Moventum S.C.A. ist der American Chamber of Commerce, kurz AMCHAM, in Luxemburg beigetreten.

„Wir freuen uns, zu einem internationalen Kreis von Unternehmen zu gehören, die in der AMCHAM vertreten sind“, sagt Andreas Pál, Senior Vice President & Head of Sales bei Moventum S.C.A. „Die Mitgliedschaft bietet uns viele gute Möglichkeiten, uns zu präsentieren und in der Politik für unsere Ziele zu werben.“

Die American Chamber of Commerce in Luxemburg repräsentiert mehr als 350 Unternehmen aus Europa, den USA und anderen Ländern, die im Herzogtum tätig sind. „Dies gibt der Kammer das nötige Gewicht, um für die Interessen ihrer Mitglieder bei der Luxemburger Regierung einzutreten“, so Paul Schonenberg, Direktor und Präsident der Kammer. Moventum S.C.A. ist als Corporate Member nun Teil dieser Gemeinschaft.

Die Mitgliedschaft ist Unternehmen vorbehalten, die bedeutsame und aktive Teilnehmer der Business-Community in Luxemburg sind. Dabei stellen gerade die Corporate Members laut Handelskammer das Rückgrat der AMCHAM Luxemburg dar. Mit der Mitgliedschaft erhält Moventum Zugang zu den Unterstützungsleistungen und Netzwerkaktivitäten der AMCHAM. Darunter fallen die zahlreichen Veranstaltungen der Handelskammer zu geschäftsrelevanten Themen wie Finanzdienstleistungen, Steuern, Audit und Compliance. Zudem kann Moventum nun in den verschiedenen Gremien der AMCHAM aktiv werden und in den Ausschüssen mitwirken, die die Interessen der Mitglieder in Geschäftsbelangen und weiteren gesellschaftlichen Themen vertreten. „Wir betreuen Kunden aus aller Welt, darunter viele Expats. Daher ist das AMCHAM-Netzwerk für uns eine gute Plattform, um uns mit anderen international agierenden Unternehmen auszutauschen“, so Pál.

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Überdurchschnittlich hohes Post-COVID-Wachstumspotenzial + günstiger Yen und niedrige Inflation

Japan war viele Jahrzehnte einer der dynamischsten Märkte der Welt. In den späten 1990er- und 2000er-Jahren führten jedoch strukturelle Probleme in eine Phase mit geringem Wachstum, Deflation und einem Rückgang der Vermögenspreise. Seit diesen „verlorenen Jahrzehnten“ hinkt Japan den globalen Märkten hinterher und der japanische Aktienmarkt wurde von vielen gemieden.

Nun hat sich in den letzten Monaten das makroökonomische Umfeld in Japan stark verändert. Ausschlaggebend dafür sind laut Aisa Ogoshi, Portfolio-Managerin des JPMorgan Funds – Pacific Equity Fund bei J.P. Morgan Asset Management, steigender Konsum, Belebung der Reisetätigkeit, ein günstiger Yen sowie eine vergleichsweise niedrige Inflation. Inzwischen wird Japan mit dem 12-fachen Gewinn und dem 1,1-fachen Buchwert gehandelt. „In der Vergangenheit blieben die japanischen Bewertungen nicht lange so günstig. Für gut informierte Anlegerinnen und Anleger sowie aktives Management bietet der japanische Markt mittelfristig sehr gute Anlagechancen“, unterstreicht Ogoshi. Um Chancen zu identifizieren, komme es laut der Expertin vor allem auf die Expertise vor Ort in Japan an. Viele Investmenthäuser hätten in den vergangenen Jahren allerdings Research-Kapazitäten aufgrund des fehlenden Investoreninteresses abgebaut.

Überdurchschnittlich hohes Post-COVID-Wachstumspotenzial

Der Wirtschaftszyklus in Japan unterscheidet sich von dem in den USA und Europa: Erst im Oktober 2022 hat Japan die strengen Grenzkontrollen aufgehoben. Viele Aktivitäten wie Konsum und Reisen liegen nach wie vor deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie, beginnen sich inzwischen aber zu normalisieren. Insbesondere sollte das Ende der Null-COVID-Politik in China nach der Einschätzung von Aisa Ogoshi die Touristenzahlen in den nächsten Monaten in die Höhe treiben. Japan werde angesichts der Nähe zu „Emerging Asia“ mit seiner aufstrebenden konsumfreudigen Mittelschicht, mit der attraktiven Mischung aus Shopping, Kultur, Skifahren und Stränden ein begehrtes Reiseziel sein. „Während der post-pandemische Erholungseffekt in vielen westlichen Volkswirtschaften bereits wieder abgeklungen ist, zeigt er sich in Japan erst langsam und sollte sich 2023 überdurchschnittlich entwickeln“, stellt Ogoshi fest. Dies sollte im Falle einer globalen Abkühlung ein gewisses Polster bieten.

Günstiger Yen, geringe Inflation

Während der US-Dollar gegenüber nahezu allen wichtigen Währungen teuer ist, ist der Yen eine der billigsten Industrieländerwährungen, basierend auf einer Berechnung des realen effektiven Wechselkurses (REER). „In New York kostet ein typisches Mittagessen etwa fünfmal mehr als in Tokio, in japanischen Restaurants kann man für nur 7,50 US-Dollar auf Michelin-Sterne-Niveau essen“, sagt Ogoshi. Dies möge langfristig nicht tragbar sein, habe aber Unternehmen und Investoren in Japan Chancen eröffnet, was wiederum die Gewinne unterstützt. Auch dies trage dazu bei, dass Japan ein attraktives Reiseziel ist.

Im Vergleich zu den restlichen Industrieländern ist die Inflation in Japan bislang kein großes Problem. Es handelt sich dabei hauptsächlich um eine importierte Inflation: der schwächere Yen und steigende Rohstoff- und Energiepreise waren die Hauptursachen dafür. „In anderen Industrieländern hat die Lohninflation die Teuerung angeheizt. Im Gegensatz dazu ist das Ausmaß der Lohninflation in Japan bisher immer noch sehr gering“, erklärt Aisa Ogoshi. Die Löhne stagnieren in Japan seit dreißig Jahren. Gleichwohl könnte die Lohninflation zunehmen, wenn sich der Handel weiterentwickelt. Dann könnten Unternehmen aber auch stärker auf Effizienzsteigerungen setzen, etwa durch Softwaredienste und Automatisierung.

Strukturelle Veränderungen als Investmentchance

In Japan findet derzeit eine Reihe struktureller Veränderungen statt, beispielsweise im Rahmen von COVID-19 in den Bereichen Automatisierung und Digitalisierung. „Insbesondere bei der Digitalisierung befindet sich Japan im Vergleich zum Rest der Welt tatsächlich in einem sehr frühen Stadium. Dieser Trend, aber auch Japans starke Marken, die alternde Bevölkerung und der Trend zu einer stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien bieten attraktive Anlagemöglichkeiten“, erklärt Fondsmanagerin Ogoshi. Beispielsweise sind japanische Marken und Charaktere weltweit führend in Bereichen wie Manga und Anime sowie in der Spielebranche mit beliebten Serien und Lizenzen wie Super Mario und Pokémon.

Zudem haben nach Analyse der Portfolio-Managerin japanische Unternehmen Fortschritte bei der Verbesserung der Unternehmensführung und der Aktionärsrenditen gemacht, und werden dafür vom Markt belohnt. „Die realen Renditen für die Aktionäre sind bereits gestiegen und können weiter zunehmen. Der Trend hat sich auch während der Pandemie nicht verlangsamt. Als viele Unternehmen zu Beginn der Pandemie weltweit ihre Dividenden kürzten oder aussetzten, gaben japanische Unternehmen mehr an die Aktionäre zurück. Wir sehen das weitere Verbesserungspotenzial der japanischen Unternehmensführung als wichtigsten Grund für den anhaltenden Abschlag bei japanischen Aktien an“, sagt Ogoshi.

Konjunkturelle Erholung sorgt für Auftrieb in gesamter Asien-Pazifik-Region

Aisa Ogoshi sieht in der gesamten Asien-Pazifik-Region aufgrund der längeren COVID-Restriktionen in vielen Ländern noch erheblichen Nachholbedarf. „Wir trauen der Asien-Pazifik-Region für 2023 eine bessere Wachstumsdynamik als den Industrieländern zu. Viele der asiatischen Märkte waren lange nicht so gut bewertet – nicht nur im Vergleich zur restlichen Welt, sondern auch zur eigenen Historie –, und bieten sich heute als attraktive Wahl für zyklische Engagements in Portfolios an“, erklärt Ogoshi.

Die langfristigen strukturellen Wachstumstreiber für die gesamte Region seien weiterhin intakt: „Der Konsum der wachsenden Mittelschicht, der demografische Wandel verbunden mit stärkerer Nachfrage nach Leistungen im Gesundheitswesen sowie die intensivere Nutzung von Finanzdienstleistungen sind nur einige der Megatrends. Im Pacific Equity Fund setzen wir auf Unternehmen, die von diesen strukturellen Trends profitieren und aus den Turbulenzen der letzten Jahre gestärkt hervorgegangen sind“, erklärt Ogoshi.

Der Pacific Equity Fund, der zu rund einem Drittel in japanischen Aktien investiert ist, vereint die aufstrebenden Schwellenländer mit etablierten Wirtschaftsnationen in der Region. Vor allem die Ergänzung des Fonds um japanische Aktien ermöglicht einen starken Diversifikationseffekt zum restlichen Asien. Der vielfach ausgezeichnete Pacific Equity Fund baut auf eine starke Präsenz vor Ort und setzt auf Basis von Bottom-Up-Analysen auf ein konzentriertes Portfolio mit überdurchschnittlichem Gewinnwachstum. Fondsmanagerin Aisa Ogoshi managt den Fonds seit zehn Jahren. Sie wurde von Citywire bereits sieben Mal in Folge als eine der besten Fondsmanagerinnen weltweit ausgezeichnet – aktuell belegt sie Rang 2.

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Wertberichtigungen belasten zum Jahresabschluss die Marktstimmung

Neuinvestitionsklima geht zurück – Erwartungen belasten Investitionsbereitschaft

Stimmung zu Einstiegspreisen für Neuinvestitionen steigt auf Zehnjahreshoch

Das Geschäftsklima auf dem deutschen Venture Capital-Markt hat sich zum Jahresende deutlich abgekühlt. Der Geschäftsklimaindikator des Frühphasensegments sackte um 25,6 Zähler auf -42,9 Saldenpunkte ab. Abgesehen vom beispiellosen Corona-Schock im ersten Quartal 2020 war die Stimmung zuletzt nur vor 20 Jahren schlechter. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage fiel auf -41,2 Saldenpunkte (-28,9 Zähler), der Indikator für die Geschäftserwartung auf -44,7 Saldenpunkte (-22,2 Zähler).

Ein Hauptgrund für den Stimmungseinbruch dürfte die negative Entwicklung der Unternehmenswerte seit Jahresbeginn sein, die nun zu Wertberichtigungen in den Jahresabschlüssen geführt haben. Darüber hinaus haben sich bei den realisierten VC-Deals im vierten Quartal vor allem US-Investoren zurückgehalten. Diese fehlen als kapitalstarke Syndizierungspartner für hiesige Investoren, was Investitionsmöglichkeiten einschränkt. Aufgrund der niedrigen Unternehmensbewertungen ist der Stimmungsindikator für die Einstiegspreise für Neuinvestitionen im letzten Quartal auf den höchsten Stand seit 10 Jahren gestiegen.

