Von François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM

Dank des starken Rückgangs der Gaspreise seit Mitte Dezember konnte das Schreckgespenst einer schweren Rezession in Europa infolge von Engpässen in der Energieversorgung abgewendet werden. Mehr noch: Die milden Temperaturen ermöglichten eine Aufstockung der Gasvorräte zu einem Zeitpunkt, an dem die Vorräte aufgrund des hohen Verbrauchs normalerweise deutlich zurückgehen. Inzwischen sind die Temperaturen und damit die Vorräte zurückgegangen, aber das ändert nichts am Ergebnis: Für den Winter 2022 und vielleicht sogar für den Winter 2023 liegen die Versorgungsprobleme hinter uns.

Gleichzeitig beobachten wir täglich die Vorteile einer sich wieder öffnenden chinesischen Wirtschaft, mit deutlich steigenden Mobilitätszahlen und einem ungebrochenen politischen Willen. Die jüngsten Einkaufsmanagerindizes scheinen diese Belebung der Wirtschaftstätigkeit, insbesondere im Dienstleistungssektor, zu bestätigen. Auch wenn es für endgültige Schlussfolgerungen noch zu früh ist, ist die Wahrscheinlichkeit einer Umkehr Chinas gering. Was sind die Folgen der Wiederöffnung der chinesischen Wirtschaft? Sie dürfte in den kommenden Monaten zu einer starken Erholung des chinesischen Konsums führen, ähnlich wie in Europa und den USA. Die überschüssige Sparquote in China wird derzeit auf etwa 2 bis 4 % des chinesischen BIP geschätzt, was zwar niedriger als in Europa, aber immer noch beträchtlich ist.

All dies hat logischerweise dazu geführt, dass sich die Frühindikatoren im Euroraum wie Sentix, IFO und ZEW erholt haben und dass die Wachstumsprognosen nach oben korrigiert wurden, wie die jüngsten IWF-Prognosen gezeigt haben. Außerdem dürften sich diese Aufwärtskorrekturen in den kommenden Wochen fortsetzen, im Gegensatz zu dem Pessimismus der Prognostiker Ende letzten Jahres.

Sieht also alles besser aus? Im Moment – ja. Die Lage hat sich zweifellos verbessert, und dies dürfte sich in den kommenden Monaten angesichts der deutlichen Erholung der oben genannten Indikatoren fortsetzen. Vor allem die deutschen Exporte dürften von der Belebung der chinesischen Wirtschaft profitieren.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der geldpolitischen Straffung bleiben ungewiss

Die nächste Frage dreht sich um die Auswirkungen der geldpolitischen Straffung, die die Zentralbanken in den etwa letzten neun Monaten vorgenommen haben. Die Verzögerung zwischen restriktiveren Finanzbedingungen und ihren negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft ist keine vorhersehbare Größe. Verschiedene Studien gehen davon aus, dass der Zeitraum recht lang sein kann, nämlich zwischen 12 und 36 Monaten. Im vergangenen Dezember führte die Federal Reserve of Kansas City eine Studie über diese Verzögerung durch und schätzt, dass sie in den USA aufgrund der schrumpfenden Bilanz der amerikanischen Federal Reserve kürzer sein könnte.

Die vor wenigen Tagen von der EZB veröffentlichte Umfrage zum Kreditgeschäft der Banken („Bank Lending Survey“) zeigt jedoch bereits eine gewisse Verschlechterung der Kreditbedingungen im Euroraum zwischen dem dritten und vierten Quartal 2022. Dieser verschlechterte Kreditzugang hat sowohl Unternehmen als auch Verbraucher betroffen, wobei – wenig überraschend – der Immobilienmarkt am meisten gelitten hat.

Das Umfeld ist daher für die Zentralbanken, insbesondere für die Europäische Zentralbank, nicht besonders klar: kurzfristige Wachstumskorrekturen nach oben, Anzeichen einer Disinflation werden deutlicher, aber die Kerninflation bleibt zu hoch, und die geldpolitische Straffung scheint sich bereits erheblich auf die Kreditbedingungen ausgewirkt zu haben.

Es besteht kein Zweifel, dass die Debatten bei den nächsten geldpolitischen Sitzungen, insbesondere im März mit den neuen makroökonomischen Prognosen, schwierig sein werden. Dennoch rechnen wir weiterhin mit niedrigeren Zinssätzen im Laufe der Zeit, da wir glauben, dass der disinflationäre Effekt allmählich auf die Kerninflation übergreifen dürfte.

Februar-Ausblick

Das mittelfristige Risiko für das Wirtschaftswachstum bleibt aufgrund der noch unbekannten Folgen einer strafferen Geldpolitik bestehen. Dennoch bleiben wir zuversichtlich, da die bevorstehende Disinflation, weniger restriktive Zentralbanken, die Wiederöffnung der chinesischen Wirtschaft und schwache Positionierungen am Markt kurzfristig allesamt günstige Voraussetzungen sind.

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Kommentar von Jeremiah Buckley und Greg Wilensky, Portfoliomanager bei Janus Henderson Investors

  • Nachdem 2022 sowohl Aktien als auch Anleihen deutlich negative Renditen verzeichneten, stellen einige Anleger die künftige Rentabilität von 60/40-Portfolios infrage
  • Diese signifikant negativen Renditen waren jedoch ungewöhnlich und man sollte nicht daraus folgern, dass sich das Verhältnis zwischen Aktien und Anleihen grundlegend geändert hat
  • Angesichts der großen Zins- und Bewertungsanpassung 2022 dürften die 60/40-Strategien wieder die starken risikobereinigten Renditen erzielen

Während die Renditen auf Finanzanlagen 2022 bei vielen Anlegern für Frustration sorgten, haben diejenigen mit Balanced Portfolios besonderen Grund zur Unzufriedenheit, da sie das schlechteste Renditejahr seit der globalen Finanzkrise (GFC) erlebt haben. Anleger mit Balanced Portfolios (in der Regel eine 60/40-Aufteilung in Aktien und Anleihen) verfolgen diese Strategie normalerweise, weil sie im Vergleich zu reinen Aktienstrategien aufgrund der Reduzierung von Verlusten mit der Zeit bessere risikobereinigte Renditen erzielt hat. Der Grundgedanke einer ausgewogenen Strategie ist, dass sich Aktien und Anleihen in Zeiten von Finanzmarktstress in der Regel in entgegengesetzte Richtungen entwickeln.

Das 60/40-Portfolio weist eine beeindruckende Erfolgsbilanz auf: Vor 2022 erzielte es in 35 der letzten 41 Jahre eine positive Rendite. Allerdings funktionierte die Strategie 2022 nicht so, wie die Anleger es erwartet hatten: Sie erzielte eine Rendite von -16,9 %, während der Bloomberg U.S. Aggregate Bond Index (U.S. Agg) das schlechteste Jahr seiner Geschichte und der S&P 500® Index das siebtschlechteste Jahr seit der Großen Depression verzeichneten.

Natürlich fragen sich jetzt viele Anleger: Ist das Spiel aus? Hat die traditionelle Aktien-Anleihen-Diversifikation ausgedient? Hat die jahrzehntelange symbiotische Beziehung zwischen Aktien und Anleihen ein bitteres und abruptes Ende gefunden?

Rendite: 2022 eine Seltenheit

Für die Anleger ist es unseres Erachtens wichtig zu verstehen, dass 2022 unter Renditegesichtspunkten ein Ausnahmejahr war. Der Abschwung bei den Wertpapierkursen wurde größtenteils durch die aggressiven Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) ausgelöst (4,25 % innerhalb des Kalenderjahres), mit denen sie versuchte, die galoppierende Inflation einzudämmen. Doch wie aus Abbildung 1 hervorgeht, war die kombinierte Wirkung der Zinserhöhungen auf Aktien und Anleihen höchst ungewöhnlich, denn beide beendeten das Jahr erst zum fünften Mal seit 1928 mit einem Rückgang.

Korrelation: 2022 war nicht (ganz) so ungewöhnlich

Die Debatte über den künftigen Wert des Balanced Portfolios geht weiter. Kritiker des 60/40-Portfolios weisen auf die stark gestiegene Korrelation zwischen Aktien- und Anleiherenditen 2022 hin. Ihr Argument: Wenn sich Anleihen und Aktien jetzt parallel zueinander entwickeln, was nützen dann Anleihen als Diversifikator? Wir sind jedoch der Ansicht, dass die Anleger gut daran tun, die Korrelation längerfristig zu betrachten. Die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen zeigte in den letzten 30 Jahren auf rollierender 1-Jahres-Basis erheblich, und auf rollierender 3-Jahres-Basis war sie über lange Zeiträume entweder positiv oder negativ. Trotz der kurzfristigen Schwankungen lag die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen im Durchschnitt bei nahezu Null. Ein kurzfristiger Anstieg der Korrelationen ist nicht ungewöhnlich, daher sehen wir keine Anzeichen für einen Zusammenbruch der fundamentalen Beziehung zwischen Aktien und Anleihen.

Reflektieren und nach vorne schauen

Bei der Bewertung der Portfolioperformance 2022 und ihrer Ausrichtung für 2023 sollten die Anleger unserer Meinung nach zwei wichtige Punkte berücksichtigen:

Erstens sollten Anleger das Jahr 2022 relativieren. Höhere Zinsen haben zu einer erheblichen Risikoneubewertung an den Märkten geführt, und obwohl es mühsam war, sollte ein einzelnes Jahr nicht als Änderung einer langfristigen Beziehung missverstanden werden. Wir würden davon abraten, als Reaktion auf die Ereignisse des Jahres 2022 große oder plötzliche Veränderungen vorzunehmen. Vielmehr sollten Anleger ihre Asset Allocation nur dann anpassen, wenn sich ihre langfristigen Ziele oder ihre Risikotoleranz ändern. Schlechte Jahre passieren – das liegt einfach in der Natur der Kapitalanlage. Allerdings können schwierige Jahre den Anlegern helfen, ihre Investitionsziele zu überdenken und neu zu bewerten, um die langfristig richtige Allokation zu wählen. Anleger in 60/40-Portfolios, die sich über die Verluste des Jahres 2022 beklagen, sollten wissen, dass sich ausgewogene Portfolios bisher schneller erholt haben als reine Aktienportfolios.

Zweitens sollten Anleger bei ihrer Portfoliopositionierung vorausschauend handeln. Der Silberstreif am Horizont von 2022 ist, dass Aktien und Anleihen heute besser aufgestellt sind als noch vor einem Jahr. Da die Inflation weiter zurückgeht, dürfte der Zinsanstieg bei festverzinslichen Wertpapieren größtenteils hinter uns liegen. Nach jahrelanger Nullzinspolitik erzielen Anleger endlich wieder Erträge aus festverzinslichen Anlagen, da Anleihen einige der attraktivsten Renditen seit der Weltwirtschaftskrise bieten. Außerdem sind festverzinsliche Wertpapiere unseres Erachtens besser positioniert, um die dringend benötigte Diversifizierung zu bieten und Portfolios im Falle einer Verschlechterung der Wirtschaftslage im kommenden Jahr abzusichern.

Bei Aktien scheinen sich die Multiples in einem angemesseneren Bereich zu bewegen. Wir glauben, dass die Anpassung der Bewertungen neue Chancen eröffnet. Vor der geldpolitischen Straffung durch die Fed 2022 unterstützte günstiges Kapital umfassend alle Unternehmen. Das aktuelle Umfeld könnte einen aktiveren Ansatz und die Auswahl einzelner Aktien begünstigen. Statt breiter Aktiengruppen, die aufgrund allgemeiner Trends oder Faktoren tonangebend sind, glauben wir, dass die relative Performance eher von der Entwicklung einzelner Unternehmen abhängen wird. In diesem Markt werden unserer Ansicht nach Produkt- und Dienstleistungsinnovationen, eine effiziente Kapitalallokation und die Fähigkeit des Managements, die Kosten unter Kontrolle zu halten für das Wachstum der Unternehmen ausschlaggebend sein. Die Fähigkeit, die Produktivität der Ressourcen (sowohl der physischen Ressourcen als auch der Arbeitskräfte) zu steigern und die Kapazitäten effizient zu nutzen, wird ebenfalls von entscheidender Bedeutung sein.

Aktives und dynamisches Management als Ergänzung zum 60/40- Portfolio

Insgesamt glauben wir, dass ein aktiver, dynamischer Ansatz bei der Verwaltung eines ausgewogenen Portfolios in den kommenden Jahren von Vorteil sein könnte. Wir gehen davon aus, dass bei einer straffen Geldpolitik ein aktiverer Ansatz für jede Anlageklasse von Vorteil sein könnte, der aktiven Portfoliomanagern die Möglichkeit bietet, einzelne Aktien und Anleihen mit hervorragenden Cashflow- und Bilanzkennzahlen auszuwählen.

Ebenso glauben wir, dass Anleger von Vermögensverwaltern profitieren könnten, die ein einigermaßen flexibles Mandat haben, um ein Portfolio dynamisch um die 60/40-Struktur herum anzupassen, anstatt zu eng an die Benchmark-Allokation gebunden zu sein. Ein solcher flexibler Ansatz kann versuchen, relative Wertchancen zwischen Aktien und Anleihen zu nutzen und gleichzeitig von den strukturellen Vorteilen eines 60/40-Portfolios zu profitieren.

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Deutscher Geldanlage-Index Winter 2022/23

Nach den starken Kurseinbrüchen bei Ausbruch der Corona-Pandemie erfolgte mit den kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine binnen zwei Jahren bereits der zweite starke Rücksetzer an den Börsen. Wurde der Kursrückgang Anfang 2020 in kurzer Zeit wettgemacht, sehen sich Aktienbesitzer aktuell weiter unruhigen Börsen gegenüber, und die wichtigen Indizes liegen deutlich unter ihren Höchstständen. Vor diesem Hintergrund wurden die aktuellen Werte des vom Deutschen Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) erhobenen Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) mit Spannung erwartet. Der Index bildet ab, wie sich die Stimmung der Menschen in Deutschland zum Thema aktienbasierte Geldanlage und Vorsorge im langfristigen Trend entwickelt.

