Kommentar zum aktuellen Vermögensbericht der Deutschen Bundesbank von Florian Jansen, Berater Private Banking der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Die Deutschen sparen immer noch mehrheitlich falsch, das hat sich auch in der Corona-Pandemie nicht wesentlich gewandelt. Der Unterschied ist jedoch, dass sie deutlich mehr sparen und die Nettovermögen kräftig gestiegen sind, wie der Vermögensbericht der Deutschen Bundesbank verdeutlicht.

316.500 Euro – so hoch war 2021 das durchschnittliche Nettovermögen eines Haushalts in Deutschland. Das geht aus dem Vermögensbericht der Bundesbank hervor, der Ende April erschienen ist und alle drei Jahre die Vermögensverhältnisse der deutschen Haushalte untersucht. Damit erreicht das Durchschnittsvermögen der Deutschen einen neuen Höchststand, zumindest seit 2010, als die Deutsche Bundesbank damit begann, diese Zahl zu ermitteln. Gegenüber der vorangegangenen Erhebung von 2017 hat das Nettovermögen der Haushalte demnach zuletzt um 83.600 Euro zugenommen, was einem kräftigen Anstieg um 36 Prozent entspricht. Auch der Median der Nettovermögen (eine Hälfte der Haushalte hat mehr, eine Hälfte weniger) ist von 70.800 Euro auf 106.600 Euro geklettert – ein Plus von unglaublichen 62 Prozent.

Das Vermögen der Deutschen wächst also in überraschend hohem Tempo. Dabei erfasst die Bundesbank nicht nur Barvermögen und Sparguthaben, sondern auch Immobilieneigentum, Betriebsvermögen, signifikante Sachwerte wie Autos, Sammlungen oder Schmuck, private Renten- und Lebensversicherungen und nicht zuletzt auch Wertpapierbestände wie Aktien oder Fondsanteile. Ein Blick auf deren Entwicklung zeigt, dass sogar der Anteil der Deutschen, die an der Börse investiert sind, allmählich steigt. Traditionell gelten deutsche Anleger als sehr zurückhaltend beim Thema Aktien und Fonds: Stand 2021 halten 15 Prozent der Haushalte Aktien und 21 Prozent sind in Besitz von Fondsanteilen. Das ist zwar ein Plus von vier bzw. fünf Prozentpunkten gegenüber der vorangegangenen Erhebung von 2017, allerdings insgesamt und gemessen am Gesamtvermögen immer noch viel zu wenig.

Zu viel Barvermögen schmilzt dahin

Ein genauerer Blick in die Vermögensaufteilung zeigt denn auch, dass der größte Teil des Vermögens statistisch betrachtet in illiquiden Vermögenswerten steckt, vor allem im eigenen Betrieb oder in der selbstbewohnten Immobilie, sofern diese vorhanden sind. Zehn Prozent der Haushalte nannten eine Firma ihr Eigen, der Durchschnittswert betrug 2021 gut eine halbe Million. 45 Prozent der Haushalte bewohnen zudem ein Eigenheim, und die allein sind zwischen 2017 und 2021 im Wert um ein Drittel von durchschnittlich 258.800 Euro auf 343.200 Euro gestiegen. Gleichzeitig wuchsen die deutlich niedrigeren Hypothekenschulden dank der historisch niedrigen Zinsen nur um 18 Prozent. Das Nettovermögen der privaten Haushalte stieg also vor allem aufgrund von Betriebs- und Immobilieneigentum.

Zu dem beachtlichen Anstieg der Nettovermögen kam es während der Corona-Pandemie aber auch durch Konsumeinschränkungen sowie höhere Sparquoten. Denn das zeigen die Bundesbank-Zahlen ebenfalls: Auch die Summen auf den nahezu unverzinsten Giro- und

Sparkonten sind deutlich gestiegen. Durchschnittlich lagen fast 13.000 Euro pro Haushalt auf dem Girokonto und nochmal knapp 31.000 Euro auf Sparkonten. Das sind im Durchschnitt 44.000 Euro, bei denen Sparer Rendite verschenken und nach Abzug der Inflation reale Kaufkraftverluste erleiden, weil die Inflationsrate mit 7,4 Prozent (Stand: März 2023) immer noch deutlich höher als die Garantiezinsen liegt.

Dazu ein kleines Rechenbeispiel: Nehmen wir an, auf die durchschnittlich 44.000 Euro auf den Sparkonten bekämen die deutschen Haushalte drei Prozent Zinsen, so wäre das Guthaben nach einem Jahr auf 45.320 Euro angewachsen. Gleichzeitig beträgt der Kaufkraftverlust bei einer Inflation von sieben Prozent nach einem Jahr 3.080 Euro, das Geld wäre inflationsbereinigt nur noch 42.150 Euro wert. Nach fünf Jahren wären die Ersparnisse auf eine Kaufkraft von 29.250 Euro geschrumpft

Gegen die Inflation helfen nur Wertpapiere

Gegen einige Nettomonatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto ist im Sinne einer liquiden Reserve für Notfälle nichts zu sagen. Doch auf deutschen Sparkonten liegt zu viel Geld und auf Guthaben gibt es dort auch nach der Zinswende immer noch deutlich niedrigere Zinsen als die Inflation. Noch weniger lohnt sich das Girokonto, auf dem es bis heute in der Regel keine oder eine kaum spürbare Guthabenverzinsung im Promillebereich gibt. Selbst Festgeldkonten mit einer Mindestanlagedauer von drei und mehr Jahren bringen derzeit bestenfalls drei Prozent Zinsen im Jahr. Hohe Beträge auf Spar-, Festgeld- und Girokonten waren und sind deshalb keine gute Idee.

Wer ein Dahinschmelzen seines Vermögens verhindern will und seine Ersparnisse lieber für den Vermögensaufbau nutzen möchte, sollte sich daher mit Wertpapieren beschäftigen.

Dabei hat sich eine Mischung aus Aktien für die Rendite, Anleihen sowie Immobilienfonds für die Stabilität und Gold als Krisenversicherung grundsätzlich bewährt. Für den verzinslichen Anteil der Vermögensstruktur empfiehlt es sich, unter Berücksichtigung der persönlichen Anlageziele eine Laufzeitenstruktur aufzubauen. Je nach Risikoneigung und Anlegertyp können auch noch Alternative Anlagen wie beispielsweise Private Equity beigemischt werden. Ob Einzelinvestments oder eine Fondslösung gewählt werden, ist abhängig von der Depotgröße und der Bereitschaft, Zeit in die Portfoliopflege zu investieren. Fondsanlagen benötigen dabei weniger Aufmerksamkeit als einzelne Aktien, Anleihen oder Derivate.

Auf die richtige Mischung kommt es an

Aktuell sind beispielsweise Aktien relativ hoch bewertet. Im Falle einer Rezession könnten sinkende Unternehmensgewinne zu kräftigen Kursverlusten führen. Andererseits bieten viele Aktien zuverlässig attraktive Dividenden. Die durchschnittliche Rendite liegt im Aktienindex Stoxx Europe 600 immerhin bei 3,6 Prozent. Kommen dann noch moderate Kursgewinne der Aktien hinzu, übertrifft die Rendite schnell die Inflationsrate. Anleihen hingegen haben nach wie vor Aufholpotenzial, bieten bei überschaubarem Risiko aber schon jetzt attraktive Verzinsungen. Insbesondere kurzlaufende Anleihen bieten gute Perspektiven, daneben dürften neu emittierte Anleihen von weiteren Zinserhöhungen der Notenbanken profitieren. Gold notiert wieder knapp unter dem Allzeithoch und ist somit teuer. Als Depotbeimischung und Versicherung gegen scharfe Krisen, die Aktien- und Anleihekurse in die Tiefe rauschen lassen, hat sich das Edelmetall jedoch langfristig bewährt.

Die Kunst einer rentablen Geldanlage besteht in der adäquaten Gewichtung der verschiedenen Anlageklassen und Investments, abhängig vom Marktumfeld, Risikoneigung und Anlagehorizont der Anlegerin oder des Anlegers. Generell gilt dabei: Je länger das investierte Geld entbehrlich ist und je länger der Anlagehorizont, umso riskanter, aber auch chancenreicher darf das Wertpapierportfolio sein. Ein paar Jahre vor der Kapitalentnahme sollte dann schrittweise in risikoarme Anlagen umgeschichtet werden. Anleger sollten sich dazu den Rat von Anlageprofis und erfahrenen Vermögensverwaltern einholen, um eine individuell angepasste Portfoliostruktur und Anlagestrategie zu entwerfen. Hierfür stehen Ihnen die Beraterinnen und Berater der LAUREUS AG gerne mit Ihrer Expertise und langjährigen Erfahrung zur Seite.

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Laureus AG Privat Finanz, Ludwig-Erhard-Allee 15, D-40227 Düsseldorf, Tel: 0211 / 16098­0, www.laureus­ag.de

Die Fed hat den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben. Sonia Meskin, Head of U.S. Macro bei BNY Mellon Investment Management, sieht die Erwartungen der Anleger damit bestätigt:

„In der Pressekonferenz räumte Jerome Powell ein, dass die geringere Kreditvergabe durch die Banken zukünftig wahrscheinlich eine Belastung für die Konjunktur darstellen wird. Das entspricht auch unserem zentralen Szenario für 2023. Powell zeigte sich jedoch zuversichtlicher als die Mitarbeiter des Federal Reserve Board (und wir), dass die US-Wirtschaft eine bevorstehende Rezession vermeiden kann. Die Vorstellungen der Fed und der Anleger unterscheiden sich weiterhin vor allem mit Blick auf mögliche Leitzinssenkungen in diesem Jahr – die Fed sieht keine, die Märkte dagegen einige.

Bei der Zins-Entscheidung der Fed im Juni wird es auf die Inflation, Arbeitsmarktdaten und die Kreditauflagen des Bankensektors ankommen. Risiken gehen außerdem von der Frage der US-Schuldenobergrenze aus. Sofern der Inflationsdruck auf breiter Basis bestehen bleibt, die Zahl der offenen Stellen nicht weiter sinkt und die Verhandlungen über die Schuldenobergrenze im Hintergrund gut verlaufen, könnte eine Zinserhöhung im Juni folgen. Falls die Inflation hingegen generell nachlässt, sich die Kreditverknappung beschleunigt oder die Unsicherheit über die Schuldenobergrenze die Stimmung eintrübt, dürfte es eher eine Zinspause geben.

Insgesamt halten wir es allerdings für unwahrscheinlich, dass die Fed eine Zinssenkung vor 2024 in Erwägung ziehen wird – im Gegensatz zum Markt, wo man mit einer früheren Zinssenkung rechnet.

Inflation bleibt bedeutend

Für den Anleihemarkt ist die Richtung der Inflation wichtig. Wir gehen davon aus, dass der dauerhafte Rückgang der Kerninflation im weiteren Jahresverlauf für festverzinsliche Anlagen positiv sein wird. Es wird erwartet, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) für April, der nächste Woche veröffentlicht wird, wieder ansteigen wird. Treiber sind vor allem die Preise für Benzin und Gebrauchtwagen. Die Beschleunigung könnte aber von kurzer Dauer sein. Wenn der Anstieg bei den VPI-Komponenten nur gering ausfällt, kann das unseres Erachtens nach nicht der vorrangige Grund für künftige Zinserhöhungen sein.

Ansonsten sind die US-Wirtschaftsdaten bislang uneinheitlich und liefern keine eindeutigen Richtungssignale für Anleger oder politische Entscheidungsträger. Die Ausrüstungsinvestitionen sind im zweiten Quartal in Folge zurückgegangen – ein Signal, dass Unternehmen ihre Aussichten vorsichtiger einschätzen. Demgegenüber waren die Konsum- und Staatsausgaben sowie die Exporte im ersten Quartal hoch.

Es gibt allerdings eine Warnung: Die jüngsten Belastungen aus dem Bankensektor haben sich noch nicht in den Daten niedergeschlagen. Es ist daher zu früh, um optimistische Schlüsse zu ziehen. Wir gehen davon aus, dass die USA im zweiten Halbjahr 2023 in eine milde Rezession eintreten werden, auch wenn es eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür gibt, dass der Konjunkturzyklus noch weiter andauern könnte. Dies wiederum birgt das Risiko eines späteren stärkeren Abschwungs.