Vor dem Hintergrund stark eingetrübter Erwartungen ist das Investitionsklima im Schlussquartal in den roten Bereich abgerutscht. Das kann die Investitionstätigkeit in den nächsten Quartalen belasten. Mit dem abkühlenden Investitionsklima ist auch das tatsächliche Dealvolumen – nicht zuletzt aufgrund der Zurückhaltung von US-Investoren – im Vergleich zum im dritten Quartal um 40 % eingebrochen. Diese Quartalsentwicklung ist Sinnbild für das Gesamtjahr 2022, das im Dealvolumen ebenfalls um gut 40 % unter dem Vorjahreswert geblieben ist. Es ist nach dem Ausnahmejahr 2021 damit aber immer noch das zweitstärkste VC-Jahr in der jüngeren Vergangenheit des deutschen VC-Markts.

“Das VC-Geschäftsklima ist im vierten Quartal 2022 nochmals eingebrochen”, sagt Fritzi Köhler-Geib, die Chefvolkswirtin der KfW. “Offenbar rückten mit dem Jahresabschluss die aufgrund der Jahresentwicklung notwendigen Wertberichtigungen nochmals in den Fokus und drückten die Stimmung. Auch die zurückhaltende Investitionstätigkeit von US-Investoren hat belastet. Das unterstreicht die Notwendigkeit im Scale-up-Bereich noch mehr zu tun, um hier die Abhängigkeit von US-Investoren zu verringern. Die mittelfristig guten Aussichten für die VC-Investitionstätigkeit hellen den Jahresanfang 2023 auf: Die Investitionsmittel, die insbesondere junge Fonds noch von ihren Fondsinvestoren abrufen können, sind trotz des widrigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds weiter gestiegen. Der INVEST-Zuschuss, der für Business Angels ein wichtiger Investitionsanreiz ist, hat glücklicherweise einen schnellen Neustart.”

Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BVK, kommentiert: “Zum Jahresende hat sich ein Sturm verschiedenster Faktoren zusammengebraut, der die Venture Capital-Stimmung weiter in den Keller gedrückt hat. Zusammen mit den sich weiter eintrübenden wirtschaftlichen Aussichten belastet dies die Investitionsbereitschaft der VCs. Der Rückzug internationaler Investoren insbesondere aus den USA macht zudem große Finanzierungsrunden zu einer Herausforderung. Dies unterstreicht einmal mehr: Um den deutschen Markt robuster und in Krisen resilienter zu machen, bedarf es einer kapitalstarken einheimischen Szene mit starker deutscher Investorenbasis. Hieran gilt es gemeinsam mit Marktteilnehmern und Politik zu arbeiten. Und auch wenn die Fundraising-Situation äußerst kritisch bewertet wird. Optimistisch macht, dass aktuell noch erhebliches Kapital für Investitionen in den Fonds bereitsteht. Denn 2022 konnten trotz der misslichen Rahmenbedingungen eine Vielzahl neuer Venture Capital-Fonds geschlossen werden.”

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KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau, Palmengartenstraße 5-­9, D-­60325 Frankfurt am Main, Tel.: 01801/335577, Fax: 069/7431­2944 , www.kfw.de

Gold ist einer der Gewinner der ersten Wochen des Jahres.

Der Preis des Edelmetalls notiert inzwischen um die Marke von 1.900 US-Dollar. Auch in unseren Filialen nehmen wir ein gesteigertes Interesse an Gold wahr, sowohl bei den Verkäufen als auch bei den Ankäufen. Doch woher kommt die aktuelle Aufmerksamkeit für die älteste Währung der Welt?

Aktuelle Markteinschätzung von Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group

Noch über weite Strecken des vergangenen Jahres hatte der starke US-Dollar den Goldpreis belastet. Schließlich sinkt, wenn die Weltleitwährung stabil ist oder gar an Wert gewinnt, das Interesse von Anlegern, Werte in sicheren Häfen wie etwa Gold zu parken. Schwindet allerdings die Erwartung, für Vermögenswerte in US-Dollar in Zukunft deutlich höhere Zinsen zu bekommen, gewinnt im Umkehrschluss Gold wieder verstärkt an Attraktivität. Vor diesem Hintergrund hat die inzwischen weniger konsequente Leitzinspolitik der USA den Höhenflug des Dollar gestoppt – und Gold damit wieder interessant gemacht.

Als weiteres Argument für Gold ist die im historischen Vergleich noch immer hohe Inflation zu sehen. Sie sorgt dafür, dass die Realzinsen, also die Differenz zwischen Marktzinsen und Teuerung, nach wie vor negativ sind. Wer sein Kapital in gängigen Währungen wie US-Dollar, Euro oder auch Schweizer Franken geparkt hat, muss daher Kaufkraftverluste fürchten. Da Gold erst im vergangenen Jahr seine Stabilität eindrucksvoll unterstrichen hat, wächst im Umfeld einer überdurchschnittlich hohen Inflation das Interesse an dem Edelmetall. Doch wie geht es mit Gold nach den überaus erfolgreichen Monaten in den kommenden Quartalen weiter?

Physisches Gold – Handelsentscheidungen wollen wohl überlegt sein

Negative reale Renditen, die bestehende Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine sowie weitere geopolitischen Spannungen dürften den Goldpreis auch künftig stützen. Hinzu kommt, dass die Abkehr von einer äußerst restriktiven Corona-Politik in China vielen anderen Schwellenländern Wachstumsimpulse verleiht. Vor allem im asiatischen Raum gilt Gold als beliebtes Sparvehikel, darüber hinaus spielt es als Mitgift und im Rahmen anderer Feierlichkeiten eine bedeutsame Rolle. Gold-Anleger müssen sich also keine Sorgen machen, dass der Anstieg des Goldpreises ein Strohfeuer gewesen wäre.

Dennoch bietet es sich gerade bei Gold an, nicht mit dem Strom zu schwimmen und kurzfristige Entwicklungen nicht zu sehr zum Anlass für Handelsentscheidungen zu nehmen. Gold als eher langfristige Vermögensreserve zu sehen, wie viele Goldkäufer es tun, ist dabei von Vorteil: Wer statt in Monaten in Jahren oder gar in Jahrzehnten denken, kann temporäre Stimmungen einfach ausblenden und persönliche Gründe zur Basis seiner Handelsentscheidungen machen. Egal, ob man physische Bestände ausbauen, nach und nach abschmelzen oder auch nur in andere Formate umschichten will: Da der Handel von Gold immer mit Gebühren verbunden ist, sollten Anleger Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus, sondern stets im Kontext der gesamten Vermögensplanung treffen. Auch bietet es sich an, beim An- und Verkauf von Edelmetallen nicht das erstbeste Angebot zu nutzen, sondern auf transparente Preise zu achten. Das betrifft im Übrigen alle Produkte, seien es Sparpläne für physische Gold-Bestände oder Tresorgold, also Edelmetalle, die vom Händler für Kunden sicher verwahrt werden.

Gold-Anleger treffen mündige Entscheidungen

Ob Anleger letztendlich auf der Seite der Käufer oder der Verkäufer stehen, ist eine individuelle Entscheidung, die idealerweise unabhängig von der Marktlage getroffen werden sollte. Edelmetalle konservieren Werte über lange Zeit zuverlässig und sicher – ob Anleger Bestände ausbauen oder sich aus guten Gründen von ihnen trennen, hängt niemals von kurzfristigen Entwicklungen an der Börse ab.

ÜBER DEN AUTOR

Önder Çiftçi ist Gründer und Geschäftsführer der Ophirum GmbH. Vor der Gründung des bankenunabhängigen Anbieters von Edelmetallen im Jahr 2010 war Herr Çiftçi bei verschiedenen Banken in führender Position tätig.

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Ophirum GmbH, Friedensstr. 6-10, 60311 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 21 999 744, www.ophirum.de

“Da die Kerninflation im Euroraum in den vergangenen Monaten weiter angestiegen ist, hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen weiter angehoben.

Wir gehen davon aus, dass sie diesen Kurs fortsetzt und die Zinsen diese Woche um weitere 50 Basispunkte anheben wird. Es sei denn, die Finanzprobleme, von denen derzeit einige kleinere US-Banken betroffen sind, spitzen sich zu und greifen auf größere US-Institute und oder europäische Banken über.” Das sagt Sebastian Vismara, Senior Global Macro Economist und Strategist bei BNY Mellon Investment Management.

“In den letzten Wochen trieben starke Inflationsdaten und deutliche EZB-Kommentare die Markterwartungen auf über 4 Prozent. Das heißt, der Markt hat Zinserhöhungen von mehr als 150 Basispunkten eingepreist.

Wir sind hier eher skeptisch und denken, dass die Wirtschaft weiterhin schwach ist, zumal die Inlandsnachfrage im 4. Quartal 2022 rückläufig war. Vor allem aber unterschätzt der Markt unserer Ansicht nach die zeitlich verzögerten negativen Auswirkungen der straffen Geldpolitik auf die Wirtschaft. Wir erwarten, dass die Kerninflation relativ bald einen Höhepunkt erreichen wird und damit auch die Zinserhöhungen beendet sein werden. Denn die Geschichte zeigt, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass die Zentralbanken bei sinkender Inflation die Zinsen noch lange erhöhen.

USA und die Folgen für die EZB?

Vieles hängt von den Ereignissen in den USA ab, wie die Zentralbanken sich verhalten. Wenn sich die Ereignisse in Grenzen halten, wovon wir ausgehen, rechnen wir mit einer Zinserhöhung der EZB um 50 Basispunkte auf der Sitzung in dieser Woche und weitere Zinsschritte um 100 Basispunkte bis zum dritten Quartal 2023. Wir gehen davon aus, dass der Zinserhöhungszyklus mit Leitzinsen im Bereich von 3,5-4 Prozent enden wird.

Sollten die Ereignisse in den USA jedoch schwerwiegender sein und eine Pause im Zinserhöhungszyklus der Fed oder sogar Zinssenkungen rechtfertigen, erwarten wir, dass die EZB nach der Zinserhöhung in dieser Woche eine Pause einlegen wird. Unserer Ansicht nach trifft das Sprichwort “Wenn die USA niesen, erkältet sich der Rest der Welt” weiterhin weitgehend zu.

Risiken

Die EZB hat in der Vergangenheit die Stärke der Wirtschaft überschätzt, und trotz eines schwachen Wirtschaftsumfelds einen restriktiven geldpolitischen Kurs verfolgt: Sie hat bereits zweimal in einer Rezession die Zinsen erhöht, was zu fallenden Aktienkursen und einem Anstieg der Renditeaufschläge von Schwellenländeranleihen führte.

In Anbetracht der derzeitigen deutlichen EZB-Kommunikation können wir nicht ausschließen, dass sich ein Fehler wiederholt und sie trotz einer schwachen Binnenkonjunktur oder Anzeichen für eine deutliche Verschlechterung der US-Wirtschaftsaussichten noch einige Zeit an den Zinserhöhungen festhält.”

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96% aller Vermögen in Deutschland sind nicht optimal aufgestellt*

Eine optimale Aufteilung der Vermögenswerte lässt sich nur in einem hochkomplexen Verfahren aufstellen: der Strategischen Aufteilung der Anlageklassen (SAA)

Das Family Office FINVIA bietet dazu erstmalig ein digitales Tool an, das den Grundstein einer SAA intuitiv und kostenfrei erstellt

Ab sofort können vermögende Anleger über das neue Online-Tool von FINVIA mit wenigen Klicks Einblicke in ihre passende Vermögensaufteilung erhalten. Mit dem intuitiven SAA-Rechner bietet das bundesweit tätigte Family Office als erstes Family Office überhaupt ein digitales Tool an, welches die Grundversion einer individualisierten Strategischen Aufteilung der Anlageklassen ermittelt. Der SAA-Rechner ist frei zugänglich über die https://www.finvia.fo/strategische-aufteilung-anlageklassenund berechnet, wie Vermögende ihr Gesamtvermögen grundsätzlich strukturieren sollten, um effizient das gesetzte Anlageziel zu erreichen. Der User hat die Möglichkeit, Daten wie Vermögenshöhe, Risikotoleranz sowie Anlagehorizont zu konfigurieren. Auf dieser Basis erstellt der Rechner eine erste Einschätzung darüber, welche Anlageklassen mit welcher Gewichtung aufgenommen werden sollen. Dieser Schritt bietet Vermögenden eine fundierte Basis, auf der sich anschließend in Zusammenarbeit mit einem FINVIA Family Officer eine individuelle SAA erstellen lässt.