Positive Aktienkultur trotz Turbulenzen

Die Auswertung der aktuellen Befragung von 2.000 Bürgerinnen und Bürgern bringt zum Ausdruck: Im Gegensatz zu früher lassen sich die Deutschen bei der Aktienanlage von kurzfristigen Rücksetzern nicht mehr allzu sehr beeindrucken. Der Gesamtwert des DIVAX-GA liegt mit 28,9 Indexpunkten exakt auf dem hohen Niveau der letzten Befragung im Sommer 2022. Nur einmal seit dessen Start im Sommer 2020 notierte der Index mit 31,1 leicht höher. Das war im Winter 2021/22, also kurz vor Ausbruch des Krieges und bei Höchstständen an den Börsen. Das Stimmungsbarometer zur langfristigen aktienbasierten Geldanlage kann Werte zwischen -100 und +100 annehmen.

Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA, lobt die Anleger: „Wer sich mit der aktienbasierten Geldanlage auskennt, weiss, dass es sich um Investments handelt, bei denen vorübergehende Buchverluste im langfristig positiven Kursverlauf im Grunde keine Rolle spielen. Die Tatsache, dass die Bürgerinnen und Bürger trotz erheblicher Kursschwankungen die Ruhe bewahren und ihre Zuversicht behalten, ist ein Indiz dafür, dass diese Grundzusammenhänge von immer mehr Menschen in Deutschland verstanden sind.“

Martin Klein, geschäftsführender Vorstand des Vermittlerverbands VOTUM, einer der vier Trägerverbände des DIVA, ergänzt aus Sicht der Praxis: „Trotz Pandemie und Krieg besteht weiterhin großes Interesse an Aktien und Aktienfonds. Die Anzahl neu vermittelter Fondssparpläne erreichte im Jahr 2022 Rekordwerte. Dazu passt die kürzliche Meldung des Deutschen Aktieninstituts, nach der auch die Anzahl der Aktiensparer insgesamt weiter zugenommen hat. Mit Blick auf die Lerneffekte in der Bevölkerung spielen dabei ganz sicher auch die Finanzberater eine wichtige Rolle. Denn sie sind es, die den Menschen klar machen, dass Aktien und Aktienfonds im aktuellen Inflations- und Zinsumfeld alternativlos sind“, so Klein.

Der Index spiegelt dies wider: Knapp 40 Prozent der Befragten wollen das aktienbasierte Sparen in den nächsten ein bis drei Jahren ausweiten oder damit beginnen, nur 1,4 Prozent hingegen wollen es reduzieren oder beenden. Heuser erkennt in diesen Absichten einen deutlichen Trend zur Langfristigkeit bei Aktienanlagen.

Wer Aktien hat, ist überzeugt – und umgekehrt

Mit einem Indexwert von 49,1 äußern sich kaum überraschend die Inhaber aktienbasierter Geldanlagen außerordentlich positiv. Wer nicht mit Aktien spart, ist mit nur 11,4 Punkten ungleich pessimistischer. Für Heuser ist dies ein Indiz dafür, dass die Eintrittsbarrieren zum Aktiensparen nicht nur fehlende finanzielle Möglichkeiten sind: „Viele Anleger in Deutschland sind nach wie vor sehr sicherheitsorientiert, ja ängstlich. Es ist aber nicht rational, bei hohen Inflationsraten und weit dahinter zurückbleibenden Zinsen das Geld auf Tagesgeldkonten oder gar dem Girokonto zu belassen.“

Naheliegend ist für den Wissenschaftlichen Direktor des DIVA, dass Ältere skeptischer und die Jüngeren deutlich optimistischer sind. „Wer auf die Rente zugeht, will verständlicherweise keine Risiken mehr eingehen, da das Geld benötigt wird. Jüngere haben hingegen Jahrzehnte Zeit“, so Heuser. Auffällig im Langfristtrend ist die deutlich steigende Börsenaffinität von Frauen. Zwar liegt deren Indexwert aktuell immer noch um 11,3 Punkte hinter dem der Männer (Frauen 23,3; Männer 34,6). Der Abstand ist aber seit der Index-Erstauflage im Sommer 2020 erheblich geschmolzen. Damals betrug der Unterschied noch 23,0 Indexpunkte.

Aktienkultur sollte politisch gefördert werden

Martin Klein sieht in der positiven Aktienkultur auch einen Auftrag an die Politik: „Es ist zu wünschen, dass die gerade gestartete Fokusgruppe private Altersvorsorge der Bundesregierung die Bürgerumfragen zur Kenntnis nimmt. Es ist nicht erforderlich, wie von den Grünen gefordert, per Obligatorium einen Zwang für aktienbasierte Altersvorsorge zu schaffen. Der Verbreitungsgrad nimmt auch ohne staatliches Zutun mit erfreulichem Tempo zu. Die Politik sollte diesen Trend fördern und ihn nicht konterkarieren, indem die private Altersvorsorge mit einem staatlich verantworteten Fonds mehr oder weniger verstaatlicht wird. Wir würden uns wünschen, dass beispielsweise die steuerlichen Freibeträge gerade im Alter deutlich nach oben gesetzt werden. Auch eine schnelle Reform von Riester könnte viel bewirken. Denn damit ließe sich ohne weiteres aktienbasiert vorsorgen“, so Klein.

Die Umfrage ist Teil der aktuellen Winter-Ausgabe des Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) und wurde im Auftrag des DIVA von INSA-CONSULERE durchgeführt. Befragt wurden ca. 2.000 Personen in Deutschland. Alle Ergebnisse sind auf der Website des DIVA zu finden: https://diva.de/forschung

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Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung GmbH, Bahnhofstraße 23, 35037 Marburg, Tel: +49 (0) 6421 59078-0, www.diva.de

Der Credit Risk Monitor von Janus Henderson Investor analysiert die Auswirkungen von Schlüsselindikatoren auf das Credit-Portfolio

  • Aufgrund des sich verschlechternden Konjunkturzyklus blinkten im 4. Quartal 2022 alle drei Ampeln, die das Credit-Team von Janus Henderson Investors überwacht, weiterhin rot. Die Inflationswildcard hat jedoch das Risiko verringert, dass die Geldpolitik eine harte Landung einleiten muss, um die Inflation einzudämmen.
  • Das Potenzial für eine weiche Landung ist also gestiegen. Die Credit-Fondsmanager von Janus Henderson bleiben jedoch vorsichtig, da die Wirtschaftsentwicklung ungewiss bleibt und der Inflationsrückgang zu spät kommt, um eine weitere Verschlechterung des Kreditzyklus zu verhindern.
  • Sich verschlechternde Fundamentaldaten werden laut Analyse für diese Phase des Kreditzyklus ausschlaggebend sein.
  • Ob die Unterschiede zwischen den Branchen und Sektoren zunehmen werden, hängt vom endgültigen Wirtschaftsergebnis ab. Dies birgt Chancen und Risiken für aktive Anleger.

Trotz Anzeichen einer Überschreitung des Höchststandes der Gesamtinflation und verbesserter Aussichten auf eine sanfte Landung der Wirtschaft werden sich die Fundamentaldaten der Unternehmenskredite in diesem Jahr wahrscheinlich verschlechtern, da die Gewinne immer geringer ausfallen, so die neueste Analyse von Janus Henderson Investors.

Ausblick für die Assetklassen

  • Obwohl das vierte Quartal für Kredite besser verlief und aufgrund der optimistischen Annahme, dass der Inflationshöhepunkt überschritten ist, positive Gesamtrenditen brachte, mahnen die sich verschlechternden Fundamentaldaten die Anleger zur Vorsicht.
  • Die Assetklasse ist gut für diese Phase des Kreditzyklus aufgestellt, sofern die Investoren mit der Asymmetrie der Kreditmärkte – wo Abwärtskorrekturen gravierend sein können – zurechtkommen.
  • In vielen Volkswirtschaften hat das Überschreiten des Höchststandes der Gesamtinflation die Marktstimmung über die Wahrscheinlichkeit einer sanften Landung beflügelt und die Erwartung einer Wende oder Pause bei der Straffung der Geldpolitik gestärkt.
  • Dennoch ist eine deutliche Abschwächung der Kerninflation noch nicht absehbar und bleibt ein Problem für die Zentralbanken, die bewusst zu verstehen gegeben haben, dass es zu früh ist, auf die Bremse zu treten.
  • Die Unterschiede zwischen den Emittenten werden sich daher 2023 wahrscheinlich fortsetzen. Sollte jedoch eine Rezession vermieden werden, könnten die Korrelationen zunehmen.

Der Credit Risk Monitor von Janus Henderson Investors verfolgt die fundamentalen und makroökonomischen Unternehmensindikatoren anhand eines Ampelsystems, um anzuzeigen, wo wir uns im Kreditzyklus befinden und wie wir unsere Portfolios entsprechend positionieren können. Die beobachteten Schlüsselindikatoren („Cashflow und Gewinne“, „Schuldenlast und Schuldendienst“ sowie „Zugang zu Kapitalmärkten“) bleiben alle rot.

Gewinnwachstum wird sich abschwächen, da Energie- und Inputkosten den Cashflow belasten

  • „Cashflow und Gewinne“-Ampel bleibt rot

o        Schlüsselkennzahlen: Gewinne, Gewinnrevisionen

Die Gewinne scheinen ihren Höhepunkt erreicht zu haben, und es wird erwartet, dass die Gewinnrevisionen negativer ausfallen werden – alle Regionen verzeichneten in den letzten drei Monaten stagnierende oder negative Korrekturen der Prognosen für 2023. Gleichzeitig wirken sich die hartnäckig hohen Energie- und Inputkosten weiterhin auf die Cashflows aus. Allerdings ist eine weiche Landung oder eine leichte Rezession einkalkuliert: Für 2024 wird mit einer Erholung der Gewinne gerechnet, die in den Schwellenländern besonders ausgeprägt sein dürfte. Diese Gewinnnormalisierung wirkt sich in einigen Bereichen bereits auf die Fundamentaldaten der Kredite aus. Wir gehen davon aus, dass sich diese weiter verbreiten werden, aber angesichts der guten Ausgangslage bleiben sie günstig.

Die Liquiditätsentwicklung lässt schnell nach, aber die Primärmarktaktivitäten bleiben hoch

  • „Zugang zu Kapitalmärkten“-Ampel bleibt rot

o        Schlüsselkennzahlen: Liquiditätszyklus, tatsächliche Kreditkosten

Die Konjunkturdaten sowie die Geldmengenentwicklung und die Zinsstrukturkurven haben deutlichere Rezessionssignale gezeigt, während die Zentralbank weiterhin Liquidität aus dem System abzieht. Die Realzinsen sind in die Höhe geschnellt, was auf hohe Kreditkosten hindeutet, aber der Primärmarkt hat reichlich Anleihen emittiert und diese problemlos aufgenommen. Das Angebot an High-Yield-Anleihen war dagegen begrenzter, was sich positiv auf die Bewertungen ausgewirkt hat. Die Kompression – oder die Outperformance von Papieren geringerer Qualität – setzte sich während der Rallye fort. Die Nachfrage nach Krediten ist groß.

Schulden gibt es überall, doch die Zinskosten bleiben kontrollierbar

  • „Schuldenlast und Schuldendienst“-Ampel bleibt rot

o        Schlüsselkennzahlen: Zinsdeckung, Leverage

Die Gewinnschwäche ist noch nicht ausgestanden. Die Fundamentaldaten der Emittenten bleiben also vorerst stabil, aber es wird erwartet, dass die Schwäche der allgemeinen Fundamentaldaten in der zweiten Jahreshälfte spürbar wird. Sollte sich das Verbrauchervertrauen abschwächen und sich die Zinssätze wirklich auf die Wirtschaft auswirken, dürften sich die rückläufigen Gewinnspannen der Unternehmen teilweise bemerkbar machen.

Jim Cielinski, Global Head of Fixed Income bei Janus Henderson Investors, sagt: „Unser Credit Risk Monitor ist auf zyklische Elemente und nicht auf die Bewertung ausgerichtet. Da die Spreads im letzten Quartal zurückgegangen sind, sollte klar sein, dass unser Zyklusindikator darauf hindeutet, dass diese Erholung wahrscheinlich nicht nachhaltig ist. Wir gehen davon aus, dass sich die fundamentale Schwäche 2023 fortsetzen wird.  Der Optimismus über einen Rückzug der Zentralbanken hat die Märkte wieder anziehen lassen, aber auch dies könnte sich als vorübergehend erweisen. Mit zurückgehender Inflation werden die Realzinsen steigen, und die fehlende Möglichkeit, Kredite zu stark subventionierten Realzinsen aufzunehmen, wird die Ausfallprognosen verschlechtern. Wir sind noch nicht über den Berg, auch wenn die rückläufige Inflation der letzten drei Monate eine entscheidende Voraussetzung für die von den Investoren erhoffte weiche Landung ist.

Wir glauben also weiterhin, dass sich der Konjunkturzyklus verschlechtert. Die Inflation als Wildcard hat jedoch das Risiko gemindert, dass die Geldpolitik gezwungen ist, die Dinge ernsthaft zu beeinflussen. Am Rande sei gesagt, dass der Inflationsrückgang ein sehr willkommenes Ereignis ist, das die Wucht des Abschwungs verringern könnte. Allerdings kommt er zu spät, um eine weitere Verschlechterung des Zyklus zu verhindern.“

James Briggs, Portfolio Manager bei Janus Henderson Investors, ergänzt: „Ob wir von nun an eine stärkere Streuung an den Kreditmärkten sehen werden, hängt davon ab, ob eine weiche oder harte Landung erfolgt. Kommt es zu einer sanften Landung, wie sie der Markt erwartet, könnten die Kompression und damit die Korrelationen zunehmen. Sollte es zu einer harten Landung kommen, würden wir in der zweiten Jahreshälfte mit einer weiteren Spreizung rechnen. Eine sorgfältige Auswahl von Wertpapieren und der Aufbau von Stabilität in Kreditportfolios werden der Schlüssel sein, um diesen Teil des Kreditzyklus zu bewältigen.“

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Value war im letzten Jahr ein Outperformer. Aber da geht noch mehr, ist Richard Halle, Fondsmanager des M&G (Lux) European Strategic Value Fund bei M&G Investments, überzeugt:

„2022 war ein schwieriges Jahr für europäische Anleger, da viele Vermögenswerte erheblich an Wert verloren. Für Value-Investoren, die sich auf niedrig bewertete, eher unbeliebte Aktien konzentrieren, lief es jedoch relativ gut. Value schnitt nicht nur besser ab als der breite Markt, sondern hielt dieses Niveau zum ersten Mal seit über zehn Jahren, ohne dann ins Wanken zu geraten. Vielmehr war es dieses Mal die Growth-Rallye, die Mitte des Jahres ins Stocken geriet.

