Die Märkte beobachten derzeit mit Argusaugen die Verhandlungen zwischen der US-Regierung und den Republikanern über die Anhebung der Schuldenobergrenze.

„Doch das eigentliche Drama spielt sich auf einer ganz anderen Ebene ab“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. „Der Blick sollte sich schnell auf ganz reale Gefahren richten.“

Derzeit wird an den Märkten fast nur noch über die Schuldenobergrenze diskutiert. „Es ist natürlich richtig, dass im theoretischen Fall einer Nichteinigung das zu einem Ausfall von Zinszahlungen und damit zu einem Default der US-Staatsschulden führt“, so Bente. „Das wäre für das Weltfinanzsystem tatsächlich der GAU, gerade weil dann US-Papiere nicht mehr zur Deckung eingesetzt werden könnten. „Allerdings ist das natürlich ein absoluter Extremfall, dessen Konsequenzen so dramatisch sind, dass dies auch den politischen Führern bewusst ist“, sagt Bente.

Da derzeit eher einigungsbereite, gemäßigte Politiker sowohl in der US-Regierung wie bei den Republikanern das Wort führen, sollte eine Einigung hier gelingen. „Das wird auf einen Showdown in letzter Minute oder Sekunde hinauslaufen, es wird noch viel gefordert und gegeben, verhandelt und veröffentlicht werden, aber dann kommt die Einigung mit Sicherheit“, so Bente. Der Streit um die Schuldenobergrenze sollte die Märkte deshalb nicht ablenken von wesentlich wichtigeren und für den Aktienmarkt gefährlicheren Themen.

So droht gerade in den USA vonseiten des Arbeitsmarktes Gefahr. Nachdem der Housing Sektor bereits klar kontraktiv war und das produzierende Gewerbe seit Monaten schwächelt, besteht nun seit kurzer Zeit auch die reelle Gefahr, dass sich die wirtschaftliche Abschwächung in den Arbeitsmarkt überträgt. „Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind zuletzt mehrere Wochen in Folge höher aufgelaufen als das eigentlich in einer intakten Konjunktur zu erwarten wäre“, sagt Bente. „Als ein wichtiger Vorlauf-Indikator für die Arbeitsmarktentwicklung entsteht hier gerade im Schatten der Schuldengrenzendebatte eine potenziell sehr problematische Situation.“ Die länger befürchtete und dann durch überschäumenden Optimismus fortgespülte zweite, konjunkturell getriebene Abwärtswelle, könnte dann mit Macht einsetzen. „Das wäre im Übrigen auch die klassische Reaktion auf die bisherigen Zinserhöhungen der Notenbanken“, so Bente. „Hier wären neue Jahrestiefs allemal möglich.“

Über die Vates Invest GmbH

Die Vates Invest GmbH, gegründet 2011, ist eine inhabergeführte Asset-Management-Boutique. Die Erfahrung zweier tiefer Aktienbärenmärkte (2001 und 2008) war prägend für die Philosophie von Vates. Das Spezialgebiet sind börsentägliche quantitative Analysen des monetären, konjunkturellen und sentimenttechnischen Umfelds. Seit 2014 verkörpert der Vates Parade Fonds die Portfoliomanagementstrategie von Vates Invest. Kernziel ist es, langfristig positive Rendite zu erzielen und zugleich die Anleger vor großen Verlusten in Bärenmärkten zu schützen. Der Vates Aktien Offensiv Fonds fokussiert sich hingegen auf die besten Stockpicker und deren „Lieblingsaktien“. Das Augenmerk liegt dabei auf Einzelaktien mit einem High-Conviction-Ansatz, um ein größtmögliches Alpha zu erzielen.

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Vates Invest GmbH, Bürgermeister-Mahr-Straße 18, 63179 Obertshausen, Tel: 06104 9872072, www.vates-invest.de

Fondsklassiker JPMorgan Funds – Global Focus Fund seit 20 Jahren am Markt: Fokus auf die Top 2 Prozent des Marktes

Die Experten von J.P. Morgan Asset Management sehen im weiteren Verlauf des Jahres 2023 drei wichtige Treiber für die globalen Aktienmärkte. Neben einer Verlangsamung des Konsums in den Industrienationen sowie den Chancen durch die Wiedereröffnung in China sorgen geopolitische Risiken für Schwankungen und Vorsicht an den Märkten. Auch die Entwicklung der Inflation wird die Märkte weiter beeinflussen. „Nach Lieferengpässen und einer Verknappung des Angebots in den Jahren 2020 und 2021 haben inzwischen viele Rohstoffe wieder das Niveau von 2019 erreicht, was die Inflation in diesem Bereich bremst“, erläutert Helge Skibeli, Portfolio Manager für globale Aktien bei J.P. Morgan Asset Management. Allerdings sei mit Verzögerungseffekten zu rechnen, da viele Unternehmen die Kosten mittels Terminkontrakten fixiert haben. „Auch zeigt sich, dass sich die Nachfrage von physischen Gütern hin zu Dienstleistungen verlagert. Angesichts angespannter Arbeitsmärkte und der Lohninflation bleibt der Kostendruck jedoch hoch“, führt Skibeli weiter aus. Nachdem der Nachfragezyklus für physische Güter bereits mehr als zwei Jahre anhält, erwartet der Experte auch für Dienstleistungen eine längere Phase erhöhter Nachfrage.

Höhere Zinsen als weitere Herausforderung

Allerdings beginnt die gestiegene Zinsbelastung und die damit einhergehende Verschärfung der Kreditvergabe den Konsum zu belasten. Darauf haben bisher vor allem die Technologieunternehmen reagiert und in den letzten Monaten Mitarbeiter freigesetzt oder etwa die Vergütung für neue Mitarbeiter reduziert. Gleichwohl konnte der Multimedia-Sektor im ersten Quartal dieses Jahres positiv überraschen, nachdem viele der Tech-Konzerne ihre in der Pandemie aufgebauten Überkapazitäten reduzierten und ihre Kosteneffizienz steigern konnten.

Global Focus Fund – Fokus auf die besten zwei Prozent

In diesem für viele Branchen herausfordernden Umfeld ist es für den Fondsmanager Helge Skibeli umso wichtiger, für den JPMorgan Funds – Global Focus Fund flexibel und stilunabhängig investieren zu können, um in unterschiedlichen Marktumfeldern erfolgreich zu sein. Der Global Focus Fund wurde vor genau 20 Jahren aufgelegt; vor vier Jahren wurde der Investmentprozess neu ausgerichtet und fokussiert sich nun auf die besten zwei Prozent aus 2.500 Unternehmen weltweit. Das Besondere an dem sehr konzentrierten Portfolio aus 40 bis 60 globalen Aktien ist: Bevor das Fondsmanagement die Entscheidung trifft, eine Aktie im Global Focus Fund aufzunehmen, hinterfragt das Team nicht nur, ob diese Aktie den Markt schlagen kann, sondern auch, ob sie das bestehende Portfolio schlagen kann.

Kombination aus Qualität, Wachstumspotenzial und Preis

Das Ziel des Management-Teams ist es, Unternehmen zu finden, die herausragende Ertragsqualität mit schnellerem Wachstum als der Markt zu einem besseren Preis als der Markt bieten. „Viele Investmentansätze fokussieren sich nur auf ein oder zwei dieser Kriterien. Dass es uns im Global Focus Fund möglich ist, alle drei Kriterien zu erfüllen, ist nur dank unserer einzigartigen globalen Research-Plattform möglich“, betont Fondsmanager Skibeli.

Denn die große Herausforderung bei der Anwendung aller drei Kriterien ist, dass Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial tendenziell einen höheren Preis haben. Ist der Preis wiederum niedrig, stimmt wahrscheinlich die Qualität nicht. „Nur 2,5 Prozent der von uns betrachteten Unternehmen bieten eine Kombination aller drei Merkmale. Wenn das Research also nicht breit genug angelegt ist, wird es schwierig, ein Portfolio aufzubauen, das diversifiziert ist und das Risiko im Fokus hat. Wir verfügen über globale Researchkapazitäten mit 80 langjährig erfahrenen Research-Analysten, die rund um den Globus mehr als 2.500 Unternehmen abdecken. Damit haben wir eine sehr gute Basis, um die besten zwei Prozent der weltweit analysierten Unternehmen in unserem Portfolio zu vereinen“, unterstreicht Helge Skibeli. Die Karriere-Analysten bei J.P. Morgan Asset Management führen etwa 5.000 Unternehmensbesuche pro Jahr durch, zudem können sie auf ein Researchbudget von 150 Millionen Euro zugreifen.

Dank dieser besonderen Strategie bietet der Global Focus Fund ein global diversifiziertes, auf „beste Ideen“ konzentriertes und stilneutrales Portfolio, das sowohl in Growth- als auch in Value-Märkten überzeugt. Im aktuell volatilen Marktumfeld erzielte der Fonds eine Wertentwicklung von 10,7% seit Jahresbeginn; die annualisierte Wertenwicklung beträgt für 3 Jahre 16,6% und für 5 Jahre 10,6% (Stand: 19. Mai 2023, Anteilkasse A (dist) – EUR).

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J.P.Morgan Asset Management, (Europe) S.á.r.l. , Frankfurt Branch, Junghofstraße 14, ­60311 Frankfurt Tel.: 069/71240, Fax: 069/71242180, www.jpmam.de

Globale Dividenden stiegen um 12,0 % auf einen Rekordwert von 326,7 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal – dank der höchsten Sonderdividenden seit neun Jahren

Laut dem aktuellen Janus Henderson Global Dividend Index sind die weltweiten Dividenden dank boomender Sonderdividenden gut in das Jahr 2023 gestartet. Die Gesamtsumme stieg um 12,0 % auf einen Rekordwert von 326,7 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal. Das bereinigte Wachstum, bei dem Sonderdividenden, Wechselkurseffekte und andere technische Faktoren unberücksichtigt bleiben, fiel mit 3,0 % deutlich geringer aus.

Einmalige Sonderdividenden auf Höchststand seit 2014

Einmalige Sonderdividenden in Höhe von 28,8 Mrd. US-Dollar stellen den zweithöchsten Wert aller Zeiten dar (nach Q1 2014). Auf Ford und Volkswagen entfiel fast ein Drittel der weltweiten Q1-Sonderdividenden. Die Gesamtausschüttungen des Automobilsektors waren somit zehnmal höher als im Vorjahr. Einmalige Sonderdividenden machten sich auch in den Sektoren Transport, Öl und Software bemerkbar. „Volkswagen sorgte im ersten Quartal mit einer Sonderdividende in Höhe von 6,3 Mrd. US-Dollar nicht nur in Deutschland für Aufsehen. Es war die weltweit achtgrößte Sonderdividende seit Einführung unseres Index 2009 und stammte aus den Erlösen des Porsche-Börsengangs Ende 2022. Die Gesamtdividende stieg in Deutschland um 110 % auf 11,4 Mrd. US-Dollar, bereinigt man allerdings den Anstieg um Sonderdividenden und Wechselkurseffekte, dann liegt das Wachstum nur noch bei 3,6 %“, so Daniela Brogt, Head of Sales für Deutschland und Österreich bei Janus Henderson Investors.

US-Ausschüttungen erreichen einen neuen Rekord

Da Dividenden in den meisten Teilen der Welt stark saisonabhängig sind, wird das erste Quartal von den USA dominiert, wo die Ausschüttungen gleichmäßiger über das Jahr verteilt sind. Das Dividendenwachstum hat sich hier in den letzten Quartalen zunehmend verlangsamt und ist im ersten Quartal bereinigt auf 4,8 % gesunken. Unter Berücksichtigung der großzügigen einmaligen Sonderdividenden betrug das Gesamtwachstum 8,3 %, womit die US-Gesamtdividende einen Rekordwert von 153,4 Mrd. US-Dollar erreichte. Die Wachstumsrate im ersten Quartal wurde auch durch eine saisonbedingte Tendenz zu einem langsameren Wachstum in der Schweiz sowie durch eine Abschwächung in Australien und den Schwellenländern aufgrund geringerer Bergbaudividenden beeinträchtigt.

Wachstum bei Banken und Ölgesellschaften durch sinkende Bergbaudividenden ausgeglichen

Der starke Rückgang der Ausschüttungen im Bergbausektor, der aufgrund der niedrigeren Rohstoffpreise um ein Fünftel zurückging, wurde im ersten Quartal durch den starken positiven Wachstumsbeitrag der Banken und Ölgesellschaften fast vollständig ausgeglichen. Die meisten Sektoren erzielten ein einstelliges Wachstum, und es gab relativ wenige Ausreißer. Weltweit haben 95 % der Unternehmen im ersten Quartal ihre Dividenden entweder erhöht oder konstant gehalten.