Außerhalb des Bankensektors waren die Marktsignale ebenfalls widersprüchlich: Die Volatilität am Aktienmarkt hat sich im April auf einem historisch niedrigen Niveau stabilisiert. Die Zinsvolatilität ist seit März ebenfalls zurückgegangen, wenn auch nicht so stark wie die Schwankungen der Aktienkurse. Bei Unternehmensanleihen sind die Spreads nach wie vor historisch eng, und wir sehen das Risiko einer Ausweitung, wenn die Anleger beginnen, die Rezessionsrisiken deutlicher einzupreisen.“

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BNY Mellon IM, 160 Queen Victoria Street, London, EC4V 4LA, England, Tel: +44 20 3322 4806, www.bnymellon.com

Deutscher Geldanlage-Index 2022/23 (DIVAX-GA)

Die seit gut einem Jahr sprunghaft angestiegene Inflation hat längst die Zentralbanken auf den Plan gerufen. Die Anleihekaufprogramme wurden eingestellt, auslaufende Anleihen werden nicht ersetzt. Und weltweit wurden die Zinsen zum Teil deutlich angehoben, wobei die EZB wie gewohnt hinter der amerikanischen Fed zurückbleibt, was Umfang und Geschwindigkeit der Zinserhöhungen angeht.

Für die Bürgerinnen und Bürger macht sich die Inflation direkt im Geldbeutel bemerkbar. Aber auch die Zinsen für Geldanlagen und Kredite sind in Bewegung gekommen. Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) wollte im Rahmen des regelmäßig erhobenen Geldanlage-Index DIVAX-GA insbesondere wissen, wie die Menschen mit ihrer Geldanlage auf die Inflation und die gestiegenen Zinsen reagieren.

Schwere Zeiten für Immobilien als Geldanlage und Altersvorsorge?

Besonders gravierend sind die Auswirkungen der inflationsbedingt stark gestiegenen Zinsen für den Immobiliensektor. Dazu Prof. Dr. Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA: „Die Zinsen für Immobiliendarlehen haben sich binnen Jahresfrist mehr als verdreifacht. Ein Durchschnittshaushalt kann sich die monatlichen Raten kaum noch leisten, zumal die Immobilienpreise nicht sinken. Sie steigen zwar nicht mehr flächendeckend, bleiben auf hohem Niveau stabil. Auch die Aufträge für Neubauprojekte sind drastisch zurückgegangen, weil zusätzlich im Zuge der Inflation die Preise für Baustoffe stark gestiegen sind.“

Oliver Mathais, Geschäftsführer des Bundesverbands der Assekuranzführungskräfte VGA, eines der Trägerverbände des DIVA, ergänzt: „Was unser Verband von den Vermittlern und Beratern mit Zulassung zur Immobiliendarlehensvermittlung hört, ist eindeutig: Die Nachfrage nach Immobiliendarlehen ist stark eingebrochen. Das war zu erwarten. Mit Sorge sehen wir Finanzierungen, die in den nächsten Jahren auslaufen, vor allem bei denen mit kürzerer Zinsbindung. Bei der Prolongation könnte es hier böse Überraschungen geben. Andererseits sehen wir am Markt einen fast schon extremen Anstieg des Neugeschäftes im Bausparen. Die Bürgerinnen und Bürger gehen also offensichtlich von weiter steigenden und anhaltend hohen Zinsen aus und sichern sich jetzt das aktuelle Zinsniveau, um vielleicht erst in einigen Jahren eine Immobilie zu erwerben. Vielleicht auch in der Hoffnung, dass die Immobilienpreise sinken und eine rückläufige Inflation das Bauen wieder erschwinglich macht.“

Inflation und Geldanlage – viele Anleger passiv

So stark die Effekte bei Baufinanzierungen und beim Bausparen sind, so schwach sind die Reaktionen bei der Geldanlage. In der aktuellen DIVA-Umfrage gaben über 50 Prozent der Befragten an, nicht gegenzusteuern oder sich mit dem Thema Inflation, Zinsen und Geldanlage nicht zu beschäftigen. Nur 13,4 Prozent agieren aktiv, 35,9 Prozent teilweise. Und das obwohl knapp 90 Prozent (89,8%) der Menschen in Deutschland mit einer weiter steigenden, anhaltend hohen oder höchstens leicht sinkenden Inflation rechnen.

„In diesem Marktumfeld nimmt der Druck auf die langfristige Geldanlage und Altersvorsorge deutlich zu, und dies umso mehr, als viele Banken und Sparkassen auf Einlagen nach wie vor nur magere Zinsen vergüten. Weil die Kunden tatenlos zusehen, können sie die Differenz zu höheren Leit- und Kreditzinsen in voller Höhe für sich einstreichen“, kommentiert Heuser.

Viel Arbeit für die Berater der Finanzbranche

„Letztlich ist der Gewinn der Kreditinstitute der Verlust der privaten Anleger“, sagt Mathais. „Es gilt mehr denn je, die Bürgerinnen und Bürger im Beratungsgespräch aufzuklären und zu motivieren. Geldanlagen in Form von zinsarmen Einlagen verlieren durch die Inflation real massiv an Wert. Gleichzeitig werden Möglichkeiten ignoriert, diesen Realverlust durch festverzinsliche Papiere oder Aktien klein zu halten; immerhin ließen sich hier Guthabenzinsen von bis zu 3 Prozent bei Termingeldern und Dividendenrenditen von bis zu 5 Prozent realisieren. Aber die Menschen handeln nicht, weil ihnen die notwendigen Kenntnisse fehlen und sie nicht wissen, was zu tun ist.“

So gaben über 54 Prozent der vom DIVA Befragten an, nicht zu wissen, wie sie ihre Geldanlagen vor Inflation schützen können, oder sie beschäftigen sich nicht aktiv damit. Mehr als 20 Prozent meinten sogar, dass Tagesgelder und Sparbücher geeignete Sparformen sind, um der Inflation entgegenzuwirken. „Es ist derzeit eine der wichtigsten Aufgaben der Beraterinnen und Berater, hier tätig zu werden“, so Mathais.

Die Umfrage ist Teil der aktuellen Ausgabe des Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) und wurde im Auftrag des DIVA von INSA-CONSULIERE mit 2000 Teilnehmern durchgeführt. In die Befragung der präferierten Gegenmaßnahmen wurden lediglich diejenigen Teilnehmer miteinbezogen, die angaben, der Inflation entgegenwirkende Maßnahmen zu ergreifen (ca. 1000).

Verantwortlich für den Inhalt:

Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung GmbH, Bahnhofstraße 23, 35037 Marburg, Tel: +49 (0) 6421 59078-0, www.diva.de

Klimaprotest wird teuer – Bundesländer lassen Klimaaktivist:innen teilweise selbst für Einsatz bezahlen

Für Polizeieinsätze gegen Klimaproteste erlassen einzelne Bundesländer über die Behörden mittlerweile Strafgelder als Gebührenbescheide. Weitere Bundesländer prüfen eine solche Vorgehensweise. Die Größe des Einsatzes soll die Höhe der jeweiligen Strafe bestimmen.

In der Regel kleben sich die Aktivist:innen mit Sekundenkleber am Boden fest. Die Polizei löst mit einer Spezialmischung aus Speiseöl und Seifenlauge den Kleber auf. Eine Gebühr für diese personal- und zeitaufwendige Polizei-Einsätze hält der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jochen Kopelke, für gerechtfertigt.

Der Gründer und Vorstandsvorsitzende der ÖKOWORLD AG, Alfred Platow, kommentiert: “Konsequenzen für den zivilen Ungehorsam sind grundsätzlich nachvollziehbar und wichtig für eine funktionierende Gesellschaft. Wenn es allerdings um einen Notfall namens Klimaschutz geht, kann man dies so aus meiner Sicht nicht praktizieren. Die Letzte Generation ist ein Bündnis von Klimaaktivisten in Deutschland und Österreich. Sie verfolgt das Ziel, durch Mittel des zivilen Ungehorsams, Maßnahmen der deutschen und der österreichischen Bundesregierung gegen die Klimakrise zu erzwingen. Die ÖKOWORLD gehört dieser Initiative zwar nicht an, wir werden dennoch aus Überzeugung handeln und Proteste für den Klimaschutz unterstützen. Nach Zahlung der Strafe durch die “Täter:innen”, die sich für den Klimaschutz festgeklebt haben, übernehmen wir die Gebühren zu 100% und überweisen das Geld auf das jeweilige Privatkonto gegen Nachweis des Strafzettels und Überweisungsbeleges. Damit möchten wir ein Signal senden, wie wichtig es ist für den Klimaschutz aufzustehen, auch wenn man sich dafür hinsetzen und festkleben muss. Dies war auch der Grund für unsere Initiative und Spende für die Aktivist:innen, die in Lützerath ein Zeichen gegen die Kohlekraft und das Unternehmen RWE gesetzt haben.”

Die seit 1999 börsennotierte ÖKOWORLD AG (vormals versiko AG) ist ein führendes Unternehmen im Bereich ethisch-ökologischer Kapitalanlagen. Über 40 Jahre Erfahrung fließen in die Entwicklung und Auflegung eigener Produkte ein. Im Vertrieb werden über die ethisch-ökologische Vermögensberatung über 50.000 Kunden und Kundinnen bundesweit betreut.

Verantwortlich für den Inhalt:

ÖKOWORLD AG, Itterpark 1, D-40724 Hilden, Telefon: 02103 929-0, Telefax: 02103 929-4444, www.oekoworld.com

Kommentar von Tobias Eckl, CEO der Gubbi AG & Rechtsanwalt Lutz Auffenberg, Gründungspartner der Frankfurter Kanzlei FIN LAW

Das EU-Parlament hat am 20. April die Markets in Crypto Assets Regulation (MiCA) verabschiedet und so die Tür für eine einheitliche Regulierung des Krypto-Sektors geöffnet. Tobias Eckl, CEO der Gubbi AG, ein auf Blockchain-Technologie spezialisiertes FinTech für Vermögensverwalter, Banken und Emissionshäuser, begrüßt die neue Verordnung. „Die Europäische Union zeigt, dass sie die Bedeutung und Innovation der Branche rund um Blockchain und digitale Assets erkannt hat. Die EU verhindert so einen weiteren Brain-Drain von Experten der Branche in andere Länder und schafft mit dem regulatorischen Rahmen gleichzeitig einen Wachstumsmotor für die europäische Kryptobranche. Im Gegensatz zu den USA positioniert sich die EU überraschend progressiv, sie sichert dem europäischen Wirtschaftsraum international einen absoluten Wettbewerbsvorteil in diesem Bereich, denn damit sind regulatorische Rahmendaten geschaffen worden, auf die sich Anbieter bzw. Emittenten verlassen können. Viele Anbieter und alternative Finanzierungsdienstleister für Unternehmen haben den Sektor aufgrund mangelnder Regulierung bislang eher gemieden, damit ist jetzt Schluss. Ganz im Gegenteil werden Unternehmen das Thema Krypto jetzt noch konzentrierter angehen, wodurch ein neuer Run auf die Klasse digitaler Assets entstehen wird.”

Wer nun als Emittent, Sachwerthaus oder Vermögensverwalter dabei sein will, muss sich zügig vorbereiten, um seinen Marktanteil zu sichern. Rechtsanwalt Lutz Auffenberg, Gründungspartner der Frankfurter Kanzlei FIN LAW führt in diesem Zusammenhang aus: „Auch wenn die MiCAR in den kommenden Wochen mit Verkündung im Amtsblatt der EU in Kraft treten wird, entfaltet der Großteil ihrer Vorschriften erst ab Ende 2024 Rechtswirkung.“

Unternehmen sollten sich bereits jetzt in Stellung bringen. „Denn es werden 2024 nach endgültiger Einführung Kosten steigen, insbesondere durch Rechtsberatung, des Weitern wird die Vorreiterrolle nicht mehr möglich sein und die frühzeitige Knowhow-Sicherung wäre auch obsolet. Daher gilt für Banken, Vermögensverwalter, Fondsgesellschaften, Emissions- und Sachwerthäuser, sich jetzt als Innovationsleader zu positionieren, bevor die Regulierung im kommenden Jahr greift“, so Tobias Eckl, CEO der Gubbi AG.