Aufschwung von Value setzt sich 2023 fort

Prognosen sind immer schwierig, aber wir denken, dass die jüngste Erholung der Value-Aktien noch weiter gehen muss und wird. Wir befinden uns in einer volatilen und unsicheren Welt, in der die Bewertungsspannen historisch gesehen sehr groß sind. Dies ist ein gutes Umfeld für Value, auch wenn die Inflation ihren Höhepunkt wohl schon erreicht hat.

Die Herausforderungen bei der Portfoliokonstruktion variieren von Jahr zu Jahr. Angesichts der aktuellen Probleme und Krisen ist es jetzt noch wichtiger als sonst, ein sehr ausgewogenes Portfolio zu haben, was an sich schon eine ziemliche Aufgabe ist. Zum Glück gibt es viele Bereiche, die individuelle Chancen bieten. Die Gründe dafür liegen unter anderem darin, dass die vorherige sehr lange Periode der Outperformance von Wachstumswerten sich noch lange nicht vollständig aufgelöst hat. Value war oder ist im Vergleich eine unbeliebte Anlageklasse. Anlegerinnen und Anleger trennten sich 2022 massiv von europäischen Aktien; das Volumen der Abflüsse wird auf etwa 100 Mrd. Euro geschätzt. Dies könnte bedeuten, dass viele Investoren Aktien verkauft haben, die sie nicht halten wollten – und dass viele keine Aktien gekauft haben, die sie eigentlich halten sollten.

Der Energiesektor bleibt

Der Energiesektor bleibt trotz der ausgezeichneten Performance im letzten Jahr unsere größte Übergewichtung im Vergleich zum Referenzindex. Wir beobachten, dass die ausgesprochen positive Veränderung der Branchenfundamentaldaten Hand in Hand mit einer enormen Skepsis gegenüber der Branche geht. Der Markt will hier einfach nur an das Worst-Case-Szenario glauben, obwohl es zahlreiche Hinweise auf das Gegenteil gibt. Wir sehen zum Beispiel, dass die OPEC den Ölmarkt so gut unter Kontrolle hat wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wir sehen auch eine solide Nachfragesteigerung nach Kohlenwasserstoffen. Und wir sehen, dass die Unternehmen mehr Barmittel erwirtschaften und bei ihren Investitionsausgaben zurückhaltender sind als je zuvor.

Ein weiterer Bereich, in dem uns der Gap zwischen Bewertung und Fundamentaldaten begeistert, sind zyklische Konsumgüter. Luxusgüter sind ein wichtiger Sektor in Europa, und die Umsätze dieser Unternehmen haben alle Erwartungen übertroffen. Spannend finden wir die Konsumgütertitel, die in ihren jeweiligen Kategorien sehr stark sind deren KGVs meist nur im einstelligen Bereich liegen, teilweise sogar nur bei 3.

BASF und Siemens sind unterbewertet

2022 nahmen wir auch drei hochwertige, zyklische Industrieunternehmen mit hoher Marktkapitalisierung in den Blick: BASF, Siemens und Saint-Gobain. Wir sorgen uns zwar über die Zukunft der europäischen Chemieindustrie, die nicht nur der hohen Bedeutung der Energiekosten benachteiligt ist. Die Bewertung von BASF ist unverständlicherweise auf das nur noch Siebenfache des Gewinns gesunken. Dabei handelt es sich um das weltweit größte Chemieunternehmen mit Anlagen auf der ganzen Welt. Und angesichts seines “Verbund”-Ansatzes sind wir der Ansicht, dass es sich in einer wesentlich stärkeren Position befindet als viele seiner europäischen Konkurrenten. Ganz zu schweigen von seinen großen Öl- und Gasvorkommen.

Auch Siemens ist ein Konzern von Weltrang in vielen Bereichen, einschließlich der industriellen Automatisierung und Technologie, die in den kommenden Jahren entscheidend sein werden. Bei dem französischen Werkstoffunternehmen Saint-Gobain schließlich hat der Markt bei einer Bewertung mit dem siebenfachen Gewinn nicht nur das Risiko eines Abschwungs im Baugewerbe überbewertet, sondern auch den unglaublichen internen Turnaround des Unternehmens nicht zu schätzen gewusst. Hier werden wichtige Produkte für die Dekarbonisierung des Baugewerbes produziert – eine Branche, deren CO2-Emissionen zu den höchsten der Wirtschaft zählen.

Herausforderungen für europäische Investoren

Der Markt erscheint zwar insgesamt sehr günstig, aber in Europa zu investieren ist dennoch oft eine Herausforderung. Wir sorgen uns zum Beispiel über die nachhaltige und unmittelbare Bedrohung einer Schlüsselindustrie, der Automobilproduktion. Chinesische Anbieter dominieren inzwischen eine Branche, die zuvor von den Europäern beherrscht wurde. Das heißt, dass es strukturell herausgeforderte Unternehmen geben wird, die zu meiden das Geschick der Portfoliomanager erfordern wird.

Wir sind uns zwar bewusst, dass 2023 einiges schief gehen kann. Viele Kennzahlen deuten darauf hin, dass der Markt sich auf eine Menge schlechter Nachrichten eingestellt hat. Aber die Welt ist eben auch voller Überraschungen und es können positive Dinge passieren. In der ersten Januarhälfte haben wir bereits einen drastischen Rückgang der Gaspreise und der Inflationszahlen erlebt. China hat sich wieder umfassend in die Weltwirtschaft integriert und seinen Bausektor massiv gestärkt. Hoffen wir, dass dies alles den Ton für das Jahr angibt – hoffen wir auf ein uninteressantes Jahr 2023.“

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Index erzielt Plus von 4,1 Prozent p. a. – Geringeres Risiko als Euro-Anleihen

Der deutsche Fondsverband BVI hat einen Index zur Wertentwicklung von offenen Wertpapier-Spezialfonds eingeführt. Diese Fonds sind ein zentrales Anlageinstrument für deutsche institutionelle Investoren wie zum Beispiel Altersvorsorgeeinrichtungen, Versicherer, Banken und Stiftungen. Der Index ist vom 31. Dezember 2009 bis 30. November 2022 im Schnitt um 4,1 Prozent pro Jahr gestiegen. Euro-Staatsanleihen haben – gemessen am ICE BofA Euro Government Index – 2,2 Prozent p. a. zugelegt, europäische Aktien – gemessen am MSCI Europe – 7,0 Prozent p. a. Größere Indexausschläge sind bei Spezialfonds die Ausnahme. Seit Ende 2009 waren die Schwankungen bei Fonds nicht nur deutlich geringer als viele Aktienindizes, sondern auch im Vergleich zu Euro-Staatsanleihen. Trotz des gut gesteuerten Risikos ist die Wertentwicklung der Spezialfonds beachtlich. Sie schneiden im Verhältnis zum eingegangenen Risiko mit einer Sharpe-Ratio von 0,98 besser ab als europäische Aktien (0,57) oder Staatsanleihen (0,47). Die stabile und gute, aber im Vergleich zu Aktien moderate Wertentwicklung liegt vor allem an der konservativen Ausrichtung der Portfolien. Die große Bedeutung von Anleihen hängt vor allem mit regulatorischen Vorgaben zusammen, denn durch regelmäßige Zinserträge werden Auszahlungsverpflichtungen sichergestellt, die für viele institutionelle Investoren (zum Beispiel Versicherer) relevant sind. Der BVI-Spezialfondsindex lässt sich auch für einzelne Anlegergruppen auswerten. Mit über vier Prozent p. a. wiesen Fonds für Banken und Stiftungen die höchste Wertentwicklung aus. Sie investieren überdurchschnittlich stark in Aktien. Spezialfonds für Versicherungsunternehmen lagen durch die strenge Regulierung der Anlagepolitik bei jährlich 3,6 Prozent. In den letzten fünf Jahren erzielte keine Anlegergruppe Verluste.

Die Auswertung bestätigt, dass Spezialfonds keine Hedgefonds oder Private-Equity-Fonds sind. Dennoch gelten sie alle nach EU-Recht formal als „Alternative Investmentfonds“ (AIF), obwohl Hedgefonds und Private-Equity-Fonds das eigentliche Regulierungsziel der AIFM-Richtlinie sind.

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BVI ­ Bundesverband Investment und Asset­Management e.V., Eschenheimer Anlage 28, D-­60318 Frankfurt/Main, Tel.: 069/154090­0, Fax: 069/5971406, www.bvi.de

Die gegenwärtige Marktphase lässt viele Vermögensverwalter und Berater die bisherigen Strategien überdenken.

„Oft wollen Kunden wissen, wie die gewählten Strategien nach einer Phase ohne Zinsen jetzt mit den steigenden Zinsen funktionieren“, sagt Daniel Knoblach, Geschäftsführer der Super Global GmbH. „Regulierte wie unregulierte Family Offices und Vermögensverwalter nutzen jetzt verstärkt individualisierte Indizes, um ihren Kunden schnell eine Diversifikation anbieten zu können.“

Zurzeit sind vor allem neue Handelsstrategien für liquide Märkte gefragt und werden aufgelegt“, so Knoblach. „Der Druck geht dabei oft vom Kunden aus, der Sicherheit in den veränderten Marktbedingungen sucht.“ Bekannte Strategien werden in Frage gestellt – und von Anbieterseite mit neuen Strategien ergänzt. „Hier findet eine Diversifikation innerhalb des Hauses statt“, sagt Knoblach. „Den großen, über viele Jahre erfolgreichen Fonds oder anderen Vehikeln werden jetzt oft branchen- oder themenspezifische Alternativen zur Seite gestellt.“

„So konnten wir etwa verfolgen, dass ein erfolgreicher Vermögensverwalter mit einem sehr auf Kapitalerhalt ausgerichteten Fonds in die Marktschwäche hinein einen eher offensiven, fast aggressiven Fonds aufgelegt hat“, sagt Knoblach. „Andere gehen ähnlich vor und nutzen die Marktschwäche in bestimmten Segmenten, um hier ein Exposure aufzubauen.“ Viele wiederum sehen die Gefahr einer tiefen Rezession nicht gebannt und legen parallel zu ihren bestehenden Strategien sehr defensive Produkte neu auf.

Allen gemeinsam ist, dass sie zügig an den Markt sollen. „Die Veränderung des Marktumfeldes soll so schnell wie möglich auch für Kunden investierbar gemacht werden“, sagt Knoblach. „Sowohl Fonds wie Verbriefungen kommen hierbei als Vehikel infrage.“ Dabei können regulierte wie unregulierte Vermögensmanager die Chancen nutzen, die die Digitalisierung bietet. „Es stehen mittlerweile wesentlich mehr Daten zur Verfügung, mit denen sich quantitativ ausgerichtete Strategien anhand klarer Kriterien umsetzen lassen, ohne eine eigene Stock- oder Bond-Picking-Expertise aufbauen zu müssen“, so Knoblach.

Ein Trend ist dabei, dass Family Offices, die nicht über die entsprechenden Lizenzen nach KWG verfügen, über eigens für sie geschaffene Indizes handlungsfähig werden: „Für die gewünschte Strategie wird ein maßgeschneiderter und regelbasierter Index erstellt, welcher dann gemäß den regulatorischen Anforderungen in einem Fonds abgebildet wird“, so Knoblach. Hier ergeben sich aus der zunehmenden Verfügbarkeit von Daten, intelligenten Systemen und Schnittstellen die Chancen, Strategien effizient und mit großer Eigenständigkeit umzusetzen.

Über Super Global

An den Standorten Deutschland und Luxemburg bietet Super Global etablierte Investmentvehikel mit innovativen Lösungen sowie nachhaltigen Produktkonzepten an. Als AIFM für Alternative Investmentfonds verbindet Super Global DE maßgeschneiderte Fonds sowie Dienstleistungen für die Bereiche Portfoliomanagement, Risikomanagement und Administration. Die Luxemburger Gesellschaft ermöglicht weltweit anerkannte und etablierte Securitisation-Lösungen, individuell gestaltbar und auf die jeweiligen Kundenanforderungen ausgerichtet. Super Global übernimmt das Set-up, die regulatorische Strukturierung sowie die fortlaufende Administration.

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Im Einklang mit den Markterwartungen hat die Fed die US-Zinsen um 25 Basispunkte angehoben.

Doch es war nicht der Zinsschritt an sich, der Fed als geldpolitische Taube erscheinen ließ, sondern die darauffolgende Erklärung, sagt Laura Frost, Investment Director im Anleiheteam von M&G:

„Zwar konzentriert sich die Fed weiter eindeutig auf die Bekämpfung der Inflation, aber so locker ist die Notenbank seit 2018/19 nicht mehr aufgetreten. Damit ist auch klar, dass wir uns dem Ende des Zinserhöhungszyklus nähern. Noch ist die Datenlage zwar nicht eindeutig, aber die anhaltende Stärke des Arbeitsmarktes gibt zunehmend Hoffnung auf ein „Soft Landing“ der US-Wirtschaft.

