Tim Bütecke, Initiator, Gründer und langjähriger Vorstand von Exporo, dem deutschen Marktführer im Immobilien Crowdinvesting, startet offiziell nach zweijähriger Vorbereitungszeit und seinem Exit eine neue Plattform unter dem Namen “winvesta”.

 

Tim Bütecke, der im Herbst 2019 bei Exporo mit einem persönlich realisierten Track Record von rd. 2,5 Mrd. Euro und ohne Projektausfälle ausgestiegen ist, hat ein Qualitätsproblem in der Branche erkannt und möchte mit seiner neuen Plattform gegensteuern: “Mein wichtigstes Asset ist Vertrauen. Ich werde mit winvesta erneut den Beweis antreten, dass Crowdinvesting funktioniert und verlässliche Renditen beschert – wenn das richtige Projekt am richtigen Ort von den richtigen Personen umgesetzt wird. Deshalb werde ich sehr konsequent bei der Auswahl auf Qualität und weniger auf Quantität setzen. Mein Ehrgeiz ist es, dass Anleger wie auch Projektentwickler von meiner Erfahrung und Arbeit profitieren.” Unterstützt wird Tim Bütecke von den Brüdern Aike und Henning Vaqué. Die Gründer und Vorstände der wika AG sind ausgewiesene Finanz- und Vertriebsexperten und Co-Founder der winvesta.

Crowdinvesting 2.0: Tokenisierung, Wertpapiere und Kredit vs. Darlehen

winvesta vermittelt über die Plattform ausschließlich Wertpapiere – tokenisierte Schuldverschreibungen – und ermöglicht dadurch mittelbare Investments in Sachwerte, wie zum Beispiel Immobilienprojekte. Bei der Auswahl der später auf der Plattform platzierten Angebote achtet winvesta auf innovative und für Anleger attraktive Arten der Finanzierung von Projektentwicklungen. So führte Tim Bütecke selbst mit HFH die Finanzierung von Immobilienkrediten über eine zwischengeschaltete Servicebank ein, um eine Besserstellung im Vergleich zu gängigen Darlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt zu erreichen. Dies kommt mittelbar auch Anlegern zugute.

Zudem ist mit den Projektentwicklern eine Gewinnauszahlungssperre vereinbart: Die Gewinne werden erst an die Gesellschafter der Projektentwicklungsgesellschaft ausgezahlt, wenn auch die Kredite der Anleger einschließlich Zinsen vollständig zurückgezahlt wurden.

Erste Produkte: Mittelbares Investment in das Neubauprojekt BC 277 in Hamburg

Über die neue winvesta-Plattform können Anleger ab einem Betrag von 500 Euro mittelbar in das Projekt BC 277 investieren. Hierbei handelt es sich um ein Bestands- und Neubauprojekt in Hamburg-Bramfeld. Entwickelt wird das Projekt von der HIPE Hamburger Immobilien Projekt- und Entwicklungsgesellschaft mbH, die über langjährige Erfahrung verfügt.

Im Zuge des digitalen Investmentprozesses erwerben Anleger tokenisierte Schuldverschreibungen, die über die HFH BC277 GmbH emittiert werden. Insgesamt werden Schuldverschreibungen in Höhe von 2.486.600 Euro aufgeteilt in zwei Tranchen und dargestellt in zwei Produkten ausgegeben. Die Festverzinsung beträgt in Abhängigkeit von der Zeichnungssumme zwischen 4,50 und 4,75 Prozent p.a.. Darüber hinaus partizipieren Investoren von einer Erfolgsbeteiligung von prognostizierten 0,5 Prozent p.a.. Diese wurde in Abhängigkeit von der Höhe des Verkaufserlöses mit dem Projektentwickler vertraglich vereinbart. Das Investment läuft bis zum 30.04.2024.

Ausführliche Informationen zu dem Projekt, den Schuldverschreibungsbedingungen sowie Risiken stehen Interessierten auf dem Marktplatz www.winvesta.de zur Verfügung.

 

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winvesta GmbH, Willy-Brandt-Str. 67, 20457 Hamburg, Tel: 040 41437 999, www.winvesta.de

Deutscher Geldanlage-Index trotz Marktturbulenzen stabil

 

  • Meinungsklima für aktienbasierte Anlageformen positiver als im Vorjahr
  • Optimismus-Trend der 18- bis 29-Jährigen ungebrochen

Die sich in den letzten Jahren bei privaten Anlegern etablierende Aktienkultur in Deutschland hält der schwierigen Marktlage stand. Das zeigt die Sommer-Erhebung des Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) durch das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA). Mit einem Wert von 28,9 verzeichnet der Index zwar einen leichten Rückgang gegenüber der Winter-Erhebung (31,3), liegt aber über dem Vergleichswert des Vorjahres (27,6). Bei einer Spannweite von -100 bis +100 verbleibt er somit auf einem optimistischen Niveau.

Zur Ermittlung des Index befragt das DIVA halbjährlich eine repräsentative Stichprobe von rund 2.000 Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland nach ihrer Haltung zu langfristiger Vermögensbildung und aktienbasierten Anlageformen. Darunter fallen neben Einzelwerten auch Investmentfonds und fondsgebundene Renten- und Lebensversicherungen mit signifikantem Aktienanteil.

Für Prof. Dr. Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA, sind die aktuellen Ergebnisse ein positives Signal für die Aktienkultur in Deutschland: „Die Talfahrt der Börsen ist vor allem auf institutionelle und spekulative Anleger zurückzuführen. Sie haben mit massiven Aktienverkäufen auf den Ukraine-Krieg und den Zinsanstieg reagiert. In einem solchen Umfeld hätte ein deutlicher Rückgang des Geldanlage-Index als Stimmungsbild der privaten Anleger nicht überrascht.” Die Ergebnisse der DIVAX-Erhebung widerlegten diese Vermutung. Die Menschen ließen sich nicht mehr so schnell durch Börsenturbulenzen verunsichern: „Die Menschen in Deutschland verstehen offensichtlich zunehmend, dass kurzfristige Schwankungen am Aktienmarkt in der langfristigen Betrachtung wenig Relevanz haben,“ so Heuser. „Der DIVAX-GA lässt den Schluss zu: Die deutsche Aktienkultur ist robust und wird ihre Reifeprüfung in den aktuellen Verwerfungen sehr wahrscheinlich bestehen.“

Unterstützende Faktoren für die anhaltende Tendenz zu aktienbasierten Anlagen sieht Michael Heuser in den weltweit hartnäckig hohen Inflationsraten, die deutlich über den Nominalzinsen liegen: „Wer zinsbasiert spart, verliert weiterhin real Vermögen. Auch das haben die Bürger gemäß den Umfragewerten verstanden. Aktienbasierte Strategien werden mit Blick auf die Renditechancen als inflationsrobust bewertet.“

Auffällig ist, dass gerade die junge Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen die Begeisterung für aktienbasierte Anlagen antreibt. Beschränkt man die Indexberechnung auf diese Gruppe, liegt der Wert bei 56,1 Indexpunkten. Er ist innerhalb eines Jahres um fast 50 Prozent gestiegen und ist so inzwischen fast genau doppelt so hoch wie der Index für die Gesamtbevölkerung (28,9). Dazu Heuser: „Gerade junge Menschen haben noch sehr viel Zeit, um vorübergehende Tiefs an den Börsen durchzustehen und weiter zu investieren. Die hohen Indexwerte in dieser Altersgruppe sind deshalb positiv zu werten. Die ältere Generation hat dagegen bereits Vermögen aufgebaut und für das Leben im Alter eingeplant.“

„Falls Teile der Politik weiterhin glauben, dass verpflichtende Gesetze notwendig seien, um das Anlageverhalten der Bürger mehr in Richtung aktienbasierte Anlagen zu lenken, sollten sie sich den Deutschen Geldanlage-Index und seine Entwicklung der letzten Jahre ansehen“, folgert Dr. Helge Lach, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Vermögensberater (BDV) auf Basis der Ergebnisse. „Das hohe Zutrauen der Bürgerinnen und Bürger zu Aktien bleibt auch im schwierigen Marktumfeld bestehen. Null- und Strafzinsen bewirken bei immer mehr Anlegern ein Umdenken in Richtung Aktiensparen. Außerdem helfen die rund 200.000 Beraterinnen und Berater der Finanzbranche mit, das Aktiensparen zu erklären und Vertrauen dafür aufzubauen. Das Ergebnis: Die Anzahl der Fondssparpläne hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Jetzt gilt es, den Weg, den die Bevölkerung eigenständig gewählt hat, auch politisch anzuerkennen und zu fördern. Möglich ist dies zum Beispiel, indem langfristiges Aktiensparen für das Alter gezielt gefördert wird“, so Lach.

Für die Berechnung des Index wurden 2.000 Personen in Deutschland von INSA-CONSULERE im Auftrag des DIVA befragt. Alle Ergebnisse des aktuellen Deutschen Altersvorsorge-Index (DIVAX-AV) sind auf der Webseite des DIVA zu finden: www.diva.de. Das DIVA informiert auch über seinen Twitter-Kanal @DivaFinanzen laufend über seine aktuellen Forschungsergebnisse.

DIVA – Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) in Frankfurt am Main ist ein An-Institut der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) und versteht sich als Meinungsforschungsinstitut für finanzielle Verbraucherfragen. Geschäftsführender Direktor ist Dr. Helge Lach, zugleich Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Vermögensberater (BDV); die Wissenschaftliche Leitung liegt bei FHDW-Professor Dr. Michael Heuser. Veröffentlichungen des DIVA und weitere Informationen unter www.diva.de.

Deutscher Geldanlage-Index des DIVA (DIVAX-GA) Neben einem breiten Forschungsspektrum veröffentlicht das DIVA zweimal jährlich seinen Geldanlage-Index DIVAX-GA, der das Meinungsklima der Menschen in Deutschland zu langfristiger Vermögensbildung und aktienbasierten Anlagen misst. Er wird ergänzt durch den ebenfalls zweimal jährlich erhobenen Deutschen Altersvorsorge-Index (DIVAX-AV) und Sonderbefragungen; Letztere basieren häufig auf DIVA-Tandemumfragen, d.h. repräsentativen Doppelbefragungen von Endverbrauchern einerseits und Vermögensberatern andererseits.

FHDW – Fachhochschule der Wirtschaft

Die private Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) wurde 1993 gegründet. Sie bietet an fünf Cam-pussen duale und berufsbegleitende Bachelor- und Master-Studiengänge in den Bereichen Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik an. Neben der engen Verzahnung von Theorie und Praxis durch die Kooperation mit rund 550 Unternehmen bietet die FHDW kleine Studiengruppen, intensive Betreuung, effiziente Studienorganisation und attraktive Karrieremöglichkeiten. Im Sommersemester 2022 sind 2.000 Studierende eingeschrieben. Sie werden von 50 Professoren und zahlreichen Lehrbeauftragten betreut. Seit ihrer Gründung hatte die FHDW 8.800 Absolventen. Weitere Informationen unter www.fhdw.de.

 

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Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung GmbH, Bahnhofstraße 23, 35037 Marburg, Tel: +49 (0) 6421 59078-0, www.diva.de

Kommentar von Maarten-Jan Bakkum, Senior Strategist

 

  • Risikoanlagen erholten sich
  • Hoffnung auf einen gemäßigten Kurswechsel
  • Die Spannungen zwischen den USA und Volksrepublik China eskalieren

Bis sich die Inflation abschwächt, dürfte sich die derzeitige Rallye bei Risikoanlagen als nicht nachhaltig erweisen. Dabei sind es der erwartete Höchststand der Inflation und eine gemäßigte Interpretation der letzten FOMC-Sitzung, die erklären, warum sich die Aktien- und Kreditmärkte im Juli erholten. Nach mehreren Reden der Fed-Gouverneure, die versuchten, den „Tauben-Eindruck“ zu korrigieren, den der Fed-Vorsitzende Jerome Powell offenbar erweckt hatte, und den Arbeitsmarktdaten für Juli, die deutlich die Erwartungen übertrafen, haben die Anleger jedoch bereits begonnen, sich von der Vorstellung zu lösen, dass die Fed den Höhepunkt ihrer „Falkenhaftigkeit“ erreicht hat. Dies spiegelt sich in moderat steigenden Renditen von Staatsanleihen und den sich bestenfalls seitwärts entwickelnden Aktienmärkten wider.

Taubenhafter Kurswechsel ist unwahrscheinlich

Der Hauptgrund für die jüngste Risiko-Rallye war die Erwartung einer weniger expansiven Fed. Wir halten allerdings einen solchen Schwenk in nächster Zeit für unwahrscheinlich. Mit rund 9 % ist der Verbraucherpreisindex nach wie vor zu hoch, und die Fed wird wahrscheinlich auf eindeutige Anzeichen für einen nachlassenden Inflationsdruck warten wollen, bevor sie ihre restriktive Haltung aufgibt. Mehrere Fed-Gouverneure haben sich in diesem Sinne geäußert, nachdem die Äußerungen des Vorsitzenden Powell auf der FOMC-Sitzung im Juli als Signale für einen gemäßigten Kurs interpretiert wurden. Die jüngsten Wirtschaftsdaten liefern neue Anzeichen dafür, dass es wahrscheinlich zu früh ist, eine breit angelegte Mäßigung der Inflation zu erwarten. Der Lohnanstieg war im Juli mehr als doppelt so hoch wie erwartet, und sowohl der Arbeitskostenindex als auch die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen stark an. Angesichts all dessen ist es unwahrscheinlich, dass die Kerninflation bald ihren Höhepunkt erreichen wird. Gleichzeitig könnte sich jedoch der Preisdruck durch Lebensmittel und Energie abschwächen. Der globale Lebensmittelpreisindex der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO ist von 23 % im Juni auf 13 % im Juli gesunken, und auch die Energiepreise liegen mittlerweile unter ihrem Höchststand (siehe Abbildung). Aufgrund der großen Unsicherheit bei der Versorgung mit Energie und landwirtschaftlichen Gütern ist ein weiterer Preisrückgang fraglich, auch wenn die allmähliche Freigabe von Getreideschiffen aus ukrainischen Häfen eine ermutigende Entwicklung darstellt. Die Ölpreise könnten weiter sinken, da die Benzinnachfrage in den USA stark rückläufig ist und die europäischen Energiesparpläne noch ehrgeiziger werden.

Spannungen um Taiwan werden wahrscheinlich nicht stark eskalieren

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China nach dem Taiwan-Besuch von Nancy Pelosi, der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, und die beispiellosen Vergeltungsmaßnahmen der chinesischen Führung gegen Taiwan haben sich nur mäßig auf die Risikobereitschaft der Anleger ausgewirkt. Die allgemeine Erwartung ist nach wie vor, dass eine weitere Eskalation des Konflikts vermieden wird, obwohl es Anzeichen dafür gibt, dass die chinesische Armee die Militärübungen der vergangenen Woche – die größten, die es jemals um Taiwan gab – dazu genutzt hat, eine vollständige Blockade der Insel zu üben.

