Marktkommentar Von Thierry Larose, Portfoliomanager, Vontobel

 

Umfragen sehen den ehemaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva in Führung, doch sein Vorsprung auf den jetzigen Amtsinhaber Jair Bolsonaro nimmt ab

Die Märkte sind bislang noch unbeeindruckt und vertrauen darauf, dass beide Kandidaten für die Regierungsbildung eine Koalition mit den Parteien der Mitte eingehen müssen

Bis zur Stichwahl Ende Oktober dürfte die kurzfristige Marktvolatilität zwar zunehmen, doch die Konjunkturaussichten für Anfang 2023 sind günstig

Die Wahlen in Brasilien gehen am Sonntag, 2. Oktober, in die erste Runde. Wahlumfragen sehen den ehemaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva sowohl in der ersten als auch in der zweiten Runde mit einem komfortablen Vorsprung vor dem Amtsinhaber Jair Bolsonaro. Zwar weisen die Umfragen eindeutig in Richtung eines Sieges von Lula, doch der Abstand zwischen den beiden Spitzenkandidaten hat sich seit Anfang des Jahres kontinuierlich verringert. Es bleibt abzuwarten, ob die jüngste Verbesserung der brasilianischen Konjunktur und die Abkühlung des Inflationsdrucks die Chancen Bolsonaros erhöhen und die Meinungsforscher ihre Vorhersagen doch noch revidieren werden. Das ist allerdings nicht unser Basisszenario.

Zwischen Lula und Bolsonaro besteht eine enorme ideologische Kluft, die sich auch in ihren politischen Programmen widerspiegelt: Lula vertritt den internationalen Sozialismus, während Bolsonaro die moralischen Werte des nationalistischen Konservatismus vertritt. Im Moment sind die Märkte jedoch aus zwei Gründen relativ zurückhaltend:

Obwohl beide Kandidaten pragmatische Populisten sind, die jeden fiskalischen Spielraum lieber für Sozialleistungen und Subventionen als für staatliche Investitionen ausgeben wollen, sind sie sich der roten Linien bewusst, die im Hinblick auf die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung nicht überschritten werden dürfen.

Es wird erwartet, dass keiner von ihnen die absolute Mehrheit im Kongress haben wird. Daher werden Lulas Arbeiterpartei (PT) und ihre Linkskoalition ihre radikal linke Rhetorik abschwächen müssen, um die Unterstützung einiger Mitte-Links-Parteien zu erhalten. Bolsonaros Liberale Partei (PL) ist viel kleiner als Lulas PT und wird ebenfalls viele Zugeständnisse machen müssen, um die Unterstützung der Mitte-Rechts-Parteien zu gewinnen. Die Märkte scheinen darauf zu vertrauen, dass die Parteien der Mitte (auch “Centrão” genannt) stark genug sein werden, um erneut die Königsmacher zu spielen.

Besetzung des Wirtschaftsministeriums entscheidend

Ein wichtiger Indikator für die Märkte wird die Ernennung des Wirtschaftsministers sein. Bolsonaro würde wahrscheinlich Paulo Guedes behalten. Im Fall von Lula ist die Unsicherheit größer, wer diese wichtige Rolle übernehmen wird. Die Märkte werden einen Gemäßigten begrüßen, der keine unverantwortliche Finanzpolitik betreiben würde. Lula hat angekündigt, dass er einen Nicht-Technokraten bevorzugt. Als gut positioniert für diese Rolle gelten unter anderem Wellington Dias, Gouverneur von Piauí, oder Alexandre Padilha, ehemaliger Gesundheitsminister unter der Regierung von Dilma Rousseff, da sie über die politischen Fähigkeiten verfügen, mit dem Kongress und innerhalb des Kabinetts zu verhandeln.

Vor kurzem hat der ehemalige Zentralbankchef und Wirtschaftsminister Henrique Meirelles seine Unterstützung für Lulas Kampagne erklärt. Die Märkte feierten diese Schlagzeile sofort und wetteten auf die Möglichkeit, dass er sich dem Team anschließen und wieder eine Rolle übernehmen könnte, die er bereits unter der Präsidentschaft von Michel Temer zwischen 2016 und 2018 erfolgreich ausgeübt hat. Wir würden diesen Optimismus jedoch mit Vorsicht genießen, da es unwahrscheinlich ist, dass Lula seine Entscheidung vor der Wahl bekannt gibt.

Herausforderungen für die brasilianische Wirtschaft in den kommenden Jahren

Der brasilianische Haushalt ist sehr starr, da die Verfassung eine Vielzahl von Ausgaben vorschreibt, die Steuereinnahmen zweckgebunden sind und bestimmte Ausgaben als „obligatorisch“ eingestuft werden. Dies führt dazu, dass ein sehr großer Teil des Haushalts jedes Jahr einer wirksamen Kontrolle entzogen wird. Man schätzt, dass über 90 % des Haushalts diesen starren Vorgaben unterliegen. Diese Rigidität macht es fast unmöglich, öffentliche Mittel für große Investitionsprogramme zu verwenden. Infolgedessen braucht ein Präsident viel Zeit und Geduld, um seine wirtschaftlichen Versprechen einzuhalten. Das wird auch noch einige Zeit so bleiben, bis es endlich einen Weg gibt, diese Unflexibilität in einer für die Bevölkerung akzeptablen Weise aufzubrechen.

Das wirtschaftliche Vermächtnis der bisherigen Präsidentschaften von Lula und Bolsonaro

Lula profitierte vom Globalisierungsboom der frühen 2000er Jahre, ohne größere Fehler zu machen, und nutzte die Öffnung Chinas für den Welthandel und den Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation im Jahr 2001 optimal aus. Selbst die globale Finanzkrise im Jahr 2008 hat das Land im Vergleich zu vielen entwickelten Volkswirtschaften relativ unbeschadet überstanden. Unter Lula erlebte das Land eine Phase des Wohlstands, im Gegensatz zu den schwierigeren Zeiten während der Präsidentschaft Bolsonaros.

Der jetzige Präsident wird kein besonderes wirtschaftliches Vermächtnis hinterlassen, weil er vom ersten Tag seiner Amtszeit an alle wirtschaftlichen Angelegenheiten seinem Wirtschaftsminister Paulo Guede überlassen hat. Minister Guedes wird als „Chicago Boy“ in Anlehnung an die Theorien von Milton Friedman und Friedrich August von Hayek in Erinnerung bleiben, der hart daran gearbeitet hat, den wirtschaftlichen Staatsanteil zu verringern, sowohl die Steuern als auch die öffentlichen Ausgaben zu senken und so viele staatliche Unternehmen wie möglich zu privatisieren. Zu seinem Vermächtnis gehören mehrere Reformen, von denen die Rentenreform im Jahr 2019 die wichtigste war. Eine eher umstrittene, wenn auch notwendige Errungenschaft war die massive Umstrukturierung der gerichtlich angeordneten Schuldenzahlungen der Regierung („precatórios“) im Jahr 2021.

Kurzfristige Volatilität, aber positive Aussichten für Anfang 2023

Eine gewisse Vorsicht ist angebracht, da die Volatilität bis zur Stichwahl Ende Oktober voraussichtlich zunehmen wird. Die jüngst verbesserten Haushalts-, Inflations- und Wirtschaftsaussichten dürften jedoch in den ersten Monaten des Jahres 2023 für Rückenwind sorgen. Dies könnte sich natürlich ändern, wenn die Volkswirtschaften der Industrieländer eine harte Landung erleben, was globale Anleger in den US-Dollar als sicheren Hafen treiben würde. Auf brasilianischer Ebene verfolgen wir aufmerksam den aktuellen Rückgang der Inflation und wir beobachten, ob sich die Steuereinnahmen weiterhin in einem Schuldenabbau des öffentlichen Sektors niederschlagen und ob tatsächlich ausländische Anleger in großem Umfang in brasilianische Vermögenswerte zurückkehren, sobald sich die globale Marktstimmung verbessert.

 

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Die steigende Zahl an Zombie-Unternehmen macht deutlich, dass grundsätzlich Kapital-Fehlallokationen im Markt herrschen, die erhebliche Verlustrisiken für Kapitalgeber beinhalten.

 

Im Vergleich zu 2021 steigt die Zahl der Zombie-Unternehmen um 10% auf nun nahezu 2.000 Unternehmen, wie eine Kearney-Analyse zeigt. Insbesondere der Mittelstand ist betroffen. In Anbetracht der steigenden Zinsen ist die Existenz vieler Unternehmen, vor allem in Europa, bedroht.

Weltweit gibt es immer mehr Unternehmen, die drei Jahre in Folge nicht in der Lage sind, mit ihrem operativen Ergebnis die laufenden Zinsverbindlichkeiten zu decken und insofern über kein funktionierendes Geschäftsmodell verfügen – so genannte Zombie-Unternehmen. Im Vergleich zur letztjährigen Studie steigt deren Anzahl um 10% auf nun nahezu 2.000 Unternehmen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung Kearney, für die die Studienautoren auf zirka 4,5 Millionen Datensätze von etwa 70.000 börsennotierten Unternehmen aus 154 Branchen und 152 Ländern zurückgegriffen haben.

“Wir beobachten, dass steigende Energie- und Rohstoffkosten, angespannte Lieferketten und Personalengpässe die Unternehmen belasten. Finanzierungsprobleme kommen für viele erschwerend hinzu”, berichtet Nils Kuhlwein von Rathenow, Partner bei Kearney und einer der Autoren der Studie. Weiter erklärt er: “Nur wenige Unternehmen, die über kein nachhaltiges Geschäftsmodell verfügen, scheiden auch tatsächlich wegen Insolvenz aus den Märkten. Jedes Jahr werden mehr Unternehmen zu Zombies, als aus dem Markt ausscheiden, gekauft werden oder sich wieder erholen. Zombies haben einen allzu leichten Zugang zu Kapital, das hilft ihnen beim Überleben. Ein besonderes Risiko entsteht durch die aktuell steigenden Zinsen: unsere Simulation zeigt, dass die Anzahl der Zombies dadurch nochmals um nahezu 40% zunehmen könnte.” Weltweit sind die meisten Zombie-Unternehmen im Mittelstand zu finden, wobei dies nur die Spitze des Eisbergs darstellen dürfte, da viele Mittelständler nicht börsennotiert sind und somit nicht in die Studienergebnisse eingeflossen sind.

Die Studienautoren haben sowohl die verschiedenen Volkswirtschaften als auch Industrien im Einzelnen betrachtet. Ihre Analysen zeigen, dass sich die weltwirtschaftlichen Regionen allesamt ähnlich entwickeln. Sie alle weisen einen Zombie-Anteil zwischen 4% und 6% aus, allerdings mit deutlichen Unterschieden bei den Wachstumsraten: Während in Nordamerika die Anteile der Zombies zwischen 2010 und 2021 von 3,5% auf 5,7% gestiegen sind, gab es in Europa einen wesentlich stärkeren Anstieg von 1,2% auf 5,5%. Es könnte sich sogar noch dramatischer entwickeln, sofern die Zinsen weiter steigen: “In dem Fall sehen wir beispielsweise weltweit jedes siebte börsennotierte Unternehmen im Immobiliensektor bedroht, als Zombie-Unternehmen eingestuft zu werden. Damit geht von der Immobilienbranche, wie in den Jahren vor der Finanzkrise 2008/2009, ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft aus”, erklärt Christian Feldmann, Partner bei Kearney und ebenfalls Autor der Studie. Er macht deutlich: “Zombies stellen eine Fehlallokation von Kapital dar, das anderweitig zu mehr Wachstum und mehr Ertrag führen könnte. Wir sehen einen Betrag von etwa 500 Milliarden US-Dollar fehlallokiert und somit unter erheblichem Ausfallrisiko. Vor diesem Hintergrund sind sowohl institutionelle als auch private Anleger, Gesetzgeber und Kapitalmarktaufsichten weltweit gefordert, indem sie das Kapital rechtzeitig effizient allokieren, die Gefahr von Zombies meiden und das Insolvenzrecht so ausstatten, dass kranke Unternehmen rechtzeitig aus dem Markt ausscheiden. Die Zahlen dazu liegen auf der Hand und lassen sich auf Basis der Jahresabschlüsse jederzeit transparent nachvollziehen.”

 

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ETF bietet Investment-Grade-Bonität und Duration von rund sechs Jahren

 

Die DWS hat mit dem Xtrackers India Government Bond UCITS ETF ein neues Produkt auf den Markt gebracht, das Anlegern Zugang zu in Indischer Rupie denominierten indischen Staatsanleihen ermöglicht. Diese Papiere sind aufgrund eingeschränkter Liquidität und Handelbarkeit nicht in Flaggschiffindizes wie dem Bloomberg Global-Aggregate oder dem J.P. Morgan Government Bond – Emerging Markets Global Diversified enthalten.

Die Wirtschaft des zweitbevölkerungsreichsten Landes der Welt wächst kräftig. 2021 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um real 8,7 Prozent und der Internationale Währungsfonds prognostiziert für 2022 eine Zunahme um 7,4 Prozent und um 6,1 Prozent für 20231. Gleichzeitig hat die Verschuldung in der vergangenen Dekade vergleichsweise stabil bei 70 Prozent des BIP2 gelegen und die größte Demokratie der Welt ist als Schuldner bislang noch nie ausgefallen. Da Indien netto Energie importiert, ist die Indische Rupie negativ zu den Energiepreisen korreliert, was in ökonomischen Schwächephasen eine potenziell höhere Widerstandsfähigkeit des währungsbereinigten Ertrags indischer Staatsanleihen bedeutet.

