Gas-Zahlungen künftig nur noch in Rubel?

 

Zur Ankündigung von Russlands Präsident Putin, Gaszahlungen von „feindlich gesinnten Staaten“ nur noch in Rubel zu akzeptieren erhalten Sie anbei einen Kommentar von Kerstin Hottner, Portfolio Manager Commodities, Vontobel.

Was bedeutet es, dass Russland von feindlichen Staaten Zahlungen für Gas nur noch in Rubel akzeptiert?

  • Putin will die „feindlichen Länder“ dazu zwingen, Rubel zu kaufen, um damit ihre Gasimporte zu zahlen. Damit würde die Nachfrage nach Rubel zunehmen und die stark gefallene Währung unterstützt werden.
  • Die Frage ist aber, ob es momentan für die Gasimporteure überhaupt möglich wäre, ihre Währungen in Rubel zu tauschen, da viele Banken und auch die Zentralbank unter Sanktionen stehen.
  • Damit würde Russland diese Länder zwingen die Sanktionen bei den Banken hier zu lockern. Ich bezweifle, dass sich dies erzwingen lässt. Den westlichen Ländern haben bisher hohe Einigkeit bei den Sanktionen gezeigt.
  • Aktuell werden ca. 60% der russischen Gaslieferungen in EUR und 40% in USD bezahlt. Die Frage ist, ob es überhaupt möglich wäre, für die teilweise langfristigen Lieferverträge kurzfristig die Zahlungs-Währung zu ändern.
  • Aktuell sind sowohl Russland als auch Europa beim Thema Energie die Hände gebunden. Russland hat nur einmal in der Geschichte den Gas/Öl-Hahn zugedreht und das war während des 2. Weltkrieges. Sie wollen als glaubwürdiger, zuverlässiger Handelspartner wahrgenommen werden. Russland weiß: , Würde es jetzt den Gashahn für Europa zudrehen, um sich für die Sanktionen zu rächen, wird das für immer auf das Land zurückfallen und es zukünftig als Handelspartner ausschließen, Europa wiederum (und hier insbesondere Italien und Deutschland) kann keine Sanktionen auf russisches Gas erheben, weil es zu abhängig ist. Mit dieser Erklärung würde Putin die Frage der Zuverlässigkeit umgehen, denn es wäre ja weiterhin möglich Gas zu beziehen, nur eben in Rubel.

 

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Deloitte Football Money League

 

Die 20 Football-Money-League-Clubs generierten in der Saison 2020/21 einen Gesamtumsatz von 8,2 Milliarden Euro: nicht mal ein Prozent mehr als 2019/20 und immer noch eine Milliarde weniger als vor der Pandemie (2018/19: 9,3 Milliarden Euro).

Manchester City rückt mit einem Gesamtumsatz von 644,9 Millionen Euro in nur einem Jahr um fünf Plätze nach vorn auf die Spitzenposition.

Der FC Bayern kann mit 611,4 Millionen Euro den 3. Platz verteidigen und gehört mit Real Madrid (640,7 Milliarden Euro) zu den einzigen beiden Clubs, die auch in der Pandemie sowohl 2019/20 und 2020/21 Gesamtumsätze jenseits der 600-Millionen-Euro Grenze erwirtschaften konnten.

Borussia Dortmund landet mit 337,6 Milliarden Euro erneut auf Platz 12, doch der Vorsprung zu Atlético Madrid und Inter Mailand auf Platz 13 und 14 ist deutlich kleiner geworden.

Die 25. Ausgabe der Deloitte Football Money League analysiert die wirtschaftliche Performance der Top-Clubs im europäischen Spitzenfußball in der Saison 2020/21 – und ist, wie schon die Vorsaison, geprägt von der globalen Covid-19-Pandemie und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen und Einschränkungen. Statt den teilweise beachtlichen Wachstumsraten aus der Zeit vor der Pandemie, konnten die Top-20-Clubs ihre Umsätze gegenüber der Vorsaison um weniger als ein Prozent steigern und liegen 2020/21 bei einem Gesamtumsatz von 8,18 Milliarden Euro (2019/20: 8,16 Milliarden Euro). Zum Vergleich: In der Saison 2018/19 war der Gesamtumsatz der Top 20 mit 9,3 Milliarden Euro noch gut eine Milliarde höher.

„Die Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen haben die Football-Money-League Clubs auf das Umsatzniveau von vor etwa fünf Jahren zurückgeworfen“, erklärt Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte. „Noch ist die Phase der Unsicherheit auch nicht überstanden. Die Clubs sind weiterhin gut beraten, wirtschaftlich umsichtig zu agieren und ihr Portfolio beispielsweise durch digitale Angebote für die Fans zu erweitern. Doch es gibt auch Gründe, optimistisch in die wirtschaftliche Zukunft des europäischen Spitzenfußballs zu blicken. Wir rechnen damit, dass das Umsatzwachstum in den kommenden Jahren wieder auf Vor-Pandemie-Niveau zurückkehren und sich der Gesamtumsatz der Top 20 der 10-Milliarden-Euro-Marke nähern wird.“

Spieltagerlöse auf niedrigstem Wert in 25 Jahren, aber Medienerlöse knacken Rekordhoch

Wie erwartet verzeichneten die Clubs die größten Verluste bei den Spieltagerlösen. Während sich die pandemiebedingten Einschränkungen in der Saison 2019/20 in den einzelnen Ländern bezüglich Timing und Umfang noch recht deutlich unterschieden, spielten 2020/21 alle Football-Money-League-Clubs einen Großteil der Saison hinter verschlossenen Türen oder mit geringerer Auslastung in den Stadien. Dementsprechend fallen die Umsätze aus den Spieltagerlösen mit insgesamt 111 Millionen Euro so niedrig aus wie noch nie in 25 Jahren Deloitte Football Money League. Zum Vergleich: 2018/19 lagen die Spieltagerlöse noch bei 1,5 Milliarden Euro.

Anders sieht die Lage bei den Medienerlösen aus: Hier wurde mit einem Gesamtumsatz von 4,6 Milliarden Euro sogar ein neuer Rekordwert erreicht. Hintergrund ist allerdings, dass aufgrund von pandemiebedingten Verschiebungen ein Teil, der in der Saison 2019/20 generierten Umsätze, erst im Geschäftsjahr 2020/21 verbucht werden konnten, da sowohl einige Ligen als auch die europäischen Clubwettbewerbe erst nach dem 30. Juni und somit im darauffolgenden Geschäftsjahr beendet wurden oder – wie die Ligue 1 – auch ganz abgebrochen wurden.

Die kommerziellen Erlöse, wie zum Beispiel aus Sponsoring und dem Verkauf von Merchandising, brachten mit 3,5 Milliarden Euro rund sieben Prozent weniger Umsätze als in der Vorsaison, wo sie allerdings auch auf einem Rekordhoch von 3,8 Milliarden Euro lagen.

Bewegung an der Spitze: Manchester City zieht fünf Plätze nach oben auf Rang 1

Schaut man sich das Ranking genauer an, fällt die Dominanz der Premier-League-Clubs auf. Mit insgesamt elf Clubs stellt die englische Spitzenliga in der aktuellen Ausgabe mehr als die Hälfte der Top 20. Ein wesentlicher Grund für die hohen Umsätze der englischen Clubs liegt an der späteren Austragung der letzten sechs Spieltage der Saison 19/20 im Juli und der damit verbundenen Allokation der bekanntlich hohen Medienerlöse für diese Spiele ins Geschäftsjahr 20/21. Der Spitzenplatz geht zum ersten Mal an Manchester City mit einem Gesamtumsatz von 644,9 Millionen Euro. In der Vorsaison lag der Club mit 549,2 Millionen Euro noch auf Platz 6. Der Sprung nach vorn ist vor allem der guten sportlichen Performance 2020/21 zu verdanken: Neben dem ersten Platz in der Premier League und einer 82-tägigen Siegesserie schaffte es der Club auch bis ins Halbfinale der UEFA Champions League. Diese Entwicklung sorgte für einen Anstieg der Medienerlöse um 55 Prozent auf insgesamt 336 Millionen Euro und war damit wesentlicher Wachstumstreiber für Manchester City.

Während Real Madrid seinen zweiten Platz mit einem Gesamtumsatz von 640,7 Millionen Euro trotz Verlusten von etwa sieben Prozent im Vergleich zur Vorsaison, verteidigen konnte, fällt der FC Barcelona unter anderem aufgrund des frühen Ausscheidens aus der Champions League im Achtelfinale von der Spitzenposition mit einem Gesamtumsatz von 713,4 Millionen Euro 2019/20 um drei Plätze auf den vierten Rang und mit nunmehr 582,1 Millionen Euro auch wieder unter die 600-Millionen-Euro-Grenze.

Der FC Bayern und der BVB können ihre Vorjahresplatzierungen verteidigen

Eine robuste wirtschaftliche Performance liefert dagegen der FC Bayern München ab. Die Münchner schaffen es mit einem Gesamtumsatz von 611,4 Millionen Euro erneut auf den dritten Platz. Mit knapp vier Prozent hält sich der Rückgang gegenüber der Vorsaison (634,1 Millionen Euro) in moderaten Grenzen. Nur der FC Bayern und Real Madrid haben es geschafft in den beiden Pandemiesaisons 2019/20 und 2020/21 jeweils einen Gesamtumsatz über 600 Millionen Euro zu erwirtschaften. Bei den Münchnern ist dies insbesondere durch die Zusatzerlöse aus dem Gewinn der Champions League 2019/20 bedingt, denn die Erlöse daraus wurden erst im Geschäftsjahr 2020/21 verbucht. Mit 56 Prozent stammen mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus den Medienerlösen (245,2 Millionen Euro). 42 Prozent (254,5 Millionen Euro) entfallen auf die kommerziellen Erlöse und die Spieltagerlöse sind nur noch für rund zwei Prozent (11,7 Millionen Euro) verantwortlich.

Auch Borussia Dortmund kann seine Vorjahresposition halten und landet mit einem Gesamtumsatz von 337,6 Millionen Euro erneut auf Platz 12, musste allerdings Verluste in Höhe von knapp acht Prozent im Vergleich zur Vorsaison (365,7 Millionen Euro) hinnehmen. Den größten Anteil am Gesamtumsatz haben beim BVB mit 56 Prozent (186,7 Millionen Euro) die kommerziellen Erlöse. Ein Umsatzanteil von 44 Prozent entfällt auf die Medienerlöse (149,5 Millionen Euro). Die Spieltagerlöse fallen mit gerade Mal 1,4 Millionen Euro fast nicht ins Gewicht. Im Ranking hat sich der Abstand zu Platz 13 (Atlético Madrid mit 332,8 Millionen Euro) und 14 (Inter Mailand mit 330,9 Millionen Euro) verringert.

Nur noch zwei Bundesliga-Clubs in den Top 20

In der vergangenen Saison waren neben den Dauergästen aus München und Dortmund mit dem FC Schalke 04 auf Platz 16 und einem Gesamtumsatz von 222,8 Millionen Euro und Eintracht Frankfurt auf Platz 20 mit 174,0 Millionen Euro erstmals vier Bundesliga-Clubs im Ranking vertreten. Beide Clubs wurden in der Saison 2020/21 von starken Neu- und Wiedereinsteigern aus der Premier League verdrängt.

„Wirtschaftlich haben sich Europas Spitzenclubs in der Pandemie als durchaus resilient erwiesen. Gleichzeitig waren und sind die Fußballstadien für viele Menschen ein Gradmesser bei der Rückkehr zur Normalität. Viele Fans wünschen sich, wieder unbeschwert in einem Stadion voller Gleichgesinnter ihren Club anfeuern zu können und hoffentlich ist dies bald auch kein Wunschdenken mehr“, fasst Kim Lachmann, Senior Manager der Sport Business Gruppe bei Deloitte, zusammen.

 

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Das Fintech Raisin, in Deutschland bekannt mit der Geldanlageplattform WeltSparen.de, ist seit 2018 mit seiner Investmentsparte Raisin Invest aktiv und verwaltet mehr als 1,5 Milliarden Euro in ETFs (Exchange Traded Funds).

 

Nun erweitert Raisin gemeinsam mit der global agierenden digitalen Private Equity Investment Plattform Moonfare sein Produktportfolio um die erste alternative Anlageklasse. Durch die Kooperation mit Moonfare können Anlegerinnen und Anleger über WeltSparen in führende globale Private-Equity-Fonds investieren, die bisher nur institutionellen Investoren vorbehalten waren. Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum “One-Stop-Shop” für Geldanlage, der Sparen, Investieren und Vorsorge vereint.

Berliner Fintechs kooperieren für Investment-Lösung aus einer Hand

Das neue Private-Equity-Angebot in Zusammenarbeit mit Moonfare ist vollständig in die WeltSparen-Plattform eingebunden. Damit ergänzt Raisin seine ETF-basierten Anlagelösungen erstmals um eine alternative Anlageklasse. Kundinnen und Kunden von Raisin können mit ihrem bestehenden Kundenkonto ganz einfach in erstklassige Private Equity Fonds investieren – voll digital, ohne erneute Legitimierung und mit einem deutschsprachigen Kundenservice.

Kim Felix Fomm, Chief Investment Officer von Raisin, erläutert: „Private Equity ist ein wichtiger Portfoliobaustein, den die meisten wegen der oft hohen Einstiegsbarrieren bislang nicht nutzen. Studien belegen eine langfristige Überrendite von diesen unternehmerisch geführten Beteiligungen im Vergleich zu den Aktienmärkten von drei bis fünf Prozentpunkten. Immer mehr erfolgreiche Unternehmen – wie Axel Springer – werden durch Private-Equity-Fonds von der Börse genommen. Viele attraktive Unternehmen können heute gar nicht mehr über den Aktienmarkt erworben werden – an ihrem Erfolg können Anleger deshalb nur über Private Equity teilhaben.”

Dr. Steffen Pauls, CEO von Moonfare, fügt hinzu: „Private Equity Fonds haben in der Vergangenheit konsequent erheblich höhere Renditen erzielt als Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen. Vielen qualifizierten Anlegern blieb der Zugang zu solchen Fonds bisher jedoch verwehrt, investieren konnten nur institutionelle Investoren. Mit Moonfare ermöglichen wir es Privatanlegern, sich einfach und direkt an top-tier Private Equity Fonds zu beteiligen und von den hohen Renditen zu profitieren. Unser Ziel hierbei ist, das Investieren in Private Equity zu demokratisieren. Mit der digitalen Moonfare Plattform, niedrigen Mindestanlagebeträgen, einem Sekundärmarkt und transparenter Kommunikation schaffen wir die Hürden der Anlageklasse wie hohe Einstiegsbeträge, hoher administrativer Aufwand, Illiquidität und Intransparenz ab.”