Bei der Strategischen Asset Allokation handelt es sich um einen Prozess, bei dem jeder Kunde und dessen Gesamtvermögen zunächst im Einzelnen betrachtet wird. Dabei richtet sich die SAA komplett nach den Vorlieben, Umständen und Ansprüchen der Kunden. Das hat zur Folge, dass eine detaillierte SAA meist nur in einem Family Office angeboten wird, da dort der Fokus auf dem ganzheitlichen Vermögen liegt und nicht auf einzelnen Anlageklassen oder Investmentlösungen wie das bei Banken und Vermögensverwaltern der Fall ist. Bei einer individuellen SAA werden alle relevanten Anlageklassen wie Aktien, ETFs sowie alternative Anlageklassen wie Private Equity berücksichtigt und die am besten passenden Investment-Opportunitäten mit der richtigen Gewichtung ausgewählt.

“Was für Häuser gilt, gilt auch für Vermögen: Wer sich lange wohlfühlen will, braucht einen guten Plan und ein stabiles Fundament”, so Reinhard Panse, Chefanlagestratege bei FINVIA. “Die Strategische Aufteilung der Anlageklassen ist für Vermögende ein effizienter, nachhaltiger und adaptiver Ansatz, der ihr Vermögen bestmöglich für die Zukunft ausrichtet.”

Die Strategische Aufteilung der Anlageklassen ist ein elementarer Bestandteil des FINVIA Ansatzes. In diesem ganzheitlichen Verfahren wird eine optimale Anlagestrategie für den Kunden entwickelt. Die Umsetzung der Strategie erfolgt im Rahmen der SAA, bei der eine optimale Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen erarbeitet wird. Ergänzt wird das Verfahren durch ein hochmodernes, digitales Reporting, das dem Kunden 24/7 Zugriff auf seine Vermögenswerte ermöglicht – online oder per App.

* Quelle: Private Wealth Management-Studie Deutschland 2020 I Stephan Unternehmens- und Personalberatung GmbH

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FINVIA Family Office GmbH, Oberlindau 54 – 56, 60323 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 273 1147 0, www.finvia.fo

Über FINVIA

FINVIA ist ein in Frankfurt am Main ansässiges Multi Family Office. Das Unternehmen vereint exzellente Beratung und bewährte Family Office Leistungen mit den Möglichkeiten digitaler Technologien, um eine moderne Vermögensorchestrierung auf Family Office-Niveau für eine deutlich breitere Zielgruppe zugänglich zu machen. Gleichzeitig verfolgt FINVIA einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Anliegen der Kunden hinsichtlich ihres Vermögens berücksichtigt – und ihnen Zugang zu allen Anlageklassen, auch im Bereich alternativer Assets, ermöglicht. FINVIA wurde 2019 von Torsten Murke (CEO), Reinhard Panse (CIO), Hanna Cimen (COO), Christian Neuhaus (CCO), Marc Sonnleitner (CLO) und Valentin Bohländer (CPO) gegründet. Das 100-köpfige Unternehmen betreut Vermögen in Höhe von 4.5 Mrd. EUR (Stand Januar 2023).

Die DWS hat die Auflegung eines neuen Infrastrukturfonds angekündigt, über den nicht nur institutionelle Investoren, sondern erstmals insbesondere deutsche Privatkunden in konkrete Infrastrukturprojekte in Europa investieren können.

Möglich macht dies das im August 2021 in Deutschland in Kraft getretene Fondsstandortgesetz. Der Fonds ist das erste Angebot der angekündigten Familie von Investment-Lösungen der DWS, die sich auf verschiedene Aspekte der Europäischen Transformation konzentriert.

DWS Infrastruktur Europa

Der als offenes Infrastruktur-Sondervermögen konzipierte DWS Infrastruktur Europa investiert in nicht-börsennotierte Infrastrukturprojekte und -unternehmen, die entsprechende Projekte entwickeln und betreiben. Der Fondsschwerpunkt liegt auf Erneuerbare-Energie-Projekten im EU-Raum, denen zur Diversifizierung Infrastrukturanlagen aus den Sektoren Digitalisierung, Versorgungswirtschaft oder Projekte, die auf umweltfreundlichen und nachhaltigen Transport gerichtet sind, beigemischt werden können.

Hauseigenes Infrastrukturteam

Ein erfahrenes und in der Branche bestens vernetztes DWS-Team trifft die Auswahl der Projektbeteiligungen für den DWS Infrastruktur Europa. Fondsmanager ist Dr. Peter Brodehser, der seit Herbst 2022 die Infrastrukturexpertise der DWS in Frankfurt aufgebaut hat und weiterhin ausbaut.

Der bislang hauptsächlich aus London operierenden Bereich Infrastruktur der DWS investiert seit 30 Jahren in Infrastrukturanlagen. Brodehser ist zudem Teil der deutschen DWS Grundbesitz GmbH, bekannt als Anbieter der offenen Immobilien-Publikumsfonds der grundbesitz-Familie.

Ulrich Steinmetz, Geschäftsführer der DWS Grundbesitz GmbH: „Die DWS verbindet somit das Know-how in der Auswahl und dem Management erfolgversprechender Infrastrukturinvestments mit der 50-jährigen Erfahrung unserer aus Deutschland gemanagten offenen Sachwertefonds.“

Offenes Infrastruktur-Sondervermögen

Direkte Investitionen in konkrete Infrastrukturprojekte waren aufgrund sehr hoher Mindestanlagesummen bislang vornehmlich institutionellen Investoren vorbehalten. Das im August 2021 in Deutschland in Kraft getretene Finanzstandortgesetz ermöglicht, den DWS Infrastruktur Europa als sogenanntes offenes Infrastruktur-Sondervermögen aufzulegen und somit insbesondere Privatkunden anzubieten. Der empfohlene Anlagehorizont ist mit mindestens 3 bis 5 Jahren mittel- bis langfristig, zumal es gesetzlich vorgeschrieben Mindesthalte- und Kündigungsfristen gibt.

„Unsere Investment-Lösung schafft eine Win-Win-Situation für Industrieunternehmen und Anleger gleichermaßen. Privatanleger können sich erstmals wie bei einer Anlage in offene Immobilien-Publikumsfonds bereits mit Beträgen ab 50 Euro direkt und außerhalb der Börse an Infrastrukturprojekten beteiligen. Ergänzend profitieren Unternehmen, die solche Projekte finanzieren möchten, von zusätzlichen Kapitalquellen“, so Fondsmanager Brodehser. „Ziel des Sondervermögenfonds ist es, eine attraktive risikoadjustierte Rendite mit stabilen jährlichen Ausschüttungen bei möglichst geringen Wertschwankungen zu liefern“. Angeboten werden soll der neue DWS-Fonds noch vor dem Sommer 2023.

Investment-Lösung zur Unterstützung der Europäischen Transformation

Der neue DWS Infrastruktur Europa ist das erste Angebot der im Dezember 2022 angekündigten Familie von Investment-Lösungen der DWS, die sich auf verschiedene Aspekte der Europäischen Transformation konzentriert. Die DWS ist der Ansicht, dass Europa in den kommenden Jahrzehnten erhebliche Investitionen tätigen muss, um seine Volkswirtschaften umzugestalten, externe Abhängigkeiten von außen zu verringern und eine nachhaltige Industrielandschaft aufzubauen, wenn der Kontinent seinen derzeitigen hohen Lebensstandard sichern und die Grundlagen für künftigen Wohlstand schaffen will.

Die Familie von neuen Investment-Lösungen der DWS soll nicht nur bereits identifizierte Transformationsbereiche wie Green Transition, Energie, Infrastruktur sowie gewerbliche und private Immobilien abdecken, sondern soll Anlegern auch die Möglichkeit bieten, gezielt in verschiedene Anlageklassen zu investieren. Die DWS sieht sich hervorragend dafür aufgestellt, eine wichtige Rolle dabei zu spielen, den zunehmenden Bedarf an privatem Kapital decken zu helfen und Finanzierungslücken in strategisch wichtigen Transformationsbereichen zu überbrücken.

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Das von Depotbanken verwahrte Vermögen deutscher Fonds ist 2022 um 11 Prozent zurückgegangen.

Insgesamt betreuten die 33 Verwahrstellen Ende letzten Jahres 2.546 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 2.857 Milliarden Euro. Dem Rückgang beim verwahrten Vermögen der offenen Wertpapierfonds standen Zuwächse bei offenen Immobilienfonds und geschlossenen Fonds gegenüber. Die Liste der Verwahrstellen führt BNP Paribas mit einem Vermögen von 612 Milliarden Euro an. Es folgen die State Street Bank mit 321 Milliarden Euro und HSBC Trinkaus & Burkhardt mit 297 Milliarden Euro. 30 Verwahrstellen sind im Geschäft mit offenen Wertpapierfonds mit einem Vermögen von 2.189 Milliarden Euro tätig. 10 Depotbanken verwahrten ein Netto-Vermögen von 312 Milliarden Euro für offene Immobilienfonds. Im Segment der geschlossenen Investmentfonds, die nach den Vorschriften des Kapitalanlagegesetzbuchs aufgelegt sind, betreuten 13 Verwahrstellen ein Netto-Vermögen von 44 Milliarden Euro.

Die Verwahrstellenstatistik umfasst Angaben zu in Deutschland aufgelegten offenen Wertpapierfonds und Immobilienfonds sowie geschlossenen Investmentfonds gemäß Kapitalanlagegesetzbuch, unabhängig von einer Mitgliedschaft im BVI. Die Statistik erstellt der BVI in Zusammenarbeit mit dem Praxisforum Depotbanken.

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BVI ­ Bundesverband Investment und Asset­Management e.V., Eschenheimer Anlage 28, D-­60318 Frankfurt/Main, Tel.: 069/154090­0, Fax: 069/5971406, www.bvi.de

Die düsteren Prognosen von Ende 2022 haben sich nicht bewahrheitet. Trotz steigender Zinsen erweist sich die Konjunktur in Europa und den USA als überraschend robust.

Damit einher geht allerdings eine hartnäckig hohe Inflation, die weitere Zinserhöhungen nach sich ziehen wird. „Eine Rezession bleibt möglich“, sagt Carsten Gerlinger, Managing Director und Head of Asset Management bei Moventum AM. „Dennoch sehen wir für das zweite Quartal Gründe für eine wirtschaftliche Stabilisierung, die insbesondere den europäischen Aktienmärkten Auftrieb geben könnte.“

Die erwartete Rezession in Europa ist zu Jahresbeginn ausgefallen, ebenso wie eine verschärfte Energiekrise. Neue Energiequellen wurden erschlossen, dazu kam ein geringerer Verbrauch und der milde Winter. „Die Folge davon ist ein verhaltener Konjunkturoptimismus“, erklärt Gerlinger. Getragen wird diese Zuversicht von deutlich niedrigeren Energiepreisen, zuletzt besser als erwartet ausgefallenen Unternehmensgewinnen sowie einer spürbaren Entspannung bei den Lieferketten.

Auch die US-Wirtschaft konnte eine Rezession bislang umgehen, der Arbeitsmarkt präsentiert sich weiter stark. In der größten Ökonomie der Welt, China, wiederum führt die Wende in der Covid-Politik zu einer Rückkehr der Normalität, die vor allem die Binnenwirtschaft stärkt. Allerdings ist nicht alles rosig. „Die Geldmenge M1 schrumpft und gleichzeitig ist der Renditeabstand zwischen langfristigen und kurzfristigen Papieren in den USA so niedrig wie seit 40 Jahren nicht mehr“, so Gerlinger. Ob eine Rezession bevorsteht, wann sie kommt und wie tief sie wird, sei allerdings schwer vorauszusagen – zu groß sind noch die Verwerfungen im Gefolge der Corona-Pandemie.