Jerome Powell hat zwar gesagt, die Notenbank benötige noch „wesentlich mehr Beweise dafür, dass die Inflation nachhaltig sinkt“, aber er hat die Möglichkeit von Zinssenkungen um 50 Basispunkte gegen Ende 2023 nicht weiter in Frage gestellt. Das ist so auch schon im Markt eingepreist, ebenso wie ein Endzinssatz von 4,9%. Die Märkte haben sich also bereits auf eine lockerere Fed eingestellt, und es bestätigt sich wohl einmal wieder die alte Regel: „Don’t fight the Fed!“.

Die heutigen Entscheidungen der EZB und der Bank of England könnten zu einer weiteren Schwächung des US-Dollars führen. Die EZB hat die Märkte zu der Annahme geführt, dass sie sich weiter auf einem Straffungskurs befindet. Die Entscheidung der Fed ruft uns jedoch einen weiteren wichtigen Punkt in Erinnerung: nicht zu sehr auf die Forward Guidance verlassen.“

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Auswertung zeigt, dass Fallen-Angels-Anleihen im Durchschnitt 6 Prozent mehr Rendite als andere High-Yield-Anleihen bringen können

Makroökonomischer Gegenwind durch eine weiterhin hohe Inflation sowie Rezessionsrisiken setzen vielen Unternehmen zu. In der Vergangenheit führte solch ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld laut Iain Stealey, International Chief Investment Officer in der Fixed Income, Commodity and Commodities Gruppe bei J.P. Morgan Asset Management, zu einem deutlichen Anstieg der Herabstufungen im Anleihesektor. „Zwar weisen US-Unternehmen weiterhin robuste Fundamentaldaten auf. Auch erzielen die Hochzinsmärkte nach dem pandemiebedingten Einbruch wieder positive Renditen. Der makroökonomische Gegenwind lässt jedoch den Beginn eines neuen Herabstufungszyklus erwarten“, erklärt Stealey. Dabei bietet gerade der Bereich der „Fallen Angels“ – das heißt Unternehmen, die vom Investment-Grade Niveau hoher Bonität auf High Yield herabgestuft werden – ein attraktives Renditepotenzial, wie eine Analyse von J.P. Morgan Asset Management zeigt.

Die Untersuchung von 2.000 Fallen Angels von 500 Emittenten im Zeitraum von Januar 2000 bis September 2022 zeigt, dass Fallen-Angels-Unternehmensanleihen im Zweijahreszeitraum nach einer Herabstufung im Durchschnitt rund 6 Prozent Mehrrendite im Vergleich zu anderen High-Yield-Unternehmensanleihen erzielen können. Mit einer gezielten Auswahl ließe sich die Rendite noch weiter steigern.

Viele Fallen Angels sinken bei Herabstufung unter ihren Fundamentalwert

Ein wesentlicher Grund für die Anlagechancen speziell bei Fallen-Angels-Anleihen besteht darin, dass es anlässlich der Herabstufung zu gesteigerten Verkäufen kommt. Indexnachbildende Fonds oder auch viele institutionelle Investoren wie zum Beispiel Versicherungsgesellschaften haben strenge Anlagerichtlinien für ihre High-Yield-Allokation, vielen ist es gänzlich verboten, High-Yield-Wertpapiere zu halten. Verliert eine Anleihe ihr Investment-Grade-Rating, sind diese Anleger in der Regel gezwungen, die High-Yield-Position innerhalb eines engen Zeitfensters nach der Herabstufung aufzulösen. Dies wiederum führt zu einem erheblichen technischen Druck auf den Anleihepreis. „Aufgrund des technischen Drucks fallen die Preise um den Downgrade-Monat herum oft unter ihren Fundamentalwert, steigen dann aber in den folgenden Monaten schnell wieder an“, erläutert Iain Stealey.

Nach Analyse der Experten von J.P. Morgan Asset Management beginnen Fallen Angels bereits 12 Monate vor ihrer Herabstufung im Vergleich zu ihren Mitbewerbern mit Investment-Grade-Rating deutlich schlechter abzuschneiden, im Durchschnitt um bis zu 11 Prozent. „Die schlechteste Performance tritt jedoch während des Herabstufungsmonats aufgrund des Verkaufsdrucks auf, was einen attraktiven Einstiegspunkt für High-Yield-Investoren darstellen könnte“, führt der CIO aus. Vergleicht man nun die Entwicklung der Fallen Angels mit anderen High-Yield-Unternehmensanleihen wird das Potenzial deutlich: „Der Blick auf die Daten zeigt, dass ‚gefallene Engel‘ in den zwei Jahren nach der Herabstufung ihre anderen High-Yield-Konkurrenten um durchschnittlich 6 Prozent übertreffen. Der größte Teil des relativen Werts, etwa 5 Prozent, wird in den ersten sechs Monaten nach der Herabstufung realisiert“, betont Stealey.

Eine einfache Umsetzung der Strategie könnte aus Sicht des Experten nun heißen, Fallen Angels kurz nach ihrer Herabstufung auf High-Yield-Status zu kaufen. Doch gebe es auch bei den ‚gefallenen Engeln‘ einige Unterschiede. „Während der Kauf aller herabgestuften Emittenten über den Zweijahreszeitraum zu einer Outperformance von 6 Prozent führt, übertrifft das Quartil mit der besten Performance den Rest um mehr als 12 Prozent“, stellt Iain Stealey fest.

Flexibilität und Freiheitsgrade jenseits klassischer Benchmark-Ansätze nutzen

Um für diese Chancen und jederzeit für Veränderungen an den globalen Anleihemärkten gerüstet zu sein, sollten laut dem Experten alle Anleihenmarktsegmente in die Allokation einbezogen werden. Mittels eines benchmarkunabhängigen Ansatzes und taktischer Allokation sei es möglich, von möglichst vielen Chancen aus dem gesamten Anlageuniversum zu profitieren. Deshalb nutzen die beiden von Iain Stealey gemeinsam mit Robert Michele gemanagten Fonds, der JPMorgan Funds – Global Strategic Bond Fund und der JPMorgan Funds – Global Bond Opportunities Fund, eine solche Strategie. Das breit diversifizierte Portfolio kombiniert dynamisch alle Anleihenmarktsegmente. Eine klassische Benchmark nutzen die beiden Manager dabei nicht, sondern setzen auf aktives Durationsmanagement, um die Sensibilität des Portfolios gegenüber Zinsänderungen anzupassen und auf Veränderungen im Wirtschaftsumfeld und in den Marktbedingungen einzustellen. Hinzu kommt ein mehrdimensionaler Ansatz für das Risikomanagement: Das Portfolio wird einerseits breit diversifiziert und gleichzeitig wird die Korrelation im Hinblick auf verschiedene Faktoren wie Veränderung der Marktzinsen, Wechselkurse und Kreditspreads kontrolliert. Mit dem JPMorgan Funds – Global Bond Opportunities Sustainable Fund gibt es diese Strategie seit rund drei Jahren auch in einer explizit nachhaltigen Variante.

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J.P.Morgan Asset Management, (Europe) S.á.r.l. , Frankfurt Branch, Junghofstraße 14, ­60311 Frankfurt Tel.: 069/71240, Fax: 069/71242180, www.jpmam.de

Kommentar des Portfolio-Construction-and-Strategy-Teams, Janus Henderson Investors

  • Ein „One-fits-all“-Modell wird es nicht mehr geben
  • Dekarbonisierung bei verbrieften Krediten ist keineswegs passiv
  • Immobilien: Aufbau einer Netto-Null-Zukunft

Anfang letzten Jahres war das Interesse an nachhaltigen Anlagen so groß wie nie zuvor. Anleger aller Art suchten eifrig nach Gelegenheiten, die den Trend zu einer nachhaltigeren und verantwortungsvolleren Kapitalallokation nutzten. Ein Jahr später: Die geopolitischen Faktoren haben die Performance von Anlagen, die ökologische, soziale und Governance-Aspekte (ESG) berücksichtigen, infrage gestellt. Zahlen sich nachhaltige Investitionen in Form von höheren Renditen überhaupt aus?

Das Portfolio-Construction-and-Strategy-Team von Janus Henderson geht davon aus, dass die Antwort nach wie vor „Ja“ lautet und dass die Ereignisse des Jahres 2022 den Übergang zu Netto-Nullenergie vorantreiben werden.

Ein „One-fits-all“-Modell wird es nicht mehr geben

Der Krieg in der Ukraine hat zu einer Rekordsteigerung bei der Erzeugung erneuerbarer Energien geführt und den „fossilen Entzug“ in der Europäischen Union beschleunigt. Regierungen weltweit haben ihre Ziele für die Kohlenstoffneutralität bekräftigt und schließen kohlenstoffintensive Energieproduktionen. Unternehmen, die bei der Kohlenstoffreduzierung führend sind, werden unseres Erachtens einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen haben, die dem Kohlenstoff-Risiko stark ausgesetzt sind. Dies wird sich langfristig auf nachhaltige Investitionen auswirken und sie zu einer reiferen Anlageklasse machen, da es kein „One-fits-all“-Modell mehr geben wird. Die Einführung verschiedener Ansätze und Strategien, die den persönlichen Werten und Zielen entsprechen, muss sorgfältig geplant werden, da wir uns unweigerlich und berechtigterweise auf eine CO2-effiziente Zukunft zubewegen.

Es gibt viele innovative Ansätze, um Portfolios so zu verwalten, dass sie verschiedene Aspekte der weltweiten Netto-Null-Agenda berücksichtigen. Jeder Sektor wird auf unterschiedliche Weise beeinflusst und birgt Risiken, aber auch Investitionsmöglichkeiten. Zwei Beispiele:

  1. Verbriefte Kredite

Dekarbonisierung bei verbrieften Krediten ist keineswegs passiv

Die Dekarbonisierung im Bereich Fixed Income wird häufig im Zusammenhang mit Core Fixed Income – Unternehmens- und Staatsanleihen – und weniger in Bezug auf verbriefte Kredite wie Hypotheken und andere Asset-Backed-Securities diskutiert. Die Kundennachfrage nach verbrieften Schuldtiteln mit der eindeutigen Absicht, die CO2-Bilanz des Portfolios zu verbessern, nimmt jedoch zu.

Verbriefte Anlagen bleiben von der Problematik der Datenerfassung, -qualität und -transparenz bezüglich der Netto-Null-Bestrebungen von Unternehmen nicht verschont. Aufgrund ihrer komplexen rechtlichen Struktur erfordern diese Anlagen eine mehrstufige Due-Diligence-Prüfung durch den Investor, um den CO2-Fußabdruck über mehrere Phasen des Verbriefungsprozesses (von der Kreditvergabe bis zur Zweckgesellschaft) zu bewerten.

Ein aktiver Ansatz zur Bewältigung der CO2-Datenproblematik bei verbrieften Krediten hilft: Zwar berichten die meisten Unternehmen über ihre Scope-1- und Scope-2-Emissionen, jedoch machen Scope-3-Emissionen mehr als 70 % des CO2-Fußabdrucks von Unternehmen aus. Daher ist eine aktive und sorgfältige Analyse bei der Anlage in verbriefte Assets mit ihren vielen Ebenen und zugrunde liegenden Sicherheiten erforderlich.

Einschätzung

  • Aufgrund ihrer Komplexität erfordert die Dekarbonisierung bei Verbriefungen eine mehrstufige Due-Diligence, um den CO2-Fußabdruck der zugrunde liegenden Vermögenswerte zu bewerten.
  • Ein erfahrener Fondsmanager und ein analytischer und aktiv gesteuerter Ansatz während des gesamten Verbriefungsprozesses sind nötig, z. B. eine Bewertung der CO2-Emissionen des zugrunde liegenden Deckungsstocks.
  • Verbriefte Anlagen können eine attraktive Alternative zu Core Fixed Income sein, die ähnliche Merkmale aufweisen, wie z. B. geringe Volatilität, geringe Korrelation zu Aktien, hohe Qualität (sofern sie aus Investment-Grade-Wertpapieren bestehen) und geringe Zinssensitivität, da sie aufgrund ihrer variablen Struktur eine natürliche Absicherung gegen steigende Zinsen darstellen.
  • „Grüne“ Verbriefungen ermöglichen Finanzierungen für Sektoren der Finanzinfrastruktur, die keinen Zugang zum traditionellen Anleihe- oder Kreditmarkt haben, und unterstützen gleichzeitig die globalen Netto-Null-Bestrebungen.
  1. Immobilien

Aufbau einer Netto-Null-Zukunft

Im Durchschnitt verbringt der Mensch 90 % seines Lebens in Gebäuden. Folglich ist der Wohnungsbau für etwa ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen verantwortlich. In Städten steigt dieser Anteil sogar auf bis zu 70 %. Um die Netto-Null-Ziele zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen aus dem Gebäudebetrieb bis 2030 mehr als halbiert werden. Dies erfordert erhebliche Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs durch saubere und effiziente Technologien für Netto-Null-Gebäude, Renovierungen, emissionsarme Energieversorgung und Materialien. Umweltfaktoren stellen das größte Risiko und die größte Chance im Immobilienbereich dar und müssen aktiv bewertet werden, um Outperformer zu identifizieren.

Einschätzung

  • Die Verringerung des CO2-Ausstoßes von Gebäuden ist eine große aber machbare Herausforderung. Die Energieeffizienz und die CO2-Emissionen von Gebäuden verbessern sich zwar, sind aber noch weit von den Netto-Null-Zielen entfernt, was Risiken, aber auch Chancen mit sich bringt.
  • Umweltfreundlichkeit im Immobilienbereich zahlt sich nachweislich aus, da Energiekosteneinsparungen, eine verbesserte Gebäudequalität und auch ein positives Image zu höheren Immobilienwerten, höheren Belegungsraten und Mietpreisen führen können. Gleichzeitig führt die Reduzierung der Betriebskosten zu höheren Kapitalerträgen und Immobilienpreisen.
  • Eine Allokation in Immobilien innerhalb eines diversifizierten Portfolios trägt den drei Hauptanliegen Rechnung, die wir derzeit bei Kundenportfolios beobachten: 1. Inflation, 2. beständiges Einkommen, 3. Diversifizierung, bei gleichzeitiger Berücksichtigung der steigenden Wirtschaftsausgaben und des Übergangs zu Netto-Null.