Private Equity bei Raisin: Breit gestreut in unternehmerische Beteiligungen investieren

Private Unternehmensbeteiligungen werden nicht börslich gehandelt. Als attraktivster Zugangsweg zu solchen Beteiligungen hat sich Private Equity herausgebildet. Obwohl Private Equity zu den rentabelsten Anlageklassen gehört, bleibt der Zugang bisher den meisten Anlegerinnen und Anlegern verwehrt. In der Regel sind Investitionen erst ab mehreren Millionen Euro möglich und daher institutionellen Investoren vorbehalten. Raisins neues Private-Equity-Angebot richtet sich an semiprofessionelle Anleger im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuchs mit einem Mindestanlagebetrag von 200.000 Euro. Die Verwaltungskosten für den Service betragen 0,80 Prozent p.a. auf das gezeichnete Kapital – das sind die gleichen Konditionen wie bei Direktabschluss über Moonfare.

So funktioniert Private Equity: Rendite durch aktive Wertsteigerungsmaßnahmen

Die Anlagesumme fließt in einen Dachfonds, der über mehrere Zielfonds in Unternehmen aus verschiedenen Regionen und Branchen investiert. Die Zielfonds übernehmen etablierte Unternehmen und werden selbst operativ und beratend tätig. Dabei nutzen sie die langjährige Branchenexpertise ihrer Managerinnen und Manager für die strategische Weiterentwicklung. So unterstützen Private-Equity-Fonds Unternehmen beispielsweise bei der regionalen oder internationalen Expansion, steigern die Prozesseffizienz oder entwickeln neue Produkte und Dienstleistungen. Diese Maßnahmen zielen auf eine Wertsteigerung der Unternehmen mit einem üblichen Zeithorizont von fünf bis sechs Jahren. Danach wird das Unternehmen veräußert und das eingezahlte Kapital fließt samt Zuwächsen wieder zurück an die Anlegerin oder den Anleger. Ein solcher Private-Equity-Dachfonds ist eine langfristige Kapitalanlage: Die Rückflüsse beginnen üblicherweise nach fünf bis sechs Jahren und enden nach zwölf Jahren.

Nachhaltigkeit im Anlageprozess für verantwortliches Investieren

Raisin und Moonfare unterstützen die Berücksichtigung transparenter und verständlicher Nachhaltigkeitskriterien im Anlageprozess. Beide Firmen sind Unterzeichner der UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren (UNPRI), einem von den Vereinten Nationen unterstützten internationalen Investorennetzwerk, das sich für ein nachhaltigeres Finanzsystem einsetzt.

 

Über Raisin (WeltSparen)

Raisin ist ein Wegbereiter für Open Banking für Spar- und Anlageprodukte. Das FinTech-Unternehmen bietet eine Open-Banking-Infrastruktur für den globalen 50+ Billionen Dollar großen Einlagenmarkt, von der Banken und Sparer gleichermaßen profitieren: Sparer erhalten eine größere Produktauswahl und mehr Entscheidungsfreiheit, Finanzdienstleister erstklassige Marktplatzlösungen für ihre eigenen Kunden und Banken einen besseren Zugang zur Einlagenfinanzierung. Raisin betreibt eigene B2C-Marktplätze – in Europa unter den Marken Raisin, WeltSparen, Savedo und ZINSPILOT sowie in den USA unter der Marke SaveBetter. In Deutschland bietet das Unternehmen neben Sparprodukten für Privat- und Firmenkunden auch ETF-basierte Investment- und Altersvorsorgeprodukte an. Raisin arbeitet mit rund 400 Banken und Finanzdienstleistern aus mehr als 30 Ländern zusammen und hat über 750.000 Direktkunden. Hinter Raisin stehen namhafte internationale Investoren wie btov Ventures, Deutsche Bank, FinLab, Goldman Sachs, Greycroft, Headline/e.ventures, Index Ventures, Kinnevik, Orange Digital Ventures, PayPal Ventures, Thrive Capital, Top Tier Capital Partners, Ribbit Capital und Vitruvian Partners, sowie Peter Thiel. Das Unternehmen hat Büros in Berlin, Frankfurt, Hamburg, London, Madrid, Mailand, Manchester, New York, Paris und Zürich.

Über Moonfare

Moonfare bietet Privatanlegern und ihren Beratern erstmals direkten Zugang zu erstklassigen Private-Equity Investitionsmöglichkeiten. Mit einem digitalen Onboarding-Prozess und einer Vermögensverwaltungs Plattform ermöglicht es Moonfare seinen Kunden, sich in nur 15 Minuten zu registrieren. Bis heute hat Moonfare mehr als 45 Fonds von führenden internationalen Beteiligungsgesellschaften angeboten. Der strategische Schwerpunkt liegt auf Private-Equity-Buyouts und Technologie- und Sachwertkategorien wie Infrastruktur. Das Investment Team von Moonfare führt bei allen Fonds eine gründliche Due-Diligence-Prüfung durch. Weniger als 5% der verfügbaren Fonds durchlaufen diesen Prozess und schaffen es auf die Moonfare- Plattform. Dieser Fokus auf Qualität ist einer der Gründe, warum Moonfare das Vertrauen von mehr als 2.200 Kunden gewonnen hat, die mehr als 1,5 Milliarden Euro auf der Plattform investiert haben. Moonfare hat seinen Hauptsitz in Berlin und ist in 22 Ländern in Europa, Asien und Amerika tätig. Das Unternehmen unterhält Niederlassungen in New York, Hongkong, Zürich, London und Luxemburg, weitere sollen in Kürze dazu kommen.

 

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Die Zeiten für Anleger bleiben herausfordernd:

 

Die Corona-Pandemie ist noch nicht ausgestanden, die Inflationsraten erreichen neue Höhen, die globale Zinswende ist ausgehend von den USA eingeleitet, gleichzeitig verdüstert der Krieg in der Ukraine die Konjunkturaussichten insbesondere für Europa. „Das aktuelle Umfeld ist von hoher Unsicherheit geprägt“, sagt Carsten Gerlinger, Managing Director und Head of Asset Management bei Moventum AM. „Dennoch ist die Situation nicht überall so düster, wie sie scheinen mag.“

Noch vor Kurzem bewegte sich die Weltwirtschaft wieder in Richtung Normalität: Die vierte Covid-Welle schien allmählich überwunden, die Verspannungen in den Lieferketten lösten sich und es wurde ein anhaltend kräftiges Wachstum bei schrittweise abflauender Inflation erwartet. Mit der russischen Invasion in die Ukraine kommen nun neue Belastungen: „Es droht eine deutliche Abschwächung der Weltwirtschaft bei hohen Inflationsgefahren – Stichwort Stagflation – bis hin zu einer Rezession“, sagt Gerlinger.

„Durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Auswirkungen erwarten wir für die kommenden drei Monate eine anhaltende Verunsicherung der Aktienmärkte“, sagt Gerlinger. Hierbei ist Europa stärker betroffen als andere Regionen. Aufgrund der Nähe zu Russland und den starken wirtschaftlichen Verflechtungen leidet der Kontinent unter dem Energie- beziehungsweise Rohstoffpreisanstieg. Es ist zu erwarten, dass der ökonomische Schaden in Europa am stärksten ist. „Wir reduzieren Europa von Über- auf Untergewichtung“, so Gerlingers Fazit.

Innerhalb Europas bleibt der britische Aktienmarkt attraktiv. In den vergangenen Jahren ist er deutlich zurückgeblieben. Aufgrund seiner Indexschwergewichte – Banken, Healthcare und Rohstoffe – zeigen sich hier nun aber große Chancen: Banken profitieren von steigenden Zinsen. Healthcare ist eine defensive und konjunkturunabhängige Branche und bietet Aufholmöglichkeiten. Und in Bezug auf Rohstoffe ist festzustellen, dass der britische Aktienmarkt mittlerweile ein höheres Rohstoffproxy aufweist als die Emerging Markets. „Daher gewichten wir UK-Aktien nun leicht über“, erklärt Gerlinger.

Die Vereinigten Staaten wiederum liegen weit vom Kriegsgeschehen entfernt, ihre Wirtschaft dürfte unter dem Konflikt weniger leiden als die Europas. Im ersten Halbjahr 2022 sollte die US-Wirtschaft noch genügend positiven Rückenwind haben. Die Unternehmensgewinne weisen größtenteils immer noch eine erfreulich stabile, aufwärtsgerichtete Entwicklung auf. Die US-Notenbank hat im März zwar ihren ersten Zinsschritt nach oben vollzogen und weitere fortlaufende Zinserhöhungen angekündigt. Doch sollten diese Schritte mittlerweile in den Aktienkursen größtenteils eskomptiert sein. Selbst Growth-Werte, welche in den vergangenen Monaten deutlich unter dem Renditeanstieg litten, hatten sich zuletzt stabilisiert. „Insgesamt“, schließt Gerlinger, „bleiben US-Aktien im Vergleich zwar hoch bewertet. Wir halten sie aber dennoch weiter für attraktiv, nicht zuletzt vor dem Hintergrund anhaltend positiver Unternehmensdaten und einem erfreulichen Gewinnwachstum.“

Die Emerging Markets werden ebenfalls weniger stark vom Ukraine-Krieg belastet. Zwar ist für Russland eine scharfe Rezession zu erwarten. Das Land spielt jedoch im Schwellenländerindex MSCI-EM mit einer Gewichtung von rund drei Prozent eine untergeordnete Rolle. Emerging Markets haben sich in den vergangenen Wochen deutlich stabilisiert und konnten zuletzt aufgrund ihres Rohstoffproxys outperformen. „Wir erwarten mindestens stabile Rohstoffpreise und erhöhen unsere Gewichtung in den Emerging Markets auf neutral“, so Gerlinger. „Aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Situation in Asien und der Rohstofflastigkeit Südamerikas stufen wir diese beiden Regionen als attraktiv ein.“

 

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Von Kerstin Hottner, Portfoliomanagerin, und Michel Salden, Head of Commodities, bei Vontobel:

 

  • Für alle Rohstoffsektoren sind enorme Angebotsstörungen zu erwarten, was mit andauerndem Konflikt zu weiteren Inflationsschocks in Europa führen dürfte
  • Derzeit erscheint es unwahrscheinlich, dass die Gastanks in Europa im Jahresverlauf für den nächsten Winter wieder ausreichend gefüllt werden können
  • Während ausbleibende Metalllieferungen aus Russland die Automobilbranche ausbremsen, könnte ein längerer Ausfall der Ukraine und Russlands als wichtige Agrar-Lieferanten zu einer weltweiten Hungerkrise führen

Infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine versuchen westliche Importeure von Energie, Getreide und Metallen aus Russland die Auswirkungen des Kriegs auf ihr Geschäft abzuschätzen. Wenig überraschend haben die Rohstoffpreise bereits reagiert und neue Allzeithochs erreicht, während die Aktienmärkte mit Beginn des Krieges in der Breite deutlich nachgegeben haben. Europa wird sich auf einen weiteren Inflationsschock – und vor allem mehr menschliches Leid – einstellen müssen.

Bereits vor der militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine waren die Lagerbestände der meisten Rohstoffe auf sehr geringen Niveaus und dementsprechen war auch eine Knappheitsprämie eingepreist. Dieser Aufschlag hat mit den geopolitschen Risiken durch Russlands Invasion und der täglichen Verschärfung des Krieges zugenommen. Der breit angelegte Bloomberg Commodity Index ist im Jahresverlauf per 21. März 2022 um 26,5 Prozent gestiegen, während Rohöl um 50 Prozent, Aluminium um knapp 30 Prozent und Weizen um fast 45 Prozent zugelegt haben. Alle Rohstoffsektoren erwarten enorme Angebotsstörungen, was mit andauerndem Kriegsverlauf zu weiteren Inflationsschocks in Europa führen dürfte. Auf diese Art von Preisanstieg kann man sich jedoch nur schwer vorbereiten. Andererseits sollten Unterbrüche beim Angebot, steigende Preise und geringere Rohstoffbestände letztendlich zu einem Nachfragerückgang führen. Den Zentralbanken sind mit Blick auf diese Entwicklung die Hände gebunden, da eine Erhöhung der Leitzinsen die wirtschaftliche Erholung gefährden würde. Die hohe Inflation scheint somit vorerst anzuhalten.

Kein Gasstrom durch NorthStream 2

NorthStream 2, die viel kritisierte Gaspipeline zwischen Deutschland und Russland, welche die Marktmacht von Europas größtem Lieferanten weiter gestärkt hätte, ist vom Tisch. Deutschland hat das Genehmigungsverfahren nach jahrelangem Drängen westlicher Verbündeter gestoppt. Kurzfristig ist das unproblematisch, da Europa für den laufenden Winter über ausreichend Erdgas verfügt. Die Kapazitäten dürften jedoch nicht reichen, um die Gastanks Europas im Jahresverlauf für den nächsten Winter aufzufüllen. Die Füllstände liegen bereits 15 Prozent unter ihrem Fünfjahresdurchschnitt. Deutschland bemüht sich nun um mehr Flüssiggas aus Katar, aber das wird den leeren Spreichern vor dem nächsten Winter auch keine Abhilfe schaffen. Denn Deutschland muss zuerst neue Terminals bauen und Katar hat einen Großteil des Gases in langfristigen Verträgen mit anderen Ländern gebunden. So dürften die Gaspreise weiter hoch und volatil bleiben, womit auch die Strompreise in Europa auf hohem Niveau bleiben werden. Unter diesen Umständen beschließen immer mehr Regierungen in Europa  die Abschaltung der verbliebenen Atomkraftwerke aufzuschieben, und auch der Fahrplan des Kohleausstiegs wird plötzlich in Frage gestellt. Ähnliches wird auch in Osteuropa und Italien diskutiert, wobei nicht vergessen werden darf, dass einige dieser Volkswirtschaften von russischer Kohle abhängig sind.