Noch haben die gestiegenen Zinsen die Konjunktur nicht deutlich abgebremst. Bislang leiden nur sehr zinssensitive Sektoren wie die Immobilienwirtschaft unter den gestiegenen Finanzierungskosten. Die Notenbanken beiderseits des Atlantiks werden die Zügel aber weiter anziehen. Denn obwohl die Entspannung bei den Energiepreisen die Inflationsrate drückt, erweist sich die Kerninflationsrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) als hartnäckig hoch. So hatte im Euroraum der Anstieg der Verbraucherpreise bereits im Oktober mit 10,6 Prozent sein Hoch erreicht. Dagegen erreichte die Kerninflationsrate im vergangenen Februar mit 5,6 Prozent einen Rekordwert.

„Auch wenn die nächsten Monate einen Rückgang der Teuerung bringen werden, bleiben die Inflationsziele der Notenbanken unrealistisch“, sagt Gerlinger. Statt des Zielwerts von knapp unter zwei Prozent dürften die Raten eher bei vier bis fünf Prozent liegen. Damit stehen weitere Zinserhöhungen an, die zum einen die Konjunktur dämpfen und zum anderen die Aktienmärkte weiter belasten werden.

Hier ist es in den vergangenen Wochen zu einem Favoritenwechsel gekommen. Der lange sehr starke US-Markt war zuletzt Underperformer, das Zinsumfeld belastete vor allem Wachstumstitel aus dem Tech-Sektor. Insgesamt ist die Bewertung zurückgenommen, liegt aber noch über dem langfristigen Durchschnitt. „Angesichts einer Abschwächung der Wirtschaft dürften die Gewinnerwartungen in den USA für dieses Jahr schwächer ausfallen, womit die zum Teil extremen Bewertungen weiter abschmelzen könnten.“

Besser schlug sich zuletzt der europäische Markt. Insbesondere die sehr zyklische Industrie wurde durch den deutlichen Rückgang der Energiepreise sowie bessere Konjunkturdaten beflügelt. Der Finanzsektor profitierte von den steigenden Zinsen. „Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Outperformance Europas zunächst andauern wird“, so Gerlinger. Denn trotz der jüngsten Rallye ist der Bewertungsabschlag europäischer Aktien gegenüber dem US-Markt weiterhin hoch. Zudem sollte Chinas Wende in seiner Covid-Politik die exportlastigen europäischen Aktien unterstützen.

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Die breite Masse ist sich der hohen Rendite von Gold in den vergangenen 20 Jahren gar nicht bewusst.

Das verwundert aber nur auf den ersten Blick. Schließlich hat das Edelmetall als Anlageklasse wesentlich mehr zu bieten als nur die reine Wertentwicklung.

Aktuelle Markteinschätzung von Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group

Warum investieren Anleger in Gold? Die allermeisten Menschen sehen im Edelmetall eine Art Krisenversicherung. Gold gilt als von Staaten und politischen Ereignissen vergleichsweise unabhängige Anlageklasse. Das liegt vor allem an der langen Geschichte, die das Edelmetall als Wertspeicher und Zahlungsmittel in vielen Kulturen seit Jahrtausenden hat.

Gold-Anleger setzen in erster Linie auf Sicherheit

Gerade wenn sich wie in den vergangenen Jahren die Krisen häufen, sehnen sich mehr Anleger nach dieser Sicherheit – und entdecken Gold als Anlageklasse. Die Voraussetzungen dafür, diese Funktion auch erfüllen zu können, bringt Gold allemal mit: Neben dem historisch gewachsenen Vertrauen in Gold als Wertspeicher ist es auch ein knappes Gut. Das führt im Vergleich zu anderen Gütern, deren Angebot schneller ausgeweitet werden kann, zu vergleichsweise stabilen Preisen. Auch der Umstand, dass Anleger Gold auch in seiner physischen Form schnell und unkompliziert wieder in Bargeld tauschen können, spricht für seine Beliebtheit. In Zeiten von Krisen oder Katastrophen wäre sogar denkbar, dass bestimmte Edelmetall-Münzen als Zahlungsmittel dienen.

Doch was ist mit der reinen Kursentwicklung? Wer auf Gold im Krisen-Jahr 2022 blickt, der sieht, dass das Edelmetall in einem turbulenten Jahr Wert konserviert hat – anders als bei Aktien, Anleihen oder manch anderen Rohstoffen gleichen sich die Jahresschlusskurse von Gold zwischen 2021 und 2022 nahezu. Es scheint, als würden auch Anleger im Edelmetall nicht in erster Linie einen Quell für Rendite sehen. Eine Umfrage von YouGov Deutschland fragte Ende Januar 2023 rund 2.000 Personen danach, wie sie die Rendite von Gold in den vergangenen zwanzig Jahren einschätzen.

337 Prozent in 20 Jahren – Rendite von Gold wird unterschätzt

Eine Mehrheit von 57 Prozent geht davon aus, dass Gold in den vergangenen zwanzig Jahren eine Rendite zwischen 0 und 100 Prozent erzielt hat. Die Mehrheit davon siedelt die historische Rendite zwischen 0 und 50 Prozent an. Tatsächlich hat Gold zwischen 2002 und 2022 allerdings deutlich besser abgeschnitten und eine Rendite von 337 Prozent erreicht. Selbst aufs Jahr gerechnet bedeutet diese Rendite einen regelmäßigen Zuwachs von rund 7,7% – Gold ist langfristig also durchaus auch ein Renditebringer gewesen.

Wie sollten Anleger Edelmetalle als Anlageklasse denn nun sehen? Wie immer beim Blick in die Vergangenheit dürfen wir nicht den Fehler machen, historische Trends einfach in die Zukunft zu extrapolieren. Wie sich Gold in den kommenden Jahren entwickeln wird, hängt von zahlreichen Faktoren ab, die heute noch überwiegend unbekannt sind. Als sicher kann allerdings gelten, dass Edelmetalle auch in den nächsten Jahrhunderten ihrer Rolle als Wertspeicher und Reservewährung gerecht werden können – zu verankert ist diese Rolle über verschiedene Kulturen hinweg, als dass Gold auf absehbare Zeit bedeutungslos werden könnte.

Gold: Wieso sollte die Erfolgsgeschichte enden?

Sieht man die schiere Anzahl aktueller Krisenherde wie die geopolitische Situation zwischen Ost und West oder auch die schleichenden Probleme rund um Staatsschulden und Geldsysteme im Spiegel dieser weltweit anerkannten Eigenschaft von Edelmetallen, fällt eine Einschätzung zur weiteren Entwicklung von Gold und Co. schon leichter. Zwar verbieten sich exakte Kursziele und genaue Prognosen auch weiterhin, doch stellt sich die Frage, wieso Gold in den kommenden zwanzig Jahren eine schwächere Entwicklung zeigen sollte als zuletzt. Wer Gold als Krisenmetall sieht, es maßvoll in einem umfassenden Vermögenskonzept allokiert und einen langen Atem hat, dürfte sich über Sicherheit und Rendite gleichermaßen freuen können.

ÜBER DEN AUTOR

Önder Çiftçi ist Gründer und Geschäftsführer der Ophirum GmbH. Vor der Gründung des bankenunabhängigen Anbieters von Edelmetallen im Jahr 2010 war er bei verschiedenen Banken in führender Position tätig.

ÜBER OPHIRUM

Die Ophirum GmbH ist ein auf Edelmetalle spezialisiertes Unternehmen und eine der ersten Adressen für Retail-Goldhandel in Deutschland. Ophirum bietet in seinen aktuell 22 Retail-Stores und zudem über einen Onlineshop den Kauf von Edelmetallen in verschiedenen Formen an, etwa als Barren oder Münzen. Zudem umfasst das Angebot ein Golddepot sowie Sparpläne mit Tresorgold. Die Spezialisten des Ophirum-Teams haben im Zuge ihrer beruflichen Vergangenheit die Faszination von Rohstoffen sowie den Nutzen und die strategische Bedeutung speziell von Edelmetallen bei der Geldanlage und der Absicherung von Risiken entdeckt. Diese Erkenntnis sowie der bis dato vorherrschende Mangel an vertrauenswürdigen Angeboten physischer Edelmetalle in Deutschland waren Impulse für die Gründung der Ophirum GmbH.

Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen ausdrücklich keine Anlageberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung der Ophirum GmbH wieder, die ohne vorherige Ankündigung den Marktgegebenheiten angepasst werden kann. Edelmetallpreise unterliegen Kursschwankungen und Währungsrisiken. Soweit die in diesem Dokument enthaltenen Daten von Dritten stammen, übernimmt die Ophirum GmbH für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Angemessenheit dieser Daten keine Gewähr, auch wenn sie nur solche Daten verwendet, die sie als zuverlässig erachtet. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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Die Inflation dürfte zwar ihren Zenit überschritten haben, doch sorgt sie nach wie vor nicht nur für Verunsicherung, sie vernichtet auch weiterhin Kaufkraft.

An Aktien führt daher kein Weg vorbei – und dies gilt sowohl für Substanz- wie auch Wachstumswerte.

Aktuelle Markteinschätzung von Dr. Zschaber

2022 wird als Jahr der Teuerung in die Geschichte eingehen. Nachträglich sorgt ein statistischer Effekt nun für ein wenig Entspannung. Der Verbraucherpreisindex wird nun turnusgemäß an einem neuen Basisjahr gemessen. Der Wechsel vom Jahr 2015 auf das Jahr 2020 sorgt dafür, dass die Jahresinflationsrate 2022 laut Statistischem Bundesamt statt bei 7,9 bei 6,9 Prozent liegt. Doch auch unabhängig von dieser mathematischen Besonderheit nimmt die Teuerung ab. Im Januar zog sie im Vergleich zum Vormonat nur noch um ein Prozent an. Für 2023 werden im Euroraum noch 5,6 Prozent Inflation erwartet. Von einer wirklichen Entspannung kann aber keine Rede sein – für Anleger bleibt die Lage weiterhin herausfordernd.

Substanzwerte gegen Kaufkraftverlust

Der Grund liegt in den realen Renditen, die derzeit risikolos möglich sind. Zwar sind im europäischen Ausland auch dank findiger Zinsportale aus Deutschland relativ unkompliziert 2,6 Prozent Zinsen für sechs Monate Festgeld zu holen, doch bleibt entscheidend, was unterm Strich rauskommt. Zieht man die erwartete Teuerung von knapp 6 Prozent ab, müssen Sparer einen kräftigen Kaufkraftverlust hinnehmen. Tages- und Festgeldkonten sind daher aktuell bestenfalls dazu geeignet, um kurzfristig Liquidität zu parken. Wer Kaufkraft erhalten will, muss sich mehr einfallen lassen.

Ein in Zeiten hoher Inflation verlässlicher Quell für Rendite war in den vergangenen Jahrzehnten der Aktienmarkt – und daran wird sich auch künftig nichts ändern, wenngleich Anleger ganz genau hinschauen müssen. Während die Inflation Aktien auf der kurzfristigen Zeitebene durchaus unter Druck bringen kann, spielen gerade Titel mit einem hohen inneren Wert sowie stabilen Cashflows gepaart mit Geschäftsmodellen, die eine gewisse Preissetzungsmacht mit sich bringen, ihre Stärken aus. Während 2022 selbst solide Cashflow-Garanten an der Börse unter Druck kamen, erhalten diese Titel inzwischen mehr Zuspruch – sie spielen ihre Stärken auf der Langstrecke aus.

