Financial Prepper setzen im Krisenjahr aber neben Tafelbarren auch verstärkt auf Fluchtwährungen als physische Werte

Wenn es darum geht, Ihre Vermögenswerte abzusichern, setzen die Deutschen gerade in Krisenzeiten unverändert auf Gold. Das hat sich auch am Goldabsatz der Reisebank deutlich abgezeichnet. Im Jahr 2022 hat die Reisebank 48 Tonnen Gold bewegt – so viel wie noch nie in ihrer Historie. Als hundertprozentige DZ Bank-Tochter ist die Reisebank eingebunden in die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken und beliefert über 700 Institute mit Sorten und Edelmetallen. Im institutionellen Geschäft setzen immer mehr Institute auf das MailOrder-System, bei dem die Kund*innen der Banken bis an die Haustür mit ihren Werten versorgt werden. Im eigenen Endkundengeschäft veräußert die Reisebank die Edelmetalle bundesweit in rund 80 Filialen und in gestiegenem Maße kostengünstig auch über ihren Online-Shop. Nach dem Ausbruch des Krieges verzeichnete die Reisebank nicht nur deutliche Nachfragespitzen in allen etablierten Vertriebskanälen, sondern zum Beispiel auch gehäuft Einmalkäufe in ihrem Goldsparplan, der über Volksbanken Raiffeisenbanken vertrieben wird. “Bei aller Volatilität hat sich der Goldpreis in den vergangenen beiden Jahren nach Ausbruch der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges auf einem hohen Niveau stabilisiert und belegt damit die These, mittel- und langfristig als Inflationsschutz zu agieren”, so Reisebank-Chefhändler Christof Wilms. Hatte die jüngste Reisebank-Goldstudie 2021 ergeben, dass viele Deutsche in der Krise beabsichtigen, weiter Gold als Wertabsicherung bestehender Vermögenswerte zu erwerben, hat der Goldabsatz dies im abgelaufenen Jahr eindrucksvoll belegt. Nicht zuletzt auch getrieben durch den Krieg in der Ukraine. Dabei zeigt sich auch, dass eine steigende Anzahl an Käufer*innen bewusst dem Argument folgt: “Gold kaufen mit der Sicherheit einer Bank”. Die Reputation des Anbieters und die Gewährleistung der Echtheit des Goldes überwiegt als Entscheidungskriterium gegenüber einem eventuell günstigeren Preis.

Topseller vor allem hohe Grammaturen

Traditionell sind die am häufigsten nachgefragten Stücke im Anlagebereich vor allem hohe Grammaturen. Gemessen am Umsatz führen 100-Gramm-Barren, der Kilobarren und die 250 Gramm-Barren die Verkaufs-Top-Ten an. Dazwischen reihen sich gängige Unzenmünzen ein. Ebenfalls unter den Topsellern sind die Tafelbarren zu finden, bei dem 1 Gramm-Stücke Gold in Verbundstücken zu 20, 50 oder 100 Gramm zusammengefügt sind. So wird Gold in der Krise teilbar.

Fluchtwährungen stark nachgefragt

Im Jahr 2022 verzeichnen die Bargeld-Experten aber nicht nur eine stark steigende Goldnachfrage, es wurden auch vermehrt Großgeschäfte im Sortenbereich abgewickelt. Die Financial Prepper deckten sich mit potenziellen Fluchtwährungen, die als Wertspeicher fungieren sollen, wie US-Dollar, Schweizer Franken, Britischen Pfund, Norwegischen Kronen oder Kanadischen sowie Australischen Dollar ein. “An dieser Stelle weisen wir bewusst darauf hin, dass viele Anleger*innen in den vergangenen Jahren auf Fluchtwährungen gesetzt haben und dabei übersehen, dass zuweilen Noten auch außer Kurs gehen”, betont Christof Wilms. So verzeichnet die Reisebank an ihren Schaltern derzeit einen massiven Rückkauf der 2021 außer Kurs gegangenen Schweizer Franken der 8. Banknotenserie. Außer Kurs gegangene Noten gibt es auch bei Britischen Pfund oder Norwegischen Kronen – ebenfalls typische Währungen, die als Alternative zu einem im Krisenfall schwächelnden Euro angesehen werden.

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ReiseBank AG, Eschborner Landstraße 42-50, 60489 Frankfurt/Main, Tel: 069 – 978807650, www.reisebank.de

Spitzenplatz beim €uro FundAwards 2023 für das Gobal ETFs Portfolio in der Kategorie Dachfonds „Aktien- und Rentenfonds“.

€uro und seine Schwesterpublikationen BÖRSE ONLINE und €uro am Sonntag haben das Global ETFs Portfolio EUR (DE000A2DUZY3) der Apo Asset Management GmbH (apoAsset) mit dem €uro FundAward 2023 ausgezeichnet. Der Fonds erzielte Platz 1 für 5 Jahre in der Kategorie Dachfonds „Aktien- und Rentenfonds“.

Das Global ETFs Portfolio EUR umfasst einen breiten Mix unterschiedlicher ETFs, wobei der Fokus auf den weltweit größten Volkswirtschaften liegt. Das Kapital wird auf mehrere Regionen, Indizes, Währungen und Märkte mit unterschiedlichen Eigenschaften verteilt.

„Wir verwenden bereits seit rund 15 Jahren ETFs in unseren Multi-Asset-Fonds und kennen daher den europäischen ETF-Markt seit seinen Anfängen“, erklärt Christian Hein, Senior Portfolio Manager bei apoAsset. „Bei der Auswahl und der genauen Prüfung potenzieller Investments stehen die Diversifikationseigenschaften, die Qualität und die Kostenstrukturen der ETFs an erster Stelle.“

Der Fonds ist seit dem 31.12.2022 bei der Ratingagentur Morningstar mit 5 Sternen geratet (Kategorie: „Mischfonds EUR aggressiv – Global“ über 5 Jahre und seit Auflegung, https://bit.ly/3HBDfhW) und verfügt per 31.12.2022 über ein A-Rating durch die europäische Ratingagentur Scope. In dem Ranking der Vergleichsgruppe belegt er hier den 10. Platz von 780 (Kategorie: Mischfonds flexibel, https://bit.ly/3JmdLXi).

Zur Methodik: €uro FundAwards 2023

Seit 2006 verleihen €uro und seine Schwesterpublikationen BÖRSE ONLINE und €uro am Sonntag die €uro FundAwards. Damit ausgezeichnet werden die Fonds und ETFs, die über 1, 3, 5, 10 und 20 Jahre jeweils die beste, zweit- und drittbeste Wertentwicklung in ihrer Anlagekategorie erzielt haben. Für die 2023 zu vergebenden FundAwards standen rund 22.940 Fonds und ETFs zur Auswahl. Die Vergabe erfolgte dabei in 96 Anlageklassen und jeweils für die Zeiträume von 1 Jahr (6015), 3 Jahren (5739), 5 Jahren (5379), 10 Jahren (4276) und 20 Jahren (1529). Stichtag für die Bewertung war der 31. Dezember 2022. Anwärter auf einen FundAward sind Fonds und ETFs mit einem Volumen von mindestens 20 Millionen Euro und die von Privatanlegern bei Banken oder über die Börse gekauft werden können.

Apo Asset Management GmbH (apoAsset)

Die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) ist eine der führenden Fondsanlagegesellschaften mit den Schwerpunkten Gesundheit und Multi Asset. Sie wurde 1999 gegründet, vielfach ausgezeichnet und verwaltet zusammen mit beteiligten Unternehmen ein Anlagevermögen von rund 4,1 Milliarden Euro (Stand: 31.12.2022). Das Unternehmen verfügt über ein einzigartiges Netzwerk für Gesundheits- Investments. Dazu gehören neben dem eigenen Fondsmanagement-Team auch die Beteiligung an der Medical Strategy GmbH, ein wissenschaftlicher Beirat sowie die Gesellschafter Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) und Deutsche Ärzteversicherung AG.

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Apo Asset Management GmbH, Richard-Oskar-Mattern-Str. 6, 40547 Düsseldorf, Tel: (02 11) 86 32 31 0, www.apoasset.de

Daten per Ende Januar 2023

Global flossen ETFs im Januar Neugelder im Volumen von 62,3 Mrd. Euro zu, wobei Anleihe-ETFs mit Zuflüssen von 32,4 Mrd. Euro etwas stärker als Aktien-ETFs (+28,6 Mrd. Euro) gefragt waren. Auf den US-Markt entfielen 41,5 Mrd. Euro, gefolgt von Europa mit 18,5 Mrd. Euro und dem asiatischen Markt, der ebenfalls (leicht) zulegte.

Im Januar waren die drei beliebtesten Strategien globale Aktien, Schwellenländer- und Europa-Aktien – mit Zuflüssen von jeweils rund 5 Mrd. Euro. Hingegen verzeichneten Wachstumsaktien Abflüsse im Höhe von 5,5 Mrd. Euro. Auch ETFs auf ultrakurzlaufende Anleihen und den Technologieaktiensektor haben 3,2 Mrd. Euro bzw. knapp 2 Mrd. Euro verloren.

Aktien: Rallye bei Aktien-ETFs in Europa – Schwellenländer im Fokus

In Europa gab es eine wahre Rallye bei Aktien-ETFs, die im Januar Mittelzuflüsse von 9,7 Mrd. Euro verzeichneten. Das ist mehr als eine Verdopplung gegenüber Ende 2022, als die Zuflüsse bei rund 4 Mrd. Euro lagen.

Im Januar waren ETFs auf Schwellenländeraktien die beliebteste Strategie mit einem Plus von 4,6 Mrd. Euro. Produkten auf breiten Indizes flossen 2,1 Mrd. Euro und entsprechenden Länder-ETFs +1,9 Mrd. Euro zu. China war das Land mit dem größten Plus von 1,7 Mrd. Euro. Nachdem diverse Beschränkungen gelockert wurden, investierten Anleger nun wieder im Reich der Mitte. Daneben waren auch ETFs auf Industrieländer gefragt, denen 1,9 Mrd. Euro zuflossen. ESG-Aktien-ETFs setzten ihren positiven Trend fort und legten im Januar um 3,3 Mrd. Euro zu. ETFs auf ESG-Schwellenländer-Aktien standen mit einem Plus von 1,3 Mrd. Euro im Anlegerfokus. Dies entspricht 28 % der Gesamtallokation in dieser Region.

Die Trends bei Smart Beta spiegeln die jüngsten Markterholungen wider: Income-Strategien legten um rund 0,7 Mrd. Euro zu, während Minimum-Volatility-Strategien rund 0,6 Mrd. Euro verloren.

Anleihen: +8,9 Mrd. Euro – Anleger präferieren Unternehmensanleihen

Anleger investierten 8,9 Mrd. Euro in europäische Anleihe-ETFs, wobei ETFs auf Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating um 4,9 Mrd. Euro und solche auf Staatsanleihen um 2,9 Mrd. Euro angezogen haben. ETFs auf High-Yield- und Aggregate-Anleihen verbuchten Zuflüsse in Höhe von jeweils 900 Mio. Euro.

Auf Euro-Unternehmensanleihe-ETFs flossen 3,4 Mrd. Euro zu; auf US-Dollar lautende Produkte 0,9 Mrd. Euro.

Nachdem Bedenken über höhere Kreditkosten geschwunden sind, kehrten Anleger zu festverzinslichen Wertpapieren – insbesondere zu Unternehmensanleihen – zurück. Während sie im vergangenen Jahr damit begannen, kurze Laufzeiten zu präferieren, scheinen sie sich jetzt in fast allen Laufzeitbändern wohlzufühlen. Mit Abflüssen in Höhe von 600 Mio. Euro im Januar haben Anleger ihre Inflationspositionen weiter abgebaut.

Anleger haben 2,1 Mrd. Euro in ESG-Anleihe-ETFs investiert, wobei Investment-Grade-Unternehmensanleihen um 1,4 Mrd. Euro zulegten. Dies entspricht 29 % der gesamten Zuflüsse in diese Anlageklasse.