Auch russische Erdöllieferungen stehen im Fokus. Das Land, das nach Saudi-Arabien den zweitgrößten Anteil am Weltmarkt hat, schickt zwei Drittel seiner Ölexporte, etwa 3,5 Millionen Barrel pro Tag, in den Westen. Mit Ausnahme des Zweiten Weltkriegs hat Russland Europa bislang immer beliefert und möchte auch in Krisen als zuverlässiger Lieferant gelten. Tatsächlich sind Energielieferungen bisher von Sanktionen der Europäischen Union ausgenommen. Doch Russland als Erzeuger (und Europa als Verbraucher) drohen Probleme an anderer Stelle. Immer mehr Kreditgeber aus Europa, den USA und auch China begrenzen die Mittel zum Kauf russischer Rohstoffe, um Rechts- und Reputationsrisiken zu vermeiden und die Folgen eines möglichen Zahlungsausfalls russischer Handelspartner abzuschwächen. Auch der Ausschluss russischer Banken vom internationalen Zahlungssystem SWIFT erschwert den Zahlungsverkehr und somit auch den Handel mit physischen Rohstoffen. Trotz des derzeitigen Abschlags von 20 US-Dollar, den Russland derzeit pro Barrel Rohöl anbietet, wollen oder vielmehr können westliche Konsumenten derzeit nicht handeln. Aktuell spiegelt sich diese Situation noch nicht in den Handelszahlen für russisches Öl wieder, da die Lieferungen die aktuell stattfinden noch vor Kriegsbeginn vereinbart wurden. Aber ab April sollten die Ölexporte auf dem Schiffsweg nach Europa deutlich einbrechen. Somit könnten bald die Bestände in Europa rasant um zwei bis drei Millionen Barrel pro Tag fallen.

Auswege aus der Erdölknappheit

Russland ist lose mit der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) verbunden, die sich selten von geopolitischen Erwägungen leiten lässt. Die Organisation bestätigte Anfang März, im Einklang mit ihrem Plan der allmählichen Steigerung der monatlichen Fördermengen, erwartungsgemäß die Produktionsausweitung auf 400.000 Barrel pro Tag im April. Gleichzeitig bemüht sich der Westen um eine Einigung mit dem Iran in Bezug auf das Atomprogramm des Landes. Bei erfolgreichen Verhandlungen könnte der Iran sein Öl wieder weltweit verkaufen, und die Märkte rechnen zunehmend mit einer solchen Vereinbarung. Doch auch der Iran könnte in den ersten drei bis sechs Monaten maximal eine Million Barrel Rohöl pro Tag zusätzlich liefern und den möglichen Wegfall russischer Lieferung nicht ausgleichen. Zum Vergleich: Selbst die Ankündigung der USA, weitere 60 Millionen Barrel Rohöl ihrer strategischen Reserve freizugeben, konnte die Energiemärkte nicht beruhigen. Auch könnte ein Atomabkommen mit dem Iran für neue geopolitsche Konflikte im Mittleren Osten sorgen. Saudi Arabien und Israel haben bereits gedroht hier entegegenzuwirken. Und Russland hatte zuletzt mehr Steine in den Weg gelegt, als sie forderten einem Atomdeal nur zuzustimmen, wenn die Sanktionen gegen Russland keinen Effekt auf die russischen Handelsbeziehung hätten. Angesichts des anhaltenden Bestandsabbaus sind die Rollrenditen für Rohöl auf ein Rekordniveau gestiegen und Käufer bezahlen eine wesentliche Prämie für Sofortlieferungen des Rohstoffs. Das Rollen von Terminkontrakten, also der Verkauf von Kontrakten kurz vor der Fälligkeit und der gleichzeitige Kauf von Kontrakten mit längerer Laufzeit, sind das täglich Brot von Terminhändlern, und der Gewinn aus diesen Trades ist die Rollrendite. Aufgrund des unaufhaltsamen Rückgangs der Öllager könnten kurz laufende Terminkontrakte bis zu 150 US-Dollar pro Barrel erreichen, was zu einer noch höheren Risikoprämie führt.

Knappe Metalle: Kein Bleifuss mehr bei der Autoproduktion

Weniger präsent, jedoch von erheblicher Bedeutung, sind die Auswirkungen des Krieges auf Industriemetalle. Russland beliefert als bedeutender Produzent mit rund 40 Prozent der weltweiten Palladiumproduktion, 6 Prozent bei Aluminium, 7 Prozent bei Nickel (allerdings 12 Prozent in Batterie-relevantem Nickel, sogenannten Class-1 Nickel) und 10 Prozent bei Platin einen Großteil der deutschen Autoindustrie. Die Autohersteller waren nach der Pandemie gerade erst dabei, ihre Produktion wieder hochzufahren, doch auf russische Metalllieferungen scheint nun aufgrund logistischer Probleme sowie Finanzierungsschwierigkeiten kein Verlass. Einige Lieferanten weigern sich zudem, Metalle aus Russland zu transportieren. Gleichzeitig sind europäische Produzenten von steigenden Erdgaspreisen und Stromkosten betroffen, da der Schmelzprozess sehr energieintensiv ist. Viele europäische Aluminium- und Zinkhütten haben bereits Konsequenzen gezogen und ihren Betrieb eingestellt, da sie ihre Kosten kaum noch decken können. Angesichts der hohen, volatilen europäischen Erdgaspreise (niederländisches TTF-Erdgas +50 Prozent seit Anfang des Jahres) ist eine Verbesserung der Situation nicht in Sicht. Dabei sind die Metallbestände in Europa bereits jetzt schon beinahe erschöpft.

Getreideaussaat in der Ukraine höchst fraglich

Die Schwarzerdenböden in der Ukraine und Teilen Russlands machen beide Länder zur Kornkammer der Welt. Gemeinsam sind sie für fast ein Drittel aller weltweiten Weizenexporte verantwortlich, wobei allein auf die Ukraine 15 Prozent aller weltweiten Mais- und Rapslieferungen entfallen. Die weltweiten Agrarbestände sind derweil aufgrund von Ernteproblemen im dürregeplagten Lateinamerika bereits sehr niedrig. Die Mais- und Weizenaussaat in der Ukraine sollte eigentlich in den nächsten 2 bis 4 Wochen beginnen, was jedoch angesichts steigender Dieselpreise und der zerstörten Infrastruktur eher unwahrscheinlich erscheint. Europa wird vielleicht mit der zunehmenden Lebensmittelinflation zurechtkommen – im Gegensatz zu Ägypten und anderen weizenimportierenden Ländern Afrikas. Erschwerend kommt hinzu, dass die Getreideproduktion auch in anderen Teilen der Welt aufgrund der enormen Düngerverteuerung im Jahr 2021 abnehmen könnte. Denn unglücklicherweise gehören die Ukraine und Russland auch zu den größten Exporteuren von Düngemitteln.

Rein rational betrachtet empfehlen wir zur Minderung von Inflations- und geopolitischen Risiken ein Engagement in Rohstoffen, einer Anlageklasse, die in diesem Jahr bislang 26,5 Prozent zugelegt hat. Aus menschlicher Sicht lässt uns die Tragödie vor unserer Haustüre fassungslos zurück.

 

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Die Märkte steigen nach ihrem starken Rückgang wieder deutlich.

 

Und obwohl der Grund für den Absturz, der Ukraine-Krieg, noch nicht beendet ist, könnten die Märkte einen Boden gefunden haben. „Es sieht so aus, dass die Tiefs, die wir jetzt an den Aktienmärkten gesehen haben, nicht noch einmal deutlich unterschritten werden“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH.

Ein Boden ist gefunden – und das unabhängig davon, dass bei dem vermeintlichen Grund für die Abwärtsbewegung, der Ukraine-Krieg, noch keinerlei positive Wendung hin zu einer Lösung erkennbar ist. „Trotzdem kann diese Erholung jetzt nachhaltig sein“, sagt Bente. „Und zwar ganz einfach, weil es das typische Verhalten der Märkte in solchen Krisensituationen ist.“ Die Märkte steigen immer schon, bevor eine Krise gelöst ist. Sie finden ihr Tief in der Regel in einer Situation, in der man sich als teilnehmender Marktbeobachter fragt, warum.

„Der Grund dafür ist, dass schon viele negativen Nachrichten eingepreist sind, wenn genug Panik in den Markt gekommen ist“, so Bente. „Selbst eine moderate weitere Verschlechterung der Situation führt dann nicht mehr dazu, dass die Märkte neue Tiefs erreichen.“ Natürlich kann es immer noch schlechter kommen, könnte auch die Krise in der Ukraine noch weiter eskalieren. Wenn dies aber nicht passiert, ergibt sich daraus eine klare Handlungsanweisung: „Es ist nicht ratsam, auf die Lösung einer Krise zu warten, bevor man kauft“, sagt Bente.

„Wir haben daher die Aktienquoten in unserem Fonds in zwei Schritten angehoben, wobei wir den ersten Schritt exakt am Tief gemacht haben“, sagt Bente. Dies geschieht auf Basis der Indikatoren, die in Krisen immer wieder gut funktionieren: „Das sind die Indikatoren, die Panik messen“, so Bente. „Darunter etwa der VIX, der vorletzte Woche erstmals in der aktuellen Bewegung die Marke von 35 auf Schlusskursbasis überschritten hatte“, sagt Bente. Diese Marke ist außerhalb von Rezessionen ein so ausreichendes Panikniveau, dass dann Tiefs möglich sind. „Wenn sich der VIX als Panikindikator aber in einem fallenden Markt zurückentwickelt, obwohl er ja eigentlich in einem fallenden Markt steigen sollte, dann ist das ein sehr gutes Zeichen im Sinne des Sentiments, dass eine Bodenbildung möglich ist“, sagt Bente.

Wenn der Ukraine-Konflikt keine nukleare Dimension bekommt oder die Nato involviert wird, bestehen gute Chancen, dass das jetzt gesehene Tief tragfähig ist. „Ob es vielleicht ein zweites Mal angelaufen, getestet wird, sei dahingestellt“, sagt Bente. „Aber tragfähig ist es.“

 

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Trotz Interesse fehlen die Mittel für aktienbasierte Geldanlage und Vorsorge – Filialschließungen der Banken zeigen Wirkung

 

Die Altersvorsorge in Deutschland muss gestärkt werden. So weist der Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung bei allen drei Säulen auf neue aktienbasierte Lösungen hin. Und die Europäische Kommission beschäftigt sich im Rahmen der sogenannten Kleinanlegerstrategie mit der Frage, wie für Privatkunden der Zugang zu renditestärkeren Geldanlagen verbessert werden kann.

Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) hat vor diesem Hintergrund untersucht, wie die Bevölkerung zum Aktiensparen steht. Im Fokus dabei: Geringverdiener, also Haushalte mit vergleichsweise niedrigen Einkommen von weniger als 1.800 Euro netto pro Monat. Diese Bevölkerungsgruppe, rund 30 Prozent aller Haushalte, ist wegen niedriger gesetzlicher Rentenansprüche besonders auf ergänzende Vorsorge angewiesen.

Zurückhaltung bei Aktien liegt nur bedingt an Unwissenheit

Die repräsentative DIVA-Studie zeigt: Gerade einmal 15,2 Prozent der Geringverdiener verfügen über aktienbasierte Geldanlagen – deutlich weniger als Durchschnittsverdiener (33,1 %) und Besserverdiener (51,7 %). Mehr als die Hälfte der Geringverdiener (52,1 %) gibt an, nicht genügend Geld zur Verfügung zu haben. Zudem halten  69 Prozent der befragten Geringverdiener aktienbasiertes Sparen für unattraktiv.

„Das fehlende Interesse an aktienbasierten Anlageformen ist zumindest zu einem größeren Teil eine Folge fehlender Mittel“, vermutet Prof. Michael Heuser, wissenschaftlicher Direktor des DIVA. Die Ergebnisse sollten der Politik zu denken geben, so Heuser weiter. Denn gerade Menschen, deren gesetzliche Rente nicht ausreicht, hätten auch keine Mittel für ergänzende eigene Vorsorge. Die Idee der Ampelkoalition, die Bürger beispielsweise mit einem Obligatorium zusätzlich zu den Beiträgen zur gesetzlichen Rente zum Aktiensparen zu zwingen, gehe an Geringverdienenden vorbei. „Einem Bürger in die leeren Taschen zu greifen, wird wohl auf wenig Verständnis bei den Betroffenen stoßen. Und auch die EU-Kommission versucht, das falsche Problem zu lösen. Den Bürgern fehlt nicht der Zugang zum Kapitalmarkt, sondern schlicht das notwendige Geld.“

Dass auch bei Geringverdienern durchaus Kenntnisse zu makroökonomischen Zusammenhängen und zur Geldanlage vorhanden sind, zeigen die bevorzugten Mittel im Umgang mit der Inflation – denn auch diese Einkommensgruppe denkt zuerst an aktienbasierte Anlagen. Für 35,6 Prozent sind diese der beste Inflationsschutz noch vor Immobilien und Edelmetallen. Kryptowährungen bilden das Schlusslicht.

Interessant: Diejenigen befragten Geringverdiener, die mit Aktien sparen, bescheinigen sich selbst mit 84 Prozent „sehr gute“ oder „eher gute“ fachliche Kenntnisse zur aktienbasierten Geldanlage. Dazu Heuser: „Wer sich mit dem Thema Aktiensparen beschäftigt, findet den Zugang zu renditstärkeren Anlagen. Dies deckt sich mit der Einschätzung der EU-Kommission, dass die finanzielle Allgemeinbildung der Bevölkerung ge-stärkt werden sollte. Denn es ist wünschenswert, dass auch die Geringverdiener, die sich nicht auskennen und Aktien für unattraktiv halten – immerhin zwei Drittel dieser Einkommensgruppe –, an das aktienbasierte Sparen herangeführt werden können.“

Beratung ist ein Schlüsselfaktor für faire Zugangschancen

Mit 62 Prozent verzichten unter den geringverdienenden Anlegern etwas mehr Menschen auf Beratung im Vergleich zu den anderen Einkommensklassen.

„Die leicht geringere Inanspruchnahme von Beratung bei Geringverdienern dürfte durchaus an den massenhaften Schließungen von Bank- und Sparkassenfilialen liegen“, so Heuser. „Natürlich waren es in der Vergangenheit in erster Linie die Banken, die auch Kleinkunden auf Möglichkeiten der Geldanlage angesprochen haben. Mit den Filialschließungen verlieren Menschen in den unteren Einkommensschichten den traditionellen, leichten Zugang zur Beratung und sind mehr denn je auf sich allein gestellt.“

Die Folge: Aktienbesitzer mit mittleren und höheren Einkommen stehen weiter im Fokus der Geldhäuser und lassen sich, sofern sie Beratung in Anspruch nehmen, in knapp 50 Prozent aller Fälle von der Bank oder Sparkasse beraten. Bei den geringverdienenden Aktienbesitzern beträgt diese Bankquote nur 21 Prozent. Ihre „letzte Meile zur Finanzentscheidung“, so Heuser, würde immer mehr der Vermögensberater. Der entsprechende Wert liegt laut Studie mit 34 Prozent weit vor allen anderen Beratungswegen.