Während sich die Finanzmärkte auf Inflation und Geldpolitik konzentrieren, haben die eskalierenden Spannungen um Taiwan die Risikobereitschaft der Anleger kaum beeinträchtigt. Obwohl Chinas längerfristige Absichten eindeutig sind, sind sie kurz- bis mittelfristig alles andere als klar. Beijing sieht die Integration Taiwans in die Volksrepublik als unvermeidlich an, sie ist aber in naher Zukunft unwahrscheinlich. Die chinesische Führung wird sich wahrscheinlich Zeit lassen und den militärischen und wirtschaftlichen Druck auf Taiwan schrittweise erhöhen, während sie das Engagement der internationalen Gemeinschaft zur Unterstützung der Regierung in Taipeh auf die Probe stellt. In diesem Zusammenhang sind die Militärübungen der vergangenen Woche, die ohne jegliche Gegenmaßnahmen der USA, EU, Japans oder Südkoreas verliefen, von Bedeutung. Dabei kann die Entscheidung des südkoreanischen Präsidenten Yoon, sich nicht mit Nancy Pelosi zu treffen, als sie nach Taiwan Seoul besuchte, als erster Hinweis darauf gewertet werden, dass die asiatischen Nachbarn wahrscheinlich keine starken Befürworter etwaiger gemeinsamer Sanktionen gegen China sein werden. Die wirtschaftlichen Kosten für Südkorea, für das China der bei weitem größte Handelspartner ist, wären jedoch zu hoch.

Gleichzeitig dürfte die anhaltende Schwäche der chinesischen Wirtschaft – die Krise auf dem Immobilienmarkt und die Corona-Krise sind noch lange nicht vorbei – die Führung in Beijing davon abhalten, die Situation in Taiwan weiter zu eskalieren. Chinas inländischer Wachstumsmotor stottert, und nur dank des immer noch sehr starken Exportsektors wächst die Wirtschaft weiterhin in einem angemessenen Tempo. Eine erneute Verschlechterung des Verhältnisses zum Westen in der Taiwan-Frage würde wahrscheinlich zu einem schmerzhaften Einbruch der Exporte führen, mit großen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und möglicherweise die soziale Stabilität.

Gewinnschätzungen wirken zu optimistisch

Trotz der zunehmenden Spannungen um Taiwan und der geringeren Wahrscheinlichkeit eines Kurswechsels der US-Notenbank haben sich globale Aktien recht gut gehalten. In der vergangenen Woche bewegten sich die Aktien sowohl in den USA als auch in der Eurozone seitwärts, nachdem sie in den vorigen Wochen stark gestiegen waren. Die Anleger haben sich wahrscheinlich noch nicht von der Vorstellung verabschiedet, dass die Inflation kurz vor dem Höhepunkt steht und die Fed eine restriktivere Haltung einnehmen wird. Wir bleiben aber bei unserem vorsichtigen Ausblick für Aktien. Wie erwähnt glauben wir nicht, dass eine Lockerung der Geldpolitik bevorsteht, da die Inflation nach wie vor zu hoch ist, um sich zu beruhigen. Die Gewinnindikatoren verschlechtern sich ebenfalls: Die Gewinnerwartungen für die nächsten 12 Monate gehen weiter zurück, ebenso das Verhältnis der Herauf- und Herabstufungen von Analysten, das nun für alle Regionen außer Japan negativ ist. Bislang waren die Gewinnspannen stabil, aber der Gegenwind durch Inflation und Konjunkturabschwächung nimmt weiter zu. Die Unternehmen werden die Auswirkungen der Inflation durch steigende Inputkosten und Löhne zu spüren bekommen, während das Umsatzwachstum zurückgehen wird, da die Kaufkraft der Haushalte weiter durch niedrigere Reallöhne beeinträchtigt wird. Da die Konsenserwartungen für das weltweite Gewinnwachstum in den kommenden 12 Monaten immer noch bei 8 % liegen, sehen wir reichlich Spielraum für Enttäuschungen, insbesondere wenn sich eine Rezession nähert. In den letzten Rezessionen gingen die Gewinne um mehr als 20 % zurück.

Die sinkenden Renditen von Staatsanleihen und die Verengung der Kreditspreads in den letzten Wochen sind in erster Linie auf die vermeintliche Lockerung der Fed zurückzuführen. Unseres Erachtens sind die US-Politiker jedoch weiterhin fest entschlossen, die Inflation zu bekämpfen. Dies schränkt den Spielraum der Fed für einen überraschenden Kurswechsel ein und wird wahrscheinlich zu einem weiteren Anstieg der Renditen 10-jähriger Staatsanleihen führen. Die anhaltende Inflation wird wahrscheinlich auch weiterhin Aufwärtsdruck auf die Bundrenditen ausüben. Obwohl mehrere EZB-Sprecher die Abwärtsrisiken für das Wachstum in der Eurozone hervorgehoben haben, gehen wir nach wie vor davon aus, dass die anhaltende Inflation in der Eurozone und die hohe Korrelation von Bundesanleihen mit US-Treasuries in den kommenden Monaten zu einem Wiederanstieg der Bundrenditen führen werden.

 

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Trotz steigender Rezessionsrisiken erwartet die Union Bancaire Priveé (UBP), dass die Fed und die EZB ihre Zinserhöhungszyklen in den kommenden Monaten, ohne dass eine tatsächliche und anhaltende Wende beim Inflationsdruck erkennbar ist, nicht unterbrechen.

 

„Der Fokus auf die Inflation, die bereits in der Vergangenheit ein nachlaufender Indikator war, könnte das Risiko eines tieferen Abschwungs auf dem Arbeitsmarkt und im verarbeitenden Gewerbe mit sich bringen, als derzeit von den Märkten erwartet wird“, schreibt Norman Villamin, Chief Investment Officer (CIO) Wealth Management und Head of Asset Allocation bei UBP, in einem aktuellen Marktkommentar.

Anleihen vor und nach Zinserhöhungen attraktiver als Aktien

Die Märkte würden jedoch davon ausgehen, dass die US-Notenbank ihren Zinserhöhungszyklus unterbrechen wird, da die Terminmärkte bis zum Jahresende eine Fed-Funds-Rate von 3,3 Prozent (gegenüber derzeit 2,5 Prozent) prognostizieren, um dieses Risiko zu minimieren. „Selbst wenn dies zutreffen sollte, zeigt die Geschichte, dass US-Staatsanleihen und USD-Unternehmensanleihen vor und auch nach dem Ende von Zinserhöhungen die attraktiveren Risiko-Rendite-Profile bieten“, erklärt Villamin. Seit 1981 hätten US-Staatsanleihen und USD-Unternehmensanleihen in den sechs Monaten vor dem Ende der Zinserhöhungen der Fed neutrale bzw. positive Renditen und in den sechs Monaten nach Ende der Zinserhöhungen im Durchschnitt 7,9 – 8,4 Prozent erzielt.

Aktien hätten in den sechs Monaten vor dem Ende der Zinserhöhungen der Fed ein gemischteres Bild abgegeben als Anleihen. Zwar hätten Aktienanleger seit 1989 bei den letzten Zinserhöhungen der Fed eine durchschnittliche Rendite von 5,8 Prozent erzielt, doch Anleger mussten auch kurzfristige Kursrückschläge von durchschnittlich von 5 Prozent hinnehmen. Vor dem letzten Zinsschritt im Dezember 2018 fielen US-Aktien sogar um fast 13 Prozent.

Fokus auf globale Makrostrategien und CTAs

Infolgedessen hat der Investmentexperte seine Hedge-Fonds-Allokation von Long-Short-Aktien und Kreditarbitrage auf globale Makrostrategien und CTAs umgestellt: „Das geschieht zusätzlich zu unserer jüngsten Aufstockung der USD-Duration bei US-Staatsanleihen-Renditen von über 3 Prozent und der Konzentration auf qualitativ hochwertige Kredite.“ Diese Umschichtung werde den Portfolios inmitten der Volatilität an den Märkten für Aktien und Unternehmensanleihen, die typischerweise in dieser Phase des Wirtschaftszyklus auftritt, ein zusätzliches Polster verleihen.

 

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Nachhaltige Anlageprodukte sind angesichts des steigenden Umwelt- und Klimabewusstseins voll im Trend – Zahlreiche Unternehmen und Staaten emittieren Green Bonds, um konkrete nachhaltige Projekte zu finanzieren – Doch mit dem Wachstum am Markt lauern immer mehr Fallstricke

 

Jetzt auch noch Österreich. Die Alpenrepublik hat Ende Mai ihren ersten Green Bond mit einem Volumen von 4 Mrd. Euro aufgelegt. Es handle sich nicht um eine einmalige Aktion, sondern um den Auftakt für laufende grüne Kapitalmarktemissionen, betonte die Regierung in Wien. Das Interesse an den österreichischen grünen Anleihen war immens. Den Angaben zufolge gab es Zeichnungswünsche im Volumen von rund 25 Mrd. Euro.

Österreich ist beim Thema Green Bonds vergleichsweise spät dran. Viele Staaten, darunter Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, aber auch die Europäische Union haben in den vergangenen Jahren grüne Anleihen ausgegeben, mit denen umweltfreundliche Projekte finanziert werden. Aber auch viele Unternehmen sowie Institutionen des öffentlichen Sektors haben Green Bonds als interessante Finanzierungsform entdeckt.

Gleichzeitig steigt das Interesse der Anleger. „Immer mehr institutionellen wie auch privaten Investoren ist es wichtig, ihr Kapital klimaschonend und gesellschaftlich verantwortungsvoll zu investieren, und dabei entdecken sie zunehmend Green Bonds als sinnstiftende Anlagemöglichkeit“, erläutert Prof. Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V (FPSB Deutschland). 15 Jahre nachdem die Europäische Entwicklungsbank (EIB) den weltweit

ersten Green Bond emittiert hat, ist sowohl das Volumen als auch die Zahl der Emittenten enorm gewachsen. Der niederländische Asset Manager NN IP schätzt, dass die Emissionen von grünen Anleihen im ersten Halbjahr 2022 auf rund 600 Mrd. Euro angestiegen sind.

Green Bonds beziehungsweise grüne Anleihen sind ähnlich strukturiert wie konventionelle Anleihen. Auch das Risiko-Rendite-Profil entspricht in der Regel dem „normaler“ Bonds, weil die Investoren demselben Kreditrisiko ausgesetzt sind. Der wesentliche Unterschied liegt jedoch in der Verwendung des bei Investoren eingesammelten Kapitals.

Während bei konventionellen Anleihen die Emittenten frei über die Mittel verfügen können, muss bei grünen Anleihen die Mittelverwendung vorab genau beschrieben werden. „Das Kapital muss konkreten Energie- und Umweltprojekten zugewiesen werden, die zum nachhaltigen und klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft beitragen sollen“, sagt Tilmes. Finanziert werden beispielsweise klimaeffiziente Gebäude und Transportlösungen, nachhaltiges Abfall- und Wassermanagement, Solar- und Windkraftanlagen sowie andere regenerative Energien.

Doch mit der Vielfalt an Emittenten und Projekten wächst die Unübersichtlichkeit und die Gefahr des Greenwashings, also dass Investments als nachhaltig ausgewiesen werden, obwohl diese klima- oder umweltschädliche Elemente enthalten oder finanzieren. „Nicht alle Emittenten sind in der Lage, tatsächlich den entsprechenden Nachweis über die Mittelverwendung zu erbringen“, so Tilmes, der neben seiner Vorstandstätigkeit auch Academic Director Finance Finance Wealth Management & Sustainability Management an der EBS Executive School in Oestrich-Winkel ist.

Keine verbindlichen Standards

Denn wirklich verbindliche Standards für Green Bonds existieren nicht, der Begriff Green Bond ist nicht geschützt. „Noch immer kann jeder eine Anleihe ausgeben und grün nennen“, kritisiert Tilmes. Und auch viele der Emittenten lassen hinsichtlich der eigenen ESG-Qualität zu wünschen übrig. So gehört beispielsweise der autoritäre Staat China zu den weltweit größten Emittenten von Green Bonds. „Nicht alles, was vermeintlich grün ist, ist auch wirklich grün“, warnt der FPSB-Vorstand und rät Anlegern genau hinzuschauen.

Eine Möglichkeit ist es, auf die Zertifizierungen von global anerkannten Organisationen zu achten, wie etwa von der International Capital Market Association (ICMA) oder der Climate Bonds Initiative (CBI). Die bessere Alternative ist es, sich Hilfe von Fachleuten zu holen, wie den vom FPSB zertifizierten CFP®-Professionals. Sie sind zur laufenden Weiterentwicklung ihrer Kenntnisse verpflichtet und deshalb auch in diesem Bereich in der Lage, professionelle Unterstützung zu bieten.

Der FPSB Deutschland sieht es als eine seiner Aufgaben, die Finanzbildung hierzulande zu verbessern und Wissen rund um das Thema Altersvorsorge und Vermögensaufbau zu vermitteln. Deshalb setzt der FPSB Deutschland in jedem Quartal Schwerpunktthemen. Im dritten Quartal 2022 ist es unter anderem das Thema Investment.

 

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Marktkommentar von Christian Bender, CEFA, SIGNAL IDUNA Asset Management GmbH

 

Die Inflation hat sich weltweit etabliert – aber in unterschiedlicher Ausprägung. Unterschiedlich fallen auch die zu beobachtenden Reaktionen der Notenbanken und ihre Kommunikation aus. Gerade letztere nimmt auch Einfluss auf die Entwicklung der Wechselkurse der einzelnen Währungspaare. Denn die Marktteilnehmer versuchen, bei der Währung dabei zu sein, die am ehesten die Chance auf – reale – Aufwertungen bzw. Gewinne bietet. Wer also wird die Inflation in den Griff bekommen?

Die FED schafft sich bereits Spielraum für künftige Zinssenkungen

Am beherztesten geht – zumindest was die Größe und Frequenz der Zinsschritte in diesem Jahr anbelangt – die US-amerikanische Notenbank vor. Der jüngste Zinsschritt um erneute 0,75 % vermittelt den Eindruck, dass die FED sich schnellstmöglich nach oben arbeiten will. Damit sendet sie nicht nur in puncto Inflationsbekämpfung deutliche Signale hinsichtlich ihrer Ernsthaftigkeit. Darüber hinaus steckt sie sich bereits für die nähere oder auch fernere Zukunft Pfeile in den Köcher, wenn es darum gehen wird, einem schwächelnden Arbeitsmarkt bzw. einer über Gebühr einbrechenden Konjunktur mit Zinssenkungen psychologisch wie materiell entgegenzutreten. Und die Kommunikation lässt bereits heute explizit vernehmen, dass die nächsten Zinsschritte bevorstehen.

Eher zögerlich tritt die EZB auf. Über Jahre hinweg hatte diese sich in einer Forward-Guidance geübt, die Marktteilnehmern das Gefühl vermittelte, man würde sie als Partner begreifen und ihnen nicht überraschend auf die Füße treten. Doch die Guidance kam an ihre Grenze, als sich die Inflationszahlen dem Gesundbeten aus Frankfurt entzogen, unkontrollierbar nach oben schossen und sich auf den neuen Niveaus einzurichten begannen. So wurde die Forward-Guidance über Nacht zu Grabe getragen. Gleichzeitig wurde angekündigt, die bestehenden Ankaufprogramme für Staatsanleihen schneller auslaufen zu lassen als gedacht. Doch nur wenige Wochen später die – faktische – Kehrtwende: Wohl wurden die bestehenden Ankaufprogramme beendet – aber dafür wurde das neue „Transmission Protection Instrument“ (TPI) mit noch flexibleren, politisch leichter instrumentalisierbaren Bedingungen ausgestattet.