Über die Gubbi AG:

Die Gubbi AG wurde 2022 gegründet und digitalisiert herkömmliche Finanzprodukte. Die Gubbi AG verwendet innovative Blockchain-Lösungen und unterstützt dabei Unternehmen, vorrangig Finanz- und e-Commerce Unternehmen, in der Transformation der Digitalisierung. Gubbi baut Brücken zwischen der modernen, digitalen und der traditionellen Finanzwelt und der Verbindung zu Interaktion im e-Commerce. Spezialisiert ist das Unternehmen auf drei Geschäftsfelder: „Token Consulting“, „Metaverse und Web3“ und „Digitale Asset Banking Plattform“ auch im White-Label-Solution-Bereich. Gubbi startete mit dem Vermögensverwalter Winbridge den weltweit ersten Managed Account auf NFT-Basis und schuf so einen komplett neuen digitalen Einstieg in den Bereich der Vermögensverwaltung in Verbindung zu digitalen Assets. Die Gründer und Vorstände als auch der Aufsichtsrat der Gubbi AG sind allesamt ausgewiesene Finanzmarkt- und IT-Experten mit jahrzehntelanger Führungserfahrung.

Verantwortlich für den Inhalt:

Gubbi AG, Nördliche Münchner Straße 27a, 82031 Grünwald, Tel: +49 89 90 90 15 3959, office@gubbi.iowww.gubbi.io

In dieser Woche könnte die Fed den Anfang der Zinswende einläuten, indem sie von stetig restriktiv auf nicht mehr restriktiv umschaltet.

„Die Märkte würden das zunächst wahrscheinlich mit einem Freudentanz feiern“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. „Doch danach steht historisch gesehen eine zweite Abwärtswelle an den Märkten an.“

Von der Sitzung der US-Notenbank Fed in dieser Woche wird eine Entscheidung über den künftigen Kurs erwartet. „Wir nähern uns sicherlich dem Ende des Zinserhöhungszyklus“, sagt Bente. „Vielleicht endet er dann auch schon in dieser Woche.“ Die wahrscheinlich folgende Euphorie an den Märkten wird aber nur kurzfristig sein. Denn der Markt ist seit anderthalb Jahren monozentriert auf Inflation. Zeigt die Fed jetzt durch ein Ende der Zinserhöhungen an, dass sie diese für besiegt hält, könnte es am Aktienmarkt zum Ausbruch nach oben kommen. Entsprechend liegt hier auch der Fed-Pivotpunkt, also der Punkt, an dem die Fed von restriktiv auf nicht mehr restriktiv umschaltet, weil sie die Zinsen nicht weiter erhöht. Ein echter Wendepunkt, der landläufig bullish interpretiert wird.

Doch das greift zu kurz. In der Vergangenheit war dieser Punkt immer nur das Ende der ersten Abwärtswelle des Bärenmarktes. „Diese wird dann im Normalfall abgelöst von der zweiten Abwärtswelle, die konjunkturell getrieben ist“, so Bente. „Es hat ja schließlich einen Grund, warum die Fed aufhört, restriktiv zu sein: weil die Inflation sinkt, was in aller Regel Hand in Hand mit einer Wachstumsverlangsamung geht, insbesondere wenn sie nachhaltig sinkt.“

Dabei ist der Beginn einer Rezession mitnichten der Punkt in der Vergangenheit gewesen, an dem die Aktienmärkte ihr Tief bereits markiert hatten. Dementsprechend markieren die Aktienmärkte für gewöhnlich auch nicht am Fed-Pivotpunkt, am Wendepunkt der Geldpolitik, ihr Tief, sondern nachdem die Fed bereits wieder stimulativer geworden ist. „Die Notenbanken werden nur stimulativer, weil sie auf negative, konjunkturelle Entwicklungen, sprich eine Rezession, reagieren müssen“, sagt Bente. Eine Rezession geht aber in der Regel mit Gewinnrückgängen bei Unternehmen einher. Das bedeutet, dass der Markt in dieser zweiten Abwärtswelle des Bärenmarktes den Blick wandelt von den monetären Belastungsfaktoren zu den konjunkturellen.

„Deshalb sind zumindest die Anfänge entlastender Geldpolitik keine gute Meldung, sondern sie sind Ausdruck der schlechten konjunkturellen Nachrichten“, so Bente. „Sollte aus der aktuellen monetären Restriktivität der Regelfall einer zeitversetzt entstehenden Rezession werden, dann wäre es keine gute Botschaft, wenn die Fed aufhört, die Zinsen zu erhöhen – selbst wenn das zunächst einmal vielleicht als eine gute Nachricht in dieser Woche gefeiert wird.“

Erst einmal kam es bisher in der Geschichte, 1966, nach einer derart restriktiven Phase der Notenbanken, wie sie seit Anfang 2022 zu sehen ist, nicht zu einer Rezession. Sollte sich dieser Fall wiederholen, wäre die Zinswende ein Pivotpunkt, der im Nachhinein die bisher steigenden Aktienmärkte bestätigen würde. „Denn wenn es nicht zur Rezession kommt, dann kommt es ja auch nicht zum zweiten Belastungsfaktor, der Rezession. Und wenn der erste Belastungsfaktor, die restriktive Geldpolitik, endet, dann wäre entsprechend der Weg nach oben frei und neue Allzeithochs wären sicherlich die Folge“, sagt Bente. „1966 ist es genau so gekommen und auch heute ist es möglich, aber doch unwahrscheinlich. Die historische Regel ist, dass es nach einem solchen monetären Restriktivitätsschock sehr viel häufiger zur Rezession kommt als zum 1966-er Case.“

Über die Vates Invest GmbH

Die Vates Invest GmbH, gegründet 2011, ist eine inhabergeführte Asset-Management-Boutique. Die Erfahrung zweier tiefer Aktienbärenmärkte (2001 und 2008) war prägend für die Philosophie von Vates. Das Spezialgebiet sind börsentägliche quantitative Analysen des monetären, konjunkturellen und sentimenttechnischen Umfelds. Seit 2014 verkörpert der Vates Parade Fonds die Portfoliomanagementstrategie von Vates Invest. Kernziel ist es, langfristig positive Rendite zu erzielen und zugleich die Anleger vor großen Verlusten in Bärenmärkten zu schützen. Der Vates Aktien Offensiv Fonds fokussiert sich hingegen auf die besten Stockpicker und deren „Lieblingsaktien“.

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Vates Invest GmbH, Bürgermeister-Mahr-Straße 18, 63179 Obertshausen, Tel: 06104 9872072, www.vates-invest.de

Der Krieg in der Ukraine hat Europa nicht in die Energiekrise gestürzt.

In den etablierten Industrieländern sinkt die Inflationsrate langsam, aber stetig. Die befürchtete Winterrezession in Deutschland ist ausgefallen, die Wachstumslokomotive China zieht wieder. Treten wir in eine Phase der Ruhe ein? „Keineswegs“, sagt Carsten Gerlinger, Managing Director und Head of Asset Management bei Moventum AM. „Eine Rezession bleibt wahrscheinlich und die politischen Risiken sind groß.“

Gemessen an den düsteren Prognosen vor einigen Monaten ist die Konjunktur ziemlich gut gelaufen. Im ersten Quartal 2023 konnte die deutsche Wirtschaft knapp eine Rezession vermeiden, in der Eurozone gab es ein kleines Wachstum. Und während die Kerninflation immer noch relativ hoch ist, sank die Inflationsrate von über zehn Prozent im vergangenen Herbst auf zuletzt nur noch knapp acht Prozent.

Alles wieder gut? Nicht ganz. „Es bleiben starke Risikofaktoren“, mahnt Gerlinger. So macht sich die Wirkung der gestiegenen Leitzinsen erst nach und nach konjunkturell bemerkbar. Auf jeden Fall belasten sie das Wachstum, die Frage ist nur, wie stark und wie lange? „Zudem laufen die pandemiebedingten Nachholeffekte beim Konsum irgendwann aus“, so Gerlinger. Die bisher konjunkturstabilisierenden Extra-Ersparnisse aus der Corona-Zeit sind inzwischen aufgebraucht.

Die Wachstumsprognosen für die etablierten Industrieländer sind daher mäßig, der Internationale Währungsfonds rechnet dieses Jahr mit einer Halbierung auf 1,3 Prozent. Sicher, das Wachstum in Indien bleibt kräftig, in China zieht es sogar deutlich an. „Das wird das globale Wachstum zwar stützen, jedoch eine Rezession nicht verhindern können“, prognostiziert Gerlinger.

Für Spannung sorgt nicht nur die Konjunkturseite, sondern auch die Politik. So könnte in den USA der Streit zwischen Regierung und Opposition um die Anhebung der Schuldenobergrenze zum Sommerthema 2023 werden. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt der Krieg in der Ukraine – die Unterstützung des Westens schwächt seinen fiskalpolitischen Spielraum. Das übergreifende geopolitische Thema bleibt darüber hinaus die „Great Power Rivalry“ zwischen den USA und China: Kommt es zu vermehrten Spannungen um Taiwan? Verbieten die USA irgendwann den Handel mit chinesischen Aktien – so wie sie es mit russischen Aktien gemacht haben? Macht eine vielfach empfohlene Übergewichtung chinesischer Aktien vor diesem Hintergrund Sinn?

Auch können die Turbulenzen im Finanzbereich jederzeit wieder aufflackern – bislang weiß niemand genau, wie viele Großrisiken in den US-Bankbilanzen schlummern. Bereits der Untergang der Silicon Valley Bank im März hatte die Anleger kalt erwischt.

Angesichts dieser Herausforderungen zeigen sich die Aktienmärkte bislang relativ robust. Die gemischten Signale von der Konjunkturseite blieben ohne negative Effekte. Die März-Turbulenzen im Bankensektor wurden problemlos verarbeitet. „Auch die Berichtssaison der Unternehmen stellt  keine Belastung dar“, so Gerlinger. In den vergangenen Wochen waren die Erwartungen bereits deutlich heruntergeschraubt worden. Und schließlich könnten die hohen Shortpositionen dem Markt nicht nur Rückhalt geben, sondern bei einem weiteren Kursanstieg zusätzlich befeuern – nämlich dann, wenn die Shortpositionen plötzlich eingedeckt werden müssen und das zu Käufen führt.

Auch an den Rentenmärkten nimmt die Spannung nicht ab. Nach den kleinen Zinsschritten im Mai bleibt offen, wie die Zentralbanken die Lage an der Inflationsfront bewerten werden. „Wir sehen einen weiteren leichten Anstieg der Renditen am ganz kurzen Ende“, so Gerlinger. „Am langen Ende dagegen kommt nicht mehr viel.“ Denn langsam, aber sicher drängt sich das Thema Rezession in den Vordergrund und wird sich Ende 2023/Anfang 2024 voll entfalten – mit entsprechendem Druck auf die Renditen.

Starke Unsicherheit herrscht also an der Inflationsfront und damit bei der Entwicklung der Leitzinsen. Das verstärkt Risiken wie auch Chancen für den konjunkturellen Ausblick und in der Folge für die Unternehmensgewinne. Dazu kommt eine Vielzahl von politischen Spannungen. „Sicher ist deswegen vor allem eins“, sagt Gerlinger: „Langweile wird nicht aufkommen.“

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Von Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL

In der Eurozone liegen die Verbraucherpreise nach ersten Schätzungen bei 7,0 Prozent – und damit leicht höher im Vergleich zum Vormonat. Die Kernrate – ohne die Komponenten Energie und Nahrungsmittel – sank zwar erstmals seit Juli letzten Jahres um 0,1 Prozentpunkte, ist aber mit 5,6 Prozent weiter deutlich zu hoch. Auch in Italien, Frankreich und Spanien haben die Teuerungsraten angezogen. Die EZB dürfte sich in ihrem Kurs bestätigt fühlen, die Leitzinsen weiter anzuheben, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und damit die aus ihrer Sicht derzeit zu hohen Lohnabschlüsse und Gewinnmargen der Unternehmen zu dämpfen. Unterstützt wird der restriktive Kurs der EZB allerdings durch die weiter verschärften Kreditvergabebedingungen der Geschäftsbanken, wie dem aktuellen Bank Lending Survey zu entnahmen war.