Dr. Helge Lach, Vorsitzender des BDV Bundesverband Deutscher Vermögensberater und Träger des DIVA: „Auch diese Ergebnisse liefern Erkenntnisse für die Politik. Persönliche Finanzberater leisten zunehmend eine sozialpolitisch wichtige Funktion. Sie sind schlank aufgestellt, auch in der Fläche präsent und bringen somit die besten Voraussetzungen mit, um Geringverdiener bei Vermögensaufbau und Altersvorsorge zu unterstützen. Insbesondere in der EU-Kommission sollte das gesehen werden: Wenn gerade für die weniger kenntnisreichen Privatkunden mit niedrigen und mittleren Einkommen der Marktzugang verbessert werden soll, dann kommt es entscheidend auf die freien Berater an. Diese sind es, die den Bürgern die Möglichkeiten des aktienbasierten Sparens erklären und beim Abschluss von Verträgen helfen. Die immer stärkere Regulierung der Beratung und Diskussionen über die Provisionen sind deshalb kontraproduktiv. Die EU-Kommission ist auf dem falschen Weg.“

Für die Studie wurden gezielt 1.000 Bürger ausgewählt, die bereits mit aktienbasierten Anlagen sparen. Ergänzend dazu wurde eine weitere repräsentative Gruppe von 2.000 Bürgern in Deutschland befragt, wobei hier nicht zwischen in Aktien investierten und nicht-investierten Probanden unterschieden wurde. Alle Ergebnisse sind auf der Website des DIVA zu finden: www.diva.de

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung GmbH, Bahnhofstraße 23, 35037 Marburg, Tel: +49 (0) 6421 59078-0, www.diva.de

Spätestens seitdem durch die aktuellen Krisen Energie- und Erzeugerpreise explodieren und die ausufernden Staatsschulden bedenklich stimmen, zwingt die politische und wirtschaftliche Lage Anleger, ihre Vermögenswerte zu sichern.

 

„Deshalb möchten wir zum Asset Protection Kongress einladen, unsere ‚Denkfabrik für Vermögensschutz‘“, sagt Peter Härtling, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für RuhestandsPlanung und Veranstalter des Kongresses.

16 internationale Koryphäen, Finanzprofis, Steuerexperten und Juristen zeigen den Teilnehmern des zweiten Asset Protection Kongresses, wie die Sicherung und Vermehrung des Vermögens professionell umgesetzt werden kann. „Schließlich ist es heute wichtiger denn je, persönliche Strategien zu entwickeln und das Vermögen derart intelligent zu streuen, dass Risiken reduziert und Erträge generiert werden“, so Härtling.

Beim Asset Protection Kongress werden unter anderem folgende Themen online erörtert:

  • Strategien trotz Inflation und drohender Stagflation
  • Verwaltung, Umschichtung und steuerfreie Vererbung von Investmentfonds, ETFs und mehr
  • Investitionen in Edelmetalle, besonders in Silber, und in unbehandelte Farbedelsteine
  • Rechtskonforme Vermögensanlagen außerhalb der EU
  • Professionelles Währungsmanagement als eigenständige Assetklasse
  • Sondervermögen aus Girokontenguthaben mit positiven Erträgen, ohne Strafzinsen
  • Immobilieninvestments
  • Kryptos und ihre Möglichkeiten
  • Vermögensschutz für Mittelstand, Unternehmer und Verbraucher: Stiftung, Holding, Nießbrauch-Strategie, In-/Ausland, Zwangsabgaben
  • Cyber-Sicherheit
  • Betriebliche Altersversorgung: Pensionszusagen und Entlastungen für Unternehmen
  1. Asset Protection Kongress: 26. und 27. März 2022 – Die Teilnahme am Online-Kongress ist kostenlos, eine Anmeldung unter www.Asset-Protection-Kongress.de ist nötig. Alle Vorträge können nach vorheriger Anmeldung auch nach der Veranstaltung noch heruntergeladen und angesehen werden.

 

Hintergrund Deutsche Gesellschaft für RuhestandsPlanung mbH:

Die Deutsche Gesellschaft für RuhestandsPlanung mbH mit Sitz in Altötting ist ein bundesweit tätiger Dienstleister für unabhängige Finanzberater. Als Gründungsmitglied des Bundesverbandes Der Ruhestandsplaner Deutschland e.V. BDRD ist die Deutsche Gesellschaft für RuhestandsPlanung in besonderem Maße der Qualität und hohen ethischen Standards in der Beratung verpflichtet.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Deutsche Gesellschaft für RuhestandsPlanung mbH, Martin-Moser-Straße 27, 84503 Altötting, Tel. (08671) 9641-0, www.dgfrp.de

Sustainable Investing Team auf 35 Expertinnen und Experten angewachsen

 

Im Rahmen der kontinuierlichen Expansion seiner Plattform für nachhaltige Investments baut J.P. Morgan Asset Management das Sustainable Investing Team weiter aus. Zuletzt konnten die erfahrenen Nachhaltigkeitsexperten Soňa Stadtelmeyer-Petru und Roland Rott gewonnen werden, die beide von London aus arbeiten werden und an Jennifer Wu, Global Head of Sustainable Investing, berichten.

Die Position der Chefstrategin EMEA für Nachhaltige Investments wurde neu geschaffen. In dieser Funktion wird Soňa Stadtelmeyer-Petru mit ihrem Team eng in die nachhaltigen Investmentaktivitäten von J.P. Morgan Asset Management eingebunden werden, um das immer breiter werdende Spektrum an nachhaltigen Anforderungen zu unterstützen. Dies umfasst maßgeschneiderte Portfolioanfragen, Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung von ESG-Strategien und der Festlegung von Netto-Null-Zielen. Zudem wird sie daran arbeiten, mit Kunden weltweit die Netto-Null-Agenda voranzubringen. Sie wird nicht zuletzt nachhaltige Produktinnovationen mitgestalten, die regulatorische Standards und Kundenanforderungen umsetzen.

Soňa Stadtelmeyer-Petru kommt von Allianz Investment Management, wo sie von München aus die nachhaltigen Investmentaktivitäten des Unternehmens leitete. Sie war dort seit 2012 tätig, zunächst als Financial Control Analyst, gefolgt von verschiedenen Positionen in den Bereichen ESG, verantwortungsbewusstes Investieren und Impact Investing. Ihre Karriere begann sie als Junior Manager für Deal Origination bei der iBRAIN Consulting Group.

Roland Rott wurde zum Leiter für das Sustainable Investing Research ernannt, eine neu geschaffene globale Position. Von London aus wird Rott ein Expertenteam leiten, das darauf spezialisiert ist, ESG-Research, Daten und Analysen für die Portfoliomanager, Research-Analysten und die Kunden von J.P. Morgan Asset Management zu erstellen. Das Team mit namhaften Klimawissenschaftlern betreut auch die Weiterentwicklung der hausintern entwickelten datengestützten ESG-Scores der Fondsgesellschaft. Zudem werden Klimaanalysen und -daten erstellt, die in die Anlageprozesse von J.P. Morgan Asset Management implementiert werden.

Roland Rott war zuletzt bei der La Française Group als Head of ESG & Sustainable Investment Research tätig und leitete ein ESG-Researchteam für aktiv verwaltete Aktien- und Unternehmensanleihenstrategien des Unternehmens. Zuvor arbeitete er zehn Jahre als Investment Partner bei GO Investment Partners LLP sowie einige Jahre als Corporate Governance Analyst bei der DWS Investment GmbH.

„Wir freuen uns sehr, mit diesen beiden äußerst geschätzten Experten unser Team zu ergänzen. Beide können ihre langjährige Expertise und fundierten Spezialkenntnisse einbringen, dank derer wir die nachhaltigen Investmentaktivitäten sowohl für unsere Kunden als auch für unsere internen Partner noch weiter verbessen und ausbauen können“, betont Jennifer Wu, Global Head of Sustainable Investing bei J.P. Morgan Asset Management. Ihr Team für nachhaltige Investments ist inzwischen auf 35 Expertinnen und Experten angewachsen und umfasst Spezialisten für nachhaltiges Investieren, Investment Stewardship, Klimawissenschaftler, Research-Analysten sowie Experten für fundamentales Portfoliomanagement.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

J.P.Morgan Asset Management, (Europe) S.á.r.l. , Frankfurt Branch, Junghofstraße 14, ­60311 Frankfurt Tel.: 069/71240, Fax: 069/71242180, www.jpmam.de

Im Jahr 2021 wuchs das verwaltete Vermögen von Triodos Investment Management auf 6,4 Milliarden Euro (Ende 2020: 5,4 Mrd. EUR). Im Vergleich zum Jahresende 2020 stieg das Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens um 17 Prozent.

 

In Zeiten anhaltender globaler Unsicherheit aufgrund der COVID-19-Pandemie unterstreicht der deutliche Zuwachs des verwalteten Gesamtvermögens das anhaltende Vertrauen der Anleger von Triodos Investment Management (IM).

Dick van Ommeren, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Triodos (IM), berichtet: „Dank des anhaltenden Interesses an Impact Investing konnten wir unser verwaltetes Vermögen im vergangenen Jahr trotz der anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie steigern. Unsere Rolle als Impact-Investor ist derzeit wichtiger als jemals zuvor, denn als Folge der Pandemie haben die Ungleichheiten erheblich zugenommen und werden sich nach der Krise in der Ukraine noch weiter verschlimmern. Ungleichheit ist ebenso wie der Verlust der biologischen Vielfalt und der Klimawandel eine globale Herausforderung, der wir uns gemeinsam stellen müssen. Und das werden wir auch weiterhin tun, Hand in Hand mit unserer soliden Investorenbasis.“

Entwicklung der Triodos-Investmentfonds im Jahr 2021 Über die Triodos Investmentfonds können Anleger direkt in nachhaltige Sektoren investieren. Diese Sektoren reichen von integrativen Finanzdienstleistungen über nachhaltige Energie, ökologische Lebensmittel und Landwirtschaft bis hin zu börsennotierten Unternehmen, die einen wesentlichen Beitrag zum Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft leisten.

Die Triodos Impact Equities and Bonds Funds (Triodos SICAV l), die in börsennotierte Unternehmen investieren, wuchsen im Jahr 2021 um 24,5 % auf 3.049,7 Mio. EUR. Das verwaltete Vermögen in den von Triodos Investment Management verwalteten Mandaten der Triodos Bank Private Banking Netherlands stieg um 14,1 % auf 902,6 Mio. EUR.

Das verwaltete Vermögen des niederländischen Triodos Green Fund, der in grüne Projekte zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung investiert, stieg um 9,9 % auf 1.188,8 Mio. EUR.

Bei den Fonds Triodos Fair Share Fund und Triodos Microfinance Fund, die beide in Finanzinstitute in Schwellenländern investieren, stieg das verwaltete Vermögen um 8,2 % bzw. 9,1 % auf 381,3 Mio. EUR bzw. 485,3 Mio. EUR.

Der Triodos Food Transition Europe Fund, über den Anleger am Wachstum des Sektors für Bio-Konsum und nachhaltigen Lebensstil in Europa teilhaben können, wuchs um 49,5 % auf 72,3 Mio. EUR. Dieser starke Anstieg des verwalteten Vermögens ist einerseits auf einen starken Zustrom von Anlegern und andererseits auf die gute Performance des Portfolios zurückzuführen.

Der Triodos Energy Transition Europe Fund, der in Anlagen und Unternehmen investiert, die erneuerbare Energie erzeugen, die Energieeffizienz verbessern und/oder Energieflexibilität bieten, verringerte sein verwaltetes Vermögen im Laufe des Jahres um 14,5 % auf 130,2 Mio. EUR. Dieser Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass der Fonds im April aufgrund einer überproportional gestiegenen Liquiditätsposition für neue Mittelzuflüsse geschlossen wurde. Der Grund dafür liegt darin, dass im Vergleich zum Vorjahr ein starkes Interesse der Anleger an dem Fonds entstand, während die vom Fonds getätigten Investitionen eine lange Vorlaufzeit benötigen. Der Fonds blieb für Abflüsse offen.

Der Triodos Multi Impact Fund, der Dachfonds von Triodos, erhöhte sein Fondsvolumen um 7,3 % auf 34,4 Mio. EUR zum Jahresende. Der Nettoinventarwert des SFRE-Fonds, des ersten globalen offenen Investmentfonds, der langfristiges und missionsorientiertes Kapital für werteorientierte Banken bereitstellen soll, stieg um 10,4 % auf 43,2 Mio. USD.

Im vierten Quartal 2021 legte Triodos Investment Management den Triodos Emerging Markets Renewable Energy Fund auf, einen Fonds, der in die unerlässliche Energiewende in den Schwellenländern investiert, indem langfristige vorrangige Darlehen für Wind-, Solar- und Wasserkraftprojekte in Fließgewässern zur Stromversorgung bereitgestellt werden. Der Fonds wurde am 29. Oktober 2021 mit einem Fondsvolumen von 29,0 Mio. USD aufgelegt.

Im Jahr 2021, dem zweiten Jahr der COVID-19-Pandemie, schnitten die meisten Triodos-Fonds gut ab und konnten trotz anhaltend schwieriger Umstände gesunde Erträge erzielen. Insbesondere die Fonds, die in Finanzinstitute in Schwellenländern investieren (Triodos Fair Share Fund und Triodos Microfinance Fund), konnten ihre negative Performance im Jahr 2020, die auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen war, in solide Renditen im Jahr 2021 umwandeln, was die Widerstandsfähigkeit der Schwellenländer unterstreicht. Der Triodos Food Transition Europe Fund erzielte im vergangenen Jahr eine außergewöhnlich gute Performance, was auf den Ausstieg eines seiner Portfoliounternehmen zurückzuführen ist. Der Triodos Euro Bond Impact Fund und der Triodos Sterling Bond Impact Fund hingegen mussten das Jahr mit einer negativen Performance von -3,4 % bzw. -3,8 % abschließen. Dies war auf die volatilen Anleihemärkte zurückzuführen, was die Folge der Erwartung einer zunehmenden Inflation und des Beginns einer strafferen Geldpolitik war. Diese Dynamiken haben sich auf alle anleihebezogenen Portfolios ausgewirkt.

Impact

Triodos Investment Management hat es sich zur Aufgabe gemacht, über Geldmittel einen positiven sozialen, ökologischen und kulturellen Wandel zu erreichen. Durch unsere Investitionen erzielen wir einen positiven sozialen und wirtschaftlichen Impact und tragen auf diese Weise zu einer Beschleunigung des Übergangs zu einer nachhaltigeren Gesellschaft bei.

Im Jahr 2021 bedeutete dies Folgendes:

*        Es gab 175 kofinanzierte Projekte im Bereich nachhaltige Energieerzeugung mit einer Gesamtkapazität von 2.300 MW, was dem Strombedarf von 3,7 Millionen Haushalten weltweit entspricht (2020: 2,9 Mio.) bzw. 259.000 Haushalte auf der Grundlage unseres Anteils an diesen Projekten. Diese Projekte trugen zur Vermeidung von über 276 kt CO2-Emissionen bei (2020): 288 kt).

