Marktkommentar von Andreas Dittmer, Apo Asset Management GmbH (apoAsset)

Die Weltbevölkerung wächst unaufhaltsam. Die Menschen erfreuen sich am steigenden Wohlstand und sie werden auch dank immer besserer Medizin älter. Die dadurch steigende Nachfrage fordert global betrachtet zwar die Gesundheitssysteme heraus, eröffnet aber auch viele Möglichkeiten für Unternehmen und die Geldanlage. Das zeigt unsere Börsen-Visite anlässlich des Weltbevölkerungstags am 11. Juli.

Der demographische Wandel verstärkt den Megatrend Gesundheit. Die Zahlen sind enorm: Seit November 2022 leben rund acht Milliarden Menschen auf der Erde, in einigen Jahrzehnten werden es über 10 Milliarden. Indien wird bereits 2023 zum bevölkerungsreichsten Land der Welt, schätzt der UN-Bevölkerungsfonds UNFPA. Auch die Lebenserwartung steigt stetig: Von den Menschen, die heute in Deutschland geboren werden, wird im Schnitt voraussichtlich jeder Zehnte 100 Jahre alt. Sie alle brauchen und erwarten eine immer bessere medizinische Versorgung. Wo liegen hier die Schwerpunkte und was bedeutet das für die Gesundheitswirtschaft?

Die vielen Seiten des Booms

Bereits heute sind rund 60 % der Weltbevölkerung in Asien zu Hause, wo der Gesundheitsmarkt am stärksten wächst. Afrika stellt rund 18 % der Weltbevölkerung. Danach folgen Europa mit etwa 10 % und Lateinamerika mit rund 8 % der Weltbevölkerung. Der weltweit größte Gesundheitsmarkt sind die USA. In Afrika hat Ägypten die Nase vorn, in Lateinamerika Brasilien und in Europa Frankreich. Das Wachstum geht gerade in Schwellenländern mit steigendem Wohlstand und einer wachsenden Mittelschicht einher, die die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen ankurbeln. Dort werden Prognosen zufolge im Jahr 2050 über 80 % der Weltbevölkerung leben. Jeder Zweite wohnt heute in urbanen Räumen, Tendenz weiter steigend. Damit werden immer mehr Menschen Bedarf und Zugang zu Gesundheitsleistungen und -produkten haben.

Welche Gesundheitsbereiche sind dafür prädestiniert?

Gefragt sind Unternehmen, die sowohl Innovationen als auch die Effizienz im Gesundheitsbereich vorantreiben. Innovation und Effizienz sind denn auch entscheidende Triebfedern für die Entwicklung des Gesundheitsmarktes. Naheliegend erscheint dabei vor allem der Blick auf die Medikamentenentwicklung. Doch das allein wäre zu kurz gedacht. Die großen Pharmakonzerne sind mit einem Anteil von über 40 % zwar das Schwergewicht im Aktienindex MSCI World Health Care. Doch dabei sind zum Beispiel kleinere und besonders innovative Biotechnologie-Pioniere noch nicht berücksichtigt. Zudem machen Medikamente zum Beispiel in den USA nur rund 8 % der Gesundheitsausgaben aus. Aus Anlageperspektive sind daher auch Unternehmen interessant, die an den anderen 80 % des Marktes partizipieren können. Und diese sind auf breiter Ebene in vielen Bereichen zu finden. Dazu gehören neben Medizintechnik-Unternehmen auch vielfältige Dienstleistungsunternehmen aus Bereichen wie Versicherungen, Handel, Logistik, Kliniken, Infrastruktur oder dem besonders dynamischen Sektor der digitalen Medizin.

Wachstum und Stabilität in einem

Der globale Gesundheitsmarkt ist gemessen an der Marktkapitalisierung mittlerweile etwa 10 Billionen US-Dollar groß und macht je nach Region etwa 12 % der Wirtschaftsleistung aus. Der Spitzenreiter USA liegt bei knapp 18 %. Das Aufholpotential der Emerging Markets ist dabei sehr groß. Die Ausgaben in Prozent des BIP liegen hier noch im einstelligen Bereich und dürften mit zunehmendem Wohlstand deutlich steigen, auch beim BIP-Anteil. Die WHO-Prognose für das weltweite Wachstum des Gesundheitssektors bis 2030 liegt bei 5,9 % p.a., im Digital-Health-Sektor wird mehreren Studien zufolge sogar ein deutlich zweistelliges Wachstum erwartet. Durch die hohe Bedeutung von Gesundheit ist die Nachfrage relativ stabil und weitgehend unabhängig von Konjunkturzyklen. Das lanciert Gesundheit zu einer Konstante abseits von Inflationssorgen und makroökonomischen Unsicherheiten.