Starkes erstes Quartal und ein erwartetes positives zweites Quartal in Europa bewirken Anhebung der Prognose von Janus Henderson

Für 2023 werden die sinkenden Bergbauausschüttungen weiterhin eine erhebliche Wachstumsbremse darstellen, von der insbesondere Australien, die Schwellenländer und Großbritannien betroffen sein werden. Die Ausschüttungen aus dem Banken- und Ölsektor sind jedoch weiterhin positiv. Darüber hinaus ist die Entwicklung in Europa viel ermutigender, als es vor drei Monaten den Anschein hatte, da sich die robuste Gewinnentwicklung im Jahr 2022 in höheren Dividendenzahlungen niederschlägt. Der im ersten Quartal verzeichnete Boom bei den Sonderdividenden trägt ebenfalls dazu bei, dass die Gesamtsumme für das Jahr höher als erwartet ausfällt.

Janus Henderson rechnet nun für 2023 mit einer Dividendensumme von 1,64 Billionen US-Dollar, was einem Gesamtanstieg von 5,2 % und einem bereinigten Wachstum von 5,0 % entspricht.

Ben Lofthouse, Head of Global Equity Income bei Janus Henderson, sagt: „Das kräftige Dividendenwachstum im ersten Quartal ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass die Weltwirtschaft 2022 ein schwieriges Jahr mit hoher Inflation, steigenden Zinsen, Konflikten und anhaltenden Corona-Lockdowns erlebte. Dieses Wachstum verdeutlicht, dass Dividenden im Allgemeinen weniger volatil sind als Gewinne. Zwar gehen wir davon aus, dass sich das Dividendenwachstum aufgrund dieser Faktoren verlangsamen wird, doch dürfte es sich in diesem Jahr entsprechend dem langfristigen Trend fortsetzen.“

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Janus Henderson Investors, Tower 185, 25th floor, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, D-60327 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 86003 0,Fax: +49 69 86003 355, www.janushenderson.com

Nachhaltigkeit bei Geldanlage bei vielen noch nicht angekommen

Da staunte nicht nur die Finanzbranche: Schon vor, aber vor allem während der Corona-Pandemie hatten junge Anleger vermehrt Trading-Apps für sich entdeckt und waren Vorreiter, was die Geldanlage und den Umgang mit Aktien und Kryptowährungen angeht. Von „Zocker-Mentalität“ war allenthalben die Rede. Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) wollte wissen, ob die Jungen mit Geld „spielen“ oder ob substanzielle Trends erkennbar sind.

Ein nach Altersklassen differenzierter Blick auf den aktuellen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) gibt Aufschlüsse: Mit 47,9 Indexpunkten ist die Haltung der 18- bis 29-Jährigen zu aktienbasierten Geldanlagen signifikant positiver als die der 50- bis 64-Jährigen (19,4 Punkte). Dasselbe gilt auch für den tatsächlichen Besitz von Aktien: Auch der Anteil der Besitzer aktienbasierter Anlagen liegt in der jungen Generation mit 45,1 Prozent knapp zehn Punkte vor dem ihrer Elterngeneration (35,3 Prozent) – wenngleich nach der Anzahl der Depots und sicher nicht nach ihrer Höhe.

Trading-Apps fördern Aktienkultur

Für Michael Heuser, den Wissenschaftlichen Direktor des DIVA, sind die Ergebnisse folgerichtig und aufschlussreich: „Jüngere Anleger haben einen ganz anderen Zeithorizont als die Älteren, können deshalb höhere Risiken eingehen und Rücksetzer an der Börse einfach aussitzen. Sie haben ihr Berufsleben vor sich und oft noch keine Kinder, die nun mal Geld kosten. Aber das war auch bei deren Eltern so. Es muss also weitere Gründe geben. Wir beobachten, dass auch Trading-Apps eine gewichtige Rolle für den Wandel spielen. Keiner muss mehr in der Sparkassenfiliale ein Depot eröffnen. Die Apps beseitigen Barrieren, sparen Zeit und machen „Börse“ einfach und kostengünstig. Beschleunigt wird das Ganze noch durch die sozialen Netzwerke, in denen Influencer Tipps und – wenn auch oftmals nur vermeintlich richtige – Börsenweisheiten verbreiten,“ so Heuser.

Da stellt sich naturgemäß die Frage, ob die Jungen, wenn sie in Sekundenschnelle Einzelwerte oder Bitcoins kaufen und verkaufen, immer wissen, was sie tun. „Ganz sicher nicht“, meint Dr. Helge Lach, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Vermögensberater (BDV), eines der Trägerverbände des DIVA. „Wir sehen diesen Trend dennoch sehr positiv. Die jungen Menschen haben noch keine größeren finanziellen Verpflichtungen und nutzen deshalb ihre Freiheit, um Dinge auszuprobieren. Wie immer wird es dabei Gewinner und Verlierer geben. So lernen die Jungen, was es mit Chancen und Risiken von Geldanlagen auf sich hat. Und spätestens wenn sich der eine oder andere damit eine „blutige Nase“ in Form größerer Verluste holt, wächst die Einsicht, dass man sich mit der Materie beschäftigen sollte“, so Lach. Dies untermauert die Befragung: 79,3 Prozent der 18 bis 29-Jährigen schätzen persönliche Beratung.

Nachhaltigkeit bei privater Vermögensbildung noch nicht angekommen

Geht es um Nachhaltigkeit in der Geldanlage, zeigen sich auch dabei große Generationenunterschiede. Für 59,4 Prozent der Jüngeren spielt sie eine Rolle bei Geldentscheidungen. Bei den Älteren sind es nur 26 Prozent. Dazu Heuser: „Die Ergebnisse sind keine Überraschung. Für viele junge Menschen ist es wichtig, das Klima in allen Lebensbereichen und damit auch bei der Geldanlage im Fokus zu haben. Es ist das dominierende Thema dieser Generation. Bei den über 50-Jährigen rücken hingegen auch Altersvorsorge und Ruhestand in den Blick.“ Verbandschef Lach ergänzt: „Gerade bei den Älteren, die naturgemäß die deutlich größeren Anlagesummen bewegen und halten, sind offensichtlich das Bewusstsein und die Bereitschaft für nachhaltige Geldanlage und Altersvorsorge noch nicht angekommen. Wir werben schon lange dafür, finanzielle Anreize zu setzen, um die privaten Ersparnisse schneller im Sinne des Green Deal zu lenken. Ohne solche Anreize wird es noch Jahrzehnte dauern.“

Staatsfonds und Obligatorium in der privaten Altersvorsorge nicht notwendig

Mit Blick auf die im Auftrag der Bundesregierung aktuell arbeitende Fokusgruppe Private Altersvorsorge sind die Ergebnisse der Umfrage politisch hoch relevant. Dazu Lach: „Wenn es darum geht, private Altersvorsorge verstärkt ins Produktivvermögen zu lenken, was einige aus der Politik mit Staatsfonds und Obligatorien erreichen wollen, ist dies absolut nicht notwendig. Die Aktienkultur in Deutschland entwickelt sich gut. Die Jungen machen es vor. Und die Anzahl der Fondssparpläne und fondsgebundenen Lebensversicherungen erreicht immer neue Höchststände. Diesen Trend durch Förderung zu beschleunigen, wäre allemal besser, als schon wieder den Staat ins Spiel zu bringen. Zumal es für die Politik in der gesetzlichen Rente genug zu tun gibt“, so der Verbandsvorsitzende.

Die Umfrage ist Teil der aktuellen Ausgabe des Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) und wurde im Auftrag des DIVA von INSA-CONSULIERE mit ca. 2.000 Teilnehmern durchgeführt.

DIVA – Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung

Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) in Frankfurt am Main ist ein An-Institut der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) und versteht sich als Meinungsforschungsinstitut für finanzielle Verbraucherfragen. Es wird von vier namhaften Vermittlerverbänden getragen: dem Bundesverband Finanzdienstleistung AfW, VOTUM, dem Bundesverband Deutscher Vermögensberater (BDV) und dem Bundesverband der Assekuranzführungskräfte VGA. Die Wissenschaftliche Leitung liegt bei FHDW-Professor Dr. Michael Heuser.

Deutscher Geldanlage-Index des DIVA (DIVAX-GA); Deutscher Altersvorsorge-Index (DIVAX-AV)

Im Rahmen seines Forschungsspektrums veröffentlicht das DIVA jeweils zweimal jährlich den Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) und den Deutschen Altersvorsorge-Index (DIVAX-AV), die das Meinungsklima der Menschen in Deutschland zu diesen Finanzfragen messen. Sie werden ergänzt durch Sonderbefragungen zu Themen der Vermögensbildung und Alterssicherung, häufig mit Unternehmenspartnern; diese basieren auf DIVA-Tandemumfragen, d.h. repräsentativen Doppelbefragungen von Endverbrauchern einerseits und Vermögensberatern andererseits.

FHDW – Fachhochschule der Wirtschaft

Die private Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) wurde 1993 gegründet. Sie bietet an fünf Campussen duale und berufsbegleitende Bachelor- und Master-Studiengänge in den Bereichen Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik an. Neben der engen Verzahnung von Theorie und Praxis durch die Kooperation mit rund 550 Unternehmen bietet die FHDW kleine Studiengruppen, intensive Betreuung, effiziente Studienorganisation und attraktive Karrieremöglichkeiten. Im Wintersemester 2022/23 sind 2.000 Studierende eingeschrieben. Sie werden von 50 Professoren und zahlreichen Lehrbeauftragten betreut. Seit ihrer Gründung hatte die FHDW 8.800 Absolventen. Weitere Informationen unter www.fhdw.de.

Verantwortlich für den Inhalt:

Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung GmbH, Bahnhofstraße 23, 35037 Marburg, Tel: +49 (0) 6421 59078-0, www.diva.de

Ressortwechsel im Vorstand des Bad Homburger Multi Asset-Investmenthauses

Dr. Marcel V. Lähn verantwortet als neuer Investmentchef die gesamte FERI Anlagestrategie

Dr. Heinz-Werner Rapp bleibt als Vorstand der FERI AG verantwortlich für Nachhaltigkeit und das FERI Cognitive Finance Institute

Dr. Marcel V. Lähn ist seit 1. Mai 2023 neuer Chief Investment Officer (CIO) der FERI Gruppe. Er folgt auf Dr. Heinz-Werner Rapp, der diese Funktion seit 2006 innehatte und bis zum Ende seiner Vertragslaufzeit (30. November 2023) weiterhin als Vorstand verantwortlich zeichnet.

Mit dem Stabwechsel geht zum 1. Mai 2023 eine neue Ressortverteilung im FERI-Vorstand einher: Dr. Marcel V. Lähn ist für die Bereiche Anlagestrategie, Asset Allocation, Investmentprozess, Investment Research und Investment Management zuständig. Dr. Heinz-Werner Rapp übernimmt das Ressort Investment Controlling und verantwortet wie bisher das Thema Sustainable Finance sowie die Leitung des von ihm gegründeten FERI Cognitive Finance Institute. Dieses wird er auch über den 30. November 2023 hinaus führen.

Dr. Marcel V. Lähn ist seit einem Jahr Mitglied des Vorstandes bei FERI. Zuvor arbeitete der promovierte Volkswirt als Managing Director und Chief Operating Officer für BDT & Company International LLP in Frankfurt am Main. Davor war er Chief Investment Officer der BHF-BANK AG und leitete als Generalbevollmächtigter das Private Banking der Bank. „Ich freue mich sehr, nun die komplette Verantwortung für die bewährten Investmentprozesse bei FERI übernehmen zu dürfen und die Portfoliostrategien mit einem Schwerpunkt auf Multi Asset Investments für unsere Mandanten weiterzuentwickeln“, sagt Dr. Marcel V. Lähn. Besonderes Augenmerk liege künftig auf einer noch breiteren Integration von Alternative Assets und Zukunftsthemen in die FERI-Portfolios.

„Dr. Marcel Lähn bringt viel Erfahrung und ein globales Netzwerk für die zentrale Position des Chief Investment Officer mit. Ich bin überzeugt, dass er die Erfolge der FERI im Investment Management kontinuierlich fortführen und zugleich innovative Akzente in der Portfoliogestaltung und der strategischen Ausrichtung setzen wird“, sagt Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, Aufsichtsratsvorsitzender der FERI AG und Vorstandsvorsitzender der MLP SE. „Ich danke ausdrücklich Dr. Heinz-Werner Rapp, in dessen Verantwortung als CIO sich FERI in den vergangenen 17 Jahren sehr gut aufgestellt und erfolgreich weiterentwickelt hat. Und ich freue mich, dass er auch künftig die investmentnahen Bereiche der FERI Gruppe mit seiner umfassenden Markterfahrung unterstützen wird.“

Verantwortlich für den Inhalt:

FERI AG, Haus am Park  Rathausplatz 8-10, 61348 Bad Homburg, Tel: +49 (0) 6172 916-0, Fax: +49 (0) 6172 916-9000, www.feri.de

Das Metaverse, hat mit seinen gemeinsam genutzten virtuellen und immersiven Online-Welten nicht nur die Aufmerksamkeit von Gamern, sondern auch von internationalen Unternehmen aus zahlreichen Branchen auf sich gezogen. Laut Dina Ting, Head of Global Index Portfolio Management, Franklin Templeton ETFs, eröffnen sich dadurch eine Reihe von Anlagemöglichkeiten.  