Die Größe des Markts für von der indischen Regierung ausgegebene Wertpapiere liegt Stand August 2022 bei mehr als einer Billion US-Dollar3. Damit rangiert er zwischen den entsprechenden Märkten Kanadas und Spaniens, unter den Schwellenländern wird er nur vom Markt für chinesische Staatsanleihen übertroffen.

Die Duration des Xtrackers India Government Bond UCITS ETF beträgt rund sechs Jahre und das durchschnittliche Rating beläuft sich Stand August 2022 auf „BBB-“. Die Total Expense Ratio (TER) beträgt 38 Basispunkte.

Der neue ETF zielt darauf ab, den Index J.P. Morgan India Government Fully Accessible Route (FAR) Bond physisch nachzubilden. Dieser Index strebt an, die Wertentwicklung von festverzinslichen, auf Indische Rupie lautenden indischen Staatsanleihen abzubilden, die im Rahmen der Fully Accessible Route (FAR) für Anlagen von Gebietsfremden zugelassen wurden. Die FAR ist ein von der indischen Zentralbank in Absprache mit der indischen Regierung eingerichteter separater Kanal, über den zugelassene Anleger ohne Anlageobergrenzen in bestimmte Staatsanleihen investieren können. Die Instrumente umfassen festverzinsliche und Nullkupon-Anleihen, die für den FAR in Frage kommen.

Nippon Life India Asset Management (Singapore) Pte. Ltd. fungiert als Sub-Portfoliomanager und erbringt Portfoliomanagementleistungen für den Xtrackers India Government Bond UCITS ETF. Der Fonds wird seit dem heutigen Montag auf der Xetra-Plattform der Deutschen Börse gehandelt, die Notierung an der London Stock Exchange soll in Kürze folgen.

„Die DWS entwickelt ihr Angebot an Xtrackers-ETFs kontinuierlich weiter, um den sich stetig wandelnden Bedürfnissen der Anleger gerecht zu werden. Mit dem neuen Produkt verschaffen wir unseren Kunden Zugang zum attraktiven indischen Anleihenmarkt. Nippon Life India Asset Management bringt dabei eine fundierte Expertise über den indischen Fixed-Income-Markt ein“, sagte Michael Mohr, Head of Product Specialists Passive bei der DWS.

„Wir freuen uns, den Anlegern der DWS mit diesem differenzierten Produktangebot Zugang zur Wachstumsgeschichte Indiens zu verschaffen. Unsere langfristige Erfolgsbilanz und unser tiefes Verständnis des indischen Kapitalmarkts und des ETF-Segments können durch diese Möglichkeit weiter ausgebaut werden. Ich glaube, dass solche Angebote mit der DWS einen großen Beitrag dazu leisten können, globale Allokationen nach Indien zu ziehen”, sagte Sundeep Sikka, Executive Director und CEO von Nippon Life India Asset Management.

1 https://bit.ly/3BeCIiL

2 https://bit.ly/3CZSdfM

3 https://on.ft.com/3RPns1b

 

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Die US-Inflationsraten sind höher ausgefallen als erwartet – und die Märkte reagieren.

 

„Langsam dringt es ins Bewusstsein, dass die Bekämpfung einer strukturellen Inflation länger braucht als ein paar Monate“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. „Nehmen die Notenbanken diese Aufgabe ernst, sind sie noch eine ganze Weile keine Stütze für die Aktienmärkte.“

Die Inflationsraten aus den USA warteten erneut mit einer negativen Überraschung auf: Die Inflationsrate für August wurde mit 8,3 Prozent festgestellt, obwohl ein Rückgang von 8,5 auf 8,1 Prozent erwartet worden war. „Die Kerninflationsrate, die Lebensmittel oder Energiepreise außen vor lässt, stieg sogar doppelt so schnell wie erwartet und steht jetzt bei 6,3 Prozent“, so Bente. Angesichts sinkender Energiepreise hätte die Inflationsrate eigentlich deutlich niedriger ausfallen sollen, weshalb die Märkte auch mit Verlusten reagierten. „Wenn man alles zusammennimmt, zeigt das, dass die Inflation weiterhin hartnäckig und strukturell ist“, so Bente.

In den vergangenen Tagen hatten sich die Märkte durchaus positiv entwickelt. „Die Inflationsdaten passen natürlich nicht zur Marktentwicklung der jüngsten Tage“, sagt Bente. „Entsprechend gibt es heute die Abwärtsreaktion, denn es scheint immer noch nicht angekommen zu sein, dass das Bekämpfen einer strukturellen Inflation eine wesentlich langwierigere Aufgabe für die Notenbanken ist als die Themen, mit denen sie sich in den vergangenen 20 Jahren zu befassen hatten.“

So lässt sich ein pandemiegetriebener Shutdown-Schock mit Notenbankmaßnahmen recht zügig bekämpfen, entsprechend schnell kann der Aktienmarkt wieder steigen. „Man kann selbst eine Finanzkrise relativ schnell eindämmen, wenn man die als solche erkannt hat“, so Bente. „Nachdem die Notenbanken im Oktober 2008 gesehen hatten, dass es ein Fehler war, Lehman Pleite gehen zu lassen, haben sie mit aggressiven Gegenmaßnahmen dagegen angekämpft.“ Bereits im März 2009, also nur knapp fünf Monate später, war der Boden am Aktienmarkt erreicht. „In der Pandemie ging es noch schneller: Der Boden wurde binnen eines Monats gefunden“, so Bente.

Die Bekämpfung von Inflation dauerte dagegen immer länger. In den 1970er-Jahren kam es oft zu jahrelangen Bärenmärkten. „Das zeigt, dass das Bekämpfen einer strukturellen Inflation eine viel schwierigere Aufgabe ist, die weniger mit schnellen, brachialen Maßnahmen bekämpft werden kann, als das bei den deflationären Schocks der letzten 20 Jahre der Fall war“, sagt Bente.

Und doch scheint es immer noch so zu sein, dass die Märkte und die Marktteilnehmer diesen Unterschied nicht einpreisen. „Viele gehen immer noch davon aus, dass sich letztlich solche Inflationsprobleme sehr zügig auch ohne größere und langwierigere ökonomische Friktionen in Form von Rezessionen bekämpfen lassen“, sagt Bente. „Das ist zwar theoretisch möglich, aber zumindest die Empirie zeigt, dass es gerade bei dem Beispiel der strukturellen Inflation in den 1970ern eben mitnichten so war.“ Insbesondere im Bärenmarkt 1973 kam es in der Rezession auch zu Erholungsrallyes, die eine überraschend starke Dynamik zeigten, angesichts der doch noch großen Probleme. Hatten die Märkte dann aber die Langwierigkeit des Problems erkannt, wurde wieder abverkauft.

„Insofern sind offenbar auch heute die Märkte wieder auf dem falschen Fuß erwischt worden in ihrem Inflation-Peak-Optimismus“, so Bente. „Es gilt, weiterhin vorsichtig zu agieren.“ Es ist unwahrscheinlich, dass in den Aktienmärkten ein nachhaltiger Boden gefunden werden kann, bevor nicht die Notenbanken aus der Gegnerschaft des Aktienmarktes durch ihre permanente Zinserhöhungspolitik wieder zum Freund des Aktienmarktes werden. Das kann aber erst nach einem nachhaltigen Abkühlen der Inflation der Fall sein. „Und das geht eben nicht so schnell, nur weil es einmal einen positiven Monat gab“, so Bente.

 

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Aktuelle Markteinschätzung von Michael B. Bußhaus, Gründer und Geschäftsführer von justTRADE

 

„Wenn der Kurs unten ist, muss man kaufen, und wenn er oben ist, muss man verkaufen“. Ganz einfach, oder? Das Problem: Es ist schlichtweg unmöglich, in die Zukunft zu blicken. Und daher ist das auch mit dem Market-Timing so eine Sache, das zeigen Studien immer wieder. Nur sehr selten gelingt es Anlegern, Wertpapiere zu den bestmöglichen Kursen zu kaufen und zu verkaufen.

Die Jagd nach den besten Kursen kostet Zeit, Nerven und Geld

Auch aktuell dürfte sich der eine oder andere Investor die Frage stellen, ob er mögliche Gewinne mitnehmen oder auf eine Erholung an den Märkten setzen soll. Auf den ersten Blick gibt es für beide Szenarien gute Gründe. So sollte etwa nicht ausgeschlossen werden, dass die Inflation schon bald zweistellige Zuwachsraten aufweisen könnte und die Europäische Zentralbank daher einen deutlich strafferen geldpolitischen Kurs fährt, als noch vor wenigen Wochen erwartet. Ein Szenario, das nicht unbedingt die Aktienkurse stützen sollte. Auf der anderen Seite könnte sich die Stimmung an den Märkten aber auch schlagartig verbessern – und zwar aus ganz unterschiedlichen Gründen. Denkbar wäre beispielsweise auch, dass die Inflation in den USA ihren Zenit erreicht hat und die US-Notenbank nun weniger restriktiv vorgeht, als bisher angekommen. Sicher ist nur: Die Zukunft ist ungewiss – und somit ist auch die Jagd nach den besten Ein- und Ausstiegskursen in der Regel zum Scheitern verurteilt.

Wie problematisch es sein kann, auf das perfekte Timing zu hoffen und ständig Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen, zeigt etwa eine Studie von Ned Davis Research, Morningstar und Hartford Funds, die von 1992 bis 2021 den S&P 500 analysiert und sich für diesen Zeitraum die besten 50 Handelstage herausgepickt haben. Das Ergebnis: Wenn Anleger nur zehn der 50 besten Handelstage verpasst hätten, so wäre deren Rendite im Vergleich zu den Investoren, die über diesen Zeitraum komplett investiert gewesen wären, um mehr als 50 Prozent geringer ausgefallen. Hätten Investoren durch ständiges Umschichten ihrer Wertpapier-Positionen 20 der 50 besten Handelstage versäumt, wäre die Rendite schon um fast drei Viertel geringer ausgefallen. Und bei 30 verpassten Tagen hätten Investoren gar eine um 83 Prozent geringere Rendite erzielt als bei einer langfristigen Position. Dies bedeutet: Für Anleger sind eine Handvoll Tage von besonders großer Bedeutung – und jedes Mal, wenn sie dem Markt den Rücken kehren, laufen sie Gefahr, genau diese Tage zu verpassen.

Beim „Liegenlassen“ der Investition haben Anleger den Vorteil, dass sie eben diese starken Handelstage alle mitnehmen. Anleger, die einen langfristigen Vermögensaufbau anstreben, sollten sich also von dem Wunsch des idealen Handelszeitpunkts verabschieden. Viel wichtiger ist die Zeit, die man am Markt verbringt. Mit kontinuierlichen und langfristig orientierten Investitionen stellen Investoren sicher, dass nicht nur alle Handelstage mitgenommen werden, sondern sich auch stetig die Kapitalbasis vergrößert. Und je länger Anleger diese doch recht simple Strategie verfolgen, desto größer fällt die Rendite aus. In jungen Jahren und damit so früh wie möglich anfangen lohnt sich somit.

Günstig, flexibel, ertragreich

Eine kostengünstige, risikoarme und stressfreie Möglichkeit des Handels auf kontinuierlicher Basis ist der Wertpapier-Sparplan. Durch den Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effect), der sich durch periodische Investments des gleichen Betrags – bei hohen Kursen werden mehr, bei niedrigen Kursen weniger Anteile gekauft – ergibt, entsteht ein günstiger Basiswert, der schlechtes Timing praktisch ausglättet.

Und was die Anlagevielfalt angeht, müssen Sparplan-Investoren ebenfalls nicht zurückstecken, im Gegenteil: Jeder gut aufgestellte Online-Broker sollte inzwischen ein breites Angebot an sparplanfähigen ETFs, Rohstoffen und auch Kryptos aufweisen. Ein weiterer Pluspunkt: Während aktive Trader viel Zeit investieren und das ständige Auf und Ab der Kurse zudem auf das Gemüt schlagen kann, läuft ein einmal angelegter Sparplan von selbst, wenngleich die Höhe der Sparrate problemlos angepasst werden kann und Anleger darüber hinaus ihren Sparplan jederzeit aussetzen oder um andere Produkte ergänzen können. Bei justTRADE sind übrigens alle Sparpläne ohne Orderentgelt, d.h. es fällt lediglich der marktübliche Spread des Handelspartners an, an dem der Sparplan ausgeführt wird.

Über den Autor

Michael B. Bußhaus ist Gründer und Geschäftsführer von justTRADE. Er war Geschäftsführer der onvista bank und verantwortete bis 01/2019 als Head of Brokerage das gesamte Wertpapiergeschäft der comdirect bank AG.

Über justTRADE

justTRADE ist ein Frankfurter Online-Broker, der Tradern den Handel von Wertpapieren und Kryptos konsequent für 0,- € Orderprovision (zzgl. marktübliche Spreads) und aus einem Depot heraus anbietet. Gehandelt werden können mobil über iOS und Android oder über den Desktop-Browser mittlerweile über 500.000 Wertpapiere – Aktien, ETFs, ETCs, wikifolios, Zertifikate, Optionsscheine und Hebelprodukte sowohl börslich über drei Börsen (LS Exchange, Quotrix und Tradegate Exchange) als auch außerbörslich über vier Handelspartner (Citi, Société Générale, UBS und Vontobel). Rund 1.500 ETFs, ETCs und ETPs von neun Anbietern (21Shares, Amundi – inkl. Lyxor, DWS, iShares, GlobalX, Vanguard, VanEck, UBS und WisdomTree) ergänzen das Angebot. Mit der Möglichkeit, die 21 verfügbaren Kryptowerte aus demselben Depot heraus zu handeln wie alle Wertpapiere, bietet justTRADE seinen Kunden ein noch nie dagewesenes Angebot in Deutschland. Zudem sind bei justTRADE insgesamt rund 200 Wertpapiere sparplanfähig.