Matthew Bullock, EMEA Head of Portfolio Construction and Strategy bei Janus Henderson Investors, ist überzeugt: „Unsere Analyse der aktuellen Kundenausrichtung, der Trends bei den Kapitalflüssen und der Bedeutung, die in unseren Beratungsgesprächen der Dekarbonisierung und Netto-Null beigemessen wird, zeigt deutlich, dass Nachhaltigkeitsthemen in den kommenden Jahren die Anlageallokationen und Renditen grundlegend verändern werden. Generalistische Nachhaltigkeitsstrategien erfüllen einige Anlegerbedürfnisse, aber wir beobachten ein zunehmendes Interesse an der taktischen Ausrichtung auf spezifische Klimaschutzlösungen. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend an Dynamik und Komplexität zunehmen wird, da sich 2023 und darüber hinaus immer mehr Möglichkeiten bieten werden.“

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Janus Henderson Investors, Tower 185, 25th floor, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, D-60327 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 86003 0,Fax: +49 69 86003 355, www.janushenderson.com

Klingt zunächst paradox: In Portfolios, die auf einer am Pariser Klimaschutzziel 2050 von 1,5 Grad Celsius orientierten Benchmark basieren, können sich durchaus Wertpapiere von Fluggesellschaften befinden, also einer Industrie, die aktuell nicht gerade mit geringen CO2-Emissionen glänzt.

Die Auflösung: Im Unterschied zu anderen Benchmarks, die als „nachhaltig“ oder „ESG-bezogen“ bezeichnet werden, ist bei den so genannten Paris-Aligned Benchmarks der Weg ebenso wichtig wie das Ziel. „Sie bilden den breiten Markt ab, inklusive einiger Branchen mit höheren Kohlenstoff-Emissionen, um langfristig den Umbau der Wirtschaft zu unterstützen“, sagt Olivier Souliac, ETF-Experte der DWS. Damit gehören beispielsweise auch der Transport- oder Bausektor, die für vergleichsweise hohe CO2-Emissionen verantwortlich sind, zu Paris-Aligned Benchmarks. Aber warum auch in CO2-lastige Industrien investieren? Ganz einfach: Das Einsparpotenzial ist dort naturgemäß größer als in ohnehin schon „grünen“ Branchen. Folglich ist es das Ziel, Rosinenpicken zu vermeiden, also ein „grünes“ Portfolio, das ausschließlich aus Unternehmen besteht, die in Bereichen mit einem geringen CO2-Ausstoß tätig sind.

Dynamischer Index soll Dekarbonisierung langfristig unterstützen

Um auf geringere Emissionen hinzuwirken und dabei breit investiert zu bleiben, machen die Paris-Aligned Benchmarks hingegen genaue Vorgaben. Erstens sollen die im Index enthaltenen Unternehmen im Durchschnitt deutlich weniger Treibhausgase ausstoßen als ein klassisches Marktportfolio. Zweitens müssen die Emissionen jedes Jahr, das ist durch eine EU-Richtlinie vorgeschrieben, für das Indexportfolio weiter sinken. Das bedeutet, dass Unternehmen, die ihren CO2-Ausstoß nicht senken, es schwerer haben, in den Index aufgenommen zu werden – ihr Zugang zum Kapitalmarkt ist erschwert. Umgekehrt fließt Kapital verstärkt in Klima-Vorreiter. So können Investoren Druck auf Unternehmen ausüben, mehr für den Klimaschutz zu tun und dabei breit diversifiziert investiert bleiben. Dies ist für institutionelle Kunden besonders relevant.

Um die Wirkungsweise von Paris-Aligned Benchmarks zu verdeutlichen, ist es sinnvoll, sich zunächst die klassischen, als „nachhaltig“ oder „SRI, sozialverantwortlich“ bezeichneten Indizes anzusehen. Sie sehen in der Regel zunächst harte Ausschlüsse für viele1 als möglicherweise kontrovers angesehene Aktivitäten vor. Dazu zählen Alkohol, traditionelle Energieunternehmen oder Stromproduzenten mit exzessivem Anteil an fossilen Brennstoffen im Energiemix. Anschließend werden die Indexmitglieder auf Basis von ESG-Kriterien ausgewählt, wodurch oft auf Unternehmen gesetzt wird, die bereits ein deutlich niedrigeres Niveau an Treibhausgas-Emissionen vorweisen. So gehen, vereinfacht gesprochen, auch die MSCI-Low-Carbon-SRI-Leaders-Indizes vor, die den Xtrackers-ESG-Indizes zugrunde liegen. Indizes dieser Bauart erreichen zwar eines ihrer Nachhaltigkeitsziele, nämlich eine deutlich niedrigere Emissionen im Vergleich zu einem Marktportfolio, gehen über dieses Ziel aber aktuell nicht hinaus.

Anleger können sich also für ein Portfolio entscheiden, das strenge ESG-Kriterien und niedrigere CO2-Emissionen kombiniert oder für stärker integrative Produkte auf der Basis von Paris-Aligned Benchmarks. Hier ist gewissermaßen der Weg, also der Umbau der Wirtschaft hin zu deutlich weniger klimaschädlichen Emissionen, das Ziel. Es ist durch einen dynamischen Index zu erreichen, der die Investitionen in die gesamte Wirtschaft – nicht nur in wenige bereits emissionsarme Sektoren – in Richtung der Klimaziele steuern soll. Im Detail sind die Regeln der Paris-Aligned Benchmarks wie folgt definiert: Die Kohlenstoffintensität eines Paris-Aligned-Benchmark-Portfolios soll am Anfang rund 50 Prozent des Vergleichswerts eines Marktportfolios betragen. Künftig soll dann dessen Kohlenstoffintensität um mindestens sieben Prozent pro Jahr sinken. Unter Kohlenstoffintensität versteht man, welches CO2-Äquivalent das jeweilige Unternehmen und seine Lieferanten im Verhältnis zum Marktwert des Unternehmens erzeugen.

Da die Paris-Aligned Benchmarks den breiten Markt abbilden sollen, steigen also langfristig die Klimaschutz-Anforderungen an Unternehmen aus nahezu allen Sektoren, sich für die Aufnahme in einen Index zu qualifizieren. Die Emissionen können erst dann nachhaltig sinken, wenn beispielsweise auch im Transport-, Bau-, Chemie- und Maschinenbau-Sektor die Kohlenstoffintensität sinkt. Ein wichtiges Detail: Es gibt auch bei Paris-Aligned Benchmarks Ausschlüsse für Unternehmen, die bestimmte Umsatzgrenzen bei Förderung oder Verarbeitung fossiler Energien überschreiten. Hier hat sich die EU an Ergebnissen einer Szenarioanalyse des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zur Reduktion der Treibhausgase aus fossilen Quellen orientiert.

Nicht nur Klimasünder untergewichten, sondern auch Vorreiter fördern

Ein weiterer wichtiger Unterschied der Paris-Aligned Benchmarks zu anderen Indizes: Sie sind die einzigen, die direkt einer Regulierung der EU-Kommission entspringen. Wer in einen ETF investiert, der auf einer Paris-Aligned Benchmark basiert, kann sich sicher sein, dass dieselben strengen Regeln gelten. Dazu gehört auch, dass Paris-Aligned Benchmarks darauf ausgerichtet sind, langfristig investiert zu sein, um den Übergang in eine kohlenstoffärmere Zukunft zu finanzieren. „Es geht ausdrücklich auch darum, Chancen zu nutzen, die sich für Unternehmen ergeben, die sich erfolgreich an den Trend zu Dekarbonisierung anpassen“, sagt ETF-Experte Souliac. Daher richten sich die von der DWS bei ihren Xtrackers-Paris-Aligned-ETFs verwendeten Indizes auch an den Empfehlungen der Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC) aus. Danach sollen Unternehmen bei der Indexgewichtung bevorzugt werden, die sich transparente und nachvollziehbare Ziele gesetzt haben, ihre Emissionen zu reduzieren. Ein entscheidender Faktor ist der Umfang der Übernahme von wissenschaftlich fundierten Zielen, den Science Based Targets, wie sie von der gleichnamigen Initiative definiert wurden.

Unterm Strich eignen sich Paris-Aligned Benchmarks also für Anleger,  die sich an einem breit diversifizierten Anlageuniversum orientieren und mit ihren Investitionen langfristig die Dekarbonisierung sowohl ihres Portfolios als auch der Wirtschaft mit ihren Investitionen unterstützen wollen.

1 Weder Zementunternehmen noch herkömmliche Autohersteller oder Fluggesellschaften werden in SRI-Indizes ausgeschlossen

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Deutsche Asset Management International GmbH, Mainzer Landstr. 11-17, 60329 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 – 910 – 12371,Fax: +49 (0) 69 – 910 – 19090, www.dws.com

Marktkommentar von Andreas Scharf, Apo Asset Management GmbH

Healthcare ist  ein  Megatrend,  der  in  den  Emerging  Markets  überdurchschnittliche Wachstumsraten zeigt. Die demografische Entwicklung, der hohe Innovationsgrad und die Digitalisierung prägen den Gesundheitsmarkt und treffen in den Emerging Markets auf ein enormes Aufholpotential und eine stetige Wohlstandsentwicklung. Daher lohnt sich ein Blick auf diesen bedeutenden Markt, der an der Börse noch vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erfährt.

Mehr als 80 % der Weltbevölkerung und mehr als die Hälfte der Weltwirtschaftsleistung sind auf die Emerging Markets zurückzuführen. Nur spiegelt sich das in vielen globalen Fonds, Indices und Portfolios nicht wider. Anlegerinnen und Anleger neigen dazu, in die Home-Bias-Falle zu tappen. Sie tendieren dazu, Bekanntes gegenüber Unbekanntem zu bevorzugen und investieren vornehmlich in den Heimatmärkten bzw. den entwickelten Ländern. Ungeachtet der Attraktivität anderer Regionen.

Emerging Markets – Mehr als Rohstoffe und China

Der Megatrend Healthcare in den Emerging Marktes wird am Kapitalmarkt sehr lückenhaft und für Anlegerinnen und Anleger nur unzureichend abgebildet. Die meisten Emerging-Markets-Indices gewichten andere Sektoren wie Rohstoffe deutlich über. Beispielsweise berücksichtigt der MSCI Emerging Markets Index den Healthcare-Sektor mit weniger als 5 %. Außerdem suggeriert die Allokation nach Ländern fälschlicherweise, dass Emerging Markets fast ausschließlich in Asien zu finden sind: China, Indien, Taiwan und Südkorea machen über 70 % vom Index aus. Zum Wachstum tragen aber auch andere Länder bei. Die stetige Wohlstandsentwicklung und damit einhergehend der verbesserte Zugang zu Gesundheit ist ebenso und besonders in Lateinamerika, Afrika, Osteuropa oder dem Mittleren Osten zu beobachten. Regionen, die in vielen Portfolios zu wenig Beachtung finden.

Healthcare – das (defensive) Ass im Ärmel

Das Thema Gesundheit an den Kapitalmärkten hat sich im abgelaufenen Börsenjahr 2022 als vorteilhaft herauskristallisiert und vor allem der Subsektor Pharma hat seinen defensiven Charakter gezeigt. Viele medizinische Produkte oder Dienstleistungen stellen nichtzyklische Konsumgüter dar und werden konjunkturunabhängig nachgefragt: Die Unternehmen erzielen weiterhin stetige Cashflows und solide Wachstumsraten. Der Gesundheitsmarkt ist aber nicht nur Pharma. Die heterogene Subsektor-Struktur ermöglicht Anlegerinnen und Anleger, auch an Bullenmärkten bzw. an einer Markterholung zu partizipieren. Vor allem Healthcare Technology und Medizintechnik bieten die Möglichkeit, ein höheres Chancen-Risiko-Profil zu implementieren. Die aktive Auswahl von Subsektoren und Unternehmen ist wichtiger denn je – ein Vorteil gegenüber passiven Produkten, die Indices nachbilden. Healthcare in den Emerging Markets eignet sich – bei aktivem Management – besonders zur Diversifikation. Viele Emerging Markets sind sehr divers und weniger stark mit den großen globalen Aktienindices korreliert. So gibt es zum Beispiel in Lateinamerika immer noch Länder, in denen eine expansive Geldpolitik ein unternehmensfreundliches Umfeld schafft – ein Rückenwind, der mit den Zinserhöhungen in den USA und Europa in vielen entwickelten Ländern wegfällt.

Deglobalisierung – Fokus auf Local Heroes

Es ist davon auszugehen, dass rund um den Globus die Tendenz der Deglobalisierung immer weiter voranschreitet. Bei der Auswahl von Healthcare-Unternehmen in Emerging Markets ist dieser Trend nicht zu vernachlässigen. Local Heroes haben oft Vorteile gegenüber den Global Playern. Sie können sich z.B. in ihrem heimischen Umfeld besser entfalten und kennen die gesetzlichen, kulturellen und sozialen Strukturen. Da Healthcare häufig gesundheitspolitisch getrieben ist, haben die Local Heroes auch oft einen engeren Bezug zur inländischen Politik.

Attraktive Bewertung und langfristiges Aufholpotential

Aktien aus den Emerging Markets handeln seit der Jahrtausendwende zu einem Bewertungsabschlag gegenüber entwickelten Märkten. Aus nachvollziehbaren Gründen, schließlich muss der Investor für höhere Risiken resultierend aus z.B. politischer Instabilität, weniger Informationstransparenz oder weniger entwickelten Kapitalmärkten (Liquidität) kompensiert werden. Betrachtet man jedoch den Fortschritt und die Entwicklung, erscheint der aktuelle Abschlag von 30 % auf KGV-Basis deutlich übertrieben und spiegelt die Chancen nicht adäquat wider. Auch der historisch starke US-Dollar sollte sich im Falle einer Gegenbewegung und Abschwächung positiv auswirken. Healthcare in den Emerging Markets ist ein struktureller Megatrend mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten, angeschoben durch die Demografie und die Wohlstandsentwicklung. Innovation und Effizienz bilden die Katalysatoren. Das Aufholpotential ist enorm, betrachtet man z.B. die Ausgaben im Gesundheitsmarkt in Prozent des BIP. Geben die USA knapp 17 % für Gesundheit aus, sind es in den Emerging Markets oft weniger als 5 %. Lässt man den Gedankengang zu, dass auch andere Länder medizinische Entwicklung, neue Produkte und eigenständige Lösungen hervorbringen, dann führt kein Weg am Thema Healthcare in den Emerging Markets vorbei.

