanitäre Lage ist bedrückend. Es wurden keine nennenswerten Fortschritte in Richtung einer militärischen oder politischen Deeskalation erzielt – vielmehr verschärft sich der politische Konflikt. Infolgedessen steigen die Schätzungen über die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts:  Allein in den letzten Tagen einigten sich US-Gesetzgeber auf ein Verbot russischer Ölimporte und EU-Minister haben angekündigt, über die Ausweitung der Beschränkungen für Energieimporte zu beraten. Russland hat mit einer Reaktion gedroht, die schwerwiegende Auswirkungen auf die Erdgaslieferungen nach Europa haben könnte.

Es überrascht nicht, dass sich vor diesem Hintergrund die Stimmung an den Finanzmärkten weiter verschlechtert. Anleger sind zunehmend verunsichert durch die steigenden Rohstoffpreise und die möglichen Folgen für die Weltwirtschaft. Der nahezu senkrechte Anstieg der europäischen Erdgas-, Nickel- und Weizenpreise sowie der anhaltende Preisanstieg bei anderen Rohstoffen, verringern weiterhin die Risikobereitschaft für eine immer breitere Palette von globalen Finanzanlagen.

Rohstoff-Problem

Die größten Befürchtungen bestehen nach wie vor in Europa. Die Abhängigkeit von russischen Rohstoffen führt dazu, dass die Wachstums- und Inflationserwartungen sehr empfindlich auf die Rohstoffpreise reagieren. Angesichts des unbeständigen militärischen und politischen Hintergrunds erscheint eine Prognose der wirtschaftlichen Folgen des Konflikts spekulativ. Trotzdem haben einige Analysten die BIP-Wachstumsprognosen der Eurozone für 2022 bereits um 2 % gesenkt, um den Auswirkungen der Sanktionen und der Rohstoffknappheit Rechnung zu tragen. Selbst nach diesen Korrekturen wird für dieses Jahr immer noch ein reales BIP-Wachstum von 2 bis 3 % prognostiziert. Ein langanhaltender Konflikt mit monatelangen Auswirkungen auf die Rohstoffpreise könnte allerdings die Prognosen senken und ein europäisches Rezessionsszenario heraufbeschwören.

Kapitulation der Anleger

Während die Anleger diese Risiken neu zu bewerten versuchten, floss das Geld aus den Vermögenswerten der Eurozone ab. Der EURO STOXX 50 Index ist seit seinem Höchststand von Anfang Januar (5. Januar bis 7. März 2022) um 20 % zurückgegangen – mit größeren Rückgängen in konjunktursensibleren Sektoren wie der Automobilindustrie und den Banken. Die Daten zu den Mittelzuflüssen deuten auf eine Kapitulation der Anleger hin: Ende Februar verzeichneten börsengehandelte Fonds (ETFs) und Investmentfonds die größten wöchentlichen Nettoabflüsse aus europäischen Aktien, die es je gab.

Auch andere Marktkennzahlen zeigen den Umschwung in der Anlegerstimmung. Die Preise für Aktien- und Devisenoptionen deuten nun auf einen Pessimismus gegenüber den Assets des Euroraums hin. Ein Ausmaß, das zuvor nur in der US-Subprime-Krise, der Schuldenkrise im Euroraum und in den ersten Tagen der Corona-Pandemie zu beobachten war.

Die durchschnittliche Aktie der Eurozone werden jetzt mit einem Abschlag von 30 % gegenüber den 12-Monats-Kurszielen der Analysten gehandelt. In den letzten Jahrzehnten  wurden Abschläge in dieser Größenordnung nur in den drei zuvor erwähnten Krisen verzeichnet – Phasen der Rezession und erheblichen finanziellen Belastungen. Bewertungsindikatoren untermauern diese Aussage. Die Aktien der Eurozone werden jetzt auf einem 30-Jahres-Tiefststand gegenüber den US-Aktien gehandelt – ein Niveau, das zuletzt während der europäischen Finanzkrise verzeichnet wurde.

Es ist offensichtlich, viele schlechte Nachrichten bereits in den europäischen Aktien eingepreist sind. Solange der politische Ausgang noch so ungewiss ist, kann man sich auf die Einschätzungen der wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen des Konflikts nur schwer verlassen. Die Lage könnte sich noch wesentlich verschlechtern. Zu den beunruhigenden Szenarien gehören ein längerer Krieg, eine Ausweitung des Konflikts auf andere Länder oder eine Eskalation der eingesetzten Waffen.

Vor dem Hintergrund der sich in der Ukraine abspielenden menschlichen Tragödie erscheinen die Aussichten für die europäischen Finanzmärkte düster. Man kann leicht zu dem Schluss kommen, dass eine nachhaltige Belebung des Anlegerrisikos unwahrscheinlich ist, solange kein realistischer Ansatz zur Deeskalation sichtbar wird. Allerdings sind Finanzmärkte zukunftsgerichtet und Markterholungen nach geopolitischen Ereignissen haben oft auch dann stattgefunden, wenn die Risiken rund um ein Schlüsselereignis unverändert hoch waren. Angesichts des Pessimismus, der jetzt in den Assets der Eurozone eingepreist ist, könnte jeder Fortschritt in Richtung politischer Lösungen, die das Ausmaß des Konflikts verringern, ausreichen, um die Stimmung an den Märkten von Angst in Hoffnung umzuwandeln.

 

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Kommentar von Nadège Dufossé, Leiterin Multi Asset bei Candriam

 

Nadège Dufossé, Global Head of Multi Asset bei Candriam, kommentiert die aktuellen Geschehnisse im Russland-Ukraine-Krieg und erklärt aus heutiger Sicht ein mögliches Szenario und dessen Auswirkungen auf Wirtschaft und Investments.

Die aktuellen Sanktionen und ihre Folgen

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in ein „Worst-Case“-Szenario geraten, bei dem sich harte Sanktionen gegen Russland auf den Energiesektor auswirken, hat zwar zugenommen. Doch bis auf weiteres ist beabsichtigt, die Sanktionen gegen Russland eng zu begrenzen, um die russischen Rohstoffexporte nicht direkt zu beeinträchtigen. Die Vereinigten Staaten und Europa versuchen, sich mit SWIFT abzustimmen, um Wege zur Identifizierung von Energietransaktionen im System zu finden und bestimmte Banken auszunehmen, um das Störungspotenzial zu begrenzen. Dies könnte sich jedoch als heikles Unterfangen erweisen… und Russland könnte leicht eskalieren, indem es seine Energielieferungen nach Europa unterbricht.