Auch Nachbarn gewinnen an Vertrauen – zumindest relativ

Hätte die EZB nicht im selben Atemzug alle relevanten Zinssätze um 0,5 % erhöht und damit unter anderem den negativen Einlagenzins beendet, wäre der seit Monaten fallende Außenwert des Euros zum US-Dollar endgültig unter die Parität gerutscht. Denn die Wechselkurse sind nicht zuletzt ein Ausdruck der relativen Entwicklung des Vertrauens in Wirtschaft und Politik der beiden hierüber jeweils verbundenen Nationen bzw. Währungsräume. Und das Vertrauen in die EZB bzw. Europa erodiert so besehen seit geraumer Zeit stärker als das in die FED bzw. USA.

Trotzdem hätte das den einen oder anderen Politiker diesseits des Atlantiks nicht weiter gestört. Denn niedrige Wechselkurse gelten auch als konjunkturelle Stimulanz, da sie den Export erleichtern. Allerdings ist diese Unterstützung nicht zwingend notwendig, wie ein Blick in die Schweiz und auf den Außenwert des Schweizer Franken zeigt. Dieser notierte noch im August 2008, am Vorabend der Finanzmarktkrise, 60 Prozent schwächer gegenüber dem Euro als heute. Gemessen an den wirtschaftlich relevanten Kennziffern stehen die Eidgenossen gleichwohl besser da als ihre europäischen Nachbarn – bis hin zu niedrigeren Inflationsraten.

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat dieses Jahr dennoch gehandelt – und bereits vor der EZB überraschend die Zinsen erhöht. Die SNB unterstreicht damit, dass sie Preisstabilität als ihre Kernkompetenz begreift. Der Franken hat deshalb weiter gewonnen – auch über die Zinserhöhung der Frankfurter Kollegen hinweg. Das gleiche gilt selbst für die Briten und ihr Pfund – obwohl die Insulaner nicht nur einen in seiner Plötzlichkeit dann doch unerwarteten Wechsel an der Regierungsspitze bewerkstelligen müssen, sondern auch an den Folgen des Brexits zu knabbern haben sollten.

Diversifikation bei Währungen bleibt zwingend

Fremdwährungen sein Eigen zu nennen, ist also und bleibt voraussichtlich das Gebot der Stunde für uns in Euro rechnende Investoren. Da Devisenhaltung für sich genommen allerdings ein hohes spekulatives Moment innewohnt, ist die Verbindung mit einem Aktien- oder Anleihen-Investment die substanziellere Form: Die Beteiligung an unternehmerischen Perspektiven und Zinszahlungen solventer Schuldner sorgt für den langfristigen Ertrag. Gerade in diesem Jahr haben sich dabei die Währungseffekte als heilende Komponente erwiesen, da sie die durch die Kehrtwende in der Zinspolitik beförderten Wertminderungen der eigentlichen Assetklassen zumindest in Teilen ausgleichen konnten. Dass das auch in der zweiten Jahreshälfte der Fall sein kann, dafür spricht die Inflation. Diese wird die Notenbanken noch zu der einen oder anderen Zinsanhebung treiben. Darüber wird die EZB leider kaum vom Zauderer zum Führer werden – mit allen Konsequenzen für den Außenwert und die Kaufkraft des Euros.

 

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Weshalb der Höhepunkt der Teuerungsrate trotz aller Unkenrufe überschritten sein und mittelfristig wieder zurückgehen könnte. Aktuelle Markteinschätzung von Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von Ginmon

 

Die Inflationszahlen sind auf den ersten Blick schwindelerregend. Für Juni meldet das Statistische Bundesamt eine Rate von 7,6 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet für Deutschland in diesem Jahr gar mit einer Inflationsrate von 7,9 Prozent. Aber: Der Höhepunkt der Teuerungsrate könnte nun überschritten sein – nicht zuletzt aufgrund von rechnerischen Basiseffekten.

Auf den ersten Blick mag aktuell nicht allzu viel für diese Annahme sprechen. Die Haupttreiber der Inflation sind unverändert: Die hohen Energiepreise, die steigenden Lebensmittelkosten sowie die höheren Erzeugerpreise sorgen für anhaltende Unsicherheiten. Da scheint es auch nur ein Trostpflaster oder eine Atempause zu sein, dass die Inflationsrate gegenüber dem Vormonat Mai um 0,3 Prozent gesunken ist – begünstigt durch die Sondereffekte wie den Tankrabatt und das Neun-Euro-Ticket. Die Wirtschafts-Auguren signalisieren daher auch nicht allzu viel Zuversicht, wenn es darum geht, dass die Inflation auf Sicht wieder auf ein niedrigeres Niveau sinkt.

Sinkende Preise voraus?

Allerdings gibt es Anzeichen, die trotz der allerorts zu vernehmenden Cassandra-Rufe für eine allmähliche Verbesserung der Situation sprechen könnten – wenn auch über der von der Europäischen Zentralbank angestrebten Teuerungsrate von rund zwei Prozent. So sind die Preise für Industriemetalle und Energie zuletzt teilweise stark gesunken. Der Kupferpreis etwa ging seit dem Höchststand in diesem Jahr von knapp fünf Dollar je Pfund auf aktuell etwa 3,20 Dollar zurück, der Nickelpreis verbilligte sich gegenüber März 2022 von 36.000 US-Dollar je Tonne auf aktuell knapp 27.000 US-Dollar und Öl der Sorte Brent weist gegenüber März dieses Jahres ein Minus von rund 22 Prozent auf.

Doch nicht nur diese gesunkenen Kosten scheinen ein Silberstreif am Horizont zu sein. Die verspätete Ankunft der Containerschiffe sinkt, die Termintreue gerade von Waren, die auf dem Seeweg nach Europa kommen, nimmt zu. Gleichzeitig dürfte sich nach dem Ende des Lockdowns im weltweit größten Hafen in Shanghai die Versorgungslage zunehmend verbessern. Immerhin stauten sich in den vergangenen Monaten rund drei Prozent der weltweiten Containerfrachtkapazität vor den Hafenanlagen Shanghais. Die wieder aufgenommene Abfertigung in Chinas Metropole sollte zu einer Entspannung bei den globalen Lieferketten-Engpässen führen.

Zugleich deutet sich in China eine Lockerung der Null-Covid-Politik an. Denn: Nicht nur die Welt ist von einer reibungslosen Lieferkette aus China abhängig, auch das Reich der Mitte selbst will eine wirtschaftliche Schwächung unter allen Umständen vermeiden – gerade in einem Wahljahr. Staatspräsident Xi Jinping stellt sich 2022 erneut zur Wiederwahl und kann sich eine schwächelnde Wirtschaft – oder gar eine Rezession – nicht leisten.

Europäische Zentralbank startet Zinserhöhungszyklus

Nicht zuletzt wird auch die Europäische Zentralbank durch die Erhöhung der Leitzinsen ihren Beitrag zur Senkung der Inflation leisten. Die jüngste Erhöhung des europäischen Schlüsselzins von 0 auf 0,5 Prozent war da nur ein erster Schritt. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, bekräftigte jüngst die Entschlossenheit der Notenbank, die Inflation unter Kontrolle zu bringen. „Wir werden die Leitzinsen so lange anheben, wie es erforderlich ist, um die Inflation auf unseren Zielwert zurückzuführen”, schrieb Lagarde in einem Beitrag für die Funke-Mediengruppe.

Ebenfalls nicht vernachlässigt werden darf auch die Erfahrung, dass Unternehmen und Verbraucher sich an sich ändernde Bedingungen anpassen. Es sind die Marktmechanismen, die am Ende zum Tragen kommen. Öl- und Gaskonzerne wollen ihre Fördermenge steigern, Transportunternehmen erweitern ihre Kapazitäten, die Industrie setzt auf Digitalisierung und Automatisierung, um Prozesse günstiger zu machen und zu beschleunigen. Dadurch sinken der Material- und der Energiebedarf. Dies wiederum führt dazu, dass die Preise nicht zwangsläufig weiter steigen müssen.

Basiseffekte kommen mehr und mehr zum Tragen

Letztlich werden es aber auch die nackten Zahlen sein, die eine sinkende Inflation widerspiegeln. Bei der Beurteilung der Inflationsrate sollte immer in Betracht gezogen werden, dass die aktuellen Zahlen mit den Vorjahreswerten verglichen werden – nicht mit den Vormonaten. Das bedeutet: Bei gleichbleibend hohen Preisen sinkt die Inflationsrate trotzdem nach zwölf Monaten automatisch wieder. Noch im Spätsommer 2020 sank die europäische Inflationsrate auf unter null, seit Anfang 2021 geht es jedoch steil bergauf. Vor einem Jahr lag die Rate bei zwei Prozent und seit März sind es sogar über 7 Prozent. Das bedeutet, dass der Vorjahresvergleichswert nun ein immer höheres Niveau aufweisen wird. Schon im November und Dezember werden die plus 5 Prozent vom Schlussquartal 2021 herangezogen.

Das Niveau der Inflationsrate hängt in den kommenden Monaten maßgeblich von geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen ab. Sollte sich im Krieg Russlands gegen die Ukraine eine Lösung abzeichnen, die Unternehmen die Folgen der Preisanstiege abfedern oder die Gewerkschaften keine überzogenen Lohnforderungen stellen, könnte sich die Teuerungsrate auf einem hohen, aber im Vergleich zum momentanen Zeitpunkt niedrigeren Level einpendeln. Ob die Erwartung einer möglicherweise sinkenden Inflation auch wieder zu einer Erholung der Märkte und steigenden Kursen führt, ist offen. Zumal die Hoffnung auf eine geringere Teuerungsrate bereits teilweise in den Kursen eingepreist sein dürfte.

ÜBER DEN AUTOR

Lars Reiner ist Gründer und Geschäftsführer der digitalen Vermögensverwaltung Ginmon aus Frankfurt am Main. Zuvor war der studierte Finanzexperte als Managementberater bei der Deutschen Bank tätig. Dort leitete er verschiedene Projekte, unter anderem im Bereich des Privatkundengeschäft. Als Gründer und Vorstand des Goethe Investment Fund war Lars Reiner zudem für die Ausarbeitung von wissenschaftlichen Anlagemodellen für das Stiftungsvermögen der Goethe-Universität Frankfurt a.M. verantwortlich.

ÜBER GINMON

Das Frankfurter Unternehmen Ginmon zählt mit mehr als 250 Millionen Euro verwalteten Vermögen und mehr als 10.000 Kunden zu den führenden digitalen Vermögensverwaltern in Deutschland. Dabei wird das Anlagevermögen der Kunden in globale und breit diversifizierte Geldanlage-Strategien mit unterschiedlichen Gewichtungen der Anlageklassen investiert. Die von Ginmon eigens entwickelte Portfoliotechnologie apeiron® setzt dabei auf einen antizyklischen Investmentansatz, der langfristig höhere Renditen verspricht sowie eine einzigartige Steueroptimierung zur vollständigen Ausnutzung der Sparerpauschbeträge. Die laufende Anpassung des Algorithmus an das gewählte Risikoprofil schützt den Anleger gleichzeitig vor einer unerwünschten Risikoverschiebung innerhalb des Portfolios. Summa summarum fließen in die Anlagestrategien von Ginmon nicht nur die Wertentwicklungen von rund 12.000 Einzeltitel aus 103 Ländern ein, sondern auch Immobilien und Rohstoffe.

 

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Von Paul O’Connor, Head of Multi-Asset bei Janus Henderson Investors

 

Wer sich mit der Geschichte der Finanzmärkte befasst, wird von der Erholung des NASDAQ 100 Index im Juli nicht sonderlich überrascht gewesen sein: Es war das 15. Mal in Folge, dass der Index in dem Monat positive Renditen erzielte. Dennoch hatten nur wenige den Anstieg im Juli um 13 % vorausgesagt, da der Index zu Monatsbeginn hinter den globalen Performance-Ranglisten zurückblieb und um fast 30 % unter dem Stand zu Jahresbeginn lag.

Zwar hatten US-Growth-Aktien im Juli die Nase vorn, doch mit Ausnahme von Schwellenländeraktien und einigen Rohstoffen entwickelten sich fast alle Anlageklassen gut. Die scheinbar gute Stimmung unter den Anlegern schien angesichts der erheblichen Herausforderungen, die die Weltwirtschaft, die Politik und die Politik insgesamt zu bewältigen haben, nicht zu passen. Schließlich war der Juli ein Monat, in dem die USA in eine technische Rezession abrutschten, Italien und Großbritannien unerwartet ihre Premierminister verloren und die europäischen Erdgaspreise um ein Drittel stiegen. Es war auch ein Monat, in dem die Stimmung an den chinesischen Märkten abkühlte, da die Besorgnis über die Corona-Situation und den Immobilienmarkt wieder aufflammte und sich die politischen Beziehungen zwischen den USA und China erneut verschlechterten.

Eine rasche Neubewertung der Zinserwartungen stimmte die Märkte in den letzten Wochen so zuversichtlich, dass sie alle Bedenken über Bord warfen. Weit verbreitete Anzeichen für eine Konjunkturabschwächung und zunehmende Hinweise auf einen Höchststand der Güterinflation lösten ein Umdenken aus. Während die Märkte Mitte Juni davon ausgingen, dass die Fed die Zinssätze im zweiten Quartal nächsten Jahres auf 4 % anheben würde, wird nun erwartet, dass die Zinssätze gegen Ende dieses Jahres ihren Höchststand bei 3,25 % erreichen werden. Die Zinserwartungen für Großbritannien und die Eurozone für 2023 wurden ebenfalls drastisch nach unten korrigiert.

Der Weg nach oben verengt sich

Diese Abnahme des wahrgenommenen Risikos einer Überstraffung durch die Zentralbank hat die Sorgen der Anleger vor einer Rezession abgeschwächt. Während also zu Jahresbeginn angesichts höherer Zinserwartungen neben Risikoanlagen auch Staatsanleihen verkauft wurden, kam es im Juli zu einer deutlichen Erholungsrallye sowohl bei defensiven als auch bei Risikoanlagen. Da die Investoren im Allgemeinen immer noch recht vorsichtig positioniert sind, könnte die jüngste Erholung sowohl bei Aktien als auch bei Staatsanleihen noch weitergehen, sofern die Wirtschaftsdaten und die Botschaften der Zentralbanken weiterhin unterstützend wirken. Allerdings scheint der Weg zu einer nachhaltigen Erholung bei Risikoanlagen von hier aus besonders schmal zu sein, mit beträchtlichen Risiken auf beiden Seiten.

Das Hauptrisiko in der Geldpolitik besteht für die Märkte nun darin, dass die Erwartungen auf welchem Niveau und wie zügig die Zinssätze in den großen Volkswirtschaften ihren Höchststand erreichen können, zu optimistisch geworden sind. Zwar sprechen die kurzfristigen Trends beim globalen Wachstum und bei der Wareninflation für eine Änderung der Zinserwartungen, doch ist es keinesfalls selbstverständlich, dass die Zentralbanken diese Änderung gutheißen werden. Es ist durchaus denkbar, dass sie sich dagegen wehren könnten. Da der Verbraucherpreisindex in den USA in den nächsten Monaten voraussichtlich über 9 % liegen wird und die Inflation in Großbritannien im zweistelligen Bereich bleibt, werden die Fed und die Bank of England nicht den Eindruck erwecken wollen, dass ihr derzeitiger Kampf gegen die Inflation kurz vor dem Ziel steht, und eine weitere Lockerung der geldpolitischen Bedingungen zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich nicht begrüßen.