Über Andreas Scharf, Apo Asset Management GmbH (apoAsset)

Andreas Scharf ist Investment Analyst Healthcare bei der apoAsset. Der studierte Betriebswirt und Master of Science in Finance ist u.a. für die Analyse von Unternehmen und Märkten des Gesundheitssektors sowie für die Entwicklung neuer Anlageideen und die Weiterentwicklung von Investmentprozessen zuständig. Zudem gehört er zum Spezialisten-Team für den Fonds apo Emerging Health.

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Apo Asset Management GmbH, Richard-Oskar-Mattern-Str. 6, 40547 Düsseldorf, Tel: (02 11) 86 32 31 0, www.apoasset.de

Die Aktienmärkte in der Eurozone sind nicht nur äußerst robust in die ersten Wochen des neuen Jahres gestartet,

sie haben sich auch besser entwickelt als der US-amerikanische Aktienmarkt. Dennoch sollten Anleger US-Titeln nun nicht den Rücken kehren, im Gegenteil.

Aktuelle Markteinschätzung von Dr. Zschaber

Europäische Aktien haben in den ersten Handelswochen des Jahres positiv überrascht. Gestützt wurden die Kurse auch von einer Wirtschaftsentwicklung, die über den Prognosen der Volkswirte lag. Dennoch sollten Anleger die USA, den eigentlichen Börsen-Favoriten des Jahres 2023, nicht vergessen. Gegenüber der Eurozone bestehen noch immer einige Vorteile, die sich schon bald auch auf die Kurse niederschlagen könnten.

Trotz der Hoffnung rund um die Eurozone bestechen die Vereinigten Staaten noch immer mit einem robusten Wachstum, einem intakten Konsumklima und einem stabilen Arbeitsmarkt. Zwar sorgten zuletzt Meldungen von Schrumpfkuren, insbesondere bei US-Technologie-Unternehmen für Schlagzeilen, doch absorbiert der US-Arbeitsmarkt derartige Entlassungswellen zuverlässig. Hinzu kommt, dass vor allem die Technologie-Riesen aus Kalifornien in den vergangenen Jahren viele Mitarbeiter eingestellt haben – und zwar so viele, dass einige Konzerne inzwischen überbesetzt sein dürften.

Notenbanken machen weiter die Kurse

Neben dem noch immer robusten Wachstum und dem intakten Arbeitsmarkt punkten die Vereinigten Staaten auch im Bereich der Inflationsbekämpfung: Die US-Notenbank Fed hat die Zinsen im vergangenen Jahr so konsequent angehoben, dass die Teuerung in den USA kräftiger nachgibt als anderswo – insbesondere stärker als in der Eurozone. Der Trend, dass die Inflation in den USA zügiger nachgibt als in der Eurozone, könnte sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Zwar zeigte sich EZB-Chefin Christine Lagarde zuletzt „entschlossen“, die Inflation „zeitnah“ auf zwei Prozent zu drücken – doch erscheint die Wahrscheinlichkeit, dieses Ziel zu erreichen, recht gering. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Inflation in der Eurozone noch für eine ganze Weile ein höheres Niveau aufweisen dürfte als in den USA.

Anders als die Vereinigten Staaten ist die Eurozone ökonomisch heterogen aufgestellt. Schuldenquoten und Refinanzierungszinsen der Mitgliedstaaten sind unterschiedlich hoch. Und: Wie die Vergangenheit vor etwas mehr als zehn Jahren gezeigt hat, reichen schon Schieflagen in kleineren Mitgliedstaaten aus, um die EU als Ganze in eine Krise zu stürzen. Daher erwarte ich nicht, dass EZB-Chefin Lagarde tatsächlich entschlossen gegen die Inflation vorgehen und zeitnah der angestrebte Inflations-Referenzwert von rund 2 Prozent erreicht wird.

Auch europäische Aktien haben Potenzial, wirken aber kurzfristig überhitzt

Dennoch besteht auch mit Blick auf die Eurozone kein Grund, den Teufel an die Wand zu malen. Die schlimmsten Rezessions-Ängste sind inzwischen obsolet und die Inflation scheint auch im Euroraum ihren Hochpunkt erreicht zu haben. Die sinkenden Energiepreise, die anders als in den USA Haupttreiber der Teuerung in Europa waren, tragen einen großen Teil zur Entspannung bei. Nachdem 2022 bei vielen Investoren im Hinblick auf die Eurozone die Alarmglocken schrillten, preisen die Märkte aktuell zurecht ein optimistischeres Szenario ein.

Obwohl das Wachstum im Euroraum künftig schwächer und die Inflation höher ausfallen dürften als in den USA, könnten Aktien aus der Eurozone Ende 2023 zu den positiven Überraschungen zählen. Kurzfristig erscheinen die Titel jedoch ein wenig überhitzt. Investoren tun daher auch weiter gut daran, sich global aufzustellen und Aktien aus Nordamerika zu bevorzugen – die USA scheinen dem kommenden Aufschwung näher zu sein als andere Regionen.

ÜBER DEN AUTOR

Dr. Markus C. Zschaber ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der V.M.Z. Vermögensgesellschaft mbH in Köln. Der mehrfach von Fach- und Publikumsmedien ausgezeichnete Börsenfachmann zählt zu den erfahrensten und renommiertesten Finanzexperten in Deutschland. Herr Zschaber ist unter anderem regelmäßiger Kolumnist für die WirtschaftsWoche Online und steht dem Nachrichtensender n-tv seit nunmehr 24 Jahren regelmäßig als Börsenexperte Rede und Antwort, wenn es darum geht, die Aussichten an den globalen Kapitalmärkten einzuschätzen.

ÜBER das Unternehmen

Die V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH ist seit ihrer Gründung vor fast drei Jahrzehnten auf das Segment der aktiven Vermögensverwaltung sowohl für Privatanleger als auch institutionelle Kunden spezialisiert und bietet diese unabhängig, hochprofessionell und langfristig orientiert an. Seit dem Jahr 1998 besitzt das Haus die Lizenz nach § 32 KWG (Kreditwesengesetz) und seit 2021 nach der erweiterten EU-Richtlinie auch die Lizenz nach dem WpIG (Wertpapierinstitutsgesetz). Dies bedeutet: Die V.M.Z. unterliegt der Aufsicht und Kontrolle der Deutschen Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Als bankenunabhängiges Unternehmen und gemeinsam mit dem angeschlossenen Institut für Kapitalmarktanalyse ist das Haus sehr fundamental orientiert und hat umfangreiche hauseigene Research-Prozesse entwickelt, die für die eigenen Vermögensverwaltungskonzepte genutzt werden.

Verantwortlich für den Inhalt:

V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber mbH, Bayenthalgürtel 13, 50968 Köln, Tel: 0221 350260, www.zschaber.de

Die Berichtssaison ist in vollem Gange.

Die Ausblicke der Unternehmen deuten zwar bereits an, dass uns Schwierigkeiten bevorstehen, doch die Prognosen der Analysten sollten Bestand haben – jedenfalls solange die befürchtete Rezession nicht tatsächlich eintritt, sagt Lars Kreckel, Global Equity Strategist bei Legal & General Investment Management (LGIM):

„Bis Mitte Februar werden mehr als die Hälfte der S&P 500-Unternehmen ihre Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt haben. Schon jetzt werden Muster sichtbar. Die Q4-Zahlen sind allgemein in Ordnung, zumindest wenn man sie mit den Schätzungen der Analysten bei Banken und Brokern vergleicht. Etwa drei Viertel der Unternehmen, die in den ersten Wochen ihre Ergebnisse vorlegten, konnten die Schätzungen übertreffen – das liegt leicht über dem historischen Durchschnitt. Will sagen: Die Analystenschätzungen für die aktuellen Gewinne liegen nicht zu weit von der Realität entfernt, so dass kein großer Druck besteht, die Prognosen zu senken.

Allerdings ist das Gewinnwachstum weitgehend zum Stillstand gekommen. Die Konsensprognosen gehen für den S&P 500 von einem Rückgang des Gewinns pro Aktie von zwei Prozent im Jahresvergleich aus. Rechnet man die typische Marge hinzu, mit der Unternehmen die Analystenschätzungen übertreffen, dürften die Gewinne gerade noch leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Dies entspricht ziemlich genau dem, was wir zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg in eine Gewinnrezession im Jahr 2023 erwartet hatten.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass es Unternehmen zwar leicht fallen mag, die Schätzungen der Sell-Side-Analysten zu übertreffen, dass es aber schwieriger ist, Anleger zu beeindrucken. Nur etwa die Hälfte der Unternehmen übertraf mit ihrer Kursentwicklung den Markt am Tag nach den Ergebnissen. Der Unterschied zwischen übertroffenen Prognosen und der Reaktion des Aktienkurses besteht darin, dass Analysten die rückwärtsgerichteten Gewinne messen, die in Ordnung zu sein scheinen, während die Börse sich eher auf zukunftsgerichtete Kommentare bezieht, die anscheinend schwächer eingestuft werden.

Das kann kaum überraschen – Unternehmen „leben“ in derselben Welt wie wir, sehen sich die gleichen Daten an und lesen die gleichen Nachrichten. Wie viele CEOs werden unter diesen Umständen besonders optimistisch in das nächste Jahr blicken?

Solange sich die derzeitige Konjunktur so gut entwickelt wie bisher – wie sich ja an den Zahlen für das vierte Quartal ablesen lässt –, ist andererseits keine übermäßig pessimistische Kommunikation zu erwarten oder gar die aktive Vorbereitung auf eine Rezession. Der ehemalige CEO der Citibank Chuck Prince formulierte es vor der Finanzkrise so: „Solange die Musik spielt, muss man tanzen.“

Nach dem bisherigen Verlauf der Berichtssaison rechnen wir weiterhin damit, dass die Erträge der US-Unternehmen in der Rezession, die wir für das zweite Quartal dieses Jahres erwarten, um 20-25 Prozent sinken werden. Ein spürbarer Gewinnrückgang und deutliche Senkungen von Analystenprognosen setzen erst ein, wenn die Rezession tatsächlich beginnt.

Vorerst erleben wir also eine guten Berichtssaison, in der die meisten Unternehmen die Schätzungen der Verkaufsanalysten übertreffen, sich aber hinsichtlich der Aussichten vorsichtig äußern. Analysten werden ihre Gewinnschätzungen entsprechend senken. Dementsprechend bleiben wir Risikoanlagen gegenüber leicht skeptisch.“

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Marktkommentar von David Norris, Partner & Leiter US-Credit, TwentyFour Asset Management

Die US-Notenbank Fed dürfte bei ihrer Februar-Sitzung einen Zinsschritt um 25 Basispunkte beschließen

Während die Fed von einem Zinsgipfel bei 5–5,25 % bis Jahresende ausgeht, erwarten die Märkte noch eine Zinssenkung im zweiten Halbjahr

Der Fahrplan der Fed könnte sich dann ändern, wenn eine Abschwächung der Konjunktur und des Arbeitsmarkts mit sinkendem Lohndruck einhergeht

Der Markt geht davon aus, dass die US-Notenbank Fed bei der bevorstehenden Sitzung im Februar das Tempo der Zinserhöhungen von zuletzt 50 Basispunkten auf 25 Basispunkte drosselt. Viele Fed-Vertreter sprachen sich bereits dafür aus, dass sich der Zielsatz für die Fed Funds Rate im Jahr 2023 zwischen 5 % und 5,25 % einpendeln sollte. Das stimmt mit dem Median der jüngsten „Dot Plots“ überein, welche die Prognosen der Fed-Politiker abbilden. In Anbetracht der sich verbessernden Inflationsdaten – der Kern-CPI liegt bei 5,7 % und der persönliche Konsumausgabenindex Kern-PCE hat sich gegenüber dem Vorquartal auf 3,9 % verbessert – erwarten auch wir einen Zinsschritt von 25 Basispunkten.

Starker Arbeitsmarkt, schwächeres Lohnwachstum

Wir werden vor allem auf mögliche Aussagen des Fed-Chairman Jerome Powell zu Befürchtungen über eine Lohnspirale achten. Denn es gibt Anzeichen dafür, dass sich das Lohnwachstum in den letzten Monaten abgeschwächt hat. So ist der Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne ist auf Monatsbasis von 0,6 % auf 0,3 % und auf Jahresbasis von 5,1 % auf 4,6 % gesunken. Diese Faktoren stehen für die Fed im Vordergrund. Außerdem achten wir darauf, ob Powell Aufschluss über die erforderlichen Bedingungen geben wird, unter denen sich der künftige geldpolitische Kurs weiter in Richtung der Konsensmeinung der Märkte bewegen könnte. Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor robust: Der jüngste Beschäftigungsaufbau außerhalb der Landwirtschaft lag bei 223.000 und die Arbeitslosenquote bei 3,5 %. Beides spricht für einen höheren Leitzins.