Unser Makro-Szenario für die Eurozone

Die russische Wirtschaft dürfte von den neuen Sanktionen stark betroffen sein: Zusätzlich zu einem möglichen Vertrauensschock hat die russische Zentralbank (CBR) ihren Leitzins von 9,5 auf 20 Prozent angehoben, um den Abzug von Einlagen zu verlangsamen und der Abwertung des Rubels entgegenzuwirken – der Rubel hat seit Mitte Februar gegenüber dem Dollar bereits 30 Prozent an Wert verloren. Die CBR hat auch beschlossen, einige Kapitalkontrollen einzuführen, insbesondere ein vorübergehendes Verbot für Ausländer, Wertpapiere zu verkaufen.

Weiterhin wird die Krise die Normalisierung der Lieferketten verzögern. Denn die Ukraine liefert mehr als 90 Prozent des Neons für US-Halbleiter, und fast 50 Prozent des Palladiums, eines seltenen Metalls, das ebenfalls für Halbleiter verwendet wird, wird aus Russland bezogen. Zusätzlich werden die Energiepreise höher sein als noch vor einigen Monaten erwartet. Angesichts dessen hat Italien bereits ein 8-Milliarden-Euro-Hilfspaket zur Entlastung des Energie- und Automobilsektors beschlossen, während Deutschland eine Erhöhung seiner Verteidigungsausgaben zugesagt hat. Wenn sich die Spannungen auf dem Energiemarkt nicht wesentlich verschärfen, könnte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum 2022 immer noch über 3,5 Prozent liegen, aber die Risiken deuten noch weiter nach unten. Angesichts der hohen Inflation wird sich die Aufgabe der Zentralbank als heikler Balanceakt erweisen, aber angesichts der Wachstumsrisiken wird die Europäische Zentralbank bei der Änderung ihres geldpolitischen Kurses wahrscheinlich vorsichtiger sein.

Welche Risiken sind derzeit auf den Finanzmärkten eingepreist?

Die Volatilität an den Aktienmärkten hat insbesondere in Europa einen Höchststand erreicht. Das spiegelt den Stress wider, der mit dem vollständigen Einmarsch Russlands in die Ukraine verbunden ist: Denn das ist ein Ereignis, das Anfang Februar noch unwahrscheinlich schien. Was die absolute Höhe der Volatilität anbelangt, so haben wir noch nicht die Spitzenwerte erreicht, die man von großen Krisen kennt, und die ein Zeichen für die Kapitulation der Finanzmärkte wären.

Wo stehen wir?

Die Aktienindizes haben seit Anfang des Jahres Korrekturen erfahren, die jedoch uneinheitlich ausfielen. Seit dem 1. März hat die Eurozone rund 15 Prozent verloren, der amerikanische Markt 10 Prozent, während der FTSE100 (Vereinigtes Königreich) nahezu stabil ist. Die Zinssätze sind nach einer relativ ruhigen Woche am Dienstag, dem 1. März, stark gesunken, insbesondere in Europa, was darauf hindeutet, dass wir in eine deutlichere Phase des Risikoabbaus eintreten. Bei den Rohstoffen schließlich, Hauptüberträger der Ansteckung unserer Volkswirtschaften durch die Krise, ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Nordsee-Öl erreichte neue Höchststände, Industriemetalle und Agrarrohstoffe steigen, und Gold wird seiner Rolle als sicherer Hafen gerecht.

Welches Szenario erwarten wir?

Die Dinge ändern sich sehr schnell, und bis zu dieser Woche konnte man sagen, dass die Märkte mit einer recht schnellen Lösung des Konflikts rechneten, ohne größere Auswirkungen auf unsere Volkswirtschaften. Jetzt sind wir an einem Wendepunkt angelangt: Einerseits profitiert der US-Markt relativ gesehen vom Rückgang der Zinssätze und den moderateren Erwartungen einer kurzfristigen Straffung der Geldpolitik durch die Fed. Dies kommt Wachstumswerten und defensiven Titeln zugute, die sich besser entwickeln dürften. Andererseits bewerten wir die Auswirkungen der Sanktionen mit der Sorge vor einem Energieschock, der das Wachstum sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten behindern würde. Die in den letzten Tagen beobachtete Volatilität spiegelt die Unsicherheit über die Folgen dieses Krieges wider: die Dauer des militärischen Konflikts, der Energieschock und die Sanktionen, wobei die Situation bis heute relativ binär geblieben ist.

Bewaffnete Konflikte haben keine dauerhaften und signifikanten Auswirkungen auf die Märkte, es sei denn, sie führen zu einer Energiekrise… was heute im Raum steht.

Wie haben wir unsere diversifizierten Portfolios seit Beginn des Krieges angepasst?

Anfang Februar haben wir unser Engagement in Aktien reduziert, indem wir den Grad der Absicherung in unseren Portfolios erhöht haben. Wir steuern das Aktienexposure aktiv, indem wir uns für einen potenziell binären Ausgang dieser Krise positionieren und dabei sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken berücksichtigen. Wir haben unser Engagement in Gold und in bestimmten Währungen wie dem US-Dollar, dem Yen und dem Schweizer Franken erhöht. Wir erhöhten auch unser Engagement in Rohstoffen (Bergbau und US-Ölsektor) und reduzierten unsere Positionen in Finanzwerten, dem seit Anfang Februar am stärksten betroffenen Sektor. Wir behalten einen flexiblen und pragmatischen Ansatz bei, bis wir mehr Klarheit über den Ausgang des Krieges haben.

 

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Global Private Equity Report 2022 von Bain

 

Die globale Private-Equity-(PE-)Branche ist 2021 in neue Dimensionen vorgestoßen. Erstmals investierten Buy-out-Fonds über eine Billion US-Dollar, erstmals erreichte das durchschnittliche Transaktionsvolumen mehr als eine Milliarde US-Dollar und erstmals realisierten Buy-outs Verkäufe nahe der Billionen-US-Dollar-Schwelle. Das sind die zentralen Ergebnisse des diesjährigen “Global Private Equity Report 2022” der internationalen Unternehmensberatung Bain & Company.

“Die Private-Equity-Branche hat ihre jahrelange Erfolgsgeschichte weiter fortgeschrieben”, konstatiert Bain-Partner Alexander Schmitz, der die PE-Praxisgruppe in der DACH-Region leitet. “Nach dem vorübergehenden Rücksetzer im ersten Jahr der Corona-Pandemie hat sie das Tempo 2021 noch einmal erhöht.” Weltweit investierten Buy-out-Fonds mit rund 1,1 Billionen US-Dollar nahezu doppelt so viel wie im Vorjahr, zugleich übertrumpften sie die Investments im bisherigen Rekordjahr 2006 um gut 300 Milliarden US-Dollar (Abbildung).