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Amundi Deutschland GmbH, Arnulfstraße 124 – 126, 80636 München, Tel: 0800 888 1928, www.amundi.de

Marktkommentar von Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL

Der geldpolitische Kurs der Notenbanken – allen voran Fed und EZB – bleibt einer der maßgeblichen Faktoren an den internationalen Kapitalmärkten. So werden auch alle neu veröffentlichten Konjunkturdaten zunächst bzgl. ihrer Wirkung auf die Entscheidungsfindung von Fed-Präsident Jerome Powell, EZB-Präsidentin Christine Lagarde & Co. analysiert. Vor diesem Hintergrund stehen in dieser Woche die Februar-Inflationsdaten, der ifo-Geschäftsklimaindex und der GfK-Konsumklimaindex aus Deutschland sowie die Schnellschätzungen der S&P Global-Einkaufsmanagerindizes im Fokus. In den USA sind es zudem die von der Fed besonders beachteten PCE-Preisindizes, die nur leicht schwächer ausfallen dürften. Sowohl für die USA als auch für die Eurozone deuten sich eine Aufhellung der Konjunktur und schwächer sinkende Inflationsraten an – mit der Folge einer zunehmenden Zinsanhebungserwartung. Während die EZB bereits ankündigte, im März einen Zinsschritt in Höhe von 0,50 Prozentpunkten vorzunehmen, werden vonseiten der Fed 0,25 Prozentpunkte erwartet. Immer wahrscheinlicher wird allerdings, dass beide Notenbanken damit noch nicht am Ende des Zinserhöhungszyklus angelangt sind. Trotzdem bleibt die Erwartung, dass im Laufe des ersten Halbjahres 2023 in den USA früher und in der Eurozone später Leitzinserhöhungspausen eingeläutet werden. Da konkrete Informationen vonseiten der Notenbanken erst Mitte März anstehenden, bleiben die Perspektiven für die Aktienbörsen vorerst gedämpft.

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DONNER & REUSCHEL AG , Privatbank seit 1798 , Ballindamm 27, D-20095 Hamburg Tel: (040) 30 217.5337, Fax: (040) 30 217.5600, www.donner-reuschel.de

Deutscher Geldanlage-Index Winter 2022/23 (DIVAX-GA) Nachhaltige Geldanlage: Kaum Relevanz für private Anleger

Neben allen geopolitischen und von Inflation und Ukrainekrieg getriebenen Herausforderungen steht auch das Thema Nachhaltigkeit weiter mit hoher Priorisierung auf der politischen Agenda. Eine wichtige Rolle spielt dabei die private Finanzwirtschaft, der ein wesentlicher Einfluss auf die Transformation der Realwirtschaft zugesprochen wird. Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) will deshalb in seinen Befragungen der Menschen in Deutschland regelmäßig wissen, wie es um das Interesse der privaten Haushalte an nachhaltig eingestuften Geldanlagen steht. Denn je mehr privates Geld in diese Richtung fließt, desto besser kann die Finanzwirtschaft ihrer Verantwortung nachkommen.

Relevanz von Nachhaltigkeit nimmt ab

In einer aktuellen Befragung des DIVA von 2.000 Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland bestätigen lediglich 37,7 Prozent, dass Nachhaltigkeit Einfluss auf ihre Geldentscheidungen hat. Dazu Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA: „Das bedeutet umgekehrt, dass für knapp zwei Drittel das Thema bei ihrer Geldanlage keine Rolle spielt. Im Sommer 2022 waren das noch weniger als 60 Prozent.“ Die Glaubwürdigkeit des Themas scheine bei den Geldanlegern abzunehmen: „Inzwischen halten über 41 Prozent der Befragten nachhaltige Geldanlagen bloß für eine Modeerscheinung. Als wir im Sommer 2021 erstmals fragten, waren das noch 37,3 Prozent.”

Bemerkenswert ist, dass Befragte mit höheren Einkommen die größeren Zweifel an nachhaltigen Geldanlagen hegen. 46,4 Prozent von ihnen – und damit erkennbar mehr als mittlere (39,5%) und niedrige (38,4%) Einkommen – sehen darin eine Modeerscheinung. Bei den Beziehern höherer Einkommen hat sich der Wert seit der Erstbefragung im Sommer 2021 (36,7 Prozent) um fast 10 Punkte erhöht. „Dies ist eine schlechte Nachricht, denn naturgemäß könnten Besserverdienende den größten finanziellen Beitrag zur Transformation leisten“, kommentiert Heuser.

Politik und Unternehmen sind gefordert

Norman Wirth, Vorstand des Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW, einer der Trägerverbände des DIVA, sieht hier Politik und Finanzwirtschaft gleichermaßen gefordert: „Bislang ist noch nicht einmal geklärt, was überhaupt eine nachhaltige Geldanlage sein soll. Dazu bedarf es nachvollziehbarer Kriterien, die die Politik setzen muss. Auch sorgt die Entscheidung um die Einbeziehung von Energiegewinnung durch Atomkraft und fossiles Erdgas als nachhaltige Übergangstechnologie für Unverständnis.“ In die Richtung der Politik adressiert Wirth weitere klare Worte: „Die regulatorischen Vorgaben sind nahezu unverständlich, viel zu kompliziert und komplex. Das muss sich ändern, sonst gibt es kaum Akzeptanz bei den Vermittlern und ihren Kunden für dieses doch so brennende Thema.“

Ansprache und Aufklärung sind notwendig

Heuser sieht fehlende Kenntnisse als weiteren entscheidenden Grund für die bisherige Zurückhaltung der Anleger. „In vielen wichtigen Lebensbereichen wie Mobilität, Energie oder Ernährung spielt das Thema Nachhaltigkeit inzwischen eine größere Rolle als bei Geldanlagen. Fehlende Einsicht kann also nicht der Grund des mangelnden Interesses sein. Wir schließen aus den Umfrageergebnissen, dass viele die Möglichkeiten und Relevanz nachhaltiger Geldanlage gar nicht kennen“, so der DIVA-Direktor.

Wirth bestätigt dies mit Blick auf die Beratungspraxis der Mitglieder seines Verbandes: „Investiert ein Kunde am Ende in einen nachhaltig ausgerichteten Fonds, ist es in neun von zehn Fällen der Berater, der den Kunden auf diese Möglichkeit angesprochen hat. Will die Politik bei diesem Thema vorankommen, sollte sie auf die Stärkung der Berater setzen. Sie sind im Grunde ihre Verbündeten. Die aktuelle Diskussion der Europäischen Kommission über ein Provisionsverbot für Anlageprodukte ist vor diesem Hintergrund kontraproduktiv“, so Wirth.

Die Umfrageergebnisse basieren auf einer Sonderbefragung des DIVA im Rahmen des halbjährlich ermittelten Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA). Rund 2.000 Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gaben Auskunft über ihre Ansichten zum Thema Nachhaltigkeit bei der Geldanlage. Die Studie wurde im Auftrag des DIVA von INSA-CONSULERE durchgeführt. Die Ergebnisse sind auf der Website des DIVA zu finden: https://diva.de/forschung

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Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung GmbH, Bahnhofstraße 23, 35037 Marburg, Tel: +49 (0) 6421 59078-0, www.diva.de

Marktkommentar von Anders Tandberg-Johansen, Portfolio Manager DNB Fund Technology bei DNB Asset Management

Die schlechten Zahlen der des letzten Quartalsberichte von Tech-Größen wie Alphabet (Google) oder Apple entsprachen ziemlich genau den Erwartungen der Marktteilnehmer. Im Kerngeschäft fielen sie jedoch etwas besser aus, was zu einigen Prozentpunkten  positivem Wachstum führte bedeutete. Diese Entwicklung ist derzeit eher zyklischer als struktureller Natur. Allerdings ist zu bedenken, dass auch die FAANG-Unternehmen nicht dauerhaft um 30-40 % wachsen können. Aber ein Wachstum auf dem aktuellen Niveau würde aus unserer Sicht eine gute Perspektive bedeuten.

Wir gehen davon aus, dass beispielsweise die Ergebnisse von Google im ersten Quartal ähnlich ausfallen werden wie die Ergebnisse in Q4/22. Die Umsetzung der Kostensenkungsstrategie dürfte etwas länger dauern als bei Meta, so dass sich dies erst später in den Finanzergebnissen niederschlagen wird. Was Apple betrifft, so hatte das Unternehmen am 22. Dezember in China aufgrund von Covid-19 Produktionsprobleme, die sich auf Q4/22 auswirkten, und die Schätzungen wurden entsprechend nach unten korrigiert. So gingen die iPhone-Verkäufe, die 50 % des Geschäfts ausmachen, im Dezember um 8 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Rückgang der iPhone-Verkäufe in Verbindung mit dem schwächeren iPad- und Mac-Absatz führte zu einer Senkung der Schätzungen für das Gesamtjahr um 5 %. Apple ist die teuerste Aktie unter den FAANG-Unternehmen und weist das geringste Wachstum auf.

Die großen Technologieunternehmen wie Google, Meta, Amazon & Co. gehörten zu den großen Gewinnern der Corona-Krise, haben aber im Zuge der Rotation von Growth zu Value deutlich an Boden verloren. Jetzt normalisiert sich die Lage wieder und einige dieser Aktien sind geradezu spottbillig. Wir befinden uns in einer sehr interessanten Situation, weil diese Unternehmen massiv in das Metaverse, aber auch in die künstliche Intelligenz investieren. Meta zum Beispiel, das ehemalige Facebook, könnte sich vor diesem Hintergrund zu einer erstklassigen Aktie entwickeln. Meta hat 30 Milliarden Dollar in diese Technologie investiert.

KI bringt generell einen Mehrwert für die gesamte Technologie- und IT-Branche, da Arbeitsschritte effizienter durchgeführt werden können. Diese Art des technologischen Wandels findet in jeder Generation statt, was erklärt, warum der Technologiesektor langfristig am besten abschneidet. Diese Entwicklung ist insbesondere für Microsoft positiv, da es die offene KI oder Chat-GPT in seinen anderen Produkten nutzen kann, was einen Wendepunkt in der Codierungsumgebung für die Microsoft Office-Anwendungen (Word, PowerPoint, Excel usw.) darstellen wird. Diese könnten dadurch wettbewerbsfähiger werden oder sogar Preiserhöhungen durchsetzen. Google könnte auf diesem Markt die Führung übernehmen, da das Unternehmen im Bereich der offenen KI weit voraus ist und seit langem unter Druck steht, diese Technologie weiterzuentwickeln. Kürzlich wurde ihr Neuzugang namens “BARD” angekündigt. Während Microsoft seine Produktpalette mit ChatGPT erweitert, muss Google seine Geschäftsstrategie überdenken, da “BARD” eine Bedrohung für Googles eigene Suchmaschine werden könnte, deren Haupteinnahmequelle Werbung ist.

Das derzeit am schnellsten wachsende Unternehmen ist Microsoft. Das Wachstum liegt bei ca. 7% und wir erwarten ein ähnliches Wachstum im nächsten Quartal. Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23 etwas teuer, hat aber eine zyklische Komponente in ihrem Geschäft, die vor allem von der Verbraucherseite geprägt ist.

Rezession und höhere Zinsen dürften dem Technologiesektor wenig anhaben können

Generell gelten Technologieunternehmen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit als relativ widerstandsfähig, da Technologie und Innovation unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage gefragt sind. Darüber hinaus verfügen viele Technologieunternehmen über starke Bilanzen und solide Liquiditätsreserven, die ihnen helfen können, wirtschaftliche Herausforderungen zu meistern. Einige Technologieunternehmen sind jedoch anfälliger für höhere Zinsen und eine schwächere wirtschaftliche Nachfrage, insbesondere solche, die sich stark verschuldet haben oder deren Geschäftsmodell eng mit den Verbraucherausgaben verknüpft ist. Es sollte auch nicht vergessen werden, dass Technologieunternehmen in einer sich schnell verändernden und hart umkämpften Branche tätig sind und ihr Erfolg von Faktoren wie sich ändernden Verbraucherpräferenzen, intensivem Wettbewerb und Änderungen in der staatlichen Regulierung beeinflusst werden kann. Eine Rezession, die für die Technologiegiganten wahrscheinlich schmerzhaft sein wird, dürfte jedoch nichts an ihren guten langfristigen Aussichten ändern. Sie könnten sich danach sogar noch stärker präsentieren.

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DNB Asset Management S.a. Finanzinstitut in Luxemburg, 13 Rue Goethe, 1637 Luxembourg, Tel: +352 26 29 82, https://dnbam.com/de

Die Lage am Aktienmarkt dürfte auch im Jahr 2023 herausfordernd bleiben.

Dies bedeutet nun jedoch nicht, dass Anleger sich die Entwicklungen nur von der Seitenlinie aus anschauen sollten.

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Wer am Kapitalmarkt erfolgreich sein will, muss Wendepunkte zuverlässig erkennen. Dazu gehört manchmal auch, ein wenig gegen den Strom zu schwimmen. Noch 2022 blickte die Mehrheit der Menschen pessimistisch auf 2023. Heute sehen wir, dass dieser Pessimismus zum Teil übertrieben war: Die deutsche Wirtschaft konnte selbst im Krisenjahr 2022 preisbereinigt um 1,9 Prozent wachsen. Derartige Zugewinne sprechen für alles – nur nicht für eine Rezession. Doch wie sieht die Lage kurzfristig aus? Im vierten Quartal hat sich die Wirtschaftsdynamik in Deutschland zum Herbst-Quartal zwar abgeschwächt, doch steht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum trotzdem ein Wachstum von immerhin 0,5 Prozent. Auch die Märkte haben sich zuletzt freundlich gezeigt. Wie geht es also jetzt weiter?