Markt und Fed haben unterschiedliche Erwartungen

Daher gibt es Befürchtungen und Debatten darüber, ob die Fed einen geldpolitischen Fehler begeht, indem sie die Zinssätze zu weit anhebt oder zu lange auf hohem Niveau belässt. Powell wird die Entscheidung sicher als „datenabhängig“ bezeichnen. Der Markt geht jedoch derzeit davon aus, dass die Fed den Zinsgipfel bis Mitte des Jahres erreichen und in der zweiten Jahreshälfte eine Zinssenkung vornehmen wird. Dies steht im Gegensatz zu den genannten Erwartungen der Fed selbst, die nach dem Erreichen von 5–5,25 % ein Verharren auf diesem Niveau vorhersehen. Wir haben also wieder die Dynamik von Markt und Fed. Obwohl wir erwarten, dass die Inflation nicht geradlinig nachlässt, sondern es nach wie vor viel Gegenwind gibt, könnte eine schwächere Konjunktur in Verbindung mit einem schwächeren Arbeitsmarkt und nachlassendem Lohndruck die Fed letztlich dazu bewegen, zumindest eine Pause einzulegen, bevor sie ihre anvisierte Zielspanne von 5–5,25 % erreicht.

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Amundi, der größte europäische Vermögensverwalter und führender europäischer ETF-Manager, bietet einen Euro Corporate Bond ETF an, der einen PAB-Index (Paris-Aligned Benchmark) abbildet.

Dies unterstreicht das Engagement von Amundi, Anlegern eine breite und granulare Palette an Klima-ETFs anzubieten. Das neue Engagement ist das Ergebnis eines Indexwechsels und der Umbenennung des Lyxor ESG Euro Corporate Bond (DR) UCITS ETF, die am 11. Januar 2023 stattfand.

Der Amundi EUR Corporate Bond Climate Net Zero Ambition PAB UCITS ETF bildet den Bloomberg MSCI Euro Corporate Paris Aligned Green Tilted Index ab. Mit laufenden Gebühren von 0,14 % und einem verwalteten Vermögen von über 900 Mio. Euro ist dies der kostengünstigste und einer der größten ETFs auf diesen Index.

Der Index bietet ein Engagement in Euro-dominierten Investment-Grade-Unternehmensanleihen, schließt in kontroverse Aktivitäten verwickelte Unternehmen strikt aus und erfüllt die Anforderungen der Paris-Aligned Benchmarks der EU, die eine Netto-Null-Welt bis 2050 und eine Begrenzung des globalen durchschnittlichen Temperaturanstiegs auf 1,5 °C unterstützen. Der Index verfolgt außerdem das Ziel, die absoluten Kohlenstoffemissionen jährlich um 7 % zu senken und die Kohlenstoffintensität im Vergleich zum investierbaren Universum sofort um 50 % zu reduzieren. Darüber hinaus hat der Index einen Green-Bond-Tilt. Das heißt, dass Green Bonds übergewichtet werden und Unternehmen mit einem Finanzierungsbedarf für grüne Projekte bevorzugt werden.

„ETFs sind wichtige Bausteine, um Anleiheportfolios in puncto Klimawandel neu auszurichten. Mit dem neuen ETF setzen wir unsere Bestrebungen fort, unser ETF-Angebot umzugestalten und Anlegern eine breite Palette klimabewusster Aktien- und Anleihe-ETFs anzubieten“, sagt Arnaud Llinas, Head of ETF, Indexing & Smart Beta bei Amundi.

Amundi verfügt mit rund 100 UCITS-ETFs über das größte ESG- und Klima-ETF-Angebot auf dem Markt.

Diese Initiative ist Teil des gesellschaftlichen Projekts der Crédit Agricole-Gruppe und ihres Engagements für das Klima.

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Amundi Deutschland GmbH, Arnulfstraße 124 – 126, 80636 München, Tel: 0800 888 1928, www.amundi.de

Krypto, ETF, Gold, Tages- oder Festgeld?

Sparer und Sparerinnen haben die Qual der Wahl, wo und wie sie ihr Geld anlegen wollen. WeltSparen hat einen Blick auf die letzten zehn Jahre geworfen und zeigt, welche Geldanlage den besten Return erzielt hat.

Der Sieger des Vergleichs ist ganz klar der BitCoin. Zwischen Ende 2012, als der BitCoin nur Insidern bekannt war, und Ende 2022 hat sich sein Kurs mehr als vertausendfacht. 10.000 Euro wären damit heute grob geschätzt etwa 12 Millionen Euro. Doch wie immer bei Geldanlagen gilt: mehr Rendite heißt auch mehr Risiko. Im Vergleich zu seinem Allzeithoch von weit über 60.000 Dollar im November 2021 hat der Bitcoin inzwischen weit über die Hälfte seines Werts verloren, auch wenn es in den letzten Wochen wieder bergauf ging.

An zweiter Stelle kommt die Investition in einen Aktienindex. Weltweit haben in den letzten Jahren immer mehr Menschen in sogenannte ETFs investiert, die in der Regel bestimmte Aktienindizes abbilden. Einer der wichtigsten Aktienindizes ist der MSCI World. Er umfasst die Kursentwicklung von rund 1600 Aktien aus 23 Ländern. In den letzten 10 Jahren hat sich sein Kurs fast verdoppelt. Aus 10.000 Euro wurden 19.445 Euro, allerdings nicht ohne Risiko: Ende 2021 hatte der MSCI World über 3200 Punkte erreicht, dann ging es auf 2600 Punkte runter. Es kommt hier also auf den Anlagehorizont an: Langfristig ist eine Investition in einen ETF eine sichere Bank. Wenn man sein Geld kurzfristig nutzen möchte, sind ETFs jedoch nicht die erste Wahl.

An dritter Stelle steht der Anlageklassiker schlechthin – Gold. Lediglich eine Kurssteigerung von rund 10 Prozent konnte der Preis je Feinunze verzeichnen. Aus 10.000 Euro wurden dadurch also lediglich 11.000 Euro. Gold wird von vielen zwar weiterhin als sicherer Hafen in Krisenzeiten gesehen, leidet aber auch unter starken Kursschwankungen.

Die niedrigsten Renditen erzielten über die letzten 10 Jahre Tages- und Festgeldkonten. Betrachtet man die durchschnittlichen Zinsen der letzten zehn Jahre, wäre man hier lediglich auf 10.284 beziehungsweise 10.510 Euro gekommen. Mittlerweile sind die Zinsen jedoch um ein Vielfaches gestiegen und Sparprodukte sind wieder attraktiv, auch weil sie keinen Kursschwankungen unterliegen und das Geld je nach Anlage täglich oder zumindest ab Fälligkeit verfügbar ist.

Aber welche Anlage ist nun für Sparer und Sparerinnen am besten geeignet? Katharina Lüth, Finanzexpertin und Chief Client Officer von Raisin und WeltSparen, rät:

“Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich bei einer Anlageentscheidung nicht nur von der Rendite blenden lassen, sondern vor allem auf die eigenen Ziele und Bedürfnisse achten. Muss ich kurzfristig auf das Geld zugreifen und bin darauf angewiesen? Dann lohnt sich ein Tages- oder Festgeld. Für die langfristige Anlage und den Vermögensaufbau ist hingegen ein ETF am besten geeignet. Einen kleinen Teil des eigenen Portfolios können Anleger und Anlegerinnen auch für spekulative Anlagen wie Kryptowährungen nutzen – sie sollten dann aber in ein Portfolio aus verschiedenen Kryptowährungen investieren. Wie viel Risiko akzeptabel ist, muss am Ende aber natürlich jeder und jede für sich entscheiden.”

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Raisin GmbH, Immanuelkirchstr. 14a, 10405 Berlin, Tel: +49 30 770 191 291, www.weltsparen.de

JPMorgan Funds – Europe Sustainable Equity Fund erhält von Capital 5 Sterne als einer der besten nachhaltigen Fonds

Während das Angebot an Nachhaltigkeitsfonds stetig wächst, fragen sich viele Anlegerinnen und Anleger, was einen wirklich guten ESG-Fonds ausmacht. Dieser Frage will das Wirtschaftsmagazin Capital in Zusammenarbeit mit dem Institut für Vermögensaufbau IVA auf den Grund gehen und hat bereits zum dritten Mal untersucht, welche nachhaltigen Fonds ihr Versprechen halten können.

An der aktuellen Untersuchung haben 36 Fondsgesellschaften teilgenommen und es wurden neben Aktienfonds Europa auch globale Aktienfonds, neutrale Mischfonds und Rentenfonds Euroland untersucht. Dem Test für die Nachhaltigkeit von Aktienfonds Europa stellten sich 19 Fonds, von denen 10 gemäß der Analyse von Capital und IVA die Bestnote von fünf Sternen erreichen. Beurteilt wurden dabei drei Kriterien. Am stärksten floss die ESG-Fondsqualität ein, wofür ein Konsensrating aus verschiedenen Analysehäusern aggregiert wurde. Zudem stand die Fondstransparenz im Fokus sowie wie das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen insgesamt gelebt wird. Der Europe Sustainable Equity Fund von J.P. Morgan Asset Management zeigte eine überzeugende Leistung in allen Kriterien und konnte sich vor allem in der Portfoliobewertung gut platzieren.

„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, denn sie ist eine schöne Bestätigung für unser starkes Engagement rund um das Thema Nachhaltigkeit – nicht nur auf Produktebene, sondern darüber hinaus auch für uns als Haus“, betont Christoph Bergweiler, Leiter von J.P. Morgan Asset Management Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland. So baut die Gesellschaft im Rahmen der kontinuierlichen Expansion ihrer Plattform für nachhaltige Investments die Kapazitäten massiv aus. Das Sustainable-Investing-Team umfasst heute 36 Spezialistinnen und Spezialisten für nachhaltiges Investieren, Investment Stewardship, Klimawissenschaftler, Research-Analysten sowie Experten für fundamentales Portfoliomanagement.

„Best in Class“ und fundamentales Research als Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg

Bereits seit mehr als sechs Jahren investiert der JPMorgan Funds – Europe Sustainable Equity Fund in Unternehmen, die strikte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen – damit war der Fonds dem Nachhaltigkeitstrend einige Zeit voraus. Das Fondsmanagement-Team rund um Joanna Crompton, Alexandra Sentuc sowie Richard Webb setzt auf den seit über 30 Jahren etablierten, erfolgreichen Prozess für europäische Aktien und ergänzt diesen mit strengen Ausschlusskriterien und einem Best-in-Class-Ansatz. Damit sollen die nachhaltigsten Unternehmen identifiziert werden, die auf lange Sicht die besten Ertragschancen bieten. Das Fondsmanagement-Team wird unterstützt von mehr als 100 erfahrenen Investmentexperten wie den Karriere-Analysten, die ihre Branchen bereits seit Jahrzehnten kennen, sowie den Nachhaltigkeits-Spezialisten aus dem Sustainable-Investment-Team.

Zunächst werden die europäischen Aktien nach zwei unterschiedlichen Kriterien gefiltert, um Branchen und Unternehmen auszuschließen, die nicht den Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Im ersten Schritt werden Ausschlüsse auf Basis bestimmter Normen und Prinzipien umgesetzt – beispielsweise umstrittene Waffen sowie Atomwaffen, Tabakproduktion, fossile Brennstoffe, Glücksspiel, Erwachsenenunterhaltung und Verstöße gegen die Prinzipien des UN Global Compact. Im nächsten Schritt werden solche Unternehmen ausgeschlossen, die nicht den Kriterien des firmeneigenen Researchs entsprechen – das Risikoprofil umfasst eine Checkliste von 40 Fragen mit Fokus auf die verschiedenen ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Governance). Durch diesen Filter bleiben aktuell 19 Prozent des Investmentuniversums außen vor.

Der Europe Sustainable Equity Fund investiert bevorzugt in Vorreiter für Nachhaltigkeitsbereiche, die sich etwa durch Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels, verantwortliche Ressourcennutzung, Maßnahmen, die den sozialen Zusammenhalt fördern oder eine besonders vielfältige Belegschaft auszeichnen. Die Unternehmen sind in den Bereichen saubere Energiegewinnung, Energieeffizienz und Recycling aktiv, aber auch Themen wie Bildung, Inklusion und Ernährung deckt der Fonds ab. Dabei erfolgt die Positionierung sehr agil und flexibel, um schnell auf neue Marktbedingungen und Veränderungen in der ESG-Landschaft reagieren zu können. „Ziel ist, mit dem Fonds attraktive risikoadjustierte Renditen verbunden mit einer konsequenten Ausrichtung auf Nachhaltigkeit zu erzielen und damit zur Lösung gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen beizutragen“, führt Christoph Bergweiler aus.

Wichtig für den Investmentprozess ist auch der enge Austausch des Portfoliomanagement-Teams mit den investierten Unternehmen, um deren Entwicklung in Bezug auf die ESG-Aspekte weiter voranzubringen – auch führende nachhaltige Unternehmen können beispielsweise bei der Vielfalt innerhalb ihrer Belegschaft noch Verbesserungspotenzial haben. Transparenz steht dabei stets im Fokus, beispielsweise mit dem vierteljährlichen Engagement-Bericht, der die jeweiligen Abstimmungsergebnisse bei Hauptversammlungen sowie Beispiele für Umwelt-, Sozial- und Governance-Aktivitäten enthält.

Zu Beginn des neuen Jahres sehen die Fondsmanager vor allem gute Chancen in den Sektoren Pharma, Biotechnologie & Biowissenschaften sowie Versicherungen. Die größten untergewichteten Positionen im Portfolio des Europe Sustainable Equity Fund waren Energie und Grundstoffe.

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J.P.Morgan Asset Management, (Europe) S.á.r.l. , Frankfurt Branch, Junghofstraße 14, ­60311 Frankfurt Tel.: 069/71240, Fax: 069/71242180, www.jpmam.de

Aktionismus führt nicht immer zum Ziel: Spekulative Anleger sind unzufriedener mit der Wertentwicklung als weniger risikobereite Sparer

Im Auftrag von Union Investment hat das Marktforschungsinstitut Kantar 2.000 Sparer in Deutschland, die Wertpapiere und Aktien besitzen, zu ihrer Risikoneigung und ihrem daraus resultierenden Sparverhalten sowie zu ihrer Motivation und ihren Herangehensweisen befragt. Die Ergebnisse zeigen einerseits, dass ein Großteil der Anleger trotz vorhandener Erfahrungen mit Wertpapieren und Aktien extrem vorsichtig agiert und bei der eigenen Geldanlage vor allem die Risiken im Blick hat.