Mehr Transaktionen wurden aber nicht getätigt, vielmehr erhöhte sich das jeweilige Dealvolumen. “Der Anlagedruck ist stärker denn je”, erklärt Schmitz. “Damit wächst das Interesse an großen Transaktionen.” Ende 2021 verfügte die PE-Branche über 3,4 Billionen US-Dollar nicht-investiertes Kapital – rund 300 Milliarden US-Dollar mehr als im Jahr 2020 und doppelt so viel wie vor fünf Jahren.

Tech-Firmen sind gefragt

Zunehmend nutzt die Branche Public-to-Private-Transaktionen, um höhere Summen zu investieren. Deren Wert stieg binnen eines Jahres um 57 Prozent auf 469 Milliarden US-Dollar. Die größte Transaktion war die Übernahme des bis dahin börsennotierten IT-Security-Anbieters McAfee in den USA. Generell hat die Bedeutung des Technologiesektors, und hier insbesondere der Softwareszene, kontinuierlich zugenommen. 2021 fand in diesem Segment bereits jeder dritte Buy-out-Deal statt, vor zehn Jahren waren es noch nicht einmal 20 Prozent gewesen. “Die digitale Revolution ist über alle Branchen hinweg in vollem Gange und setzt disruptive Kräfte frei”, betont Bain-Partnerin und Branchenkennerin Silvia Bergmann. “Private-Equity-Fonds nutzen und treiben diesen Wandel.” Mittlerweile spielt bei mehr als der Hälfte aller Deals der Erwerb von technologischem Know-how eine entscheidende Rolle.

Der intensive Wettbewerb um Tech-Firmen heizt den Preiswettbewerb im Buy-out-Geschäft an, die Bewertungen erreichen zum Teil ebenfalls Höchststände. In Nordamerika lag das durchschnittliche EBITDA-Multiple 2021 bei 12,3 und in Europa bei 11,9. Von solch hohen Multiples profitieren PE-Anbieter bei Verkäufen. So konnten Buy-out-Fonds im vergangenen Jahr Exits in Höhe von 957 Milliarden US-Dollar realisieren. Damit wurde der Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre um 131 Prozent übertroffen.

Erfolgreiche Verkäufe steigern die Attraktivität von PE-Fonds für Investoren. Daher hat die Branche mit mehr als 1,2 Billionen US-Dollar beim Fundraising 2021 ebenfalls einen neuen Höchststand erreicht. Und auch künftig ist Private Equity als Anlageklasse gefragt. 95 Prozent der Investoren wollen sich laut einer 2021 durchgeführten Befragung des Datenanalysten Preqin auf längere Sicht in gleicher Weise oder sogar noch stärker engagieren.

Herausforderungen werden nicht weniger

Die Entwicklung der Branche 2022 steht jedoch aktuell ebenfalls unter dem Eindruck der durch den Angriff Russlands auf die Ukraine ausgelösten neuen, weltweiten Unsicherheiten. “Der Krieg in der Ukraine wird nicht zuletzt auch ökonomisch sehr weitreichende Effekte haben”, erklärt Bergmann. Am offensichtlichsten sei etwa der Einfluss auf die Öl- und Gasversorgung. “Private-Equity-Anbieter und ihre Beteiligungen haben keine andere Wahl, als sich auf unterschiedliche Szenarien vorzubereiten und die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen”, so Bergmann.

Darüber hinaus gibt es laut dem Bain-Report drei weitere Herausforderungen, die für die seit Langem auf einer Erfolgswelle schwimmende PE-Branche zu beachten sind:

Inflation. Derzeit steigt die Inflationsrate wie zuletzt vor gut 40 Jahren. Die Reaktion der Zentralbanken wird bestehende und künftige Finanzierungen massiv beeinflussen. Je früher sich PE-Verantwortliche darauf einstellen, desto besser können sie die Margen von Beteiligungen und die Rendite ihrer Fonds sichern.

Technologie. Investments in Technologie- und allen voran Softwarefirmen zählen zu den erfolgreichsten der vergangenen Jahre. Und im digitalen Zeitalter wird deren Stellenwert im geschäftlichen wie privaten Bereich weiter steigen. PE-Fonds sollten ihre Technologiekompetenz zügig erweitern, um an der nächsten Wachstumsphase dieses Segments zu partizipieren.

Nachhaltigkeit. Immer mehr Investoren implementieren Nachhaltigkeitsstrategien und fordern entsprechende Kennzahlen von PE-Anbietern. Die Branche muss liefern. Denn laut einer Befragung von Bain und der Institutional Limited Partners Association würden mittlerweile 93 Prozent aller Investoren auf ein Engagement bei einem Fonds verzichten, wenn dieser nicht ihren Nachhaltigkeitskriterien entspricht.

Bain-Partner Schmitz sieht die PE-Branche nach der Rekordjagd 2021 vor einem herausfordernden Jahr: “Die zuletzt gezahlten Preise für neue Beteiligungen werden es Private-Equity-Anbietern schwerer machen, die erwarteten Renditen zu erwirtschaften.” Am besten sind seiner Einschätzung nach PE-Fonds mit umfassender Erfahrung in bestimmten Sektoren positioniert: “Je besser ein Fonds eine Branche kennt, desto eher versteht er deren Werttreiber und die mit einer Beteiligung verbundenen Risiken”, so Schmitz. Doch schon in den vergangenen beiden Jahren mit bereits hohen Bewertungen hätten sie gezeigt, dass sie auch unter schwierigen Rahmenbedingungen erfolgreich agieren können. “Der grundlegende Trend in Richtung Private Equity ist ungebrochen”, erklärt der langjährige Marktbeobachter Schmitz.

 

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Wachstumswerte besonders hart getroffen

 

Die Aktienmärkte haben ihren Anfang des Jahres begonnenen Abwärtstrend fortgesetzt. Die infolge der Eskalation des Ukraine-Russland Konflikts zunehmenden Inflationsrisiken setzen die Aktienkurse unter Druck, schreiben Guy Wagner und sein Team in ihrem jüngsten monatlichen Marktbericht „Highlights“.