Wachstumswerte nicht restlos abschreiben

Angesichts der Tatsache, dass die Teuerung auch 2023 auf einem hohen Niveau verharren wird, sollten Anleger bei hochwertigen Value-Titeln am Ball bleiben und auf diese Weise Vermögen erhalten. Doch auch Wachstumswerte könnten in diesem Jahr wieder an Bedeutung gewinnen. Zwar gelten Wachstumswerte in Zeiten hoher Inflation als benachteiligt, da sie ihre Potenziale in der Regel erst in der Zukunft ausschöpfen, doch sind die Grenzen fließend. Aktuell sinkt die Inflation bereits und es besteht zumindest ein wenig Hoffnung, dass die Notenbanken ihre Zinswende in absehbarer Zeit pausieren. Für Wachstumswerte ist ein Ende der Zinserhöhungen ein positives Signal, da Finanzierungskosten dann konstant bleiben. Selbst die Hoffnung auf sinkende Zinsen ist dann an der Börse nicht mehr weit.

Da es im Wachstumswerte-Segment aktuell zahlreiche Titel gibt, die angesichts von Energie- und Mobilitätswende, Regionalisierung und Digitalisierung großes Potenzial haben und zudem große Volkswirtschaften bereits wieder mir prallen Fördertöpfen locken, sollten Anleger 2023 unter gewissen Umständen auch Wachstumswerte nicht außer Acht lassen. Die solide Bank, um der Teuerung ein Schnippchen zu schlagen, bleiben aber Substanzwerte. Die deutlich spekulativeren Wachstumstitel könnten im Jahresverlauf wieder interessanter werden. Bis dahin sollte die Inflation weiter gesunken sein und auch die Rahmenbedingungen für den Welthandel sich normalisiert haben.

Gewinne mit Aktien? Die Inflation entscheidet!

Wer heute Sparen oder Vermögen klug mehren will, muss die aktuellen Inflationsdaten in allen wichtigen Weltregionen in den kommenden Monaten unbedingt im Blick haben. Wie sich die Teuerung entwickelt, entscheidet auch maßgeblich darüber, ob 2023 ausschließlich Substanzwerte oder auch Wachstumstitel Erfolg versprechen. Auch wenn die Inflation ihren Zenit überschritten haben dürfte, bleibt sie doch der für Investoren entscheidende Faktor für 2023. An Aktien führt aber so oder so kein Weg vorbei.

ÜBER DEN AUTOR

Dr. Markus C. Zschaber ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der V.M.Z. Vermögensgesellschaft mbH in Köln. Der mehrfach von Fach- und Publikumsmedien ausgezeichnete Börsenfachmann zählt zu den erfahrensten und renommiertesten Finanzexperten in Deutschland. Herr Zschaber ist unter anderem regelmäßiger Kolumnist für die WirtschaftsWoche Online und steht dem Nachrichtensender n-tv seit nunmehr 24 Jahren regelmäßig als Börsenexperte Rede und Antwort, wenn es darum geht, die Aussichten an den globalen Kapitalmärkten einzuschätzen.

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V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber mbH, Bayenthalgürtel 13, 50968 Köln, Tel: 0221 350260, www.zschaber.de

Ergebnisse blieben hinter Ausnahmejahr 2021 zurück, übertrafen aber 2020

Union Investment hat das Geschäftsjahr 2022 trotz des schwierigen Marktumfelds, das vor allem durch die rasche Zinswende aufgrund der hohen Inflation gekennzeichnet war, gut gemeistert. Der Nettoabsatz konnte zwar nicht an das Ausnahmejahr 2021 anknüpfen, lag mit 17,5 Milliarden Euro jedoch über dem des Jahres 2020, als die Pandemie ausbrach (2021: 40,5 Mrd. Euro; 2020: 15,1 Mrd. Euro). Das verwaltete Vermögen belief sich Ende letzten Jahres auf 413,1 Milliarden Euro (2021: 454,1 Mrd. Euro; 2020: 385,9 Mrd. Euro), während das Ergebnis vor Steuern mit 694 Millionen Euro das zweitbeste in der Unternehmensgeschichte ist (2021: 1.235 Mio. Euro; 2020: 649 Mio. Euro). „Union Investment konnte das Jahr 2022 mit einem guten Ergebnis abschließen. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hatten wir deutliche Zuflüsse und damit ein robustes Neugeschäft“, sagte Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, bei der Jahrespressekonferenz der Fondsgesellschaft. „Anders als in früheren Krisen blieben die Anleger besonnen, und es kam nicht zu massiven Abverkäufen.“

Die volatilen Börsen haben vielen Sparern ihr Interesse an Fonds nicht verleidet. So trug das Neugeschäft mit Privatkunden im abgelaufenen Jahr mit 10,7 Milliarden Euro (2021: 19,7 Mrd. Euro; 2020: 8,8 Mrd. Euro) den Löwenanteil zum Absatz bei. Dies war zugleich der zweithöchste Nettozufluss im Privatkundengeschäft in der Unternehmensgeschichte. Der verwaltete Bestand privater Gelder belief sich auf 190,3 Milliarden Euro (2021: 209,0 Mrd. Euro; 2020: 173,8 Mrd. Euro).

„Unsere Wahrnehmung ist, dass private Anleger mit jeder Krise besonnener und resilienter werden“, erklärte Reinke. „Es zahlt sich aus, dass wir gemeinsam mit unseren Partnerbanken kontinuierlich die Notwendigkeit einer ausgewogenen Vermögensstruktur beim Kunden adressieren“, betonte Reinke. „Dafür bedanke ich mich ausdrücklich bei den Banken und den Beratern.“ So seien viele Privatkunden trotz großer Schwankungen an den Märkten, hoher Lebensmittel- und Energiepreise und konjunktureller Sorgen Investmentfonds treu geblieben. „Wir konnten sogar in einem so schwierigen Jahr wie dem letzten die Zahl unserer privaten Fondskunden um 100.000 auf 5,8 Millionen ausbauen“, sagte Reinke.

Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses standen erneut Substanzwerte. So flossen Aktienfonds 6,7 Milliarden Euro netto zu (2021: 7,0 Mrd. Euro; 2020: 3,8 Mrd. Euro). Mischfonds verbuchten ein Neugeschäft von 2,6 Milliarden Euro (2021: 10,5 Mrd. Euro; 2020: 4,1 Mrd. Euro), und in Offene Immobilienfonds wurden 1,9 Milliarden Euro investiert (2021: 2,2 Mrd. Euro; 2020: 2,1 Mrd. Euro). Während sich bei Rentenfonds Zu- und Abflüsse die Waage hielten, flossen aus Geldmarktfonds und wertgesicherten Produkten Mittel ab.

Stark nachgefragt wurden weiterhin nachhaltige Produkte. Allein im Privatkundengeschäft floss auch 2022 mehr als jeder zweite neu angelegte Euro in Fondslösungen nach Artikel 8 und 9 der Offenlegungsverordnung. Die Bestände in diesen Produkten beliefen sich zum Jahresende auf 122,3 Milliarden Euro.

Einmal mehr erwiesen sich die klassischen Fondssparpläne als tragende Säule des Neugeschäfts. So wuchsen die Zuflüsse aus regelmäßigen Zahlungen im Jahr 2022 auf 7,8 Milliarden Euro an (2021: 7,1 Mrd. Euro; 2020: 5,6 Mrd. Euro). Mit den klassischen Sparplänen, den Riester-Sparplänen und dem VL-Sparen verwaltet Union Investment nunmehr 6,4 Millionen Fondssparpläne (2021: 6,3 Mio.; 2020: 5,7 Mio.). „Für uns ist das ein klarer Beleg, dass die Evolution des Sparens immer stärker an Bedeutung gewinnt“, erklärte Reinke.

Neugeschäft mit institutionellen Kunden zog im Jahresverlauf an

Die Zinswende führte bei rentenlastigen Portfolios institutioneller Kunden zu einem enormen Handlungsbedarf. Zum einen belasteten die höheren Zinsen die bilanziellen Bewertungen und die Risikobudgets. Zum anderen benötigten einzelne Unternehmen krisenbedingt Liquidität und lösten dafür Positionen insbesondere im ersten Halbjahr 2022 auf. Das Neugeschäft belebte sich jedoch ab der zweiten Jahreshälfte spürbar. So investierten institutionelle Kunden hauptsächlich im Zuge der Zinswende wieder in attraktive Rentenwerte oder setzten auf Alternative Investments sowie Immobilien, um ihre Portfolios breiter aufzustellen. Insgesamt lag der Nettoabsatz mit institutionellen Kunden 2022 bei 6,8 Milliarden Euro (2021: 20,8 Mrd. Euro; 2020: 6,3 Mrd. Euro). Der Bestand an institutionellen Geldern betrug zum Jahresende 222,8 Milliarden Euro (2021: 245,1 Mrd. Euro; 2020: 212,1 Mrd. Euro).

„Die Bedürfnisse institutioneller Kunden waren insbesondere in der angespannten Situation des Jahres 2022 sehr heterogen, denn der Rahmen für die Anlage institutioneller Gelder wird immer komplexer“, erklärte Reinke. Rentabilität, Liquidität, Volatilität, Risikomanagement, Nachhaltigkeit, Regulierung und Reporting – das Spannungsfeld, mit dem institutionelle Kunden konfrontiert sind, wird immer größer und erfordert somit mehr Individualität. „Einen Beleg für den von großer Individualität geprägten Kundenbedarf der institutionellen Anleger sehen wir zum Beispiel im unverändert starken Interesse an Spezialfonds. So flossen unseren Spezialfonds in den vergangenen zwölf Monaten netto 12,7 Milliarden Euro an neuen Geldern zu“, erläuterte Reinke. Hingegen wurden aus institutionellen Publikumsfonds 5,0 Milliarden Euro abgezogen.

Zum Schluss der Jahrespressekonferenz zog der Vorstandsvorsitzende folgendes Fazit: „Was immer die Welt aus den Fugen geraten lässt und die Märkte umtreibt: Die Grundregeln des Sparens bleiben unverändert. Deshalb sind die Chancen für das Fondsgeschäft nach wie vor größer als die Risiken. Der Zuspruch von privaten und institutionellen Kunden im sehr volatilen Jahr 2022 bestärkt uns, unseren Fokus weiter auf die nachhaltige Sicherung des Wohlstands zu legen. Dadurch bleibt das genossenschaftliche Fondsgeschäft ein Wachstumsmodell.“

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Sinkende Gebäudewerte dürften die Fondsrenditen künftig belasten, gleichzeitig nehmen die Mittelzuflüsse ab.

Eine solide Vermietungssituation und eine geringe Fremdfinanzierungsquote mit oft langfristiger Zinsbindung geben dagegen Stabilität.

Die gestiegenen Zinsen haben das Umfeld für offene Immobilienpublikumsfonds verändert. In den vergangenen Jahren wurden die Renditen der Fonds größtenteils von den Aufwertungen der Immobilien im Portfolio getrieben. Das wird sich 2023 nicht in diesem Maße fortsetzen. Die Zeit der Aufwertungen dürfte in der Breite vorerst vorbei sein.

In welchem Umfang rückläufige Immobilienbewertungen die Performance bremsen werden, lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Denn die Transaktionen an den Gewerbeimmobilienmärkten sind nahezu zum Erliegen gekommen, Verkäufer und Käufer finden momentan nicht zusammen. Hinzu kommt, dass weitere Zinserhöhungen wahrscheinlich sind und damit die Preisfindung auf der Immobilienseite noch nicht abgeschlossen ist.

Die Zuflüsse in offene Immobilienfonds sind 2022 im Vergleich zum Vorjahr bereits deutlich gesunken. Auch für 2023 erwartet Scope weiter zurückgehende Mittelzuflüsse, rechnet aber aktuell über alle Fonds noch mit einem insgesamt positiven bzw. ausgeglichenen Netto-Mittelaufkommen. Die Anleger halten sich zum einen zurück, weil ihnen durch die hohe Inflationsrate und vor allem hohe Energiepreise weniger Sparkapital zur Verfügung steht. Zum anderen haben die höheren Zinsen Alternativinvestments wie Festgeld oder Anleihen attraktiver gemacht.