*        Über 38.000 Kleinbauern (2020: 35.000) in neun Schwellenländern weltweit wurden über Handelsfinanzierungen für landwirtschaftliche Genossenschaften und Agrarunternehmen direkt und fair für die Lieferung ihrer Ernten bezahlt. Die Landwirte bewirtschafteten 49.000 Hektar zertifizierte ökologische Anbaufläche (2020: 56.000) im Jahr 2021. Weitere 5.800 (2020: 8.400) Hektar befanden sich in der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.

*        Die ökologisch bewirtschafteten Flächen der von Triodos Investment Management finanzierten europäischen landwirtschaftlichen Betriebe könnten das Äquivalent von 7,3 Millionen Mahlzeiten erzeugen, was genügend Lebensmitteln entspricht, um rund 6.600 Menschen nachhaltig zu ernähren (2020: 6.700). Insgesamt wurden europaweit etwa 10.500 Hektar ökologische Anbauflächen finanziert.

*        Für 111 aufstrebende und etablierte Finanzinstitute, die sich in Lateinamerika, Asien, Osteuropa und Afrika für eine integrative Finanzierung einsetzen, wurden mit Finanzmitteln ausgestattet. Diese Einrichtungen erreichten rund 17,8 Millionen Kunden, die Kredite für eine bessere Lebensqualität aufnehmen (2020: 18,2 Mio.). Etwa 18,6 Millionen Menschen mit geringem Einkommen nutzen die Anlagedienstleistungen dieser Finanzinstitute (2019: 20,2 Mio.).

Ausführlichere Informationen über den durch unsere Fonds erzielten Impact finden Sie in unseren Online-Impactreports, die ab Mitte April verfügbar sind. Die Online-Impactreports beschreiben unsere Rolle als Impact Investor deutlich. In den Berichten werden unsere Ergebnisse für 2021 in einen Kontext von Zahlen und Geschichten gesetzt, und unsere Mission, Geldmittel für positive soziale und ökologische Veränderungen einzusetzen, vorgestellt.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Triodos Investment Management BV, Hoofdstraat 10, Driebergen-Rijsenburg, PO Box 55, 3700 AB Zeist, Niederlande, www.triodos-im.co

Gute Gründe für Value

 

 

  • Neuberger Berman rechnet mit schwierigen Zeiten für Wachstumswerte und günstigen Bedingungen für Value
  • Schwächere Konjunktur wird Growth-Titeln nicht nützen
  • In den nächsten Jahren sind niedrigere und volatilere Aktienerträge zu erwarten

Vor sechs Monaten hatten Value-Investoren gut reden. Nach dem Ende der Lockdowns wuchs die Weltwirtschaft stark an, mit den USA an der Spitze. Man rechnete mit einer höheren Inflation und dem Ende der Nullzinspolitik.

Wer als Antwort auf ein Jahrzehnt mit schwachem Wirtschaftswachstum auf Wachstumswerte gesetzt hatte, oder angesichts der niedrigen Leitzinsen weiterhin auf hohe zukünftige Gewinne spekulierte, begann nun nach einem Ausstieg zu suchen. Aber was war die Alternative? Wohl kaum passive „Core“-Indexanlagen, da die Märkte von einer Handvoll extrem erfolgreicher Wachstumswerte bestimmt werden. Stattdessen setzten Investoren auf Value. Hier ließen sich konjunktursensitive Unternehmen finden, die von der Erholung profitieren – weniger zinssensitive, günstig bewertete Titel für eine Zeit voller spekulativer Übertreibungen.

Günstige Bedingungen für Substanzwerte

Die Fondsmanager von Neuberger Berman hielten diese Argumentation immer für etwas zu einfach. Ende 2021 war die Inflation höher, hartnäckiger und umfassender als oft prognostiziert. Immer häufiger wurde befürchtet, dass die Teuerung außer Kontrolle geriet oder die Notenbanken gezwungen sein würden, mit einer massiven Straffung der Geldpolitik das Wachstum zu bremsen. Die große Sorge war, dass die Fed selbst nach einem Abschwung die Zinsen weiter anheben müsste. Die Märkte wurden volatiler.

Bei Neuberger Berman hatte man damit bereits gerechnet und sich entsprechend positioniert. Der Vermögensverwalter bleibt bei der Annahme, dass es gute Gründe für Substanzwerte gibt – obwohl der Krieg in der Ukraine das Wirtschaftswachstum dämpfen, die Inflation treiben und für mehr Volatilität sorgen kann. Er rechnet weiterhin mit schwierigen Zeiten für Wachstumswerte und günstigen Bedingungen für Value.

Schlechte Aussichten für Wachstumswerte

Warum sollte eine schwächere Konjunktur Wachstumswerten aber nicht nützen? Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens dürfte in diesem Konjunkturzyklus vielleicht erstmals seit 40 Jahren ein schwächeres Wachstum nicht die Inflation dämpfen und damit auch nicht für niedrigere Zinsen sorgen. Die Fed mag ihren Kampf gegen die Teuerung verlieren, jedoch ist es schwer vorstellbar, dass sie es nicht erst einmal mit Zinserhöhungen versucht. Höhere Zinsen bedeuten allerdings zwangsläufig niedrigere Bewertungen für Aktien mit einer langen Duration – also für Wachstumswerte.

Zweitens halten die Fondsmanager bei Neuberger Berman hochkapitalisierte amerikanische Wachstumswerte noch immer für stark überbewertet – obwohl sie in diesem Jahr bereits um über zehn Prozentpunkte hinter Substanzwerten zurückgeblieben sind. Ein wichtiger Indikator ist in den Augen des Vermögensverwalters der Unterschied zwischen den Kurs-Buchwert-Verhältnissen des Russell 1000 Growth und des Russell 1000 Value. Die Differenz ist heute sogar noch wesentlich größer als auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase.

Schutz vor Zinsen und Volatilität

Werden jetzt also alle klassischen Value-Aktien vorn liegen? Wohl kaum. Es ist schwer vorstellbar, dass konjunktursensitive Unternehmen generell mehr verdienen, wenn das Wachstum schwächelt und die Faktor- und Arbeitskosten steigen. Finanzwerte bekommen außerdem Probleme bei einer flachen oder inversen Zinsstrukturkurve.

Manche Substanzwerte sind aber durchaus spannend, vor allem angesichts der Übertreibungen bei spekulativen Wachstumstiteln. Einige defensive Aktien hält Neuberger Berman für unterbewertet. Nur selten sind Cashflow-starke Qualitätsunternehmen aus den Sektoren Gesundheit, Versorger und Konsumverbrauchsgüter – wie Procter & Gamble – so günstig bewertet, dass sie auch für disziplinierte Value-Manager infrage kommen.

Jahrelang setzten viele Investoren unabhängig von den Bewertungen auf Wachstumstitel und übersahen dabei schlichtweg, wie gut diese Unternehmen und ihre Alltagsprodukte sind. Auch ihre regelmäßigen Cashflows und hohen Dividenden schützen vor steigenden Zinsen und Marktvolatilität.

Neustart der Wirtschaft

Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Obwohl dieses Jahr ein niedrigeres Wachstum erwartet wird, rechnet man bei Neuberger Berman noch immer damit, dass die Weltwirtschaft Corona jetzt überwindet. Der Vermögensverwalter sieht darin eine Chance.

Viele Reise- und Freizeitunternehmen erscheinen günstig bewertet, ebenso wie Nischenanbieter, die vom Neustart profitieren – etwa Hersteller von Orthopädietechnik. Manche Unternehmen mögen zwar zyklisch sein, aber nach den Lockdowns sind ihre Aktien billig.

In den nächsten Jahren wird man sich wohl mit niedrigeren und volatileren Aktienerträgen abfinden müssen, als in den letzten drei Jahren. Und doch ist ein Mehrertrag von Value gegenüber Growth zu erwarten, wobei kurzfristig vor allem defensive Substanzwerte und Firmen interessant scheinen, die vom Neustart der Wirtschaft profitieren.

Mit dem derzeitigen Inflations- und Zinsumfeld und dem damit einhergehenden schwächeren Wirtschaftswachstum rechnet Neuberger Berman schon länger und hat sich entsprechend positioniert. Der Krieg in der Ukraine verschärft diese Risiken auf tragische Weise. Einstweilen reicht das nicht, damit sich die Einschätzung des Vermögensverwalters ändert. Dennoch sollte die Lage genau im Blick behalten werden.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Neuberger Berman Europe Limited, Friedrich-­Ebert­-Anlage 49, D-­60308 Frankfurt,Tel: +49 69 509 56 5648/5649, www.nb.com

Änderungen in der werblichen Darstellung bereits vorgenommen

 

Zufrieden äußerte sich die Commerz Real über einen aktuellen Entscheid des Landgerichts Stuttgart zur werblichen Darstellung auf der Website ihres Impact-Fonds Klimavest. Das Gericht hatte in seinem Urteil vom 31. Januar 2022 (Aktenzeichen: 36O92/21KfH) einer Klage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg entsprochen und unter anderem untersagt, einen direkten Zusammenhang zwischen einer bestimmten Anlagesumme und einer definierten angeblichen Reduktion des persönlichen Kohlenstoffdioxid (CO2)-Fußabdruck herzustellen. Zudem sei nicht deutlich genug gemacht worden, dass der tatsächlich vermiedene Ausstoß an Treibhausgasen durch die im Fondsportfolio befindlichen Solar- und Windkraftanlagen vom angestrebten Ziel abweichen kann.

„Damit haben wir die von uns angestrebte Rechtssicherheit erreicht“, so Henning Koch, Vorsitzender des Vorstands der Commerz Real. „Die entsprechenden Änderungen auf der Website hatten wir bereits Ende letzten Jahres vorgenommen“. So wurde der ursprünglich hergestellte direkte Zusammenhang zwischen der Investition in den Fonds und dem persönlichen Kohlenstoffdioxid (CO2)-Fußabdruck entfernt und das Vermeidungsziel und dessen Bedingungen transparenter und deutlicher dargestellt. Damit haben wir die von uns angestrebte Rechtssicherheit erreicht. Die entsprechenden Änderungen auf der Website hatten wir bereits Ende letzten Jahres vorgenommen.

Erster Sachwerte-Impactfonds für Privatanleger

Mit dem Klimavest hatte die Commerz Real im Herbst 2020 den ersten Impact-Fonds für Privatanleger aufgelegt, der fokussiert in Sachwerte investiert. Während seiner Laufzeit von mindestens 50 Jahren soll er ein Portfolio aus Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien sowie nachhaltiger Infrastruktur, Mobilität und Forstwirtschaft im Wert von insgesamt mindestens 25 Milliarden Euro aufbauen. Im Unterschied zu herkömmlichen Nachhaltigkeitsfonds investiert der Klimavest in solche Assets, die einen messbaren und damit nachweisbaren Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes leisten. Zudem gelten weitere strenge Nachhaltigkeitsparameter gemäß geltender EU-Taxonomie-Verordnung. Das Fondsmanagement strebt eine jährliche Rendite (nach BVI-Methode) zwischen 3,0 und 4,0 Prozent an. Anleger können sich ab 10.000 Euro beteiligen und erhalten über die Wertentwicklung hinaus ein regelmäßiges Reporting zur erzielten Klimawirkung der Assets im Fonds. Die Ratingagentur Scope bewertete Klimavest im August 2021 mit einem vorläufigen Rating von a+ (AIF Alternative Investment Fonds).

Ziel: CO2-Vermeidung über Einspeisevorrang von Strom aus erneuerbaren Energien

Klimavest fördert die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Durch den sogenannten „Einspeisungsvorrang“ erneuerbarer Energien gemäß des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird Strom aus regenerativen Quellen im Stromnetz bevorzugt verbraucht. Damit verdrängt jede durch Erneuerbare Energien produzierte Kilowattstunde die entsprechende Kilowattstunde an fossilem Strom. Auf europäischer Ebene ist der Einspeisevorrang in der Elektrizitätsbinnenmarktverordnung der EU festgeschrieben. Der klimavest hat dabei das Ziel, pro 10.000 Euro, die er in erneuerbare Energien investiert, mindestens 3,5 Tonnen CO2 pro Jahr zu vermeiden (Soll-Wert).

Impact-Messung über international festgelegte Kennzahlen

Die Vermeidungsmessung basiert auf international gültigen Berechnungsverfahren. So wird der landesspezifische Vermeidungsfaktor (Tonnen CO2 pro Megawattstunde) nach dem Combined Margin Approach der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC), einem weltweit anerkannten Standard des Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) berechnet. Veröffentlicht wird der Faktor von der Technical Working Group of International Financial Institutions (IFI). Berücksichtigt werden bei der Berechnung auch die CO2-Emissionen der Materialien und des Baus der Anlagen.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Commerz Real AG, Friedrichstraße 25, 65185 Wiesbaden, Tel: +49 611 7105-0, Fax: +49 611 7105-5410, www.commerzreal.com

Scope hat Fonds für osteuropäische Aktien analysiert, die auf russische Werte verzichten.

 

Acht Produkte stehen zur Auswahl. Sie haben sich in der Vergangenheit im Durchschnitt besser entwickelt als Osteuropa-Fonds mit Russland-Engagement. Für westliche Demokratien war die Kriegserklärung Putins an die Ukraine ein Schock. Viele Anleger möchten nun daraus Konsequenzen ziehen und russische Aktien meiden. Scope hat deshalb einen Blick auf Aktienfonds geworfen, die in Osteuropa aktiv sind, ohne russische Titel zu besitzen.

In der Peergroup „Aktien Mittel-/Osteuropa“ finden sich 38 Fonds, die die gesamte Region abdecken. Die meisten davon sind auch in Russland investiert. Dies spiegelt sich in dem Vergleichsindex wider, der für die Gruppe genutzt wird: Im MSCI EM Eastern Europe kommt Russland auf einen Anteil von 69 Prozent.

Nur acht Fonds verzichten auf russische Titel – sechs aktiv gemanagte Portfolios und zwei ETFs. Sie unterscheiden sich teils erheblich voneinander. Fünf setzen ihren Schwerpunkt in den großen östlichen EU-Ländern Polen, Tschechien oder Ungarn, zwei investieren in die Balkan-Staaten. Ein Fonds beschränkt sich auf die Länder des Baltikums. Insbesondere wer sich via ETF in Osteuropa ohne Russland engagieren möchte, muss hohe Konzentrationen bei der Allokation von Ländern und Sektoren, aber auch auf Einzeltitelebene hinnehmen.