Das Wachstum der Weltwirtschaft ist nach wie vor robust. Nach der leichten Abschwächung des Dienstleistungssektors zum Jahresbeginn infolge der starken Zunahme der Corona-Infektionen drehten die meisten Konjunkturindikatoren wieder nach oben. „In den USA zeigt sich das Wirtschaftswachstum besonders robust, da die privaten Haushalte von den stark gestiegenen Gehältern und die Unternehmensinvestitionen vom deutlichen Anstieg der Gewinne profitieren“, sagt Guy Wagner, Chefanlagestratege und Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft BLI – Banque de Luxembourg Investments. In Deutschland hat sich der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar erholt und deutet darauf hin, dass sich die Lage entlang der Lieferkette im verarbeitenden Gewerbe allmählich entspannt. In China betätigt die öffentliche Hand verstärkt fiskal- und geldpolitische Hebel, um einer zu starken Verlangsamung der Konjunktur wegen der Schwäche des Immobiliensektors zuvorzukommen. In Japan könnten die hohen Rohstoffpreise die Leistungsbilanz und das BIP-Wachstum aufgrund der hochgradigen Abhängigkeit des Landes von Energieimporten belasten. „In den kommenden Monaten stellt die hohe Inflation ein gewaltiges Risiko für das internationale Wirtschaftswachstum dar“, meint der luxemburgische Ökonom, „zumal die Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine die Energiepreise weiter nach oben treiben dürfte.“

Inflationszahlen verschlechtern sich weiter

Die Inflationszahlen verschlechtern sich weiter. So stieg die Gesamtinflation in den USA auf 7,5 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 40 Jahren. In der Eurozone zog die Inflation ebenfalls an und überstieg den im Vormonat verzeichneten Rekordwert seit der Einführung des Euro. So erhöhte sich die Gesamtinflation von Januar auf Februar von 5,1 Prozent auf 5,8 Prozent.

EZB schließt Zinsanhebung im weiteren Jahresverlauf nicht mehr aus

Das veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank bestätigte die Entschlossenheit von Jerome Powell und seinem Team zur Straffung der geldpolitischen Zügel, um eine hohe Inflation als Dauerzustand zu verhindern. In Europa schlug die Präsidentin der Europäischen Zentralbank bei der ersten Ratssitzung der Zentralbankgouverneure in diesem Jahr einen restriktiveren Ton an als erwartet. Obwohl der geldpolitische Status quo unverändert blieb, schloss Christine Lagarde eine erste Zinsanhebung im weiteren Jahresverlauf nicht mehr aus. Sie erwog eine mögliche Zinserhöhung als „Option“ im Hinblick auf die Entwicklung der Preisindikatoren in den kommenden Monaten.

Staatsanleihen als Fluchtwerte gefragt

In der ersten Februarhälfte schoben sich die Endfälligkeitsrenditen von Staatsanleihen gegenüber dem Vormonat aufgrund der sich verschlechternden Inflationsdaten weiter nach oben. „In der zweiten Monatshälfte waren Staatsanleihen infolge des eskalierenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine als Fluchtwerte gefragt; die langfristigen Renditen gaben dementsprechend nach.“ Letztendlich erhöhte sich die Endfälligkeitsrendite zehnjähriger US Treasury Bonds leicht. In der Eurozone stieg der zehnjährige Referenzzins in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.

Wachstumswerte besonders hart getroffen

Im Februar setzen die Aktienmärkte ihren Anfang des Jahres begonnenen Abwärtstrend fort. Die infolge der Eskalation des Ukraine-Russland Konflikts zunehmenden Inflationsrisiken setzen die Aktienkurse unter Druck. Infolgedessen gab der weltweite Aktienindex MSCI All Country World Index Net Total Return nach. In Bezug auf die Anlagezonen schlossen der S&P 500 in den USA, der Stoxx Europe 600 in Europa, der Topix in Japan und der MSCI Emerging Markets jeweils mit einem Minus. „Mit Blick auf die einzelnen Branchen konnte sich nur der Energiesektor gegen die generelle Abwärtsdynamik seit Jahresbeginn stemmen, während die sogenannten Wachstumswerte aus den Sektoren Technologie, zyklischer Konsum und Kommunikationsdienstleistungen besonders hart getroffen wurden“, sagt Guy Wagner abschließend.

 

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Neuer Multi-Asset-Index bildet die Performance von acht Asset-Klassen ab, die alle Treiber einer Inflation sein können.

 

LIXX Index Innovation hat einen seit dem 16. Februar 2022 laufenden Index mit dem Namen „Multi Asset Inflation Protected Index“ aufgesetzt, der die Wertentwicklung in acht Kategorien über einen Zeitraum von jeweils sechs Monaten abbildet. Damit bietet sich Anlegern jeder Art die Gelegenheit sich mit gezielten Investitionen vor Inflationsfolgen zu schützen.

Gerade in Zeiten steigender Inflationsraten ist es für Anleger jeder Art wichtig, die Marktentwicklung der verschiedenen Asset-Klassen zu beobachten, um sich einerseits vor negativen Effekten zu schützen und andererseits von Werten zu profitieren, die eine bessere Entwicklung aufweisen als der Gesamtmarkt.

Der von LIXX betreute Multi Asset Inflation Protected Index bildet die Marktentwicklung in den folgenden acht Kategorien ab: Immobilien, Rohstoffe, Infrastruktur, inflations-gebundene Anleihen, inflations-erwartende Anleihen, Money Market, Global Equity – Value und Global Equity – Growth. Der Index bildet so ausgewählte Asset-Klassen ab, die in Zeiten steigender Inflationsraten dazu tendieren die Renditen des Marktes zu übertreffen. Jeder Kategorie liegt mindestens ein Fonds zugrunde.

Die Zusammensetzung des Index folgt dabei einem sogenannten Momentum Ansatz: Der Index wertet auf monatlicher Basis die Performance der genannten Assetklassen aus und sorgt anschließend für eine Übergewichtung der stärksten Assetklasse. Hierdurch können Anleger am erhöhten Momentum der entsprechenden Assetklassen profitieren. Dieses Konzept kann gerade in der aktuell ungewissen Zeit in Bezug auf die Inflationsentwicklung ein Vorteil sein. Der Index wird täglich auf EUR-Basis berechnet.

Auf Basis der breiten Erfahrung bei der Konzeption und Umsetzung von Indizes ist LIXX für das Management des Multi Asset Inflation Protected Index über dessen gesamten Lebenszyklus zuständig.

Über die LIXX GmbH: LIXX bietet innovative Indexlösungen für Vermögensverwalter, Investmentbanken und Family Offices und gliedert sich in die Bereiche Indexing, EU-Benchmark-Administration und Speziallösungen. Unsere Indexlösungen bilden Grundbausteine für Investmentprodukte wie Fonds und Zertifikate und helfen unseren Kunden Investitionsmöglichkeiten darzustellen und investierbar zu machen. Basierend auf einem Team mit umfangreicher technischer- und quantitativer Expertise gehören sowohl smarte, regelbasierte Strategien, als auch Indices mit beratender Komponente hierzu. Unser Anspruch basiert auf Exzellenz über den gesamten Indexlebenszyklus, darunter Konzeption, Umsetzung und Service über die Laufzeit. LIXX ist eine Tochtergesellschaft von Chartered Investment, eines führenden unabhängigen Anbieters von Capital Markets as a Service (CMaaS).