 

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JT Technologies GmbH, Kaiserhofstr. 16, 60313 Frankfurt am Main, www.justtrade.com

Der steigende Strombedarf, ein ungemein positives politisches Klima und wachsende Möglichkeiten der Diversifikation machen Investments in Erneuerbare Energien immer attraktiver.

 

Und das sind nicht die einzigen Vorteile: „Gerade für institutionelle Investoren führt kaum ein Weg an den Erneuerbaren vorbei“, sagt Markus W. Voigt, CEO der aream Group.

Allein die Bekämpfung des Klimawandels macht Erneuerbare Energien zum Megatrend. „Dazu kommt ein steigender Strombedarf durch mehr IT, durch die zunehmende E-Mobilität und den Umbau der Industrie weg von fossilen Brennstoffen“, sagt Voigt. „Zudem hat der Krieg in der Ukraine gezeigt, dass Europa in seiner Energieversorgung unabhängiger von Importen werden muss.“ Alles dies zusammen wird über Jahrzehnte den Bedarf an grünem Strom weiter wachsen lassen.

„Für Investoren sind aber noch weitere Punkte wichtig“, so Voigt. „Investments in Wind- oder Solarparks sind fast unkorreliert mit anderen Assetklassen und eignen sich deshalb sehr gut zur Diversifikation.“ Der langfristige Anlagehorizont passt perfekt zu den Laufzeiten der Anlagen, die in der Regel auf 30 Jahre kalkuliert werden. „Die Kalkulation berücksichtigt dabei keine Restwerte, sodass die gesamte Rendite während der Laufzeit verdient wird“, so Voigt. Die Investitionen sind auch vom Risikoprofil her passend, liefern einen Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie vieler Unternehmen und werden selbst von den Regulatoren wohlwollend gesehen: Die Behandlung nach Solvency II ist günstig, hier gilt die geringere Risikoeinschätzung für Infrastruktur (30 Prozent) gegenüber Aktien (39 Prozent) und Private Equity (49 Prozent).

Dabei erlaubt die Assetklasse „Erneuerbare Energien“ mittlerweile sogar eine gute Binnendiversifikation: „Mit den unterschiedlichen Energiearten von Wind über Sonne bis Biogas und Wasser lässt sich ein breit gefächertes Portfolio aufbauen“, sagt Voigt. Dazu kommen noch die Möglichkeiten, regional oder entlang der Wertschöpfungskette zu streuen. „Von der Projektentwicklung über den Bau bis zum Betrieb lassen sich Investitionsmöglichkeiten finden“, sagt Voigt. Genau wie sich Ertragsprofile durch unterschiedliche Abnahmeverträge von Einspeisetarifen über den Verkauf an der Börse bis hin zu festen Lieferverträgen mit einzelnen Abnehmern definieren und mischen lassen.

„Und es ist nicht zu erwarten, dass die Attraktivität der Erneuerbaren Energien nachlässt“, sagt Voigt. Auch weil Investitionen in dem Bereich einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit von Unternehmen leisten. „Je näher der Zeitpunkt für die CO2-Neutralität rückt, desto mehr wird nicht nur in neue Projekte investiert, sondern auch bestehende Anlagen werden stärker nachgefragt“, so Voigt. Die politische Unterstützung wird zudem vermutlich eher noch wachsen: „Wir sehen auf allen Ebenen von den UN über die EU bis zu den Kommunen vor Ort eine große und wachsende Bereitschaft, Erneuerbaren Energien endlich den Weg zu bereiten“, so Voigt. So erfüllen die Erneuerbaren die Kriterien der United Nations Sustainable Development Goals und nachhaltige Energie-Infrastruktur ist Teil der Sustainable Finance Initiative der EU ebenso wie auf Länderebene. Zudem definiert die EU-Taxonomie die Investments als nachhaltig – ohne jeden Abstrich.

 

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Kommentar von François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM

 

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (Federal Open Market Committee – FOMC) wird auf seiner Sitzung am 20. und 21. September unserer Meinung nach die Zinsen zum dritten Mal um 75 Basispunkte (Bp) anheben. Er wird seine neuen Wirtschaftsprognosen (geringeres Wachstum, höhere Arbeitslosigkeit) und Zinsprognosen für den Zeitraum bis 2025 veröffentlichen. Wir gehen davon aus, dass der neue Dot Plot auf einen höheren Leitzins von über 4 % für dieses Jahr hinweist.

Unsere Erwartungen:

  • Wir gehen davon aus, dass der FOMC die Zinsen um 75 Basispunkte auf eine Spanne von 3,00%-3,25% anheben wird. Trotz des sehr hohen Verbraucherpreisindex im August rechnen wir nicht mit einer Erhöhung um 100 Basispunkte.
  • Wir gehen davon aus, dass der Vorsitzende Powell bekräftigen wird, dass der Schwerpunkt der Fed nach wie vor auf der Senkung der Inflation auf die Zielmarke von 2 % liegt.
  • Es ist unwahrscheinlich, dass er sich zu den endgültigen Zinssätzen äußern wird. Die Fed muss die Zinserhöhung trotz der negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft bis in den restriktiven Bereich fortsetzen. Der Arbeitsmarkt ist zu angespannt und es besteht die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale.
  • Powell wird voraussichtlich bekräftigen, dass künftige Zinsentscheidungen weiterhin von den eingehenden Daten und den Konjunkturaussichten abhängen werden. Er wird die Märkte zweifellos daran erinnern, dass „die Geschichte dringend vor einer voreiligen Lockerung der Geldpolitik warnt“.
  • Wir gehen davon aus, dass der Medianwert des FOMC für dieses Jahr von 3,375 % auf 4,125 % steigen wird. Dies entspricht einer Anhebung um 100 Basispunkte zwischen der September-Sitzung und dem Jahresende. Der Ausschuss möchte das Risiko einer Entankerung der Inflationserwartungen verringern. Für 2023 erwarten wir einen Anstieg des Medianwertes auf 4,375 % (Anfang 2023). Die Medianzinsprognose wird 2024 bei 3,625 % und 2025 bei 2,875 % liegen. Wir erwarten keine Änderung des Endsatzes von 2,5 %.
  • Wir gehen davon aus, dass die Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (Summary of Economic Projections, SEP) ein geringeres Wachstum in den Jahren 2022 und 2023 von 1,7 % auf 1 % bzw. von 1,7 % auf 1,3 % ergeben wird. Für 2024 und 2025 erwarten wir, dass das Wirtschaftswachstum mit rund 1,8 % in der Nähe des Potenzialwachstums bleibt.
  • Wir gehen davon aus, dass der Ausschuss seine Prognose für höhere Inflationszahlen (persönliche Konsumausgaben, PCE) revidiert und die Erwartungen von 5,2 % auf 5,4 % im Jahr 2022 und von 2,6 % auf 2,7 % im Jahr 2023 anhebt. Wir gehen davon aus, dass die mittleren Inflationserwartungen im Jahr 2024 unverändert bei 2,2 % liegen werden, gefolgt von einem Rückgang im Jahr 2025 auf 2,0 %.
  • Der Vorsitzende Powell wird wahrscheinlich die Verdoppelung des Tempos der quantitativen Straffung im September auf 95 Mrd. USD/Monat, wie im Mai beschrieben, bestätigen (60 Mrd. USD in Staatsanleihen und 35 Mrd. USD in Mortgage-backed Securities).

Zusammenfassend erwarten wir, dass der FED-Vorsitzende Powell die hawkishe Haltung der Fed bekräftigen wird. Diese Sitzung wird unserer Meinung nach die Zinsen nach oben treiben und die US-Renditekurve abflachen.

 

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Nachhaltige Geldanlagen überspringen 500 Milliarden Euro-Marke

 

Mit Anlagen von insgesamt 131,2 Milliarden Euro halten Privatanleger:innen rund 36 Prozent der Nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland. 64 Prozent des unter Berücksichtigung von strengen umweltbezogenen, sozialen und auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung bezogenen Kriterien verwalteten Kapitals wurden zum Stichtag 31.12.2021 von institutionellen Anlegern investiert.

Mit einem Gesamtvolumen von 501,4 Milliarden Euro erreichten Nachhaltige Geldanlagen ebenfalls einen neuen Rekordwert. Globale Ziele wie SDGs und Pariser Abkommen sind für Investoren wichtiger denn je. Impact-Equity-Investitionen zielen darauf ab, eine finanzielle Rendite zu erzielen und gleichzeitig einen positiven und vor allem messbaren Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft zu haben.

Die Pandemie hat das Bewusstsein für soziale Probleme geschärft, zu deren Lösung höhere Investitionen erforderlich sind. Neben der Zunahme von Umwelt- und Klimafonds hat sich die Anlegernachfrage dahingehend entwickelt, dass sie sich auch auf soziale Themen wie die wachsende Ungleichheit, das Management der Lieferketten und die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) richtet, so eine aktuelle Studie.

Angetrieben von der wachsenden Nachfrage institutioneller Investoren und flankiert von regulatorischen Vorgaben wirbt die Private Equity-Branche zunehmend mit dem Label „Nachhaltigkeit“ für ihre Produkte. Immer mehr Anbieter legen ESG- oder spezielle Impact-Fonds auf. Für die Anlageinstrumente und Fonds der Private Markets existieren jedoch schnell keine ESG-Bewertungsstandards oder offiziellen Datenbanken. Daher ist es für Investoren praktisch nicht möglich festzustellen, ob ein Investment wirklich nachhaltig ist oder ob das Management lediglich „Greenwashing“ betreibt.

 

Hier geht es zum eJournal-PDF: oof_de_magazin_2022

 

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Kommentar von Dr. Marco Willner, Head of Investment Strategy, und Patrick Moonen, Principal Strategist

 

 

  • Hawkish: Jackson Hole verändert die Anlagestrategie
  • Spannungsfeld aus Wachstum, Inflation und Geldpolitik begünstigt Risikoanlagen nicht
  • NN IP bleibt in ihrer Top-Down-Allokation für alle Anlageklassen vorsichtig

Die Bärenmarktrallye bei Risikoanlagen und der überraschende Renditeeinbruch bei Anleihen endeten im August. Wir waren immer der Meinung, dass diese Rallye nicht von Dauer sein würde, da sie in erster Linie die Folge kurzfristiger Marktentwicklungen wie eine extrem pessimistische Anlegerstimmung und eine geringe Allokation war und nicht einer Verbesserung der grundlegenden makroökonomischen Fundamentaldaten.

Jackson Hole war zweifellos das bedeutendste Ereignis des vergangenen Monats, bezogen auf das Anlegerverhalten. Vor der Konferenz galt die Devise „schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“, und die Märkte gingen davon aus, dass schwache Wirtschaftsdaten zu einem raschen Kurswechsel der Zentralbanken führen würden. Dies war in den letzten Jahren tatsächlich die Regel, da die Geldpolitik oftmals die Anleger rettete. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell und EZB-Ratsmitglied Isabel Schnabel haben diese Annahme über den Haufen geworfen. Beide machten deutlich, dass es oberstes Ziel ist, die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen, auch wenn dies zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten führt.

Schlechte Nachrichten sind plötzlich nur noch schlechte Nachrichten

Leider gibt es derzeit viele schlechte Nachrichten zu verdauen, insbesondere in Europa. Die jüngsten Inflationszahlen für die Eurozone überstiegen die Erwartungen und deuteten sogar auf eine zunehmende Inflation jenseits von Lebensmitteln und Energie hin. Die Energiekrise erstickt die europäische Wirtschaft. Die Verbraucher verzeichnen erhebliche Einbußen bei Realeinkommen und Kaufkraft. Die Unternehmen sehen sich mit steigenden Kosten konfrontiert. Einige denken sogar darüber nach, energieintensive Produktionsanlagen vorübergehend stillzulegen, weil ihr Betrieb nicht mehr rentabel ist. Eine Rezession scheint in Europa unvermeidlich. Erschwerend kommt hinzu, dass die politische Landschaft mit den bevorstehenden Wahlen in Italien zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt undurchsichtig ist.

In China stottert weiterhin der Wachstumsmotor aufgrund der Immobilienkrise und der anhaltenden wirtschaftlichen Probleme, die durch die Null-Covid-Politik verursacht werden. Die chinesischen Behörden bieten Konjunkturhilfen an, doch dürften entschiedenere Maßnahmen erst nach dem Parteikongress im Oktober zu erwarten sein.

Zudem sind Unternehmensgewinne rückläufig, und die Prognosen für 2023 scheinen immer noch viel zu hoch. Die Zukunftsindikatoren sind negativ, und die Gewinnprognosen für die nächsten 12 Monate werden häufiger gesenkt als angehoben. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

Die fehlende geldpolitische Wende, zumindest in den nächsten Monaten, könnte auch bedeuten, dass die Erhöhung der Bewertungsmultiplikatoren nicht zum Tragen kommt und dass sich die Märkte an den makroökonomischen und unternehmerischen Fundamentaldaten orientieren werden. In der Vergangenheit bedurfte es einer Senkung der Leitzinsen, bevor sich die Märkte nachhaltig erholten. Wir werden auch in Zukunft das Spannungsfeld zwischen Wachstum, Inflation und Geldpolitik im Auge behalten, das sich, wie bereits erwähnt, in den letzten Monaten nicht verbessert hat.