Healthcare-Aktien – Chancen für die Geldanlage?

Investitionsgelegenheiten bieten sich zum Beispiel bei Aktien von Unternehmen, die Medikamente und Therapien für spezifische Krankheiten entwickeln, die in die Digitalisierung des Gesundheitswesens investieren oder in Schwellenländern expandieren. Eine tragende Säule für die Entwicklung des Gesundheitsmarktes ist die technische Revolution, die telemedizinische Anwendungen und Künstliche Intelligenz – z.B. bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe, in der Diagnostik oder im Gesundheitsmanagement – zu festen Bestandteilen des Gesundheitsmarktes werden lässt. Sie ist es letztlich auch, die die Herausforderungen, denen der Gesundheitsmarkt gegenübersteht, mutig entgegentritt. Denn diese sorgt für mehr Effizienz und somit dafür, dass Gesundheit weiterhin ein bezahlbares Gut bleibt.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Investitionen in Gesundheitsaktien auch mit Risiken verbunden sind. So kann sich die Entwicklung von Medikamenten und Therapien als sehr langwierig und teuer erweisen. Darüber hinaus können unerwartete Nebenwirkungen von Medikamenten oder Therapien zu einem starken Rückgang der Aktienkurse führen. Daher ist eine fachliche Expertise bei der Aktienauswahl von großem Vorteil. So stehen neben Einzelaktien Investorinnen und Investoren der Weg über Fondslösungen offen, die zum Beispiel auf eine breite Streuung über unterschiedliche Teilbereiche und Länder der Gesundheitsbranche achten.

Über Andreas Dittmer, Apo Asset Management GmbH (apoAsset)

Andreas Dittmer ist Produkt- und Client Portfolio Manager der Apo Asset Management GmbH (apoAsset). Zuvor war er Vertriebsdirektor für institutionelle Kunden und viele Jahre Fondsmanager, zunächst bei der Westfalenbank, dann bei der apoAsset. Insgesamt verfügt der Bankkaufmann und Betriebswirt über 26 Jahre professionelle Investmenterfahrung.

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Apo Asset Management GmbH, Richard-Oskar-Mattern-Str. 6, 40547 Düsseldorf, Tel: (02 11) 86 32 31 0, www.apoasset.de

Kommentar des Portfoliomanagements zum zweiten Quartal 2023

  • Interesse an Big Tech schaltet Preisfindungsmechanismus aus
  • Enger Marktaufschwung lässt großen Teil des Aktienmarktes unbeachtet
  • Gelegenheiten für konträre und wertorientierte Anleger

Der jüngste Aufschwung an den globalen Aktienmärkten wurde hauptsächlich von einigen wenigen großkapitalisierten Technologieunternehmen getragen. Dabei schreibt der Markt derzeit Unternehmen, die im KI-Segment aktiv sind oder als aktiv wahrgenommen werden, einen enormen Aufschlag zu. Diese Entwicklung hat sich schnell auf andere verwandte Unternehmen ausgeweitet. Der Preisfindungsmechanismus ist in Zeiten wie diesen nahezu ausgeschaltet. Einige computergesteuerte Strategien und passive Indexinvestitionen berücksichtigen Aktienbewertungen nur sehr wenig. Sie sind in hohem Maße “anti-value”. In diesem Umfeld blieb SKAGEN Focus im zweiten Quartal hinter seiner nach Marktkapitalisierung gewichteten weltweiten Benchmark, dem MSCI World AC, zurück.