Das gestiegene Zinsniveau bringt jedoch nicht nur Nachteile für die Immobilienfonds. Da die meisten Fonds ihre Liquidität überwiegend in Tages- oder Termingeld anlegen, hat die Zinswende an dieser Stelle künftig positive Effekte auf die Fondsrendite.

Die Bandbreite der Liquiditätsquoten der offenen Immobilienfonds ist hoch. Das Spek­trum reicht aktuell von 7% bis 29%. Bei den Schwergewichten mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 10 Mrd. Euro liegt der Anteil flüssiger Mittel zwischen 12% und 20%. Im Durchschnitt ist die Liquiditätsquote 2022 mit 15% gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben. Im Jahr 2022 waren im Vergleich zum Vorjahr noch keine signifikant erhöhten Anteilscheinrückgaben bzw. Kündigungen der Anleger sichtbar. Die 2013 eingeführten Regeln zu Mindesthalte- und Kündigungsfristen wirkten hier stabilisierend.

Die durchschnittliche Vermietungsquote hat sich 2022 mit rund 94% stabil gehalten. Die konjunkturellen Aussichten aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Krieges und die sich verändernden Nutzeranforderungen im Bürosektor und im Einzelhandel erhöhen jedoch die Risiken.

Die bei Gewerbeimmobilien üblichen Mietverträge mit Inflationsindexierung haben sich positiv auf die Fonds ausgewirkt. Die Fondsmanager geben an, dass sich Mieterhöhungen aufgrund hoher Inflation aktuell durchsetzen lassen, was die Mieten und damit die ausschüttungsfähigen Einnahmen tendenziell steigert.

Trotz der Herausforderungen erwartet Scope für 2023 für offene Immobilienpublikumsfonds eine durchschnittliche Performance zwischen 2% und 2,5%. Viele Fonds verfügen weiterhin über attraktive Objekte mit hohen Vermietungsquoten und bonitätsstarken Mietern. Ihre Liquiditätsquoten sind derzeit ausreichend hoch und die Fremdfinanzierungsquoten überwiegend gering. Zusätzlich schützen die gesetzlichen Mindesthalte- und Kündigungsfristen vor kurzfristigen Mittelabflüssen.

Den vollständigen Bericht können Sie HIER herunterladen. https://www.scopegroup.com/dam/jcr:5d0634bc-c9a8-4307-a34a-582c0c682747/Scope%20Markanalyse%20Offene%20Immobilienfonds%20M%C3%A4rz%202023.pdf

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J.P. Morgan Asset Management hat sich auch in diesem Jahr als Fondsgesellschaft mit der höchsten Service-Qualität in Deutschland behaupten können: Bereits zum neunten Mal in Folge erreicht die Gesellschaft den Spitzenplatz.

Seit 2007, also inzwischen beeindruckende 17 Jahre, steht J.P. Morgan Asset Management kontinuierlich für herausragenden Service auf dem Siegerpodest.

Der DEUTSCHE FONDSPREIS in der Kategorie „Service“ wird den drei Fondsgesellschaften, Maklerpools und Sachwertinvestment-Anbietern mit der besten Service-Qualität verliehen. Als Basis für die Auswertung diente eine Leser-Befragung von FONDS professionell. Teilgenommen haben in diesem Jahr mehr als 6.000 Finanzprofis sowie Beraterinnen und Berater aller relevanten Vertriebsstrukturen. Insgesamt konnten 164 Fondsgesellschaften beurteilt werden. Neben Kriterien wie Bonität, Performance und Produktqualität haben die Befragten die Qualität der Vertriebsunterstützung im Außen- und Innendienst, den Internetauftritt sowie das Marketing der Gesellschaften bewertet.

In unterschiedlichen Marktumfeldern erfolgreich

„Das letzte Jahr war sehr herausfordernd sowohl für Aktien- als auch Rentenmärkte, und damit auch für Anlegerinnen und Anleger – und umso mehr in der Finanzberatung. Wir standen stets als verlässlicher Partner an der Seite der Vertriebspartnerinnen und -partner, um im engen Austausch auf deren Fragen und Sorgen reagieren zu können“, betont Matthias Schulz, Leiter Bankenvertrieb bei J.P. Morgan Asset Management. Er führt aus, dass nach dem stärkeren Digitalfokus in der Pandemie in 2022 eine Mischung aus Veranstaltungen vor Ort und Webcasts geholfen hat, die Hintergründe der herausfordernden Marktentwicklungen und Implikationen für Investments zu erläutern. „Die Vielzahl an Veranstaltungen mit guter Resonanz gab uns Recht, damit den richtigen Nerv getroffen zu haben“, so Matthias Schulz, und ergänzt: „Was das Ergebnis sicherlich bestärkt hat, ist der Rückenwind durch unsere großartige Produktqualität, die sich im diametral unterschiedlichen Marktumfeld der Jahre 2021 und 2022 bewährte und durch zahlreiche Auszeichnungen auch extern bestätigt wurde.“ So wurde J.P. Morgan Asset Management von verschiedenen Fachmagazinen und Ratinghäusern als „Bester Asset Manager – Universalanbieter“ oder „Top-Fondsgesellschaft“ ausgezeichnet. „Doch da wir die Produktqualität mittelbar weniger beeinflussen können als den Service vor Ort, freut es uns umso mehr, dass wir nun zum 17. Mal in Folge von den FONDS professionell Leserinnen und Lesern unter die ‚Top-Fondsgesellschaften mit herausragender Service-Qualität‘ gewählt wurden. Das ist eine sehr schöne Bestätigung und Anerkennung für unseren Einsatz und ein toller Ansporn, unsere Vertriebspartner auch zukünftig bestmöglich zu unterstützen“, unterstreicht Matthias Schulz.

Maßgeschneiderte Vertriebsunterstützung im Fokus

Sein Kollege Holger Schröm, Leiter Freie Finanzdienstleister bei J.P. Morgan Asset Management, ergänzt: „Aufgrund der Marktvolatilität verbunden mit der hohen Inflation und den verschiedenen Unsicherheitsfaktoren, die uns alle seit dem letzten Jahr beunruhigen, ist es sicherlich kein Wunder, dass es 2022 viel Gesprächsbedarf zu den Kapitalmärkten gab.“ In dem Zusammenhang ließ sich allerdings beobachten, dass trotz der teils signifikanten Marktkorrekturen, im Vergleich zu anderen turbulenten Zeiten, vergleichsweise geringe Verkäufe zu verzeichnen waren, und einige Fonds sogar profitieren konnten. „Das langjährige Mantra von unseren Marktexperten – und sicherlich auch der gesamten Industrie –, dass Kapitalmärkte nicht zu ‚timen‘ sind und es somit richtig ist, auch in schwierigen Zeiten investiert zu bleiben, wurde seitens der Anlegerinnen und Anleger positiv verstanden. Dass wir mit unserem breiten Angebot verschiedenste Strategien für die Herausforderungen des Marktes im Angebot haben, hat sicherlich geholfen“, führt Holger Schröm aus. Auf die Frage nach dem „Erfolgsgeheimnis“ für die langjährige Platzierung sieht er die zahlreichen Servicebausteine mit maßgeschneiderten Konzepten für alle B2B-Kanäle, die von den Vertriebsteams in ganz Deutschland mit viel Engagement vor Ort umgesetzt und von den „internen“ Vertriebskolleginnen und -Kollegen im Frankfurter Büro unterstützt werden.

Core-Bausteine und Nachhaltigkeit

Kombiniert wird dies mit digitalen Kampagnen und virtuellen Konferenzen, die die globale Expertise erlebbar machen. In Ergänzung erstellt J.P. Morgan Asset Management für die etablierten Partnerschaften gezielt für diese zugeschnittene Vertriebs- und Marketingaktivitäten. „Wir haben uns im Marketing auf unsere attraktiven und bewährten Bausteine für einen Core-Satellite Ansatz fokussiert, im letzten Jahr insbesondere im Core-Bereich mit globalen Dividendenaktien“, erläutert Beatrix Vogel, Leiterin Marketing & PR bei J.P. Morgan Asset Management.

Zudem wurde weiter daran gearbeitet, die Vertriebspartner in allen Phasen der Investmententscheidung zu unterstützen – von Schulungen zum Kapitalmarktwissen über Produktinformationen bis hin zu verständlichen, für Endkunden nutzbaren Marketingdokumenten. „Es ist uns ein großes Anliegen, Verständnis für die Faktoren zu schaffen, die auf die globalen Märkte Einfluss nehmen und damit auch das Anlegerverhalten prägen. Deshalb unterstützen wir kontinuierlich den Aufbau von Finanzmarktwissen, damit die Entscheidungsfindung professionell und risikobewusst erfolgen kann. So arbeiten wir immer auch daran, innovative Möglichkeiten für die Unterstützung des Vertriebsgesprächs zu bieten, seien es Videos, digitale Informationen oder Online-Tools – zum Beispiel auch für Endkunden zur Unterstützung der Kampagne ‚Vom Sparen zum Anlegen‘“, führt Beatrix Vogel aus.

Im Zuge dieser Kampagne stand auch weiterhin das Thema Nachhaltigkeit im Fokus, das für viele Menschen ein Aufhänger sein kann, am Kapitalmarkt aktiv zu werden. Mit Fonds, die in zukunftsorientierte Unternehmen investieren, die Lösungen rund um den Klimawandel entwickeln, lässt sich der Wunsch nach Kapitalwachstum mit dem Wunsch „etwas Gutes mit den Ersparnissen zu tun“, verbinden. So steht auch weiterhin das Thema „Frauen und Geldanlage“ im Fokus, denn hier besteht weiterhin noch Nachholbedarf, die finanzielle Zukunft zu sichern, was eine sehr große Chance für die Beratung darstellt.

Eine nachhaltige Zukunft gestalten helfen

So wurden im letzten Jahr bei den neu aufgelegten Fonds zwei Schwerpunktthemen verfolgt: Nachhaltigkeit und aktive ETFs. Mit dem JPMorgan Funds – Climate Change Solutions Fund wurde Ende 2021 der erste Artikel-9-Fonds der Gesellschaft aufgelegt, der in zukunftsorientierte Unternehmen investiert, die Lösungen gegen die Ursachen des Klimawandels entwickeln und skalieren. Für den Fonds wird Künstliche Intelligenz mit dem fundamentalen Research und dem aktiven Management der Experten kombiniert. Dieses innovative Konzept ist seit Sommer 2022 auch im ETF-Mantel verfügbar als JPMorgan ETFs ICAV – Climate Change Solutions UCITS ETF.

Im November 2022 kam der erste Artikel-9-Anleihenfonds dazu, der JPMorgan Funds Green Social Sustainable Bond Fund, der seit Anfang März 2023 auch als ETF investierbar ist (JPMorgan ETFs (Ireland) ICAV – Green Social Sustainable Bond UCITS ETF). „Die Strategie investiert in verschiedene nachhaltige Bereiche, also neben ‚grünen‘ Anleihen auch in das stark wachsende Segment der Anleihen, die auf soziale Kriterien fokussieren. Dank ausgewiesener Researchkapazitäten und globaler Kompetenzen ermöglicht diese aktive Strategie Zugang zu diesem interessanten und stark wachsenden Anleihensegment“, erläutert Alexandra Stejskal, Leiterin Wholesale Sales bei J.P. Morgan Asset Management.

„Beide Fonds profitieren von der langjährigen Expertise der jeweiligen Investment-Teams und vor allem von unserer immer größeren Expertise in Sachen Nachhaltigkeit. Das Sustainable-Investment-Team, das die verschiedenen ‚Investment Desks‘ unterstützt, ist inzwischen auf über 30 Expertinnen und Experten angewachsen“, führt Alexandra Stejskal aus.

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J.P.Morgan Asset Management, (Europe) S.á.r.l. , Frankfurt Branch, Junghofstraße 14, ­60311 Frankfurt Tel.: 069/71240, Fax: 069/71242180, www.jpmam.de

Der Begriff ist inzwischen zu einem Synonym für Veränderung geworden: „Zeitenwende“.