Beim Wachstum nehmen die globalen Risiken weiter zu. Die makroökonomische Dynamik lässt nun in allen großen Volkswirtschaften deutlich nach, da die Wiedereröffnungsbooms abklingen und die Straffung der Geldpolitik zu greifen beginnt. Die Konsensprognosen für das reale BIP-Wachstum in den USA im Jahr 2022 sind von rund 4 % zu Jahresbeginn auf heute 2 % gesunken. Die Prognosen für das Wachstum im nächsten Jahr liegen bei nur 1,3 % in den USA, 1,1 % in der Eurozone und 0,6 % in Großbritannien. Abgesehen von der sich entwickelnden zyklischen Dynamik gibt es eine Reihe idiosynkratischer Wachstumsrisiken, die mit der russischen Gasversorgung in Europa, den Immobilienproblemen in China und einer scheinbar immer größer werdenden Zahl weltpolitischer Probleme zusammenhängen.

Rallyes ausblenden, Qualität erhöhen

Zwar sehen wir nach dem Einbruch in der ersten Jahreshälfte durchaus Potenzial an den globalen Märkten, doch würden wir uns davor hüten, die jüngsten Marktgewinne zu optimistisch zu interpretieren. Wir tendieren eher dazu, die Rallye bei Risikoanlagen auszublenden, als ihr nachzujagen. Wir können uns vorstellen, dass es für Risikoanlagen weiter nach oben geht, aber es ist ein schmaler Pfad, der eine ausreichende Verlangsamung erfordert, um die kürzlich gesenkten Zinserwartungen zu bestätigen, aber nicht so viel, dass die Wachstumssorgen überhand nehmen. Derzeit ist dies nicht unser Basisszenario. Wir gehen davon aus, dass die Märkte unruhig bleiben werden, und betrachten die sich abzeichnende Rallye als gute Gelegenheit, die Stabilität der Portfolios zu erhöhen, indem wir das Exposure auf die Qualität der einzelnen Anlageklassen ausrichten.

 

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Aktuelle Befragung zeigt, dass Inflationsängste sogar die gefürchteten Marktschwankungen deutlich überschatten

 

In den letzten Monaten sind die Inflationsraten weltweit stark angestiegen. Auch in Deutschland ist die Entwicklung einschneidend: Nach einer Inflationsrate von nur 0,5 Prozent in 2020 und einem deutlichen Anstieg auf 3,1 Prozent in 2021 stieg sie im Mai 2022 mit 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf den höchsten Stand seit fast 50 Jahren. Im Juni und Juli kam es zu einem leichten Rückgang auf nun 7,5 Prozent. Die Zentralbanken weltweit versuchen, mit zum Teil starken Zinserhöhungen gegenzusteuern – zuletzt hat sich die EZB mit ihrer Leitzinsanhebung um 0,5 Prozent von Negativzinsen verabschiedet. Doch das Gefühl von Bedrohung ist bei Anlegerinnen und Anlegern groß, wie das Finanzbarometer 2022, eine aktuelle Umfrage von J.P. Morgan Asset Management unter rund 2.000 Frauen und Männern in Deutschland, zeigt. Viele der Befragten sind stark verunsichert und sorgen sich um ihre Ersparnisse. Ein gutes Signal ist aus Sicht von Matthias Schulz, Managing Director bei J.P. Morgan Asset Management, dass die Hälfte der Befragten Kapitalmarktinvestments wie Aktien, Investmentfonds oder ETFS als beste Lösung ansehen, um die Inflation auszugleichen. „Eine breite, langfristig orientierte und renditefokussierte Streuung innerhalb des Portfolios ist eine gute Strategie, der Inflation Investitionen in die Realwirtschaft entgegenzusetzen, statt der schleichenden Enteignung der Sparanlagen tatenlos zuzusehen“, betont der Experte.

Inflation wird als größere Bedrohung als Marktschwankungen wahrgenommen

Mit Blick auf ihre Ersparnisse geben aktuell 56 Prozent der Befragten tatsächlich als größte Sorge an, dass ihr Vermögen durch die Inflation schleichend entwertet wird. Interessanterweise wurde die Bedrohung durch die Inflation von den Deutschen bereits vor zwei Jahren, als die Inflation noch minimal war, als hoch empfunden: Bei der Befragungen 2020 stellte die Inflation mit 49 Prozent der Nennungen auch schon die größte Sorge für knapp die Hälfte der Deutschen dar. 2021 ging dies auf 46 Prozent zurück. Dass sich das Ersparte wegen der Niedrigzinsen nicht vermehrt, empfinden aktuell nur noch 29 Prozent als größte Sorge – im Jahr zuvor gaben dies noch 37 Prozent der Befragten an, nach 28 Prozent in 2020. Die Sorgen um Marktschwankungen, die häufig von Sparern als Hinderungsgrund angegeben werden, wenn es darum geht sich an Kapitalmarktinvestments heranzuwagen, gehen sukzessive zurück. War die Volatilität im ersten Pandemiejahr 2020 für fast ein Viertel der Deutschen (23 Prozent) ein Grund zur Sorge, ging dieser Anteil sukzessive auf 17 Prozent (2021) und aktuell 15 Prozent zurück. „Die Inflation ist ganz klar das Thema Nummer eins, das die Menschen derzeit bewegt – persönlich, aber auch im Hinblick auf ihre Ersparnisse. Diese Ängste gilt es ernst zu nehmen und zu adressieren – sei es im direkten Beratungsgespräch oder auch bei Produkt- und Marktinformationen“, betont Matthias Schulz.

Unsicherheit über die weitere Markentwicklung ist groß – doch besonnenes Handeln der Anleger

Doch nicht nur Ängste sind groß, sondern auch die Unsicherheit, was die aktuelle Situation für die Anlagestrategie bedeutet. Mit 32 Prozent gab knapp ein Drittel der Befragten an, keine Lösung zu haben, wie nun zu verfahren sei. Doch deuten die Umfrageergebnisse nicht darauf hin, dass panikartige Reaktionen die Folge sind: 35 Prozent der Befragten haben an ihrer Anlagestrategie bis dato nichts verändert und investieren in gleichem Maße weiter, 23 Prozent legen allerdings weniger an, und immerhin 17 Prozent sparen nach eigenen Angaben sogar mehr. Ebenso viele wollen sich nun dem Kapitalmarkt zuwenden und investieren lieber, statt zu sparen. Während 11 Prozent ihr Geld lieber für Konsum nutzen, statt zu sparen, verzichten sogar 7 Prozent auf Konsum, um weiter ihre Spar- bzw. Anlagequote aufrechterhalten zu können.

„Die gute Nachricht ist, dass Anlegerinnen und Anleger angesichts der hohen Inflation nicht in hektische Betriebsamkeit verfallen. Es ist sicherlich nachvollziehbar, wenn Sparbeiträge aktuell reduziert werden, um gestiegene Lebenshaltungskosten zu kompensieren. Doch grundsätzlich sollte gerade das regelmäßige Investieren am Kapitalmarkt aufrechterhalten werden, um mittel- bis langfristig die Chance zu nutzen, hohe Inflationsraten durch Rendite auszugleichen“, erklärt Matthias Schulz.

Mittel der Wahl: Aktien, aber auch Gold

Bei der Beurteilung, welche Investments die besten Möglichkeiten bieten, die hohe Inflation auszugleichen, liegen Kapitalmarktinvestments wie Aktien, Aktienfonds oder ETFs mit 51 Prozent vorn. Betrachtet man die verschiedenen Kapitalmarktinvestments einzeln, halten 25 Prozent der Befragten Aktien für geeignet, auf Aktienfonds/ETFs wollen 22 Prozent setzen, Dividendenstrategien mit Aktien oder Fonds sehen 19 Prozent der Befragten als chancenreich an und 11 Prozent wollen der Inflation mit ertragsorientierten Mischfonds entgegentreten. Ein traditionell gern genutzter „sicherer Hafen“ ist Gold, das 37 Prozent der Befragten als Lösung gegen die Inflation sehen und mit einigem Abstand Kryptowährungen mit 20 Prozent. Es sind zudem 17 Prozent der Befragten überzeugt, dass die Inflation in der aktuellen Höhe nicht ausgleichbar ist.

Matthias Schulz erläutert, dass Gold zwar landläufig als eine gute Möglichkeit gilt, vor Inflation zu schützen, Anlegerinnen und Anleger jedoch beachten sollten, dass der Goldkurs seit seinem Hoch im März bereits wieder deutlich gefallen ist. „Gerade in Zeiten mit komplexeren Entwicklungen an den Kapitalmärkten, wie es aktuell der Fall ist, bietet es sich an, auf eine breite Mischung verschiedener Anlageklassen zu setzen, etwa in Form von ertragsorientierten Mischfonds. Wer etwas risikofreudiger ist, kann aktuell bei Aktien, Aktienfonds oder ETFs die niedrigeren Einstiegskurse nutzen und von steigenden Preisen profitieren. Vor allem qualitativ hochwertige Dividendentitel, bei denen begründete Aussichten auf steigende Dividendenauszahlungen in den nächsten Jahren bestehen, besitzen häufig auch Preissetzungsmacht durch eine starke Marke und stark nachgefragte Produkte und Dienstleistungen. Dadurch können diese Unternehmen ihre Gewinnmargen im inflationären Umfeld besser verteidigen und gestiegene Preise an ihre Kunden eher weitergeben“, unterstreicht Matthias Schulz die aktuellen Chancen bei Dividendenwerten. Auch seien als weiterer Vorteil im Vergleich zu Gold die regelmäßigen Erträge in Form von Dividenden nicht zu unterschätzen.

Die hier zitierten Ergebnisse stammen aus dem Finanzbarometer 2022 von J.P. Morgan Asset Management, einer repräsentativen Online-Befragung über die Plattform von Attest. In der Zeit vom 22. April bis 5. Mai 2022 wurden 1.992 Frauen und Männer ab 20 Jahren in Deutschland zu ihrem Spar- und Anlageverhalten befragt. Neben der Einstellung zur Geldanlage stand auch das Interesse an Anlageregionen, thematischen Anlagen und Dividenden und vor allem die Inflation sowie die aktuellen Sorgen und das Risikoempfinden im Fokus. Weitere Aspekte der Studie werden in den nächsten Wochen veröffentlicht.

 

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Von Ales Koutny, Portfolio Manager, und Andrew Mulliner, Head of Global Aggregate Strategies, bei Janus Henderson Investors

 

  • Schwellenländer waren bei der Inflationsbekämpfung vorne dabei – dieser gordische Knoten bleibt kompliziertes Problem für deren Volkswirtschaften
  • Unerwartet anhaltende Inflation trifft auf höheren Konsumanteil von Lebensmitteln und Energie
  • Höhere Rohstoffpreise sind ein zweischneidiges Schwert für Schwellenländer, die entweder auf Importe oder Exporte angewiesen sind; fiskale Stabilität könnte auf Normalisierungsweg auf die Probe gestellt werden

Den Inflationsknoten entwirren

Das Durchtrennen des gordischen Knotens war für Alexander den Großen im vierten Jahrhundert Chr. ein leicht zu lösendes Problem, leichter als der verworrene Inflationsknoten, vor dem die Schwellenländer heute stehen.

Volatilität ist für diese Länder der Feind, insbesondere im Devisenbereich. Während der Pandemie litten die Währungen der Schwellenländer unter einer erheblichen, wenn auch vorübergehenden Schwächephase. Viele Schwellenländerwährungen verzeichneten in den ersten Monaten nach Ausbruch der Pandemie im März 2020 hohe zweistellige Verluste gegenüber dem US-Dollar, da Risikoanlagen abverkauft wurden. Als die Zentralbanken der Industrieländer weltweit erhebliche Haushaltsausgaben beschlossen, schlug die Stimmung schnell um, und diese Assets machten die meisten, wenn nicht sogar alle ihre Verluste 2021 wieder wett.

Die Schützenhilfe war so groß, dass die Zentralbanken der Schwellenländer damit rechneten, den Höhepunkt ihrer Zinserhöhungszyklen zu erreichen. Was ursprünglich als kurze Phase hoher Inflation mit anschließender Rückkehr zum Durchschnittsniveau erwartet wurde, hat sich über einen langen Zeitraum auf hohem Niveau gehalten und steigt weiter an. Und dies in einem Umfeld, in dem die Industrieländer den Höhepunkt der Inflation noch nicht erreicht haben.

Inflation erreicht zweistellige Werte

Das Auftanken eines Autos ist zu einer belastenden Angelegenheit geworden – ein Paradigma für die Belastung unseres Geldbeutels. In den Industrieländern ist der Preis von knapp 1,3 US-Dollar pro Liter in den USA schon sehr hoch. In Schwellenländern wie der Zentralafrikanischen Republik liegen die Kosten bei über 2 US-Dollar pro Liter1. Selbst niedrigere Kraftstoffkosten sind für ärmere Verbraucher nur schwer zu verkraften. Wie in den Schwellenländern üblich, gibt es auch hier Unterschiede in der Entwicklung. Wenn man einige der größten Schwellenländer (ohne China) als Maßstab nimmt, ist der unerbittliche Inflationsanstieg ein gemeinsamer Faktor. Der einfache Durchschnitt dieser Volkswirtschaften hat die 10 %-Marke überschritten, und in jedem einzelnen Land war im bisherigen Jahresverlauf ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, in der Türkei sogar um 80 % und in Sri Lanka um fast 55 %. In Sri Lanka hat dies zu sozialen Unruhen geführt, da das Land angesichts des extremen Inflationsdrucks unter einer schweren Wirtschaftskrise leidet. Die Regierung hat die Kraftstoffversorgung eingeschränkt, um Engpässen entgegenzuwirken, während sich die Preise in diesem Jahr mehr als verdoppelt haben2.

Obwohl die Schwellenländer in ihren Zinserhöhungszyklen weiter sind, haben die Inflationsdaten die Märkte immer wieder überrascht und verunsichert. Selbst als die Inflation die Erwartungen übertraf und die Prognostiker ihre Zahlen nach oben korrigierten, wurden die Märkte immer wieder überrumpelt. Seit Mai 2021 überraschte die Inflation in allen Schwellenländern durchweg mit einem Anstieg, und ihr Ausmaß hat generell zugenommen.

Ein größeres Nahrungsmittel- und Energieproblem für die Schwellenländer

Die höhere Inflation ist zwar ein weltweites Phänomen, aber die Schwellenländer sind aufgrund der Zusammensetzung ihres Ausgabenverhaltens stärker betroffen. Lebensmittel und Energie haben in den Schwellenländern im Allgemeinen einen wesentlich höheren Anteil an den Einkommensausgaben als in den Industrieländern. Da die Inflation im Dienstleistungssektor aufgrund der zeitweiligen coronabedingten Lockdowns und Wiedereröffnungen in Kombination mit unterbrochenen Lieferketten immer noch moderat ist, waren die Volkswirtschaften der Schwellenländer die ersten, die unter den Folgen der höheren Preise zu leiden hatten. Darüber hinaus leiden ärmere Länder darunter, dass sie einen höheren Anteil an Nahrungsmitteln und Energie in ihrem Warenkorb haben. Dies bedeutet, dass sie den Schwankungen der Rohstoffpreise am stärksten ausgesetzt sind und angesichts der wirtschaftlichen Anfälligkeit am wenigsten in der Lage sind, solche Schwankungen zu verkraften.