Der jüngste Gegenwind stellt sowohl für Value- als auch für Small/Mid-Cap-Aktien, wie das Management des SKAGEN Focus sie sucht, mittelfristig eine interessante Anlagemöglichkeit dar. Der enge Fokus des Interesses lässt einen großen Teil des globalen Aktienmarktes außer Acht, was interessante Möglichkeiten für konträre und preisorientierte Anleger schafft. Die Hauptsorge besteht nach wie vor darin, dass die Zentralbanken eine größere Rezession auslösen könnten. Diese Sorge ist in vielen Bereichen des Marktes bereits mehr als eingepreist und bietet uns strukturell gut positionierte Unternehmen mit einem erheblichen Abschlag auf ihre normalisierte Ertragskraft.

Panasonic, Kyocera, Komatsu und San Martinho waren Performancetreiber

Der japanische Mischkonzern Panasonic trug im Berichtsquartal am stärksten zur Performance bei. Die Aktien haben in den letzten Monaten nach einem starken Ergebnisbericht und einer erhöhten Prognose für die Einnahmen in den USA im Zuge des Inflation Reduction Act eine deutliche Neubewertung erfahren. Die Umstrukturierung des Mischkonzerns beginnt nun, greifbare Ergebnisse für die Aktionäre zu bringen. Unsere Positionen im japanischen IT-Konzern Kyocera und im Bergbaumaschinenhersteller Komatsu entwickelten sich ebenfalls gut. Ein weiterer starker Performer war der brasilianische Zucker- und Ethanolhersteller Sao Martinho. Das Unternehmen profitierte von dem jüngsten steilen Anstieg der Zuckerpreise, der wiederum auf eine deutlich verbesserte Nachfrage und die Erholung der Zuckerrohrerträge zurückzuführen ist.

Markt ignoriert Fundamentaldaten

Unser südkoreanischer Discounter E-Mart fiel aufgrund kurzfristiger Befürchtungen über die schwache Performance seiner Hypermarkets zurück. Der Markt scheint den beträchtlichen, mit Vermögenswerten unterlegten Abschlag bei der aktuellen Bewertung zu ignorieren. E-Mart hält umfangreiche Immobilien und eine Beteiligung an Samsung Life. Die Aktien unseres Methanolherstellers Methanex wurden aufgrund fallender Spotpreise niedriger gehandelt, die unter anderem auf eine schwächer als erwartete chinesische Wirtschaft zurückzuführen sind. Wir glauben, dass der Markt das mittelfristige freie Cashflow-Potenzial, die überzeugenden Wachstumsaussichten und die Kapitalallokationsstrategie des Unternehmens unterschätzt. Eine weitere Beeinträchtigung der Wertentwicklung kam durch den Goldproduzenten Fortuna Silver Mines. Die Aktien fielen aufgrund der niedrigeren Gold- und Silberpreise im Einklang mit ihren Wettbewerbern. Wir setzen bei Fortuna Silver Mines weiter auf den selbstfinanzierten Ausbau des hochgradigen Weltklasse-Vermögenswertes Seguela, der vor kurzem die Produktion aufgenommen hat und in Zukunft wesentlich zur Cashflow-Generierung beitragen könnte.

Trotz Verkaufsdisziplin das Aufwärtspotenzial wahren

Ein wichtiger Teil unseres Anlageprozesses besteht darin, diszipliniert genug zu sein, um Positionen zu verkaufen, die sich ihrem Fair Value nähern, und dabei gleichzeitig ein attraktives Aufwärtspotenzial mit Blick auf unsere gewichteten Kursziele (derzeit >60%) zu wahren. Wir haben unsere Position in Kimberly Clark de Mexico geschlossen, da wir der Meinung sind, dass Kurs nun das normalisierte Ertragspotenzial widerspiegelt. Außerdem schlossen wir unsere Position in dem südkoreanischen Sachversicherer DB Insurance, nachdem die Aktie kürzlich auf ihr Kursziel erreicht hatte. Dem Unternehmen ist es in den letzten Jahren gelungen, seinen versicherungstechnischen Gewinn durch steigende Prämien zu verbessern. Unser dritter Ausstieg zum Zielkurs war der Turboladerhersteller Accelleron, der im vergangenen Jahr von ABB abgespalten wurde. Da das Unternehmen neu und für den Markt unbekannt war, konnten wir Marktineffizienzen ausnutzen. Im Laufe des Quartals haben wir auch mehrere Positionen, die sich den Kurszielen näherten, reduziert oder geschlossen, darunter der Bergbau- und Baumaschinenhersteller Komatsu und der Zucker- und Ethanolproduzent Sao Martinho.