 

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Von Gergely Majoros, Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac

 

 

 

  • EZB will sich für die kommenden Monate maximale Flexibilität und Optionen bewahren
  • Anleger sollten sich auf “symmetrischere” Entscheidungen der Zentralbanken einstellen

Das derzeitige wirtschaftliche Umfeld macht es der Europäischen Zentralbank (EZB) besonders schwer, eine optimale Geldpolitik zu definieren. Wird die EZB beschließen können, die erwartete Inflationsdynamik nicht zu bekämpfen? Das ist sehr schwer vorherzusagen.

Aus rein wirtschaftlicher Sicht stellt die russische Invasion in der Ukraine bereits eine “stagflationäre” Gefahr für die europäische Wirtschaft dar. Wenn die derzeitige Krise lange andauert oder sich weiter verschlimmert, wird sie die Preise für Energie und Lebensmittel weiter in die Höhe treiben, was eine Rezession in Europa wahrscheinlicher machen wird.

Angesichts dieser Aussichten ist es unwahrscheinlich, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung bei ihrer jüngsten “hawkishen” Wende bleibt. Während vor dem russischen Angriff ein zügiger weiterer Zinsschritt und künftige Zinserhöhungen zu erwarten waren, ist dies nun unwahrscheinlich. Im Gegenteil, sie könnte die Fiskalpolitik in Europa weiter stützen und sich für die kommenden Monate ein Maximum an Handlungsspielraum bewahren, ohne dabei ihren im Januar eingeleiteten Kurswechsel völlig aufzugeben.

Eine Option für die EZB wäre es, die angekündigte “Staffelung” ihrer Normalisierungsmaßnahmen aufzugeben, die eine Beendigung der quantitativen Lockerung (QE) vor einer Zinserhöhung vorsieht. Dies erscheint uns jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Unseres Erachtens gibt es zwei wahrscheinlichere Optionen zur Unterstützung der Peripherieländer. Die EZB könnte ihre Reaktionsfunktion in Bezug auf die Reinvestitionen ihres pandemischen Notkaufprogramms (PEPP) klären und später, sollte sich dies als unzureichend erweisen, ein neues Instrument zur Kontrolle der Spreads schaffen, auch wenn letzteres im EZB-Rat umstritten bleibt.

Vor diesem Hintergrund bleiben wir bei den europäischen Staatsanleihen sehr zurückhaltend. Unserer Ansicht nach bleiben die Staatsanleihen der Peripherieländer des Euroraums anfällig, es sei denn, die EZB ändert ihre Meinung aufgrund der russischen Invasion vollständig. In jedem Fall sind die Anleger gut beraten, sich auf einen “symmetrischeren” Ansatz bei den geldpolitischen Entscheidungen einzustellen.

Auf der Grundlage der Wirtschaftsdaten sollten sich die Anleger darauf einstellen, dass Zentralbanken zukünftig wieder Entscheidungen in die eine oder andere Richtung treffen werden, während die Anpassungen in den letzten Jahren stets einseitig auf der “dovishen” Seite lagen. Diese Situation dürfte für flexible und aktive Manager neue Anlagemöglichkeiten bieten.

 

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Kommentar von Herman Klein, Senior Analyst Equities bei NN Investment Partners

 

Europa ist weiterhin extrem abhängig von Energieeinfuhren. Selbst mit dem zunehmenden Ausbau erneuerbarer Energien in ganz Europa steigt die Nettoimportabhängigkeit weiter an und die Förderung in der Nordsee geht schneller denn je zurück. 2020 wurden 58 % der Energieversorgung durch Importe gedeckt (Quelle: Europäische Kommission). Der aktuelle Ukraine-Russland-Konflikt macht einmal mehr deutlich, dass sich der Kontinent dadurch in einer prekären Lage befindet. Obwohl der tatsächliche Fluss von Erdöl und Erdgas durch die jüngsten Ereignisse kaum unterbrochen wird, sind die Marktpreise in die Höhe geschossen. Die nicht-russischen Öl- und Gaserzeuger profitieren von den Preisen und Mengen. Am deutlichsten ist der Preisanstieg beim Erdgas, das 2020 zu 32 % aus Russland bezogen wurde (Quelle IEA). Höhere Energiekosten werden sich sowohl auf die Haushalte als auch auf die Unternehmen auswirken und wahrscheinlich das Wirtschaftswachstum bremsen. Da die Gaspreise der wichtigste Grenzkostenfaktor sind, schießen auch die Strompreise in die Höhe und belasten das verfügbare Haushaltseinkommen und die Gewinne der Unternehmen. Es wird befürchtet, dass die BIP-Prognosen für die EU deutlich gesenkt werden und die Inflationserwartungen steigen.

Europa kann seine Energieversorgungssicherheit auf zwei Arten verbessern: durch eine höhere Inlandsproduktion oder einen geringeren Verbrauch. Dies ist bereits der Kern der aktuellen EU-Energiepolitik, des EU Green Deal. Dieses Programm wurde mit Blick auf den Klimawandel entwickelt, aber die Abkehr von kohlenwasserstoffbasierten Energiequellen bedeutet auch eine geringere Importabhängigkeit. Während Europas Öl-, Gas- und Kohleressourcen nahezu erschöpft sind, verfügt es über genügend Sonnen- und Windenergie, um seine Wirtschaft zu betreiben. Der Anteil der erneuerbaren Energien soll von 22 % im Jahr 2020 auf 32 % im Jahr 2030 steigen. Der Green Deal legt auch großen Wert auf die Sanierung bestehender Gebäude und Fabriken, um sie energieeffizienter zu machen, sowie auf die Elektrifizierung des Verkehrssektors. Diese Initiativen werden zur Senkung des Energieverbrauchs beitragen. Eine Systemumstellung wird jedoch nicht von heute auf morgen erfolgen. Europa wird auch in den kommenden Jahren von der russischen Versorgung abhängig bleiben.

Während dieses Land früher ein zuverlässiger Energielieferant war, ist dies heute nicht mehr selbstverständlich. Aus diesem Grund muss die Europäische Union zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um mögliche Engpässe während der Übergangsphase zu vermeiden. Erstens sollte sie ihre Versorgungsbasis für Erdgas diversifizieren. Die EU könnte eine Erhöhung der nicht-russischen Importe, vor allem aus Norwegen und Aserbaidschan, ins Auge fassen und gleichzeitig neue russische Verträge ablehnen, die auslaufender Verträge ersetzen. Weitere kurzfristige Nachfrage kann angesichts der hohen inländischen Wiederverdampfungskapazität durch steigende LNG-Importe gedeckt werden. Dies erfordert jedoch ein gewisses strategisches Vorgehen gegenüber der Konkurrenz durch asiatische Importeure. Zweitens müssen die Mitgliedstaaten möglicherweise ihre Pläne zur Abschaltung großer inländischer Kern- und Kohlekraftwerke verschieben, um den inhärenten Schwankungen der erneuerbaren Energien Rechnung zu tragen. Sie benötigen also einen pragmatischeren Ansatz bei der Abwägung zwischen sozioökonomischen und ökologischen Aspekten. Und schließlich bieten die Sommermonate die Gelegenheit, die Speicher für den nächsten Winter zu füllen und verschaffen der EU Zeit, ihre nächsten Schritte für den Übergang zu planen. Dies erfordert eine EU-weite Koordination der Gasspeicher und potenzielle Regelungen für Mindestspeichermengen.