Höhere Rohstoffpreise – ein zweischneidiges Schwert

Dennoch können höhere Preise für einige Schwellenländer von Vorteil sein. Da viele von ihnen bedeutende (und oft führende) Rohstoffexporteure sind, haben sich die Preissteigerungen sehr positiv auf ihre Haushaltslage ausgewirkt. Die Terms of Trade – das Verhältnis zwischen den Exportpreisen eines Landes und seinen Importpreisen – haben sich für einige Volkswirtschaften deutlich verbessert. Da die einheimische Bevölkerung jedoch in der Regel strikter Verbraucher ihrer Exportgüter sind, führen höhere Weltmarktpreise zu Erschwinglichkeits- und Versorgungsproblemen. Aus diesem Grund haben sich viele Länder für umfangreiche Maßnahmen entschieden, um die lokalen Preise zu senken und die Verfügbarkeit zu gewährleisten, wie z. B. ein Palmöl-Exportverbot in Indonesien und erhebliche Kürzungen der Exportquoten für Sojaproduzenten in Argentinien. Auch wenn sich diese Maßnahmen nachteilig auf die Bilanzen dieser Länder und ihre Finanzlage insgesamt auswirken, sind die Regierungen der Ansicht, dass ein Mangel an Grundnahrungsmitteln für die Bürger schlimmere Folgen hätte. Es besteht nach wie vor die Gefahr eines Wiederaufflammens der sozialen Unruhen, wie sie in Ägypten, Ecuador und Sri Lanka zu beobachten waren. Regierungen mussten außerdem Subventionen für Waren gewähren, was ihrer Haushaltslage schadet, während die Bilanzstabilität von den Terms of Trade der Länder abhängt. Dies könnte zu einer größeren Divergenz in den Schwellenländern führen, da die Länder mit einer stärkeren Finanzlage und politischer Stabilität wahrscheinlich eher in der Lage sind, den Rahmenbedingungen zu trotzen.

Preisstabilisierung in Sicht?

Nach einem ständigen Anstieg der Preise für Energie (um 450 %) und Lebensmittel (um 70 %) seit Ausbruch der Pandemie könnte die jüngste Stabilisierung die politischen Entscheidungsträger hoffen lassen, dass das Schlimmste hinter ihnen liegt (siehe Abbildung 4). Dieser extreme Inflationsdruck könnte gegen Ende 2022 allmählich abklingen. In Erwartung einer weltweiten Rezession werden die Zentralbanken der Schwellenländer höchstwahrscheinlich die schwierige Aufgabe haben, die Finanzbedingungen so straff zu halten, dass ihre Währungen gestützt werden, ein Zweitrunden-Inflationsdruck vermieden wird und dem System genügend Liquidität zur Verfügung steht, um Wachstum zu fördern.

Aufgrund des Ausmaßes und des Umfangs dieser Preisbewegungen haben die Zentralbanken der Schwellenländer ihren Leitzins – der mit Vollbeschäftigung, Kapazitätsauslastung und stabilen Preisen einhergeht – wiederholt nach oben korrigiert. Da viele Volkswirtschaften das Zinsniveau vor der Corona-Krise deutlich überschritten haben, haben die Marktteilnehmer einen raschen Zinssenkungszyklus eingepreist, wurden aber mehrfach eines Besseren belehrt. Dennoch ist in einigen Renditekurven der Schwellenländer eine Zinssenkung innerhalb eines Jahres eingepreist.

Divergenz wird zunehmen

Wir sind der Ansicht, dass die Zentralbanken in erster Linie den derzeitigen Preisdruck verringern wollen und die Zinssätze wahrscheinlich anheben werden, bis sie glauben, dass dieser unter Kontrolle ist. Solange eine schwere globale Rezession nicht zu einem starken negativen Preisdruck auf breiter Basis führt, werden die Zentralbanken unserer Meinung nach nur langsam die jüngsten Zinserhöhungen rückgängig machen. Zinssenkungen sind zwar möglich, aber wir gehen davon aus, dass sie sehr behutsam erfolgen werden. Darüber hinaus gibt es in den Schwellenländern immer noch einige Länder wie Indonesien, die eine andere Inflationsdynamik aufweisen. Die Divergenzen in den Schwellenländern werden sich noch verstärken, wenn die Länder die unterschiedlichen gordischen Knoten entwirren. Darüber hinaus verdeutlichen das Preisstabilisierungspotenzial und das im Vergleich zu den Industrieländern viel höhere Renditeniveau die Möglichkeit, dass Schwellenländeranleihen einen erheblichen Carry für die Portfolios bieten, solange eine sorgfältige Due-Diligence-Prüfung durchgeführt werden kann, um die solideren Länder auszuwählen.

 

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Die anhaltende politische Unterstützung und ein sich verbesserndes makroökonomisches Umfeld dürfte der Union Bancaire Privée (UBP) zufolge nach einem sehr schwachen zweiten Quartal eine allmähliche Erholung bei chinesischen Aktien bewirken.

 

„Auf dem Parteikongress im Juli bestätigte die chinesische Führung, dass sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr 2022 auf etwa 5 Prozent erholen sollte und wollte damit Stabilität signalisieren, während das offizielle Wachstumsziel von 5,5 Prozent für 2022 aufgrund des Rückgangs des BIPs um 2,6 Prozent im zweiten Quartal fallengelassen wurde“, schreibt Carlos Casanova, Senior Economist für Asien bei UBP, in einem aktuellen Marktkommentar. „Wir gehen unverändert von einem geringeren Wachstum von 3,7 Prozent in diesem Jahr aus.“

Die Erholung basiere insbesondere auf Umkehrungseffekte beim Konsum und dem verarbeitenden Gewerbe im Juni, die sich nach der Wiederöffnung der Corona-bedingten Lockdowns im April und Mai einstellte. „Ein Großteil dieser Erholung ist auf einen Nachholbedarf bei den Exportaufträgen zurückzuführen. Doch da die Rezessionswahrscheinlichkeit in der Eurozone und in den USA steigt, wird das außenwirtschaftliche Umfeld in den kommenden Monaten weniger günstig ausfallen“, so Casanova. Der Asien-Experte geht daher davon aus, dass die Konjunkturdaten im Juli zu ihrem Trend zurückkehren werden und von da an nicht mehr exponentiell steigen.

Der Einbruch im Wohnungsbausektor sorge für eine Verlangsamung der Erholung im zweiten Halbjahr und erfordere eine sorgfältige politische Koordinierung. „Wir gehen davon aus, dass die politischen Entscheidungsträger in Zukunft auf gezielte Maßnahmen zurückgreifen werden, um die Risiken zu mindern. Eine generelle Änderung der Geldpolitik ist jedoch nicht zu erwarten. Sie sollte akkommodierend bleiben, ohne den Markt mit Liquidität zu überschwemmen“, ist Casanova überzeugt. Die Fiskalpolitik Chinas werde ab dem vierten Quartal für zusätzliche Impulse sorgen.

Potenzielle Abwärtsrisiken sieht der Asien-Experte nach wie vor bei Chinas „Dynamic Zero-Covid“-Strategie. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger auf qualitativ hochwertige Unternehmen in Sektoren setzen, die von den politischen Prioritäten des 14. Fünfjahresplans profitieren. Bei Unternehmensanleihen sei jedoch nach wie vor Vorsicht geboten. „Im Hochzinsbereich bleiben wir zurückhaltend. Potenzielle Spillover-Risiken für qualitativ hochwertigere Namen und AT1-Anleihen chinesischer Banken sollten nicht unterschätzt werden.“ Außerdem werde das (geld-)politische Gefälle gegenüber den USA auch im zweiten Halbjahr 2022 groß bleiben.

 

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Neugeschäft mit Privatanlegern ist tragende Säule

 

In einem durch den Krieg in der Ukraine, hohe Inflation und die anhaltende Pandemie belasteten Marktumfeld hat sich der Absatz von Union Investment im ersten Halbjahr 2022 robust entwickelt. Der Fondsgesellschaft flossen in den ersten sechs Monaten Nettomittel in Höhe von insgesamt 9,6 Mrd. Euro zu. Dies bedeutet zwar einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Rekordabsatz des Vorjahreszeitraums (1. Halbjahr 2021: 24,4 Mrd. Euro), ist jedoch signifikant mehr als im ersten Jahr der Pandemie (1. Halbjahr 2020: 4,3 Mrd. Euro). Das verwaltete Vermögen bewegte sich per Ende Juni 2022 mit 416 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 427 Mrd. Euro.

Im ersten Halbjahr 2022 erwies sich das Privatkundengeschäft trotz der hohen Marktvolatilität weiterhin als tragende Säule. Das Neugeschäft war mit einem Nettozufluss von 8,1 Mrd. Euro zwar niedriger als im Vergleichszeitraum des Rekordjahres 2021 (9,7 Mrd. Euro), jedoch deutlich höher als im ersten Halbjahr 2020 (3,7 Mrd. Euro). Die Assets under Management im Privatkundengeschäft beliefen sich ungeachtet der positiven Nettomittelzuflüsse aufgrund der seit Jahresbeginn schwachen Kapitalmarktentwicklung auf 193 Mrd. Euro (per Ende Juni 2021: 196 Mrd. Euro).

Als Rückgrat des Neugeschäfts mit Privatkunden erwiesen sich einmal mehr die klassischen Fondssparpläne. So stieg ihre Anzahl binnen eines Jahres von rund 3,5 Millionen auf über 3,8 Millionen. Mit den klassischen Sparplänen, den Riester-Sparplänen und dem VL-Sparen verwaltet Union Investment nunmehr 6,4 Millionen Fondssparpläne.

Nachgefragt wurden von Privatanlegern vor allem Aktienfonds (4,0 Mrd. Euro), Mischfonds (3,0 Mrd. Euro) und Offene Immobilienfonds (1,4 Mrd. Euro). Bei Rentenfonds gab es kaum Zuflüsse (0,1 Mrd. Euro). Aus anderen Produkten wie wertgesicherten Fonds flossen 0,4 Mrd. Euro ab. „Viele Sparer haben verstanden, dass sie der hohen Inflation nur mit Sachwerten wie Aktien und Immobilien begegnen können. Aufgrund der steigenden Zinsen haben es Rentenfonds vergleichsweise schwer, positive Renditen zu erzielen“, erläutert Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment.

Die dynamische Nachfrage bei Privatkunden nach Nachhaltigkeitslösungen setzte sich im ersten Halbjahr 2022 ungebrochen fort. So flossen hier 59 Prozent des Neugeschäftes in nachhaltige Fonds – 2018 waren es erst neun Prozent.

Institutionelles Geschäft mit gemischtem Bild

Deutlich zurückhaltender als im Vorjahreszeitraum agierten institutionelle Kunden. Das Neugeschäft legte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres netto um 1,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 14,7 Mrd. Euro) zu und übertraf damit leicht das erste Halbjahr 2020 mit Nettomittelzuflüssen in Höhe von 0,6 Mrd. Euro. Die Assets under Management im institutionellen Geschäft beliefen sich per Ende Juni 2022 auf 223 Mrd. Euro (per Ende Juni 2021: 232 Mrd. Euro). Der größte Anteil des Absatzes entfiel auf Spezialfonds mit 4,1 Mrd. Euro. Aus institutionellen Publikumsfonds wurden hingegen 3,1 Mrd. Euro abgezogen.

Zurückführen lässt sich die verhaltenere Nachfrage institutioneller Kunden auf eine angesichts des sehr volatilen Marktumfelds erhöhte Verunsicherung und Zurückhaltung. Insgesamt haben Investoren Risiko-Assets reduziert. „Wir konnten beobachten, dass institutionelle Kunden aufgrund ihrer anlagepolitischen Restriktionen teilweise risikoarme Liquidität aufgebaut haben. Insgesamt sehen wir aber eine sehr besonnene Reaktion institutioneller Anleger sowie positive Anzeichen für zunehmende Ausschreibungsaktivitäten“, sagt Reinke. Ein positiver Treiber des Geschäfts sei dagegen weiterhin das Thema Nachhaltigkeit. Die hohe Relevanz für institutionelle Kunden wird auch durch die diesjährige Investorenbefragung von Union Investment bestätigt, der zufolge 83 Prozent der institutionellen Investoren in Deutschland Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Befragung im Jahr 2010.

Langfristige Trends in der Fondsanlage sind intakt

Auch wenn die außergewöhnliche Wachstumsdynamik des Vorjahres nicht fortgesetzt werden konnte, sieht Reinke weiterhin gute Argumente für die Fondsanlage. „Wir sind innerhalb weniger Monate in einer neuen Welt mit neuen Spielregeln angekommen“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Das spiegele sich auch in den Anlagemärkten wider: „Es gibt zwar weniger Gewissheiten, aber unverändert erhebliche Chancen an den Märkten. Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind strukturelle Wachstumsthemen, die weiter an Bedeutung gewinnen“, betont Reinke.

Anleger sollten auf das mittel- bis langfristige Wertentwicklungspotenzial von Fonds nicht verzichten, gerade bei langfristigen Ansparprozessen wie der Altersvorsorge. „Auch wenn die Zinsen nominal wieder ins Positive drehen, legen Sparer nach Abzug der Inflation drauf, und zwar so viel wie nie zuvor. Es führt kein Weg mehr an einer ausgewogenen Vermögensstruktur mit Substanzwerten wie Aktien und Immobilien vorbei“, unterstreicht Reinke. In einem herausfordernden Marktumfeld konnten Aktienfonds von Union Investment über einen Zeitraum von fünf Jahren per Ende Juni 2022 eine durchschnittliche Rendite in Höhe von 7,0 Prozent und über zehn Jahre sogar von 9,3 Prozent erzielen.

 

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Energie- und Klimakrise führen bei Privatanleger*innen zu einem Umdenken am Kapitalmarkt – jede*r vierte Privatanleger*in hat bereits in nachhaltige Kapitalanlagen investiert

 

Die Deutsche Kreditbank AG (DKB) hat in Zusammenarbeit mit dem NKI – Institut für nachhaltige Kapitalanlagen eine der umfangreichsten Marktstudien zum Umgang von Privatanleger*innen mit nachhaltigen Finanzanlagen veröffentlicht.

Wer sein Geld anlegt, möchte es in der Regel vermehren – zum Beispiel durch Zinsen oder Dividenden. Neben einer guten Rendite ist immer mehr Menschen auch wichtig, mit ihrer Kapitalanlage einen positiven Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung zu leisten: Sie setzen auf nachhaltige Anlageprodukte. Seit einer Vergleichsstudie des NKI aus dem Jahr 2017 hat sich die Bereitschaft bei Verbraucher*innen, in nachhaltige Finanzanlagen zu investieren verfünffacht. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die höhere Sensibilität für soziale und grüne Nachhaltigkeit sowie der damit verbundene Impact auf eine nachhaltigere Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Herausforderungen innerhalb der aktuellen Energie- und Klimakrise, geopolitische Verwerfungen wie der Ukraine-Krieg sowie die steigenden inflationsbedingten Lebenskosten führen aber auch zu Unsicherheiten bei Privatanleger*innen. Nachhaltige Kapitalanlagen werden in diesem Zusammenhang als sinnvolle Anlageentscheidung empfunden, um die Transformation der deutschen Energiewirtschaft zu beschleunigen und zugleich zukunftsorientiert an den Märkten zu agieren.

Die wesentlichen Studienergebnisse im Überblick*

Bekanntheit: Jede*r zweite Privatanleger*in in Deutschland (53 Prozent) hat bereits von nachhaltigen Kapitalanlagen gehört. Der Anteil hat sich damit gegenüber der Vorbefragung aus dem Jahr 2017 knapp verdoppelt.