Doch nicht nur im Politischen ist die Rede davon. Denn im Zuge von Krieg und Lieferengpässen begann die Inflation, getrieben von Energiepreisen, in den letzten Monaten massiv zu steigen und wirkte sich auf alle Lebensbereiche aus. Könnte es für Anleger nun eine logische Folgerung sein, langfristig etwa auf Energiewerte zu setzen, um Renditechancen zu erhöhen? Die Hamburger Sutor Bank hat in einer Auswertung untersucht, inwieweit sich Performances ausgewählter Branchen und Investmentstile in den letzten fünf Jahren verändert haben. Dazu hat die Bank neun Branchen- sowie zwei Investmentstil-Indizes (Growth und Value) des Indexanbieters MSCI World auf US-Dollar-Basis nach Jahren (2018 bis 2022) verglichen.

„Zwar zeigen sich von 2021 auf 2022 einige deutliche Verschiebungen in der Performance-Rangliste der Branchen. Doch ob dies ein längerfristiger Trend sein wird, bleibt abzuwarten“, sagt Mathias Beil, Leiter Private Banking bei der Sutor Bank. Aus seiner Sicht werde es auch in den nächsten Jahren eine starke Rotation bei Branchen und Investmentstilen geben. „Auf Branchen wirken einerseits gesamtwirtschaftliche Faktoren, zum anderen branchenspezifische Entwicklungen ein. Ein fundamentaler Trend, dass einige Branchen langfristig im Vorteil gegenüber anderen sein könnten, ist nicht erkennbar. Die beste Strategie für Anleger bleibt die Diversifikation über verschiedene Branchen und Investmentstile hinweg“, erklärt Beil.

Beil sieht eine stärkere Veränderung eher im Hinblick auf Bewertungsmaßstäbe. Nachdem klassische fundamentale Bewertungsmaßstäbe wie KGV oder Dividendenrendite in den letzten Jahren bei vielen Wachstumswerten in den Hintergrund gerückt seien, ändere sich dies nun.

Energie und Value rotierten schon 2021 in der Rangliste nach oben

Der Vergleich zeigt, dass von 2021 auf 2022 Versorgerwerte in der Performance-Liste weit nach oben gesprungen sind, auch Basiskonsumgüter kletterten nach oben. IT- und Growth-Werte rutschten hingegen weiter nach hinten. Noch schlechter als IT- und Growth-Werte schnitten 2022 Nicht-Basiskonsumgüter ab. Hier zeigen sich aus Sicht von Mathias Beil vor allem die Auswirkungen der gestiegenen Inflation, da Konsumenten aufgrund höherer Ausgaben für Energie und Lebensmittel vor allem bei Nicht-Basiskonsumgütern gespart haben – wie etwa Autos, Bekleidung, Uhren und Schmuck oder auch Hotelübernachtungen. Nicht erst seit 2022, sondern bereits seit 2021 stehen Energiewerte ganz oben in der Performance-Rangliste mit jeweils über 40 Prozent Wertentwicklung im Jahr – während dieses Segment 2020 mit minus 30 Prozent noch weit abgeschlagen am Ende der Vergleichsgruppe lag. Auch Value-Titel sind bereits seit 2021 vor Growth-Werten zu finden und liegen in der oberen Hälfte der Performance-Rangliste.

„Das Ablösen von Growth-Werten durch Value-Titel bei der Wertentwicklung ist nach einigen Jahren der Growth-Dominanz durchaus prägnant. Es werden nun kleinere Brötchen gebacken, aber dafür mit Substanz“, konstatiert Kapitalmarktexperte Beil. Für den IT-Sektor sieht Beil trotz des regelrechten Absturzes von 2021 (+30%) auf 2022 (-31%) aber keinen Beginn einer Zeitenwende ins Negative. „Viele große IT-Unternehmen trimmen ihre Prozesse und Strukturen derzeit stark auf Effizienz, gleichzeitig finden weiterhin massive Investitionen statt, etwa in KI-Technologie. Vor allem die großen Tech-Konzerne werden davon auf lange Sicht profitieren und Entwicklungen dominieren“, erklärt Mathias Beil.

„Blickt man nur auf die großen Ausschläge nach oben, könnten Anleger derzeit verleitet sein, hauptsächlich auf Energie- oder Versorgerwerte zu setzen. Doch die Erfahrung zeigt, dass es bei starken Ausschlägen nach oben schnell wieder nach unten gehen kann“, sagt Beil. Gerade in der Energiebranche stecke eine sehr hohe Dynamik, einerseits durch die Transformation weg von fossilen Quellen, andererseits müsse weiterhin darauf gesetzt werden, um die Energieversorgung zu sichern. Zudem gebe es auch bei nachhaltigeren Energiequellen Risiken, etwa durch zunehmende Regulatorik. Interessant seien aus seiner Sicht eher Werte, die weniger Ausschläge zeigten und relativ kontinuierlich in der oberen Hälfte der Rangliste stehen – wie etwa Healthcare.

Comeback fundamentaler Bewertungsmaßstäbe

Beim Ansetzen von Bewertungsmaßstäben erkennt Mathias Beil eine Gegenbewegung. Solide Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und Dividendenrendite seien aus seiner Sicht in den letzten Jahren bei vielen Investoren stärker in den Hintergrund geraten. „In der Ära der Wachstumswerte stand weniger die klassische Bilanzbewertung im Vordergrund, sondern vielmehr die Wachstumsprognose. Viele Unternehmen konnten diese Prognosen letztlich jedoch nicht erfüllen“, erklärt Beil. Das Comeback der fundamentalen Bewertung führe in der Konsequenz auch zu weniger Übertreibung an den Märkten und damit zu mehr Stabilität an der Börse.

Über die Sutor Bank

Die Hamburger Sutor Bank, gegründet 1921, bietet klassisches Private Banking, betreibt eine Banking-Plattform für digitale Partner und kooperiert mit unabhängigen Finanzdienstleistern

Verantwortlich für den Inhalt:

Sutor Bank GmbH, Hermannstr. 46, 20095 Hamburg, Tel. +49 (0)40 / 8090 6855 17, www.sutorbank.de 

Die Sauren Fonds-Service AG wurde aktuell mit dem Deutschen Fondspreis 2023 für herausragende Service-Qualität ausgezeichnet.

Aus einer Gesamtzahl von 164 Fondsgesellschaften erreichte sie den beachtlichen 2. Platz bei dem von FONDS professionell vergebenen und begehrten Service-Award.

„Wir möchten uns bei allen Vertriebspartnern bedanken, die für uns gestimmt haben. Die Auszeichnung ist für uns Ehre und Ansporn zugleich, Ihnen auch zukünftig eine hervorragende Unterstützung zu bieten“, freut sich Vertriebsvorstand Ansgar Schraud und ergänzt: „Der Gewinn des Awards ist eine Bestätigung unserer Arbeit und unserer gelebten Service-Orientierung – nicht nur für uns im Vertrieb sondern für das gesamte Team hier bei Sauren.“

Als Basis der Auswertung diente eine Leserbefragung, an der sich mehr als 6.000 Berater und Finanzprofis beteiligt haben. Die Höchstauszeichnung mit dem Qualitätsurteil „herausragend“ erhalten dabei nur die besten drei Gesellschaften.

„Insbesondere als eher kleine und spezialisierte Investmentboutique einen Platz auf dem Siegerpodest zu erreichen, zeigt auch, dass wir unseren Vertriebspartnern gute und für sie relevante Informationen bereitgestellt haben. Mit der «Investmentwelt im Wandel» und der «Zinsfalle» haben wir ein im letzten Jahr für unsere Partner wichtiges Thema beleuchtet“, erklärt Unternehmensgründer Eckhard Sauren und hebt hervor: „Unsere Vertriebspartner haben sicherlich auch honoriert, dass wir ihnen im herausfordernden Jahr 2022 insbesondere mit unseren modernen Multi-Asset-Fonds überzeugende Lösungen anbieten konnten.“

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Sauren Fonds­Service AG, Im MediaPark 8 (KölnTurm), D­-50670 Köln Tel.: 0221 / 650 50 ­ 0, Fax: 0221 / 650 50 ­ 120, www.sauren.de

Union Investment bietet ab sofort den Rentenlaufzeitfonds „UniEuroRenta Unternehmensanleihen 2028“ an, mit dem Anleger von den Chancen weltweiter Unternehmensanleihen profitieren können.

Die Zeichnungsfrist dauert vom 27. Februar bis 29. März 2023. Die Auflegung findet am 30. März 2023 statt. Laufzeitende ist der 15. September 2028.

Der „UniEuroRenta Unternehmensanleihen 2028“ ermöglicht es Anlegern, breit gestreut in ein Euro-Rentenportfolio mit fester Laufzeit zu investieren. Der Fokus liegt dabei auf Unternehmensanleihen weltweiter Emittenten mit Investmentgrade-Rating. Daneben werden maximal 20 Prozent des Fondsvermögens in Hochzinsanleihen angelegt. Als Beimischung können auch Anleihen von Emittenten aus osteuropäischen Schwellen- bzw. Entwicklungsländern erworben werden. Für das Portfolio kommen ausschließlich Papiere in Frage, deren Laufzeit spätestens mit Fälligkeit des Fonds endet. Dadurch wird das Risiko von Zinsanstiegen und den damit verbundenen Kursrückgängen zum Laufzeitende begrenzt.

Unternehmensanleihen bieten wieder attraktive Renditechancen

Steigende Zinsen haben an den Rentenmärkten zu einem signifikanten Renditeanstieg geführt. „Hierdurch eröffnen sich wieder attraktive Anlagemöglichkeiten für Investoren. Unternehmensanleihen mit guter Bonität rentieren aktuell so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr“, sagt Fondsmanager Vincent Ehlers.

Der „UniEuroRenta Unternehmensanleihen 2028“ eignet sich für Anleger, die die Ertragschancen von weltweiten Unternehmensanleihen nutzen möchten. Dazu sollten sie ihr Kapital mittelfristig anlegen wollen bzw. einen Anlagehorizont bis zum Laufzeitende des Fonds mitbringen und mäßige Wertschwankungen akzeptieren. Der Einstieg ist nur über eine Einmalinvestition während der Zeichnungsphase möglich.

Vorzeitiger Verkauf möglich

Die Laufzeit des „UniEuroRenta Unternehmensanleihen 2028“ endet am 15. September 2028. Anleger können aber auch während der Laufzeit jederzeit Fondsanteile veräußern. Es ist allerdings vorgesehen, dass bei einem vorzeitigen Verkauf eine Dispositionsgebühr von 1,0 Prozent des Anteilwertes erhoben wird, die dem Fondsvermögen gutgeschrieben wird. Dieser Rücknahmeabschlag entfällt am Laufzeitende.

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Union Asset Management Holding AG, Weißfrauenstraße 7, Tel: 069-2567-264160311, Frankfurt am Main, www.union-investment.de

Ist es sinnvoll, sich auf Ereignisse vorzubereiten, die zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich sind? 

Ja, sagt Christopher Teschmacher, Fondsmanager bei Legal & General Investment Management (LGIM), zumindest wenn sie gravierende Auswirkungen auf Märkte und Portfolios haben können:

„Im Gegensatz zu den sogenannten schwarzen Schwänen – wirklich unvorhersehbare Ereignisse, gegen die man sich nur schwer absichern kann – sind graue Schwäne Risiken, die bei der Strukturierung eines Portfolios durchaus berücksichtigt werden können.

2022 war ein außergewöhnliches Jahr: Ein Jahr der grauen Schwäne, wenn es je eines gegeben hat! Wir erlebten aggressive Zinserhöhungen, Krieg in Europa, die Abschottung Chinas, eine Energiekrise und hohe Inflation.