Wir gehen davon aus, dass die meisten unserer Erkenntnisse dem Konsens der Entscheidungsträger entsprechen. Die EU-Energieminister trafen sich am 28. Februar zu einer außerordentlichen Sitzung in Brüssel, um sich über die Energiesituation auszutauschen. Neben Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine und zur Förderung benachteiligter Haushalte in der EU unterstrich der Europäische Energierat „die Bedeutung des Europäischen Green Deal und des Legislativpakets ‚Fit for 55‘, um die Abhängigkeit der EU von Kohlenwasserstoffen zu verringern.“ (Quelle: Zusammenfassung der EU-Sitzung)

Fazit

Die einzig sinnvolle Reaktion auf die derzeitige Energiekrise ist die Beschleunigung und nicht die Verschiebung der Energiewende. Mit dem „Green Deal“ hat die EU bereits einen entsprechenden Plan. Sie sollte jedoch die Umsetzung beschleunigen, indem sie beispielsweise ein Schnellverfahren für die Festlegung von Zonen und Genehmigung von Windparks einführt.

 

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„Die Marktzyklen werden insgesamt immer kürzer und heftiger in ihrer Ausprägung“, sagt Carsten Gerlinger, Managing Director und Head of Asset Management bei Moventum AM.

 

Schon die Coronakrise zeigte diese Tendenz und der Markt könnte sich im gegenwärtigen Ukraine-Krieg ähnlich verhalten. „Panik ist daher ein schlechter Ratgeber“, so Gerlinger.

Wie lange der Ukraine-Krieg dauern und welche Folgen er haben wird, ist heute nicht abschätzbar. Wenn aber der Gaspreis an einem Tag um 60 Prozent zulegt und von seinem Tiefstand am 22. Mai 2020 von 3,375 Euro auf den Rekordpreis von 345 Euro steigt, dann ist die Bezeichnung Übertreibung eine maßlose Untertreibung. Schließlich haben die Russen weder den Stopp der Gaslieferungen verkündet, noch hat der Westen einen Boykott der russischen Energie verhängt.

Auch wenn der Ukraine-Krieg schon bald wieder zu Ende sein würde, die Sanktionen blieben vorsorglich wohl vorerst bestehen. Russland spielt gesamtwirtschaftlich keine große Rolle, gemessen am Bruttoinlandsprodukt gehört Russland nicht zu den „Big Players“ und liegt nur auf dem Niveau der Beneluxstaaten. Doch das Land sitzt auf vielen Rohstoffen, die der Westen dringend benötigt.

Betrachtet man dann die konjunkturelle Lage, so ist zu befürchten, dass vom wirtschaftlichen Aufschwung, den es seit Corona gibt, nicht mehr viel übrigbleiben wird. Es kann neue Lieferengpässe geben, drastisch einbrechende Konsumausgaben und vor allem extrem hohe Energiepreise, die die Wirtschaft abwürgen und zu einer neuen, satten Rezession führen würden. In der Folge käme es zu einem Nachfrageeinbruch und die fundamental nicht mehr haltbaren Rohstoffpreise würden ebenso einbrechen. „Die Chancen stehen gut, dass es erneut nur eine kurze, heftige Rezession geben könnte, in deren Folge die Preise – auch die Energiepreise – auf ganzer Front deutlich einbrechen“, so Gerlinger.

Die Inflation, die wegen der Energiepreise zuerst noch überschoss, würde ebenso deutlich nach unten gehen. Und der Aufschwung, der aktuell gerade jäh abgebremst wird, nimmt schnell wieder Fahrt auf. Inflation wäre dann kein Thema mehr, der nächste wirtschaftliche Aufschwung stünde in den Startlöchern.

Während sich die Renditen der Staatsanleihen in den vergangenen Tagen festigen konnten, ging es mit den Aktien deutlich nach unten. Wie in beinahe jeder Krise verloren europäische Aktien überdurchschnittlich. „Der Krieg findet nun einmal in Europa statt und die geographische Nähe zur Ukraine ist besorgniserregend“, so Gerlinger.

Allerdings ist es Glücksache, Aktien in einem solchen Umfeld richtig zu timen. Auch im Frühjahr 2020 startete kurz nach Ausbruch der Pandemie eine fulminante Börsenhausse, wobei das fundamentale Umfeld eigentlich andere Signale gesendet hatte. „Von daher gilt einmal mehr unsere Empfehlung: Panik ist ein schlechter Ratgeber“, so Gerlinger.

 

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Zentralbanken hinkten Entwicklung hinterher – zu harte Maßnahmen können jedoch zu wirtschaftlichen Probleme führen

 

Die Märkte warten nicht. Sie sind der Fed quasi zuvorgekommen und haben strengere Finanzierungsbedingungen eingepreist, bevor die Zentralbank eine tatsächliche Anhebung vorgenommen hat. Dies zeigt sich an den Zinsmärkten, wo die Renditen für kurzfristige Anleihen in den letzten Monaten rapide angestiegen sind, die Hypothekenzinsen stark zugenommen haben und sich die Credit-Spreads aus Sorge um ein potenziell schwächeres Wachstum und geringere Liquidität ausgeweitet haben.

Die wichtigere Frage ist nun, ob der Markt das Ausmaß der Straffung richtig einschätzt. Die Märkte waren damals nach der Finanzkrise zu voreilig, wenn es darum ging, Zinserhöhungen einzupreisen. Dies erklärt, warum sie anfangs die These von der vorübergehenden Anhebung unterstützten. Doch in den letzten beiden Anhebungszyklen unterschätzte der Markt das Ausmaß der Zinserhöhungen zu Beginn. Da die Fed offenbar der Entwicklung hinterherhinkt, könnte sie versuchen, die Zeit aufzuholen. Der Markt betrachtet den Dot Plot vom Dezember bereits als veraltet und geht davon aus, dass die Fed den Leitzins Ende 2022 auf 1,5 % und Ende 2023 auf über 2 % anheben wird, prognostiziert aber, dass die Fed Ende 2024 ihren Kurs ändern und die Zinsen wieder senken wird.

Wo stehen wir also?