Auch wenn Aktien aus dem Metaverse-Sektor unter der jüngsten Krise im Technologiesektor gelitten haben, entwickeln sich die Innovationen von Unternehmen und Inhaltsproduzenten weiter. So wurde beispielsweise dem Thema KI (Künstliche Intelligenz) in letzter Zeit enorm viel Beachtung geschenkt. Allein die Erwähnung von KI in den Earnings Calls hat seit Beginn des Jahres um 75 % zugenommen. Das Thema wird zunehmend global und in immer mehr Branchen diskutiert. Die neue Welle von generativen KI-Systemen wie ChatGPT und DALL-E beruht auf der Nutzung von Deep-Learning-Netzwerken für die innovative Erstellung von Inhalten und die Automatisierung von Arbeitsabläufen. Auch die Investoren richten ihr Augenmerk verstärkt auf diese Technologie, welche bereits reichlich Kapital angezogen hat.

Im vergangenen Jahr haben etwas mehr als 100 auf generative KI ausgerichtete US-Startups 2,6 Milliarden USD an Investitionen angezogen, und die Schätzungen für die Finanzierungsaussichten in diesem Jahr fallen ähnlich aus. Die KI-Technologie ist nicht nur der Schlüssel zum Aufbau und Betrieb des Metaverse, sondern auch ein Bereich, der parallel zu immersiven Technologien zu expandieren scheint. Beide Themen finden zunehmend Anwendung in der Industrie, beispielsweise in den Bereichen Datenanreicherung, Chipdesign, Medikamentenentwicklung und Materialwissenschaften.

Wachstumsraten mit denen des Internets vergleichbar

Die Entwicklung des Metaverse steht zwar noch am Anfang und ist eher lückenhaft, doch das könnte sich schnell ändern. Der gesamte adressierbare Metaverse-Markt könnte gemäß Citi bis 2030 schätzungsweise bis zu fünf Milliarden Nutzer – und damit knapp 63 % der Weltbevölkerung – umfassen und Umsätze zwischen 8 und 13 Billionen USD generieren. Aber bereits vorher werden 25 % der Menschen mindestens eine Stunde täglich im Metaverse verbringen, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Gartner. Um dieses Wachstum und Potenzial richtig einzuordnen: Fast 64 % der Weltbevölkerung nutzen derzeit das Internet, wobei die meisten Nutzer (drei Milliarden) im letzten Jahr auf Asien entfielen.

Natürlich ist das Metaverse-Kontinuum nicht frei von Skeptikern, die fürchten, dass es derzeit mehr Hype als tatsächliche Anwendungsfälle gibt. Zugegeben, der Name „Metaverse“ selbst lässt die Idee surreal erscheinen. Doch selbst jetzt, da die Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckt, hat sich die Wettbewerbslandschaft bereits verändert. Wir erleben bereits, wie reale und digitale Welten miteinander verschmelzen, indem beispielsweise der Hometrainer im Keller durch die Pyrenäen radelt.

Virtuelle Welten werden realen Einfluss haben

Während die Unterhaltungsmöglichkeiten (Spiele und soziale Kontakte) in den Metaverse-Welten wohlbekannt sind, liegt das weitere Potenzial der Technologie in den Möglichkeiten, die sie der Industrie bietet. Ein Unternehmen, das die Fertigung eines neuen Produkts plant, kann jetzt ausgereiftere Formen der virtuellen Realität (VR) nutzen, um die Konstruktionspläne effizienter und in engerer Zusammenarbeit zu perfektionieren.

Allein in der Automobilindustrie gibt es bereits zahlreiche Einsatzgebiete für das Metaverse. Der deutsche Fahrzeughersteller BMW nutzt für die Anpassung seiner Werke an neue Konstruktionen einen „digitalen Zwilling“, der es ermöglicht, dass sich verschiedene Produktionsstandorte miteinander synchronisieren und wechselseitig von den Ergebnissen profitieren. Und wie es im Slogan von Meta heißt („Das Metaversum mag nur virtuell sein, aber es wird einen realen Einfluss haben“), stellen die erheblichen Einsparungen von Zeit und Produktionskosten für Investoren einen echten Wert dar.

Aber es gibt noch weitere neue Anwendungsfälle: Neurochirurgen der Johns Hopkins University nutzen bereits Augmented Reality, um Wirbelsäulenoperationen durchzuführen. Letztes Jahr hat die National Aeronautics and Space Administration (NASA) einen Wettbewerb zur Programmierung einer Metaverse-Umgebung gestartet, und auch die US Army und die örtlichen Strafverfolgungsbehörden haben ihre Initiativen zur Rekrutierung und Ausbildung in virtuellen Welten ausgeweitet. In Südkorea, einem globalen Zentrum der Innovationskraft, laufen mehrere Regierungs- und Unternehmensinitiativen, darunter das Metaverse Seoul, das Nutzern Zugang zu öffentlichen Diensten ermöglicht, indem es beispielsweise Avataren erlaubt, Termine beim Finanzamt wahrzunehmen.

Zu den Taktgebern des Metaverse-Universum gehören Unternehmen wie Meta. Und natürlich die Plattform selbst. Zu nennen ist auch Roblox oder Riot Games, die einen Bereich schaffen, in dem die Leute spielen und verschiedene Tools nutzen können. Hinzukommen Enabler, die Ermöglicher, wie NVIDIA, die Software entwickelt haben, die es all diesen Unternehmen erlaubt, sowohl in der virtuellen Welt als auch in der realen Welt zusammenzuarbeiten.

Last but not least, die “Payment Enabler”, die im Zahlungsverkehr aktiv sind, weil sich der Handel im Metaverse abspielt. Diese Unternehmen helfen bei der Abwicklung von Zahlungen, unabhängig davon, ob sie dies mit Kryptowährungen durchführen oder ein traditionelles Finanzdienstleistungsunternehmen sind.

Alle diese Bereiche werden sich weiterentwickeln, und jeder wird einen anderen Zugang zum Metaversum haben, was der Zukunft noch mehr spannende Möglichkeiten eröffnet.

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Franklin Templeton Investment Services GmbH, Mainzer Landstraße 16, 60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0)69 272 23-0, Fax: +49 (0)69 272 23-120, www.franklintempleton.de

Die Zinserhöhungen in den USA haben Vermögenswerte aus Schwellenländern, insbesondere Schwellenländeranleihen, negativ beeinflusst.

Die jetzt bevorstehende Aussicht auf einen Höchststand der US-Zinsen ist positiv für Schwellenländeranleihen, insbesondere wenn sich die Rohstoffmärkte erholen. Jean-Marie Mercadal, CEO von SYNCICAP Asset Management – Teil des fünfgrößten französischen Vermögensverwalters Ofi Invest AM, erläutert die Gründe für die Wertentwicklung der Schwellenländeranleihen in den vergangenen Jahren und warum sich nun ein Aufwärtstrend abzeichnet:

Schwellenländeranleihen haben sich in den letzten Jahren im Vergleich zu Industrieländeranleihen eher enttäuschend entwickelt. Das steht im Gegensatz zu ihrer langfristigen Wertentwicklung. Die Verschuldungskrisen in den 1990er Jahren haben zu einer Welle von Abwertungen der meisten Schwellenländerwährungen geführt. Daher haben Schwellenländer mehr inländische Schuldtitel in Landeswährung begeben, um Schwierigkeiten bei der Rückzahlung ihrer Auslandsschulden zu vermeiden, falls die westlichen Währungen, insbesondere der US-Dollar, zu stark ansteigen sollten. Der Markt für Staatsanleihen der Schwellenländer in Landeswährung hat daher massiv auf 8.000 Milliarden US-Dollar gewachsen. Davon entfallen allein auf den chinesischen Markt 45 Prozent.

Der Index JP Morgan GBI-EM repräsentiert Anleihen in Schwellenländern und umfasst 20 Länder mit einem durchschnittlichen Kreditrating von BBB. Er erzielte zwischen Ende 2002 (als der Index erstmals erstellt wurde) und Ende 2019 auf Jahresbasis eine Performance von 6,95 Prozent gegenüber 3,60 Prozent für den US-Staatsanleihen-Index (in US-Dollar). In den letzten drei Jahren erzielten Schwellenländeranleihen jedoch eine Underperformance von -12 bzw. -5 Prozent.

Dafür gibt es im Wesentlichen drei Gründe:

Bewältigung der Covid-Krise: Die Zentralbanken der Schwellenländer verfügten nicht über die finanziellen Mittel, um ihre inländischen Anleihemärkte zu stützen, wie es die Zentralbanken der USA und Europas konnten. Dies führte zu einem drastischen Verfall ihrer Währungen, zumal gleichzeitig die Rohstoffpreise einbrachen.

Inflation: Die Schwellenländer waren als erste von der steigenden Inflation betroffen, so dass die Zentralbanken in den Schwellenländern der Fed und der EZB bei der Straffung der Geldpolitik in der Regel einen Schritt voraus waren. Dies führte zu einem Anstieg der Anleiherenditen. Inzwischen hat sich die Inflation stabilisiert und beginnt in den meisten Ländern, außer in Osteuropa, sogar zurückzugehen. Die langfristigen Anleiherenditen könnten also weiter sinken.

Ein steigender Dollar: Die US-Währung hat von der geldpolitischen Straffung der Fed profitiert und gegenüber praktisch allen anderen Leitwährungen beträchtlich zugelegt: Zwischen den Tiefstständen von 2020 und Ende 2022 stieg der Dollar-Index, der die Entwicklung des US-Dollars gegenüber einem Korb der wichtigsten internationalen Währungen abbildet, um rund 25 Prozent und erreichte fast ein 30-Jahres-Hoch (plus/minus 4 Prozent). Seit Jahresbeginn hat sich der Dollar als weniger stark erwiesen und der Dollar-Index ist um fast 12 Prozent gesunken. Die Folge: Vor allem die Schwellenländerwährungen konnten sich erholen, sind aber im Großen und Ganzen derzeit noch etwas unterbewertet.

Bei den Schwellenländeranleihen zeichnet sich ein Aufwärtstrend ab, sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen: Der Index für Schwellenländeranleihen in lokaler Währung ist seit Jahresbeginn um 2,50 Prozent in EUR gegenüber 0,10 Prozent für US-Anleihen und 1,95 Prozent für den Index für Staatsanleihen der Eurozone gestiegen. Die durchschnittliche Rendite des Index für diese Anlageklasse liegt derzeit bei 6,55 Prozent.

Wir gehen davon aus, dass sich diese Dynamik fortsetzen wird. Die geldpolitische Straffung in den USA scheint sich dem Ende zuzuneigen, da der endgültige Leitzins der US-Notenbank nun bei etwa 5,25 Prozent erwartet wird. Darüber hinaus könnten einige der großen Schwellenländer wie Brasilien, Peru, oder Indonesien von der Erholung der Rohstoffpreise in den kommenden Jahren profitieren. Die Preise sind in den vergangenen Monaten aufgrund der erwarteten Konjunkturabschwächung in den USA und Europa eingebrochen, aber unsere Experten sehen strukturelle Faktoren, die die Märkte für Öl und Industriemetalle, die entscheidend für die Energiewende sind, stützen.

Ofi Invest Asset Management ist Teil der Ofi Invest Gruppe, die zur Aéma Groupe (Macif, Abeille Assurances, Aésio Mutuelle) gehört und derzeit die fünftgrößte Vermögensverwaltungsgruppe Frankreichs ist (laut IPE-Ranking vom Dezember 2021). Die Gruppe verwaltet ein Vermögen von 158 Milliarden Euro für institutionelle, Wholesale- und private Anleger und bietet eine breite Palette an börsennotierten und nicht börsennotierten Anlagelösungen (Stand: 31. Dezember 2022). Dabei verfolgt Ofi Invest AM die Philosophie des verantwortungsvollen Investierens.