Risiken nicht restlos vom Tisch

Die beginnende Frühjahrs-Offensive Russlands im Ukraine-Krieg sowie die zuletzt wieder leicht gestiegene Inflation in Deutschland im Januar zeigen, dass Anleger auch 2023 wachsam sein sollten. Gerade die Buchgewinne der Neujahrs-Rally sollten Investoren nicht leichtfertig aufs Gesamtjahr hochrechnen. Obwohl es für die deutsche Wirtschaft besser läuft als gedacht und auch aus den USA in Form der Arbeitsmarktdaten zuletzt überaus erfreuliche Nachrichten publik wurden, bleibt die Situation leicht angespannt. Vor allem die bevorstehenden Lohnabschlüsse könnten angesichts der schwindenden Rezessionsängste und sinkender Reallöhne höher ausfallen als erwartet. Da Inflationssorgen noch immer nicht vom Tisch sind, bleiben die nächsten Wochen und Monate spannend. Trotzdem gibt es gute Gründe für Anleger, nicht untätig zu bleiben.

Unternehmen zeigen sich „krisenfest“

Nachdem die Märkte mehr als ein Jahr im Krisen-Modus waren – bereits weit vor Ausbruch des Ukraine-Krieges lief es an den Börsen schon nicht mehr rund – gibt der jüngste Stimmungsumschwung die neue Richtung vor. Zwar mag die Neujahrs-Rally in Teilen zu überschwänglich ausgefallen sein, doch zeigt vor allem der wachsende Zuspruch des Marktes bei Technologie-Unternehmen, dass Risiken heute anders bewertet werden, als noch vor drei Monaten. Da Märkte auch von Erwartungen und Trends leben, sollten Investoren Aktien mit Blick auf 2023 mehr Raum geben.

Auch die jüngsten Quartalszahlen haben gezeigt, dass Unternehmen einerseits mit schwierigen Wachstumserwartungen umgehen können und teils bereits Maßnahmen gegen ausufernde Kosten ergriffen haben. Da vereinzelte Sparmaßnahmen, etwa bei Personal, von den robusten Arbeitsmärkten aufgefangen werden, besteht auch nicht das Risiko negativer Folgen für den Konsum. Viele börsennotierte Unternehmen sind auf schwierige Zeiten gut vorbereitet und dürften auch etwaige Rückschläge im laufenden Jahr recht gut wegstecken können.

Darauf kommt es 2023 bei der Aktienanlage an

Da es zudem bei zahlreichen Risikofaktoren, wie etwa der Inflation, auch durchaus positive Signale gibt – so etwa sind Energiepreise deutlich zurückgekommen –, ist das übergeordnete Bild unterm Strich freundlich. Zwar besteht nach dem erfreulichen Aktienstart in das Jahr 2023 akut kein dringender Handlungsdruck, doch können Anleger ihre Engagements am Aktienmarkt 2023 ausbauen. Anleger, die das Einstiegsrisiko reduzieren möchten, können idealerweise mit einer Kombination aus Einmalanlage und monatlichen Sparplänen arbeiten. Ein breit diversifiziertes Portfolio aus verschiedenen Anlageklassen sowie eine den Rahmenbedingungen angepasste Selektion von Einzeltiteln oder Strategien bleibt 2023 aber wichtig. Es bestehen gute Gründe für vorsichtigen Optimismus.

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Laureus AG Privat Finanz, Ludwig-Erhard-Allee 15, D-40227 Düsseldorf, Tel: 0211 / 16098­0, www.laureus­ag.de

Andrew Walker arbeitet seit 1. Februar als neuer COO und Head of Fund Services bei Moventum S.C.A.

„Wir freuen uns, mit Andrew Walker unser Angebot im Bereich Platform and Fund Services durch Automatisierung und kundenorientierte Betreuung zukünftig noch attraktiver machen zu können“, sagt Sabine Said, CEO der Moventum S.C.A.

Andrew Walker bringt als bisheriger Head of Operations und Conducting Officer bei der Fondsdienstleistungsgesellschaft Amicorp Fund Services in Luxemburg umfangreiche Expertise mit in den Bereichen Fondsbuchhaltung, Verwahrung, Transfer Agency, Client Service/Relationship Management und Compliance. Davor war Walker Associate Director und Head of Fund Accounting bei SS&C GlobeOp in Luxemburg und verantwortlich für die europäischen Onshore-Fonds.

„Wir bauen den Support für die Berater in allen Märkten noch weiter aus“, sagt Said. „Mit Andrew Walker haben wir einen erfahrenen COO gewinnen können, der Moventum auf diesem Weg mit seinem Wissen nach vorne bringen wird.“ In Deutschland, wo Moventum traditionell sehr stark ist, wird es eine deutliche Erweiterung des Vertriebssupports geben. Länderübergreifend wird Moventum neben der Vertriebsplattform das Dienstleistungsangebot für Fonds- und Asset-Manager sowie Funds Promoters ausbauen. „Wir werden unsere Stärken noch besser zu nutzen und gleichzeitig die spezifischen Herausforderungen bewältigen, die sich ergeben, wenn ein Unternehmen international wächst“, sagt Said. Andrew Walker: „Die Chancen für ein Unternehmen wie Moventum sind dabei sehr groß, da es nur wenige so international ausgerichtete Häuser gibt.“

Die Bestätigung der Ernennung von Andrew Walker zum Mitglied der Geschäftsleitung durch die CSSF, die Finanzaufsicht in Luxemburg, steht noch aus.

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Moventum Asset Management c/o Moventum S.C.A.,12, rue Eugène Ruppert , L-2453 Luxembourg, Tel +352 26 154 200, www.moventum.lu

Neuer Fonds von Janus Henderson Investors: Der Janus Henderson Horizon Emerging Markets Debt Hard Currency Fund startet.

Der Fonds beabsichtigt konsistente risikobereinigte Renditen zu erzielen, indem er das gesamte Universum der Schwellenländeranleihen in Hartwährung berücksichtigt. Dabei investiert er überwiegend in ein diversifiziertes Portfolio aus Staats-, staatsnahen, supranationalen und Unternehmensanleihen von Emittenten aus den Schwellenländern. Die Benchmark des Fonds ist der J.P. Morgan EMBI Global Diversified Index. Als SICAV richtet sich der Fonds sowohl an Wholesale-Anleger als auch an institutionelle Investoren in Europa.

Das Investmentteam setzt sich aus den erfahrenen und renommierten Portfoliomanagern Bent Lystbaek, Jacob Nielsen, Thomas Haugaard und Sorin Pirău zusammen, die im September 2022 zu Janus Henderson wechselten. Das eingespielte Team arbeitet seit fast einem Jahrzehnt an der von ihnen entwickelten Strategie. Der unveränderte Anlageprozess hat seit seiner Einführung im Jahr 2013 für die Kunden konstant gute Ergebnisse erzielt. Das Team hat seinen Sitz in Kopenhagen. Dort hat Janus Henderson kürzlich sein erstes Büro in den nordischen Ländern eröffnet und damit seine Präsenz in der Region weiter ausgebaut.

Jim Cielinski, Global Head of Fixed Income bei Janus Henderson, sagte: „Team, Kultur und Zusammenarbeit sind entscheidend für unseren Erfolg. Seit ihrem Eintritt in das Unternehmen im September haben Bent, Jacob, Thomas und Sorin bewiesen, dass sie sich hervorragend in unser bestehendes Fixed-Income-Team integrieren.

Emerging Market Debt ist ein schnell wachsendes Marktsegment, das viele Anleger für höhere Erträge und risikoadjustierte Renditen in Betracht ziehen. Diese Kernkompetenz ergänzt unser globales Fixed-Income-Produktangebot und ist ein wesentlicher Bestandteil einer globalen Fixed-Income-Plattform, die sowohl Einzelstrategie- als auch Multi-Sektor-Portfolios abdeckt. Da wir uns dem Ende des US-Zinserhöhungszyklus nähern, sind die Aussichten für die Schwellenländer gut. Ich freue mich, dass wir europäischen Investoren Zugang zu diesem neuen Produkt bieten können.“

Die Strategie soll im Schwerpunkt durch eine Kombination aus Länderallokation und Wertpapierselektion positive Renditen erwirtschaften, anstatt sich auf große Themen oder allgemeine globale Markttreiber zu verlassen. Das Team verfolgt einen einzigartigen Investmentstil und hat einen Analyseansatz entwickelt, der das Länderrisiko des gesamten Investmentuniversums systematisch bewertet. Der Analyseansatz der Länderallokation bietet eine quantitative sowie qualitative Bewertungsgrundlage des Länderrisikos, die als Ausgangspunkt zur Ermittlung von Anlagemöglichkeiten auf Länderebene dient. Anschließend erfolgt eine Bottom-up-Titelselektion, die sich bisher als stabiler und starker Performancefaktor erwiesen hat. ESG-Aspekte bilden einen weiteren Schwerpunkt bei der Fundamentalanalyse.

Der Fonds wurde so konzipiert, dass er mit Artikel 8 der europäischen Verordnung über die Offenlegung von Informationen über nachhaltige Finanzprodukte übereinstimmt.

Thomas Haugaard, Portfolio Manager im Emerging Markets Debt Hard Currency Team, sagte: „Die hervorragende Infrastruktur von Janus Henderson bietet uns im Emerging Markets Debt Team die Möglichkeit, uns auf unsere Kernkompetenzen und Investment-Leidenschaft zu konzentrieren. Dazu gehören auch Reisen in die von uns abgedeckten Länder – mehr als 25 Länder pro Jahr. Es freut uns sehr, dass wir unseren Kunden unser Know-how zur Verfügung stellen können. Mit der Einführung dieses Produkts wird es für ein breiteres Spektrum von Anlegern noch zugänglicher.“

Ignacio De La Maza, Head of EMEA Intermediary & Latin America, ergänzte: „Ich freue mich sehr, dass wir für unsere Kunden das Angebot an Fixed-Income-Produkten erweitern. Als ein führender globaler Vermögensverwalter möchte Janus Henderson spezifische Strategien für das heutige komplexe Marktumfeld anbieten. Das Emerging Markets Debt Hard Currency Team verfügt über eine ausgewiesene Erfolgsbilanz und die Kompetenz, solide risikoadjustierte Renditen für unsere Kunden zu erzielen. Der Janus Henderson Horizon Emerging Markets Debt Hard Currency Fund ist ein weiteres Beispiel dafür, dass wir auf die Kundenbedürfnisse reagieren. Wir freuen uns, mit diesem Produkt ihre Anforderungen erfüllen zu können.“

Verantwortlich für den Inhalt:

Janus Henderson Investors, Tower 185, 25th floor, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, D-60327 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 86003 0,Fax: +49 69 86003 355, www.janushenderson.com

Noch ist nicht sicher, ob die Welt um eine Rezession herumkommt.

„Die Indikatoren hellen sich auf, aber es bleibt Unsicherheit“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. „Deshalb sind die Barmittelquoten bei vielen Investoren noch sehr hoch.“ Sollte das Rezessionsszenario verfliegen, wird dieses Geld in die Märkte strömen. Und das zu einem höheren Anteil in Aktien als zuvor.

Unlogisch? Schließlich gibt es durch die steilen Zinserhöhungsschritte insbesondere in den USA jetzt so attraktive Zinsen wie seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten nicht mehr. „Insofern gibt es wieder eine Alternative: ganz klassische, langweilige Bonds, Corporate Bonds, selbst Government Bonds mit recht attraktiven Zinsen vor allen Dingen im Dollarraum“, sagt Bente. Ist damit das Ende von Aktieninvestments eingeläutet, weil niemand mehr Aktien braucht, da der Kupon höher ist als die Dividendenrendite?

Ganz sicher nicht, denn zum einen ist der Vergleich von Bondrendite und Dividendenrendite, auch wenn er häufig gemacht wird, sehr problematisch. „Die Dividende ist nur der Teil des Gewinns, der ausgeschüttet wird, den ein Unternehmen erwirtschaftet“, so Bente. „Dagegen ist der Kupon alles, was der Bond erwirtschaftet.“ Besonders Aktien, die in die Zukunft investieren und in die Steigerung ihrer Gewinne in der Zukunft, schütten teilweise nur einen kleinen Teil als Dividende aus. „Insofern müsste man den Kupon mit den Gewinnrenditen vergleichen und da sieht die Aktie durch die Bärenmarktverwerfung im vergangenen Jahr attraktiv aus“, sagt Bente.