Darüber hinaus deuten unsere quantitativen Top-Down-Signale auf eine moderate bis starke Untergewichtung risikoreicher Anlagen hin. Sowohl die fundamentalen als auch die verhaltensbasierten Indikatoren sind negativ. In diesem Umfeld ziehen wir es vor, bei unserer taktischen Vermögensallokation zurückhaltend zu sein. Wir haben Investment-Grade-Credit, Hochzinsanleihen und Zinsen stark untergewichtet. Wir behalten auch unsere moderate Untergewichtung in Aktien und Immobilien bei. Rohstoffe sind neutral.

Aktien

Wir bleiben bei unserer Untergewichtung in globalen Aktien. Das Verhältnis zwischen Wachstum, Inflation und Politik hat sich nach den Ergebnissen der Konferenz in Jackson Hole und den jüngsten Inflationszahlen in Europa nicht verbessert. Wir treten in die zweite Phase der Korrektur ein, die durch einen Zyklus von Gewinnkorrekturen ausgelöst wird. Die zurückhaltende Anlegerstimmung und die geringe Positionierung können als Puffer dienen, reichen aber nicht aus, um eine nachhaltige Trendwende an den Märkten herbeizuführen.

Was die Regionen betrifft, so haben wir die Untergewichtung in der Eurozone von moderat auf erheblich erhöht. Die Region reagiert aufgrund ihrer Abhängigkeit von russischem Gas am empfindlichsten auf die steigenden Energiepreise. Sie reagiert auch stärker auf das globale Wachstum als die USA. Eine Rezession in der Eurozone ist unser Basisszenario. Die EZB wird die Leitzinsen aggressiv anheben, um die Inflation zu bekämpfen, und läuft Gefahr, einen geldpolitischen Fehler zu begehen, indem sie die Zinsen zu stark anhebt.

Auf Sektorebene konzentrieren wir uns stärker auf die Wachstumsverlangsamung. Wir haben unsere Übergewichtung im Energiesektor auf neutral reduziert, was unsere ausgewogenere Einschätzung des Ölpreises widerspiegelt. Rohstoffe bleiben untergewichtet. Wir behalten unsere Übergewichtung in den defensiven Sektoren Gesundheitswesen und Versorger bei.

Anleihen

Die Anleiherenditen sind im August deutlich gestiegen, nachdem die Fed und die EZB ihre Entschlossenheit zur Inflationsbekämpfung bekräftigt haben. Wir bauten die moderate Untergewichtung in Bundesanleihen und Treasuries weiter aus, da wir nach wie vor das Risiko höherer Zinsen aufgrund einer hohen Inflation und einer strafferen Geldpolitik sehen. Wir behalten auch unsere Positionen in US 2/30 Flattener bei. Die Diskussion über eine Anhebung des Leitzinses über den neutralen Zinssatz hinaus zur Bekämpfung der Inflation lässt mehr Renditepotenzial am kurzen Ende der Kurve zu. Gleichzeitig könnten die Zweifel an den Wachstumsaussichten auch die länger laufenden Anleihen belasten.

Außerdem haben wir die Anleihen-Spreads erneut stark untergewichtet. Wir gehen davon aus, dass die Zinsvolatilität nach dem Treffen in Jackson Hole wieder stark ansteigt, was den Druck auf die Credit Spreads der Industrieländer erhöht. Außerdem könnte sich der Fokus auf einen schwächeren globalen Makroausblick richten. Auch wenn die US-Daten ein eher gemischtes Bild und immer noch einige vergleichsweise stärkere Faktoren aufweisen als die Wirtschaft der Eurozone, sind wir der Meinung, dass der Markt den so genannten „Fed-Pivot“ übertrieben und die makroökonomischen Prognosen übermäßig optimistisch bewertet hat. Die Spreads sind nach wie vor entweder durch hawkishe Zentralbanken oder eine Wachstumsverlangsamung bedroht. Wir bleiben bearish.

Immobilien

Wir haben Immobilien untergewichtet, was unserer seit langem bestehenden mittelfristigen Untergewichtung entspricht. Da die Zentralbanken ihren Kurs konsequent fortsetzen und die Inflation in nächster Zeit kaum nachlassen dürfte, ist an der Zinsfront kaum mit einer baldigen Unterstützung zu rechnen. Die Bewertung von Unternehmensanleihen ist in den USA nach wie vor unattraktiv. Die Gewinnrendite im Vergleich zur Rendite 10-jähriger Treasuries liegt unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Außerdem liegt das MSCI RE Forward PE immer noch über seinem langfristigen Durchschnitt. Das erwartete Gewinnwachstum für globale Immobilien ist in diesem Jahr mit 2 % immer noch gering. Für die USA wird ein Rückgang des Gewinns je Aktie um 3 % erwartet. Der Index der US National Association of Home Builders, der die Einschätzung der Bauunternehmen hinsichtlich der Verkaufsbedingungen für Eigenheime widerspiegelt, ist im August weiter auf 49 gesunken. Die Erschwinglichkeit von Wohnraum (bei hohen Preisen und steigenden Zinsen) hat sich deutlich verschlechtert. Die Immobilienerträge je Aktie dürften in der Eurozone in diesem Jahr um 5 % steigen, doch dürfte diese Schätzung aufgrund des sich abschwächenden Wachstums weiter zurückgehen.

Die Gewinnentwicklung in der Eurozone und in den USA wurde schlechter. Die Positionierung der europäischen Immobilienanleger ist trotz einiger Abflüsse immer noch übergewichtet. Einige Probleme im Immobiliensektor zeichnen sich ab, da Immobilienentwickler in Europa ihre Projekte aufgrund hoher Rohstoffkosten verschieben wollen. Auch die Banken der Eurozone und der USA verschärfen ihre Richtlinien für die Kreditvergabe im Immobilienbereich.

Rohstoffe

Bei Rohstoffen sind wir neutral. In diesem Bereich sind gegenläufige Kräfte am Werk. Einerseits sind die physischen Märkte knapp, insbesondere bei Ölprodukten, und die Kurven befinden sich in der Backwardation. Die Lagerbestände sind niedrig. In China sind die Makrodaten schwach, vor allem im Immobiliensektor, aber die Konjunkturmaßnahmen werden verstärkt. Sanktionsbedingte Risiken bleiben bestehen, und die Allokation der Anleger ist gering. Die reale Gefahr einer Rezession droht, die in der Vergangenheit die Rohstoffpreise belastet hat, vor allem die zyklischen Energieträger und Industriemetalle, aber auch die Landwirtschaft. Diese Rezessionssorgen werden weiterhin im Mittelpunkt stehen und durch die mögliche Rationierung der Nachfrage verstärkt werden, sollte Russland die Gaslieferungen nach Europa weiter drosseln. Auch die anhaltende Ungewissheit in Bezug auf die Wiedereröffnung und Lockdowns chinesischer Märkte sowie der starke USD werden die Rohstoffmärkte weiter belasten.

 

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Pessimistische finanzielle Aussichten bremsen Sparbemühungen nicht aus

 

Immer mehr Sparerinnen und Sparer in Deutschland erwarten, dass sich ihre persönliche finanzielle Situation verschlechtert. Dennoch bleiben die Sparbemühungen weiter hoch, insbesondere regelmäßiges Sparen bleibt hoch im Kurs. Viele erwarten zudem weiter steigende Preise, aber auch steigende Zinsen und werden daher ihre Geldanlagen überdenken, aber gut die Hälfte der Befragten bleibt passiv. Dabei bleiben Immobilien, Investmentfonds und Aktien attraktiv, um Geld anzulegen. Ein Ausweichen auf Produkte mit festen Zinsen ist nicht zu beobachten. Dies sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Online-Befragung von gut 1.000 Menschen in Deutschland, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden.

Beinahe vier von zehn Befragten rechnen damit, dass sich ihre finanzielle Situation verschlechtert (38 Prozent). Das sind nochmal zehn Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Im ersten Quartal 2008, während der Finanzmarktkrise, erwarteten dies nur 16 Prozent. Die Zahl derjenigen, die pessimistisch in die eigene finanzielle Zukunft schauen ist damit drei Mal so hoch wie die, die optimistisch nach vorne blicken (12 Prozent). Der Spareifer ist trotzdem ungebrochen: Knapp drei Viertel der befragten Personen besitzen eine Geldanlage, in die sie regelmäßig einen festen Betrag einzahlen (72 Prozent). Von denen, die regelmäßig sparen, legen die meisten zwischen 100 und 250 Euro monatlich zurück (33 Prozent). Dabei wird die private Altersvorsorge als Sparziel am höchsten priorisiert (84 Prozent). Auf Rang zwei der wichtigsten Gründe, Geld zu sparen, landet die Rücklage für Notfälle (79 Prozent). Auch finanzielle Unabhängigkeit und Flexibilität ist unter den Befragten ein wichtiges Sparziel (78 Prozent).

Steigende Zinsen machen die Sparerinnen und Sparer nachdenklich, aber nicht hektisch

Mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) erwarten, dass die Zinsen in den kommenden sechs Monaten steigen werden. Das ist der höchste Wert seit Beginn der regelmäßigen Umfrage im ersten Quartal 2001. Diese Erwartung veranlasst 35 Prozent von ihnen, ihre Geldanlage zu überdenken. Die Hälfte der Befragten (51 Prozent) hält dies jedoch nicht für notwendig. Allerdings wissen die meisten noch nicht, wie genau ihre Reaktion sein wird (62 Prozent). 23 Prozent geben an, dass sie aufgrund der erwarteten Zinsänderungen ihr Geld umschichten wollen. 35 Prozent möchten in festverzinsliche Wertpapiere investieren. Für 43 Prozent aller Befragten ist ein Beratungsgespräch in der Bank eine wichtige Möglichkeit, um eine Einschätzung zur aktuellen Anlagesituation zu erhalten. Dies gilt mehr für Frauen als für Männer (52 Prozent vs. 34 Prozent). Die aktuelle Inflationsrate veranlasst 38 Prozent der Befragten, ihre Geldanlage zu überdenken. „Wer darüber nachdenkt aufgrund der aktuellen Situation sowohl bei der Preis- als auch bei der Zinsentwicklung seine Geldanlage neu zu strukturieren, sollte am besten bei einem individuellen Beratungsgespräch herausfinden, welche Lösung die passende ist. Denn auch wenn die Zinsen steigen, gleicht dies die Inflation nicht aus und es bleibt weiterhin wichtig, auf ertragreichere Alternativen zu setzen“, kommentiert Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment, die Umfrageergebnisse.

Trotz steigender Zinsen bleibt das Sparbuch unattraktiv

Trotz der Erwartung steigender Zinsen, verändern sich die liebsten Geldanlageformen der Sparerinnen und Sparer in Deutschland nur wenig und das klassische Zinssparen bleibt weiterhin wenig attraktiv: Am attraktivsten finden die Befragen eine Geldanlage in Immobilien (72 Prozent) gefolgt von der Betriebsrente mit 60 Prozent. Auf Rang drei der beliebtesten Anlageformen liegen Investmentfonds (48 Prozent), danach folgen Aktien (46 Prozent). Besonders bei den Befragten zwischen 20 und 29 Jahren sind diese beiden Anlageformen sogar noch beliebter (Investmentfonds: 53 Prozent, Aktien: 59 Prozent). 58 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass aktienbasierte Anlagen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die höchsten Erträge bieten. Das Sparbuch finden hingegen nur 14 Prozent attraktiv. Für viele bleibt außerdem Liquidität und Rendite von Bedeutung. 83 Prozent sagen, dass es ihnen wichtig ist, jederzeit auf einen Teil des Ersparten zugreifen zu können. 70 Prozent achten darauf, dass sich das Sparen für sie lohnt.

Sparpläne werden immer beliebter

Um dies zu erreichen, greifen immer mehr Menschen zu Fondssparplänen. Der Anteil der Befragten, die angeben, man erziele mit regelmäßigen Einzahlungen auf Fondssparpläne die höchsten Erträge, steigt in diesem Quartal auf 86 Prozent. Immer mehr Befragte (aktuell 61 Prozent) können sich außerdem einen Fondssparplan ergänzend zu anderen Anlagen sehr gut vorstellen, für 54 Prozent ist er eine gute Basisanlage. Knapp zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) schätzen an einem monatlichen Fondssparplan, dass man bereits mit kleineren Beträgen sparen kann. „Die Evolution des Sparens ist bei vielen Sparerinnen und Sparern angekommen. Fondssparpläne sind auch in diesen Zeiten ein guter Einstieg zum Vermögensaufbau“, sagt Gay. Sparpläne sind auch deswegen für viele Befragte attraktiv, weil sie bereits mit kleinen Beträgen am Kapitalmarkt teilhaben können. Dies meinen 64 Prozent. Gut die Hälfte findet sie deswegen attraktiv, weil sie zum Sparen disziplinieren (51 Prozent).

Zur Studie

Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im August 2022 im Auftrag von Union Investment 1.010 Menschen im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden und mindestens eine Geldanlage besitzen. Die Befragten nahmen an einer Online-Umfrage teil und konnten sich Zeit und Umgebung der Bearbeitung selbst aussuchen. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.

 

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Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

 

60 ist längst das neue 40. Senioren sind heute aktiv wie nie und machen die Dinge auf ihre Weise. Dieses Prinzip funktioniert auch bei der Geldanlage.