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Ofi Asset Management, Adresse: 22, Rue Vernier, 75017 Paris, Tel: +33 1 40 68 17 17, www.ofi-am.fr

Aninda Mitra, Head of Asia Macro & Investment Strategy bei BNY Mellon Investment Management, kommentiert die veröffentlichten Inflationsdaten für China:

  • Die Inflation in China ist im April nochmals stärker als erwartet zurückgegangen. Das spiegelt wider, dass das Ende der Corona-Maßnahmen die chinesische Wirtschaft nicht durchgehend beflügelt hat und die Notwendigkeit politischen Eingreifens steigt.
  • Der Konsum nimmt eindeutig zu und der Dienstleistungssektor wächst; in anderen Bereichen der Wirtschaft herrscht dagegen anhaltende Flaute.
  • Sowohl der Verbraucherpreisindex (CPI) als auch der Erzeugerpreisindex (PPI) lagen unter den Markterwartungen. Eine gesamtwirtschaftliche Deflation ist nun ein echtes Risiko: Die Verbraucherpreise sind im Jahresvergleich nur um 0,1 % gestiegen. Die Erzeugerpreise sanken im Jahresvergleich um -3,6 %. Dies wird die Preisgestaltungsmacht der Unternehmen und die Gewinnschätzungen drücken.
  • Wir sind nach wie vor der Meinung, dass ein fiskalischer Impuls erforderlich ist, um die Wirtschaft nach den Einschränkungen in der Corona-Pandemie zu unterstützen. Es geht darum zu verhindern, dass sich der Konsum aufgrund der Schwierigkeiten im verarbeitenden Gewerbe und der unzureichenden Erholung im Immobiliensektor abschwächt.
  • Angesichts des unerwarteten Rückgangs der Inflation sind wir jedoch der Meinung, dass auch eine Zinssenkung der chinesischen Zentralbank PBOC oder andere Formen der geldpolitischen Lockerung in Betracht kommen.
  • In Anbetracht des sich abzeichnenden Drucks auf die Unternehmensgewinne, die der Markt nicht erwartet hat, halten wir es für sinnvoll, dass sich China gegenüber Ländern aus der Region wie Korea, Thailand und Singapur öffnet. Diese profitieren am meisten vom Konsumverhalten und dem Tourismus.
  • Die Daten zur Kreditvergabe für April überraschten ebenfalls negativ. Die Kreditvergabe leidet unter einer mangelnden Nachfrage aus dem Immobiliensektor sowie von staatlichen Unternehmen (SOEs) und lokalen Regierungen.
  • Der einzige Hoffnungsschimmer ist, dass die mit der Wiederöffnung der chinesischen Wirtschaft verbundene finanzpolitischen Maßnahmen sich aus globaler Sicht als weitaus harmloser erweisen, als von vielen Marktteilnehmern befürchtet. Wir gehen davon aus, dass die Inflation der Güterpreise in den kommenden Monaten weltweit weiter rückläufig sein wird.

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BNY Mellon IM, 160 Queen Victoria Street, London, EC4V 4LA, England, Tel: +44 20 3322 4806, www.bnymellon.com

Höchstwertung für Portfolio, Investmentprozess und Nachhaltigkeit im Unternehmen – FERI überzeugt mit kombiniertem SDG-Ansatz

Beratungsbedarf von Investoren im Bereich Nachhaltigkeit wächst stetig

Das Bad Homburger Multi Asset-Investmenthaus FERI wurde vom Wirtschaftsmagazin Capital und dem Institut für Vermögensaufbau (IVA) als bester unabhängiger Vermögensverwalter im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Laut der aktuellen Untersuchung bekam FERI als einziger Anbieter in dieser Kategorie die Höchstwertung von fünf Sternen.

Bereits zum dritten Mal hat das Magazin Capital gemeinsam mit dem IVA die nachhaltigsten Banken und Vermögensverwalter ausgezeichnet. Dabei untersuchten die Experten die Angebote im Bereich ESG und Nachhaltigkeit anhand von drei Bewertungskategorien: Portfolio, ESG im Investmentprozess (Produkttransparenz) und schließlich ESG im Unternehmen selbst – also die Berücksichtigung von Umwelt (Ecological), Sozialem und guter Unternehmensführung (Governance) nicht nur bei den Anlagen, sondern auch beim Handeln des eigenen Unternehmens.

ESG wird mit SDG kombiniert

Bereits vor Jahren hat FERI bei seinen Investmentlösungen und Beratungsdienstleistungen einen Nachhaltigkeitsansatz implementiert, der die ESG-Kriterien mit den 17 Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen kombiniert. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Jury mit diesem Ansatz überzeugt haben“, sagt Dr. Heinz-Werner Rapp, der als Vorstand bei FERI das Thema Nachhaltigkeit verantwortet.

Das 2019 gegründete FERI SDG Office steuert als zentrales Kompetenzzentrum die individuelle Beratung nachhaltiger Investmentlösungen sowie die strategischen Investitionen in einer zukunftsorientierten und verantwortungsvollen Anlagestrategie. „Der Beratungsbedarf und die Nachfrage von Investoren nach entsprechenden Fonds und Investitionsmöglichkeiten steigen kontinuierlich, nicht zuletzt im Bereich Alternative Assets und Private Markets“, betont Antje Biber, die als Head of SDG Office die Nachhaltigkeitsstrategie der FERI Gruppe vertritt.

Das Thema Nachhaltigkeit beinhalte für FERI zudem ein klares Bekenntnis zur gesellschaftlichen Mitverantwortung als Unternehmen. „Bei unserem Engagement für Gesellschaft und Umwelt fokussieren wir uns auf ausgewählte Nachhaltigkeitsziele wie Klimaschutz, Gleichstellung und Bildung. Hier sehen wir unsere größten Einflussmöglichkeiten“, so Antje Biber.

Über FERI

Die FERI Gruppe mit Hauptsitz in Bad Homburg wurde 1987 gegründet und hat sich zu einem der führenden Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt. Für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen bietet FERI maßgeschneiderte Lösungen in den Geschäftsfeldern:

Investment Management: Institutionelles Asset Management & Private Vermögensverwaltung

Investment Consulting: Beratung von institutionellen Investoren & Family Office Dienstleistungen

Investment Research: Volkswirtschaftliche Prognosen & Asset Allocation-Analysen

Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung.

Derzeit betreut FERI zusammen mit MLP ein Vermögen von ca. 54 Mrd. Euro, darunter rd. 18 Mrd. Euro Alternative Investments. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg weitere Standorte in Düsseldorf, Hamburg, München, Luxemburg, Wien und Zürich.

Verantwortlich für den Inhalt:

FERI AG, Haus am Park  Rathausplatz 8-10, 61348 Bad Homburg, Tel: +49 (0) 6172 916-0, Fax: +49 (0) 6172 916-9000, www.feri.de

Aktienfonds mit zweitbestem Jahresstart seit 2015 – Mischfonds weiterhin mit Abflüssen – Verwaltetes Vermögen in fünf Jahren um 30 Prozent gestiegen

Im ersten Quartal 2023 erzielte die Fondsbranche in Deutschland Netto-Zuflüsse von 15 Milliarden Euro. Das ist ein beachtlicher Absatz angesichts des stagnierenden Wirtschaftswachstums. Offene Spezialfonds sind mit 11,6 Milliarden Euro erneut der Treiber des Neugeschäfts. Dahinter stehen institutionelle Anleger wie zum Beispiel Versicherer und Versorgungswerke, die die regelmäßigen Beitragszahlungen ihrer Kunden in Spezialfonds investieren. Offenen Publikumsfonds flossen 4,9 Milliarden Euro zu. Geschlossene Fonds verzeichneten 0,7 Milliarden Euro neue Gelder. Aus Mandaten zogen Anleger 2,2 Milliarden Euro ab.

Bei den offenen Publikumsfonds hatten Aktienfonds mit Zuflüssen von 6,6 Milliarden Euro die Nase vorn. Das ist der zweitbeste Jahresstart seit 2015 (bis Ende März 7,1 Milliarden Euro). Nur im ersten Quartal 2021 erzielten sie mit 22,1 Milliarden Euro einen höheren Absatz.

Aktuell waren vor allem global investierende Fonds gefragt (6,1 Milliarden Euro). Rentenfonds erzielten – nach vier Quartalen mit Abflüssen – von Anfang Januar bis Ende März 2023 Zuflüsse von 2,5 Milliarden Euro. Davon entfielen 1,9 Milliarden Euro auf Fonds mit Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen. Immobilienfonds verzeichneten 0,7 Milliarden Euro neue Gelder. Aus Mischfonds flossen 2,4 Milliarden Euro ab. Dazu haben vor allem anleihebetonte Fonds (1,9 Milliarden Euro) beigetragen. Mischfonds verzeichnen seit Mitte 2022 Netto-Abflüsse.

Für Anleger in Deutschland verwalten Fondsgesellschaften insgesamt 3.898 Milliarden Euro. Das Vermögen ist in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent gestiegen. Ende März 2018 waren es 2.985 Milliarden Euro.

Stichtag jeweils Monatsende

Mit 1.989 Milliarden Euro entfällt ein großer Teil des verwalteten Vermögens auf das rein institutionelle Geschäft mit offenen Spezialfonds. Hierbei sind Altersvorsorgeeinrichtungen mit 675 Milliarden Euro und Versicherer mit 538 Milliarden Euro die beiden größten Anlegergruppen.

Offene Publikumsfonds verwalten 1.275 Milliarden Euro. Auf Aktienfonds entfallen 553 Milliarden Euro. Ihr Anteil stieg in den letzten fünf Jahren von 36 auf 43 Prozent. Es folgen Mischfonds mit 333 Milliarden Euro. Sie haben 2015 den zweiten Rang von den Rentenfonds übernommen, die inzwischen 190 Milliarden Euro verwalten. Das Netto-Vermögen der Immobilienfonds beträgt 132 Milliarden Euro.

In geschlossenen Fonds weist die BVI-Statistik ein Vermögen von 51 Milliarden Euro aus. 583 Milliarden Euro managen die Fondsgesellschaften in Mandaten außerhalb der Fondshülle.

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BVI ­ Bundesverband Investment und Asset­Management e.V., Eschenheimer Anlage 28, D-­60318 Frankfurt/Main, Tel.: 069/154090­0, Fax: 069/5971406, www.bvi.de

Investmentmagazin “performer”: Das Thema „Finanzwissen/Finanzbildung“ und die Deutschen war schon immer eine schlecht harmonierende Kombination.

Wie schlimm es aber wirklich darum bestellt ist, wurde mir zuletzt schmerzhaft bei einem gemütlichen Fernsehabend vor Augen geführt. In der beliebten Quizsendung „Wer wird Millionär“ bekommt der Kandidat die 16.000€ Frage gestellt, die da lautet: „Eine Aktie steigt um 300%. Um wieviel Prozent muss diese von ihrem Höchststand nun wieder fallen, um ihren einstigen Ausgangswert wieder zu erreichen?“.

Wie gewohnt stehen vier vorgegebene Antwortmöglichkeiten zur Auswahl. Dass der Kandidat selbst sich bereits so völlig außerstande sah, die Frage zu beantworten, dass er noch nicht einmal über eine potentielle Antwort spekulieren wollte, irritierte mich schon ziemlich. Als er sich dann aber ans Publikum wandte und jeden, der diese Frage beantworten könnte, bat aufzustehen, bin ich bei der folgenden Reaktion endgültig sprachlos gewesen. Exakt VIER von HUNDERT Personen trauten sich zu, diese simpelste Prozentrechenaufgabe zu lösen! Und die Rettung brachte in persona dann ein Banker im Publikum. Unglaublich, aber wahr.

Halten Sie mich bitte nicht für überheblich. Ich bin Realist und mir ist vollkommen bewusst, dass ich selbst in reichlich anderen Wissensgebieten ebenso heillos überfragt wäre wie der Kandidat mit dieser Finanz- bzw. Mathematikthematik. Um den Kandidaten geht es auch gar nicht, sondern um das Wissen in der Breite der Bevölkerung über unser aller Lieblingsfachgebiet. Denn wie „Schwarmintelligenz“ wirkt das hier zumindest wirklich nicht. Im Gegenteil. Mancher meinte dazu später sogar, das wäre ja auch eine so spezielle Frage gewesen, dass dafür eine gewisse „Inselintelligenz“ zur Beantwortung vonnöten gewesen wäre. Ernsthaft?