Auffällig ist das gute Abschneiden dieser Produktauswahl auf kurze und mittlere Sicht. Sowohl über ein Jahr als auch über fünf Jahre haben Osteuropa-Fonds ohne Russland-Exposure stärker zugelegt als solche mit. Diese Fonds gewannen binnen zwölf Monaten fast 26% hinzu, die gesamte Peergroup lediglich 17%. Über fünf Jahre erwirtschafteten sie 5,5% p.a., während die Peergroup nur auf 4,3% p.a. kam. Gleichzeitig war die Volatilität der Osteuropa-Fonds ohne Russland geringer. Diese Diskrepanz dürfte sich in den vergangenen Tagen noch verstärkt haben. Der Scope-Auswertung liegen die Daten von Ende Januar zugrunde.

Anleger, die sich an breiten Indizes orientieren, halten im Regelfall nur wenige russische Aktien. Im MSCI World Index sind keine russischen Titel enthalten, im breiter aufgestellten MSCI All Country World Index ist die Russland-Quote mit 0,4% sehr gering. Selbst im MSCI Emerging Markets Index spielt Russland mit einem Anteil von 3,2% nur eine geringe Rolle. Inwieweit das für aktiv gemanagte Fonds gilt, sollten Anleger im Einzelfall prüfen, da deren Portfolios signifikant von den gängigen Benchmarks abweichen können.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Scope Analysis GmbH, Lennéstraße 5, D-10785 Berlin, Tel: +49 30 27891-0, Fax: +49 30 27891-100, www.scopeanalysis.com

BNP Paribas Asset Management („BNPP AM“) legt thematische Indexfonds mit Schwerpunkt auf Medizintechnik („Med Tech“) und grüne Wasserstoffwirtschaft („Green hydrogen“) auf.

 

Beide ETFs verfolgen einen ESG-Ansatz. Die beiden neuen Fonds, die seit dem 17. März 2022 an der Euronext Paris und im Handelssegment Xetra der Deutschen Börse notiert sind, erweitern die Palette der thematischen ESG-ETFs von BNPP AM, darunter Low Carbon, Circular Economy, Blue Economy, Green Real Estate und nachhaltige Infrastruktur.

  • Der BNP Paribas Easy ECPI Global ESG Med Tech bildet den ECPI Global ESG Medical Tech Index nach, eine Auswahl der 50 weltweit aktivsten Aktien aus dem Bereich der nachhaltigen Medizintechnik, darunter Biotechnologie, Life Science Tools & Services, Instrumente, Ausrüstung und Zulieferer und Gesundheitstechnologie
  • Der BNP Paribas Easy ECPI Global ESG Hydrogen Economy bildet den ECPI Global ESG Hydrogen Economy Index ab, der Anlegern ein Investment in die 40 aktivsten Unternehmen der nachhaltigen grünen Wasserstoffwirtschaft bietet.

„Die Sektoren Gesundheitswesen und grüner Wasserstoff erfreuen sich eines starken Wachstums und sind Zukunftsthemen, die es uns ermöglichen, relevante langfristige Investmentlösungen anzubieten.“ Erklärt Claus Hecher, Head of Business Development ETF und Indexlösungen in der DACH-Region. „Diese beiden Erweiterungen unseres Angebots an Indexfonds zeigen unser Bestreben, ein wichtiger Anbieter von thematischen ESG-ETFs zu sein.“

BNP Paribas Easy ECPI Global ESG Med Tech

In den letzten zehn Jahren hat sich der Gesundheitssektor stark entwickelt, angetrieben von zahlreichen technologischen Fortschritten in den Bereichen Informatik, Robotik und Biotechnologie sowie von strukturellen Faktoren wie der demografischen Entwicklung.  Der ECPI Global ESG Medical Tech Index ist ein gleichgewichteter Index, der Anlegern ein Investment in die aktivsten börsennotierten Unternehmen der globalen Industrieländer im Bereich der nachhaltigen Medizintechnik bieten soll. Das Anlageuniversum umfasst auch ESG-Filter und Sektorausschlüsse. Die 50 Indexmitglieder werden aus vier Sektoren ausgewählt:

  • Biotechnologie: Unternehmen, die in den Bereichen Genomik und genetische Medizin oder Gentherapie tätig sind
  • Life Sciences Tools & Services: Unternehmen, die in der Forschung, Entwicklung und Produktion innovativer Medikamente tätig sind
  • Ausrüstung und Zulieferer des Gesundheitswesens: Unternehmen, die in Bereichen wie der Herstellung von Ausrüstung für das Gesundheitswesen und Krankenhausbedarf oder der Entwicklung von Systemen zur Verabreichung von Medikamenten tätig sind
  • Technologie im Gesundheitswesen: Unternehmen, die in Bereichen wie Telemedizin und digitale Gesundheit, vernetzte Gesundheitsgeräte oder Robotik tätig sind

BNP Paribas Easy ECPI Global ESG Hydrogen Economy

Für die Europäische Union spielt Wasserstoff eine Schlüsselrolle bei ihren Umstellungsbemühungen, die als „Green Deal“ bekannt sind und darauf abzielen, bis 2050 kohlenstoffneutral zu werden. Wasserstoff ist eines der weltweit am häufigsten vorkommenden Elemente und bietet eine nachhaltige Alternative zu fossilen Brennstoffen. Er stellt ein enormes Investitionspotenzial dar, da der Markt bis 2030 ein Volumen von 150 Milliarden US-Dollar erreichen oder überschreiten dürfte. Der ECPI Global ESG Hydrogen Economy Index besteht aus 40 Unternehmen, die auf der Grundlage ihrer ESG-Kriterien ausgewählt werden und und ihrer Bemühungen, ihre Abhängigkeit von Kohle und unkonventionellen fossilen Brennstoffen zu verringern, und zwar in zwei Sektoren:

  • Wasserstoff: Unternehmen, die maßgeblich an der Bereitstellung von Lösungen auf Basis von grünem Wasserstoff beteiligt sind, einschließlich Produktion, Lieferung oder Speicherung.
  • Saubere Energie: Unternehmen, die maßgeblich an der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien beteiligt sind, der in nachhaltigen Wasserstoffproduktionsanlagen verwendet wird.

Hauptmerkmale der Fonds zum 17. März 2022

Fondsname: BNP Paribas Easy ECPI Global ESG Med Tech UCITS ETF

ISIN: LU2365457410

Replikationsmethode: Physisch, ohne Wertpapierleihe

Ausschüttungspolitik: Kapitalisierung

Währung: EUR

Laufende Kosten1: 0,30%

SFDR-Kategorie2: 8

SRRI3: 6

Fondsname: BNP Paribas Easy ECPI Global ESG Hydrogen Economy UCITS ETF

ISIN: LU2365458145

Replikationsmethode: Physisch, ohne Wertpapierleihe

Währung: EUR

Laufende Kosten1: 0,30%

SFDR-Kategorie2: 9

SRRI3: 6

1) Laufende Kosten (auf jährlicher Basis).

2) Verordnung 2019/2088 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über die Offenlegung von Informationen zur nachhaltigen Entwicklung im Finanzdienstleistungssektor. Artikel 8 – Produkt, das ökologische oder soziale Merkmale fördert. Artikel 9 – Produkt mit einem nachhaltigen Anlageziel.

3) Der synthetische Risiko- und Rendite-Indikator wird auf einer Skala von 1 bis 7 ermittelt (wobei 7 die höchste Risikostufe darstellt). Er wird in regelmäßigen Abständen berechnet und kann sich daher im Laufe der Zeit ändern. Eine regelmäßige Abfrage des KIID/DICI des Fonds wird empfohlen.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

BNP PARIBAS ASSET MANAGEMENT France, Zweigniederlassung Deutschland, Europa-Allee 12, 60327 Frankfurt am Main, Tel: (069)707998-0, www.bnpparibas-am.com

Wo stehen wir?

 

Die russische Wirtschaft dürfte von den Sanktionen stark betroffen sein: Zusätzlich zu einem möglichen Vertrauensschock hat die russische Zentralbank (Central Bank of Russia, „CBR“) ihren Leitzins auf 20 % (von 9,5 %) angehoben, um den Abzug von Einlagen zu verlangsamen und der Abwertung des Rubels („RUB“) entgegenzuwirken – der RUB hat seit Mitte Februar gegenüber dem Dollar bereits um rund 50 % nachgegeben. Die CBR hat auch beschlossen, einige Kapitalverkehrskontrollen einzuführen und insbesondere Ausländern den Verkauf von Wertpapieren vorübergehend zu verbieten.

Der Krieg in der Ukraine wird sich auf das weltweite Wachstum auswirken, da die Rohstoffpreise in die Höhe geschnellt sind, und das nicht nur für Energie, sondern auch für Lebensmittel und Metalle, aber auch wegen der erneuten Spannungen in den Lieferketten: Die Ukraine liefert mehr als 90 Prozent des US-amerikanischen Neons in Halbleiterqualität, während mehr als ein Drittel des Palladiums, eines seltenen Metalls, das ebenfalls für Halbleiter verwendet wird, aus Russland bezogen wird. Einige Länder, insbesondere die Länder Afrikas und des Nahen Ostens, die von Russland und der Ukraine für Weizen abhängig sind, werden wahrscheinlich stärker betroffen sein als andere. Wir sind jedoch nach wie vor der Ansicht, dass die Erholung der Weltwirtschaft von der Pandemie nicht völlig zum Erliegen kommen wird.

Unser Makroszenario für den Euroraum

In Europa sind die Risiken für das Wachstum eher negativ, und wir können ein “Worst-Case”-Szenario nicht ausschließen, bei dem eine vollständige Einstellung der russischen Gasversorgung eine Rezession auslösen würde. Bislang sind die Sanktionen jedoch eng gefasst, um die europäischen Energieimporte aus Russland nicht direkt zu beeinträchtigen. So hat Italien bereits ein 8-Milliarden-Euro-Hilfspaket zur Entlastung des Energie- und Automobilsektors beschlossen, Deutschland ein 13-Milliarden-Euro-Paket, um die Haushalte bei der Bewältigung des Energiepreisanstiegs zu unterstützen, und Frankreich hat eine vorübergehende Begrenzung der regulierten Energiepreiserhöhungen ab Ende 2021 beschlossen. Wenn sich die Spannungen auf dem Energiemarkt nicht wesentlich verschärfen, könnte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum 2022 immer noch über 3 % liegen. In diesem Umfeld wird die EZB wahrscheinlich an ihrem Plan festhalten und ihre lockere Geldpolitik behutsam aufgeben.

Die US-Wirtschaft ist weniger stark von Russland abhängig, und der Aufschwung wird wahrscheinlich nicht aus dem Rhythmus geraten. Zwar wird die höhere Inflation den privaten Konsum belasten, doch werden überschüssige Ersparnisse und höhere energiebezogene Investitionen für einen gewissen Puffer sorgen. Bei einer Wirtschaft mit maximaler Beschäftigung und einer hohen Inflation wird die Federal Reserve zu einer neutralen Haltung tendieren und die Zinsen bis Ende 2023 mehrmals in Richtung 2,25 % anheben.

Welche Risiken sind derzeit auf den Finanzmärkten eingepreist?

Die Volatilität der Aktien, insbesondere in Europa, erreicht Höchststände, was logischerweise den Stress widerspiegelt, der mit der totalen Invasion der Ukraine durch Russland verbunden ist. Ein Ereignis, das Anfang Februar noch unwahrscheinlich schien. Was die absolute Höhe der Volatilität anbelangt, so haben wir noch nicht die Spitzenwerte erreicht, die man aus großen Krisen kennt und die ein Zeichen für die Kapitulation der Finanzmärkte wären.

Die Aktienindizes haben bereits seit Anfang des Jahres Korrekturen erfahren. Am 15. März hatte die Eurozone einen Rückgang von etwa 15 % zu verzeichnen, mehr oder weniger im Einklang mit den amerikanischen Märkten und den Schwellenländern. Der FTSE100 (Vereinigtes Königreich) ist der widerstandsfähigste Index mit einem Rückgang von nur etwa 5 %. Die Zinsen sind nach wie vor extrem volatil. Nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine fielen die Zinsen stark, um dann im Anschluss an die EZB-Sitzung wieder kräftig anzusteigen, als Reaktion auf den zunehmenden Inflationsdruck und die Entschlossenheit der Zentralbanken zur Inflationsbekämpfung. Schließlich haben Rohstoffe, die der größte Ansteckungsfaktor dieser Krise für unsere Volkswirtschaften sind, neue Höchststände erreicht (Ölpreis, Erdgas in Europa, Landwirtschaft, Störung des Nickelmarktes…), bevor sie diese Woche wieder zurückfielen. Die Volatilität und die Gegenbewegungen machen es schwierig, diesen Markt zu lesen und zu antizipieren.

Welches Szenario sollten wir also heute in Betracht ziehen?

Wenn dieser Konflikt schnell gelöst wird und die Rohstoffpreise weiter sinken, könnte sich der gesamtwirtschaftliche Schaden in Grenzen halten. Die Märkte könnten auf ihren Wachstumskurs zurückkehren: Der Inflationsdruck würde zurückgehen und das wirtschaftliche Umfeld würde sich verbessern. Die Zentralbanken könnten ihren Normalisierungskurs gelassener verfolgen. In diesem Zusammenhang könnten die „wertvollsten“ Regionen wie Europa und Japan am meisten von dieser Erholung profitieren. Umgekehrt könnte die Verschlechterung der gegenwärtigen Situation die Wachstums- und Inflationsprognosen etwas mehr belasten und das Risiko einer „Stagflation“ verstärken, die schließlich zu einer „Rezession“ führt. In diesem Zusammenhang sollte die Allokation in risikoreiche Vermögenswerte reduziert werden, während die Renditekurve sich abflachen sollte, bevor sie sich umkehrt. Das Ergebnis bleibt also binär und für die Anleger unangenehm. Dies erklärt auch, warum die Abflüsse aus Aktien bisher begrenzt sind.

Bewaffnete Konflikte haben keine dauerhaften und signifikanten Auswirkungen auf die Märkte, es sei denn, sie führen zu einer Energiekrise… was heute der Fall ist.

Wie haben wir unsere diversifizierten Portfolios seit Beginn des Krieges angepasst?

Seit Anfang Februar haben wir unser Engagement in Aktien reduziert, indem wir die Absicherung in unseren Portfolios erhöht haben. Wir steuern das Aktienexposure aktiv, indem wir uns auf einen potenziell binären Ausgang der Krise einstellen und dabei sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken berücksichtigen. Wir haben unsere Investments in Gold und in bestimmten Währungen wie dem USD, dem Yen und dem Schweizer Franken erhöht. Wir haben außerdem die Positionen in Rohstoffen (Bergbau und US-Ölsektor) aufgestockt und unser Engagement in Finanztiteln, dem seit Anfang Februar am stärksten betroffenen Sektor, reduziert. Wir behalten einen flexiblen und pragmatischen Ansatz bei, bis wir mehr Klarheit über den Ausgang des Krieges haben.