Viele Ereignisse, die 2022 eintraten, waren Anfang des Jahres zwar als unwahrscheinlich einzustufen gewesen, aber sie waren nicht unvorhersehbar: ein Rückgang der Covid-Impfungen, Russlands Einmarsch in der Ukraine, die Wechselkurs-Parität zwischen Euro und US-Dollar, zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem US-Wachstum, der Zusammenbruch des Kryptowährungsmarktes auf unter eine Milliarde US-Dollar und nicht zuletzt: die Verbreitung einer neuen Covid-Variante.

Die Kombination der dramatischen Ereignisse führte 2022 zu einer negativen realen Performance in allen wichtigen Anlageklassen mit Ausnahme von Rohstoffen, wobei die Korrelation zwischen Anleihen und Aktien so positiv ausfiel wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

2023 – ein dystopisches Jahr?

Die grauen Schwäne dieses Jahres haben einen stärker dystopischen Charakter als in den Vorjahren. Cyberangriffe kommen immer öfter vor und verschaffen ihren Urhebern oft Zugang zu sensiblen Informationen. Wenn sie sich häufen, ist es nicht schwer vorstellbar, dass die Auswirkungen auf die Finanz- und Realwirtschaft übergreifen.

Ein weiteres Risiko ist die Beschädigung lebenswichtiger unterseeischer Internetkabel. Sie könnte dazu führen, dass große Finanzinstitute oder Börsen vorübergehend ausfallen und alternative Quellen für den Internetzugang finden müssten.

Wie geht es auf der geopolitischen Bühne weiter? Im Ukrainekrieg scheint leider vieles denkbar. Auch eine Beteiligung der NATO am Ukraine-Russland-Krieges kann – zumindest theoretisch – nicht ausgeschlossen werden. Die Spannungen zwischen China und Taiwan könnten ebenfalls zunehmen und in einen offenen Konflikt münden.

Anleger sollten die potenziellen Auswirkungen derartiger Ereignisse auf ihr Portfolio analysieren und Strategien zur Risikominderung prüfen. Weitere graue Schwäne, die wir für 2023 ins Auge fassen:

  • Stagflation in den USA in mindestens einem Quartal: Sowohl der Verbraucherpreisindex als auch die Arbeitslosigkeit stehen bei mehr als fünf Prozent
  • Rohöl der Sorte Brent kostet 200 US-Dollar pro Barrel
  • Die Immobilienpreise in Großbritannien fallen um mehr als 15 Prozent von ihrem Höchst- auf den Tiefststand
  • Mehr als 500 Börsengänge bringen den US-Primärmarkt zurück auf Höchstwerte
  • Nordkorea tritt in einen bewaffneten Konflikt mit Südkorea/Japan ein
  • Eines oder mehrere Länder stoßen einen EU-Austritts-Prozess an
  • In mindestens einem europäischen Land setzt die Regierung eine Lebensmittelrationierung durch“

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Legal & General Deutschland, Service­ GmbH, Richmodstr. 6, 50667 Köln, Tel: 0221/92042­225, Fax: 0221/92042­301, www.legal­and­general.de

Kommentar von Robert Schramm-Fuchs, Portfolio Manager, Janus Henderson Investors

Die Gesamtinflation in der Eurozone fiel im Jahresvergleich um weniger als die erwarteten 0,1 Prozentpunkte auf 8,5 %. Der Rückgang war im Grunde nur auf die sinkende Energieinflation zurückzuführen. Angesichts des weltweit empfindlichen Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage, das durch die strukturell hohe Angebotsdichte, die wieder steigende Nachfrage Chinas und die geopolitischen Risiken gefährdet ist, ist diese Entwicklung mit Vorsicht zu betrachten. Mehr als 60 % des Anstiegs der Kerninflation waren auf die höhere Dienstleistungsinflation zurückzuführen, die in der Regel recht hartnäckig ist. Der Beitrag der Wareninflation zur Kerninflation war geringer, aber der Anstieg selbst war angesichts der jüngsten Rückgänge bei den Energiepreisen, den Frachtkosten und der allgemein nachlassenden Lieferengpässe eine positive Überraschung. Die Kerninflation (ohne Energie) in der Eurozone weist sehr ähnliche Werte wie in den USA auf, doch ist der Zinsunterschied immer noch recht groß. Wir können daher nur wiederholen, was wir zu den Daten des letzten Monats gesagt haben – den Zentralbanken gehen die Ausreden, die ihnen die makroökonomischen Daten liefern, sicher nicht aus, um ihren geldpolitischen Straffungskurs fortzusetzen. Die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank in zwei Wochen dürfte wieder von den Falken dominiert werden, da die Inflationszahlen in fast allen wichtigen Ländern der Eurozone überrascht haben.

Für die Aktienmärkte bedeutet die anhaltende Inflation und das Ausbleiben eines Kurswechsels der Zentralbanken unseres Erachtens weiterhin eine Outperformance von Value-Titeln gegenüber höher bewerteten Wachstumswerten. Und damit eine anhaltende Outperformance Europas als wesentlich günstigerem „Value“-Markt gegenüber dem US-Aktienmarkt. Letztendlich wird die deutliche geldpolitische Straffung angesichts der üblichen Verzögerungen von bis zu einem Jahr erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Dies wird dann der Moment sein, in dem Aktien nicht mehr mit einer Kehrtwende, sondern mit einer Pause der Zentralbank rechnen können. Dies sollte ein gutes Risk-on-Signal sein.

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Janus Henderson Investors, Tower 185, 25th floor, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, D-60327 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 86003 0,Fax: +49 69 86003 355, www.janushenderson.com

Femtech ist ein relativ junger Subsektor in der Healthcare-Branche.

Andreas Dittmer, Produkt- und Client Portfolio Manager bei der Apo Asset Management GmbH (apoAsset) erklärt, warum in diesem Bereich große Wachstumsmöglichkeiten für Unternehmen sowie Anlegerinnen und Anleger schlummern.

Die Medizin wird gewissermaßen weiblich: Bei Femtech, einer Wortschöpfung aus den beiden Begriffen Female und Technology, handelt es sich um einen noch jungen Bereich in der Medizintechnik. Im Kern geht es um neue Technologien, Programme und Services, die speziell auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten sind. Eigentlich ist es erstaunlich, dass es diesen Bereich noch nicht länger gibt.

Immerhin kommen Frauen auf einen Anteil von rund 50 Prozent an der Weltbevölkerung. Gleichzeitig unterscheiden sich abhängig vom Geschlecht in zahlreichen Bereichen die Anforderungen an die medizinische Versorgung erheblich. Schließlich gelten Frauen als gesundheitsbewusster als Männer. Interessanterweise wurden im Bereich der Medikamentenentwicklung die meisten Präparate für weiße Männer in der westlichen Welt entwickelt. In der Anwendung zeigt sich, dass diese nicht für alle Menschen gleichermaßen wirken.

Die dänische Internetunternehmerin Ida Tin gilt als Erfinderin des Begriffs Femtech. Dabei handelte es sich nicht um eine reine Wortschöpfung. Tin stellte 2016 auf der Messe TechCrunch Disrupt ihre Menstruations-App Clue vor. Die Entwicklung startete also gerade einmal vor rund sieben Jahren. Von Tin stammt das Zitat: „Ich dachte, es ist verrückt, dass wir einen Mann auf den Mond schicken können, aber wir kein Werkzeug haben, das uns hilft, die eigenen Muster unseres Körpers zu verstehen.“ Damit fiel gewissermaßen die Entscheidung, eine Zyklus-App zu entwickeln.

Femtech ist deutlich mehr als Zyklus-Tracking

Seitdem haben sich sowohl der Begriff Femtech als auch eine ganze Reihe an Innovationen aus diesem Bereich in zahlreichen Anwendungsgebieten etabliert. Allein im Bereich Zyklus-App gibt es mittlerweile weltweit mehr als 100 Programme für das Smartphone. Femtech ist jedoch deutlich umfassender.

Dazu gehören auch Themen wie Reproduktionsmedizin, Schwangerschaft, Geburt und Neugeborenenservices, Becken- und Uterusgesundheit oder Allgemeine Frauengesundheit. Dabei handelt es sich um Bereiche, die eine hohe Zahl von Frauen betreffen. In den industrialisierten Ländern haben zehn Prozent der Frauen, die schwanger werden wollen, damit Schwierigkeiten. In Deutschland haben sogar rund ein Drittel der Frauen Probleme mit den Wechseljahren. Aufgrund der hohen Verbreitung spielt auch das Thema Brustkrebs eine wichtige Rolle. Bei Femtech handelt es sich somit nicht um ein Nischenthema, sondern um einen Wachstumsmarkt, der aufgrund seines jungen Alters über enormes Potenzial verfügt.

Raus aus den Kinderschuhen

Typisch für einen jungen Bereich haben anfangs vor allem Start-ups die Femtech-Szene dominiert. Mittlerweile mischen aber auch Konzerne mit milliardenschweren Umsätzen und Börsenwerten bei dem Thema mit. Zum Beispiel Establishment Labs. Das Unternehmen aus Costa Rica ist vor allem auf die Brustästhetik und -rekonstruktion spezialisiert. Konkret geht es um silikongefüllte Brust- und Körperimplantate. Seit 2010 hat Establishment Labs bereits mehr als 2,5 Millionen Implantate an plastische Chirurgen in mehr als 80 Ländern geliefert. Nach der rasanten Aktienrally der vergangenen Jahre kommt das Unternehmen mittlerweile auf einen Börsenwert von rund 1,6 Milliarden Euro (Stand: 28.02.2023). Die Implantate von Establishment Labs gelten als Hightech- Medizinprodukte.

Oder Richter Gedeon. Das Unternehmen bekannt als Generikahersteller aus Ungarn bietet nach eigenen Angaben Frauen jeder Altersgruppe hochwirksame, sichere und preislich erschwingliche Präparate in allen relevanten Indikationen der Frauengesundheit an. Das Biotech-Unternehmen kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 3,8 Milliarden Euro.

InMode aus Israel schafft es immerhin auf einen Börsenwert von 2,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen entwickelt und verkauft auf Hochfrequenz (RF) basierende Technologien, die bei Schönheitsbehandlungen eingesetzt werden. Im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Verfahren benötigen die Behandlungen mit InMode nur eine lokale Betäubung, sind narbenfrei und in der Regel günstiger.

Rasante Entwicklung

Zurück zu Ida Tin. Mittlerweile nutzen weltweit in mehr als 190 Ländern rund elf Millionen Frauen die Zyklus-App Clue. Das Beispiel zeigt, welches Potenzial im Bereich Femtech steckt. Der Healthcaremarkt insgesamt zeichnet sich seit Jahren durch ein robustes und weitgehend konjunkturunabhängiges Wachstum aus. Zu den wesentlichen Treibern zählen das weltweite Bevölkerungswachstum und eine Vielzahl von Innovationen. Beim Bereich Femtech kommt dazu, dass das Thema Frauengesundheit bis vor wenigen Jahren völlig vernachlässigt wurde. Es besteht somit ein enormer Nachholbedarf. Und der Innovationszug hat hier gerade erst Fahrt aufgenommen.

Über Andreas Dittmer, Apo Asset Management GmbH (apoAsset)

Andreas Dittmer ist Produkt- und Client Portfolio Manager der Apo Asset Management GmbH (apoAsset). Zuvor war er Vertriebsdirektor für institutionelle Kunden und bekleidete über viele Jahre die Position als Fondsmanager für europäische Aktienmarktkonzepte, zunächst bei der Westfalenbank, dann bei der apoAsset. Andreas Dittmer verfügt über 26 Jahre Investmenterfahrung und hat im Laufe seiner Karriere viele erfolgreiche semi- passive und quantitative Auswahlverfahren für den Aktienbereich entwickelt. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann erlangte er seine akademische Fundierung zum Betriebswirt an der IFM, Essen.

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Apo Asset Management GmbH, Richard-Oskar-Mattern-Str. 6, 40547 Düsseldorf, Tel: (02 11) 86 32 31 0, www.apoasset.de