Wer also jemals eine Bestätigung dafür brauchte, warum unser Beruf so wichtig für den Durchschnittsdeutschen ist, der hat hiermit den allerletzten Beweis erhalten. Und dies parallel zu aktuellen Herausforderungen wie einem Niedrigzinsniveau, massiver Inflation, drohender Altersarmut, Wegfall von Garantiekonzepten für die Altersvorsorge, einem Ende der Riesterförderung und einem Aktienmarkt in schwerem Seegang. Wie soll das ohne die Hilfe von kompetenter Beratung bei einem so niedrigen, durchschnittlichen Anlegereigenwissen funktionieren? Übrigens, wie bei so einem Umfeld und nach den katastrophalen Erfahrungen in England erneut das Thema „Provisionsverbot“ auf die EU-Agenda kommen kann, ist mir auch absolut schleierhaft. Aber das ist ein anderes Thema…

Wie viele von Ihnen ebenso, haben auch wir bei der Patriarch uns dem Thema allgemeine Finanzbildung unter der Flagge „Rocket-Fonds“ (www.patriarch.rocket-fonds.de) bereits seit Jahren verschworen. Ob in Wissens-Blogs, Podcasts, Börsen-Crashkursen, Fondsratgebern u.v.m. stellen wir dort alles zur Verfügung, was Einsteiger als Basiswissen im Finanzbereich haben sollten. Doch danach steht und fällt alles mit Ihnen, liebe Finanzberater:innen. Denn gute Beratung macht den Unterschied auf dem Weg zum persönlichen Finanzziel. Und damit Sie hierfür immer bestens gerüstet sind, unterstützen wir Sie neben vielen Vor-Ort-Gesprächen, Webinaren, Social-MediaPosts, Newsmails und Events seit nunmehr 16 Jahren halbjährlich verlässlich mit geballtem, aktuellem Wissen aus der Fonds- und Versicherungswelt über unseren „performer“.

Schön, dass Sie sich mit dieser neuesten Ausgabe einmal mehr über die aktuellen Trends in der Finanzbranche zum Wohl Ihrer Kunden updaten. Lassen Sie uns weiter gemeinsam dem „Finanzanalphabetismus“ den Kampf ansagen und die Welt dank unserer gemeinsamen Hilfe für viele, viele Menschen zumindest finanziell Tag für Tag ein kleines bisschen besser machen.

Ihr

Dirk Fischer

Geschäftsführer Patriarch Multi-Manager GmbH

Hier die komplette PDF-Ausgabe von „performer“:  https://www.patriarch-fonds.de/files/050423_pat_performer33_rz_low_einzelseiten.pdf

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Patriarch Multi-Manager GmbH, Grüneburgweg 18, 60322 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 715 89 90 0, www.patriarch-fonds.de

Beteiligungsgesellschaften mit Nachhaltigkeitsstrategie erzielen höhere Renditen

Viele PE-Anbieter fokussieren zu stark auf Compliance bzw. Risikominimierung und zu wenig auf ESG-basiertes Wachstum

Nur die Hälfte der Teilnehmer sieht ESG als Kernkompetenz

Die nachhaltige Gestaltung von Geschäftsmodellen führt bei Private-Equity-Gesellschaften zu höheren Renditen, erhöht die Reputation von Unternehmen und trägt zu einer Minimierung von Risiken bei. Dies ist das Ergebnis einer Studie der EBS Universität in Oestrich-Winkel (Rheingau) im Auftrag der Strategieberatung EY-Parthenon. Insgesamt trägt eine an ESG (Environmental, Social, Governance) ausgerichtete Strategie damit zu höheren Erträgen und mehr Wachstum bei. Wie es im Report heißt, erhöht ESG die Rendite eines Private Equity-Investors um bis zu 7,8 Prozentpunkte. “Erstmals konnten wir mit dieser Untersuchung quantitativ belegen, welche Vorteile ein ESG-Schwerpunkt hat”, sagt Dr. Johannes Zuberer, Partner bei EY-Parthenon

Besseres Rating führt zu höherer Rendite

Die Studie zeigt, dass gerade größere PE-Fonds mit Portfoliounternehmen, die über ein gutes ESG-Rating verfügen, deutlich attraktivere Renditen (+7,8%) erzielen. Ein um fünf Prozentpunkte erhöhtes Engagement ermöglicht eine Umsatzsteigerung von bis zu drei Prozentpunkten. Zum anderen liegen die Kapitalkosten für Unternehmen mit guter ESG-Bewertung im Schnitt um 40 Basispunkte niedriger als bei solchen mit schlechterem Rating, während die Bewertung zum Ausstiegszeitpunkt um durchschnittlich fünf Prozent über dem Marktniveau liegt. “Was sich ganz deutlich zeigt: Wer die ESG-Vorgaben umfänglicher auslegt, hat nicht nur die Chance, die Attraktivität des Geschäftsmodells langfristig zu sichern, sondern auch zusätzlichen Wert zu schaffen”, erläutert Zuberer.

Strategische und operationelle Anpassungen

Um von den Vorteilen profitieren zu können, bedarf es strategischer und operativer Anpassungen – wie etwa einer konsequenten Ausrichtung an ESG-Werten und der Fähigkeit, die damit verbundenen Chancen gezielt zu nutzen. Wer ESG-Vorgaben besonders umfassend interpretiert (und z.B. nicht “nur” die Reduktion der Emissionen darunter versteht), kann zusätzlichen Wert schaffen, indem er entsprechende Initiativen konsequent auf mögliche Auswirkungen auf Umsatz, Gewinn und Finanzierung überprüft. Entscheidend ist in jedem Fall die Kenntnis aller Faktoren, die den ESG-Themenkomplex beeinflussen, sowie das Wissen, dass je Industrie und Geschäftsmodell unterschiedliche Teilaspekte von “ESG” relevant sind. Allein die Kombination aus Branchen-Knowhow und ESG-Kompetenz ermöglicht die Identifikation der entscheidenden ESG-bezogenen Werttreiber, insbesondere ihrer potenziellen Auswirkungen auf Umsatz, Gewinn, Unternehmenswert und Mittelbeschaffung. Dass ermöglicht eine bewusste strategische Steuerung von EBITDA, Capex und Opex und damit eine Maximierung der Gesamtrendite.

ESG-Potenziale mehrheitlich unterschätzt

Ein Problem, das sich im Zuge der Erhebung gezeigt hat, ist eine weit verbreitete Fehleinschätzung: Allzu oft wird Nachhaltigkeit bzw. ESG in den Unternehmen noch als reiner Compliance-, Reputations- und Risikomanagement-Aspekt gesehen und gewertet. Für rund 70 bis 85 Prozent der Studienteilnehmer ist die Risikominimierung der Hauptgrund für ESG-Maßnahmen. “Aus dem Ergebnis lässt sich schließen, dass die Wertschöpfungskraft von ESG in der PE-Branche noch nicht vollständig erkannt wird”, ergänzt Zuberer.

Zentralisieren, optimieren, kontrollieren

Nur die Hälfte aller im Rahmen der Studie befragten PE-Häuser betrachtet ESG allerdings als Teil ihrer Kernkompetenzen oder nutzt es bewusst als Steuerungskriterium für ihre Portfoliounternehmen. Ebenfalls nur die Hälfte verfügt über ein institutionalisiertes, zentrales ESG-Kompetenzzentrum, über konkrete Wertsteigerungspläne oder ein spezielles ESG-Impact Controlling.

In der Konsequenz vergeben sie damit wertvolle Chancen: Würden die Firmen ihr Wissen über ESG-Management zentralisieren, obligatorische ESG-Optimierungspläne implementieren und ein rigoroses Controlling einführen, könnten sie ihre Rendite merklich steigern. So gelang der Zugewinn von 7,8 Prozentpunkten mithilfe eines ganzheitlichen Managements, wobei die aktive und mit-gestaltende Rolle des PE-Hauses, die Umsetzungs- und Optimierungspläne und das entsprechende Controlling eine entscheidende Rolle spielten.

“Der Kurs ist klar: Am Aufbau einer starken, zentralen internen ESG-Kompetenz mit besonderer ESG- und Branchenkompetenz je nach Branche der Portfoliounternehmen, aber auch der Integration des ESG-Risiko- und Chancenprofils in die eigene Equity Story vor dem Abschluss sowie an konkreten Plänen zur Mehrwertschaffung geht kein Weg vorbei. Dann können PE-Gesellschaften das Potenzial, das ESG ihnen bietet, voll nutzen. Bis dahin – das zeigt unsere Studie – bleibt vielerorts aber noch einiges zu tun, denn die Sicht auf das Thema ist teilweise noch recht konservativ”, resümiert Johannes Zuberer.

Über EY-Parthenon

EY-Parthenon ist die globale Strategieberatungsmarke von EY. Mit mehr als 9.000 Professionals in 120 Ländern unterstützen wir unsere Kunden in den Bereichen Unternehmens- und Wachstumsstrategie, Restrukturierungs- und Turnaround-Strategie, sowie Transaktionsstrategie und -Umsetzung.

Mit der Kombination aus fundierter Branchen- und tiefer funktionaler Expertise unterstützen wir unsere Kunden dabei, zukunftsgerichtete Geschäftsmodelle zu entwickeln, ihre Portfolios neu aufzustellen und ihr wirtschaftliches und soziales Ökosystem neu zu gestalten. Unser Anspruch ist es, komplexe Probleme zu lösen und echte Veränderungen zu bewirken. Dies erreichen wir unternehmerisch und umsetzungsorientiert: Wir entwickeln transformative Strategien, die Unternehmen und ihren Stakeholdern nachhaltigen Wertzuwachs sichern, und setzen diese gemeinsam mit ihnen um.

Wir sind stolz auf unsere teamorientierte Kultur geprägt von einzigartigen Menschen und unsere eigene Art, Dinge anzupacken. Mit Leidenschaft arbeiten wir als Team mit unseren Kunden, um für sie maßgeschneiderte und auch unkonventionelle Lösungen zu finden, die ihre Potenziale entfesseln.

Studie

Die Private Equity Studie von EY-Parthenon und der EBS Universität in Oestrich-Winkel (Rheingau) hat die Investitionsaktivitäten von Private-Equity-Häusern (PE-Häusern) in Europa analysiert. Im Zeitraum November bis Dezember 2022 nahmen 25 Mitarbeiter von PE-Häusern an der Umfrage teil. Der Großteil der Befragten arbeitete für in Deutschland ansässige PE-Gesellschaften (~80%) in leitender Funktion (~56%), u.a. Partner oder Investment Director.

Die Fund-Analyse basiert auf 209 Buyout-Fonds über 102 PE-Häusern hinweg. Die Daten wurden von PitchBook erhoben. Es wurden ausschließlich Buyout-Fonds analysiert, die komplett oder teilweise in Europa investieren. Der geografische Split der Fonds zeigt, dass die meisten Fonds aus dem Vereinigten Königreich stammen (33%), gefolgt von den USA (25%), Frankreich (11%) und DACH (8%). Die Aufteilung der Fonds nach Größe ergab, dass 44% der Fonds weniger als 1 Milliarde US-Dollar umfassen, 33% zwischen 1 Milliarde und 5 Milliarden US-Dollar betragen und 22% über 5 Milliarden US-Dollar liegen.

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Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Flughafenstraße 61, 70629 Stuttgart, Tel: +49 (711) 9881 0, www.ey.com

Neuer ETF investiert in Staatsanleihen in Landeswährung aus aktuell 16 Schwellenländern in Asien, Südamerika und Osteuropa

Durch die Konstruktion des zugrundeliegenden Index wird die Konzentration auf wenige Emittenten vermieden

Xtrackers erweitert Angebot an Schwellenländer-Anleihen damit um einen wichtigen, kosteneffizienten Baustein

Staatsanleihen haben sich als wichtiges Anlageinstrument etabliert, mit dem Anleger an den Chancen in Schwellenländern partizipieren können. Staatsanleihen-Indizes weisen in der Regel geringere Schwankungen und zwischenzeitliche Rückschläge auf als Aktien-Indizes und können daher eine wichtige Rolle in einem diversifizierten Portfolio spielen. Mit dem Xtrackers II J.P. Morgan EM Local Government Bond UCITS ETF hat Xtrackers das Angebot um ein Produkt erweitert, das in Schwellenländer-Anleihen in Landeswährung investiert. Der ETF ist an der Deutschen Börse und der Londoner Börse gelistet, weitere Börsen sollen folgen.

Der neue ETF bildet den Index „J.P. Morgan Government Bond Index – Emerging Markets Global Div 10% Cap 0.25% Floor“ ab. Der Index umfasst festverzinsliche Staatsanleihen, die von den Regierungen von aktuell 16 Schwellenländern begeben werden und in Landeswährung notieren. Die Ländergewichtung orientiert sich am Volumen der vom jeweiligen Land insgesamt ausgegebenen Anleihen sowie weiteren Faktoren.

Im Index ist die maximale Gewichtung auf 10 Prozent begrenzt, bei jeder monatlichen Neugewichtung muss ein Land das Gewichtungskriterium von mindestens 0,25 Prozent erfüllen. Auf diese Weise werden wenig liquide, kleine Anleihemärkte und eine zu starke Konzentration auf große Anleihe-Emittenten vermieden, damit bietet der Index Anlegern eine möglichst breite Streuung. Alle Anleihen mit Restlaufzeiten von mehr als sechs Monaten sind im Index enthalten. Der ETF bildet den unterliegenden Index physisch ab.