Eine Zeitleiste der jüngsten Ereignisse

Welche Forderungen hat Russland gestellt?

Russland forderte „Sicherheitsgarantien“, darunter die Zusicherung der NATO, dass die Ukraine niemals der Gruppe beitreten wird und dass die Allianz ihre Truppen aus den Ländern abziehen wird, die nach 1997 beigetreten sind. Russland betrachtet die Ukraine als Teil seiner natürlichen Einflusssphäre und ist beunruhigt über die Annäherung der Ukraine an den Westen und die Aussicht, dass das Land der NATO (oder der Europäischen Union) beitreten könnte. Die Ukraine erhält finanzielle und militärische Hilfe von den Vereinigten Staaten und Europa, obwohl sie zu keinem der beiden gehört.

Die wichtigsten Ereignisse der letzten Zeit

  • Während das russische Militär über viele Monate hinweg Soldaten und schweres Gerät in die die Ukraine umgebenden Gebiete verlegte, boten sowohl die USA als auch Europa an, eine diplomatische Lösung auszuhandeln. Am 14. Februar erklärte Russland, eine diplomatische Lösung sei immer noch möglich.
  • Am 21. Februar beschloss der russische Präsident Putin, die separatistischen Volksrepubliken Luhansk und Donezk in der Ostukraine anzuerkennen. Die internationale Gemeinschaft reagierte mit der Verhängung neuer Sanktionen gegen Russland.
  • Am 24. Februar verkündete Putin den Beginn einer „speziellen Militäroperation“ in der Ukraine, um die Ukraine zu „entmilitarisieren“, aber nicht zu besetzen. Sein Ziel sei es, die Ukraine zu neutralisieren und Russland zu schützen. US-Präsident Biden verurteilte Moskaus “unprovozierten und ungerechtfertigten” Angriff auf die Ukraine und versprach, die Welt werde Russland „zur Rechenschaft ziehen“.
  • Am 27. Februar versuchten russische Streitkräfte, die Kontrolle über einige der größten Städte der Ukraine (z. B. Kiew und Charkiw) zu übernehmen.
  • Am 28. Februar brachten die Verhandlungsgespräche zwischen Russland und der Ukraine keine Lösung. Russland begann mit dem Beschuss ukrainischer Städte.
  • Am 8. März erbrachten die Verhandlungsgespräche zwischen den Außenministern Russlands und der Ukraine keine offensichtlichen Fortschritte in Richtung eines Waffenstillstands.

Am 21. und 22. Februar wurden Sanktionen beschlossen:

  • Neben der Bekämpfung von Putin nahestehenden Führungspersönlichkeiten und Familien oder bestimmten Einrichtungen wurde US-Finanzinstituten die Teilnahme am Primärmarkt für auf Rubel oder Nicht-Rubel lautende Anleihen, die von der Zentralbank der Russischen Föderation, dem Nationalen Vermögensfonds der Russischen Föderation oder dem Finanzministerium der Russischen Föderation begeben wurden, oder die Kreditvergabe in Rubel oder Nicht-Rubel an diese verboten. US-Finanzinstituten wurde außerdem untersagt, sich am Sekundärmarkt für auf Rubel oder Nicht-Rubel lautende Anleihen zu beteiligen, die nach dem 1. März 2022 von diesen Einrichtungen ausgegeben werden.
  • Europa verhängte Sanktionen gegen die 351 Mitglieder der russischen Staatsduma, die am 15. Februar für den Appell an Präsident Putin gestimmt hatten, die Unabhängigkeit der selbsternannten „Republiken“ Donezk und Luhansk anzuerkennen; Sanktionen gegen weitere 27 Personen; Beschränkungen der wirtschaftlichen Beziehungen zu den nicht von der Regierung kontrollierten Gebieten von Donezk und Luhansk; Beschränkungen des Zugangs des russischen Staates und der russischen Regierung zu den Kapital- und Finanzmärkten und -dienstleistungen der EU. Deutschland kündigte außerdem an, das Zulassungsverfahren für die umstrittene Nord Stream 2-Pipeline angesichts des russischen Einmarsches in der Ukraine auszusetzen.

Sanktionen, die am 24. Februar beschlossen wurden:

  • Die USA beschlossen neue Sanktionen, die die Sberbank vom US-Finanzsystem ausschließen, die VTB und drei weitere russische Finanzinstitute vollständig blockieren, 13 Unternehmen und Einrichtungen mit neuen Schulden- und Kapitalbeschränkungen belegen, sieben russische Führungspersonen und ihre Familien ins Visier nehmen und 24 Belarussen wegen ihrer Unterstützung der russischen Invasion treffen. Außerdem wurden Ausfuhrbeschränkungen für Telekommunikations- und Technologieausrüstungen verhängt, um Russlands Möglichkeiten zur Weiterentwicklung seines Militär- und Luftfahrtsektors einzuschränken.
  • Europa verhängte weitere Sanktionen gegen Russland, die auf den Finanzsektor abzielen, aber auch die Ausfuhr von Raffinerieausrüstung und Flugzeugen (einschließlich Ersatzteilen) verbieten.

Sanktionen, die am 27. Februar beschlossen wurden:

  • Ausgewählte russische Banken wurden aus dem SWIFT-System für den Nachrichtenaustausch ausgeschlossen. Damit wird sichergestellt, dass diese Banken vom internationalen Finanzsystem abgekoppelt sind und ihre Fähigkeit, weltweit zu operieren, beeinträchtigt wird.
  • Die russische Zentralbank wird daran gehindert, ihre internationalen Reserven zu nutzen. Es sei jedoch daran erinnert, dass Russland nicht nur eine beträchtliche Menge an Gold hält (etwa ein Viertel seiner Reserven in Höhe von 634 Mrd. USD), sondern dass die russische Zentralbank auch den Standort, an denen sie ihre Reserven aufbewahrt, diversifiziert hat, wobei China jetzt ihr größter Verwahrer ist.

Neue Sanktionen, die zwischen dem 8. und 11. März beschlossen wurden:

  • US-Präsident Biden kündigte ein Einfuhrverbot für fossile Brennstoffe an. Zuvor hatte das Vereinigte Königreich angekündigt, bis Ende 2022 kein russisches Öl mehr zu kaufen (die britischen Sanktionen gelten nicht für Erdgas).
  • Die EU weitete ihre Sanktionen auf Belarus aus (SWIFT-Ausschluss, ein Transaktionsverbot mit der Zentralbank, Beschränkungen der Finanzströme aus Belarus in die EU und ein Verbot der Lieferung von auf Euro lautenden Banknoten an Belarus).
  • Es wurden Beschränkungen für die Ausfuhr von Seeschifffahrts- und Funkkommunikationstechnologie nach Russland verhängt.
  • Ein Verbot der Ausfuhr von Luxusgütern aus der EU nach Russland und der Einfuhr von Eisen- und Stahlwaren aus Russland wurde ebenfalls beschlossen.

 

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Fed hat Zinswende eingeleitet

 

Die US-Notenbank Fed hat wie erwartet eine Zinswende eingeleitet. In einem ersten Schritt erhöhte sie die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf die Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent. Ein wesentlicher Grund für die Zinserhöhung liegt nach Fed-Angaben in der hohen US-Inflationsrate, die im Februar auf 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen ist – das ist der höchste Wert seit 1982. Die Fed plant weitere Zinsschritte in diesem Jahr, bis auf 1,9 Prozent könnte der US-Leitzins nach Fed-Prognosen bis Ende 2022 ansteigen.

Die Aktienmärkte reagierten auf die Zinserhöhung zunächst unaufgeregt – schon lange wurde über die Zinserhöhung spekuliert: Der S&P 500 legte am Tag nach der Zinsankündigung leicht um 1,2 Prozent zu, der DAX war nahezu unverändert am 17. März (-0,4%). Dennoch bleiben die Aktienkurse derzeit vor allem aufgrund des Ukraine-Kriegs sehr volatil, und die bereits erfolgte sowie die noch anstehenden Zinserhöhungen sorgen weiter für Verunsicherung bei vielen Anlegern – denn viele Experten sehen es quasi als „Marktgesetz“, dass die Aktienkurse bei Zinserhöhungen stark unter Druck geraten. Ist die Sorge vor Kursrückgängen in Zusammenhang mit Zinserhöhungen heute noch berechtigt? Die Hamburger Sutor Bank hat dazu eine Kurzanalyse durchgeführt und die Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed ab 2015 sowie deren Auswirkungen auf den Aktienindex S&P 500 näher betrachtet. Das Ergebnis: Für die letzten Jahre lässt sich nicht nachweisen, dass Zinserhöhungen für länger anhaltende Kursrückgänge am Aktienmarkt sorgten. Grundsätzlich dürften Ausschläge am Aktienmarkt nur sehr bedingt isoliert auf die Zinspolitik zurückzuführen sein. Und: Gibt es Rückgänge, gleichen sich diese häufig schnell wieder aus.

9 Zinserhöhungen zwischen 2015 und 2018 – nur in zwei Fällen auf Sicht von einem Jahr Kursrückgang

Zwischen 2015 und 2018 drehte die Fed zuletzt neun Mal an der Zinsschraube nach oben. Um Auswirkungen der Zinsschritte auf die Aktienkurse nachvollziehen zu können, verglich die Sutor Bank den Stand des S&P 500 sechs Monate vor dem Zinsschritt mit dem sechs Monate nach dem Zinsschritt – weil in der Regel die Märkte schon aufgrund von Spekulationen einige Zeit vor dem eigentlichen Zinsschritt reagieren.

Das Ergebnis: Nur in zwei von neun Fällen gab es um den Zinsanstieg herum eine negative Kursentwicklung des S&P 500 – nämlich im Dezember 2015, als die Fed nach acht Jahren gleich gebliebener Zinsen wieder die Zinsen erhöhte, sowie im Juni 2018, als die Fed den Leitzins von 1,75 auf 2,0 Prozent anhob. In beiden Fällen waren die Rückgänge mit jeweils rund 2 Prozent auf Sicht von einem Jahr moderat. Auf nur etwas längere Sicht von eineinhalb Jahren – 6 Monate vor Zinsschritt bis 12 Monate nach Zinsschritt – lagen die Kurse wieder im Plus. Von den sieben weiteren Zinserhöhungen bis Dezember 2018 zeigte sich der S&P 500 unbeeindruckt im Hinblick auf Kursrückgänge, vielmehr legte er auf Sicht von einem Jahr um den Zinsschritt herum zwischen 6,8 bis 18,3 Prozent zu.

Gemäß Sutor Bank zeigt die Kurzanalyse, dass die einfache Gleichung Zinserhöhung gleich Kursrückgang am Aktienmarkt so isoliert nicht stimmt. De facto ist nicht nachvollziehbar, ob eine Zinserhöhung heutzutage überhaupt noch einen spürbaren Einfluss auf die Aktienmärkte hat. Aussagen, die jedoch genau diese Verbindung nahelegen, würden vielmehr für Verunsicherung bei Anlegern sorgen. Es bestehe sogar die Gefahr einer „self-fulfilling prophecy“: Je mehr Investoren sich vom Aktienmarkt abwenden, weil sie Kursrückgänge im Zuge der bevorstehenden Zinserhöhungen befürchten, desto eher könnte ein Kursrückgang auch wirklich eintreten.

Interessant ist auch ein Blick auf die aktuelle Zinserhöhung: Der S&P 500 hat auf Sicht von sechs Monaten bis zur Bekanntgabe des Zinsschritts am 16. März um moderate 1,7 Prozent nachgegeben – und dies angesichts eines obendrein herausfordernden Marktumfelds durch die Ukraine-Krise. Im Hinblick auf weitere Zinserhöhungen der Fed, aber auch das Einleiten der Zinswende durch die EZB in diesem Jahr sollten sich Anleger aus Sicht der Sutor Bank daher nicht verunsichern lassen. Vielmehr gelte es, die grundsätzlichen Gesetzmäßigkeiten am Kapitalmarkt zu beherzigen: Schwankungen gehören dazu, auf Rückgänge folgen auch wieder Kurssteigerungen, hektisches Umschichten aus Aktien heraus sorgt eher für Renditeeinbußen. Wer dies berücksichtige, müsse sich um (weitere) Zinserhöhungen keine Sorgen machen.

 

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Sutor Bank, Max Heinr. Sutor oHG, Hermannstr. 46, 20095 Hamburg, Tel. +49 (0)40 / 8090 6855 17, www.sutorbank.de 

Europäische Notenbank unter Zugzwang nach Fed-Entscheidung und steigender Kerninflation

 

Trotz steigender Inflation zögert die Europäische Zentralbank, die Leitzinsen anzuheben.  “Nach der Erhöhung der Leitzinsen in den USA wächst der Handlungsdruck auf die EZB”, sagt Arno Fuchs, Geschäftsführer des Münchener Finanzierungsspezialisten FCF Fox Corporate Finance GmbH.  Die US-Notenbank Fed hat am Mittwochabend die Leitzinsen von bisher 0,25 Prozent auf 0,5 Prozent erhöht.

Im Februar 2022 ist die Inflation (einschließlich der Energie- und Nahrungsmittelpreise) in Deutschland auf 5,5 Prozent (nach 5,2 Prozent im Januar 2022) und die Kerninflation auf 3,0 Prozent (2,9 Prozent) weiter angestiegen.  Im für die EZB-Zinsentscheidungen relevanten gesamten Euroraum kletterte die Inflation im gleichen Zeitraum auf 5,8 Prozent (5,1 Prozent) und die Kerninflation auf 2,7 Prozent (2,3 Prozent).  Bisher hielt sich die EZB mit Zinserhöhungen zurück und beließ den Leitzins (EZB Hauptrefinanzierungsinstrument) weiterhin bei 0 Prozent, insbesondere mit der Begründung, dass die Kerninflationsrate nicht signifikant über dem EZB-Inflationsziel von “um 2,0 Prozent” liegt.  Auch vor dem Hintergrund der nach wie vor schwachen Wirtschaftsleistung der südlichen und östlichen Euroländer erschienen Zinserhöhungen bislang nicht angeraten.  “Mit dem Anstieg der Euro-Kerninflation auf nun 2,7 Prozent ist das Hauptargument, der noch im Rahmen liegenden Kerninflation, zunehmend nicht mehr haltbar”, sagt FCF-Geschäftsführer Arno Fuchs.