Wichtiger aber noch ist, dass sich Anleger in den vergangenen Jahren vielfach mit Aktien beschäftigen mussten, weil Bonds schlichtweg keine vernünftige Rendite abwarfen. „Das gilt für private, aber mehr noch für professionelle Investoren“, sagt Bente. „Manch eine Stiftung und andere Instis haben ihre Anlagerichtlinien geändert und höhere Aktienquoten zugelassen.“ Denn nur so ließ sich Rendite in Zeiten der Null- und Negativzinsen erwirtschaften. Das war vorher nicht nötig, weil Bondinvestments gerade für konservative Anleger all das geliefert haben, was sie brauchten. Es bestand keine Notwendigkeit, über den Tellerrand zu schauen. „Heute stellen Bonds wieder eine Alternative dar, aber der Fokus hat sich insgesamt verschoben“, sagt Bente.

Bonds werden Aktien nicht ausstechen. Die Aktie hat sich dauerhaft ihren Platz in den Köpfen der Investoren und in ihren Portfolios erobert. „Insbesondere risikokontrollierte Aktieninvestments und mit aktivem Risikomanagement versehene Mischfonds werden die Anlegerbedürfnisse der nächsten Jahre sehr gut treffen“, so Bente. An die Stelle einer statischen Asset-Allokation tritt ein risikoadjustiertes Vorgehen. „In einem strukturellen Inflationsumfeld, was uns noch Jahre erhalten bleiben wird, wird die Volatilität auch in den Bondmärkten zunehmen“, sagt Bente. „Hier profitiert aktives Management und deswegen werden Mischfonds, die nicht statisch investieren, die nicht über die strategische Asset-Allokation gehen, sondern die Risiken aktiv und taktisch steuern, egal ob im Zins- oder im Aktienmarkt, ein wichtiger Portfoliobestandteil sein.“

Die neue Freude an Aktien dürfte dabei auch die Kurse antreiben: „Man schaue sich an, wie hoch die Barmittelquoten in den Fonds sind, und auch ganz generell das Verhältnis zwischen Aktien versus Geldmarkt-Assets“, so Bente. „Da ist noch einiges an Buying Power, an Kaufkraft, an Investitionsmöglichkeiten, die in den Aktienmarkt fließen wollen.“ Es wurden bis jetzt noch lange nicht die Niveaus von vor dem Bärenmarkt von 2021 erreicht. Insofern liegt noch genügend Geld an der Seitenlinie. „Sobald die Frage geklärt ist, ob der Kelch der Rezession trotz der sehr restriktiven Geldpolitik des vergangenen Jahres an uns vorbeizieht, wird dieses Geld wieder in die Aktienmärkte fließen“, so Bente.

Über die Vates Invest GmbH

Die Vates Invest GmbH, gegründet 2011, ist eine inhabergeführte Asset-Management-Boutique. Die Erfahrung zweier tiefer Aktienbärenmärkte (2001 und 2008) war prägend für die Philosophie von Vates. Das Spezialgebiet sind börsentägliche quantitative Analysen des monetären, konjunkturellen und sentimenttechnischen Umfelds. Seit 2014 verkörpert der Vates Parade Fonds die Portfoliomanagementstrategie von Vates Invest. Kernziel ist es, langfristig positive Rendite zu erzielen und zugleich die Anleger vor großen Verlusten in Bärenmärkten zu schützen. Der Vates Aktien Offensiv Fonds fokussiert sich hingegen auf die besten Stockpicker und deren „Lieblingsaktien“. Das Augenmerk liegt dabei auf Einzelaktien mit einem High-Conviction-Ansatz, um ein größtmögliches Alpha zu erzielen.

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Vates Invest GmbH, Bürgermeister-Mahr-Straße 18, 63179 Obertshausen, Tel: 06104 9872072, www.vates-invest.de

Bester ausländischer Anbieter unter den Top-Fondsgesellschaften / Zum vierten Mal in Folge auch im Führungsduo bei den „Goldenen Bullen“ als Fondsgesellschaft des Jahres platziert

J.P. Morgan Asset Management hat beim 21. Capital Fonds-Kompass erneut die Höchstnote von fünf Sternen erreicht. Mit 79,4 von 100 möglichen Punkten konnte die Bewertung nach einem äußerst schwierigen Kapitalmarktjahr sogar noch um 0,6 Punkte gesteigert werden. Damit ist die Gesellschaft um einen Platz auf den 4. Rang der untersuchten 100 wichtigsten Fondsgesellschaften vorgerückt und ist die beste ausländische Fondsgesellschaft.

Das Wirtschaftsmagazin Capital zeichnet seit 2003 jährlich die besten in Deutschland tätigen Fondsgesellschaften aus. Die Bewertung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Ratinghaus Scope und dem Institut für Vermögensaufbau (IVA). Neben der Qualität der aktiven Publikumsfonds fließen auch die Leistungen des Managements, der Service sowie die Breite der Produktpalette ein. Nur zehn Anbieter erhalten in diesem Jahr als Top-Gesellschaft fünf Sterne. „Die aktuelle Auswertung zeigt, dass die Verwerfungen des vergangenen Jahres mit Krieg, Inflation und Zinsschock Spuren hinterlassen haben“, heißt es von Capital.

„Dass wir dieses Mal als einer der drei besten Universalanbieter in Deutschland anerkannt wurden freut uns besonders, und auch, dass wir in diesem schwierigen Anlagejahr die Auszeichnungen wiederholen konnten. Dies spiegelt die kontinuierlich herausragende Leistung unserer Investmentteams wider und dass unsere Anlagestrategien und -prozesse auch in äußerst unterschiedlichen Marktumfeldern funktionieren“, erläutert Christoph Bergweiler, Leiter von J.P. Morgan Asset Management Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland. Bei der aktuellen Capital-Bewertung konnte die Gesellschaft vor allem in den Kategorien Fondsqualität und Management punkten.

Goldener Bulle: Zum vierten Mal in Folge Top 2

Die kontinuierlich herausragende Produkt- und Managementqualität bestätigen auch zahlreiche weitere Auszeichnungen, die J.P. Morgan Asset Management verliehen wurden. Zuletzt erreichte die Gesellschaft den zweiten Platz bei den „Goldenen Bullen“ des Finanzenverlags mit den Publikationen €uro, €uro am Sonntag und Börse Online. Nach zwei Jahren als „Fondsgesellschaft des Jahres“ ist dies das vierte Jahr in Folge unter den Top 2 der Fondsgesellschaften, deren Produktpalette mit überdurchschnittlicher Qualität überzeugen kann. Dazu werden alle Fonds, die mit einer €uro-FondsNote bewertet werden, berücksichtigt. Zusätzlich haben zahlreiche Publikumsfonds von J.P. Morgan Asset Management über alle Anlageklassen hinweg in ihrer jeweiligen Kategorie €uro-FundAwards für die beste Performance über verschiedene Zeiträume erreichen können.

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Von Michael Gobitschek, Portfoliomanager

Restriktive Notenbanken belasten die Immobilienmärkte auch im vierten Quartal

Der Markt dürfte die Aussichten für börsennotierte Immobilien zu negativ einschätzen

Aktuelles Marktumfeld bietet günstige Einstiegsgelegenheiten

Der Jahresschlussverkauf an den Immobilienmärkten im Dezember wurde durch die restriktiven Zentralbanken angeheizt, die die Anleiherenditen weiter in die Höhe trieben, was sich typischerweise negativ auf Immobilien auswirkt. Mit dem Ukrainekrieg, der anhaltend hohen Inflation, steigenden Zinssätzen und der Aussicht auf eine Rezession in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften war 2022 ein schwieriges Jahr. Die US-Notenbank und andere Zentralbanken führten einige der aggressivsten Zinserhöhungszyklen aller Zeiten durch, um die Inflation zu bekämpfen. Betrachtet man die im vierten Quartal gemeldeten US-Inflationszahlen, so scheinen sie ihre beabsichtigte Wirkung erzielt zu haben. Die Straffung der Politik auf der einen Seite und die Verlangsamung des Wachstums auf der anderen brachten die Anleger in ein Dilemma und trieben die Volatilität im Quartalsverlauf weiter in die Höhe.

Im Laufe des Jahres preisten die Märkte einen sehr negativen Ausblick für börsennotierte Immobilien ein. Das Portfoliomanagement des SKAGEN m2 ist der Ansicht, dass dieser Ausblick zu negativ ist und das Umfeld für börsennotierte Immobilien günstiger ist. Der Inflationsdruck dürfte in den nächsten Monaten weiter nachlassen, da die rezessiven Tendenzen auf die Realwirtschaft treffen werden. Dadurch dürfte die Geldpolitik vorhersehbarer werden, was die Marktsorgen zum Teil beruhigen sollte. Trotz höherer Finanzierungskosten und eines voraussichtlich langsameren Wachstums befindet sich der börsennotierte Immobilienmarkt in dieser wirtschaftlichen Schwächephase in einer Position relativer Stärke, die durch ein knappes Angebot und einen gesunden Cashflow gestützt wird.

Weltweit schlossen die wichtigsten Immobilienmärkte das Jahr in den roten Zahlen ab, insbesondere in Skandinavien, wo sie durchschnittlich fast die Hälfte des Börsenwertes einbüßten. Regional betrachtet schnitt Asien am besten ab und verzeichnete im Jahresverlauf einen nur leichten Rückgang. Das Jahr 2022 unterstreicht die Bedeutung der Diversifizierung sowohl in Bezug auf die geografische Lage als auch auf die Teilsegmente. Der SKAGEN m2 hat sich im Laufe des Jahres gut gehalten, dank seinen Beteiligungen außerhalb Europas, aber auch seiner Konzentration auf widerstandsfähige und defensive Segmente und Unternehmen.

Positive Beiträge und Störfaktoren: Catena liefert positiven Performancebeitrag Den größten Beitrag zur Wertentwicklung des Fonds im vierten Quartal lieferte der schwedische Logistikbetreiber Catena, der seine Verluste nach den lang erwarteten positiven Marktbewegungen auf dem schwedischen Immobilienmarkt, aber auch dank eines soliden Geschäftsberichts wieder wettmachen konnte. Catena erhöhte im Laufe des Quartals sein Eigenkapital und nutzte dabei die leichte Premium-Bewertung. Das Unternehmen ist nun gut kapitalisiert und wird von den Chancen profitieren, die sich in diesem schwierigen Markt ergeben. Der zweitbeste Wert des Quartals war das britische Vermietungsunternehmen Grainger, das aufgrund der gestiegenen Nachfrage und des starken Mietwachstums, das mit der Lohninflation korreliert, einen überzeugenden Geschäftsbericht vorlegte. Es wird erwartet, dass die steigenden Hypothekenkosten die Mietnachfrage weiter in die Höhe treiben werden, was unserer Meinung nach allen Vermietungsunternehmen im Portfolio zugutekommen wird.

Der in diesem Quartal größte Störfaktor für die Wertentwicklung des Fonds war das brasilianische Logistik- und Bauunternehmen LOG. Ein eher positives Jahr für die brasilianischen Aktienmärkte endete mit wahlbedingten makroökonomischen Turbulenzen. Immobilien wurden aufgrund der hohen Unsicherheit über die Zinsentwicklung im Zusammenhang mit der Wahl abgestraft.

Portfolioaktivität: Abbau von Positionen in Vonovia und LEG Im vierten Quartal reduzierte das Portfoliomanagement das Gesamtrisiko und baute die Positionen in den deutschen Mietwohnungsbetreibern LEG und Vonovia ab. Grund für den Ausstieg ist die mangelnde Visibilität der angekündigten Verkäufe. Das Portfoliomanagement schätzt das als problematisch ein da ein gewisser Wertverlust erwartet wird. Die Unternehmen werden günstig gehandelt und die Aktienkurse preisen einen hohen impliziten Wertverlust ein. Das ist aber ohne Risiko, da der Verschuldungsgrad im derzeitigen Umfeld hoch ist. Auch die Position in dem in den USA ansässigen Bürobetreiber Hudson Pacific Properties wurde aufgelöst, um das Rezessionsrisiko zu mindern, da das Bürosegment eine starke Korrelation zur wirtschaftlichen Entwicklung aufweist. Dagegen wurden im Laufe des Quartals die Positionen mit dem höchsten Überzeugungsgrad weiter erhöht.

Ausblick: Portfoliomanagement rechnet mit verbessertem Umfeld Börsennotierte Immobilien haben sich in der Vergangenheit in einem Umfeld mit geringerem Wachstum und niedrigeren Realrenditen gut entwickelt. Ein solches Szenario erwartet das Portfoliomanagement mit dem Ende des Zinserhöhungszyklus und dem Übergang zu einem neuen Zyklus. Im vierten Quartal reagierten die Märkte sofort auf die niedrigeren Inflationszahlen und preisten eine erste Zinssenkung und den Beginn eines stärkeren Konjunkturzyklus ein. Immobilien sind für das beschriebene Szenario, wann immer es eintritt, gut positioniert, da in der Vergangenheit alle frühzyklischen Sektoren in einem solchen Umfeld profitiert haben.