„Die Bedeutung von Schwellenländer-Anleihen in Landeswährung nimmt in Portfolios angesichts der anhaltend hohen Inflation deutlich zu. Gleichzeitig spielen die größten Schwellenländer eine immer wichtigere Rolle in der Zusammensetzung eines globalen Anleiheportfolios. Vor diesem Hintergrund hat Xtrackers ein effizient konstruiertes Produkt zu attraktiven Konditionen anzubieten“, sagt Michael Mohr, Global Head of Xtrackers Products bei der DWS.

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Deutsche Asset Management International GmbH, Mainzer Landstr. 11-17, 60329 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 – 910 – 12371,Fax: +49 (0) 69 – 910 – 19090, www.dws.com

Deutschland ist ein Hochsteuerland. Das gilt nicht nur für die Besteuerung von Einkommen und Unternehmen, sondern auch im Bereich Finanzinvestments.

Hier macht die Bundesregierung nun einen Schritt nach vorne: Das neue Zukunftsfinanzierungsgesetz bringt Entbürokratisierung und erweiterte Möglichkeiten für Investitionen in energetische Infrastruktur. Dazu kommen steuerliche Erleichterungen. „Damit wird ein wichtiger Wettbewerbsnachteil insbesondere gegenüber Luxemburg beseitigt“, sagt Daniel Knoblach, Geschäftsführer der Super Global GmbH. „Für Anleger wird Deutschland deutlich attraktiver.“

Die Bundesregierung hat das Zukunftsfinanzierungsgesetz beschlossen, die Neuregelungen sollen ab 1. Januar 2024 in Kraft treten. Mit dem Gesetz will der Bund mehr privates Kapital für Klimaschutz und Digitalisierung mobilisieren und den deutschen Kapitalmarkt internationaler und weniger bürokratisch machen. „Das dürfte gelungen sein“, kommentiert Knoblach.

Denn das Gesetz bringt eine Vielzahl regulatorischer und aufsichtsrechtlicher Verbesserungen für die deutsche Fondswelt. So werden unter anderem die Hürden für Investitionen in erneuerbare Energien gesenkt. Besonders wichtig ist allerdings, dass künftig die Verwaltung aller Investmentfonds von der Umsatzsteuer befreit wird. Diese Befreiung galt bislang nur für die Verwaltung von Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OAGW) und von mit diesen vergleichbaren alternativen Investmentfonds (AIF) sowie von Wagniskapitalfonds. „Das führte dazu, dass insbesondere Investmentfonds, die in Infrastruktur und erneuerbare Energien investierten, im Ausland aufgelegt wurden“, erklärt Knoblach. „Luxemburg hatte hier die Nase vorn.“

Mit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz wird die Umsatzsteuerbefreiung nun auf die Verwaltung sämtlicher AIFs ausgedehnt – unabhängig von den Assetklassen und von der Regulierung des AIF-Managements sowie der Qualifikation der Anleger. Damit wird die steuerliche Situation an die anderer EU-Mitgliedsstaaten angeglichen. „Der Schritt bedeutet eine Stärkung des Finanz- und Investitionsstandortes Deutschland“, kommentierte Oliver Decker, seit März Aufsichtsratsmitglied von Super Global. „Es entfällt künftig ein wesentlicher Grund, in Luxemburg statt in Deutschland Fonds zu gründen.“ Die steuerlich motivierte Abwanderung ins Nachbarland dürfte dadurch gestoppt werden.

Begrüßenswert seien zudem die mittelbaren Auswirkungen des neuen Gesetzes auf die Anlageverordnung, die unter anderem für Versorgungswerke und Pensionskassen gilt. Änderungen ergeben sich hier beispielsweise bei der Zuordnung von Investitionen zur Immobilienquote und damit weiter gefassten Investitionsmöglichkeiten.

Über Super Global

An den Standorten Deutschland und Luxemburg bietet Super Global etablierte Investmentvehikel mit innovativen Lösungen sowie nachhaltigen Produktkonzepten an. Als AIFM für Alternative Investmentfonds verbindet Super Global DE maßgeschneiderte Fonds sowie Dienstleistungen für die Bereiche Portfoliomanagement, Risikomanagement und Administration. Die Luxemburger Gesellschaft ermöglicht weltweit anerkannte und etablierte Securitisation-Lösungen, individuell gestaltbar und auf die jeweiligen Kundenanforderungen ausgerichtet. Super Global übernimmt das Set-up, die regulatorische Strukturierung sowie die fortlaufende Administration.

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Super Global GmbH, Luise-Ullrich-Straße 20, 80636 München,Tel: +49 89 51 770 450, www.super-global.de

In den zurückliegenden Jahren haben viele Staaten dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen immer wieder auf die lange Bank geschoben.

Die Chancen, dass zahlreiche Länder ihre teils marode Infrastruktur nun Schritt für Schritt auf Vordermann bringen, stehen aber gut. An dieser Entwicklung können auch Anleger partizipieren.

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Lüdenscheid im Sauerland steht symbolisch für die marode Verkehrsinfrastruktur in Deutschland. Die dort Anfang Mai gesprengte Rahmedetalbrücke war zu diesem Zeitpunkt bereits seit eineinhalb Jahren nicht mehr befahrbar. Und auch nach der Sprengung wird es noch mindestens drei Jahre dauern, bis die A45 an diesem Ort wieder befahrbar ist. So lange wird der Bau einer neuen Brücke mindestens dauern – und der Verkehr mitten durch Lüdenscheid geleitet. Die Region um Lüdenscheid bleibt daher über Jahre ein Stauschwerpunkt, der Pendler und Unternehmen Zeit und Geld kostet.

Infrastruktur-Maßnahmen: Enormer Nachholbedarf

Nicht nur in Deutschland, sondern rund um den Globus besteht ein enormer Bedarf an Investitionen in die Infrastruktur. Zum einen, weil zahlreiche Industriestaaten wie etwa Deutschland, Italien, Großbritannien oder die USA in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig in Straßen, Tunnel, Brücken, Leitungsnetz, Schienennetz, Häfen und Flughäfen investiert haben und inzwischen ein hoher Nachholbedarf besteht. Nicht von ungefähr haben die USA Ende 2021 ein Infrastrukturprogramm in Höhe von 1,2 Billionen Dollar beschlossen – unter anderem, um auch Leitungsnetze für Strom und Wasser wieder fit zu machen.

Zum anderen herrscht großer Investitionsbedarf im Bereich Infrastruktur durch die technische und gesellschaftliche Entwicklung. In Deutschland fehlt es heute etwa an Windrädern und Stromtrassen für die Verteilung erneuerbarer Energie, an Ladestationen für E-Autos, an flächendeckend schnellem Internet, an Verladehäfen und -stationen für Flüssiggasimporte und an ausreichenden Kapazitäten für den Schienengüterverkehr.

94 Billionen US-Dollar bis 2040

Vergleichbares gilt für viele Länder der Erde. Vor allem in den Schwellenländern ziehen nach wie vor viele Menschen vom Land in die Stadt, etwa in China oder Südamerika. Die Infrastruktur wird also an anderer Stelle belastet als vor zehn oder 20 Jahren. Länder wie Indien mit rasant wachsender Bevölkerung stehen vor der kaum zu bewältigenden Aufgabe, alle Bewohner mit Strom, Wasser, Abwasserkanälen, nutzbaren Verkehrswegen und Telekommunikationskanälen auszustatten. Um eine nutzbare Infrastruktur aufzubauen, sind gewaltige Summen erforderlich. Nach Schätzungen des Global Infrastructure Hub der G20-Staaten müssten bis 2040 weltweit 94 Billionen US-Dollar investiert werden, damit die Infrastruktur mit dem Wirtschaftswachstum mithalten kann und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreicht werden können.

Die Politik gibt Infrastrukturinvestitionen dabei die Richtung vor. Die EU-Taxonomie etwa, als Klassifikationssystem für nachhaltige Geschäftstätigkeiten, will Investitionen so lenken, dass die Klima- und Energieziele der Europäischen Union erreicht werden. Für Unternehmen und Investoren sind die politischen Rahmenbedingungen eine Herausforderung, aber auch eine Chance auf lukrative Aufträge für jene Betriebe und Geldgeber, die sich bereits im Bereich Nachhaltigkeit positioniert haben oder entsprechend anpassungsfähig sind.

Darauf sollten Anleger achten

Das Thema Infrastruktur bietet Anlegern somit auf Jahre hinaus gute Renditechancen. Zu den Gewinnern der notwendigen Infrastrukturmaßnahmen dürfte in erster Linie die klassische Baubranche zählen. Vor allem international aufgestellte, große Baukonzerne und Spezialbaufirmen, etwa für den Brückenbau, sollten von dem großen Bedarf profitieren; ebenso Unternehmen, die in den Bereichen Energieeffizienz von Gebäuden sowie Strom- und Wasserinfrastruktur tätig sind. Nicht zuletzt gehört auch die Erneuerbare-Energien-Branche dazu.

Auf der einen Seite bestehen bei Infrastrukturprojekten nicht zu vernachlässigende Risiken. Beispielsweise haben sich viele Unternehmen vor der Zinswende hoch verschuldet und könnten bei weiter steigenden Zinsen Schwierigkeiten mit der Refinanzierung ihrer Schulden bekommen. Zum anderen können sich Infrastrukturprojekte generell verzögern, verteuern oder auch scheitern. So hat zum Beispiel die Corona-Pandemie viele Bauprojekte zum Stillstand gebracht und es dauerte lange, bis sie wieder Fahrt aufnahmen.

Daher sollten trotz der attraktiven Aussichten Unternehmen, die im Bereich Infrastruktur tätig sind, nur einen kleinen Teil des Depots ausmachen – beispielsweise in Form von Aktien, Anleihen oder Fonds mit Schwerpunkt Infrastruktur. Ratsam ist es vielmehr, seine Investments über viele Länder, Branchen und Asset-Klassen zu streuen. Das ist und bleibt das A und O für den langfristigen Vermögensaufbau.

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Laureus AG Privat Finanz, Ludwig-Erhard-Allee 15, D-40227 Düsseldorf, Tel: 0211 / 16098­0, www.laureus­ag.de

Offene Immobilienfonds erzielten 2022 im Mittel eine Rendite von 2,6%.

Erstmals seit Jahren wuchsen die Mieterträge, das Vor-Corona-Niveau ist aber noch nicht erreicht. Die Gebäudewerte stiegen leicht, Liquidität war für viele noch eine Belastung.

Scope hat die Renditebestandteile von 27 offenen Immobilienpublikumsfonds untersucht, die insgesamt mehr als 120 Mrd. Euro verwalten. Sie erzielten 2022 im Durchschnitt eine Rendite von 2,6%. Die Performance von Immobilienfonds besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten: der Mietrendite (Mieterträge abzüglich Bewirtschaftungsaufwand in Relation zum Immobilienvermögen), der Änderung der Gebäudewerte und der Verzinsung der Liquidität.

Die Mietrendite war 2022 höher als 2021. Sie lag im volumengewichteten Durchschnitt bei 3,7% netto. Damit ist ein jahrelang anhaltender Abwärtstrend gebrochen. Das Vor-Corona-Niveau mit 4,0% im Jahr 2019 ist aber noch nicht wieder erreicht. Mehrere Aspekte führten zu diesem Anstieg. Zum einen kamen durch die Lockerung pandemiebedingter Maßnahmen Umsatzmieten zurück und teilweise wurden Mietstundungen aufgeholt. Zum anderen stieg die Inflationsrate 2022 deutlich. Weil die meisten Gewerbemietverträge entsprechend indexiert sind, erhöhten sich viele Mieten. Scope geht davon aus, dass die Netto-Mietrenditen in Summe mittelfristig weiter steigen werden, vor allem weil das Marktpreisniveau korrigieren dürfte. Die Bewirtschaftungskosten werden jedoch mittel- bis langfristig weiter zunehmen, da insbesondere das Thema ESG und damit Investitionen in den Bestand immer wichtiger werden.

Die Wertänderungsrendite der Immobilienfonds betrug im vergangenen Jahr 1,0%. Damit liegt sie auf dem Niveau von 2021. In den vergangenen Jahren wurden die Renditen der offenen Immobilienfonds größtenteils von Aufwertungen im Bestand, aber auch durch erfolgreiche Verkäufe getrieben. Dies wird sich 2023 nicht in diesem Maße fortsetzen. Die Zeit der Aufwertungen der Immobilien dürfte im Gesamtbild vorerst vorbei sein. Die Wertänderungsrenditen werden sich abschwächen.