Losgelöst von den verschiedenen Krisenherden gibt es auch langfristige Trends, die unsere Gesellschaft verändern. Die demografische Entwicklung ist ein solcher Trend. Das Erfreuliche: Die Bevölkerung wird im Schnitt immer älter. Doch die gute Nachricht hat auch Schattenseiten. Um unser solidarisches Rentensystem aufrecht zu erhalten, kann es angesichts von Alterung und niedrigen Geburtsraten in nachfolgenden Generationen nur zwei mögliche Lösungen geben: Entweder das Rentenniveau sinkt ab oder das Renteneintrittsalter steigt an. In der Praxis, das haben die Rentenreformen und Anpassungen der vergangenen Legislaturperioden gezeigt, wird auf uns alle wohl ein Mix aus beiden Maßnahmen zukommen. Was heißt das jetzt für Menschen, die fürs Alter vorsorgen wollen?

Selbst Lebensversicherungen halten nicht mit der Inflation Schritt

Dass es unerlässlich ist, neben der gesetzlichen Rentenkasse auch privat Maßnahmen zu ergreifen, sollte inzwischen wirklich allen klar sein. Bisher galt das Credo, dass vor allem Berufsanfänger und Menschen mittleren Alters gut und gerne auch mittels Aktien, also am Kapitalmarkt fürs Alter vorsorgen sollten. Viele ältere Menschen haben womöglich noch alte Lebensversicherungen mit vergleichsweise hohen Garantieverzinsungen – und meiden auch deswegen den Kapitalmarkt. Doch in Zeiten hoher Inflation dürften auch die älteren Policen aktuell keine reale Rendite mehr erwirtschaften. Was ist also zu tun?

Im Alter kommt es auf die Mischung an

Wer heute Anfang 60 ist, muss oder besser gesagt: darf in Anlagehorizonten von zwanzig Jahren und mehr denken. Für Investments am Kapitalmarkt ist ein derartiger Zeitraum prädestiniert, da man über eine derart lange Zeit davon ausgehen kann, dass sich Schwankungen auspendeln und auch ein vermeintlich ungünstiger Einstiegszeitpunkt am Ende des Sparzeitraums keine große Relevanz mehr hat. Langfristige statistische Untersuchungen des Aktienmarkts zeigen, dass die gemittelte Rendite über lange Zeiträume nahezu immer die Inflation schlägt und für eine attraktive Rendite sorgt. Das gilt unabhängig davon, ob und wie schwankungsintensiv es an den Börsen her ging.

Hinzu kommt, dass Investments am Kapitalmarkt mehr bedeuten als nur Aktien. Während Aktien uneingeschränkt von der Entwicklung bei Unternehmen profitieren können, was als Kehrseite auch ein gewisses Risiko in sich trägt, bieten Anleihen im Vorfeld festgelegte Zins-Coupons und können zusätzlich je nach Bonität und Marktbedingungen, schwanken. Kombiniert man nun Aktien und Anleihen, lassen sich je nach Aktienquote offensivere oder aber defensivere Portefeuilles konstruieren. Indem auch über sechzigjährige Anleger ihrer Vermögensplanung Aktien beimischen, entsteht ein attraktiveres Rendite-Risiko-Profil, was in Zeiten von Inflation notwendig sein kann, um überhaupt eine reale Rendite zu erwirtschaften. Hinzu kommt, dass Aktien Sachwerte sind – Unternehmen mit einem unangefochtenen Geschäftsmodell, die zudem Produkte des täglichen Bedarfs herstellen, verdienen auch nach den größten Krisen noch Geld und können dieses etwa in Form einer Dividende an Anleger ausschütten.

Aktien stehen für Flexibilität im Alter

Angesichts der zu erwartenden sinkenden Rentenniveaus bietet es sich für alle Menschen zwischen 18 und 80 an, am Kapitalmarkt für das Alter vorzusorgen. Die damit verbundene Flexibilität – anders als etwa bei Lebensversicherungen können Fondsanteile oder Aktien börsentäglich verkauft werden – ist gerade im Alter und bei unvorhergesehenen Ereignissen Gold wert. So können Rentner ihren Lebensstandard erhalten und das Alter genießen.

 

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Aktuelle Zielgruppenanalyse über Trader in Deutschland

 

Ob Aktien, Fonds oder ETFs – Traden machen nicht mehr nur Banker. U.a. durch Online-Broker, wie Trade Republic oder Scalable Capital, wird Trading auch Privatanlegern leichter zugänglich gemacht. Rund jeder Fünfte in Deutschland gibt an, zu traden. So lauten Ergebnisse der aktuellen Zielgruppen-Analyse “Trader in Deutschland” der Data & Analytics Group YouGov.

Deutsche Trader sind eher Akademiker, finanziell abgesichert und investitionsfreudig

Laut dem Zielgruppen-Segmentierungstool YouGov Profiles ist die Mehrheit der deutschen Trader männlich (70 Prozent). Auch sind sie häufiger im Alter von 25 bis 34 Jahren (25 Prozent vs. 15 Prozent der Gesamtbevölkerung). 47 Prozent unter ihnen haben einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss (vs. 30 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung).

12 Prozent der Trader in Deutschland sind leitende Angestellte (vs. 6 Prozent aller Befragten), 20 Prozent haben ein monatliches Haushalts-Brutto-Einkommen von 5.001 Euro bis 10.000 Euro (vs. 10 Prozent der Gesamtbevölkerung), und 75 Prozent betrachten sich selbst als finanziell abgesichert (vs. 55 Prozent aller Deutschen). 40 Prozent nutzen täglich ihr Mobiltelefon für Finanzen und Banking (vs. 26 Prozent der Gesamtbevölkerung).

Womit Trader handeln und bei welcher Bank sie Kunden sind

46 Prozent der Trader handeln mit Aktien (vs. 15 Prozent der Gesamtbevölkerung), 33 Prozent mit börsengehandelten Fonds bzw. ETFs (vs. 10 Prozent der Gesamtbevölkerung) und 28 Prozent mit Aktienfonds (vs. 12 Prozent).

13 Prozent der deutschen Trader sind aktuell Kunden bei der Deutschen Bank (vs. 6 Prozent der Gesamtbevölkerung). Jeweils 12 Prozent sind Kunden bei comdirect sowie bei der Deutschen Kreditbank DKB (vs. jeweils 7 Prozent der Gesamtbevölkerung). 17 Prozent der Trader sind Kunden der ING (vs. 12 Prozent Gesamtbevölkerung).

Bei der Sparkasse sind Trader hingegen seltener Kunde im Vergleich zur Gesamtheit der Deutschen (28 Prozent vs. 36 Prozent der Trader). Damit fällt auf, dass Trader eher Kunden von Direktbanken sind.

 

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Geopolitische und makroökonomische Ereignisse mit starkem Einfluss auf ESG-Sichtweisen

 

Die angespannte geopolitische Lage hat derzeit starken Einfluss auf die Einstellung von Anlegern zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Die diesjährige Berenberg-Investoren-Umfrage „SDG- und Klima-Investments: Ein aktuelles Stimmungsbild unter Investoren“ zeigt, dass die Bedeutung der Nachhaltigkeitsziele SDG 7 „Bezahlbare und saubere Energie“ sowie SDG 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ gegenüber dem Vorjahr stark zugenommen haben. Als wichtigsten Treiber für die Berücksichtigung des Klimawandels in Anlageentscheidungen nennen die Befragten persönliche Überzeugungen. Risiko- und Renditeüberlegungen landen abgeschlagen aufPlatz drei.

Zum dritten Mal nach 2018 und 2021 hat Deutschlands älteste Privatbank Institutionelle Investoren, Vermögensverwalter und Privatanleger zu ihren Einstellungen zu ESG-Themen befragt. Teilgenommen haben 156 Investoren, überwiegend aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich. Im Mittelpunkt der diesjährigen Umfrage stand der Klimawandel. Darüber hinaus wurden die Teilnehmer zu ihren Prioritäten bezüglich der Nachhaltigkeitsziele (Social Development Goals – SDGs) der Vereinten Nationen befragt. Überlegungen der Anleger zur Zukunft verantwortungsvollen Investierens runden die Studie ab.

„Auf die Frage hin, welcher Treiber am wirksamsten für die Berücksichtigung des Klimawandels in Anlageentscheidungen ist, nannten 43 Prozent der Befragten die persönliche Überzeugung, gefolgt von 37 Prozent, die politische und regulatorischen Bedingungen benannten“, sagt Dr. Rupini Deepa Rajagopalan, Head of ESG-Office bei Berenberg. „Das hat uns überrascht.“ Nur für 14 Prozent der Anleger galten Risiko und Rendite als wirksamste Treiber für die Berücksichtigung des Klimawandels in Anlageentscheidungen. „Angesichts der eindeutigen Risiken des Klimawandels, könnte das Ergebnis darauf hindeuten, dass es Anlegern schwerfällt, finanzielle Risiken dieses Wandels umfassend zu berücksichtigen“, interpretiert Dr. Rajagopalan die Ergebnisse.

Wie in den beiden vorherigen Studien wurden die Investoren auch umfassend im Zusammenhang mit den SDGs und deren Einfluss auf ihr Investitionsverhalten befragt. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bilden ein Rahmenwerk zur Bewältigung der wichtigsten globalen Herausforderungen. Während sich die 17 Ziele und ihre 169 Unterziele vornehmlich an Regierungen richten, wurden sie von vielen Akteuren der Finanz- und InvestmentBranche als Rahmen übernommen, um Kapital in Projekte, Produkte und Dienstleistungen zu lenken, die die SDGs fördern.

„Die diesjährigen Ergebnisse lassen darauf schließen, dass geopolitische und makroökonomische Ereignisse starken Einfluss auf Anleger haben – mit potenziellen Auswirkungen auf ihre Anlageentscheidungen,“ fasst Dr. Rajagopalan zusammen. Zu den drei wichtigsten SDGs zählt nach Meinung der Befragten zum ersten Mal auch SDG 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“. Hier hat sich die Zahl der Nennungen verdoppelt. Auch SDG 7 „Bezahlbare und saubere Energie“ ist mit starken Wachstumsraten unter den Top-3-Nennungen. Unangefochten auf Platz eins findet sich – wie im Vorjahr – SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“.

Im dritten Teil der Studie wurden die Investoren zur Relevanz von niedrigen ESG-Bewertungen und den Einfluss neuer Vorschriften auf die weitere Entwicklung des ESG-Bereiches befragt. „Siebenundachtzig Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie bereit sind, Investments in Unternehmen mit niedriger ESG-Bewertung zu tätigen“, sagt Dr. Rajagopalan. Anbietern von ESG- Ratings fehle es weiterhin an einer einheitlichen ESG-Bewertungsmethodik, an einer ausreichenden Verfügbarkeit von materiellen ESG-Daten und global einheitlichen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. „Angesichts solcher Mängel ist es nachvollziehbar, dass die Befragten bereit sind, auch Investments in Unternehmen mit niedriger ESG-Bewertung zu tätigen. Allerdings müssen diese Unternehmen glaubwürdige und messbare Verpflichtungen zu einer Verbesserung ihrer ESG-Anstrengungen eingehen.“

 

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Kommentar von Franck Dixmier, Global CIO Fixed Income, im Vorfeld der FOMC-Sitzung am 20. und 21. September 2022

 

 

  • Wir erwarten eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte auf der nächsten FOMC-Sitzung, sogar 100 Basispunkte sind möglich
  • Angesichts der sich immer stärker ausbreitenden Inflation hat die Fed keine andere Wahl, als über die Normalisierung ihrer Geldpolitik und den neutralen Zinssatz hinauszugehen
  • In Anbetracht der jüngsten Aufwärtskorrektur der Anleiherenditen und der Markterwartungen dürfte diese Sitzung keine größeren Überraschungen für die Märkte bringen.

Auf dem Symposium in Jackson Hole im August verkündete der Vorsitzende der US-Notenbank Jerome Powell mit Nachdruck, dass die Fed fest entschlossen sei, die Inflation zu bekämpfen. Seitdem hat die Inflation erneut negativ überrascht: Der Verbraucherpreisindex (CPI) lag im August bei +8,3 %¹ über ein Jahr, während +8,1 % erwartet worden waren; der Kernverbraucherpreisindex (CPI) steigt immer noch auf +6,3 %, während 6,1 % erwartet worden waren (+5,9 % im Juli).

Mit diesen Zahlen hat die Fed gute Argumente, um ihre Strategie der raschen und deutlichen Zinsanpassungen fortzusetzen. Angesichts eines Preisanstiegs, der sich weiter in der Wirtschaft ausbreitet, ist die Fed zunehmend gezwungen, über eine einfache Normalisierung ihrer Geldpolitik, einer Festsetzung der Zinssätze auf neutralem Niveau, hinauszugehen und eine restriktivere Politik in Betracht zu ziehen.

Mit ihrem raschen und entschlossenen Handeln verfolgt die Fed ein klares Ziel: Sie will auf Nachfrage und Beschäftigung einwirken, um die Lohn-Preis-Spirale zu durchbrechen und die Inflation auf einen Pfad zu bringen, der mit ihrem Preisstabilitätsziel von +2 % vereinbar ist. Sie wird die Zinssätze so lange hoch halten, bis sie überzeugt ist, diesen Pfad erreicht zu haben. Auch wenn dies bedeutet, dass sie die Zinssätze zu einem späteren Zeitpunkt nach unten anpassen muss, wenn sich das wirtschaftliche Umfeld deutlich verschlechtert. Im Moment ist die US-Wirtschaft trotz fortgeschrittener Anzeichen einer Verlangsamung und einer Korrektur auf dem Immobilienmarkt widerstandsfähig. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe² lag im August bei 52,8 Punkten und blieb damit gegenüber Juli unverändert, und das Wachstum im Dienstleistungssektor beschleunigte sich im vergangenen Monat, wobei der ISM-Dienstleistungsindex von 55,4 auf 56,9 Punkte anstieg. Die US-Haushalte greifen auf ihre Ersparnisse zurück, um den Konsum zu stützen.