Ausgebaut haben wir im zweiten Quartal unsere Positionen in Japan Post Holdings und STMicroelectronics. Im koreanischen Mischkonzern LG Household & Healthcare haben wir über die Vorzugsaktie eine Position eröffnet. Das Unternehmen wird mit einem erheblichen Abschlag zum fairen Wert gehandelt wird und profitiert gleichzeitig von der Wiedereröffnung und Normalisierung des Reiseverkehrs in China. Auch in der französischen Bergbau- und Metallgruppe Eramet haben wir eine Position eröffnet. Eramet ist weltweit tätig und an einigen der größten Mangan- und Nickelminen der Welt beteiligt. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren eine Umstrukturierung durchlaufen, die zu einem unterschätzten, stärker fokussierten Geschäftsmodell geführt hat. Das lässt unseres Erachtens eine starke Verbesserung der Rentabilität mit erheblichem Wachstumspotenzial erwarten.

Am Ende des Quartals bestand SKAGEN Focus aus 49 Positionen, die mit einem gewichteten Gesamtportfolioaufschlag von 60 Prozent auf unsere Kursziele gehandelt wurden. Wir sind der Meinung, dass der derzeitige enge Marktaufschwung einen großen Teil des Aktienmarktes unbeachtet und falsch bewertet lässt. Für uns als konträre und wertorientierte Anleger schafft das interessante und lukrative Möglichkeiten.

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Storebrand Funds Deutschland SKAGEN AS, German Branch, Barckhausstrasse 1, 60325 Frankfurt, www.skagenfunds.de

In den USA genau wie in Europa hat sich das Zinsniveau deutlich von der Nulllinie abgesetzt, negative Zinsen sind kein Thema mehr.

„Wir bewegen uns dabei nicht in einem temporären, sondern in einem strukturellen Inflationsumfeld“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. „Damit sollten die Zinsen weiter steigen – und das bringt für Mischfonds große Veränderungen.“

So ist davon auszugehen, dass die Null-Prozent-Linie, die das Niveau lange markierte, so schnell nicht mehr zu sehen sein wird. „Drei Prozent sind das neue null Prozent“, so Bente. Das bedeutet gleichzeitig, dass das Zinsniveau bei weiteren Inflationswellen eher treppenförmig weiter hochläuft. „Ähnlich war das in den 1970er-Jahren zu beobachten“, sagt Bente. „Auch da kam es zu Inflations- und Leitzinswellen, aber am Ende des Tages waren die Zinsanstiegsphase stärker als die Zinssenkungsphasen.“ Damit ergab sich ein treppenförmiger Anstieg der Zinsen. In jedem Fall ist die Ausgangsbasis für die weitere Entwicklung des Zyklus die Marke von drei Prozent, die in Europa die neue Nulllinie darstellt. In den USA könnten sogar die vier Prozent die neue Nulllinie sein.

Vielfach wird angenommen, dass weitere Zinsanstiege vor allem in Europa gar nicht möglich sind, weil das die überschuldeten Staaten vor allem in Südeuropa überfordern würde. „Doch das ist grundfalsch, weil es verkennt, dass eine Notenbank immer die Möglichkeit hat, über den Aufkauf von Staatsanleihen die reale Zinslast der Staaten zu senken“, sagt Bente. „Es kommt nicht darauf an, wie hoch der nominale Zins ist, sondern wie viel er an externe Gläubiger insgesamt zu zahlen hat.“ Denn wenn er für einen großen Teil seiner Anleihen die Zinsen an seine Notenbank zahlen muss, kommt das Geld über erhöhte Ausschüttungen der Notenbankgewinne wieder zurück in die Staatskasse.“

Steigende Zinsen führen zu einem deutlich veränderten Umfeld für die Fondsindustrie. „Vor allem für Mischfonds gilt das, die so etwas waren wie Ersatzprodukte für Zinsen“, sagt Bente. Denn nun gibt es wieder Zinsen und auch wenn diese zumindest in Europa noch nicht so attraktiv sind, sollten doch mit der nächsten Zinswelle auch in Europa im Anleihebereich etwa bei Unternehmensanleihen mit guter Bonität Renditen von sechs, vielleicht sogar sieben Prozent erreicht werden. „Wozu werden in einem solchen Umfeld Mischfonds noch gebraucht, die nur als Ersatz für nicht vorhandene Anleiherendite eingesetzt wurden“, so Bente. „Jetzt sind mit Anleihen ähnliche Renditen zu erzielen.“