Ein langfristiger Horizont ist für jeden Anleger in einem Umfeld, in dem das Ausmaß einer möglichen Rezession ungewiss ist, von entscheidender Bedeutung. Immobilien werden im langfristigen Vergleich mit einem deutlichen Abschlag gehandelt. Einige Segmente und Regionen werden mit einem enormen, impliziten Wertverlust gehandelt, der sehr unrealistisch erscheint. Während viele schlechte Nachrichten bereits eingepreist sind, kann es aber immer noch schlimmer kommen, bevor sich die Lage verbessert. Der SKAGEN m2 konzentriert sich weiterhin auf Unternehmen, die in trendgetriebenen Teilsegmenten widerstandsfähig erscheinen, die einen gesunden Cashflow generieren und eine solide Bilanzstruktur aufweisen. Es ist wichtiger denn je, dass Beteiligungen überschaubare Bilanzen, einen hohen Anteil an fixen oder abgesicherten Schulden und inflationsbereinigte Mietstrukturen aufweisen. Der SKAGEN m2 ist dank seiner Anlagephilosophie und seines disziplinierten Ansatzes bei der Aktienauswahl für das aktuelle Szenario gut aufgestellt. Die aktuellen Märkte sind aus Investorensicht interessant, da sich das Angebot an günstigen Aktien fast täglich vergrößert und langfristig gute Kaufgelegenheiten bietet.

Über SKAGEN m2 (NO0010657356):

SKAGEN m2 investiert weltweit in Immobilienaktien und in Aktien von Unternehmen, die immobilienbezogene Dienstleistungen anbieten. Durch die Investition in börsennotierte Unternehmen, statt in Objekte, bietet der Fonds einen einfachen und breit diversifizierten Zugang zur Anlageklasse Immobilien. Fondsmanager ist Michael Gobitschek

Über SKAGEN Funds:

SKAGEN Funds ist eine norwegische Asset Management Boutique mit einer langen und erfolgreichen Tradition im aktiven Management von Aktienfonds. Das Unternehmen wurde 1993 gegründet und hat seinen Sitz in Stavanger. Bis heute ist SKAGEN Funds zu einer der größten Fondsgesellschaften in Norwegen herangewachsen – mit rund 140.000 Kunden in Skandinavien und strategischer Ausweitung der Geschäftsaktivitäten in Europa. Vertreten in Deutschland durch SKAGEN AS – Zweigniederlassung Frankfurt, Barckhausstr. 1, 60325 Frankfurt (Gewerbe-Registernummer: 06412000). SKAGEN AS ist Teil der Storebrand Group und gehört zu 100 Prozent Storebrand Asset Management AS.

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Auf Erspartes gibt es wieder Zinsen. Zwei bis drei Prozent bieten Banken für Tages- und Festgeldkonten.

Das hört sich gut an, doch nach Abzug der Inflation droht am Ende dennoch ein Verlust. Letztendlich bleibt nur der Aktienmarkt als Ausweg. Er bietet langfristig eine Rendite, die trotz Inflation positiv ausfallen kann.

Aktuelle Markteinschätzung von Michael B. Bußhaus, Gründer und Geschäftsführer von justTRADE

Die vermeintlich gute Nachricht gleich vorweg: es gibt wieder Zinsen auf das Ersparte. Zwei Prozent auf Tagesgeldkonten, sogar drei Prozent für Festgeld. Das ist doch prima, oder? Ja und nein. Ja, weil Zinsen auf Erspartes nach Jahren der Nullzinsen, ja gar Minuszinsen, eine wohltuende Abwechslung sind. Das ist keine Frage.

Möglich sind die neuen Zinsen, weil die Notenbanken, insbesondere die amerikanische Fed und die europäische EZB, die Leitzinsen in den zurückliegenden Monaten sukzessive angehoben haben. Damit wollen sie vor allem der Inflation begegnen, die ja in der Spitze auf zehn Prozent gestiegen ist. Werden die Leitzinsen angehoben, bremst das, so die Theorie, die Wirtschaftstätigkeit. Kredite werden teurer, Konsumenten und Unternehmen schränken ihre Ausgaben ein. Das wiederum dämpft die allgemeine Nachfrage. Weniger Nachfrage, fallende Preise – so die Hoffnung. Und da die Inflation trotz einiger Erfolge immer noch vergleichsweise hoch ist – für das laufende Jahr rechnen Experten in Deutschland im Schnitt mit rund sechs Prozent – dürften die Notenbanken noch ein paar Schippen sprich Zinserhöhungen drauflegen. Sowohl die Fed wie auch die EZB haben dies durchklingen lassen. Im Euroraum ist zum Beispiel im März mit einer weiteren Zinserhöhung zu rechnen.

Auf die Kaufkraft kommt es an

Es ist also davon auszugehen, dass die Zinsangebote für Tages- und Festgeldkonten in den kommenden Monaten noch besser werden. Einige Beobachter vermuten, dass bei Tagesgeld bald die Drei-Prozent-Schwelle fallen könnte. Für ein Guthaben von 10.000 Euro würde der Sparer auf Jahressicht dann eine Verzinsung von 300 Euro und mehr bekommen. Top! Was will man dagegen sagen? 300 Euro auf die Hand, nehme ich doch gerne mit.

Doch halt, ganz so einfach ist es nicht. Die 300 Euro Zinsen bekommt man, ok, aber was sind sie wert? Nicht der Geldbetrag an sich entscheidet, sondern die Kaufkraft. Und die wird auch im laufenden Jahr leiden – und zwar erheblich. Auch wenn man am Ende 10.300 Euro auf dem Konto stehen hat, bei erwarteten durchschnittlichen sechs Prozent Inflation bekommt der Sparer für diesen Betrag weniger Waren als er für seine 10.000 Euro noch zum Jahresanfang bekommen hätte. Sechs Prozent Inflation heißt nämlich, dass Waren und Dienstleistungen im Schnitt sechs Prozent mehr kosten. Mit drei Prozent Zinsen ist dieser Preisaufschlag also nur zum Teil ausgeglichen. Unter dem Strich bleibt ein Minus an Kaufkraft. Was sich also im ersten Moment gut anhört, drei Prozent Zinsen, ist es eigentlich nicht. Mit den angebotenen Zinsen hat der Sparer zwar einen kleinen Ausgleich für die Inflation, aber es bleibt ein Verlust.

Was tun? Abgesehen von sehr exzentrischen Nischenmärkten wie Kunst und Oldtimer bleibt für den „normalen“ Anleger wohl nur der Aktienmarkt als Ausweg. Nur hier ist eine Rendite zu erwirtschaften, die die erwartete Inflation ausgleicht – wenn nicht sogar übertrumpft. Dafür gibt es keine Garantie, aber auf längere Sicht trifft das durchaus zu. Seit den 1950ern haben etwa DAX-Aktien im Schnitt im Jahr um fast neun Prozent zugelegt, zeigen etwa die Daten des Deutschen Aktieninstituts. Damit hätte der Anleger in der Vergangenheit nach Abzug der Inflation ein dickes Plus erwirtschaftet. Nun, 70 Jahre Haltezeit – von den 1950er-Jahre bis heute – sind lang, wahrscheinlich zu lang für jeden Anleger, man will sein Geld ja schließlich auch mal ausgeben. Doch auch auf kürzerer Sicht funktioniert die Outperformance. Hätte man zum Beispiel im Jahr 2010 in DAX-Aktien investiert, würde sich das durchschnittliche jährliche Plus immerhin noch auf sechs Prozent belaufen. Auch damit hätte man in den zurückliegenden zwölf Jahren der Inflation ein Schnippchen geschlagen, denn diese lag im Schnitt nur bei knapp zwei Prozent im Jahr. Also auch hier winkt am Ende ein Plus.

Der richtige Einstieg an der Börse

Bleibt die Frage, wann der Anleger am besten in den Aktienmarkt einsteigt? Wann ist der beste Zeitpunkt? Diese Frage kann kein Experte beantworten. Aktienkurse schwanken nun mal, da sie nicht nur den Wert eines Unternehmens widerspiegeln, sondern zugleich auch die Einschätzung der Börsianer. „Die Börse reagiert gerade mal zu zehn Prozent auf Fakten. Alles andere ist Psychologie“, sagte einmal der berühmte Investor André Kostolany. Doch auch darauf kann man reagieren. Ein probates Mittel gegen Kursschwankungen ist der sukzessive Einstieg an der Börse über einen längeren Zeitraum. Wer über Jahre hinweg etwa mit einem ETF-Sparplan auf einen Index, zum Beispiel den DAX, immer wieder investiert, streut sein Risiko und mindert damit die Gefahr, zum unrechten Zeitpunkt einzusteigen. Zudem hat die Finanzbranche Produkte im Angebot, die das Risiko minimieren. Bonus- und Discount-Zertifikate etwa haben aufgrund ihrer Ausstattung eine Art „Sicherheitspuffer“ gegen Kursverluste eingebaut. Bis zu einem gewissen Umfang können diese Papiere Kursverluste von Aktien und Indizes auffangen und profitieren, wenn es wieder nach oben geht, von steigenden Kursen.

Die gute Nachricht also doch nicht zum Anfang, sondern zum Schluss: Gegen die Inflation können Anleger sich zur Wehr setzen. Das wird aber in aller Regel nicht durch das Zinssparen, sondern durch das Aktiensparen erreicht. Auch wenn letzteres natürlich grundsätzlich risikoreicher ist, mit ein paar Tricks kann man langfristig eine ordentlich und vor allem über der Inflation liegende Rendite erwirtschaften.

Über den Autor

Michael B. Bußhaus ist Gründer und Geschäftsführer von justTRADE. Er war Geschäftsführer der onvista bank und verantwortete bis 01/2019 als Head of Brokerage das gesamte Wertpapiergeschäft der comdirect bank AG.

Über justTRADE

justTRADE ist ein Frankfurter Online-Broker, der Tradern den Handel von Wertpapieren und Kryptos konsequent für 0,- € Orderprovision (zzgl. marktübliche Spreads) und aus einem Depot heraus anbietet. Gehandelt werden können mobil über iOS und Android oder über den Desktop-Browser mittlerweile über 500.000 Wertpapiere – Aktien, ETFs, ETCs, wikifolios, Zertifikate, Optionsscheine und Hebelprodukte sowohl börslich über drei Börsen (LS Exchange, Quotrix und Tradegate Exchange) als auch außerbörslich über vier Handelspartner (Citi, Société Générale, UBS und Vontobel). Rund 1.500 ETFs, ETCs und ETPs von zehn Anbietern (21Shares, Amundi, DWS, iShares, GlobalX, Lyxor, Vanguard, VanEck, UBS und WisdomTree) ergänzen das Angebot. Mit der Möglichkeit, die 21 verfügbaren Kryptowerte aus demselben Depot heraus zu handeln wie alle Wertpapiere, bietet justTRADE seinen Kunden ein noch nie dagewesenes Angebot in Deutschland. Zudem sind bei justTRADE insgesamt rund 200 Wertpapiere sparplanfähig.

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J.P. Morgan Asset Management: Gewinne in Europa überraschend robust

Das sich verlangsamende Wirtschaftswachstum sowie die ansteigenden Zinsen haben in den letzten Monaten vor allem den Technologiesektor hart getroffen. Nach Ansicht von Paul Quinsee, Global Head of Equities bei J.P. Morgan Asset Management, ist die Rückschlagphase bei Wachstumsaktien, unter denen viele Tech-Aktien zu finden sind, noch nicht abgeschlossen. Insbesondere die Aktien von „Pre-Profit“-Unternehmen – das heißt Wachstumsunternehmen, die bis dato noch nicht die Gewinnzone erreicht haben –, könnten auf Jahre unterdurchschnittlich abschneiden, wie ein historischer Vergleich nahelegt. Während der Druck auf Gewinnmargen in den USA insgesamt sehr stark ist, erweisen sich die Gewinne europäischer Unternehmen als erstaunlich robust. Bei europäischen Aktien sieht Paul Quinsee daher interessante Chancen.

Value-Titel gegenüber Wachstumsaktien auch 2023 im Vorteil

Mit dem raschen Abflauen der 2020 durch die staatlichen COVID-19-Hilfsmaßnahmen ausgelösten wirtschaftlichen Dynamik wurde aus Sicht von Paul Quinsee immer deutlicher, dass die Schätzungen zum Umsatz- und Gewinnwachstum bei vielen Unternehmen äußerst optimistisch waren. Das gelte vor allem für viele Wachstumsunternehmen. Allerdings müsse man differenzieren zwischen etablierten sowie Pre-Profit-Wachstumsunternehmen. Grundsätzlich sieht Quinsee gegenüber dem Growth-Segment Value vorne. „Sich auf die Gewinner des letzten Jahrzehnts zu verlassen ist keine gute Idee. Insgesamt sind etablierte Wachstumsunternehmen zwar viel weniger überteuert, aber immer noch nicht billig, selbst wenn die Fundamentaldaten schwächer werden. Value-Aktien dürften voraussichtlich auch in diesem Jahr die Oberhand gegenüber Wachstumsaktien haben“, so Quinsee. Aus seiner Sicht seien viele Anlegerinnen und Anleger jedoch immer noch zu stark auf Wachstumsaktien fokussiert und zu wenig in die früheren Marktnachzügler aus dem Value-Bereich investiert.