Motivation: Fast zwei von drei Privatanleger*innen (58,8 Prozent) können sich grundsätzlich vorstellen, bei der eigenen Kapitalanlage sogenannte können sich grundsätzlich vorstellen, bei der eigenen Kapitalanlage sogenannte ESG-Kriterien zu berücksichtigen. Im Vergleich zur Vorbefragung ist der Anteil somit um rund 20 Prozentpunkte gestiegen. Vor allem persönliche Werte und Ziele wie u.a. die Einhaltung der Menschenrechte sowie die Förderung des Klima-, Arten- und Umweltschutzes sind den Anleger*innen dabei wichtig. Der Renditeaspekt steht dabei nicht an erster Stelle. Mit der Einhaltung fundamentaler Arbeitsrechte und der Bekämpfung von Korruption folgen Themen, die ebenfalls zu den Prinzipien des UN Global Compact gehören.

Mehr Anleger*innen: Darüber hinaus hat jede*r vierte Privatanleger*in (22,8 Prozent) bereits in nachhaltige Anlageprodukte investiert. Gegenüber der Vorbefragung hat sich der Anteil beinahe verfünffacht. Bei Befragten mit hohem Sparverhalten bzw. Vermögen liegt der Anteil noch einmal deutlich höher. Die „Lücke“ zwischen Attraktivität und Investment hat sich damit im Vergleich zur Vorstudie deutlich verringert. War 2017 nur jede*r achte Befragte, der nachhaltige Kapitalanlage als attraktiv bezeichnete, auch investiert, waren es in der aktuellen Befragung rund 4 von 10 Befragten.

Investitionen in erneuerbare Energien besonders attraktiv

Bei der Form der Kapitalanlage werden vor allem Direktanlagen in erneuerbare Energien von den Befragten als besonders interessant bezeichnet – ggf. auch im Hinblick auf deren direkten Beitrag zum Klimaschutz. Es folgen Aktien nachhaltiger Unternehmen sowie Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds. Befragte, die bereits nachhaltig investiert sind, finden nachhaltige ETFs besonders interessant.

Neue EU-Regulierung tritt in Kraft

Banken und Versicherungen sind im Kontext der EU-Regulierungen mit dem Namen „MiFID II“ verpflichtet, bei der Anlageberatung Kund*innen zu fragen, ob sie in grüne/soziale Kapitalmarktprodukte investieren wollen und ob es dazu entsprechende Erwartungen gibt. Damit bekommen ESG-konforme Finanzprodukte (englisch für: Environmental Social Governance) einen festen Platz in der Anlageberatung und damit auch bei der Anlageentscheidung von Privatanleger*innen.

Gutes Gewissen und gute Rendite sind kein Widerspruch – aber: Vorbehalte gegenüber nachhaltigen Finanzanlagen bestehen weiter

Trotz des hohen Zuspruchs, mehr in grüne und soziale Finanzprodukte zu investieren, sind viele Verbraucher*innen noch unsicher und entscheiden sich für altbewährte Anlagestrategien bzw. wechseln diese nur ungern. Dabei spielen sehr unterschiedliche Faktoren eine Rolle, beispielsweise der Mythos, dass nachhaltige Kapitalanlagen nicht so rentabel sein können oder fehlendes Wissen zu nachhaltigen Finanzoptionen und dem mit ihnen verbundenen Potential.

Woran man nachhaltige Finanzanlagen erkennt und auf was man achten sollte, hat die DKB in diesem Artikel zusammengefasst: https://finanzwissen.dkb.de/wie-erkennst-du-eine-nachhaltige-geldanlage

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit bei der DKB unter: https://www.dkb.de/nachhaltigkeit

Methodische Informationen zur Studie:

Im Auftrag von DKB und NKI wurden mit dem GfK eBUS® 2.003 Personen im Alter von 18 – 74 Jahren befragt, die die deutschsprachige Bevölkerung repräsentieren. Die Befragung wurde im Zeitraum 26. Mai bis 6. Juni 2022 durchgeführt. In die Auswertung der Befragung gehen 1.897 Personen ein, die in ihren Haushalten über die Finanz- und Geldangelegenheiten entscheiden oder mitentschieden. Das NKI hatte eine vergleichbare Befragung bereits im Jahr 2017 bei der GfK beauftragt, sodass bei verschiedenen Fragestellungen Zeitvergleiche möglich sind. Direktlink zur vollständigen Studie: https://nk-institut.de/wp-content/uploads/2022/07/NKI_DKB_Privatanleger-Befragung_2022.pdf

Über die DKB

Die Deutsche Kreditbank AG (DKB) mit Hauptsitz in Berlin ist Teil der BayernLB-Gruppe und betreut mit ihren knapp 5.000 Mitarbeitenden Geschäfts- und Privatkund*innen. Mit einer Bilanzsumme von 134,9 Mrd. Euro zählt sie zu den Top-20-Banken Deutschlands. Mehr als 5 Millionen Menschen sind Kund*innen der DKB. Sie wickeln ihre Bankgeschäfte bequem und sicher online ab. Die DKB-Branchenexpert*innen betreuen die Geschäftskund*innen persönlich an 25 DKB-Standorten deutschlandweit. Als Partnerin von Unternehmen und Kommunen hat sich die Bank frühzeitig auf zukunftsträchtige Branchen in Deutschland spezialisiert: Wohnen, Gesundheit, Pflege, Bildung, Landwirtschaft, Infrastruktur und Erneuerbare Energien. In vielen dieser Wirtschaftszweige gehört die DKB zu den Marktführern. Die DKB legt großen Wert auf nachhaltiges Handeln: Als #geldverbesserer setzt sie deshalb auf ein nachhaltiges Kreditgeschäft und ist die größte Finanziererin der Energiewende in Deutschland.

Über das NKI

Das NKI – Institut für nachhaltige Kapitalanlagen ist ein unabhängiges Beratungs- und Forschungsinstitut. Es berät insbesondere institutionelle Anleger bei der Konzeption und Umsetzung individueller nachhaltiger Anlagestrategien, die die Ziele und Werte der Anleger umfassend berücksichtigen. Durch eigene Forschungsarbeiten leistet es einen Beitrag zur Weiterentwicklung der nachhaltigen Kapitalanlage. Seine verschiedenen Bildungsmaßnahmen sind unter dem Dach der NKI – Sustainable Finance Academy zusammengefasst. Websites: www.nk-institut.de und www.sustainable-finance-academy.de

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft, Taubenstraße 7-9, 10117 Berlin, Tel: 030 12030-3605, www.dkb.de

Viel Bewegung in der Fondsbranche: Bei fast 900 Produkten muss das Scope-Rating angepasst werden.

 

Ein prominenter Rentenfonds von JPMorgan kämpft gegen die Spitze, während zwei Schwergewichte für Anleihen von Fidelity eine Rating-Stufe verlieren.

Der Mischfonds BL Global Flexible rückt dank exzellenter Performance im vergangenen Jahr per Ende Juni wieder auf eine Spitzenposition in seiner Peergroup „Mischfonds Global flexibel“ vor. Dabei verbesserte er sich sowohl in der Performance als auch in der Risikobewertung. Derzeit ist der Fonds zu 63 % in Aktien, zu 9 % in Kassen und zu 7 % in Anleihen investiert. Letztere werden aktuell vollständig über inflationsindexierte US-Staatsanleihen abgebildet. Die Wertentwicklung über alle Betrachtungszeiträume deutlich über dem Peergroup-Durchschnitt. So erzielte der Fonds über fünf und drei Jahre ein Plus von 4,6% und 4,3% pa, während die Peergroup lediglich auf 1,3% und 1,5% pa kam. Zugleich fallen die Risikokennzahlen besser aus, vor allem der maximale Verlust des Fonds, der über fünf Jahre bei -8,5 % lag, during der Peergroup-Durchschnitt betrug -13,0 %.

JPM Income rückt mit (A)-Rating an die Spitze globaler Rentenfonds vor

Der flexible Anleihenfonds JPM Incomeverfolgt das Ziel, eine Ausschüttung zu erreichen, die 1,5-3,0 Prozentpunkte über dem Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index liegt. Dazu investiert das Fondsmanagementteam in höher rentierliche Teile des Marktes, wobei der Anteil an High-Yield-Papieren auf 65 % des primären Portfolios begrenzt ist. Die größten Segmente im Portfolio sind derzeit High-Yield-Unternehmensanleihen mit 31 %, hypothekenbesicherte Anleihen (staatlich) mit 22 % und verbriefte gewerbliche Darlehen (CMBS) mit 18 %. Der Fonds mit Basiswährung US-Dollar wird in der Peergroup „Renten Globale Währungen“ geführt und überzeugt dort mit ausgezeichneter Performance. Zum Beispiel liegt er über fünf und drei Jahre mit 4,1% und 2,9% pa über dem Peergroup-Durchschnitt von 0,4% und -0,6% pa Anleger des Fonds müssen jedoch mit deutlich erhöhten Risikokennzahlen leben.

Herabstufungen für Fidelity-Rentenfonds

Zwei Anleihenfonds von Fidelity führen dagegen Downgrades: Der Fidelity Funds – Euro Bond verlor nach sieben Monaten sein (A)-Rating und trägt jetzt ein (B)-Rating, der Fidelity Funds – Euro Short Term Bondwurde nach mehr als zwei Jahren mit Top-Rating auf (C) heruntergestuft. Beide Fonds sind klassische Kerninvestments mit einer Mischung aus Staats- und Unternehmensanleihen mit Fokus auf gute und sehr gute Bonitäten. Über fünf Jahre legen beide Fonds noch leicht vor ihrem jeweiligen Peergroup-Durchschnitt „Renten Euro Welt“ und „Renten Euro kurz“, doch auf Jahressicht fällt die Wertentwicklung schwach aus. Während der Fidelity Euro Bond und der Fidelity Euro Short Term Bond in den vergangenen 12 Monaten -14,3% bzw. -6,0% verloren, begrenzten die Peergroups ihre Verluste mit -11,8% und -3,4% deutlich besser. Die Risikokennzahlen beider Fonds waren im Vergleich zu den Peergroups deutlich erhöht.

Top- und Flop-Peergroups im vergangenen Monat

Auch im Juni gab es wenig Positives für Anleger zu berichten: 45 der 50 größten Peergroups erneut teils deutliche Verluste verzeichneten. Nur wenige Regionen und Sektoren konnten sich dem Abverkauf entziehen. So erholten sich beispielsweise chinesische Aktien, insbesondere A-Aktien, stark. Auch der US-Dollar erzielte sich weiterhin positiv gegenüber dem Euro, was sich in einer monatlichen Performance für den USD-Geldmarktfonds von 3,1 % und einer leicht positiven Rendite für den US-Rentenfonds äußerte. Im Aktienbereich zeigte sich der Gesundheitssektor mit Verlusten von nur -0,2% als krisenresistent. Auf der Verliererseite führten europäische Aktien das Feld an. Insbesondere deutsche Aktien verzeichneten mit -10,9% zweistelligen Verlust, von europäischen Nebenwerten mit -10,0%.

Sämtliche Übersichten im vollständigen Bericht – zum Download . https://www.scopegroup.com/dam/jcr:59f9e0cc-1299-494d-b9d6-b4bc4811488c/ScopeExplorer_Rating%20Update_2022_Juli.pdf

 

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Liebe Vertriebspartnerinnen, liebe Vertriebspartner,

 

als vor einigen Jahren die Effektivkostenquote (das Pendant zur TER im Fondsbereich) im Fondspolicensegment eingeführt wurde, war dies ein Segen für die Verbraucher. Endlich wurden die Gesamtkosten einer Fondspolice transparent und Berater und Kunden können seit damals hierüber relativ schnell erkennen, wie kostenintensiv ein Altersvorsorgeprodukt ist.

Der Markt reagiert

Versicherer und Fondsgesellschaften (die den Renditemotor für das Policenergebnis stellen) reagierten sofort und senkten auf breiter Front ihre Kosten und damit fielen die Effektivkosten sämtlicher Policen gravierend, was sehr erfreulich ist. Vermutlich sind wir heute auf einem Niveau, was vielleicht der Hälfte oder manchmal auch nur noch einem Drittel der früheren Kosten einer Fondspolice entspricht. Hervorragend für jeden Altersvorsorgekunden.

Stufe 2: Billig um jeden Preis – Qualität bleibt auf der Strecke

Mittlerweile sind wir jedoch in einer Phase angelangt, wo beinahe ein Sport daraus geworden ist, welche Kombination aus Versicherung und Fondsinhalt die allerniedrigsten Kosten ergibt. Zunächst einmal verständlich, denn niedrige Kosten bedeuten hohe potenzielle Ablaufleistungen in der Prognoserechnung. Besonders hohe Werte sind dort verkäuferisch gerne genommen und der Sinn dahinter wird aber leider nur zu selten hinterfragt.

Von Seiten Patriarch haben wir an dieser Stelle seit Jahren gewarnt, dass die “ultraniedrigen” Kosten zu Lasten der Qualität gehen und die tollsten Prognoserechnungen dem Kunden am Ende nichts bringen, wenn das billigere Investment leistungsmäßig nicht mithalten kann und die Kundenerwartungen nicht erfüllt.

AXA liefert den Beweis 

Eine aktuelle Auswertung per 30.6.22 der AXA zu den in der beliebten A&A Superfonds-Police, alternativ zu den Patriarch- oder Liontrustinvestments, anwählbaren eigenen AXA-Investmentlösungen, liefert hierzu den Beweis.

Denn einmal sind die letzten 12 Monate sehr repräsentativ, da 6 positive und 6 negative Monate beinhaltet, und zum zweiten sind viele der AXA-eigenen Investmentlösungen speziell kreiert, um in einer Policenberechnung besonders niedrige Effektivkosten zu erzeugen. Hierfür werden oft statische ETF-Lösungen angeboten. Schaut man sich nun die Übersicht zu diesen Möglichkeiten an (bitte HIER klicken), findet man Ergebnisse von minus 7,23% bis minus 12,69 über diesen Zeitraum.

Schaut man sich nun alternativ alle anwählbaren Patriarch-Lösungen im Vergleich an (bitte HIER klicken), Liontrust gibt es ja noch nicht so lange in der A&A Superfonds-Police, findet man Ergebnisse zwischen minus 0,85% bis minus 7,49% im selben Zeitraum.

Einfach gesagt, waren 6 von 7 „teureren“ Patriarch-Lösungen erheblich besser, wie alle 10 verfügbaren, oft billigeren, AXA-Lösungen. Und dies in einer schwierigen Zeit, in der der Policensparer ganz besonders dringend Stabilität braucht!

Der fairste Vergleich – ETF statisch versus ETF dynamisch

Nun könnte man ja vielleicht meinen, der Performancevorteil wird durch die höheren Kosten aufgefangen. Dazu mal der ganz exakte Leistungsbeweis auf Augenhöhe. Das „Portfolio ETF“ der AXA liefert ein statisches ETF-Universum und ist deshalb knapp 0,75% p.a. günstiger, als die dynamische ETF-Lösung „PatriarchSelect ETF Trend200“ in derselben A&A Superfonds-Police.

Der Renditevorteil der Patriarch-Lösung über die letzten 12 Monate liegt aber bei über 4%!! (statt -9,4% nur -5,35%). Kein Wunder, dass die PatriarchSelect ETF Trend200 mittlerweile die beliebteste Wahl in der A&A Superfonds-Police ist.

Clevere Vermittler haben deren Nutzen längst erkannt. Und dazu ist das Konzept noch exklusiv und in keiner anderen Police deutschlandweit verfügbar!!