Wir rechnen daher mit einer Anhebung um 75 Basispunkte auf der nächsten FOMC-Sitzung. Da die Fed jedoch im Oktober nicht tagen wird, schließen wir einen noch größeren Schritt von 100 Basispunkten nicht aus. Diese Prognose liegt im Rahmen des Konsenses, wobei der Markt 75 Basispunkte bei 70 % und 100 Basispunkte bei 30 % erwartet.³

Die aktualisierten Erwartungen der Fed hinsichtlich des künftigen Verlaufs der Leitzinsen (‘dots’) dürften einen Leitzins von über 4 % bis Ende 2023 signalisieren. Angesichts der jüngsten Aufwärtskorrektur der Anleiherenditen und der Markterwartungen, die einen Höchststand der Fed Funds zwischen 4,25 und 4,50 % im zweiten Quartal 2023 bestätigen würden, dürfte diese Sitzung keine größeren Überraschungen für die Märkte bringen.

¹Quelle/Source: Bureau of Labor Statistics

²Quelle/Source: Institute for Supply Management

³Quelle/Source: World Interest Rate Probability, Bloomberg, 14/09/22

 

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Global haben Anleger im Juli und August 90,7 Mrd. Euro in ETFs investiert, wobei auf den Juli 44,1 Mrd. Euro und den August 46,6 Mrd. Euro entfielen.

 

Der Großteil davon (85,3 Mrd. Euro) wurde in den USA investiert. Die Zuflüsse in Asien waren in beiden Monaten positiv, wobei die Region in diesem Zeitraum 3,9 Mrd. Euro zulegte. In Europa gab es hingegen  ein uneinheitliches Bild: Im Juli wurden 2,2 Mrd. Euro neu investiert und im August 743 Mio. Euro abgezogen. In den beiden Monaten waren Anleihen mit 58,8 Mrd. Euro die beliebteste Anlageklasse, gefolgt von Aktien, die 41,9 Mrd. Euro zulegten. Aus Rohstoffen zogen Anleger rund 12 Mrd. Euro ab, wobei der Großteil der Abflüsse im Juli erfolgte (-8 Mrd. Euro). Insgesamt ist die Unsicherheit über die Aussichten der Weltwirtschaft nach wie vor groß, was Anleger zu einer vorsichtigeren Haltung veranlasst. In Europa zogen Anleger im Juli und August 5,3 Mrd. Euro aus Aktien-ETFs ab, der Großteil davon im August (-4,4 Mrd. Euro). Dagegen flossen 9,5 Mrd. Euro in Bond-ETFs; 5,1 Mrd. Euro im Juli und 4,4 Mrd. Euro im August. Auch aus Rohstoffen zogen Anleger in Europa 2,7 Mrd. EUR ab.

Mittelflüsse in Europa  

Aktien: Anleger positionieren sich defensiver und geben Aktien-ETFs ab

Im Juli flossen aus UCITS-Aktien-ETFs 1,4 Mrd. Euro ab, im August sogar 4 Mrd. Euro. Die größten Abflüsse gab es bei US-amerikanischen und nordamerikanischen ETFs, die im Juli noch um 1,3 Mrd. Euro zulegten, im August aber Abflüsse von 4,3 Mrd. Euro verzeichneten. Dies betraf hauptsächlich Indizes, die den S&P 500 abbilden. Auch aus Aktien der Eurozone zogen Anleger im Juli 1,3 Mrd. Euro und im August 2 Mrd. Euro ab. Globalen Aktien-ETFs legten im August hingegen um 3,4 Mrd. Euro zu.

Abflüsse gab es im Juli und August sowohl aus Sektor- und Themen-ETFs (-1,3 Mrd. Euro) als auch aus Smart-Beta-ETF (-2 Mrd. Euro). Finanz-ETFs verloren in beiden Monaten insgesamt 1,3 Mrd. Euro und Value-Strategien 1,8 Mrd. Euro. Anleger verringerten vor allem ihr Engagement in europäischen und globalen Value-Strategien.

Interessanterweise legten ESG-ETFs weiter zu – im Juli um 5,5 Mrd. Euro und im August um 1,5 Mrd. Euro. Gefragt waren dabei vor allem die USA und Nordamerika (+2,9 Mrd. Euro) sowie globale Schwellenländer (+1,2 Mrd. Euro). Damit haben sich die ESG-Allokationen im Vergleich zu den letzten Monaten beschleunigt.

Anleihen: Anleger suchen nach Qualität – ESG weiter gefragt

Anleihen waren im Juli und August gefragter als Aktien, wobei Unternehmensanleihen um 5,3 Mrd. Euro und Staatsanleihen um 4 Mrd. Euro zulegten. Auf der Suche nach Qualität investierten Anleger im Juli 1,4 Mrd. Euro in Unternehmensanleihen der Eurozone und 2,1 Mrd. Euro in US-Corporate-Strategien. Im gleichen Zeitraum zogen sie 767 Mio. Euro aus US-Hochzinsstrategien ab. Bei Staatsanleihen konzentrierte sich das Interesse auf die USA. Im Juli und August investierten Anleger dort 1,6 Mrd. Euro in mittlere, 900 Mio. Euro in breite und 800 Mio. Euro in langlaufende Strategien. Aus Schwellenländer-Staatsanleihen zogen sie im Juli 804 Mio. Euro ab, stockten diese Strategien im August jedoch wieder um 1,3 Mrd. Euro auf. Abflüsse gab es auch bei inflationsgebundenen US-Strategien (-1,3 Mrd. Euro) und aus chinesischen Staatsanleihen (-615 Mio. Euro).

Wie auf der Aktienseite nahmen auch die Investitionen in Bond-ESG-Strategien im Laufe des Sommers zu: Sie stiegen um 5,1 Mrd. Euro, wobei rund 2 Mrd. Euro in Unternehmensanleihen der Eurozone flossen. Anleger setzten dabei sowohl auf kurze als auch auf lange Laufzeiten.

 

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Anleger suchen Schutz im „sicheren Hafen“

 

Wer aus dem Euroraum aktuell in die USA reist, staunt nicht nur über das gestiegene Preisniveau. Auch der Wechselkurs trägt derzeit dazu bei, dass es dort nicht nur gefühlt sehr teuer ist. Nun ist die Frage, wie lange der Höhenflug des US-Dollars anhält oder ob wir am Wendepunkt zu einem Comeback des Euro stehen? Um das zu beurteilen gilt es laut Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management zu untersuchen, warum der Dollar so gut unterstützt wurde, und ob diese Bedingungen weiter Bestand haben werden.

Inflationsschock zeigt Kehrseite des US-Dollar-Höhenflugs

Der Dollar hat zum Euro seinen jahrelangen Aufwärtstrend fortgesetzt und zum ersten Mal seit 20 Jahren die Parität wieder unterschritten. Bisher haben Politik und EZB dieser Entwicklung wenig Beachtung geschenkt, denn eine schwächere Währung war ein willkommener Rückenwind für die Exportwirtschaft und das Wachstum. „Doch der Inflationsschock zeigt nun die Kehrseite dieser Entwicklung. Höhere Importpreise verstärken den Preisauftrieb und sind eine zusätzliche Belastung für Privathaushalte und lokale Unternehmen“, sagt Tilmann Galler.

Zinserhöhungen der Fed bieten keine ausreichende Erklärung

Aus fundamentaler Sicht ist der US-Dollar inzwischen eine der teuersten Währungen der Welt. Inflationsbereinigt notiert der handelsgewichtete Dollar nur noch 8 Prozent unter dem Allzeithoch von Februar 1985. „Auf solch ein starkes Bewertungssignal folgte in der Vergangenheit in den darauffolgenden Jahren immer ein Wendepunkt“, stellt Ökonom Galler fest. Doch sei dies aktuell längst nicht ausgemacht.

Die Erklärung für die US-Dollarstärke liegt nach Einschätzung von Tilmann Galler nicht allein bei den steigenden US-Zinssätzen. Denn insgesamt hätten sich die Zinsdifferentiale gegenüber den anderen Währungen aufgrund der globalen Natur des aktuellen Straffungszyklus der Zentralbanken nicht wesentlich zugunsten des US-Dollars bewegt. „Aufgrund der starken Zunahme der Währungsvolatilität erscheint der für den US-Dollar verfügbare Zinsaufschlag, der sogenannte Carry, im Verhältnis zum Risiko nicht besonders attraktiv“, sagt Galler.

Als relevanten Faktor hinter der Stärke des US-Dollars sieht Galler dessen steigende „Safe-Haven-Prämie“. „In einem Umfeld hoher Inflation, eines großen geopolitischen Schocks für die Energiemärkte und steigender Rezessionsgefahren suchen Investoren Schutz im sicheren Hafen der Weltreservewährung“, sagt der Kapitalmarktexperte.

Drei Aspekte für die Dollar-Stärke relevant

Drei Aspekte gilt es nach Meinung von Tilmann Galler mit Blick auf den Dollar-Höhenflug zu berücksichtigen. Erstens seien Anleihen bei hoher Inflation erfahrungsgemäß eine weniger effektive Absicherung des Portfolios als in Zeiten niedriger Inflation. „Anders verhält sich der US-Dollar, der in der Vergangenheit sowohl bei hoher als auch bei niedriger Inflation negativ mit den Aktienmärkten korreliert war. Das Umfeld hoher Inflation drängt deshalb Investoren in den US-Dollar und erhöht die Safe-Haven-Prämie“, erklärt Galler.

Zweitens habe die russische Invasion in der Ukraine erhebliche Auswirkungen auf die Preise einer Reihe von Rohstoffen, insbesondere der Energie. Da sowohl Europa als auch Asien auf Importe von Energierohstoffen angewiesen sind, während Nordamerika weitgehend autark ist, habe es eine große Verschiebung der Terms of Trade zugunsten des US-Dollars gegeben. „In den letzten Monaten haben wir die Auswirkungen auf die Handelsbilanzen Europas und Japans gesehen – aufgrund der verzögerten Weitergabe von Preiserhöhungen sind weitere Rückgänge zu erwarten. Diese Veränderungen der Handelsströme wirken sich direkt auf Angebot und Nachfrage nach Währungen aus, wovon der US-Dollar als Hauptwährung für den Handel mit Rohstoffen profitiert“, führt Tilmann Galler aus.

Schließlich hätten sich die globalen Wachstumsaussichten angesichts der verschärften Finanzierungsbedingungen und steigender Energiepreise verschlechtert. Dass Rezessionsängste die Stimmung gegenüber einer breiten Palette von Risikoanlagen belasten, lasse die Safe-Haven-Prämie im US-Dollar weiter steigen.

„Für langfristig orientierte Investoren bieten die extremen Bewertungen wieder eine Gelegenheit für mehr Engagement im Euro. Doch gibt es vorerst keine Anzeichen dafür, dass die hohen politischen und konjunkturellen Risiken weniger werden, weshalb US-Dollar-Anlagen eine attraktive Möglichkeit bleiben, Risiken im Portfolio zu reduzieren“, fasst Ökonom Galler zusammen.

 

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Kommentar von Maarten-Jan Bakkum, Senior Emerging Market Strategist

 

 

  • Angeschlagene chinesische Wirtschaft, europäische Energiekrise, aggressive Straffung der Geldpolitik sind Belastungsfaktoren
  • Eine weitere große Zinserhöhung der US-Notenbank ist diese Woche so gut wie sicher, und die Markterwartung eines Spitzenwertes von 4 % könnte zu konservativ sein
  • Wir bleiben für weitere Wachstumsenttäuschungen, anhaltende Inflation und zunehmenden Druck auf Unternehmensgewinne positioniert

Die globalen Wachstumsaussichten sind nach wie vor düster: Die chinesische Wirtschaft schwächelt, Europa steckt in einer Energiekrise und einer Inflationsspirale. Die EZB und die Fed sind dabei, die Geldpolitik aggressiver zu straffen, um dem Risiko nicht verankerter Inflationserwartungen zu begegnen. Unser Multi-Asset-Modell-Portfolio bleibt für dieses negative Szenario positioniert, das durch den zunehmenden Druck auf die Unternehmensgewinne noch verstärkt wird.

Die meisten Risikoanlagen erholten sich in der vergangenen Woche, möglicherweise aufgrund von Hinweisen auf eine stabile Nachfrage in den USA und Plänen der Europäischen Union, die Belastung der Haushalte und Unternehmen durch hohe Energiepreise zu senken. Wir betrachten dies als Teil eines längeren negativen Trends. Weitere staatliche Interventionen auf dem Energiemarkt sind angesichts der weiter steigenden Energiekosten und des bevorstehenden Winters dringend erforderlich.

Die jüngsten Erfolge der ukrainischen Armee bei der Rückeroberung verlorener Gebiete werden die Entschlossenheit des Kremls nur noch verstärken, den Druck auf die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten durch weitere Unterbrechungen der Energieversorgung zu erhöhen. Für den Moment bedeutet dies wahrscheinlich, dass die ukrainische Energieinfrastruktur, einschließlich des Kernkraftwerks Saporischschja, weiterhin angegriffen werden wird. Es ist auch wahrscheinlich, dass Russland die Gaslieferungen nach Europa weiter reduzieren wird.