Langfristig schwierige Zeiten sieht Quinsee vor allem auf „Pre-Profit“-Unternehmen zukommen. „Unseren Schätzungen zufolge hat die Gruppe der Pre-Profit-Unternehmen im Jahr 2022 einen schwachen Markt um mehr als 40 Prozent untertroffen, 2021 lag die Unter-Performance bei 33 Prozent“, stellt Paul Quinsee fest. Das Erreichen der Rentabilität werde in den nächsten Jahren sehr viel schwieriger, da sich das Wachstum verlangsamt. Der Blick in die Historie verheiße für Pre-Profit-Unternehmen nichts Gutes: „Die Renditen für Pre-Profit-Aktien entsprechen im aktuellen Bärenmarkt fast genau denen, die beim Platzen der Dotcom-Blase von 1999 bis 2000 zu beobachten waren. Danach blieben sie in 12 der nächsten 15 Jahre hinter den breiteren Märkten zurück“, erklärt Quinsee. „Selbst nach den dramatischen Rückgängen dieser Aktien im letzten Jahr haben wir wenig Interesse an Titeln, die noch profitabel werden müssen“, führt Quinsee aus.

Europäische Gewinne 2022 um 20 Prozent gestiegen – höherer Margendruck in USA

Im Hinblick auf Gewinnmargen erwartet Quinsee weiterhin schwierige Zeiten, auch wenn die Gewinnprognosen inzwischen realistischer würden. „Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Unternehmensgewinne in diesem Jahr um 3 Prozent zurückgehen werden, nach einem voraussichtlichen Gewinn von 7 Prozent im Jahr 2022, und über 50 Prozent im Jahr 2021. Die Sektoren Industrie und Technologie dürften am anfälligsten für Gewinnrückgänge sein“, erklärt Quinsee.

Während Marktexperte Quinsee vor allem in den USA einen hohen Druck auf die Gewinnmargen sieht, sind die Aussichten in Europa deutlich positiver. „Die meisten Unternehmen haben sich auf das schwierigere wirtschaftliche Umfeld eingestellt. Am deutlichsten sehen wir das in Europa. Trotz rezessionsnaher Bedingungen und des massiven Anstiegs der Energiepreise nach der russischen Invasion in der Ukraine sind die europäischen Gewinne im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent gestiegen“, sagt Quinsee. Ein schwächerer Euro und Gewinne im Energiesektor erklärten zwar einige dieser Gewinne, doch spiegele die starke Performance auch eine sehr viel umfassendere Robustheit in einem schwierigen Umfeld wider. „Da europäische Aktien immer noch zu Abschlägen gehandelt werden, bietet die Widerstandsfähigkeit der Gewinne gute Chancen für Anleger“, fasst Quinsee zusammen.

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Die Experten von Robus Capital sehen für 2023 wenig Konsens bei den Erwartungen für die europäischen Hochzinsmärkte.

Die Spanne der Performance-Schätzungen reichten von -8 Prozent bis +15 Prozent, während sie in der Vergangenheit maximal zwischen 2 bis 3 Prozent variierte. „Selbst, wenn eine Rezession in einigen wichtigen europäischen Ländern in letzter Minute tatsächlich vermieden werden kann, ist noch ziemlich viel Sand im Getriebe. Die Lieferketten sind immer noch nicht wieder intakt und auch die Energieproblematik ist trotz des milden Winters nicht vom Tisch. Am Ende könnte unterm Strich eine positive Rendite von 6-7 Prozent stehen, aber an eine Rückkehr zu einer linearen Entwicklung wie in den vergangenen Jahren glauben wir nicht“, sagt Mark Hoffmann, Portfoliomanager bei Robus Capital.

Höherer Anteil an variabler Verzinsung sichert Basisrenditen

Trotz Anzeichen einer aufhellenden Stimmung geht Robus Capital von weiteren Erhöhungen der Leitzinsen aus, bevor die Notenbanken ihre Geldpolitik bei einer Stabilisierung der weltwirtschaftlichen Situation gegen Ende 2023 oder Anfang 2024 wieder etwas lockern könnten. Dieses Szenario bewertet Hoffmann als gute Voraussetzung, wieder stabile Zinseinkommen für die Credit-Investmentfonds von Robus zu generieren. „Für das Szenario steigender Zinsen sind wir mit unserem erhöhten Anteil an Instrumenten mit variabler Verzinsung gut positioniert. Zudem erwarten wir in der Zeit nach dem billigen Geld weiter interessante Kaufgelegenheiten. Mit unserem Value-Ansatz können wir auf der Grundlage tiefer Unternehmensanalysen und Finanzmodellierungen früh attraktive Titel selektieren, die vom Markt im Zeichen anhaltender Unsicherheit ignoriert werden“, sagt der Robus Capital Manager.

Covid-Verlierer holen auf

Mit diesem Ansatz hat Robus in den vergangenen Monaten ein konsumorientiertes Portfolio aufgebaut. Bei den Covid-Verlierern der Tourismus- und Reiseindustrie, der Live-Entertainmentbranche und des Einzelhandels sieht er weiterhin Aufholpotenzial, während er bei den Zyklikern der B2B-Branche vorsichtig bleibt. „Noch sind die Auftragsbücher wie in der Baubranche gut gefüllt. Erfahrungsgemäß ziehen sich die dunklen Wolken zeitverzögert erst zwölf Monate später zusammen“, meint Hoffmann. „In einem Umfeld, in dem Fremdkapital wieder ein knappes Gut ist, werden Risiken mit Blick auf Besicherung, Garantien, Covenants und Kupons wieder honoriert. Damit gehen wir davon aus, dass das Rendite-Niveau für ausgewählte festverzinsliche Instrumente von Unternehmen durch die Basisrenditen und die Risikoaufschläge hoch bleibt.“

Über Robus Capital

Robus Capital wurde im Jahr 2011 als institutioneller Asset Manager, der auf öffentlich gehandelte und private Unternehmensanleihen und -darlehen spezialisiert ist, gegründet. Heute verwaltet Robus Capital aus Büros in Frankfurt und London heraus ein Anlagevolumen von 1 Mrd. EUR. Robus Capital verwaltet mehrere Spezialfonds und einen Publikumsfonds. Den Investitionsschwerpunkt stellen Fremdkapital-Instrumente von mittelständischen Firmen wie Anleihen, syndizierte Darlehen und Schuldscheindarlehen dar. Institutionelle Investoren (Versicherungen, Stiftungen, Versorgungswerke oder Familienvermögen), welche häufig selbst einen unternehmerischen Hintergrund haben, stellen die wesentliche Kundengruppe von Robus Capital dar. Investitionen können sowohl über den Primär- als auch den Sekundärmarkt erfolgen und investiert wird auch in Spezialsituationen, die sehr komplex sind und eine eingehende Analyse bedingen. Der regionale Fokus von Robus Capital ist Europa und insbesondere die deutschsprachigen Länder, BeNeLux und Skandinavien.

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Robus Capital Management Limited Finanzinstitut, Bockenheimer Landstraße 51-53, 60325 Frankfurt am Main , Tel: 0203 7946270, https://robuscap.com/

Asiatische Aktien bieten eine gute Diversifikation für das Portfolio

Der Einbruch der chinesischen Wirtschaft im Zuge der anhaltenden Lockdowns bis in den Spätherbst, gefolgt vom massiven Infektionsanstieg im Dezember, ließ die ohnehin gebeutelten Aktienkurse in Fernost weiter leiden. Pünktlich zum kürzlich begonnenen „Jahr des Hasen“, das für Ruhe, Besinnlichkeit und Langlebigkeit stehen soll, stehen die Zeichen in China nun wieder auf Wachstum. „Wir erwarten für 2023 eine konjunkturelle Erholung in China“, erklärt Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management. Vor allem der Dienstleistungs- und Tourismussektor dürfte davon in den nächsten Monaten profitieren. Das Wirtschaftswachstum und damit die Gewinnaussichten der Unternehmen der Region haben laut dem Ökonomen das Potenzial, die Erwartungen an den Märkten zu übertreffen. Dies dürfte Aktien der gesamten Asien-Pazifik-Region beflügeln und damit einen Abschwung in den USA oder in Europa kompensieren.

Wirtschaft erholt sich nach überstandener erster Infektionswelle

Wie stark sich Lockdowns und Masseninfektionen auf die Wirtschaft Chinas ausgewirkt haben, zeigt der Blick auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP): 2022 fiel das BIP gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent. Chinas Schwäche belastete die Exportdynamik der ganzen Region: Ab Mitte 2022 waren die Exporte der asiatischen Handelspartner nach China im Jahresvergleich rückläufig.

Inzwischen deutet aber Vieles darauf hin, dass die meisten Provinzen und Städte die Post-Öffnungs-Infektionswelle überstanden haben und sich die Wirtschaftstätigkeit zu erholen beginnt. So haben sich bis Mitte Januar die Passagierströme in den U-Bahnen in Peking und Shanghai auf 60 bis 70 Prozent gegenüber dem Niveau vor COVID erholt. In Shenzhen wurde sogar das Niveau vor der Pandemie überschritten.

Für die anziehende chinesische Konjunktur sieht Tilmann Galler vor allem eine Ursache: „Vergleichbar mit den USA und Europa vor 18 Monaten besteht heute in China ein erheblicher Nachholbedarf in der Konsumnachfrage“, stellt der Marktexperte fest. Einschränkungen und Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten führten zu einem Anstieg der Sparquote in China, die zwischen 2020 und 2022 durchschnittlich 33 Prozent betrug, mehr als 4 Prozentpunkte höher als der Durchschnitt zwischen 2015 und 2019. Diese Mittel stünden nun für Ausgaben zur Verfügung.

Dienstleistungen und Tourismus dürften am stärksten profitieren

Der Aufholeffekt dürfte laut Tilmann Galler vor allem Dienstleistungen zugutekommen: Insbesondere der Tourismus sollte zu den großen Nutznießern der Öffnung gehören. Bereits vor der Pandemie im Jahr 2019 reisten mehr als 150 Millionen Chinesen ins Ausland und gaben insgesamt 255 Milliarden US-Dollar aus. Dies machte insgesamt rund 17 Prozent des weltweiten Marktes für Auslandsreisen aus. „Wenn nun die chinesischen Touristen zurückkehren, wird dies zunächst vor allem in Asien sein. Hongkong und Thailand könnten davon am stärksten profitieren – die chinesischen Touristenausgaben entsprachen im Jahr 2019 bereits 5,6 beziehungsweise 3,2 Prozent ihrer jeweiligen Wirtschaftsleistung. Seit Ende November ist die Zahl der internationalen Flüge aus China bereits wieder um mehr als 20 Prozent angestiegen“, betont Tilmann Galler.

Die Verkäufe von Konsumgütern könnten aufgrund des zunehmenden Verbrauchervertrauens ebenfalls anziehen. Daten der nationalen Steuerbehörde zeigten, dass die Chinesen im Januar die neue Freiheit für ausgiebiges Shopping genutzt haben. „Der Wachstumsimpuls durch die aufgestaute Nachfrage dürfte deshalb nicht nur die chinesische Wirtschaft, sondern die asiatischen Volkswirtschaften insgesamt beleben und damit die negativen Effekte einer abschwächenden europäischen und US-Wirtschaft mindestens zum Teil kompensieren können“, erklärt Ökonom Tilmann Galler.

Asiatische Aktien bieten eine gute Diversifikation für das Portfolio

Auch nach der jüngsten Rally beurteilt der Experte die weiteren Entwicklungen bei chinesischen und asiatischen Aktien als „konstruktiv“. Der wirtschaftliche Aufwärtstrend dürfte sich nach dem chinesischen Neujahrsfest fortsetzen, wenn auch mit einer möglichen Sektorrotation. „Sobald die Erwartungen auf eine Erholung des Konsums eingepreist sind, könnten Investorinnen und Investoren zurück in langfristige Themen wie die Green Economy und das Wachstum von fortschrittlicheren herstellenden Gewerbezweigen rotieren. Diese strategischen Sektoren werden bei der langfristigen Restrukturierung der chinesischen Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen und von einer zunehmend entgegenkommenden politischen Umgebung profitieren“, führt Galler aus.