Trotzdem wird Christine Lagarde wohl auch nach der absehbaren Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte – eventuell sogar 0,50 –in dieser Woche keine Entwarnung geben. Vielmehr wird sie darauf verweisen:

  • dass die Gefahren anhaltend hoher Inflationsraten überwiegen
  • und man entsprechend weiter „auf Sicht fahren“ muss, also datenabhängig den weiteren geldpolitischen Kurs festlegen.

In den USA liegt die Markterwartung bei einer Anhebung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte. Zwar gab der bei der Notenbank Fed als Inflationsbarometer im Fokus stehende PCE-Preisindex auf 4,2 Prozent nach, allerdings liegt die Kernrate mit 4,6 deutlich darüber und unterstreicht den weiter vorhandenen Teuerungsdruck. Daher ist die Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts für April am Freitag von besonderem Interesse, denn bisher war von einer Abschwächung der hohen Beschäftigungszahlen und damit der Hoffnung auf nachlassende Lohnsteigerungen nichts zu spüren. Positive Impulse für die Aktienmärkte durch eine konkrete Ankündigung einer Leitzinserhöhungspause sind somit nicht zu erwarten.

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Die Marktstimmung war Anfang des Jahres am Boden.

Vor allem aus deutscher Perspektive nicht überraschend, mussten doch erhöhten Risiken aufgrund der Unsicherheiten bei der Energieversorgung eingepreist werden. Doch mittlerweile hat sich das Bild gedreht: Zahlreiche europäische Indizes gehören zu den globalen Spitzenperformern und liegen, wie beispielsweise der französische CAC40 oder der britische FTSE 100, auf Allzeithochs. Selbst dem deutschen Aktienindex DAX fehlen nur noch wenige Prozentpunkte bis zu seinen Höchstständen aus dem Jahr 2021.

„Dass der DAX seit Oktober mehr als 35 % zugelegt hat, haben die wenigsten Marktteilnehmer erwartet“, erklärt Zoltan Schaumburger, Portfoliomanager bei der Vermögensmanagement Euroswitch. Zu groß schienen die Fragezeichen um die Entwicklung des Russland-Konfliktes, die Inflationsdynamik, aber auch hinsichtlich der konjunkturellen Lage. Mittlerweile ist die Lage klarer: Aufgrund des überdurchschnittlich milden Winters kam es nicht zu dem befürchteten Energieengpass, die Inflationsdynamik scheint sich zu stabilisieren und hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung erwartet selbst die europäische Zentralbank für das Jahr 2023 keine Rezession für die Eurozone.

Schaumburger sieht darin einen klassischen Short-Squeeze: „Marktteilnehmer, die im vergangenen Jahr aufgrund der Unsicherheit in der Eurozone ihre Positionen abgesichert oder gar verkauft haben, mussten ihre Positionen zurückkaufen.“ Algorithmusbasierte Computermodelle sprangen auf die sich daraus ergebende Marktdynamik auf und verstärken den positiven Trend. „Mit steigenden Märkten, Allzeithochs und zunehmender medialer Aufmerksamkeit steigt der Druck auf aktive Manager nachzukaufen, um nicht zu sehr hinter ihrer jeweiligen Benchmark zurückzubleiben. Diese „fear of missing out“ (FOMO) könnte auch den DAX schließlich auf Jahreshochs treiben“, so der Fondsmanager.

Eine ähnliche Dynamik erwartet der Experte auch im US-Markt: „Es schwebt derzeit das Damokles-Schwert der Schuldenobergrenze über dem Markt. Bereits eine Kompromisslösung würde reichen, um den Markt weiter nach oben zu treiben.“ Die Stimmung für einen Short-Squeeze scheint gegeben:

  • Die Short-Positionen von Hedge-Fonds liegen auf 11-Jahreshoch (Quelle: Bloomberg)
  • Mischfondsportfolios in Aktienengagements sind zugunsten Anleihen untergewichtet (Quelle: Bank of America Merrill Lynch)
  • Das bullishe Sentiment liegt weit unter historischem Durchschnitt (Quelle: American Association of Individual Investors)
  • Das Cash-Exposure der Marktteilnehmer liegt auf erhöhtem Niveau (Quelle: National Association of Active Investment Managers)

„Der historisch aggressivste Zinserhöhungszyklus sollte bei einer Spannbreite von 500-525 Basispunkten zunächst ein Ende finden“, glaubt Schaumburger. Die weitere Zinsdynamik dürfte dabei von der Entwicklung der Inflation und des Arbeitsmarktes abhängen. Der Fondsmanager sieht hinsichtlich der Inflation bereits zahlreiche Anzeichen für eine Abschwächung: „Nicht nur der Citi Global Inflation Surprise Index, der Überraschungen makroökonomischer Entwicklungen nachhält,  drehte jüngst in negatives Terrain, auch die Produzentenpreise, die als Vorläufer für die Gesamtinflation gesehen werden können, kühlen sich bereits erheblich ab.“ Des Weiteren sehen beispielsweise Analysten der Bank of America Merrill Lynch keine Anzeichen einer sich aufschaukelnden und aus Sicht der FED stets zu vermeidenden Preis-Lohn-Spirale. Der Arbeitsmarkt scheint hingegen noch robust, allerdings ließen sich laut Schaumburger erste Anzeichen steigender Arbeitslosigkeit aus dem WARN-Indicator des US Department of Labour ableiten.

Die chinesische Rebound-Story scheint hingegen intakt: Die Erholung der chinesischen Wirtschaft, aber auch die nach wie vor intakte Reisedynamik, zeige sich auch in der aktuellen Bilanzsaison, resümiert der Fondsmanager: „Der stark vom chinesischen Umsatz abhängige Luxusgüterkonzern LVMH, aber auch der Ölkonzern Exxon Mobil, der Öl- und Gasprodukte zu einem signifikanten Anteil in den asiatisch-pazifischen Raum exportiert, konnten beispielsweise mit einer besonders starken Umsatz- und Ertragssteigerung die Erwartung der Marktteilnehmer übertreffen. Die globale Dynamik unterstreicht zudem, dass gleichzeitig große Tech-Giganten, wie Microsoft oder Alphabet, bessere Zahlen lieferten, als zunächst vom Markt erwartet wurden. Ein großer Treiber war dabei das sich dynamisch entwickelnde Cloud- und KI-Geschäft.“ Auch die Quartalsberichtssaison erfolgt bislang im Aggregat erfreulich: Per Monatsultimo haben nach Angaben des Datenanbieters FactSet 79 % der S&P500 Unternehmen die Gewinnerwartungen und 74 % die Umsatzerwartungen der Analysten übertroffen.

Über Vermögensmanagement EuroSwitch! GmbH:

Die Vermögensmanagement Euroswitch verwaltet traditionelle und alternative Investmentstrategien. Sie bietet diese Strategien in Form von standardisierten und individuellen Managed-Accounts für das gesamte Kapitalmarktspektrum – von Absolute Return über nachhaltige Kapitalanlagen bis hin zur reinen Chancenorientierung. Darüber hinaus werden für das breite Publikum vier Dachfonds in abgestuften Varianten von sehr risikoarm bis hin zur reinen Aktienanlage geboten. Gegenwärtig verwaltet die Gesellschaft 150 Millionen Euro. Die Vermögensmanagement Euroswitch ist als „Finanzportfolioverwalter“ gemäß §15 WpIG von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassen und beaufsichtigt.

Verantwortlich für den Inhalt:

Vermögensmanagement EuroSwitch! GmbH, Schwindstraße 10, 60325 Frankfurt am Main, Tel: 069 33997826, www.euroswitch.de

Von François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM

Es wird allgemein erwartet, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) auf seiner Mai-Sitzung die Zinsen um 25 Basispunkte (BPS) anheben wird. Die Zinssätze werden dann in dem Zielbereich liegen, den die US-Notenbanker im Dezember und März prognostiziert hatten.

Unsere Erwartungen:

  • Der FOMC wird die Zinsen um weitere 25 Basispunkte auf eine Spanne von 5,00 %-5,25 % anheben.
  • Präsident Jerome Powell wird für Juni eine Pause signalisieren, um die Gesamtwirkung der bisherigen geldpolitischen Straffung zu bewerten. Gleichzeitig hält er sich die Tür für weitere Zinserhöhungen offen.
  • Jerome Powell wird betonen, dass die Geldpolitik von den Inflations- und Realwirtschaftsprognosen abhängt.
  • Seine Äußerungen werden so viel Flexibilität wie möglich zulassen.
  • Powell wird bekräftigen, dass die Fed die Zinsen angesichts des Risikos einer anhaltend hohen Basisinflation länger hoch beibehalten muss und dass die US-Notenbanker in diesem Jahr nicht mit Zinssenkungen rechnen.
  • Die Fed wird ihre quantitative Straffung mit einer Geschwindigkeit von 95 Mrd. US-Dollar pro Monat fortsetzen.

Insgesamt erwarten wir, dass der FOMC im Juni eine Pause einlegen wird, um das Ausmaß der verschärften Kreditvergabestandards zu beurteilen. Es wird jedoch nicht erwartet, dass Powell signalisieren wird, dass der Straffungszyklus der Fed beendet ist: Die Wortwahl ist wichtig, da die Fed die Finanzierungsbedingungen nicht voreilig lockern möchte. Wir glauben, dass dieser Ausschuss nur begrenzte Auswirkungen auf die US-Zinssätze haben wird, auch wenn wir einräumen, dass es sich für Powell als ausgesprochen schwierig erweisen könnte, das richtige Maß zu finden.

Verantwortlich für den Inhalt:

La Française Systematic Asset Management GmbH, Neue Mainzer Straße 80, 60311 Frankfurt, Tel: +49 (0)40 300929 174 , www.la-francaise-systematic-am.com

Kommentar von Franck Dixmier, Global CIO Fixed Income, im Vorfeld der Fed-Sitzung am 2. und 3. Mai 2023

Die jüngsten Wirtschaftsdaten machen der US-Notenbank ihre geld-politische Arbeit nicht gerade leichter. Denn die wirtschaftliche Aktivität verlangsamt sich erheblich, wie das BIP-Wachstum im ersten Quartal zeigt: Mit einer annualisierten Rate von +1,1 Prozent gegenüber Vorquartal lag das Wirtschaftswachstum unter den Erwartungen. Gleichzeitig stieg jedoch die Kerninflationsrate überraschend weiter an. Sie erhöhte sich im ersten Quartal auf 4,9 Prozent gegenüber Vorjahr, nach 4,4 Prozent im Vorquartal und einem erwarteten Anstieg von 4,7 Prozent. Dieses Niveau ist nach wie vor weit vom Preisstabilitätsziel der Zentralbank entfernt und dürfte die Fed in ihrer Überzeugung bestärken, dass eine weitere Straffung der monetären Bedingungen erforderlich ist.

Nach den bislang 475 Basispunkten (Bp.) an Zinserhöhungen seit März 2022 erwarten wir eine weitere Anhebung um 25 Bp. während der nun anstehenden Fed-Sitzung am 2. und 3. Mai. Auch an den Märkten ist ein derartiger Schritt eingepreist. Weniger klar ist jedoch, was danach kommt.

Bei ihrer Einschätzung der künftigen Inflationsdynamik wird die Fed die Verschärfung der Kreditbedingungen infolge der Schwierigkeiten bei den US-Regionalbanken berücksichtigen müssen. Der Druck auf die regionalen Banken dürfte in den kommenden Monaten zu einem erheblichen Rückgang der Kreditversorgung der Wirtschaft führen. Daher könnte die Fed neben dem Zinsschritt eine Pause im Zinserhöhungskurs avisieren, um sich Zeit zu verschaffen, um die Auswirkungen einerseits der bisherigen Straffungsmaßnahmen auf die Nachfrage und andererseits insbesondere der Anspannungen im Bankensektor auf das Kreditangebot genauer zu bewerten.

Für die Märkte würde sich dann vor allem die Frage stellen, ob es sich um eine vorübergehende Pause handelt oder um einen richtigen Schwenk in der US-Geldpolitik im Sinne eines Endes des Zinserhöhungskurses. Angesichts der aufgeführten makroökonomischen Trends würden wir zu letzterem tendieren. Ein Zinsgipfel dürfte zwar nicht als solcher angekündigt werden, er läge dann aber bei 5,25 Prozent.