Wir gingen davon aus, dass die Inflation nur vorübergehend ansteigen würde. Gleichzeitig rechneten wir damit, dass die Inflation stärker als von der Fed prognostiziert steigen und beständiger bleiben würde. In Anbetracht verschiedener Faktoren passten wir unsere Einschätzung an. Es war klar, dass die steigenden Mietkosten zu einem weiterhin hohen Verbraucherpreisindex in den USA führen würden. Die Rohstoffpreise bleiben ungebrochen auf hohem Niveau, und der Konflikt in der Ukraine dürfte die hohen Energiepreise, die sich als wichtige Inputkosten auf die Kosten in anderen Wirtschaftsbereichen auswirken, weiter verteuern.

Obwohl der Konflikt die Risikoanlagen belasten dürfte, wird die Sorge um die hohe Inflation dominieren – auch wenn wir davon ausgehen, dass die Inflation in den nächsten Monaten ihren Höhepunkt erreichen wird. In nächster Zeit werden die Zentralbanken sehr darauf bedacht sein, dass man ihr Handeln wahrnimmt, daher ihr geldpolitischer Schwenk. Angesichts der hohen Inflation und der niedrigen Arbeitslosigkeit wäre es unseres Erachtens für die Glaubwürdigkeit der Fed zu riskant, wenn sie im März erneut umschwenkt und die Zinsen nicht anhebt. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die Bank of England und die neuseeländische Zentralbank sind der Fed bei der Anhebung der Zinssätze in den Industrieländern bereits voraus. Die Schwellenländer sind sogar noch weiter. China ist hier die große Ausnahme. Das Land scheint eine Lockerung der Kreditbeschränkungen anzustreben, nachdem es im vergangenen Jahr zu einer starken Abschwächung der Immobilienmärkte gekommen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) muss weiterhin die Bedürfnisse von Volkswirtschaften in unterschiedlichen Konjunkturphasen ausgleichen. Während die Inflation in der gesamten Eurozone Anlass zur Sorge gibt, bedeuten die Entwicklungen in der Ukraine und die hohen Energiekosten in ganz Europa, dass die EZB zögern könnte, die Wirtschaft mit höheren Finanzierungskosten zu bestrafen. Daher könnten Zinserhöhungen für 2022 vom Tisch sein.

Die Inflation bleibt jedoch eine Belastung für die Wirtschaft, sodass wir einige Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Stärke der Weltwirtschaft haben. Wir sind der Meinung, dass eine sinkende Inflation im Jahresverlauf 2022, wenn sich die Basiseffekte auswirken, zusammen mit den Anzeichen für eine Wachstumsabschwächung die Fed und andere dazu veranlassen könnte, von ihrer hawkishen Rhetorik abzurücken. Es würde uns nicht überraschen, wenn die Renditen für Staatsanleihen mit mittlerer Laufzeit im weiteren Jahresverlauf zurückgehen würden. Gerade im Vorfeld oder im Umfeld von rhetorischen Änderungen der Zentralbanken, und seien sie auch noch so gering, können aktive Anleger versuchen, Fehlbewertungen auszunutzen.

Auslöser einer Rezession?

Die Zentralbanken waren bestrebt, die Erholung von Corona zu nutzen, selbst wenn dies bedeutete, eine höhere Inflation in Kauf zu nehmen. Jetzt wird befürchtet, dass die Zentralbanken, nachdem sie der Entwicklung hinterhergelaufen sind und die Geldpolitik möglicherweise zu stark gelockert haben, Gefahr laufen, die Wirtschaft durch eine zu aggressive Straffung in eine Rezession zu stürzen. Es ist ein vorsichtiger Balanceakt, der durch die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Konflikt noch erschwert wird. Angesichts der nach wie vor vorherrschenden Inflationssorgen ist es derzeit schwer vorstellbar, dass der Konflikt die Zentralbanken der Industrieländer von einer Straffung der Geldpolitik abbringen könnte – sofern es nicht zu einer größeren Eskalation kommt. Wie das folgende Schaubild zeigt, gingen frühere Kombinationen von Inflation und höheren Zinsen in der Regel nicht gut aus, obwohl die Wirtschaft unter diesen Bedingungen über längere Zeiträume wachsen kann. Es wäre ungewöhnlich, so kurz nach einer vorangegangenen Rezession in eine weitere zu geraten, wenngleich die frühen 1980er Jahre die Ausnahme von der Regel darstellten.

Die Märkte sind nervös, dass die Fed zu stark an der Zinsschraube drehen wird. Die Abflachung der Renditekurve in den USA, wo die kurzfristigen Zinssätze steigen, die mittel- bis langfristigen Zinssätze jedoch relativ unbewegt bleiben oder sinken, deutet darauf hin, dass die Märkte nicht davon überzeugt sind, dass die Fed in der Lage sein wird, den Zinssatz in Richtung ihres langfristigen Gleichgewichts von 2,5 % zu erhöhen. Wir vermuten, dass der neutrale Zinssatz – d. h. der Zinssatz, der mit Vollbeschäftigung, Trendwachstum und stabilen Preisen vereinbar ist, d. h. weder akkommodierend noch restriktiv wirkt – unter 2,5 % liegt, nicht zuletzt wegen des höheren Schuldenstands im System.

Abflachung der Renditekurve – nicht überall

Es ist leicht, die Welt aus dem Blickwinkel der USA zu betrachten. Während sich die Renditekurve in den USA deutlich abgeflacht hat, ist die Renditekurve in Deutschland so steil wie seit drei Jahren nicht mehr. Dies spiegelt die Einschätzung wider, dass die EZB die Zinsen im Jahr 2022 kaum anheben wird. Die Straffung – oder geringere Lockerung – in der Eurozone soll zunächst durch die Beendigung der Programme zum Ankauf von Vermögenswerten erfolgen. Die Schwäche des Geldmengenwachstums könnte die EZB jedoch dazu veranlassen, die Reduzierung der quantitativen Lockerung zu verschieben.

 

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Aus apo Vivace INKA wird apo Vivace Megatrends

 

Die Fondsanlagegesellschaft Apo Asset Management GmbH (apoAsset) hat ihren Fonds apo Vivace INKA strategisch neu ausgerichtet und umbenannt: Der „apo Vivace Megatrends“ investiert künftig in ausgewählte Megatrends mit möglichst gutem Wachstumspotenzial – vor allem in Form von ETFs.