Die Mehrheit der Wertpapier- und Aktienbesitzer bezeichnet sich als wachstumsorientiert

Die größte Gruppe der Wertpapiersparer bezeichnet sich mit Blick auf die eigene Risikoneigung bei der Geldanlage als wachstumsorientiert (50 Prozent). Sie sind bereit, überschaubare Risiken für begrenzte Ertragschancen einzugehen.

Beinahe neun von zehn Befragten, die sich selbst so einschätzen (87 Prozent), besitzen Investmentfonds. Gut jeder Dritte hat einen Bausparvertrag (38 Prozent), sowie eine oder mehrere Kapitallebensversicherungen (33 Prozent). 36 Prozent haben zudem vier bis zehn Einzelaktien im Depot. Der Anteil von Aktien und Fonds beträgt bei rund der Hälfte (47 Prozent) weniger als ein Viertel des gesamten Vermögens. „An den wachstumsorientierten Anlegern lässt sich die Evolution des Sparens gut ablesen: Zwar halten sie weiter an den gewohnten Geldanlagen fest, nutzen aber auch chancenreiche Anlageformen, auch wenn sie meist nur einen kleineren Teil der Ersparnisse dafür einsetzen. Insofern ist hier noch weiter Luft nach oben“, sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

Ein Viertel schätzt sich als konservativ ein

Die zweitgrößte Gruppe unter den Wertpapiersparern sind diejenigen, die sich selbst als konservativ bezeichnen (25 Prozent). Für sie steht der Werterhalt der eigenen Ersparnisse klar im Vordergrund. Zwei Drittel von ihnen besitzen Investmentfonds (67 Prozent). Aber es finden sich daneben häufig auch Bausparverträge (41 Prozent) und Tagesgeld (60 Prozent). Ein Viertel traut sich an Einzeltitel heran (25 Prozent). Aktien und Investmentfonds machen allerdings bei den meisten konservativen Sparern weniger als 25 Prozent des gesamten Vermögens aus (67 Prozent). Lediglich jeder fünfte Befragte hat mehr als ein Viertel seines Vermögens auf diese Weise angelegt (22 Prozent).

Jeder fünfte Befragte hält sich für renditeorientiert, vier Prozent ordnen sich als spekulative Anleger ein

Neben den beiden in Sachen Wertpapiere und Aktien tendenziell eher zurückhaltenden Personengruppen fällt es denen, die sich als renditeorientiert (19 Prozent) und spekulativ (4 Prozent) bezeichnen, leichter, sich auf dem Börsenparkett zu bewegen. Ihr Mix aus verschiedenen Geldanlagen ist wesentlich variantenreicher als bei den konservativen und wachstumsorientierten Sparern. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sie auch den größten Anteil an Aktien und Fonds im Depot haben: Zwei Drittel (69 Prozent) der Renditeorientierten geben an, dass ihr Finanzvermögen zu mehr als 25 Prozent aus wertpapier- und aktienbasierten Anlagen besteht.

Damit liegen sie etwas über dem Niveau der spekulativen Anleger, bei denen rund 64 Prozent mehr als ein Viertel ihres Vermögens in Aktien und Fonds angelegt haben. Die spekulativen Anleger sind allerdings tendenziell eher bereit, sehr hohe Risiken einzugehen. Denn ihr Fokus liegt auf risikoreichen Anlagen: 43 Prozent besitzen Kryptowährungen und acht Prozent trauen sich an Derivate heran. Zudem halten 70 Prozent Einzeltitel.

Investmentfonds haben fast alle Befragten im Depot

Was alle Befragten, unabhängig von der eigenen Einschätzung der Spargewohnheiten eint: Neun von zehn (90 Prozent) investieren in Investmentfonds. 54 Prozent aller befragten Fondsbesitzer investiert in aktiv gemanagte Fonds. Gut ein Drittel (36 Prozent) besitzt ETFs (Exchange Traded Funds). Allerdings nutzen die meisten diese lediglich zur Beimischung: Nur bei 15 Prozent der ETF-Besitzer machen ETFs mehr als 50 Prozent des Fondsvermögens aus. Unabhängig davon, ob die Befragten aktive oder passive Investmentfonds im Depot haben: Die Mehrheit (64 Prozent) verbindet sie mit einem Sparplan und investiert ratierlich (64 Prozent). Unter den Spekulativen sind es sogar 79 Prozent, bei den Konservativen hingegen mit 53 Prozent deutlich weniger.

Dass für viele nicht allein Gewinnmaximierung im Vordergrund steht, bestätigt auch die Einstellung der Befragten zum Thema Nachhaltigkeit. Über ein Drittel gibt an, bereits in Fonds mit nachhaltigem Schwerpunkt zu investieren (34 Prozent). Bei den wachstumsorientierten Wertpapier- und Aktienbesitzern sind es sogar 37 Prozent, bei den konservativen 28 Prozent. Das Gros aller Befragten (63 Prozent) findet zudem, dass ethische, soziale und ökologische Kriterien für Investoren an Bedeutung gewinnen sollten.

Chancenorientierten Sparern macht die Geldanlage mehr Spaß

81 Prozent der Befragten, die sich als spekulative Anleger bezeichnen, verbinden das Thema Geldanlage mit Optimismus bzw. Vorfreude. Gleichzeitig findet sich unter ihnen auch der größte Anteil an Personen, die mit dem Thema Geldanlage so etwas wie Druck verbinden (22 Prozent). Auch bei denen, die sich als renditeorientiert bezeichnen, ist Optimismus/Vorfreude die stärkste Emotion (79 Prozent). Stärker als andere verbinden sie Stolz mit ihrer Geldanlage (50 Prozent), aber auch Spaß (78 Prozent) spielt eine Rolle.

Ganz anders fällt die emotionale Bilanz bei konservativen und wachstumsorientierten Sparern aus. Jeder dritte Befragte, der sich als konservativer Sparer einschätzt, fühlt sich überfordert (36 Prozent), fast die Hälfte (48 Prozent) assoziiert Pessimismus und Verlustrisiken mit der Geldanlage, jeden zehnten nervt das Thema sogar (10 Prozent). Bei denen, die sich als wachstumsorientierte Sparer einstufen, ist das Bild noch differenzierter. So empfinden 55 Prozent von ihnen beim Gedanken an das Thema Aktien bzw. Wertpapiere Optimismus und Vorfreude, 53 Prozent Interesse. Aber auch negative Emotionen wie Pessimismus (35 Prozent), Unsicherheit (39 Prozent) und Überforderung (28 Prozent) werden von dieser Anlegergruppe genannt.

Die Befragung zeigt auch, dass Beratung weiterhin einen großen Stellenwert hat. Das gilt insbesondere für die konservativen und wachstumsorientierten Sparer, bei denen jeweils knapp 60 Prozent die Beratung als wichtigste Informationsquelle nennen. „Die Ergebnisse zeigen, dass viele Sparer unsicher sind, was im aktuellen Umfeld mit ungewohnt hoher Inflation, der aktuellen Zinsentwicklung und dem Auf und Ab an den Kapitalmärkten nur allzu verständlich ist. Eine Bankberatung kann dabei helfen, die individuell passenden Lösungen sowohl für die Gefühlslage als auch das Depot zu finden und Chancen auf eine angemessene Rendite zu nutzen“, erklärt Gay.

Aktionismus führt nicht immer zum Ziel: Spekulative Anleger sind unzufriedener mit der Wertentwicklung als weniger risikobereite Sparer

Die meisten Sparer bringen die erforderliche Geduld für einen langfristigen Vermögensaufbau mit und assoziieren zudem Langfristigkeit mit der Geldanlage. Nicht einmal jeder Dritte (32 Prozent) erwartet etwa bei Aktien rasche Gewinne. Dabei gibt es aber Ausnahmen: Denn immerhin 44 Prozent der spekulativen Anleger setzen auf das schnelle Geld. Die ambitionierten Erwartungen dieser Gruppe werden aber nicht immer erreicht. Befragt danach, wie glücklich sie mit der Wertentwicklung ihrer Anlage sind, zeigt sich jeder dritte spekulative Sparer (34 Prozent) unzufrieden. Unter den anderen Sparertypen ist das nur etwa jeder Fünfte (22 Prozent der Konservativen, 20 Prozent der Renditeorientierten, 18 Prozent der Wachstumsorientierten). „Übermäßiger Aktionismus in Form von rein spekulativen Investments birgt genauso viel Frustrationspotenzial wie starke Passivität. Eine ausgewogene Vermögensstruktur sowie ein passender Zeithorizont helfen dabei, nachhaltig Rendite zu erwirtschaften“, betont Gay. Das bestätigen die Zufriedenheitswerte der Anlegergruppen, deren Vermögensstruktur moderater aufgestellt ist: 62 Prozent der Renditeorientierten sind (eher) zufrieden mit oder neutral gegenüber ihrer Wertentwicklung.

Angaben zur Studie:

An der Online-Umfrage des Markforschungsunternehmens Kantar vom 21. April bis zum 12. Juli 2022 haben 2.000 Erwachsene teilgenommen. Unter ihnen waren 1.810 Personen, die aktuell Aktien und/oder Wertpapiere besitzen, sowie 190 Personen, die Aktien und/oder Wertpapiere besessen haben. Die Ergebnisse sind innerhalb der Besitzer von Aktien und/oder Wertpapieren repräsentativ. Aufgrund der schwankenden Kapitalmärkte in den vergangenen Monaten wurde vom 3. bis zum 5. November 2022 eine Nachbefragung durchgeführt und festgestellt, dass die Ergebnisse keine wesentlichen Veränderungen aufwiesen.

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Union Asset Management Holding AG, Weißfrauenstraße 7, Tel: 069-2567-264160311, Frankfurt am Main, www.union-investment.de

Von Thierry Larose, Portfoliomanager, Vontobel

  • Bei den Gesprächen zwischen Brasilien und Argentinien geht es nicht um eine gemeinsame Währung, sondern eine Rechnungseinheit im bilateralen Handel
  • Beispiele aus Süd- und Lateinamerika wie der SUCRE haben die in sie gesteckten Erwartungen nicht erfüllt
  • Angesichts der unterschiedlichen volkswirtschaftlichen Ausgangspositionen von Brasilien und Argentinien ist ein Scheitern der geplanten Rechnungseinheit wahrscheinlich

Seit vergangenem Sonntag kursieren Nachrichten über eine gemeinsame Währung Brasiliens und Argentiniens. Inzwischen stellte sich aber heraus, dass die Medien dabei die Erklärungen des argentinischen Wirtschaftsministers Sergio Massa falsch interpretiert haben.

Die Vorstellung, dass Brasilien und Argentinien von einer gemeinsamen Währung profitieren würden, die ihre jeweiligen gesetzlichen Währungen ersetzt, entbehrt jeder Grundlage. Für ein Land wie Brasilien mit einer Verbraucherpreisinflation von 5,8 % und internationalen Reserven in Höhe von 330 Mrd. US-Dollar wäre es unsinnig, sein währungspolitisches Schicksal an ein Land wie Argentinien zu binden mit einer Inflation von 95 % und weniger als 10 Mrd. US-Dollar an Nettowährungsreserven.

Rechnungseinheit statt gemeinsamer Währung

Stattdessen konzentrieren sich die Gespräche zwischen Brasilien und Argentinien auf die Einführung einer Rechnungseinheit, die den bilateralen Handel zwischen den beiden Ländern erleichtern und ankurbeln soll. Diese Rechnungseinheit würde weder als Tauschmittel noch als Wertaufbewahrungsmittel dienen und entspräche daher nicht der Definition einer Währung.

Ein Beispiel einer Rechnungseinheit, die keine Währung ist, sind die Sonderziehungsrechte (Special Drawing Rights) des Internationalen Währungsfonds (IWF). Aber der beste Vergleich für das, was Sergio Massa wirklich meinte, ist die wenig bekannte SUCRE. Dieses spanische Akronym steht im Deutschen für „Einheitliches System des regionalen Ausgleichs“. Der SUCRE wurde ursprünglich von Kuba vorgeschlagen, um den grenzüberschreitenden Handel zwischen den „bolivarischen“ Regimen Lateinamerikas (Bolivien, Kuba, Nicaragua, Venezuela) zu erleichtern. Die Initiative sollte sie von den „Fesseln“ des US-Dollars als Abwicklungswährung des internationalen Handels befreien. Die Idee wurzelte nicht nur darin, dass die bolivarischen Regime von Natur aus antiamerikanisch sind, sondern auch darin, dass die meisten dieser Länder nur über geringe internationale Reserven verfügen und nur begrenzten Zugang zur Finanzierung ihrer Importe in US-Dollar haben. Leider war die Initiative ein völliger Fehlschlag, da nur wenige und kleine Transaktionen sporadisch durchgeführt wurden.

Der Grund für das Scheitern liegt darin, dass ein solcher Rahmen unweigerlich dazu führt, dass die Länder mit geringen Reserven und Handelsdefiziten billige Kredite von den Ländern mit hohen Reserven und Handelsüberschüssen aufnehmen können. Und die letzteren haben wenig Anreiz, sich an ein solches System zu halten, abgesehen vielleicht von einer ideologischen Befriedigung.

Die Chancen für ein Scheitern des SUR sind hoch

Um auf den SUR – wie der vorgeschlagene Name der Rechnungseinheit zwischen Brasilien und Argentinien lautet – zurückzukommen: Die Chancen sind sehr hoch, dass dieses Projekt das gleiche Schicksal erleiden wird wie der SUCRE. Und zwar aus denselben Gründen. In einer Pressekonferenz versuchten der brasilianische Finanzminister Fernando Haddad und der argentinische Wirtschaftsminister Sergio Massa das Publikum zwar davon zu überzeugen, dass die Finanzierung des Handels durch einen Stabilisierungsfonds garantiert werden würde. Aber man fragt sich, wie Argentinien es sich leisten kann, einen solchen Fonds zu speisen, wenn der Zugang des Landes zum US-Dollar so knapp ist. Leider löst man ein Problem nicht, indem man ihm einen anderen Namen gibt.

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