Die Erwartung eines bevorstehenden Zinsgipfels wäre eine gute Nachricht für die Bondmärkte. Anlagestrategien, die auf eine Versteilung der Zinsstrukturkurve in den USA abzielen, sollten hiervon profitieren.

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Allianz Global Investors GmbH, Bockenheimer Landstraße 42-44, 60323 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 24431-4141,Fax: +49 (0) 69 24431-4186, www.allianzgi.de

Steigende Zinsen und hohe Inflation: In diesem Umfeld gibt es noch immer kritische Anleger, die europäischen Aktien den Rücken kehren.

Dabei gibt es viele europäische Unternehmen, die trotz der schwächelnden Wirtschaft wachsen können. Diese Wachstumstitel zu finden, die trotz schwierigem Makro-Umfeld aus eigener Kraft heraus wachsen, hat sich die internationale Fondsboutique Comgest zur Aufgabe gemacht. Eva Fornadi, Portfoliomanagerin für Europa-Aktien bei Comgest, gibt in Anlehnung an den New Yorker Wissenschaftler Damodaran1 Einblick in fünf wesentliche Kriterien, die Inflationsgewinner auszeichnen:

  1. Preissetzungsmacht als Schutzschild

Gängige Wirtschaftstheorien lehren uns: „Je knapper und begehrter ein Gut oder eine Leistung ist, desto größer ist die Preissetzungsmacht.“ Preissetzungsmacht bezieht sich auf die Fähigkeit von Unternehmen, höhere Preise bei ihren Kunden durchzusetzen – was in Zeiten hoher Inflationsraten von besonderer Relevanz für die Geschäftsentwicklung ist. Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht sind grundsätzlich einem vergleichsweise geringen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Sie haben bereits einen hohen Etablierungsgrad erreicht, so dass sie bei einer Preiserhöhung nicht direkt Kunden an die Konkurrenz verlieren. Damit steigen auch die Aussichten, nachhaltige Gewinne zu erzielen und Wirtschaftskrisen zu überstehen. Preissetzungsmacht spiegelt sich oft in den Wettbewerbsvorteilen wider – etwa in der Marktstruktur, im geistigen Eigentum, in einer starken Marke, in großen Investitionen zu Forschung und Entwicklung oder durch einzigartige Produkte und Dienstleistungen.

Ein Beispiel für ein Unternehmen mit Preissetzungsmacht ist Linde, Weltmarktführer für Industriegase. Energie ist für Linde die größte Kostenposition. Durch langfristige Kunden- bzw. Partner-Verträge von 15 bis 20 Jahren ist Linde in der Lage, steigende Kosten weiterzugeben. Ein weiteres Beispiel ist der globale Luxuskonzern LVMH. Einige seiner Mode-Marken konnten im Sommer 2021 die Preise teilweise erheblich erhöhen – beispielsweise schwankten sie in der Sparte „Mode und Lederwaren“ im ersten Quartal 2021 zwischen vier und sieben Prozent.

Umgekehrt gibt es unserer Erfahrung nach bestimmte Branchen, in denen Preissetzungsmacht unmöglich bzw. sehr schwierig ist – z.B. bei Banken in Europa. Diese leiden zudem häufig noch unter hohen Verlustabschreibungen und sind nicht in der Lage, regelmäßiges, vorhersehbares Gewinnwachstum zu liefern. Banken werden daher von unseren Portfolios ausgeklammert.

  1. Hohe Gewinnmargen schaffen Spielraum

Der zweite Punkt sind Gewinnmargen. Unternehmen mit hohen Gewinnmargen gelten aufgrund ihrer finanziellen Stabilität und Flexibilität als besser vor inflationsbedingten Kostensteigerungen geschützt. Wer in der Lage ist, höhere Aufschläge auf die eigenen Kosten am Markt durchzusetzen, ist gegenüber seinen Mitbewerbern klar im Vorteil. Denn wenn die Preise für Rohstoffe, Energie, Arbeitskräfte und andere Betriebskosten steigen, können Unternehmen mit höheren Gewinnmargen diese Anpassungen leichter verkraften. Ebenso: Je höher die Gewinnmarge ist, desto weniger Preisanpassungen sind erforderlich. Auch Wachstumsinvestitionen, die wichtig für das Fortbestehen des Unternehmens sind, müssen nicht eingestellt werden. Unternehmen mit niedrigeren Gewinnmargen haben hingegen weniger Spielraum und können bei Kostensteigerungen schnell in Schwierigkeiten geraten. Die 30 bis 35 Unternehmen im Europa-Portfolio von Comgest haben im Durchschnitt höhere Bruttomargen und sind so besser vor Kostendruck gefeit.

III. Vorsicht bei Fremdkapitalkosten

Ein weiteres Kriterium bilden die Fremdkapitalkosten, die auch als „Steuerrad“ für eine gute Kapitalstruktur bei einem Unternehmen gesehen werden können. Aufgrund der niedrigen Zinssätze war es in der Vergangenheit attraktiv, umfangreiche Fremdmittel aufzunehmen. Deshalb bestand die optimale Kapitalstruktur aus möglichst viel Fremdkapital in Kombination mit minimalem Eigenkapital und Nettobarmitteln. Der Einsatz von billigem Fremdkapital zur Unternehmensfinanzierung hatte jedoch einen hohen Verschuldungsgrad auf den Märkten zur Folge. Bei unseren Wachstumsstrategien liegt das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA im Durchschnitt bei der Hälfte des Verhältnisses der Vergleichsindizes. Dementsprechend können die Qualitätswachstumsunternehmen in unseren Europa-Portfolios problemlos Wachstumsinvestitionen tätigen, da ihre Verschuldung in absoluten Zahlen und im Verhältnis zu ihren Cashflows niedrig ist.

  1. Wachstumskapital sichert Zukunft

Neben erhöhten Zinsaufwendungen ist der Zugang zu Wachstumskapital ein entscheidender Erfolgsfaktor. Denn selbstfinanzierte oder weniger kapitalintensive Geschäftsmodelle sind tendenziell weniger anfällig für schlechtere finanzielle Bedingungen. Vor diesem Hintergrund investieren wir nicht in risikobehaftete Unternehmen, sondern in resiliente Firmen, die sich bereits in einer „etablierten“ Marktphase befinden, in der nachhaltiges und selbstfinanziertes Wachstum ermöglicht wird. Demnach selektieren wir Unternehmen mit höheren Free-Cashflow-Margen, die erfahrungsgemäß potenzielle Turbulenzen auf den Refinanzierungsmärkten besser überstehen.

Ein Beispiel für eine effektive Wachstumsstrategie ist eine Unternehmensübernahme, etwa um neue Kunden zu gewinnen oder in neue Regionen zu expandieren. So hat etwa LVMH, weltweiter Branchenführer der Luxusgüterindustrie und langjährige Position in unserer Strategie, im Jahr 2017 Dior übernommen, um sein Produkt-Portfolio zu erweitern und neue Märkte zu erschließen. Diese Initiative hat maßgeblich zum Umsatzwachstum des Konzerns beigetragen.

Dem Schweizer Unternehmen Straumann, führend im Bereich der Zahnimplantate, gelang die erfolgreiche Marktpositionierung als spezialisierter Anbieter für hochwertige Premium-Zahnimplantate und die Ausweitung dieser Nische durch gezielte Akquisitionen – etwa durch die Übernahme eines brasilianischen Unternehmens, das auf Discount-Implantate spezialisiert ist, und eines Herstellers von transparenten Zahnspangen, ClearCorrect.

  1. Worst Case mitbedenken

Zu guter Letzt: Mit der hohen Inflation verschärft sich die Unsicherheit auf Anlegerseite, gleichzeitig steigen die Zinsen am Kapitalmarkt, was verheerende Auswirkungen auf junge beziehungsweise unrentable Unternehmen haben kann, zumal diese überproportional vom Niedrigzinsumfeld profitieren. Im Worst-Case-Szenario droht Unternehmen der Totalausfall. Daher setzen wir mit unseren Strategien bewusst auf ausgewählte Qualitätsunternehmen mit hoher Rentabilität, starken Cashflows und soliden Bilanzen, die ein starkes Fundament für eine langfristige Performance bilden – sowohl in Wachstums- als auch Krisenzeiten.

1 Aus „Inflation: The Disparate Effects on Company Values“ von Professor A. Damodaran, auf das vorliegende Beispiel angewandt, Mai 2022.

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Comgest Deutschland GmbH, Sky Office, Kennedydamm 24, D-40476 Düsseldorf, Tel.: +49 21144038721, www.comgest.com

Kommentar von Matt Peron, Director of Research, Janus Henderson Investors

Der US-BIP-Bericht scheint eine Konjunkturabschwächung anzuzeigen, aber hinter den Zahlen verbirgt sich eine kompliziertere Geschichte. Tatsächlich waren sowohl die Nachfrage als auch die Inflation recht stark, wobei die Lagerbestände der treibende Faktor hinter der allgemein beobachteten Schwäche waren. Dies dürfte den politischen Entscheidungsträgern und den Märkten Sorgen bereiten, denn obwohl es sich nur um eine Datenquelle handelt, zeigt sie, dass wir im Kampf um eine niedrigere Inflation noch nicht über den Berg sind. Angesichts der hartnäckigen Inflation und der niedrigeren Gewinne könnten den Märkten einige schwierige Monate bevorstehen.

Verantwortlich für den Inhalt:

Janus Henderson Investors, Tower 185, 25th floor, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, D-60327 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 86003 0,Fax: +49 69 86003 355, www.janushenderson.com

Billigung des Wertpapierprospekts durch die BaFin erfolgt

Der Vorstand der LAIQON AG (Deutsche Börse Scale, ISIN: DE000A12UP29) hat im Vorfeld der Billigung des Wertpapierprospektes durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Konditionen der Wandelschuldverschreibung 2023/28 festgelegt, deren Begebung bereits am 24. April 2023 dem Grunde nach beschlossen worden war. Die Billigung des Wertpapierprospekts (EU-Wachstumsprospekt gemäß Art. 15 der Verordnung (EU) 2017/1129) wurde am heutigen Tag durch die BaFin, welche diesen auf Vollständigkeit, Kohärenz und Verständlichkeit geprüft hat, erteilt. In diesem Zusammenhang sind die nachstehend im Abschnitt „Disclaimer“ enthaltenen Hinweise zu beachten.

Die Gesellschaft beabsichtigt die Begebung von Wandelschuldverschreibungen mit Bezugsrecht der Aktionäre und einer Laufzeit von fünf Jahren mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 20.000.000,00 in einem öffentlichen Angebot (Bezugsangebot). Wandelschuldverschreibungen, die nicht im Rahmen des Bezugsangebots (einschließlich einer Mehrbezugsoption) bezogen und zugeteilt werden, sollen im Rahmen einer Privatplatzierung (nicht öffentliches Angebot) ausgewählten Anlegern zu den gleichen Konditionen zur Zeichnung angeboten werden.

Zinskupon mit 7,0 % p.a. und Wandlungspreis von EUR 10,50

Die Wandelschuldverschreibung 2023/28 wird mit 7,0 % per annum verzinst und zu einem Bezugspreis von 100 % des Nennbetrages in Höhe von EUR 1.000,00 je Wandelschuldverschreibung emittiert. Die Zinszahlungen erfolgen halbjährlich, erstmals am 24. November 2023. Die Wandelschuldverschreibungen können nach Maßgabe der Anleihebedingungen in Aktien der Emittentin gewandelt werden, erstmals ab 3. November 2023. Es besteht keine Pflicht zur Wandlung am Ende der Laufzeit. Der anfängliche Wandlungspreis wurde auf EUR 10,50 festgelegt und unterliegt nach Maßgabe der Anleihebedingungen der Wandelschuldverschreibung 2023/28 ab 2024 marktüblichen Anpassungsmechanismen (für das Jahr 2023 ist der Verwässerungsschutz hingegen ausgeschlossen). Das Bezugsverhältnis beträgt 874:1. Somit haben die Aktionäre das Recht, für jeweils 874 Aktien der Gesellschaft 1 Wandelschuldverschreibung im Nennbetrag von EUR 1.000,00 zum Bezugspreis zu beziehen. Den Aktionären wird über ihr Bezugsrecht hinaus ein Mehrbezugsrecht für diejenigen Wandelschuldverschreibungen eingeräumt, für die Bezugsberechtigte das Bezugsrecht nicht ausgeübt haben.