Zusätzlich wurde die Veränderung der Immobilienwerte seit 2018 analysiert. Bei Büroimmobilien besteht ein starker lagebezogener Unterschied. Während Objekte in sehr guten Lagen und mit guter ÖPNV-Anbindung deutlich aufwerteten, haben sich Büroimmobilien in weniger guten Lagen deutlich schlechter entwickelt. Shopping-Center befinden sich schon seit Jahren unter Druck. Auch wenn im Einzelhandel inflations- bzw. umsatzgebundene Mieten üblich sind, lassen sich nicht alle Indexierungen weitergeben, weil die Mieterbonitäten dies oft nicht zulassen. Hotelimmobilien konnten sich aufgrund der Pandemie-Lockerungen 2022 stabilisieren. Die hohe Nachfrage nach Logistik-/Industrie-Objekten hat deren Werte deutlich erhöht.

Die Liquiditätsrendite lag 2022 bei -1,9% (volumengewichteter Durchschnitt). Dies war maßgeblich getrieben von Fonds, die ihre flüssigen Mittel größtenteils in Anleihen investiert haben. Diese werteten infolge des gestiegenen Zinsniveaus stark ab. Noch fehlen allerdings die Geschäftsjahresabschlüsse von zwölf Fonds. Diese parken ihre Barreserven überwiegend bei Banken. Dies wird die Liquiditätsrendite für 2022 etwas nach oben korrigieren, sobald die Jahresabschlüsse vorliegen und eine finale Berechnung erfolgen kann. Scope rechnet insgesamt für 2022 mit einer nur leicht negativen Liquiditätsrendite. Für 2023 erwarten wir wieder einen positiven Wert, der eventuell sogar das Niveau von 2014 mit 0,7% überschreiten und damit zur höchsten Liquiditätsrendite der vergangenen zehn Jahre führen könnte.

Vor dem Hintergrund kumulierender Unsicherheitsfaktoren (steigende Zinsen, hohe Inflation, wenig Transaktionen, wandelnde Nutzeranforderungen) erhöhen sich die Risiken in vielen Segmenten weiter. Trotz dieser vielfältigen Herausforderungen erwartet Scope für 2023 für offene Immobilienpublikumsfonds eine durchschnittliche Performance zwischen 2% und 2,5%. Viele Fonds verfügen weiterhin über attraktive Objekte mit hohen Vermietungsquoten und bonitätsstarken Mietern. Ihre Liquiditätsquoten sind derzeit ausreichend hoch und die Fremdfinanzierungsquoten überwiegend gering. Zusätzlich schützen die gesetzlichen Mindesthalte- und Kündigungsfristen vor kurzfristigen Mittelabflüssen.

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Die Dividendensaison ist in vollem Gange: Besitzern von Aktien deutscher Unternehmen winken in diesem Jahr besonders ergiebige Ausschüttungen.

Aus Sicht von Mathias Beil, Leiter Private Banking der Hamburger Sutor Bank, verdeckt die Rekordausschüttung in absoluten Zahlen jedoch, dass die Ausschüttungsquote der Unternehmen bei nur 40 Prozent verharrt. Und: „Dividenden sind gut, aber nur wenn sie nicht auf Kosten der Substanz gehen“, sagt Mathias Beil. Anleger sollten daher nicht einseitig auf Dividenden-Rekordzahlen blicken. Viele „Dividendenaristokraten“ seien in den USA zu finden.

Indizes im Vergleich: US-Kursindex S&P 500 noch deutlich vor Performance-Index DAX

Nach Berechnungen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) dürften 2023 die Dividenden aller deutschen Aktiengesellschaften mit 75 Milliarden Euro so hoch wie noch nie ausfallen. Der Blick auf den DAX zeigt, dass Dividenden ein wesentlicher Renditefaktor sind: Auf Sicht von 37 Jahren (per 31.3.1986) hat sich der DAX inklusive Dividenden verzehnfacht – als reiner Kursindex hingegen nur versechsfacht. Der nur als Kursindex berechnete Euro Stoxx 50 hat sich seit 1986 sogar nur knapp verfünffacht. Der S&P 500, der die Aktien der 500 größten US-Aktiengesellschaften umfasst und ebenfalls als reiner Kursindex berechnet wird, hat sich seit 1986 versiebzehnfacht und liegt damit bei der Rendite weit vor DAX (sowohl Kurs- als auch Performance-Index) und Euro Stoxx 50.

„Dividenden sind für deutsche Aktienanleger ein Renditeturbo. Der internationale Vergleich zeigt allerdings auch, dass der US-amerikanische S&P 500 als reiner Kursindex deutlich besser als der DAX inklusive Dividenden dasteht. Würde man die Dividenden beim S&P 500 einberechnen, käme ein noch besseres Ergebnis heraus“, sagt Mathias Beil. Ein oberflächlicher Vergleich von Länderindizes könne daher leicht in die Irre führen. Auch sollte allein die Höhe von Dividendenzahlungen nach Ansicht von Vermögensexperte Beil kein Entscheidungskriterium für die Aktienauswahl sein.

In den USA lohne es sich zudem noch sehr viel mehr, dividendenstarke Unternehmen in den Blick zu nehmen. „In den USA gibt es die meisten sogenannte Dividendenaristokraten, das heißt die Unternehmen haben es in den letzten 25 Jahren geschafft, die Dividenden kontinuierlich zu erhöhen“, analysiert Mathias Beil. So haben Firmen wie Procter+Gamble die Dividende in den letzten 65 Jahren erhöht, 3M in den letzten 63 Jahren, Johnson & Johnson sowie Coca Cola in den letzten 59 Jahren, Colgate Palmolive in den letzten 58 Jahren.

Grundsätzlich gelte es jedoch auch zu beachten, dass der regelmäßige Cash-Flow über die Dividenden Anleger zwar zufrieden mache, er könne Unternehmen in gewissen Phasen aber auch schwächen. „Der Investitionsbedarf von Unternehmen ist hoch, um sich für die Zukunft gut aufzustellen. Um beispielsweise die Entwicklungen rund um Blockchain und KI nicht zu verpassen, sind hohe Investitionen nötig. Krisensituationen können zudem schnell eintreten. Als Unternehmen gilt es die richtige Balance zwischen Anlegerzufriedenheit und unternehmerischer Zukunftsfähigkeit zu finden. Eine niedrigere Dividende muss daher kein schlechtes Zeichen sein, sondern kann auch ein Zeichen für eine höhere Investitionstätigkeit sein“, sagt Mathias Beil.

Über die Sutor Bank

Die Hamburger Sutor Bank, gegründet 1921, bietet klassisches Private Banking, betreibt eine Banking-Plattform für digitale Partner und kooperiert mit unabhängigen Finanzdienstleistern

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Inflation bleibt im Fokus – Zielgerade des Straffungszyklus

Die Fed und die EZB haben jüngst ihren Zinserhöhungszyklus fortgesetzt und die Leitzinsen jeweils um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Nun mehren sich sowohl in den USA als auch in der Eurozone Zeichen, die auf die Endphase des Wirtschaftszyklus hindeuten. So beobachtet Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, erste Risse im Fundament der Konjunktur. Gerade die Banken stehen angesichts des starken Zinsanstiegs und der Invertierung der Zinsstrukturkurve vor Herausforderungen. Nicht nur Anlegerinnen und Anleger fragen sich daher, wie lange die Zentralbanken weiter an der Zinsschraube drehen und die Finanzierungsbedingungen straffen wollen. „Die großen Zentralbanken in Europa und den USA befinden sich auf der Zielgeraden ihres Straffungszyklus“, so die Erwartung von Tilmann Galler. Vor diesem Hintergrund böten Anleihen wieder mehr Schutz und Stabilität – vor allem bei einer unsanften Landung der Wirtschaft.

Inflation bleibt im Fokus

Nachdem die Spannungen im Banken-sektor vorerst nachgelassen haben, hat sich nun der Fokus des Marktes wieder auf die Inflation verlagert. In den USA stützte die jüngste Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (VPI) die Ansicht, dass die Inflation sich weiterhin auf dem Rückzug befindet. Von ihrem Höchststand von 9,1 Prozent im vergangenen Juni ist sie im April 2023 auf 4,9 Prozent gesunken. „Damit liegt die US-Inflation allerdings immer noch deutlich über dem Zentralbankziel von durchschnittlich zwei Prozent“, stellt Tilmann Galler fest.

Einige gewichtige Komponenten des Warenkorbs versprechen eine weitere Verlangsamung des Preisauftriebs. So können wir bei den Energiepreisen in den kommenden Monaten mit erheblichen negativen Basiseffekten rechnen. Der Ölpreis lag im 2. Quartal 2022 noch bei durchschnittlich 108 US-Dollar und ist bis Ende April 2023 um knapp 30 Prozent gefallen. „Ohne neuerlichen Preisschock dürfte die Energiekomponente auch weiterhin zum Rückgang der Inflation beitragen. Die bisher hartnäckig inflationäre VPI-Komponente des Wohnraums könnte sich in den nächsten Monaten ebenfalls abkühlen“, führt Tilmann Galler aus. Die US-Immobilienmarktpreise haben im vergangenen Juni ihren vorläufigen Hochpunkt erreicht und sind seitdem um 5 Prozent gefallen. „Der Trend dürfte sich aufgrund der gestiegenen Finanzierungkosten weiter fortsetzen. Die Immobilienpreis-entwicklung war bisher ein guter Frühindikator für die zukünftige Entwicklung dieses Inflationsschwergewichts. Dennoch wird die US-Inflation in diesem Jahr aufgrund der Lohnsteigerungen wohl nicht auf das Zentralbankziel zurückfallen“, so die Prognose von Tilmann Galler.

Zielgerade des Straffungszyklus

Die US-Notenbank hat mit dem schnellsten und umfangreichsten Zinserhöhungszyklus der letzten 40 Jahre nach Ansicht des Ökonomen mehr als genug getan, um die Inflation zu bändigen. „Leitzinserhöhungen brauchen in der Regel sechs bis zwölf Monate, um vollständig in der Realwirtschaft anzukommen. Der ‚Bremseffekt‘ der bisherigen Zinserhöhungen ist deshalb vollumfänglich noch gar nicht sichtbar“, so Galler.

Doch Beeinträchtigungen seien im Bankensektor bereits sichtbar: Die Abflüsse auf der Passivseite der Bankbilanz, bei Giro- und Sparkonten, tragen zu einer Verknappung auf der Aktivseite vor allem beider Kreditvergabe bei. „Über 46 Prozent der US-Geschäftsbanken haben im ersten Quartal bereits die Kreditstandards für Unternehmen verschärft. Eine Breite, die in den letzten 30 Jahren nur in Rezessionen erreicht wurde. Die Investitionstätigkeit der Unternehmen wird in den kommenden Monaten leiden, mit den entsprechend negativen Folgen für Wachstum und Beschäftigung“, erklärt Galler. Die Geschäftsbanken haben seiner Einschätzung nach inzwischen die Aufgabe der Notenbanken übernommen, die Liquidität zu straffen und damit die volkswirtschaftliche Nachfrage zu schwächen, um der Inflation Einhalt zu gebieten.

Jeder weitere Zinsschritt der US-Notenbank würde aus Sicht von Tilmann Galler die Spannungen im Bankensystem weiter erhöhen und möglicherweise einen Absturz der Konjunktur verursachen. Das spricht eindeutig für ein Ende des US-Straffungszyklus. Die EZB stehe für die Eurozone vor einer ähnlichen Situation, aber mit zwei signifikanten Unterschieden: „Erstens sind der Rückgang der Inflation auf 7,0 Prozent und der Leitzinsanstieg auf 3,25 Prozent weniger ausgeprägt als in den USA. Zweitens haben sich die Kreditbedingungen nicht in gleichem Ausmaß verschärft. Die Geldpolitik der EZB hat deshalb noch etwas mehr Spielraum für Zinserhöhungen“, erklärt Galler. Dennoch geht der Ökonom davon aus, dass sich auch die EZB auf der Zielgeraden ihres Straffungszyklus befindet.

Für die Rentenmärkte bedeutet ein Szenario mit niedrigeren Inflationsraten und einer schwächeren Konjunktur die Chance auf fallende Renditen und Kursgewinne. Gerade wenn es zu einer unsanften Landung der Wirtschaft käme, könnten Rentenpapiere Schutz und Stabilität bieten, so Tilmann Galler.

Tilmann Galler, Executive Director, CEFA/CFA, arbeitet als globaler Kapitalmarktstratege für die deutschsprachigen Länder bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Als Teil des globalen „Market Insights“-Teams erstellt und analysiert er auf Basis von umfangreichem Research Informationen rund um die globalen Finanzmärkte und leitet Implikationen für Investmentstrategien ab. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in der Finanzbranche und war zuvor unter anderem auch als Portfolio Manager tätig.