Vor diesem Hintergrund dürften die Energiepreise weiterhin hoch bleiben und einen raschen Rückgang der europäischen Inflationsraten erschweren. Da sich die Europäische Zentralbank eindeutig auf das Risiko nicht verankerter Inflationserwartungen konzentriert, sollten wir trotz der Konjunkturabschwächung auf mehrere weitere Zinserhöhungen vorbereitet sein.

Unser Multi-Asset-Modell-Portfolio ist weiterhin auf eine anhaltende Inflation, eine weitere Straffung der Geldpolitik, steigende Zinsen, weitere negative Wachstumsüberraschungen und zunehmenden Druck auf die Unternehmensgewinne ausgelegt. Aus taktischen Gründen haben wir nach der letzten EZB-Sitzung, die so hawkish war, wie wir erwartet hatten, beschlossen, einige Gewinne mitzunehmen und unsere Untergewichtung von Treasuries und Bundesanleihen zu halbieren.

Falken bestimmen die Politik der EZB

Bei der EZB geben die Falken den Ton an. Ihr Augenmerk liegt auf der anhaltenden Inflation. Verschiedene Angebotsschocks haben die Inflationsvolatilität erhöht. Die EZB möchte diese so schnell wie möglich unter Kontrolle bringen, um einen Ausbruch der Inflationserwartungen zu verhindern. Die Zentralbank ist entschlossen, die Inflationsrate rasch auf ihr Ziel von 2 % zu senken – selbst wenn die sich verschärfende Energiekrise eine schwere Rezession verursacht.

Die EZB-Führung ist der Ansicht, dass der Leitzins auch nach der letzten Erhöhung um 75 Basispunkte deutlich unter dem angemessenen Niveau bleibt. Christine Lagarde hat ausdrücklich erwähnt, dass die EZB beabsichtigt, die Zinssätze auf den kommenden Sitzungen weiter anzuheben. Wir erwarten nun, dass der Einlagensatz einen Höchststand von 2,5 % erreichen wird. Eine stärker als erwartet ausfallende Rezession wird die EZB wahrscheinlich dazu zwingen, die Zinserhöhungen im ersten Quartal 2023 zu beenden.

Fed dürfte Straffung fortsetzen

Unser Ausblick für die Federal Reserve bleibt unverändert. Mehrere Fed-Gouverneure erklärten kürzlich, dass das Risiko einer Entankerung der Inflationserwartungen immer noch zu hoch sei, als dass das Tempo der Straffung verlangsamt werden könnte. Die US-Notenbank wartet auf einen umfassenden Rückgang der Inflationsdynamik, bevor sie eine Kursänderung in Erwägung zieht. Die Gesamt- und Kerndaten des Verbraucherpreisindex lagen im August deutlich über den Erwartungen. Der Kernverbraucherpreisindex, der sich seit April abgeschwächt hatte, stieg erneut auf 6,3 %.

Da die Federal Funds Rate derzeit bei 2,5 % liegt und sich der US-Arbeitsmarkt und die Wirtschaft besser als erwartet behaupten, gehen wir davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsschraube weiter aggressiv anziehen wird. Eine weitere Anhebung um 75 Basispunkte in dieser Woche ist so gut wie sicher, und die Markterwartung eines Höchststands von 4 % könnte zu konservativ sein.

China setzt auf Konjunkturprogramme

In China werden zusätzliche politische Impulse vorbereitet. Ihr Augenmerk liegt nach wie vor auf dem Wohnungsmarkt, wo die Transaktionen weiterhin rückläufig sind und das Wachstum der Neuinvestitionen auf ein neues Mehrjahrzehntstief von -12 % gesunken ist. Auch das Exportwachstum ist rückläufig – im August um saisonbereinigte 5 % gegenüber dem Vormonat. Dadurch wird ein größeres, umfassenderes Konjunkturpaket immer dringlicher.

Die Regierung hat seit August Maßnahmen im Umfang von fast 1 % des Bruttoinlandsprodukts angekündigt, insbesondere neue Anleihekontingente und öffentliche Bankkredite zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten und zur Unterstützung des Wohnungsmarktes. Wir erwarten in den kommenden Monaten weitere ähnliche Maßnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Mitte Oktober beginnenden Nationalkongress der Kommunistischen Partei Chinas, auf dem Xi Jinping wahrscheinlich für eine dritte Amtszeit als Präsident bestätigt werden wird.

Der Großteil der neuen Maßnahmen wird fiskalisch sein. Der zunehmende Kapitalabfluss aus China, der durch die Turbulenzen auf dem Immobilienmarkt, die Unsicherheit infolge der Pandemie und die strengen regulatorischen Auflagen für Privatunternehmen ausgelöst wurde, hat den Renminbi unter Druck gesetzt. Dieser Trend wurde durch die sich verschlechternden Exporterwartungen noch verstärkt. Durch diese Faktoren ist der Spielraum für eine stärkere geldpolitische Lockerung begrenzt. Auch die Kreditnachfrage ist aufgrund der Vertrauenskrise im Privatsektor nach wie vor gering. Das bedeutet, dass fiskalische oder quasi-fiskalische Impulse über die öffentlichen Banken wirksamer sein werden, um das Wachstum der Binnennachfrage anzukurbeln.

Vorbereitung auf schlechte Nachrichten zum globalen Wachstum

Wir sind weiterhin für ein enttäuschendes globales Wachstum positioniert, und zwar aus drei Hauptgründen: die angeschlagene chinesische Wirtschaft, die Energiekrise in Europa und die aggressive Straffung der Geldpolitik in Europa und den USA. Unser Multi-Asset-Modell-Portfolio bleibt in globalen Aktien untergewichtet. Wir glauben, dass die Gewinnschätzungen für das nächste Jahr zu optimistisch sind. Der Margendruck wird weiter zunehmen, und die Konjunkturabschwächung wird die Unternehmen daran hindern, die höheren Inputkosten vollständig weiterzugeben. Darüber hinaus sind wir nicht der Meinung, dass die Bewertungen in dieser Zeit der straffen Geldpolitik einen guten Puffer gegen enttäuschendes Gewinnwachstum darstellen. Wenn die Realrenditen weiter steigen, werden die Bewertungen wahrscheinlich noch weiter sinken – wie die nachstehende Grafik zeigt.

Regional halten wir an unserer starken Untergewichtung in Aktien der Eurozone fest. Unser Basisszenario für Europa ist eine Rezession, die das Gewinnwachstum in den negativen Bereich bringen dürfte. Die EZB hat klar gesagt, dass sie die Zinsen weiter anheben wird. Wir haben unsere Sektorallokation nicht geändert und halten an einer leichten defensiven Ausrichtung in den Bereichen Gesundheitswesen und Versorger fest. Wir bleiben in Kommunikationsdienstleistungen und Immobilien untergewichtet, zwei Sektoren, die durch höhere Realrenditen gefährdet sind.

Renditen in den USA und der Eurozone weiterhin im Aufwind

Im Bereich Fixed Income haben wir unsere Untergewichtung in Treasuries und Bundesanleihen von hoch auf moderat reduziert. Die Renditen zehnjähriger Anleihen sind seit Anfang August rasch gestiegen und haben fast wieder ihre Höchststände vom Juni erreicht. Da die EZB in der letzten Sitzung ihren straffen Kurs bekräftigt hat und die Fed in der kommenden Woche voraussichtlich um 75 Basispunkte erhöhen wird, haben wir beschlossen, bei unseren Zinspositionen Gewinne mitzunehmen. Angesichts unserer Einschätzung einer hartnäckigen Inflation, insbesondere in Europa, und der starken Fokussierung sowohl der Fed als auch der EZB auf das Risiko entankerter Inflationserwartungen sehen wir bei den Renditen in den USA und in der Eurozone jedoch immer noch ein ordentliches Aufwärtspotenzial.

Wir haben unsere starke Untergewichtung bei Unternehmensanleihen der Industrieländer vorerst beibehalten. Da sich das globale Konjunkturbild verschlechtert und die Zinssätze steigen, dürften sich die Credit Spreads weiter ausweiten. Bei Schwellenländeranleihen bleiben wir neutral. Die Staatsanleihen der Schwellenländer in Hartwährung entwickeln sich weiterhin im Einklang mit den Hochzinsanleihen der Industrieländer. Die Bewertungen sind attraktiver geworden, aber der aktuelle Spread von 480 Basispunkten liegt nur leicht über dem 25-Jahres-Durchschnitt. Da die Wirtschaftspolitik in den Schwellenländern interventionistischer und weniger auf makroökonomische Stabilität ausgerichtet ist, als dies während des Großteils der 2000er und 2010er Jahre der Fall war, und da steigende Zinssätze in den USA und Europa die Notwendigkeit für Anleger verringern, nach höheren Renditen in den Schwellenländern zu suchen, sind wir nicht davon überzeugt, dass sich die Spreads für Hartwährungen ausreichend ausgeweitet haben.

 

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Das Investmentumfeld bleibt herausfordernd: Die globale Konjunktur taucht ab, hohe Inflationsraten lassen die Zinsen steigen.

 

Doch nicht alle Unternehmen und Investmentklassen sind gleich stark betroffen. „Langläufer unter den Renten gewinnen an Attraktivität und Aktien ausgewählter Branchen bieten weiter Potenzial“, sagt Carsten Gerlinger, Managing Director und Head of Asset Management bei Moventum AM. „Technologie- und Growth-Aktien bleiben dagegen im Bann der Zinsentwicklung.“ – Das sind die Ergebnisse der Asset-Allokation-Konferenz von Moventum.

Die Konjunkturampeln zeigen rot. Die USA befinden sich seit zwei Quartalen in einer technischen Rezession, es droht ein Abgleiten in eine klassische Rezession. Gebremst durch eine Immobilienkrise und Anti-Corona-Maßnahmen hat China seine Rolle als Konjunkturlokomotive verloren. In Europa dürfte die sich abzeichnende Rezession noch stärker ausfallen als in den USA, da der Anstieg der Energiepreise deutlich höher ist. „Erfreulich ist einzig, dass sich die globalen Lieferketten langsam entspannen“, so Gerlinger.

Das große Problem ist die Inflation. In den USA dreht sich die Lohn-Preis-Spirale und könnte bald ihren Höhepunkt erreichen. Für Europa wird ein Anstieg der Teuerungsrate auf etwas über zehn Prozent erwartet. Die Notenbanken reagieren mit Zinserhöhungen: Die US-Fed hat klargestellt, dass sie bereit ist, eine Rezession in Kauf zu nehmen. Die EZB schwimmt im Fahrwasser der Fed.

Was bedeutet das für Anleger? „Gold als sonst klassisches Inflationsschutzinvestment ist derzeit unattraktiv“, so Gerlinger. „Der starke US-Dollar sowie die steigenden Zinsen belasteten zuletzt den Preis.“ Bei Anleihen wird in den USA das lange Laufzeitende vor dem Hintergrund einer zu erwartenden Rezession interessanter. In Europa befindet sich das lange Laufzeitenende in einem Spannungsfeld zwischen anhaltend hoher Inflation und Rezessionsgefahr.

„Die Rentenseite sehen wir zweigeteilt“, erklärt Gerlinger. „Einerseits gehen wir nach den jüngsten Äußerungen der Notenbanken im kurzen Laufzeitenbereich noch von deutlich steigenden Renditen aus. Entsprechend bauen wir das Segment durch eine weitere Floater-Position aus. Das lange Ende dürfte dagegen allmählich von der Aussicht auf eine Rezession profitieren, sodass wir in diesem Laufzeitsegment Positionen im US-Rentenmarkt aufbauen.“ Bei Unternehmensanleihen erscheint das Renditeniveau zwar durchaus attraktiv. „Allerdings spiegelt der Spread die Rezessionsgefahr aktuell nicht wider“, so Gerlinger.

Am US-Aktienmarkt dominiert die Fed-Politik die Kurse. Die Bewertungen sind mittlerweile deutlich gesunken, liegen allerdings immer noch über dem langfristigen Durchschnitt. Insbesondere das Growth-Segment bleibt anfällig bei einem weiteren Renditeanstieg. „Die aktuelle Unsicherheit spricht für eine ausgewogene Positionierung zwischen Value und Growth“, so Gerlinger.

Europäische Aktien bleiben günstiger bewertet als US-Aktien. Der Energiepreisanstieg und die Konjunkturaussichten begünstigen allerdings nicht gerade die sehr zyklische Industrie in Europa, die USA sind hier besser aufgestellt. Small Caps leiden überproportional unter der Unsicherheit. Das aktuelle Sentiment ist sehr negativ. In Europa ist Großbritannien noch relativ attraktiv. Auf Grund seiner Indexschwergewichte bei Banken (profitieren von steigenden Zinsen), Healthcare (defensive Branche) und Rohstoffe bietet der Markt bessere Chancen als Euroland.

 

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Immer mehr Anleger setzen bei der Geldanlage auf Nachhaltigkeit, bei Beratern wächst der Bedarf an passenden Produkten rasant.

 

Diese Nachfrage kann Moventum nun noch besser bedienen: Die Dachfonds Moventum Plus Aktiv sind jetzt nach Artikel 8 gemäß Offenlegungsverordnung klassifiziert. Außerdem ist hier bald eine Klassifizierung als „nachhaltig“ im Sinne der europäischen Finanzmarktrichtlinie zu erwarten, ebenso wie bei den Portfolios der Vermögensverwaltung MoventumPlus Aktiv. „Wir legen Wert darauf, Beratern ESG-konforme Anlagen zur Verfügung zu stellen, die auch langfristig Nutzen bringen“, sagt Andreas Pál, Senior Vice President & Head of Sales bei Moventum S.C.A.