Auch vor dem Hintergrund der gestrigen Erhöhung der US-Leitzinsen (Federal Funds Rate) der US-Federal Reserve Bank um 0,25 Prozent auf eine Bandbreite von 0,25 bis 0,50 Prozent (von bisher 0,0 bis 0,25 Prozent) gerät die EZB nun weiter unter Zugzwang.  Allerdings liegen sowohl der US-Verbraucherpreisindex mit 7,9 Prozent im Februar 2022 (nach 7,5 Prozent im Januar) als auch die US-Kerninflation mit 6,4 Prozent (nach 6,0 Prozent) jeweils deutlich über den aktuellen Eurozonen-Werten, was die aktuelle Zinsentscheidung der FED plausibilisiert.

Zwar hat die EZB vor gut einer Woche angekündigt, ihr Anleihekaufprogramm (APP) bereits im Juni 2022 wieder auf EUR 20 Mrd. zu reduzieren – ursprünglich war dies für Oktober dieses Jahres geplant – und Zinserhöhungen für “einige Zeit” nach Beendigung des APP-Programms nicht mehr ausgeschlossen, was als erster vorsichtiger Schritt zur Bekämpfung der Inflationsentwicklung zu interpretieren ist.  “Ob dies jedoch vor dem Hintergrund der aktuell weiter stark steigenden Preise ausreichend ist, darf bezweifelt werden”, glaubt Arno Fuchs und ergänzt: “Mit einer Leitzinserhöhung auch seitens der EZB muss also nun eher früher als später gerechnet werden.”

Da sich die aktuelle Inflation sowie insbesondere auch eine Leitzinserhöhung aber auch auf Finanzierungszinsen auswirken, ist daher auch bei den Finanzierungskosten von einer weiter steigenden Tendenz auszugehen.  “Unternehmen bzw. Unternehmer, welche in den kommenden zwei Jahren zusätzlichen Finanzierungsbedarf haben oder Anschlussfinanzierungen benötigen sind daher gut beraten, sich mit diesem Thema rechtzeitig vertraut zu machen und eine Finanzierung gegebenenfalls auch früher aus ursprünglich geplant anzugehen und sich die aktuell noch niedrigen Finanzierungskosten zu sichern”, empfiehlt Arno Fuchs.

ÜBER FCF FOX CORPORATE FINANCE

FCF ist eine spezialisierte Investment-Bank und Finanzierungsspezialist für börsennotierte und private Unternehmen des Mittelstands im deutschsprachigen Raum. FCF fokussiert sich dabei auf vier Kundensegmente:

  • MidCap: Mittelständische Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen aus klassisch-mittelständischen Industriesektoren, wie z.B. Industrieprodukte und Maschinenbau, Automobilbau, Telekommunikation, Logistik und Konsumprodukte, etc.
  • SmallCap / Growth: Unternehmen mit Umsätzen zwischen €20 und € 100 Mio. und hohen / überdurchschnittlichen Wachstumsraten
  • DeepTech: Unternehmen mit einem starken F&E-Schwerpunkt im Technologiesektor, welche sich in der Kommerzialisierungsphase befinden und bereits erste, schnell wachsende Umsätze verzeichnen
  • Life Sciences: Hochinnovative Unternehmen mit starker Konzentration auf der Entwicklung von “cutting-edge” Bio-, Medizin- und Gesundheitstechnologie sowie pharmazeutischer Lösungen

FCF strukturiert, arrangiert und platziert Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen und unterstützt seine Mandanten bei der Realisierung von Venture-, Wachstums-, Pre-IPO / IPO-, Akquisitions-, Finanzierungs- und Refinanzierungsstrategien. Das 2005 gegründete Unternehmen mit Firmensitz in München unterhält direkte Beziehungen zu führenden deutschen, europäischen und internationalen Finanzierern, Kreditgebern und Investoren, welche den deutschen Markt adressieren.

 

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FCF Fox Corporate Finance GmbH, Maximilianstrasse 12-14, 80539 München, Tel: +49-89-20 60 4090, www.fcf.de

Kryptowährungen werden oft wie Gold als Inflationsschutz gesehen.

 

Das mag auf den ersten Blick einer gewissen Logik nicht entbehren, ist doch die Zahl der Bitcoin wie die Menge des Goldes begrenzt. „Doch das war es auch schon mit den Parallelen“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. „Der Wert der Kryptos hängt fast ausschließlich von vorhandener Liquidität ab, der des Goldes vom Realzins.“

Landläufig werden Kryptowährungen gern in eine Reihe gestellt mit Gold als Inflationsschutz. Für manchen Anleger mag das sogar ein wichtiger Punkt für ein Investment gewesen sein. „Das ergibt allerdings weder empirisch Sinn noch von der Logik her“, so Bente. „Kryptos sind in erster Linie abhängig von der Liquidität: Immer dann, wenn Liquidität reichlich vorhanden war, kam es zu großen Kursanstiegen bei Bitcoin & Co.“ Der Goldpreis hängt dagegen vom Realzins ab. „Gold steigt, wenn der Realzins negativ ist, Inflation also den Zins übersteigt.“

Beide Ereignisse können zufällig zusammenfallen – oder können konstruiert werden: „Etwa dann, wenn die Notenbanken bewusst den Zins niedrig halten, obwohl die Inflation hoch ist“, sagt Bente. Dann profitieren sowohl Gold als auch Kryptos von einer lockeren Notenbankpolitik. Ursächlich sind für den Kursanstieg aber zwei verschiedene Punkte.

Werden Assetklassen anhand ihrer Duration, also ihrer innewohnenden Zinssensitivität, analysiert, dann sind Kryptos die Assetklasse mit der längsten Duration, also der höchsten Zinssensitivität. „Ganz einfach schon deshalb, weil Kryptowährungen ihre Rendite nur aus einer Preisbewegung nach oben generieren“, sagt Bente. „Eine physische oder sonstige Wertschöpfung unmittelbar aus Krypto heraus geschieht nicht oder nur in sehr geringem Umfang.“ Dementsprechend entsteht eine rein preisbasierte Rendite: je niedriger der Zins, desto unattraktiver die Barwerte der Alternativen. Und je reichlicher Liquidität vorhanden ist, umso stärker die Kursausschläge nach oben.

Deswegen sind Kryptos insbesondere dann wieder attraktiv, wenn die Notenbanken weniger streng handeln. „Das kann eine Überraschung sein, weil sie weniger stark auf die Bremse treten, als derzeit von allen erwartet“, so Bente. „Spätestens wenn sie irgendwann wieder richtig stimulativ werden, geht es auch für die Kryptos erneut deutlich nach vorne.“ In Zeiten zunehmender Notenbankrestriktivität haben es Kryptos und Bitcoin dagegen eher schwer. Das wiederum ist tendenziell bei Gold auch so. Der Grund: Wenn die Notenbanken restriktiv sind, steigen die Zinsen möglicherweise stärker als die Inflation und damit wird der Realzins weniger negativ. „Aber auch hier sind die beiden Themen nicht unmittelbar kausal miteinander verknüpft, es kann nur zeitlich zusammenfallen“, sagt Bente. Fazit: Gold ist der perfekte Inflation Hedge, insbesondere wenn die Inflationsraten deutlich eskalieren, es vielleicht sogar einen generellen Vertrauensverlust ins Währungssystem gibt. Dagegen sind Kryptowährungen perfekt, um von stimulativen Phasen der Geldpolitik zu profitieren.

Über die Vates Invest GmbH

Die Vates Invest GmbH, gegründet 2011, ist eine inhabergeführte Asset-Management-Boutique. Die Erfahrung zweier tiefer Aktienbärenmärkte (2001 und 2008) war prägend für die Philosophie von Vates. Das Spezialgebiet sind börsentägliche quantitative Analysen des monetären, konjunkturellen und sentimenttechnischen Umfelds. Seit 2014 verkörpert der Vates Parade Fonds die Portfoliomanagementstrategie von Vates Invest. Kernziel ist es, langfristig positive Rendite zu erzielen und zugleich die Anleger vor großen Verlusten in Bärenmärkten zu schützen.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Vates Invest GmbH, Bürgermeister-Mahr-Straße 18, 63179 Obertshausen, Tel: 06104 9872072, www.vates-invest.de

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

 

Substanz- oder Wachstumswerte? Was medial oft zu einer Glaubensfrage gemacht wird, ist in Wirklichkeit keine. Wieso? Beide Bereiche haben durchaus ihre Berechtigung – es kommt allerdings immer auf das jeweilige Marktumfeld an. Bevor der Krieg in der Ukraine die Märkte erfasst hat, hatten Substanzwerte Aufwind. Über viele Jahre waren diese Repräsentanten der klassischen Industrie vernachlässigt worden und standen im Schatten vielversprechender Technologie-Unternehmen, die mehr Wachstum und eine gehörige Portion Zukunft versprachen.

Turbulente Märkte halten uns den Spiegel vor

Doch dann näherte sich die Zinswende. Wenn die Zinsen in absehbarer Zeit wieder steigen, verteuert das die Refinanzierung von Wachstumsunternehmen. Substanz, also Werte, die im Hier und Jetzt Geld verdienen, sind wieder gefragt – und zwar aus guten Gründen. So erzielen sogenannte Value-Unternehmen in der Regel nicht nur höhere Margen, sie weisen auch Gewinne auf. Die Abhängigkeit vom Kapitalmarkt ist bei vielen Substanzwerten, wie etwa aus den Bereichen Telekommunikation oder Energieversorgung, geringer. Folglich sorgte die Zinsfantasie, gepaart mit der jahrelangen Vernachlässigung von Substanztiteln, für deren Comeback.

Doch dann kam der schreckliche Einmarsch Russlands in die Ukraine. Die Aussicht auf neuerliche Lieferschwierigkeiten rund um dringend benötigte Kabel für die Autoindustrie, höhere Energiepreise und andere Vorprodukte versetzte wiederum Substanzwerte, die schon heute handfeste Produkte oder Dienstleistungen erbringen, einen Dämpfer. Vereinzelt profitierten gar wieder Zukunftstitel. Doch welchen Sinn hat es, das Hin und Her zwischen Substanz- und Wachstumswerten mit zu verfolgen und nachträglich zu versuchen, die Gründe zu analysieren? Keinen!

Die aktuelle Marktphase zeigt klar, dass es bei Investments nicht um Glaubensfragen gehen soll, sondern darum, Titel zu identifizieren, die Stabilität und Wachstum versprechen. In manchen Marktphasen fallen eher Wachstumswerte in diese Kategorie, in anderen eher Substanztitel. Niemals jedoch verläuft die Trennlinie eindeutig. Das liegt unter anderem daran, dass es viele Unternehmen gibt, die mit Wachstum und Substanz gleichermaßen punkten. Beispiele sind etwa die großen IT-Unternehmen aus den USA oder auch Vertreter der klassischen Industrie, die sich gerade ein neues Geschäftsfeld rund um Themen wie Elektromobilität oder Wasserstoff aufbauen.

Diskussion Value vs. Growth: Vergessen Sie die Synthese nicht!

Statt sich über theoretische Fragen den Kopf zu zerbrechen, sollten Anleger je nach Marktlage Akzente setzen, ohne zu dogmatisch zu sein. Die Wahl von unterbewerteten Substanzwerten macht angesichts steigender Preise und einer nahenden Zinswende durchaus Sinn – sofern Geschäftsmodelle stimmen und auch mit Blick in die Zukunft robust sind. Man könnte auch von Substanz mit Zukunft sprechen. Im umgekehrten Fall können auch Wachstumsunternehmen, die langfristige Perspektive auf Gewinne aufweisen, Beachtung geschenkt werden. Man könnte auch von Wachstum mit Substanz sprechen. Wahrscheinlich bietet der Bereich, in dem sich Substanz und Wachstum überlappen, langfristig sogar die besten Chancen. Um diese Bereiche zu identifizieren, müssen Anleger die alte Glaubensfrage zwischen Growth und Value ergebnisoffen und keinesfalls polemisch diskutieren. Das Beste aus beiden Welten hat Anleger letztlich noch immer am meisten nach vorn gebracht. Zudem sollten in einem breit diversifizierten Depot nicht nur verschiedene Growth und Value-Titel enthalten sein. Andere Assetkassen wie Anleihen, Rohsotffe, Immobilien und Alternative Investments stellen neben der weiteren Streuung ebenfalls interessante Investitionsmöglichkeiten dar.

 

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Laureus AG Privat Finanz, Ludwig-Erhard-Allee 15, D-40227 Düsseldorf, Tel: 0211 / 16098­0, www.laureus­ag.de

Patrick Barbe, Head of European Investment Grade Fixed Income bei dem unabhängigen US-amerikanischen Vermögensverwalter Neuberger Berman, kommentiert die Aussagen der letzten EZB-Sitzung:

 

„Überraschenderweise hat die EZB an ihrer bisherigen Agenda zur Normalisierung ihrer Geldpolitik festgehalten. Der EZB-Rat ist beunruhigt über die beschleunigte Inflation, möchte jedoch aufgrund der durch die Ukraine-Invasion verursachten Unsicherheiten nicht überstürzt handeln. Daher dürfte der Markt aufgrund der unterdurchschnittlichen Performance kurz- bis mittelfristiger Anleihen bei steigenden Renditen in Richtung einer abflachenden Zinskurve tendieren. Der durch die staatliche Nachfrage starke Primärmarkt könnte die Ränder der Zinskurve ebenfalls belasten.“

„Die EZB prognostiziert einen erneuten Anstieg der Inflationsraten, der über ihrem Ziel für den Kernindex in diesem Jahr, aber nicht im Jahr 2023 liegt. Die EZB rechnet damit, dass die Normalisierung ihrer Leitzinsen und das Ende des PEPP und des APP den Druck auf die Inflation verringern werden. Somit sollten die Verbraucher infolge der EZB-Entscheidung mit einer niedrigeren Inflation rechnen und keine Lohnindexierung fordern.“

„Wir hatten erwartet, dass die EZB ihre Geldpolitik aufgrund der russischen Invasion beibehält, angesichts des Inflationsrisikos jedoch eine restriktive Haltung einnimmt. Ihre Beschlüsse stellen derzeit also eher eine zeitliche Diskrepanz zu unserer ursprünglichen Erwartung dar, die wegen des höheren Risikos einer beschleunigten Inflation gerechtfertigt sein könnte. Wir möchten uns daher verstärkt unseren Inflationsrisiken und unseren Risiken einer abflachenden Renditekurve widmen.“

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Neuberger Berman Europe Limited, Friedrich-­Ebert­-Anlage 49, D-­60308 Frankfurt,Tel: +49 69 509 56 5648/5649, www.nb.com