In Europa und den USA hingegen erscheint aus seiner Sicht ein erwartetes Gewinnwachstum von 2 Prozent für das Kalenderjahr 2023 vor dem Hintergrund einer drohenden Rezession dagegen immer noch zu hoch. In Asien sind die Erwartungen bereits kräftig gefallen. Wir stehen da eher vor der Situation, dass die Erwartungen eventuell zu niedrig sind und sich das schnelle Ende von Zero-COVID noch nicht in verbesserten Gewinnerwartungen niedergeschlagen hat. „Asiatische Aktien bieten somit eine gute Diversifikation gegen die Rezessionsrisiken in den USA und Europa“, fasst Tilmann Galler zusammen.

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Nach einem schwierigen Jahr für die Rentenmärkte sieht die Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP) wieder Chancen, insbesondere in den Segmenten für höherrentierliche Anleihen.

Um etwaigen Risiken zu begegnen, empfehle es sich, die Anlage über die unterschiedlichen Anleihesegmente und die Emittenten zu diversifizieren und große Einzelpositionen zu vermeiden. „Die Schwierigkeiten von 2022 treten in den Hintergrund und machen Platz für neue Chancen“, schreibt Bernard McGrath, Anleiheportfoliomanager von Union Bancaire Privée (UBP), in einem aktuellen Marktkommentar. „Die Fed spricht mittlerweile nur noch von kleineren geldpolitischen Kurskorrekturen und nicht mehr von kräftigen Zinsschritten.“ Die Zinsanpassung sei nun weitestgehend abgeschlossen. Auch die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ließen eher moderates Wachstum als eine Rezession erwarten.

Höhere Renditen trotz besserer Fundamentaldaten

„Die Rendite auf Hochzinsanleihen hat sich seit den Tiefstständen von 2021 verdoppelt, obwohl sich die Fundamentaldaten der Emittenten durchaus verbessert haben“, schreibt McGrath. Die Nettoverschuldung liege niedriger und der Zinsdeckungsgrad höher als im historischen Durchschnitt. „Selbst wenn die Zahl der Ausfälle von ihrem extrem niedrigen Ausgangsniveau aus zulegen könnte, gehen wir nicht von einem erheblichen Anstieg aus. Sollten Emittenten in eine Schieflage geraten, dürften dies individuelle Ursachen haben und nicht auf eine das gesamte High-Yield-Segment betreffende Problematik zurückzuführen sein“, so der Experte von UBP. Er favorisiert Emittenten mit langfristig tragfähigen Geschäftsmodellen wie Unternehmen des Telekommunikationssektors, die nicht nur liquiditätsstark sind, sondern auch über den gesamten Konjunkturzyklus solide Gewinne und freien Cashflow erwirtschaften.

Chancen bei nachrangigen Anleihen

Ein weiteres interessantes Rentenmarktsegment sind dem UBP-Fondsmanager zufolge AT1-Anleihen – nachrangige Anleihen europäischer Banken. „Die Situation im europäischen Bankensystem hat sich seit der Schuldenkrise durch einschneidende Reformen stark verbessert. So gelten inzwischen wesentlich höhere Anforderungen in Bezug auf das harte Kernkapital (Core Tier 1), und mit der Einführung einer einheitlichen Bankenaufsicht bei der EZB sind die Bilanzen der Finanzinstitute wesentlich robuster geworden.“ Unter Rentabilitätsgesichtspunkten verbesserten sich mit dem Zinsanstieg in Europa die Nettozinsspannen der Banken, was ihre Bewertungen weiter steigen lasse. Die Ängste vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone und den Auswirkungen einer solchen Entwicklung auf das europäische Bankengefüge hätten sich McGrath zufolge mittlerweile verflüchtigt, insbesondere vor dem Hintergrund der zuletzt spürbaren breiten politischen Unterstützung für eine weitere Stärkung der Währungsunion. Innerhalb des AT1-Segments präferiert der Anleihenexperte große europäische Banken, die nationale Champions sind und in ihren Heimatländern eine wichtige Rolle spielen.

Europäische Kreditverbriefungen

Interessant sind McGrath zufolge auch verbriefte Schuldtitel, insbesondere in einer Zweckgesellschaft gebündelte Kredite an kleinere und mittelständische Unternehmen, sogenannte Collateralised Loan Obligations (CLO). „In einem CLO zugrunde liegenden Portfolio sind üblicherweise mehr als 200 Einzelkredite enthalten, für die strenge Regeln in Bezug auf Faktoren wie maximale Forderungshöhe pro Schuldner und Branche gelten. Zudem sind diese Papiere mit Schutzmechanismen ausgestattet, die besonders für Anleger in den höherrangigen Tranchen relevant sind“, erläutert McGrath. Wenn aufgrund eines negativen Marktumfelds bestimmte Kreditkennzahlen verletzt würden, könnten Anleger in den unteren Tranchen Verluste erleiden. Die Anleger in mittleren und höchsten Tranchen seien davor geschützt und könnten sogar Kapitalrückzahlungen erhalten, wodurch sich ihr Exposure verringert, was das Risiko weiter reduziert. „Trotz ihrer defensiven Struktur bieten CLOs heute sehr hohe Renditen. Europäische CLOs sind besonders günstig bewertet, obwohl Befürchtungen, es könnte in diesem Winter in Europa zu einer handfesten Energiekrise kommen, zunehmend unbegründet erscheinen und die Wahrscheinlichkeit einer tiefen Rezession nicht mehr sehr hoch ist.“

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Indien wird als die nächste globale Wachstumsstory gehandelt.

Mit einem dynamischen IT- und Dienstleistungssektor, einer günstigen demografischen Entwicklung und einem politischen System, das dem Westen ähnlicher ist als zum Beispiel das chinesische, spricht einiges dafür. Könnte also der Dienstleistungssektor Indien einen ähnlichen Schub geben, wie es die Produktion in China getan hat? Erik Lueth, Global Emerging Market Economist bei Legal & General Investment Management, ist skeptisch:

„Für die langfristigen Wachstumsaussichten eines Landes schauen wir immer zuerst auf das verarbeitende Gewerbe. Dieser Sektor hat es in Indien schwer, wie unten dargestellt. Sein Anteil am BIP ist nicht nur niedriger als in anderen Ländern mit vergleichbarem Entwicklungsstand, sondern er schrumpft sogar.

Warum ist das verarbeitende Gewerbe so wichtig für die Entwicklung eines Landes?

  • Erstens sind die Produktivitätsgewinne im verarbeitenden Gewerbe größer als im Dienstleistungssektor oder in der Landwirtschaft.
  • Zweitens sind Produktionsgüter handelbar. Durch den Verkauf auf den Weltmärkten konkurrieren die Länder mit den Besten, was sie dazu anregt, sich an die technologische Spitze zu bewegen.
  • Drittens kann der Sektor große Mengen ungelernter Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft absorbieren und so die Gesamtproduktivität fast über Nacht steigern. Diese Eigenschaften haben dem verarbeitenden Gewerbe den Beinamen “Eskalationssektor” eingebracht.

Indiens Regierung ist sich dessen bewusst. Im September 2014 startete die Regierung von Narendra Modi ihre “Make in India”-Kampagne mit dem Ziel, den Anteil des verarbeitenden Gewerbes am BIP des Landes bis 2022 (später auf 2025 korrigiert) auf 25 Prozent zu erhöhen. Im April 2020 folgte das “Production Linked Incentive (PLI)”-Programm, das ausländische Unternehmen anlocken und die einheimische Produktion in 14 Schlüsselsektoren fördern soll.

Dank des technischen Fortschritts sind einige Dienstleistungen in den letzten Jahrzehnten dem verarbeitenden Gewerbe immer ähnlicher geworden. Diese Dienstleistungen sind zunehmend handelbar und hochproduktiv. Indien zeichnet sich durch diese Art von Dienstleistungen aus – dazu gehören etwa IT-Dienstleistungen oder das Outsourcing von Geschäftsprozessen (BPO). Könnte Indien also dementsprechend die Entwicklungsphase der verarbeitenden Industrie einfach überspringen? Die meisten Meinungen, die Indien als „das nächste China“ preisen, konzentrieren sich auf diese hochwertigen Dienstleistungssektoren.

Dienstleistungen vs. Arbeitsplätze

Dabei gibt es allerdings ein Problem: In diesen Sektoren sind nicht viele Menschen beschäftigt. So entfallen auf IT- und BPO-Dienstleistungen nur etwas mehr als ein Prozent der indischen Erwerbsbevölkerung.

Es ist unwahrscheinlich, dass die hochproduktiven Dienstleistungen in nächster Zeit viele Menschen beschäftigen werden. Sie sind sehr qualifikationsintensiv, und diese Qualifikationen sind in der breiten indischen Erwerbsbevölkerung nicht vorhanden. Anders ausgedrückt: Man kann ganze Landstriche in Fabriken umwandeln und so die Produktivität in kürzester Zeit steigern. Man kann jedoch nicht massenweise Bauern in Anwaltskanzleien, Banken und Arztpraxen unterbringen. Ohne das Potenzial, viele Menschen zu beschäftigen, ist es unwahrscheinlich, dass hochwertige Dienstleistungen einen solchen Wandel herbeiführen können, wie es das verarbeitende Gewerbe in Südkorea, Taiwan oder China getan hat.

Die Diskrepanz zwischen den Anforderungen der dynamischsten Sektoren Indiens und dem Überfluss an ungelernten Arbeitskräften zeigt sich in der Jugendarbeitslosenquote. Wie wir unten sehen können, ist die Jugendarbeitslosigkeit in Indien höher als in anderen asiatischen Ländern mit einem ähnlichen Pro-Kopf-BIP – und sie steigt weiter.

Bisher wurden alle Wachstumswunder vom verarbeitenden Gewerbe angetrieben – die einzigen Ausnahmen sind rohstoffbedingte Wachstumsschübe. Wir glauben zwar gerne an die transformative Kraft des indischen Dienstleistungssektors, aber die Beweislast spricht dagegen. Indiens größte Hoffnungen ruhen wahrscheinlich immer noch auf dem verarbeitenden Gewerbe.“

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Fondssparpläne für Altersvorsorge anerkennen – Mehr Standardisierung gegen Grünfärberei -Fondsbranche als Motor der Transformation

In Deutschland stehen wichtige Weichenstellungen für die private Altersvorsorge, die Transformation und die Erneuerung der Infrastruktur an. In Brüssel ist die Debatte um die provisionsbasierte Anlageberatung erneut aufgeflammt. Zugleich entwickelt die EU die Nachhaltigkeitsregulierung weiter.

Kein Staatsfonds in der privaten Altersvorsorge

Die Regierung hat vor wenigen Wochen die im Koalitionsvertrag vereinbarten Prüfaufträge zur Reform der privaten Altersvorsorge in Angriff genommen. Der deutsche Fondsverband BVI unterstützt das Vorhaben, die kapitalgedeckte private Altersvorsorge zu stärken, ihre Verbreitung voranzutreiben und Rahmenbedingungen für renditestarke Produkte zu setzen. Bestrebungen, den Staat als Anbieter in der privaten Altersvorsorge zuzulassen, hält der Fondsverband jedoch für einen Irrweg. Dazu sagt Thomas Richter, BVI-Hauptgeschäftsführer: „In der sozialen Marktwirtschaft setzt der Staat die Regeln und ist Schiedsrichter. Sobald der Schiedsrichter selbst mitspielt, ist der Wettbewerb weder fair noch marktwirtschaftlich. Deshalb lehnen wir einen Staatsfonds in der privaten Altersvorsorge ab.“ Der BVI weist darauf hin, dass in allen Ländern mit staatlich organisierten Lösungen im Alterssicherungssystem diese nicht in der privaten Säule angesiedelt sind. Zudem sieht der Koalitionsvertrag bereits eine staatlich organisierte kapitalgedeckte Komponente – das Generationenkapital – in der gesetzlichen Rentenversicherung vor. Richter: „Die staatlich verantwortete erste Säule sollte sich mit privatwirtschaftlich organisierten Lösungen in der zweiten und dritten Säule sinnvoll ergänzen“.

Fondssparpläne als Altersvorsorgeprodukt gesetzlich anerkennen

Zielführend dagegen ist das Vorhaben der Regierung, private Anlageprodukte mit höheren Renditen als Riester in der dritten Säule gesetzlich anzuerkennen. Hierzu hat der BVI bereits Ende November letzten Jahres das Konzept des Fondsspardepots veröffentlicht und in die Gespräche der von der Regierung eingesetzten Fokusgruppe eingebracht. Richter: „Die starke Nachfrage nach Fondssparplänen ist Beleg für die Akzeptanz und Nutzung als Altersvorsorgeinstrument in breiten Bevölkerungskreisen.“ Kernelement des Konzepts ist ein Depot für Fondssparpläne, die ausschließlich zum Zweck der Altersvorsorge abgeschlossen werden und eine Mindestlaufzeit bis zum Ende des 60. Lebensjahres aufweisen. Die Förderung erfolgt über einen gesonderten Freibetrag auf die bis zur Auszahlung erzielten Gewinne. Dieser Freibetrag wächst kontinuierlich mit der Anspardauer. „Auf diese Weise kann die Politik einen starken Anreiz zum renditeorientierten und langfristigen Sparen für die Altersvorsorge setzen“, sagt Richter.