Moventum Asset Management hat seine standardisierte Vermögensverwaltung auf Fondsbasis und die Dachfonds an die Kriterien angepasst, die ihre Einstufung als nachhaltiges Produkt durch den Regulator rechtfertigen. „Die Einbeziehung von ESG-Themen – also den Nachhaltigkeitsdimensionen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung – ist in der Finanzindustrie bereits Alltag“, sagt Pál. „Wir betrachten ein effektives Management von ESG-Themen daher als Notwendigkeit.“

Mit Erfolg: Laut Beschluss der Aufsichtsbehörden dürfen sich die Dachfonds Moventum Plus Aktiv SICAV nun offiziell als „Artikel-8-Fonds“ gemäß Offenlegungsverordnung (SFDR) bezeichnen. Diese Verordnung verpflichtet Unternehmen im Finanzdienstleistungssektor dazu, transparent darzulegen, wie nachhaltig ihre Produkte sind. Damit soll ein Greenwashing verhindert werden.

Darüber hinaus hält der Dachfonds zusätzliche Nachhaltigkeitskriterien ein, die ihm eine Klassifizierung als „nachhaltig“ auch im Sinne der europäischen Finanzmarktlinie (MiFID) erlauben sollen. „Hier sind die Arbeiten seitens Moventum Asset Management S.A. abgeschlossen“, so Pál. „Nur die Einschätzung eines Prüfers steht noch aus.“

Die auf Unternehmensebene umgesetzten Maßnahmen zur Nachhaltigkeit betreffen automatisch auch die Portfolios der Vermögensverwaltung MoventumPlus Aktiv, die mit Ausnahme des Private Wealth Portfolios deckungsgleich mit denen der Dachfonds sind. „Wir sind daher zuversichtlich, dass wir auch für unsere Portfolios von Defensiv bis Offensiv eine nachhaltige Klassifizierung erreichen“, sagt Pál. Eine Einstufung des Private Wealth Portfolios als nachhaltiges Produkt werde aufgrund des fehlenden Fondsuniversums auf absehbare Zeit allerdings leider nicht möglich sein.

 

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Angst vor Armut in Alltag und Alter, hohe Befürwortung von digitaler Überwachung, steigende Sorge vor Krieg und Naturkatastrophen

 

Die Deutschen haben Angst davor, sowohl im Alltag als auch im Alter nicht genügend Geld zur Verfügung zu haben, viele wünschen sich ein digitales Überwachungssystem durch den Staat und die Sorge vor Krieg und Naturkatastrophen ist deutlich gestiegen. Das sind einige der Erkenntnisse aus dem ERGO Risiko-Report 2022, dem dritten Teil einer repräsentativen Studienreihe zur Risikokompetenz und Eigenverantwortung der Deutschen. Die Studie wurde unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz an der Universität Potsdam, durchgeführt. Der aktuelle Bericht richtet den Fokus auf das Thema „Geld und Finanzen“.

ERGO Risiko-Report 2022

„Die Deutschen haben Angst davor, sowohl im Alltag als auch im Alter nicht genügend Geld zur Verfügung zu haben, viele wünschen sich ein digitales Überwachungssystem durch den Staat und die Sorge vor Krieg und Naturkatastrophen ist deutlich gestiegen. Das sind einige der Erkenntnisse aus dem ERGO Risiko-Report 2022, dem dritten Teil einer repräsentativen Studienreihe zur Risikokompetenz und Eigenverantwortung der Deutschen. Die Studie wurde unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz an der Universität Potsdam, durchgeführt. Der aktuelle Bericht richtet den Fokus auf das Thema „Geld und Finanzen“.

„Das diesjährige Schwerpunktthema des ERGO Risiko-Reports, Geld und Finanzen, ist für uns als eines der größten Versicherungsunternehmen Deutschlands besonders wichtig“, kommentiert Theo Kokkalas, Vorsitzender des Vorstands ERGO Deutschland AG, die Studie. „Angesichts volatiler Bewegung an den Kapitalmärkten, Inflation und steigender Kosten trägt ERGO hier eine besondere Verantwortung: für das Unternehmen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und vor allem für unsere Kundinnen und Kunden“.

„Eine Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch alle Risiko-Reports: Um die Risikokompetenz und Eigenverantwortung der Deutschen ist es nicht gut bestellt – sie haben sich 2022 sogar noch weiter verringert“, ergänzt Prof. em. Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz an der Universität Potsdam. „So bleibt etwa Rauchen als häufige Todesursache unterschätzt, junge Menschen tappen bei der voraussichtlichen Rentenhöhe oft im Dunkeln und auch die Zahl der älteren Erwerbstätigen wird deutlich überschätzt“.

Geld: Deutsche bleiben dem Bargeld treu

89 Prozent (2018: 93 Prozent, 2019: 91 Prozent) der Deutschen lieben ihre Scheine und Münzen im Portemonnaie. Möglicherweise hat die Corona-Pandemie einen leichten Rückgang der Präferenz gefördert. Vergleichsweise häufiger befürworten jüngere Menschen (bis 40 Jahre: 18 Prozent, über 40 Jahre: 9 Prozent) sowie Männer (14 Prozent, Frauen: 9 Prozent) die Bargeldabschaffung. Insgesamt bleibt die Liebe zum Bargeld aber über alle Bevölkerungsgruppen hinweg erheblich.

Geld: Aktien, Fonds und Anleihen kommen langsam in Deutschland an

Traditionell sind die Deutschen als ängstliche und risikoscheue Sparernation bekannt. In Zeiten von Nullzinsen – oder sogar Negativzinsen – führte dies lange zu realen Kapitalverlusten. Die Ergebnisse im aktuellen Risiko-Report deuten darauf hin, dass sich hier langsam etwas ändert. Denn betrachtet man die Entwicklung der Geldanlagen in den letzten Jahren, zeigt sich: Anlagen in Aktien, Fonds und Anleihen sind auf dem Vormarsch. Der Anteil der Bundesbürger, die Aktien, Fonds oder Anleihen besitzen, steigt von einem Viertel auf aktuell ein Drittel (2018: 25 Prozent, 2019: 26 Prozent, 2022: 34 Prozent). Im Geschlechtervergleich gilt dies insbesondere für Männer (43 Prozent, Frauen: 25 Prozent). Demgegenüber nimmt der Besitz von Sparbüchern, Tagesgeldkonten und Bausparverträgen im Vergleich zu den Vorjahren leicht ab. Interessanterweise stehen die 18-30-Jährigen sowohl an der Spitze derjenigen, die Aktien, Anleihen und Fonds besitzen (44 Prozent) als auch derjenigen, die ein Sparbuch ihr Eigen nennen (43 Prozent).

Geld: Mehr als jeder Vierte muss sich im Alltag finanziell stark einschränken – vor allem Frauen

29 Prozent der Bundesbürger geben an, sich in vielen Bereichen des Lebens stark einschränken zu müssen, um über die Runden zu kommen. Mehr als jede dritte Frau (34 Prozent), aber nur knapp jeder vierte Mann (23 Prozent) sieht sich hier betroffen. Ältere Frauen ab 50 Jahre sogar zu 41 Prozent. 43 Prozent der Deutschen sagen, dass sie zwar im normalen Alltag genug finanzielle Ressourcen hätten, sich aber keine unvorhergesehenen Ausgaben oder Urlaube leisten könnten. Hingegen bekunden 29 Prozent, dass sie sich um das Finanzielle keinerlei Sorgen machen müssen und sich spontan auch kostspielige Anschaffungen leisten können.

Digitalisierung: Ein Fünftel aller Deutschen wünscht sich ein staatliches Überwachungssystem

Verhaltensinformationen über einzelne Personen lassen sich nicht nur von Unternehmen, sondern auch von Staaten sammeln, verarbeiten, vernetzen – und für verschiedene Zwecke nutzen. Ein Aspekt sind dabei auch Punktesysteme („Social Scoring“) mit der Belohnung aus staatlicher Sicht „guten“ Verhaltens (Einräumen vielerlei Vergünstigungen etc.) sowie der Bestrafung nicht akzeptierten bzw. „verwerflichen“ Verhaltens (Beschränkung von Freiheiten, Ausschluss von sozialen Vorteilen etc.). Besondere mediale Aufmerksamkeit haben in den letzten Jahren staatliche und kommerzielle „Sozialkredit-Systeme“ in China erregt. Wer glaubt, ein umfassendes staatliches Überwachungssystem hätte hierzulande keine Chance und keine Unterstützer, der sieht sich getäuscht: 20 Prozent der Bundesbürger würden die Einführung eines vergleichbaren staatlichen „Sozialkredit-Systems“ in Deutschland ausdrücklich begrüßen. Unter den 18-30-Jährigen liegt die Zahl der Unterstützer sogar bei 28 Prozent (über 50-Jährige: 16 Prozent). Männer (24 Prozent) zeigen sich insgesamt deutlich aufgeschlossener gegenüber überwachungsstaatlichen Systemen als Frauen (17 Prozent). Vergleichsweise viel Rückhalt findet diese Idee bei Beamten (37 Prozent).

Alter: Unzureichendes Sparen fürs Alter – trotz hoher Angst vor Altersarmut

Obwohl 41 Prozent der Deutschen Angst vor Altersarmut haben, meint nur knapp ein Drittel (31 Prozent), bereits in ausreichendem Umfang für das Alter vorzusorgen (2018: 29 Prozent, 2019: 28 Prozent). Ebenso viele (32 Prozent) sagen, sie würden gerne mehr tun, könnten sich dies aber finanziell nicht leisten. Traurige Spitzenreiter sind hier die Frauen mit 37 Prozent.

Sicherheit: Die Angst vor Krieg und Naturkatastrophen steigt

An erster Stelle der größten Risiken für die Sicherheit stehen für die Deutschen weiterhin Terrorismus und Krieg (63 Prozent). Gegenüber 2019 (55 Prozent) lässt sich hier – nicht zuletzt aufgrund der Erfahrung des Kriegs in der Ukraine – ein Anstieg um acht Prozentpunkte verzeichnen. 2018 lag dieser Wert – seinerzeit auch bedingt durch vermehrte Terroranschläge in Deutschland – sogar noch etwas höher (68 Prozent).

Naturkatastrophen und Unwetter (50 Prozent) stellen für die Bundesbürger ebenfalls ein großes und zugleich wachsendes Risiko dar. Gegenüber den Vorjahren zeigt sich hier ein Anstieg des Bedrohungsgefühls um zehn Prozentpunkte (2018 und 2019: jeweils 40 Prozent). Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Sommer 2021 dürfte diese befeuert haben. Im Mittelfeld der von den Deutschen am stärksten wahrgenommen Sicherheitsrisiken im Alltag stehen Ängste vor: Unfällen im Straßenverkehr (37 Prozent), Opfer einer Gewalttat zu werden (34 Prozent), Datendiebstahl (27 Prozent) und Einbrüchen in Wohnung oder Haus (26 Prozent).

Gesundheit: Mit einem Lächeln ins hohe Alter

Etwas mehr als ein Viertel aller Deutschen (27 Prozent) glaubt, mit positivem Denken könne man sein Leben verlängern. Knapp jeder Fünfte (21 Prozent) traut regelmäßigen medizinischen Check-Ups denselben Effekt zu während etwa jeder Vierte (23 Prozent) Sport und Bewegung für den Schlüssel zu einem langen Leben hält. Dagegen werden Risiken wie eine falsche Ernährung, zu wenig Schlaf sowie der Konsum von Alkohol und Nikotin zum Teil deutlich unterschätzt: Zwar bewertet die Hälfte aller Befragten die verkürzte Lebenserwartung eines Rauchers im Vergleich zu einem Nichtraucher richtig. Aber wenn es darum geht, was sie selbst für ein langes Leben tun können, halten nur 12 Prozent der Deutschen Nichtrauchen für eine Option und gerade einmal 2 Prozent würden auf Alkohol verzichten.

Fazit

„Die Ergebnisse zeigen, dass Inflation, Niedrigzins und steigende Preise Spuren hinterlassen haben. Bei vielen Befragten reicht das Geld nicht für unvorhergesehene Anschaffungen oder eine private Altersvorsorge. Dies trifft insbesondere auf Frauen zu. Zwar setzen erfreulicherweise mittlerweile deutlich mehr Menschen für den Vermögensaufbau auf Aktien und würden eine Erbschaft anlegen und nicht verpulvern. Dennoch werden seit dem ersten Risiko-Report aus 2018 die Risikokompetenz und Eigenverantwortung der Deutschen nicht größer, sondern nehmen eher stetig ab. Der ERGO Risiko-Report 2022 zeigt außerdem, wie groß der Einfluss der Medien auf das Bewusstsein der Öffentlichkeit ist. Als Beispiel: seit sie Corona als Leitthema fallengelassen haben, ist Covid-19 auch kein großes Angstthema mehr. Auch der unglaubliche wissenschaftliche Fortschritt bei der Entwicklung von Impfstoffen bleibt weitgehend ungewürdigt. Eine Demokratie braucht aber eine kritische Menge kompetenter Bürgerinnen und Bürger, die mit Risiken informiert umgehen können. Das ist unsere nächste Aufgabe“, sagt Prof. Dr. Gerd Gigerenzer.

Den vollständigen Report sowie alle Ergebnisse und Infografiken zu den Kapiteln „Digitalisierung“, „Alter“, „Geld“, „Sicherheit“, „Gesundheit“ und „Risikokompetenz und Eigenverantwortung“ finden Sie unter www.risikoreport.de.

 

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