Bezugsfrist: 04. – 17. Mai 2023

Die Bezugsfrist zur Zeichnung der Wandelschuldverschreibung 2023/28 beginnt am 4. Mai und läuft bis zum 17. Mai 2023. Aktionäre der Gesellschaft, die an der Emission der Wandelschuldverschreibung 2023/28 teilnehmen möchten, werden gebeten, ihr Bezugsrecht innerhalb der Bezugsfrist über ihre Depotbank auszuüben.

Nicht von den Aktionären im Rahmen des Bezugsangebots (einschließlich Mehrbezugsoption) bezogene und zugeteilte Wandelschuldverschreibungen werden ausgewählten Investoren bereits parallel zum Bezugsaufruf im Rahmen einer Privatplatzierung (nicht öffentliches Angebot) zu dem festgelegten Bezugspreis und zu einer Mindestzeichnungssumme von EUR 100.000,00 angeboten. Investoren können im Rahmen der Privatplatzierung bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, Gräfelfing, die die Begebung als Emissionsbank begleitet, eine Order bis spätestens 22. Mai 2023, unter Beachtung der Mindestzeichnungssumme aufgeben.

Neben dem Wertpapierprospekt sind sämtliche für die Zeichnung der Wandelschuldverschreibung 2023/28 erforderlichen weiteren Informationen wie beispielsweise die Anleihebedingungen und das Basisinformationsblatt (PRIIPS-KID) auf der Website der LAIQON AG unter www.laiqon.ag im Bereich Investor Relations unter der Rubrik Kapitalmaßnahmen abrufbar. Interessierte Aktionäre der Gesellschaft können sich bei Fragen zur Zeichnung der Wandelschuldverschreibung 2023/28 unter ir@laiqon.com an die LAIQON AG wenden.

Dipl.-Ing. Achim Plate, Chief Executive Officer (CEO) der LAIQON AG: „Wir haben seit 2019 zielstrebig mit erfolgreichen Akquisitionen die neue LAIQON AG geformt und daneben das WealthTech LAIC als Herzstück unserer Digitalisierungsstrategie organisch aufgebaut. Dadurch konnten wie gemeldet mehrere weitere Wachstumsinitiativen, unter anderem mit der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken gestartet werden. Die Wandelschuldverschreibung 2023/28 soll uns bankenunabhängig für die kommenden Jahre durchfinanzieren und für neue Partnerschaften in unserer Wachstumsstrategie GROWTH 25 einen flexiblen Spielraum schaffen.“

Verantwortlich für den Inhalt:

LAIQON Solutions GmbH, An der Alster 42, 20099 Hamburg, Tel: +49 (0)40 32 56 78-0, www.laiqon.com

Kommentar des Portfoliomanagements zum ersten Quartal 2023   

*       Fonds schließt im ersten Quartal hinter der Benchmark, langfristige Performance intakt

*       Das Portfolio profitiert von Positionen in DSV, Mikrosoft und LVMH

*       Fokus auf langfristigem, wertorientierten Investmentansatz und strikter Titelselektion

Im ersten Quartal erschütterte eine neue Bankenkrise die Finanzwelt. Die Rohstoffpreise gaben auf breiter Front nach teils bis unter das Niveau vor dem russischen Überfall auf die Ukraine. Daneben gingen andere globale Marktnachrichten fast etwas unter: etwa die Hyperinflation im Libanon, die das Land lahmlegt, neue Richtlinien, die große koreanische Unternehmen dazu verpflichten, englischsprachige Geschäftsberichte vorzulegen, oder die endgültige aufsichtsbehördliche Genehmigung der Fusion zwischen den nordamerikanischen Eisenbahngesellschaften Canadian Pacific und Kansas City Southern. Canadian Pacific zählt zu den Top-5-Positionen im SKAGEN Global.

Fonds übertrifft seine Benchmark über ein und fünf Jahre Im ersten Quartal 2023 blieb der SKAGEN Global hinter seinem Referenzindex MSCI AC World zurück. Der Fonds investiert nach einem aktiven Value-Ansatz weltweit überwiegend in mittelgroße und große Unternehmen sowie in Nebenwerte. Die Fondsmanager Knut Gezelius und Chris-Tommy Simonsen suchen nach Aktien, deren langfristiges Wachstumspotenzial noch nicht im Kurs enthalten ist. Mit ihrer benchmarkunabhängigen Selektion konnten sie den Referenzindex über ein und fünf Jahre sowie seit Auflegung 1997 übertreffen.

DSV, Microsoft und LVMH mit starker Performance Die stärkste absolute Wertentwicklung lieferten im ersten Quartal 2023 die drei Unternehmen DSV, Microsoft und LVMH. Unsere Analyse hatte bei diesen Titeln zu Jahresbeginn großes Aufwärtspotenzial ausgemacht. Offensichtlich ist auch der Markt auf die deutliche Unterbewertung aufmerksam geworden. Wir gehen davon aus, dass alle drei Papiere auch weiterhin über erhebliches Renditepotenzial verfügen und weiterhin unsere hohen Erwartungen erfüllen werden.

Die absolut betrachtet schwächste Wertentwicklung im Fonds lieferten Dollar General, Nasdaq und Abbott Laboratories. Der US-Discounter Dollar General blieb wohl als defensiver Titel hinter dem von Enthusiasmus getriebenen Markt zurück. Wir sind aber von der langfristigen Entwicklung überzeugt und sehen den vorübergehenden Kursrückgang als Kaufgelegenheit. Die Aktienkurse von Nasdaq und Abbott Laboratories gaben nach, ohne dass es einen bestimmten firmenspezifischen Anlass gab.

Skagen Global investiert in neuseeländisches Unternehmen SKAGEN Global nahm im ersten Quartal Mainfreight neu ins Portfolio auf. Dabei handelt es sich um ein mittelgroßes Transport- und Logistikunternehmen mit Firmensitz in Neuseeland und weltweiten Aktivitäten. Die 1978 gegründete Firma wird noch immer von den Unternehmensgründern geführt und beschäftigt derzeit 10.000 Mitarbeiter. Der Transport- und Logistikdienstleister hat zwar einen globalen Kundenstamm, doch stehen Australien und Neuseeland für rund 50 Prozent des Geschäfts. Mainfreight blickt auf eine lange gezielte und methodische Expansion zurück mit einer Unternehmenskultur, die Qualität und Kundenservice in den Mittelpunkt stellt. Das gut geführte Kerngeschäft mit erheblichem Potenzial bietet langfristigen Anlegern gute Perspektiven bei einem attraktiven Einstiegskurs. Seit Auflage des SKAGEN Global im Jahr 1997 ist Mainfreight das erste neuseeländische Unternehmen im Portfolio. Ein stärkeres Engagement des Fonds in dieser Region durch eine gezielte Anlage bringt unseres Erachtens auch positive Attribute für die Portfoliokonstruktion mit sich. Dank des uneingeschränkten Anlagemandats des Fonds sind wir in der Lage, weltweit in wenig beachtete Aktien mit überzeugendem langfristigen Risiko-Rendite-Profil zu investieren.

Da sich die Rahmendaten des unabhängigen Schweizer Investmentunternehmens Partners Group verschlechterten, veräußerten wir die letzten verbliebenen Anteile an dieser Private-Equity-Firma. Wir haben auch unsere Beteiligung am französischen Luxusgüterhersteller Hermes erheblich reduziert, da die Aktie neue Höchststände erreichte und die Bewertung über die Limits unseres pragmatisch value-orientierten Ansatzes hinausging.

Einordnung des Marktgeschehens und Marktausblick Im ersten Quartal kam es im Bankensektor zu mehreren spektakulären Zusammenbrüchen. Angesichts der strengen regulatorischen Rahmenbedingungen, die den Banken infolge der globalen Finanzkrise vor 15 Jahren auferlegt wurden, waren einige Beobachter überrascht, wie es überhaupt zu diesen Zusammenbrüchen kommen konnte. Angesichts der Übertreibungen im Finanzsystem nach einem Jahrzehnt der Nullzinsen halten wir das allerdings für keine allzu große Überraschung. Im SKAGEN Global haben wir uns seit mehreren Jahren weitgehend vom Bankensektor ferngehalten, da unsere Analyse ungünstige Rahmendaten und ein hohes Risiko von Extremereignissen nahelegte. Im vergangenen Sommer trafen wir uns mit dem Führungsteam von First Republic, die heute zu den Instituten zählt, die von den aktuellen Bankenturbulenzen betroffen sind. Unsere Analyse ergab damals, dass diese Aktie für den SKAGEN Global auf Grund des ungünstigen Risikoprofils keinesfalls in Frage kommt.

Im Portfolio findet sich aktuell eine einzige Bank – JP Morgan. Wir glauben, dass JP Morgan aus der aktuellen Bankenkrise als Gewinner hervorgehen wird.

Der SKAGEN Global ist derzeit attraktiv bewertet und bietet Anlegern, die unseren mehrjährigen Anlagehorizont schätzen, ein beträchtliches Aufwärtspotenzial.

Verantwortlich für den Inhalt:

Storebrand Funds Deutschland SKAGEN AS, German Branch, Barckhausstrasse 1, 60325 Frankfurt, www.skagenfunds.de

Der Credit Risk Monitor von Janus Henderson Investors analysiert die Auswirkungen von Schlüsselindikatoren auf das Credit-Portfolio

  • Alle drei Ampeln, die das Credit-Team von Janus Henderson Investors überwacht, blinkten im ersten Quartal 2023 weiterhin rot – aufgrund des verschlechterten Zugangs zu Kapital nach der Bankenkrise und der weiteren Bedrohung von Cashflow und Gewinnen durch die Rezession.
  • Der Kreditzyklus hat sich abgeschwächt was sich in den kommenden Monaten fortsetzen wird.
  • Eine Verschärfung der Kreditbedingungen könnte das US-BIP um 0,3 % bis 0,4 % drücken, während die zinsempfindlichen Wirtschaftsbereiche mit Gegenwind zu kämpfen haben.
  • Unternehmensausfälle werden sich häufen, auch in einem Soft-Landing-Szenarium.
  • Das hohe Maß an Dispersion bietet aktiven Managern die Möglichkeit, eine bessere Performance zu erzielen.
  • Ein deutlicher Rückgang der Kerninflation, ein Ansteigen der weit gefassten Geldmenge und eine Lockerung in China und den Schwellenländern könnten uns zu mehr Optimismus bewegen.Laut der jüngsten Analyse von Janus Henderson Investors stehen alle Kreditrisikoindikatoren weiterhin auf Rot. Der Zugang zu Kapital verschlechtert sich und die Gewinne werden sinken, Der Kreditzyklus hat und wird sich in den kommenden Monaten weiter abschwächen, was zu einer weiteren Volatilität der Credit Spreads führen wird. Mit zunehmenden Zahlungsausfällen wird die Wertpapierauswahl entscheidend bleiben.

Der Credit Risk Monitor von Janus Henderson Investors verfolgt die fundamentalen und makroökonomischen Unternehmensindikatoren anhand eines Ampelsystems, um anzuzeigen, wo wir uns im Kreditzyklus befinden und wie wir unsere Portfolios entsprechend positionieren können. Die beobachteten Schlüsselindikatoren („Cashflow und Gewinne“, „Schuldenlast und Schuldendienst“ sowie „Zugang zu Kapitalmärkten“) bleiben alle rot.

Jim Cielinski, Global Head of Fixed Income bei Janus Henderson Investors, kommentiert: „Die jüngste Marktvolatilität betraf vor allem die Zinssätze und weniger den breiteren Kreditmarkt selbst. Während bestimmte Sektoren, wie z. B. das Bankwesen, unter Druck gerieten, wurden die Märkte durch die veränderten Zinserhöhungserwartungen belastet. Die Folgen der strafferen Geldpolitik führten unweigerlich dazu, dass Teile des Finanzsystems einknickten oder zusammenbrachen. Das erste Opfer waren die schwächsten Bereiche des Bankensystems. Wir befinden uns an einem Punkt, an dem wir eine Wende im Kreditzyklus erleben könnten. Die für uns wichtigsten Zeichen für eine positive Entwicklung sind: eine Kerninflation, von deutlich unter 4-5 %, ein Rückgang der weit gefassten Geldmenge und deren Erholung, und eine Lockerung in China und den Schwellenländern, die dem globalen Wachstum Rückenwind verleiht.“

Zugang zu Kapitalmärkten

Konzentration auf die Kreditvergabestandards wird die Kreditkonditionen weiter verschärfen und das BIP beeinträchtigen

Obwohl die Vergabekriterien bereits in den letzten neun Monaten verschärft wurden, hat die jüngste Bankenkrise den Trend zu einer restriktiveren Kreditvergabe zusätzlich verstärkt. Dadurch wird die wahrscheinliche Rezession allerdings vorgezogen.