Die Zukunftsforschung versteht unter Megatrends die wirkmächtigsten Veränderungsströme der kommenden Jahrzehnte. Aktuelle Beispiele bei diesem apoAsset-Fonds sind etwa neue Energien, Cyber-Sicherheit, Automatisierung/Robotik, Inklusion/Diversität, nachhaltige Ernährung, sauberes Wasser sowie – in Form von aktiven Fonds – digitale Medizin und Biotechnologie. Besonders im Blick stehen dabei kleine und mittelgroße Unternehmen, die stark fokussiert sind und oft zu den Pionieren von Megatrends gehören. Der apo Vivace Megatrends nutzt dafür vor allem Aktien-ETFs und aktive Aktienfonds, die auf das jeweilige Thema besonders spezialisiert sind. Damit kann er über mehr Themen und Unternehmen streuen als ein reiner Multi-Themen-Aktienfonds mit Einzeltiteln.

Über herkömmliche Anlagekategorien hinausgedacht

„Aktuell investiert der apo Vivace Megatrends auf diese Weise direkt oder indirekt in rund 1.200 Unternehmen. Diese gestalten den Wandel und können von Megatrends oft besonders profieren“, erläutert Dr. Heiko Opfer, Geschäftsführer der apoAsset. „Wir denken dabei unabhängig von herkömmlichen Branchen- und Sektorengrenzen. Diese können sich unter dem Einfluss der Megatrends in den kommenden Jahren deutlich verändern, zum Beispiel von der klassischen Autoindustrie zum breiteren Thema Mobilität.“ Das Portfolio kann stark von klassischen Aktienindizes abweichen und orientiert sich nicht an einer Benchmark. Trotz der grundsätzlich langfristigen Orientierung kann der Fonds bei Bedarf jederzeit flexibel angepasst werden. Der Anteil russischer Unternehmen ist bei den investierten ETFs derzeit marginal.

Megatrends – ein Grundthema der apoAsset

Die Chancen großer Veränderungen spielen in der Anlagephilosophie von apoAsset seit Langem eine wichtige Rolle. Das gilt vor allem für den Megatrend Gesundheit. Eine lange Megatrend-Historie haben auch die Multi-Asset-Dachfonds apo Piano INKA, apo Mezzo INKA und apo Forte INKA. Sie fokussieren sich neben Gesundheit auf Klima/Umwelt und Technologie. Der apo Vivace Megatrends erweitert dieses Spektrum nun zusätzlich und ergänzt damit auch das Global ETFs Portfolio der apoAsset.

Apo Asset Management GmbH (apoAsset)

Die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) ist eine der führenden Fondsanlagegesellschaften mit den Schwerpunkten Gesundheit und Multi Asset. Sie wurde 1999 gegründet, vielfach ausgezeichnet und verwaltet zusammen mit beteiligten Unternehmen ein Anlagevermögen von rund 5 Milliarden Euro. Das Unternehmen verfügt u. a. über ein einzigartiges Netzwerk für Gesundheits-Investments. Dazu gehören neben dem eigenen Fondsmanagement-Team auch die Beteiligung an der Medical Strategy GmbH, ein hochkarätiger wissenschaftlicher Beirat sowie die Gesellschafter Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) und Deutsche Ärzteversicherung AG.

 

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Marktkommentar von Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL

 

Obwohl die direkten außenwirtschaftlichen Beziehungen mit Russland und der Ukraine zusammen weniger als drei Prozent des gesamten deutschen Außenhandels ausmachen, steht Deutschlands und Europas Wirtschaft vor dem nächsten dramatischen exogenen Schock nach der Coronakrise. Mit der militärischen Eskalation des Ukraine-Konflikts und den massiven Sanktionen vieler Staaten, könnte die gerade wieder an Fahrt aufgenommene Erholung der Weltwirtschaft einen erneuten Rückschlag erleiden. Schon jetzt erhöhen steigende Energiepreise die Produktionskosten. Wichtige Vorleistungen aus der Ukraine können nicht geliefert werden, wovon unter anderem die Automobilindustrie stark betroffen ist. Lieferungen von zum Beispiel Erdgas, Rohöl, Kohle, Palladium und und Seltenen Erden könnten gestoppt werden. Deutsche Exporte nach Russland und in die Ukraine, bspw. Maschinen und Anlagen liegen auf Eis. Ausweichrouten für Warentransporte per Luft oder Land, die angesichts stockender Schiffslogistik als Alternativen genutzt wurden, wurden gekappt oder verlangsamt. Russische Schuldner werden ausfallen, Tochtergesellschaften russischer Banken in Europa in die Insolvenz gehen, mit ungewissen Auswirkungen für europäische Banken und die Konsumentenstimmung dürfte leiden. Das volle Ausmaß des wirtschaftlichen Rückschlags lässt sich derzeit noch nicht annähernd bemessen, weil die Lage noch zu dynamisch ist. Dabei bezweifelt wohl kaum jemand, dass diese – rein ökonomischen – Kosten in Kauf genommen werden müssen, um der Aggression der russischen Regierung zu begegnen. Nach wie vor besteht allerdings die Grundannahme, dass die Weltwirtschaft in den kommenden Monaten wieder an Dynamik gewinnt und der Ukraine-Konflikt diese Entwicklung nur verzögert und leicht dämpft, denn abgesehen von steigenden Energiepreisen ist die globale Wirtschaft kaum direkt betroffen. Wichtige Wachstumstreiber wie staatliche Investitionsprogramme – in Europa künftig wohl auch verstärkt für militärische Zwecke – ein massiver Auftragsstau in der Industrie sowie jahrelang zurückgehaltener privater Konsum bleiben intakt.

Entscheidend für den weiteren Verlauf des Konfliktes und vor allem für die mittel- bis langfristig resultierenden Auswirkungen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene wird die Haltung der chinesischen Regierung sein, die eigene Interessen in den Vordergrund stellt. Offensichtlich möchte China sich derzeit weder eindeutig auf die Seite Russlands schlagen, noch sich in die Reihe der weltweiten Opposition gegen den russischen Feldzug eingliedern. So oder so wird China aber die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland künftig intensivieren und die Chance nutzen, nach einer weitgehenden internationalen Isolation Russlands den Zugang zu russischen und möglicherweise ukrainischen Rohstoffen und Vorleistungen zu sichern. Auch wird die Reaktion des Westens in Peking sicher genau beobachtet, um Rückschlüsse auf das weitere Vorgehen bzgl. Taiwan abzuleiten. Putin und Xi Jinping einigt die Abneigung gegenüber dem Westen und der NATO, es dürfte sich aber um ein reines Zweckbündnis und keinen engen freundschaftlichen Kurs handeln. Trotzdem wirft diese Entwicklung ein noch kritischeres Licht auf die engen wirtschaftlichen Verflechtungen Deutschlands mit China.

 

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DONNER & REUSCHEL AG , Privatbank seit 1798 , Ballindamm 27, D-20095 Hamburg Tel: (040) 30 217.5337, Fax: (040) 30 217.5600, www.donner-reuschel.de