Kein AXA-Problem

Wenn Sie nun vielleicht denken, dass das dann wohl ein AXA-Managementproblem sein muss, müssen wir auch diese Vermutung zurückweisen. Denn die Ergebnisse zwischen minus 7,23% – 12,69% der AXA-Produkte sind schon recht ordentlich, wenn man sich beispielsweise den DAX (-18%) oder den EuroStoxx 50 (-13%) über diesen Zeitraum als Vergleich ansieht (bitte HIER klicken) – daran liegt es also nicht. Die Qualitätsstrategien der Patriarch haben einfach trotz leicht höherer Kosten klar gehalten, was sie versprochen haben.

Indexpartizipation im letzten Jahr nicht zu schlagen

Der absolute „Bestperformer“ über die letzten 12 Monate war allerdings ein in der Vergangenheit oft stark gescholtenes System, nämlich das der Indexpartizipation. Mit Blick auf die A&A-Welt, also das Konzept der A&A Relax Rente. Hier sind, wie viele von Ihnen wissen, eine EuroStoxx-Variante und ein globaler Multi-Asset-Index wählbar. Die europäische Variante hielt die Nulllinie, während der Multi-Asset-Index sogar ein leichtes Plus von 0,78% für die Policensparer verbuchte. Damit war die A&A Relax Rente über die 12 Monate der absolute Gewinner von der Ergebnisseite. Glückwunsch!

Der Fairness halber muss hier allerdings der Hinweis erlaubt sein, dass dieses Bild auch schon oft genug gegenteilig war. Insbesondere in sehr starken Börsenphasen können die Indexpartizipationen aufgrund ihrer vorsichtigen Ausrichtung regelmäßig nicht mithalten und insbesondere die europäische Indexpartizipation war hierbei schon häufig in der Kritik.

Fazit – Qualität schlägt immer billig!

Als Vermittler sollte man hieraus eines ganz klar mitnehmen. Wir sind mittlerweile GENERELL auf einem extrem günstigen Kostenniveau sämtlicher Policen im Vergleich zur Vergangenheit angekommen. Nun sollte man sich nicht mehr von den letzten aggressivsten „Billiglösungen“ im jeweiligen Policenuniversum blenden lassen, um seinen Interessenten besonders attraktive Hochrechnungen verkäuferisch zeigen zu können.

Vergessen Sie nie, dass das lediglich Zahlen auf einem Stück Papier sind. Die Realität entscheidet sich einzig und allein daran, ob der gewählte Fonds auch seine erwarteten Ergebnisse in der Zukunft verlässlich bringen wird! Und hier kann es auf diesem generell günstigen Policenkostenniveau nur um Qualität und nicht um „Geiz ist geil“ gehen.

Mit der A&A Superfonds-Police, gepaart mit inhaltlichen Patriarch- oder Liontrustlösungen, haben Sie dazu immer die richtige und verlässliche Lösung. Und das sogar noch exklusiv!

Viel Erfolg damit wünscht Ihnen

Ihr

Patriarch-Team

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Patriarch Multi-Manager GmbH, Grüneburgweg 18, 60322 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 715 89 90 0, www.patriarch-fonds.de

Negative Anlegerstimmung – weniger Anfälligkeit für weitere negative Nachrichten?

 

Die Weltwirtschaft steht unter Druck: Ukraine-Krieg, steigende Energie- und Rohstoffpreise, umfassende Sanktionen, gestörte Lieferketten und die Coronapandemie drücken das Wachstum und die Stimmung. In den USA wie in Europa geht Rezessionsangst um. Die Märkte reagieren, Investoren haben im ersten Halbjahr 2022 in vielen Anlageklassen so viel Geld verloren wie schon lange nicht mehr. Doch nach Ansicht der Hamburger Sutor Bank gibt es Hoffnungszeichen.

Marktkommentar der Sutor Bank:

Auf den Weltgütermärkten setzt sich das Gesetz von Angebot und Nachfrage eisern durch: Die Nachfrage nach Rohstoffen, Vor- und Endprodukten ist weiter hoch. Das Angebot jedoch wird beschränkt durch Lieferengpässe, Corona-Lock-Downs, den Ukraine-Krieg und die Sanktionen gegen Russland. Die Folge sind stark steigende Preise. Die Notenbanken haben erkannt, dass die hohe Inflation sich nicht von selbst zurückbilden wird, und setzen die Zinswende beschleunigt um: Die US-Notenbank macht inzwischen riesige Zinsschritte nach oben, die EZB folgt ihr seit Juli. Die Anleiherenditen sind stark gestiegen.

„Risk-off“ heißt die Devise an den Finanzmärkten

An den Finanzmärkten gilt daher „risk-off“: Wurde in den letzten beiden Jahren der Mut zum Risiko noch mit steigenden Kursen belohnt, so nehmen heute die Ängste vor einer Rezession zu. Entsprechend reagieren die Märkte: Nicht nur die Aktienkurse leiden, bei Anleihemärkten sind die Kurse so stark eingebrochen wie seit 50 Jahren nicht mehr. Je länger die Laufzeit, desto tiefer der Fall. Österreichische Staatsanleihen mit 100jähriger Laufzeit zum Beispiel verzeichnen ein Minus von über 70 Prozent, deutsche Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit minus 45 Prozent und deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit rund minus 19 Prozent. Auch Kryptowährungen hat es hart getroffen. Wer zu Jahresbeginn in seiner Wallet Bitcoins für 100.000 Euro liegen hatte, blickte sechs Monate später auf nur noch 43.830 Euro. Im Vergleich dazu sieht die Halbjahresbilanz für Anleger, die in Gold investiert haben, mit einem Wertzuwachs von +6,87 Prozent im 1. Halbjahr 2022 positiv aus.

Deutschland: schlechte Stimmung – doch robuste Gewinnentwicklung

Wie geht es weiter? In Deutschland deuten die Konjunkturindikatoren nach unten. Die EU-Kommission hat ihre Wachstumserwartungen überdurchschnittlich stark von 3,6 Prozent auf 1,6 Prozent gesenkt, da Deutschland als Exportnation besonders vom Einbruch des weltweiten Handels betroffen ist. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist nach wie vor schlecht. Der Ifo-Geschäftsklimaindex rauschte im Juli von 92,2 auf 88,6 Punkte nach unten. Einen noch tieferen Fall verhinderte nur die noch relativ gute Situation im Dienstleistungssektor. Das Gastgewerbe erlebt einen guten Sommer nach mehreren Corona-Saisons.

Entgegen den Erwartungen haben sich die Gewinne der Unternehmen bislang sehr robust entwickelt und verharren auf Rekordhöhe. So haben zum Beispiel die 40 DAX-Konzerne im abgelaufenen Jahr mit 133,6 Milliarden Euro einen noch nie erreichten Nettogewinn erwirtschaftet. Für das laufende Jahr rechnet man trotz der Belastungsfaktoren mit einem ähnlichen Ergebnis. Für das nächste Jahr, allerdings sieht es angesichts einer drohenden Rezession in den USA düsterer aus.

Europa: Milliardeninvestitionen, um Energieabhängigkeit von Russland zu vermindern

Krieg, Sanktionen und Inflation belasten das Wirtschaftswachstum in der gesamten EU massiv. Daneben führt der Krieg zu teuren Aufrüstungsprogrammen. Milliardeninvestitionen sind erforderlich, um Europa aus der Abhängigkeit von russischen Öl- und Gaslieferungen zu befreien. Die Inflationserwartungen für die Eurozone wurden deutlich nach oben korrigiert. Man rechnet nun im Gesamtjahr mit einem Wert von 6,1 Prozent. Über allem droht darüber hinaus weiter die Gefahr eines russischen Gasliefer-Stopps.

In den USA rückt Rezession näher, China weiter im Bann der Corona-Politik

In den USA rückt eine Rezession näher. Die Notenbank hat ihre Zinsen drastisch erhöht, um die Inflation zu bekämpfen, die inzwischen bei über neun Prozent liegt. All das wirkt negativ zurück auf die europäische Wirtschaft, ebenso wie der Abschwung in China, wo die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2022 nur noch um 0,4 Prozent gegenüber Vorquartal wuchs. Neben den Problemen des überschuldeten Immobiliensektors beherrscht dort das harte Corona-Regime die Schlagzeilen. Die chinesische Regierung hat zwar ein umfassendes Fiskalpaket aufgelegt, um die konjunkturellen Folgen der Lockdown-Maßnahmen abzufedern. Der Weltkonjunktur allerdings hilft das Paket nur wenig, da China als Lieferant wichtiger denn als Importeur ist. Wichtiger wäre daher eine andere Corona-Politik.

Negative Anlegerstimmung – weniger Anfälligkeit für weitere negative Nachrichten?

Fazit: Mit dem Gaskrieg dreht sich die Eskalationsspirale zwischen Russland und dem Westen weiter mit entsprechenden Folgen für die Wirtschaft. Die Schwäche in den USA und China tun ihr übriges. In der Folge ist die Anlegerstimmung am Aktienmarkt bereits sehr negativ – das allerdings kann auch als ein positives Signal gewertet werden kann, weil der Markt damit weniger anfällig für negative Nachrichten ist.

Besonders große Herausforderungen gibt es weiterhin am Anleihemarkt. Die Sutor Bank setzt bei Anleihen auf möglichst kurze Laufzeiten und investiert inflationsindexiert. So können die massiven Kurseinbrüche bei Anleihen mit langer Laufzeit nicht durchschlagen. Anleihen im Depot sind aus Sicht der Sutor Bank wie das Fahrwerk eines Autos, das für eine solide Straßenlage sorgt, für den Antrieb und für die Rendite sorgen aber die Aktien als Motor. Wenn man mittendrin in der Krise sei, habe man kaum einen Blick für Licht am Horizont. Positive Nachrichten, die sicher wiederkommen werden, fielen dann aber auf sehr fruchtbaren Boden.

Über die Sutor Bank

Die Hamburger Sutor Bank, gegründet 1921, bietet mit ihrer Vermögensverwaltung für alle den unkomplizierten Einstieg in den Kapitalmarkt, leistet individuelle Vermögensberatung und managt zahlreiche Stiftungen. Für Finanzdienstleister entwickelt die Sutor Bank Finanzprodukte und übernimmt das technische und administrative Depotmanagement.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Sutor Bank, Max Heinr. Sutor oHG, Hermannstr. 46, 20095 Hamburg, Tel. +49 (0)40 / 8090 6855 17, www.sutorbank.de 

Eva Sun-Wai, Fondsmanagerin im Public Fixed Income Team von M&G Investments (Foto anbei), kommentiert die aktuelle Zinsentscheidung der Fed wie folgt:

 

„Die Entscheidung der Fed, die Anhebung um 75 Basispunkte durchzuziehen, beweist, dass die Notenbank das Inflationsziel klar auf Kosten des Wachstums anstrebt, auch wenn der Markt offenbar unentschlossen ist, ob mittelfristig eher Wachstum oder doch Inflation die dominantere Rolle spielen wird. Aktien- und Anleihemärkte hatten sich in den letzten Wochen bereits auf diesen Zinsschritt eingestellt. Die unmittelbare Marktreaktion fiel erwartungsgemäß gedämpft aus, aber im Anschluss an die Pressekonferenz kam es zu einer Erholung sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen.

Die US-Notenbank muss sich durchsetzen und tatsächlich an den Daten ausrichten. Sie sollte sich alle Optionen offenhalten, da viele unterschiedliche Datenquellen beobachtet werden müssen. Einige Indikatoren hinken zeitlich stärker der Entwicklung hinterher als andere. Der US-Arbeitsmarkt hat alle anderen Signale einer sich abschwächenden Wirtschaft widerlegt, wie Fed-Chef Jerome Powell anmerkte. Hinkt die Fed nun der realen Wirtschaft hinterher, indem sie sich mehr auf den Arbeitsmarkt als auf den Rest der Daten konzentriert? Powell sagte, dass sich die Nachfrage nach Arbeitskräften zwar etwas verlangsamt habe, aber die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage sei immer noch zu groß. Die Verwendung aktueller Arbeitsmarktdaten könnte irreführend sein, da die Geldpolitik in der Realwirtschaft historisch gesehen mit einer Verzögerung von 12 bis 18 Monaten wirksam wird und die Arbeitslosenzahlen in der Vergangenheit 12 Monate vor Beginn einer Rezession ihren Tiefpunkt erreicht hatten.

Vielleicht kann die Fed die Inflation unter Kontrolle bringen. Das Wachstum wird wahrscheinlich zurückgehen, und eine technische Rezession scheint unmittelbar bevorzustehen. Aber die Fed möchte sich vielleicht ein Polster für künftige Zinssenkungen verschaffen, wenn sie die Zinserhöhungen im Laufe des Jahres 2022 beschleunigt. Der Vorsitzende Powell strebt immer noch 3,25 bis 3,5 % bis zum Jahresende an und sagt, dass wir uns jetzt ungefähr im neutralen Bereich befinden. Es scheint fast unmöglich, Inflation und Wachstum gleichzeitig zu steuern, wenn man so weit hinter der Kurve zurückliegt. Daher war eine weiche Landung in unseren Augen immer eher optimistisch als realistisch erreichbar. Die Umstellung auf eine Steuerung „von Meeting zu Meeting“ ist ein klares Zeichen dafür, dass die Fed die wirtschaftlichen Aussichten als äußerst ungewiss ansieht und dass es für ihre Glaubwürdigkeit von entscheidender Bedeutung sein wird, sich eine Option offen zu halten.

Wie wird sich dies auf die Märkte und die Wirtschaft in den USA und darüber hinaus auswirken? Nun, es sieht aus wie ein Fall von “die USA niest und die Welt erkältet sich”. Hier hat sich nichts geändert. Die US-Wirtschaft hat in letzter Zeit Schwäche gezeigt. Und die Stärke des Arbeitsmarktes verschleiert ein wenig die Anfälligkeit der Verbraucher und ihre Fähigkeit, die ständig steigenden Preise zu bezahlen -– und, was noch wichtiger ist, ihr Vertrauen. Das Ungleichheitsgefälle wird wahrscheinlich wieder zunehmen und politischen Druck erzeugen. Vermutlich wird dies Auswirkungen auf die ganze Welt haben. Powell denkt, dass die Fed eine Chance hat, die Kraft des Arbeitsmarktes vor der Pandemie zu erhalten, wenn es gelingt, die Preisstabilität als Fundament der Wirtschaft unter Kontrolle zu bringen. Dies ist für ihn der Schlüssel zu einer sanften Landung.

Zwischenzeitlich wird der US-Dollar immer stärker, wie schon die meiste Zeit in diesem Jahr – das ist eine gute Nachricht für die USA, aber weniger günstig für den Rest der Welt. Das Motto lautet weiterhin: „Don’t fight the Fed“.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

M&G International Investments Ltd., mainBuilding, Taunusanlage 19, ­60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 1338 6757, www.mandg.de/

Kräftige Erholung an den Aktienmärkten

 

In Europa überraschten die Wachstumszahlen positiv, da das Bruttoinlandsprodukt in der gesamten Eurozone im Quartalsvergleich um 0,7 Prozent stieg. Die positive Überraschung kam vor allem aus den südeuropäischen Ländern, die von der starken Erholung des Tourismus profitierten, während in Deutschland, der industriellen Säule der Eurozone, die Wirtschaftstätigkeit stagnierte, schreiben Guy Wagner und sein Team in ihrem jüngsten monatlichen Marktbericht „Highlights“.