Riester-Reform hilft Geringverdienern

In der privaten Altersvorsorge sieht der BVI neben neuen Lösungen auch dringenden Reformbedarf bei der Riester-Rente. Sie hat trotz veralteter Rahmenbedingungen mit knapp 16 Millionen Verträgen eine hohe Verbreitung erreicht und gehört zu den erfolgreichsten geförderten Modellen in Europa. „Untere Einkommensgruppen werden durch die Zulagenförderung erreicht. Vereinfachungen bei der Förderung könnten die Verbreitung in dieser Bevölkerungsgruppe ankurbeln“, sagt Richter. Ein wesentliches Hemmnis liegt jedoch in der gesetzlich vorgegebenen 100-prozentigen Garantiepflicht auf die eingezahlten Beiträge. Dem Sparer sollte es ermöglicht werden, ein attraktives Produkt ohne oder mit gewünschtem Garantieniveau zu wählen. Dies könnte zügig und mit minimalem Aufwand gesetzlich umgesetzt werden.

Wahlfreiheit zwischen Provisions- und Honorarberatung erhalten

EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness hat die provisionsbasierte Anlageberatung erneut auf den Prüfstand gehoben. Anfang Mai 2023 will sie ihre Vorschläge im Rahmen der angekündigten Retail-Investment-Strategie vorlegen und schließt ein Verbot von Provisionen für den Vertrieb von Wertpapieren nicht aus. Richter: „Ein Provisionsverbot ausschließlich für Wertpapiere ist inakzeptabel. Es verzerrt den Wettbewerb zwischen Wertpapieren und Versicherungen und schadet den Verbrauchern.“ Der BVI setzt sich für den Erhalt der Wahlfreiheit zwischen Provisions- und Honorarberatung ein. Vor allem für Kleinanleger hat die Provisionsberatung klare Vorteile: Wer viel anlegt, zahlt viel, und wer wenig anlegt, zahlt wenig. Zudem bleibt die Beratung kostenfrei, wenn der Sparer nichts kauft.

Schon jetzt haben Verbraucher die freie Wahl zwischen der Provisions- und der Honorarberatung. Dennoch können sich laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Kantar nur 16 Prozent der Deutschen vorstellen, für eine Beratung ein gesondertes Honorar zu bezahlen. Ein Provisionsverbot würde also zu einer Beratungslücke führen. Das zeigt auch der Blick nach England, wo es seit zehn Jahren ein Provisionsverbot gibt. Eine Studie der englischen Finanzaufsicht FCA vom Dezember 2020 belegt, dass Sparer mit kleineren Anlagebeträgen faktisch von der Beratung ausgeschlossen sind und die Beratungskosten bei komplexeren Sachverhalten wie der Altersvorsorge unverhältnismäßig hoch sein können. Der Beratungsmarkt hat sich an Vermögen mit mindestens höheren fünfstelligen Pfundbeträgen ausgerichtet. Ähnliches gilt für die Niederlande. Dort sind Provisionen ebenfalls verboten, jedoch ist der Bedarf an privater Vorsorge und damit Anlageberatung aufgrund der starken betrieblichen Altersvorsorge gering.

Darüber hinaus würde ein Provisionsverbot die Umsetzung des „Green Deal“ behindern. Die Fondsindustrie spielt eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Dabei sind aktiv verwaltete Fonds, die in erster Linie über die Provisionsberatung vertrieben werden, besonders wichtig. Nur aktive Fondsmanager haben die Möglichkeit, Aktien und Anleihen von Unternehmen zu meiden, die die ESG-Standards nicht einhalten.

Standardisierung zur Eindämmung des Grünfärberei-Risikos

Das Ziel der EU-Behörden, gegen Grünfärberei vorzugehen, unterstützt der BVI. Angesichts der vielen offenen Fragen zur Auslegung der EU-Regulierung ist der aktuelle Fokus der Behörden auf eine breit angelegte Marktuntersuchung zu Verdachtsfällen jedoch zu früh. „Bevor man von Verdachtsfällen spricht, müssen erst die Kriterien für nachhaltige Investitionen im Sinne der Offenlegungsverordnung geklärt werden“, sagt Richter. Zudem sollten die EU-Gesetzgeber die Anbieter von ESG-Ratings verpflichten, deren Methoden und Datenbeschaffungsprozesse offenzulegen. Fondsgesellschaften wären dann besser in der Lage, die Qualität der ESG-Urteile zu bewerten.

Fondsbranche zum Motor der Transformation machen

Die Transformation und die Erneuerung der Infrastruktur hierzulande wird ohne das Kapital deutscher institutioneller Anleger wie Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherer nicht gelingen. Richter: „Die Fondsbranche steht bereit, als wesentlicher Mittler zwischen Kapitalangebot und -nachfrage zum Motor der Transformation zu werden. Wir können diese Rolle aber nur erfüllen, wenn die Politik zum Beispiel im geplanten Zukunftsfinanzierungsgesetz rechtliche Hürden abbaut“.

Hemmnisse sind derzeit u. a. Anlagerichtlinien für institutionelle Anleger und deutsche Fonds sowie steuerrechtliche Vorgaben. Sie setzen enge Grenzen für Infrastrukturinvestments. Darüber hinaus behindern der im Vergleich zu anderen Ländern geringere Spielraum bei Finanzierungsmöglichkeiten sowie offene Auslegungsfragen die Auflage von Infrastrukturfonds. Dies zeigt auch das Beispiel des deutschen Atomfonds KENFO, der seine Investments in Infrastrukturfonds ausschließlich über Luxemburger Vehikel tätigt. Der Gesetzgeber sollte den aufsichts- und steuerrechtlichen Rahmen deshalb an die Bedürfnisse von Infrastrukturinvestments anpassen und eine investitionsfreundliche Auslegung durch die Verwaltung einfordern.

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Spezialfonds und Sparpläne stützen Neugeschäft

Vermögensrückgang: Erholung im Schlussquartal

Mischfonds und Immobilienfonds mit Zuflüssen, Rentenfonds mit Abflüssen

Aktienfonds: Umschichtung von europäisch auf global

Die Fondsbranche hat sich in den Marktturbulenzen 2022 widerstandsfähig gezeigt. Insgesamt flossen Fonds 66 Milliarden Euro zu. „Der Einmarsch Russlands in die Ukraine war eine Zäsur“, sagt Dirk Degenhardt, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI. „Der Krieg, explodierende Energiepreise und steigende Inflationsraten haben zu deutlichen Kursrückgängen an den Aktien- und Rentenmärkten geführt und Anleger verunsichert. Trotzdem haben sie sehr besonnen reagiert, denn wir haben keine hohen Rückflüsse gesehen, sondern eher eine Kaufzurückhaltung.“

Für das – im Vergleich zu anderen Fondsmärkten in Europa – gute Neugeschäft in Deutschland verweist der BVI-Präsident nicht nur auf die Zuflüsse in Spezialfonds, die das Kapital institutioneller Anleger verwalten. Auch die Fondssparpläne stützen das Neugeschäft immer stärker. „Erste Signale für das Januar-Geschäft waren gut“, sagt Degenhardt. „Nach vorne betrachtet ergeben sich durch die vollzogene Zinswende auch wieder bei Rentenfonds attraktive Perspektiven. Auf Basis der erwarteten Inflationsraten bieten aktuell aber nur Aktien- und Immobilienfonds oder auch ausgewogene und offensive Mischfonds die Chance auf eine positive Realrendite.“

Die Entwicklung des Vermögens im letzten Jahr spiegelt die Turbulenzen an den Börsen wider. Die Fondsgesellschaften verwalteten Ende 2022 ein Gesamtvermögen von 3.804 Milliarden Euro. Das sind knapp 12 Prozent weniger als zum Jahresstart (4.310 Milliarden Euro). Ende September stoppte der Abwärtstrend. Aufgrund der Erholung an den Börsen stieg das Vermögen im vierten Quartal um ein Prozent (30. September 2022: 3.751 Milliarden Euro).

Offene Spezialfonds sind mit einem Vermögen von 1.943 Milliarden Euro die größte Fondsgruppe. Zusammen mit den Mandaten im Wert von 529 Milliarden Euro entfallen fast zwei Drittel des verwalteten Gesamtvermögens auf das rein institutionelle Geschäft mit zum Beispiel Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherungsgesellschaften.

Offene Publikumsfonds verwalten ein Vermögen von 1.280 Milliarden Euro. Das Netto-Vermögen der geschlossenen Fonds beträgt 52 Milliarden Euro.

Der deutsche Fondsmarkt bestätigte erneut seine Spitzenposition in Europa. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank ist Deutschland mit einem Anteil von 28 Prozent der größte Fondsmarkt in der EU. Auch beim Wachstum ist Deutschland führend. Innerhalb der letzten fünf Jahre stieg das Vermögen hierzulande im Schnitt um 6,1 Prozent pro Jahr und damit deutlich stärker als in anderen Absatzmärkten wie Italien (2,5 Prozent pro Jahr) und Frankreich (1,4 Prozent pro Jahr).

Nachdem Spezial- und Publikumsfonds im Januar 2022 mit Rekordzuflüssen von insgesamt 30 Milliarden Euro gestartet waren, markierte der Ukrainekrieg den Wendepunkt im Neugeschäft. Aus offenen Publikumsfonds flossen im Gesamtjahr netto 4 Milliarden Euro ab. Das ist dennoch weniger als in den Krisenjahren 2008 (27 Milliarden Euro) und 2011 (15 Milliarden Euro). Allein im vierten Quartal erhielten Publikumsfonds wiederum Zuflüsse von 5 Milliarden Euro. Seit 2020 stammt ein Großteil des Neugeschäfts der Publikumsfonds nach Angaben der Bundesbank von Privatanlegern. 2022 haben Sparer bis Ende September 40 Milliarden Euro neu angelegt – trotz der steigenden Zinsen. Einen wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten Fondssparpläne, deren Zahl in den letzten Jahren stark gestiegen ist.

Das Absatzbild der Publikumsfonds zeigt ein differenziertes Bild. Mischfonds erhielten im Jahr 2022 netto 12,5 Milliarden Euro Zuflüsse. Nach einem starken ersten Quartal (13 Milliarden Euro) stagnierte das Neugeschäft im weiteren Jahresverlauf. Auch bei Immobilienfonds ging das Neugeschäft im Jahresverlauf zurück. Insgesamt erzielten sie 4,5 Milliarden Euro neue Gelder. Rentenfonds verzeichneten Abflüsse von 17,4 Milliarden Euro – allen voran Rentenfonds mit Schwerpunkt Euro oder europäische Währungen (insgesamt 9 Milliarden Euro) und Unternehmensanleihen-Fonds (2 Milliarden Euro). Bei Aktienfonds waren Produkte mit globalem Anlageschwerpunkt gefragt. Ihnen flossen 20 Milliarden Euro zu. Aus Fonds, die europaweit investieren, zogen Anleger insgesamt 11 Milliarden Euro ab. Nordamerika-Fonds verzeichneten 3,5 Milliarden Euro Abflüsse, Schwellenländer-Fonds 2,5 Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchten Aktienfonds 0,5 Milliarden Euro Zuflüsse. Dabei flossen 4,4 Milliarden Euro aus Aktien-ETFs ab.

Zuflüsse bei Publikumsfonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen

Publikumsfonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen haben sich teilweise vom schwierigen Marktumfeld abkoppeln können. Produkte, die die Fondsgesellschaften gemäß Artikel 8 oder Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) klassifiziert haben, erhielten netto 5,4 Milliarden Euro neue Gelder. Sie verwalten ein Vermögen von 604 Milliarden Euro. Das sind 20 Prozent mehr als zum Ende des Vorjahres (503 Milliarden Euro). Der Anstieg erklärt sich vor allem durch die Umstellung von konventionellen Fonds auf Fonds, die die entsprechenden Transparenzanforderungen der EU gemäß Artikel 8 oder 9 der SFDR erfüllen. Offene Spezialfonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen verwalten 135 Milliarden Euro.

Spezialfonds: Altersvorsorgeeinrichtungen führen Absatzliste an

Offene Spezialfonds erhielten insgesamt 62 Milliarden Euro neue Gelder. Davon stammen 56 Milliarden Euro von Altersvorsorgeeinrichtungen und damit mehr als im Vorjahr, als sie mit 37 Milliarden Euro bereits die Absatzliste anführten. Altersvorsorgeeinrichtungen sind mit 669 Milliarden Euro in Spezialfonds auch die volumengrößte Anlegergruppe, es folgen Versicherungsgesellschaften mit 528 Milliarden Euro.

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