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Die weltweiten Zuflüsse in börsengehandelte Fonds (ETFs) summierten sich im April auf 42,7 Mrd. Euro. Sie blieben damit gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert und fielen vergleichsweise niedrig aus.

Wie im März bevorzugten Anleger Anleihe-ETFs, die um 22,1 Mrd. Euro zulegten, während Aktien-ETFs Flows von 15,5 Mrd. Euro verbuchten. Die Zuflüsse auf dem US-ETF-Markt blieben mit 31,7 Mrd. Euro gedämpft, während sie in Europa 10,4 Mrd. Euro erreichten und im asiatisch-pazifischen Raum leicht negativ waren.

Insgesamt waren globale Aktienindizes die beliebteste ETF-Strategie (+8,1 Mrd. Euro) gefolgt von US-Hochzinsanleihen (+5,2 Mrd. Euro). Large-Value-Strategien verzeichneten die größten Abflüsse (-2,2 Mrd. Euro). Die Flows deuten darauf hin, dass Anleger unsicher sind, wie sie investieren sollen. Die größere Nachfrage nach Anleihe- im Vergleich zu Aktien-ETFs sowohl auf dem US-ETF-Markt (14,4 Mrd. Euro gegenüber 12,7 Mrd. Euro) als auch in Europa (6,4 Mrd. Euro gegenüber 3,9 Mrd. Euro) deutet auf eine Präferenz für weniger riskante Anlagen hin.

Mittelflüsse in Europa – April 2023

Aktien-ETFs: Globale und Schwellenländerindizes weiterhin im Fokus

Im April flossen europäischen UCITS-Aktien-ETFs 3,9 Mrd. Euro zu, wobei globale Aktien-ETFs mit 2,3 Mrd. Euro am beliebtesten waren. Auch Schwellenländer-ETFs waren weiterhin gefragt (+1,1 Mrd. Euro). Seit Jahresbeginn entfiel die Hälfte der gesamten Aktienallokationen auf Schwellenländer-ETFs, was vor allem auf die niedrigeren Bewertungen und die geringere Korrelation mit Aktien aus Industrienationen zurückgeführt werden kann. Im April investierten Anleger zudem 800 Mio. Euro in Japan-ETFs. Abflüsse gab es entgegen dem Trend der letzten Monate bei Europa-Aktien-ETFs, aus denen Anleger 800 Mio. Euro abgezogen haben.

Wie bereits im März setzten ETF-Anleger weiterhin auf Technologiewerte (+300 Mio. Euro). Auch ETFs mit Engagements in US-Finanzwerten waren beliebt (+600 Mio. Euro). Im Einklang mit globalen Trends zogen Anleger 400 Mio. Euro aus Value-ETFs ab.

Europäische UCITS-Aktien-ETFs, die ESG-Kriterien berücksichtigen, legten um 2,1 Mrd. Euro zu. ETF-Anleger investierten 900 Mio. Euro in ESG-Weltindizes und je 600 Mio. Euro in ESG-Schwellenländer- und ESG-Japan-Strategien. Aus Europa-ESG-ETFs zogen Anleger 400 Mio. Euro ab.

Anleihe-ETFs: Staatsanleihe-ETFs dominieren

UCITS-Obligationen-ETFs verbuchten im April Zuflüsse von 6,6 Mrd. Euro. Wie im März favorisierten Anleger Staatsanleihestrategien (+3,3 Mrd. Euro). Gefragt waren dabei vor allem auf US-Dollar lautende ETFs (+2,2 Mrd. Euro). Diese Zuflüsse entfielen sowohl auf lange und kurze Laufzeiten, was eine Zweiteilung der Anlegerüberzeugungen verdeutlicht. Die Anleger, die in kurze Laufzeiten investierten, wollen die Duration aufgrund von Zinsrisiken begrenzen, während diejenigen, die in lange Laufzeiten investierten, wahrscheinlich über die Möglichkeit einer Rezession in den USA besorgt sind.

In ETFs auf Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating legten Anleger 2,4 Mrd. Euro an. ETFs auf Euro-Schuldtitel dominierten dabei (+1,8 Mrd. Euro).

In ESG-Bond-ETFs flossen 900 Mio. Euro. Je 300 Mio. Euro davon entfielen auf Unternehmens- und Staatsanleihen mit Investment-Grade-Rating. Die Allokationen in ESG-Anleihe-ETFs waren deutlich geringer als bei Aktien. Hintergrund könnte die grössere Beliebtheit von Staatsanleihen-ETFs ein, bei denen es schwieriger ist, ESG-Merkmale zu integrieren.

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2022 war das Jahr mit den höchsten – jemals gemessenen – Treibhausgasemissionen

Anstatt die Kohlenstoffemissionen zu verringern deckt die erneuerbare Energie bisher lediglich den steigenden Energiebedarf.

Autor: Ernst Hobma, Anlagestratege bei Triodos Investment Management (IM)

Die Verringerung der Treibhausgasemissionen steht seit der Gründung des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) im Jahr 1992 ganz oben auf der globalen Agenda. 80 % der anthropogenen Treibhausgasemissionen werden durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht, die in der Regel zur Strom- und Wärmeerzeugung oder zum Betrieb von Motoren eingesetzt werden. Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist daher eindeutig die wichtigste Lösung, um diese Emissionsreduzierungen zu erreichen. Seit dem Erscheinen der ersten Windturbine und des ersten Solarpanels tragen heute viele Akteure zur Einführung erneuerbarer Energien bei, von Regierungen und Finanzinstituten bis hin zu Unternehmen und Privatpersonen.

Es mag daher überraschen, dass 2022 das Jahr mit den höchsten Treibhausgasemissionen aus fossilen Brennstoffen in der Geschichte war. Trotz aller Bemühungen um eine Energiewende haben wir bisher nur einen Zuwachs an erneuerbaren Energien erreicht: Die Solar- und Windenergie, die wir produzieren, deckt lediglich den steigenden Energiebedarf und verringert nicht die Treibhausgasemissionen. Die Frage ist, wie wir zu einer echten Energiewende kommen, bei der erneuerbare Energien tatsächlich fossile Brennstoffe ersetzen und so die gesamten Treibhausgasemissionen aus der weltweiten Energieerzeugung senken.

  1. Massive Erhöhung der Investitionen

Der erste Schritt bestünde darin, das Angebot an erneuerbaren Energien massiv auszubauen und sicherzustellen, dass wir unsere Energiesysteme vollständig mit erneuerbaren Energien betreiben. Das bedeutet, dass wir alle unsere Betriebs- und Produktionssysteme elektrifizieren und sicherstellen müssen, dass der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt – 100 % erneuerbare Energie zu 100 % der Zeit, für 100 % des Energiebedarfs. Neben der Erhöhung der installierten Kapazität müssen wir auch stark in die Verteilung und Speicherung investieren. Der geschätzte Investitionsbedarf für die Umstellung unserer derzeitigen, von fossilen Brennstoffen abhängigen Wirtschaft auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft beläuft sich auf 4 bis 6 Billionen USD pro Jahr bis 2030. Um die globale Erwärmung auf 2˚C oder weniger zu begrenzen, müssen die Investitionen in den Klimaschutz weltweit um den Faktor 3 bis 6 steigen. Öffentliche Investitionen, wie sie im US-amerikanischen Inflation Reduction Act oder im europäischen Green Deal vorgesehen sind, sind gute erste Schritte, aber es sind noch mehr öffentliche Investitionen erforderlich, zum Beispiel in die Wasserstoffinfrastruktur. Dies wird private Investitionen anregen, indem neue Märkte und Innovationen geschaffen werden.

  1. Investitionen in Schwellenländern noch massiver steigern

Zweitens müssen wir besonderes Augenmerk auf die Erhöhung der – öffentlichen und privaten – Investitionen in erneuerbare Energien in Schwellen- und Entwicklungsländern legen. Während die energiebedingten Treibhausgasemissionen in den USA und in Europa bereits ihren Höhepunkt erreicht haben, steigen sie in den meisten anderen Teilen der Welt weiter an. Folglich sind die Finanzierungslücken in den Entwicklungsländern viel größer als in den Industrieländern.

Die Energienachfrage in den Schwellen- und Entwicklungsländern steigt aus zwei Gründen rapide an: steigender Lebensstandard und die Produktion kohlenstoffintensiver Exportprodukte. Während die reichsten Regionen der Welt Nettoimporteure von kohlenstoffintensiven Produkten sind, exportieren die Schwellenländer diese. In der EU insgesamt sind die mit dem Verbrauch verbundenen Kohlenstoffemissionen 14 % höher als die mit der Produktion verbundenen Emissionen. Während die Entwicklungsländer produzieren, um diese kohlenstoffintensive Auslandsnachfrage zu befriedigen, verfügen ihre Regierungen nicht über die fiskalischen Möglichkeiten, in die Energiewende zu investieren, wie es die Industrieländer tun.

Die Verringerung der Treibhausgasemissionen, die überwiegend auf das Konsumverhalten der reichsten Länder und Einzelpersonen der Welt zurückzuführen sind, ist eine globale Herausforderung. Wir müssen daher Wege finden, um die Kapitalflüsse für Investitionen in erneuerbare Energien von den Industrieländern in die Schwellen- und Entwicklungsländer zu erhöhen. Multilaterale Institutionen und Entwicklungsbanken können die Märkte wirksam stimulieren und den Weg für private Investitionen ebnen, die ihren Anstrengungen entsprechen. Die Regierungen der Industrieländer sollten diesen Institutionen ein klares Mandat erteilen und die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen.

  1. Senkung der Energienachfrage

Drittens müssen wir ernsthaft unseren Energiebedarf senken, insbesondere in den Industrieländern. Der sprunghafte Anstieg der Energiepreise im vergangenen Jahr hat gezeigt, wie anfällig unser derzeitiges, auf fossilen Brennstoffen basierendes Energiesystem ist, aber auch, wie wirksam die Bepreisung des Energieverbrauchs zur Senkung der Nachfrage ist. Zwischen August und November 2022 – als die Erdgaspreise aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine ungewöhnlich hoch waren – sank der Erdgasverbrauch in der EU um 20 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vorjahre. Neben dem reinen Nachfragerückgang sprechen die hohen Preise für fossile Brennstoffe auch aus finanzieller Sicht für den Umstieg auf erneuerbare Energien.

Um die Energiewende voranzutreiben, sollten die Regierungen daher damit beginnen, die energiebedingten Treibhausgasemissionen angemessen zu bepreisen. In Europa beginnt das EU-Emissionshandelssystem (ETS) vielversprechend zu werden, nachdem sich die Preise in den letzten drei Jahren zweimal verdoppelt haben und nun ein Niveau erreicht haben, das der IWF für ausreichend hält, um die globale Erwärmung auf 2˚C zu beschränken. Die geplante Ausweitung des EHS auf den Seeverkehr und die schrittweise Abschaffung der kostenlosen Zertifikate dürften seinen Beitrag zur Energiewende verbessern, ebenso wie das im Aufbau befindliche EHS für Gebäude, Straßenverkehr und Kraftstoffe. Die Zeitvorgaben könnten jedoch ehrgeiziger sein. Der Mechanismus zur Anpassung der Kohlenstoffgrenzwerte (Carbon-Border Adjustment Mechanism – CBAM), mit dem ab 2026 die Preise für energieintensive Importe in die EU festgelegt werden sollen, könnte dazu beitragen, die Energiewende auch in anderen Bereichen voranzutreiben.

Wir müssen diese Systeme auf die Sektoren und Bereiche ausweiten, die derzeit ausgeschlossen sind – Massenchemikalien und Scope-2-Emissionen sind nicht in CBAM enthalten – und andere Regierungen ermutigen, diesem Beispiel zu folgen. Außerdem sollten wir angesichts der Dringlichkeit der Herausforderung, die Treibhausgasemissionen zu verringern, diese Preisinstrumente durch produktspezifische Normen für Treibhausgasemissionen und Energieverbrauch ergänzen.

Fazit:

Wenn wir diese drei Dinge – den Aufbau vollständig erneuerbarer Energiesysteme, die Finanzierung nachhaltiger Entwicklungspfade in Schwellen- und Entwicklungsländern und die Senkung der Energienachfrage durch Preisgestaltung und Standardisierung – gleichzeitig anpacken, dann werden wir die Energiewende wirklich einleiten. Um das Klima zu stabilisieren, sollte all dies durch negative Treibhausgasemissionen ergänzt werden, angefangen bei der naturbasierten – und naturpositiven – Kohlenstoffbindung.

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