Die Verschärfung der Kreditbedingungen könnte das US-BIP um drei oder vier Zehntelprozentpunkte drücken. Das ist zwar insgesamt gering, aber könnte den zinsempfindlichen Wirtschaftsbereichen wie dem Immobilien- und Bankensektor sowie bestimmten Teilen des Sektors für Gebrauchsgüter schaden.

Schuldenlast und -dienst

Zahlungsausfälle haben die Talsohle erreicht, werden aber bald wieder ansteigen

In den letzten zwei bis drei Jahren gab es praktisch keine Ausfälle bei Unternehmenskrediten, aber das wird sich bald ändern. Als nachlaufender Indikator wird sich die Situation bei den Zahlungsausfällen ab jetzt verschlechtern. Das Ausmaß des Schadens wird davon abhängen, ob die Zentralbank bei ihren Versuchen, die Inflation in den Griff zu bekommen, eine harte oder weiche Landung hinbekommt. Eine sanftere Landung in Kombination mit einem Zahlungsausfallhöchststand in den nächsten sechs Monaten, und der dann abebbt, ist das wahrscheinlichste Ergebnis. Dies ist in den Spreads derzeit auch eingepreist.

Da der Markt mit höheren Ausfällen rechnet, werden Unternehmen, die Refinanzierungsrisiken und höheren Zinssätzen ausgesetzt sind, zu kämpfen haben. Der Großteil der Unternehmen ist jedoch vor jedem Konjunkturergebnis, abgesehen von einer „harten Landung”, gut geschützt.

Cashflow und Gewinne

Exogene Cashflow-Schocks zeigen immer noch Wirkung

Die Gewinne wurden weiter nach unten korrigiert, und für 2023 wird in allen Industrie- und Schwellenländern mit Ausnahme der Eurozone, Chinas und Japans kein oder ein negatives Gewinnwachstum erwartet. Eine Rezession mit „harter Landung“ wäre am schlimmsten aber auch eine mittlere Rezession würde ausreichen, um die Bilanzen vieler Unternehmen zu belasten. Die Spreads preisen derzeit eine „weiche oder flache Landung“ ein. Dies ist immer noch möglich, aber solange es keine eindeutigen Beweise dafür gibt, dass der Kreditzyklus sich gedreht hat, bleibt das JHI-Credit-Team bei den Credit Spreads zurückhaltend.

Auswirkungen auf die Asset Allokation

Dispersion bei Rating-Qualität, Sektoren und Regionen zu erwarten

In einem der schnellsten und aggressivsten Zinserhöhungszyklen sind die USA weitgehend ungeschoren davongekommen, da ihre Wirtschaft weniger empfindlich auf steigende Zinsen reagiert. Viele Haushalte haben Hypotheken, die bei 2 bis 3 % festgeschrieben sind; Vollbeschäftigung bedeutet, dass viele Menschen ein stabiles, verlässliches Einkommen haben; und das nominale Wachstum war stark.

Dieser Schutz ist in Regionen wie Großbritannien und Europa schwächer ausgeprägt, da es dort mehr variabel verzinste Schulden und Hypotheken gibt und die Inflation die Einkommen der Haushalte härter getroffen hat.

Auf globaler Ebene sind China und die Schwellenländer die ersten Regionen, die mit einer Lockerung der Geldpolitik beginnen, was das globale Wachstum ankurbeln könnte. Wir rechnen mit einer sich über alle Sektoren und Regionen erstreckenden Rezession.

Jim Cielinski fügt hinzu: „Wenn man bedenkt, was den Wert am Ende von Rezessionen antreibt, dürfte sich dieser Zyklus kaum von früheren unterscheiden. Durch eine sorgfältige Titelauswahl können Anleger von der extremen Dispersion an den Märkten profitieren. Für die schwächsten Marktteilnehmer ist es oft sehr schmerzhaft, wenn sie unter die Räder kommen und zahlungsunfähig werden. Allerdings steht man dann am Ende mit erleichterten finanziellen Rahmenbedingungen da, gepaart mit solideren Unternehmen, die sich vorsichtig verhalten und ihre Bilanzen entschulden wollen. Der Bankensektor war ein gutes Beispiel dafür. Die Auswahl der Gewinner und der Verlierer ist gegen Ende eines Kreditzyklus noch entscheidender.“

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In den letzten zehn Jahren waren Telekommunikationsunternehmen in Europa immer eine Herausforderung für Anleger.

„Inzwischen bewegt sich jedoch viel in der Branche und der Ausblick ist deutlich positiver geworden – vor allem für Dividendenanleger“, sagt Jim Lydotes, stellvertretender CIO und Head of Equity Income bei Newton Investment Management, einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management:

„In den vergangenen Jahren war von einer Preissetzungsmacht der Telekommunikationsanbieter nichts zu sehen. Die Verbraucher freute es: Sie konnten immer größere Datenmengen nutzen, ohne höhere Kosten in Kauf nehmen zu müssen.

Doch das ändert sich jetzt. Telcos nutzen das momentane inflationäre Umfeld, um die Preise anzuheben und damit ihre Margen zu verbessern. Gleichzeitig reduzieren die Unternehmen ihre langfristigen Investitionsausgaben. 5G ist zwar immer noch nicht ganz ausgereift, doch der größte Anteil der Investitionen dürfte bereits getätigt worden sein. Zum ersten Mal seit rund zehn Jahren zeigt die Branche also Ausgabendisziplin. Zusammengenommen ergibt sich daraus eine Art Goldlöckchen-Szenario – zumal die Telekommunikation derzeit so günstig bewertet ist wie kaum ein anderer Sektor am Aktienmarkt.

Aus Anlegerperspektive hat die Telekommunikationsbranche das Potenzial, sich zu dem zu entwickeln, was der Energiesektor vor drei Jahren war: Unternehmen mit Disziplin, die die gestiegenen Cashflows nutzen, um ihre Bilanzen zu entlasten und höhere Dividenden an ihre Aktionäre auszuschütten. Dieser Rückenwind dürfte auch auf längere Sicht durch die sinkenden Investitionskosten gestärkt werden; eine Entwicklung, die sich seit einigen Jahren durch sämtliche Technologie- und Telekommunikationsbereiche zieht – vor allem in Europa, einschließlich Großbritannien. In den USA ist dieser Trend deutlich schwächer ausgeprägt.

In Europa erwarten wir zudem über kurz oder lang eine grenzüberschreitende Konsolidierung der Branche. Dass ein Land wie Frankreich über vier Telekommunikationsanbieter verfügt, ist aus unserer Sicht unhaltbar. Auch die EU-Regulierungsbehörde scheint dieser Ansicht gegenüber zunehmend aufgeschlossen zu sein. Wir glauben, dass die Konsolidierung daher eine Frage des Wann und nicht des Ob ist. Interessant für Investoren: Die Aussicht auf eine europaweite Konsolidierung des Telco-Sektors ist am Aktienmarkt noch gar nicht eingepreist.

Aus Dividendensicht finden wir neben der Telekommunikation auch den Energiesektor spannend, und dabei vor allem die Energie-Infrastruktur sowie Unternehmen, die im Midstream-Geschäft, also im Transport und in der Lagerung von Rohöl und Erdgas, tätig sind. Denn Pipelines werden auf der Grundlage sehr langfristiger Verträge mit regulierten Versorgungsunternehmen betrieben, also Geschäftspartnern mit Investment-Grade-Rating, deren Kreditwürdigkeit mit der der US-Regierung vergleichbar ist.

Die Einnahmen hängen dabei nicht von den Preisen für Öl oder Flüssigerdgas (LNG) ab, sondern von den tatsächlichen Mengen, die durch die Pipeline fließen. Entscheidend ist aber, dass sie auch an die Inflation gekoppelt sind, so dass die laufenden Kosten relativ gering ausfallen und die Einnahmen mit der Inflation steigen können, sobald die Pipelines fertiggestellt sind.

Seit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine ist die Nachfrage nach LNG-Exporten aus den USA nach Europa gestiegen. Wir gehen davon aus, dass die USA in den nächsten fünf Jahren die Möglichkeit haben werden, ihre LNG-Exporte zu verdoppeln. Obwohl die Dringlichkeit durch den milden Winter in Europa kurzfristig abgenommen hat, erwarten wir, dass ein ‘normaler’ Winter im nächsten Jahr wieder zu einer erhöhten Nachfrage führen wird.“

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Chancen auch bei Investment-Grade-Unternehmensanleihen in Europa

Es ist ein harter Kampf zwischen Notenbanken und Inflation, und er dauert weiter an. Zwar beginnen die Inflationsraten allmählich zu sinken – in den USA sank die Rate im März auf 5,0 Prozent nach 6,0 Prozent im Februar und 6,4 Prozent im Januar; in Europa gingen die Preise im März auf 6,9 Prozent zurück nach 8,5 Prozent im Februar. Doch haben die Notenbanken klar signalisiert, dass sie diesen Kurs weiterhin strikt verfolgen werden, um die Inflationsraten stärker zu senken – auch auf Kosten der Wirtschaft. Eine Rezession bleibt mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent das Basisszenario der Experten von J.P. Morgan Asset Management. Gleichwohl nähern sich nach Ansicht von Iain Stealey, International Chief Investment Officer in der Fixed Income, Commodity and Commodities Gruppe bei J.P. Morgan Asset Management, die Notenbanken, allen voran die Fed, dem Ende des Zinserhöhungszyklus. Für Anleihen bedeute dies ein gutes Umfeld. Chancen sieht Stealey vor allem bei Anleihen hoher Qualität, etwa Investment-Grade-Unternehmensanleihen, aber auch bei Schwellenländer-Bonds.

Rezession frühestens Mitte 2024?

Auf dem Weg von Fed-Zinserhöhungen bis zur endgültigen Rezession durchläuft die Wirtschaft nach Analyse von Iain Stealey eine Phase, die wie eine sanfte Landung aussieht. Seit 1981 betrug die durchschnittliche Zeit von der letzten Zinserhöhung bis zur Rezession durchschnittlich 13 Monate. „Dies deutet darauf hin, dass eine Pause der Fed im zweiten Quartal 2023 möglicherweise erst Mitte 2024 eine Rezession auslösen wird“, erklärt Stealey. „Für uns bedeutet der Kampf der Fed gegen die Inflation, dass eine Rezession bevorsteht“, fährt Stealey fort. Darauf gelte es, Portfolios vorzubereiten. Eine Unsicherheit sei allerdings, bis zu welcher Höhe die Notenbanken die Zinserhöhungen noch fortführen. „Während die Märkte viele Zinsanhebungen eingepreist haben, könnten sich eine Fed-Zinserhöhung auf 6 Prozent oder höher sowie eine EZB-Zinserhöhung auf 4 Prozent negativ auswirken und wahrscheinlich zu neuen Marktschwankungen führen“, erklärt Stealey. Verwerfungen wie im letzten Jahr, mit dem stärksten Rückgang der Anleihekurse seit 1994, seien aber sehr unwahrscheinlich, denn 2022 war ein Ausnahmejahr mit deutlichen Zinserhöhungen in einem selten zuvor gesehenen Tempo.

Sobald sich das Wirtschaftswachstum abschwächt, ist dies laut Stealey ein positives Signal für die Zentralbanken: „Das belegt, dass sie mit ihrem Kampf gegen die Inflation erfolgreich waren. Das ist kein schlechtes Umfeld für Anleihen von guter Qualität.“

Chancen bei Investment-Grade-Unternehmensanleihen in Europa

Neben klassischen Staatsanleihen sieht Iain Stealey deshalb Chancen bei Investment-Grade-Anleihen europäischer Unternehmen, wo er neben starken Fundamentaldaten auch attraktive Bewertungen positiv bewertet. „Die Unternehmen in Europa sind gut für einen Konjunkturabschwung gerüstet“, stellt Stealey fest. Das Umsatzwachstum liegt mit 14 Prozent und das Gewinnwachstum mit 11 Prozent deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Auch habe sich die Bruttoverschuldung stabilisiert. „Viele Unternehmen haben die Verschuldung auf eines der niedrigsten Niveaus des letzten Jahrzehnts gesenkt. Eine konservative Bilanzverwaltung ist für uns als Anleiheninvestoren entscheidend“, stellt Stealey fest.