Die BIP-Zahlen für das zweite Quartal bestätigen ein nachlassendes globales Wirtschaftswachstum. So sank das BIP in den USA im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres um 0,9 Prozent auf annualisierter Basis und verzeichnete damit das zweite Quartal in Folge einen Rückgang. „Dies war vor allem auf schwächere Staatsausgaben und Immobilieninvestitionen zurückzuführen, während der Inlandsverbrauch, die größte Komponente des BIP, weiter wuchs“, sagt Guy Wagner, Chief Investment Officer (CIO) von BLI – Banque de Luxembourg Investments. „Angesichts der derzeitigen Stärke des Arbeitsmarktes ist es unwahrscheinlich, dass die erste Jahreshälfte 2022 offiziell als Rezession eingestuft wird, obwohl das technische Kriterium von zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit einem BIP-Rückgang nun erfüllt ist.“ In China wuchs das BIP im Jahresvergleich nur um 0,4 Prozent, was auf die strengen Eindämmungsmaßnahmen zurückzuführen war, die jedoch inzwischen aufgehoben wurden. In Japan blieben die Exporte die dynamischste BIP-Komponente, da die Verlangsamung der weltweiten Nachfrage bislang kaum Auswirkungen zeigte. Im Allgemeinen waren die meisten Aktivitätsindikatoren im Juni sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor relativ schwach, was darauf hindeutet, dass sich das Wachstumstempo der Weltkonjunktur zu Beginn des dritten Quartals weiter verlangsamt.

US-Notenbank erhöht wichtigsten Leitzins zum zweiten Mal in Folge

Wie erwartet, erhöhte die US-Notenbank im Juli ihren wichtigsten Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 75 Basispunkte, wodurch der Zielkorridor der Federal Funds Rate auf 2,25 Prozent bis 2,50 Prozent anstieg. Jerome Powell, der oberste Währungshüter der USA, gab keine neuen Hinweise auf die künftige Zinsentwicklung. Eine weitere Straffung um 50 Basispunkte auf der nächsten Sitzung im September ist derzeit die wahrscheinlichste Annahme. In Europa erhöhte die Zentralbank ihre drei Leitzinsen um 50 Basispunkte und beendete damit die Ära der Negativzinsen. Der Refinanzierungssatz der EZB, der ihren wichtigsten Leitzins darstellt, liegt nun bei 0,50 Prozent. Die Vorsitzende des EZB-Rates, Christine Lagarde, stellte außerdem das neue Anti-Fragmentierungsinstrument vor, das ein zu großes Auseinanderdriften der Finanzierungssätze innerhalb der Eurozone verhindern soll. „Sollte es zu einem solchen Auseinanderdriften kommen, könnte die EZB unter bestimmten Bedingungen eingreifen, indem sie unbegrenzt Anleihen der am stärksten unter Druck stehenden Staaten aufkauft“, erläutert der luxemburgische Ökonom.

Endfälligkeitsrenditen auf Staatsanleihen gehen zurück

An den Anleihemärkten gingen die Endfälligkeitsrenditen auf Staatsanleihen in den USA und in Europa aufgrund der zahlreichen Anzeichen für eine Konjunkturabschwächung stark zurück. So sank der zehnjährige Referenzzinssatz im Juli in den USA, in Deutschland, in Frankreich, in Italien und in Spanien.

Kräftige Erholung an den Aktienmärkten

Nach dem historischen Rückgang der Börsenkurse im ersten Halbjahr erholten sich die Aktienmärkte im Juli kräftig. „Die Veröffentlichung guter Unternehmensergebnisse durch die meisten Schwergewichte der wichtigsten Indizes wurde von den Anlegern erleichtert aufgenommen, die wieder vermehrt bereit waren, Aktienrisiken einzugehen.“ So verzeichnete der MSCI All Country World Index Net Total Return in Euro im Juli den größten monatlichen Anstieg seit April 2020. Nur die Schwellenländer nahmen nicht an der Erholung teil. „Auf Sektorenebene wurden die besten Renditen von den Technologie- und zyklischen Konsumgüterwerten – insbesondere der Kategorie Luxus – erzielt, die sich nach ihrer schwachen Performance im ersten Halbjahr stark erholten“, sagt Guy Wagner abschließend.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Banque de Luxembourg, 14, boulevard Royal, LU­2449 Luxembourg, Tel: (+352)26202660, Fax: (+352)499245599, www.banquedeluxembourg.com

Weltweit wurden diesen Sommer viele Länder von Hitzewellen und Bränden heimgesucht.

 

Obwohl dies für einige der betroffenen Gebiete kein besonders neues Phänomen ist, sind die wiederkehrenden und extremen Naturkatastrophen sowie die rekordverdächtige Hitze global gesehen ein Hinweis darauf, dass die Erderwärmung weitreichende Veränderungen verursacht. Was können Asset Manager tun, um die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken zu reduzieren, die irreversible Folgen für die menschliche Gesundheit, Ökosysteme, Landwirtschaft, Wasserressourcen und Sicherheit haben könnten? Eine Möglichkeit, wie NN IP diese Probleme angehen will, ist das Engagement und die Wahrnehmung von Stimmrechten: Wir nutzen unseren Einfluss als Aktien- und Anleiheinhaber, um Unternehmen, in die wir investieren, zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen.

Die Stimmrechtssaison 2022 war sehr aktiv, mit einem enormen Anstieg der Aktionärsanträge, der den Rekordwert von 2021 noch übertraf. Dies ist wahrscheinlich zum Teil auf die jüngsten Überarbeitungen der Börsenaufsichtsbehörde SEC zurückzuführen, die mehr Anträge zur Abstimmung zugelassen haben. Das Thema Klima bleibt auf dem Radar der Stimmberechtigten, und die Erwartungen im sozialen Bereich sind 2022 gestiegen. Generell liegt der Fokus zunehmend auf den Auswirkungen der Unternehmen auf umfassendere Aspekte, wie Scope-3-Emissionen, globale Lieferketten und geopolitische Faktoren. Es scheint, dass ein größeres Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen ESG-Themen besteht.

NN IP machte die Vorstände weiterhin für versäumte Umwelt- und Sozialüberwachung, fehlende Offenlegungen und Untätigkeit bei wesentlichen Umwelt- und Sozialfragen verantwortlich. Wir verfolgten einen kritischen Ansatz bei der Bewertung der Klimapläne von Unternehmen, da wir sicherstellen wollen, dass sie mit den Netto-Null-Verpflichtungen der Unternehmen übereinstimmen. Infolgedessen haben wir bei den diesjährigen Hauptversammlungen keinen Klimaplan von Öl- und Gasunternehmen unterstützt. Wir haben auch damit begonnen, die Vergütungspläne von Führungskräften ins Visier zu nehmen, falls Klimaziele verfehlt werden, und haben weiterhin für Aktionärsanträge gestimmt, die auf einen schnelleren Übergang zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Welt abzielen.

Florentine van den Eerenbeemt, Responsible Investment Specialist bei NN IP, sagt: „Glücklicherweise haben wir in dieser Stimmrechtssaison eine Reihe positiver Trends und vielversprechender Ergebnisse gesehen. Das Thema Klima wurde von den Vorständen der großen Emissionsverursacher erneut auf die Tagesordnung gesetzt, was es den Anlegern ermöglichte, ihre Unterstützung oder Ablehnung der Klimastrategien der Unternehmen zum Ausdruck zu bringen. Solche Klimaabstimmungen sind jedoch nur dann sinnvoll, wenn die Anleger ihr Engagement bei den Unternehmen verstärken. Wir müssen den Unternehmen ein detailliertes Feedback zu unseren Überlegungen geben, das über ein ‚Dafür‘ oder ‚Dagegen‘ hinausgeht. So haben beispielsweise einige Öl- und Gasunternehmen ihre Investitionen in kohlenstoffarme Technologien erhöht, gleichzeitig aber weiterhin den Großteil ihres Kapitals in die Erschließung (neuer) fossiler Brennstoffe investiert. Die Investoren müssen daher gemeinsam mit den Unternehmen, in die sie investieren, daran arbeiten, wie sie sich weiterentwickeln und verbessern können.“

 

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Zahlreiche Anleger dürften der Börse im ersten Halbjahr den Rücken gekehrt haben.

 

Viele Investoren haben das niedrige Kursniveau aber auch genutzt, um Positionen aufzubauen, wie eine interne Depotanalyse von justTRADE zeigt.

Aktuelle Markteinschätzung von Michael B. Bußhaus, Gründer und Geschäftsführer von justTRADE

Da gibt es nichts schönzureden: Das erste Halbjahr war für das Gros der Anleger ein Albtraum. Kein Wunder, machten der Börse in den zurückliegenden Monaten doch gleich eine Vielzahl von widrigen Umständen schwer zu schaffen. Und zwar so sehr, dass jeder bedeutende Aktienindex rund um den Globus in den ersten sechs Monaten Federn lassen musste. Während beispielsweise der japanische Nikkei „nur“ auf ein Minus von rund 7 Prozent kommt, büßte der DAX in etwa 20 Prozent ein. Der US-amerikanische S&P 500 weist einen ähnlich hohen Verlust auf – und geriet im ersten Halbjahr damit so kräftig unter Druck wie seit 1970 nicht mehr.

Der rasante Anstieg der Inflation, steigende Leitzinsen, der schon seit über fünf Monaten anhaltende Krieg in der Ukraine, die strikte Null-Covid-Strategie Chinas, löchrige Lieferketten und die damit einhergehende Materialknappheit haben aber nicht nur den Aktienmarkt belastet, auch das Gros der Anleihen und Rohstoffe weist für die ersten sechs Monate rote Vorzeichen auf.

justTRADE-Depotanalyse: ETFs konnten Schlimmeres verhindern

Dass angesichts dieser historischen Baisse Anleger nicht vor Freude im Dreieck springen, versteht sich von selbst. Und dass auch die Depots der Investoren nicht verschont geblieben sind, ist ebenfalls keine allzu große Überraschung. Doch wie haben sich Anleger angesichts dieser herausfordernden Gemengelage positioniert? Haben Sie in Panik ihr Engagement am Kapitalmarkt reduziert und die weitere Entwicklung von der Seitenlinie beobachtet – oder wissen Sie, dass für einen langfristigen Vermögensaufbau kein Weg an der Börse vorbeiführt?

Wir waren neugierig und wollten es genau wissen. Daher haben wir uns die Depotbestände unserer Kunden zwischen dem 01. Januar 2022 und dem 15. Juni 2022 näher angeschaut. Dabei wurden nur Depots in die Analyse einbezogen, die bereits im Januar bestanden. Das bedeutet: Dieses Jahr neu eröffnete Depots fielen aus der Betrachtung heraus, da für sie im Januar kein Vergleichswert gezogen werden kann. Die Altersgrenze zwischen jung und alt wurde bei 25 Jahren gezogen.

Zu Beginn des Jahres waren rund 25 Prozent der Depotwerte in ETFs investiert (bei den jüngeren Anlegern in etwa 20 Prozent), weitere 25 Prozent in Krypotwerte (27 Prozent) und in etwa 50 Prozent (53 Prozent) in andere Assetklassen, wobei das Gros in Aktien investiert war.

Diese Verteilung hat sich Mitte 2022 deutlich zugunsten der ETFs verschoben: Sowohl ältere als auch jüngere Anleger haben umgeschichtet und jetzt 29 Prozent ihres Portfolios (bzw. 25 Prozent bei den jüngeren Anlegern) in ETFs angelegt. Diese Veränderung ist auch nur in Teilen durch geringere Kursverluste bei ETFs zu erklären. Insbesondere die jüngeren Anleger haben hier aktiv zusätzlich in ETFs investiert – ihr Gesamtbestand an ETFs ist in dem Zeitraum sogar um 12 Prozent gestiegen. Die Kursverluste konnten hier also deutlich überkompensiert wurden. Ältere Anleger haben zumindest die Kursverluste kompensiert, so dass ihr Gesamtbestand an ETFs nahezu unverändert zum Jahresbeginn ist. Die Kryptobestände sind erwartungsgemäß deutlich gesunken, sie machen bei älteren Anlegern – kommend von 25 Prozent – nur noch 14 Prozent aus, während bei jüngeren Anlegern die Bestände um neun Prozentpunkte auf 18 Prozent gesunken sind.

Dass die Positionen teils aufgestockt wurden, hat sich schon in dem recht kurz analysierten Zeitraum bezahlt gemacht. Betrachtet man ausschließlich die Positionen, die seit Januar unverändert im Depot sind, ergibt sich ein Kursverlust von etwa 30 Prozent – sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Anleger. Dieser ist vor allem bedingt durch einen großen Verlust bei Kryptowerten (-57 Prozent). Dagegen gehören die ETFs mit einem Verlust von „nur“ 15 Prozent eher zu den „stabileren“ Werten; das ist ein Kursrückgang, der in etwa dem Rückgang des DAX in diesem Zeitraum entspricht. Da Anleger Geld nicht abgezogen, sondern zusätzliche Investments getätigt haben, sind die Bestände insgesamt nur um circa 15 Prozent geschrumpft. Die zusätzlichen liquiden Mittel flossen in unterschiedliche Anlageklassen, allen voran in den ETF-Bereich. Stark nachgefragt wurden dabei insbesondere ETF-Sparpläne, mit denen Anleger – aufgrund des Cost-Average-Effekts – auf lange Sicht einen attraktiven Durchschnittskurs erzielen.

Chancen nutzen, auch in herausfordernden Zeiten

Diese nicht repräsentative Auswertung zeigt: Zahlreiche Anleger wissen, dass es angesichts des anhaltenden negativen Realzins-Niveaus, der hohen Inflation und der insgesamt herausfordernden Gemengelage wenige attraktive Alternativen zum Aktienmarkt gibt – und es sich auf lange Sicht lohnen kann, die Entwicklungen am Kapitalmarkt auch in schwierigen Phasen nicht aus der Ferne zu betrachten. Nun könnten Skeptiker zwar den Einwand äußern, dass die Welt sich im Wandel befindet und keiner weiß, was die Zukunft bringt. Doch ist das keine allzu neue Erkenntnis, zu keiner Zeit. In den zurückliegenden Jahrzehnten stand die Welt aufgrund zahlreicher Krisen und unvorhersehbarer Ereignisse schon mehrfach gefühlt am Abgrund. Und auch heute steht die Welt Kopf, doch sie dreht sich weiter.

Fakt ist: Auch an der Börse sind Angst und Zweifel keine guten Begleiter. Um dies zu erkennen, reicht ein Blick auf die zurückliegende DAX-Performance. So kommt der deutsche Leitindex von Ende 2001 bis Ende 2021 – trotz aller in diesem Zeitraum überstandenen Krisen – auf eine jährliche Rendite von durchschnittlich 5,8 Prozent. Wer 1991 DAX-Aktien kaufte und diese Ende 2021 verkaufte, freut sich gar über ein jährliches Plus von im Schnitt 8,0 Prozent. All diejenigen Anleger, die in Vergangenheit stets zweifelten und Angst vor der nächsten Krise hatten, blieben dem Aktienmarkt wahrscheinlich fern – und haben diese Chancen an sich vorbeiziehen lassen.

Über den Autor

Michael B. Bußhaus ist Gründer und Geschäftsführer von justTRADE. Er war Geschäftsführer der onvista bank und verantwortete bis 01/2019 als Head of Brokerage das gesamte Wertpapiergeschäft der comdirect bank AG.

 

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