Per se halten sich nach Ansicht von Iain Stealey auch US-Unternehmen gut. „Die Bewertungen auf Basis der Risikoaufschläge sind in Europa letztendlich jedoch überzeugender als in den USA. Das ist der entscheidende Grund, warum wir den europäischen Unternehmensmarkt bevorzugen“, erklärt Stealey. Die Beimischung von Investment-Grade-Unternehmensanleihen, aber auch verbrieften Krediten, könne die Rendite auf 6 bis 7 Prozent bringen – ein Niveau, das nach Meinung von Iain Stealey ausreichen sollte, um über den Rest des Jahres eine positive Rendite nach Abzug der Inflation zu erzielen.

Schwellenländeranleihen im Aufwind

Chancen sieht Iain Stealey in diesem Jahr auch bei Anleihen aus Schwellenländern. Aus makroökonomischer Sicht wirkten Wachstum und Inflation unterstützend für die Emerging Markets. Die Experten von J.P. Morgan Asset Management rechnen für dieses Jahr mit einer Wachstumssteigerung auf 4 Prozent, angeführt von China aufgrund der schnelleren Wiedereröffnung nach den Lockdowns.

Auch wenn sich das Wachstum in den Industrieländern allmählich wieder positiv entwickeln sollte, erwartet Stealey, dass sich die Wachstumsdifferenz (Wachstums-Alpha) zwischen Schwellen- und Industrieländern auf über 2 Prozent verbessern dürfte. Gleichzeitig könnte nach Ansicht von Anleihenexperte Stealey die durchschnittliche Inflation in den Schwellenländern bis Ende dieses Jahres auf 5,5 Prozent sinken – im Vergleich zu 9,5 Prozent zu Beginn dieses Jahres. „Wir erwarten im zweiten Quartal eine stärkere Disinflation in den Schwellenländern, die von einer Kombination aus Basiseffekten, Rohstoffen und der restriktiven Geldpolitik angetrieben wird“, erklärt Iain Stealey.

In vielen Schwellenländermärkten sind nach Einschätzung von Stealey immer noch Renditen zwischen 5,5 bis 7,5 Prozent möglich, selbst wenn Währungsrisiken abgesichert werden. Im Vergleich dazu würden etwa US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 5 Jahren mit weniger als 4 Prozent gehandelt. Wichtig sei, in diesem Bereich sehr selektiv vorzugehen.

Jenseits klassischer Benchmark-Ansätze

Orientiert sich ein Portfoliomanager an einer Benchmark, reduziert dies naturgemäß seine Anlagemöglichkeiten und es steht oft nicht das gesamte Risiko-Rendite-Spektrum zur Verfügung, das der Anleihenmarkt – vom risikoarmen Geldmarkt bis hin zu spekulativen Hochzins- und Schwellenmarktanleihen – bietet.

Eine Abkehr der Anleiheportfolios von der Benchmark-Orientierung hin zu indexunabhängigen, flexiblen Ansätzen kann wiederum die Chance bieten, das gesamte globale Anleihespektrum auszunutzen und unterschiedliche Quellen festverzinslicher Erträge zugleich zu erschließen. Neben dem Ertrag ist auch der Diversifikationseffekt ein wichtiger Faktor, denn die Korrelationen verschiedener festverzinslicher Anlageklassen zueinander sind sehr unterschiedlich: Während der Zusammenhang zwischen Staatsanleihen und hypothekarisch besicherten Anleihen in der Regel sehr hoch ist, weisen beispielsweise Hochzinsanleihen eine relativ geringe bis teilweise negative Korrelation zu Staatsanleihen auf. Ein flexibler Ansatz berücksichtigt diesen Zusammenhang entsprechend.

Mit taktischen Allokationen lässt sich flexibel auf Marktveränderungen reagieren und die Fondsmanager können durch aktives Management Zinsänderungsrisiken für Anleger senken. Ein benchmark-unabhängiges Konzept ermöglicht es, auf die Sektoren oder Regionen mit dem attraktivsten risikoadjustierten Ertragspotenzial zu fokussieren. Der seit 10 Jahren erfolgreiche JPMorgan Funds – Global Bond Opportunities Fund und sein nachhaltiges Pendant, der JPMorgan Funds – Global Bond Opportunities Sustainable Fund investieren beispielsweise über das gesamte Spektrum globaler Anleihen hinweg dynamisch in alle Anleihenmarktsegmente, um sich jederzeit auf verändernde Marktbedingungen einzustellen. Dies wird zudem mit aktivem Durationsmanagement und selektivem Währungsmanagement verbunden.

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J.P.Morgan Asset Management, (Europe) S.á.r.l. , Frankfurt Branch, Junghofstraße 14, ­60311 Frankfurt Tel.: 069/71240, Fax: 069/71242180, www.jpmam.de

Von Mario Montagnani, Senior Investment Strategist, Vontobel

  • Die Hausse der europäischen Aktienindizes in den letzten Monaten wird von einer relativ kleinen Gruppe von Aktien getrieben
  • 75 Prozent der bisherigen Jahresperformance des Euro STOXX-Index stammen von vier bis fünf von insgesamt zwölf Sektoren.

Die europäischen Aktienmärkte haben sich seit dem Tief Ende September 2022 allen Widrigkeiten zum Trotz ausgesprochen gut entwickelt. Das starke Kursplus ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen. Zum einen hat Europa die beispiellose Energiekrise des vergangenen Jahres erfolgreich überwunden. Zum anderen setzte in den ersten drei Monaten dieses Jahres eine ausgeprägte Rotation in Qualitäts- und Wachstumsaktien ein.

In Folge der Kreditkrise, die in den USA mit dem Kollaps der SVB begann, gaben Anleger großen Unternehmen mit robustem Wachstums- und Qualitätsprofil, starker Cash-Generierung und sehr geringem Fremdkapitalanteil den Vorzug gegenüber Small Caps. Diese Umschichtung spiegelt sich in den USA in der starken Performance des Nasdaq-Technologieindex wider, der im ersten Quartal in absoluten Zahlen um 24 Prozent zulegte und damit die beste Quartalsperformance seit 2009 erzielte.

Wenige Kurstreiber dominieren den Indexanstieg

Interessanterweise behauptete sich der europäische Aktienmarkt gleichzeitig gegenüber dem US-Markt und erreichte dabei fast die historischen Höchststände von 2007. Das ist bemerkenswert, da Technologiewerte in Europa ein wesentlich geringeres Gewicht haben. Bei genauerer Analyse zeigt sich, dass die starke Wertentwicklung des Euro STOXX-Index vor allem von der starken Performance einer relativ kleinen Anzahl von Unternehmen getrieben wird. Dabei handelt es sich jedoch um Aktien, die den Index nach Marktkapitalisierung dominieren.

Auf Sektorebene entfiel ein Drittel der Index-Performance von rund 15 Prozent seit Jahresbeginn auf Konsumgüterwerte. Dazu hat die Wiedereröffnung der chinesischen Wirtschaft seit Dezember letzten Jahres sicher einen großen Beitrag geleistet. Den zweitgrößten Beitrag zur Index-Performance leistet mit 15 Prozent der Technologiesektor, dessen Gewicht in der EU aber deutlich geringer ist als in den USA. So profitierten etwa im Automobilsektor die Autoteile-Hersteller von einer günstigen Entwicklung des Endmarktes mit immer längeren Lieferzyklen und einer längeren Fahrzeug-Lebensdauer.

Deutliche Bewertungsunterschiede zwischen den Sektoren

75 Prozent der bisherigen Jahresperformance des Euro STOXX-Index stammen von vier bis fünf von insgesamt zwölf Sektoren. In diesen Sektoren erreicht die Bewertung inzwischen ein erwartetes KGV von 20, für den Gesamtindex liegt die Bewertung dagegen lediglich bei 12. Die Mehrheit der Sektoren hat zuletzt eine unterdurchschnittliche Performance erzielt, diese Sektoren handeln zu mittleren bis niedrigen KGVs und bieten demzufolge wahrscheinlich geringere Wachstumsaussichten.

Dagegen stehen die 20 bedeutendsten Aktien im Euro STOXX-Index für 55 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung der insgesamt 600 Unternehmen. Der Euro STOXX-Index ist damit zwar weniger stark polarisiert als der US-Markt, wo beispielsweise zwei Aktien wie Microsoft und Apple mit über vier Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung den gesamten Russel 2000-Index übertreffen. Doch auch der europäische Markt zeigt deutliche Polarisierungstendenzen.

So macht die Performance der 20 wichtigsten Aktien fast 70 Prozent der absoluten Index-Performance von 15 Prozent seit Jahresbeginn aus. Der Beitrag der Luxuswerte wie dem Index-Schwergewicht LVMH, aber auch Hermes, Kering, L’Oreal und weiteren Luxusmarken hat seit Anfang des Jahres rund 40 Prozent zur Performance des Index beigetragen. Das ist eine ziemlich starke, aber auch hochgradig konzentrierte Leistung.

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Marktkommentar von Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL

Die als Krisenschutz angesehenen Anlagen Gold und Bitcoin haben seit Jahresanfang deutlich zugelegt. Noch im letzten Jahr waren beide von Unsicherheiten geprägt und trugen kaum zur Stabilisierung eines Portfolios bei: Bitcoin gehörte sogar zu den größten Verlustbringern. 2022 konnten sich sowohl Edelmetalle als auch Krypto-Assets den Folgen des Zins-Regimewechsels und der darauffolgenden Umwertung aller liquiden Anlagen angesichts „plötzlich“ wieder vorhandener verzinslicher Renditequellen nicht entziehen. Für die Goldnotierungen geht es bereits seit Oktober 2022 wieder aufwärts, nachdem ein Hauptbelastungsfaktor, der bis dahin sehr feste US-Dollar, eine Kehrtwende eingelegt und die Höchstnotierungen im Vergleich zum Euro unterhalb der Parität von 1 EUR/USD verlassen hat. Krypto-Assets hingegen erhielten im November 2022 zunächst noch einen heftigen Rückschlag im Zuge der Pleite der Krypto-Handelsplattform FTX. Seit Jahresanfang aber hat auch diese Anlageklasse die Reihe von Negativmeldungen und Skandalen des vergangenen Jahres hinter sich gelassen und wird von Anlegern wieder als chancenreich betrachtet. Kursgewinne in Höhe von rund 65 Prozent bei Bitcoin und des nach Marktkapitalisierung zweitgrößten Krypto-Assets Ethereum belegen das neu gewonnene Vertrauen.

Bemerkenswert ist, dass sowohl Gold als auch viele Krypto-Assets in der Hochphase des „Bankenbebens“ – rund um die Pleite der Silicon Valley Bank und die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS Mitte März – deutliche Kursgewinne verzeichnen. Es sieht so aus, als ob sich Anleger auf der Suche nach Diversifikation doch wieder breiter aufstellen. Zudem geben anhaltend hohe Inflationsraten und daraus resultierend negative Realzinsen sowie eine nur schwache globale Konjunkturerholung weiterhin einen guten Anlass, Aktien- und Anleiheportfolios mit anderen Anlageklassen zu ergänzen. Es dürfte aber auch die Erkenntnis eine Rolle gespielt haben, dass die Zentralbanken künftig bei der Umsetzung eines restriktiven geldpolitischen Kurses an Grenzen stoßen, wenn sie gleichzeitig die Stabilität des Finanzsystems nicht zu stark gefährden wollen.

Fazit: Wir gehen davon aus, dass Gold und Bitcoin im weiteren Jahresverlauf weiter zulegen, denn das Erreichen positiver Realzinsniveaus dürfte noch einige Zeit dauern und die Unsicherheiten im Zuge anhaltend höherer Zinsen werden in Form von Belastungen der Konjunkturdynamik sowie zunehmenden Unternehmensinsolvenzen zunehmen.

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