Deshalb werden Mischfonds als gesamtes Segment weniger attraktiv, bei manchen wird sogar die Notwendigkeit ihrer Existenz infrage gestellt. Wenn ein Mischfonds nur mit niedriger Volatilität die alten Anleiherenditen replizieren sollte, dann wird er nicht mehr gebraucht, denn die alten Anleiherenditen sind ja die neuen. „Das gilt aber nur für die Mischfonds, die nicht neben dem Renditeersatz für die Null-Anleihen noch weiteren Nutzen für die Anleger aufweisen“, sagt Bente. „In einer Welt höherer Zinsen haben nur noch diejenigen Mischfonds eine Zukunft im Wettbewerb mit simplen Anleihen, die zusätzliche Eigenschaften mitbringen.“

Und zwar Eigenschaften, die sie im Aktien- als auch im Anleihebereich interessant machen. „Die Vergangenheit zeigt, dass sich im Umfeld struktureller Inflation Aktien- und Rentenmärkte oft im Gleichklang bewegen“, sagt Bente. „Strategische Asset-Allokation, die auf Diversifikation à la Markowitz basiert, funktioniert dann signifikant schlechter.“ Taktische Asset-Allokation und aktives Risikomanagement waren in solchen Zeiten schon immer die wirklichen Diversifikatoren.

Mischfonds oder ganz allgemein Liquid Alternatives, die diese echte Diversifikation bieten, die taktische statt strategischer Asset-Allokation betreiben und sich deshalb auch wirksam in Aktien- und Anleihen-Bärenmärkten entkoppeln können, haben eine Zukunft. Denn diese Mischfonds werden im Rahmen einer guten Portfoliodiversifikation auch noch in Zeiten attraktiver Zinsen gebraucht.

Über die Vates Invest GmbH

Die Vates Invest GmbH, gegründet 2011, ist eine inhabergeführte Asset-Management-Boutique. Die Erfahrung zweier tiefer Aktienbärenmärkte (2001 und 2008) war prägend für die Philosophie von Vates. Das Spezialgebiet sind börsentägliche quantitative Analysen des monetären, konjunkturellen und sentimenttechnischen Umfelds. Seit 2014 verkörpert der Vates Parade Fonds die Portfoliomanagementstrategie von Vates Invest. Kernziel ist es, langfristig positive Rendite zu erzielen und zugleich die Anleger vor großen Verlusten in Bärenmärkten zu schützen. Der Vates Aktien Offensiv Fonds fokussiert sich hingegen auf die besten Stockpicker und deren „Lieblingsaktien“. Das Augenmerk liegt dabei auf Einzelaktien mit einem High-Conviction-Ansatz, um ein größtmögliches Alpha zu erzielen.

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Vates Invest GmbH, Bürgermeister-Mahr-Straße 18, 63179 Obertshausen, Tel: 06104 9872072, www.vates-invest.de

Bei den Zuflüssen liegt KI mit Abstand an der Spitze

Rize ETF, Emittent thematischer ETFs, legt mit seinen regelmäßig erscheinenden „Thematic Updates“ eine Zusammenfassung der Entwicklungen am Markt für thematische ETFs vor. Für das vergangene erste Halbjahr des aktuellen Jahres identifizieren die Rize-Analysten vier Themen, die die Zuflüsse des Markts dominierten – und die Gründe für einige deutliche Abflüsse.

KI und Umweltregulation weiterhin im Trend

Die Bilanz der Zu- und Abflüsse am thematischen ETF-Markt fällt für das erste Halbjahr mit Nettoabflüssen in der Höhe von 715 Millionen Dollar negativ aus. Die ETF-Experten von Rize führen diese Zahl auf einen einzigen Trade im Sektor Geschlechtergerechtigkeit zurück. „Unseren Analysen zufolge führte ein Asset Manager einen Handel mit einem seiner eigenen ETF in der Höhe von 928 Millionen Dollar durch. Unter Ausnahme dieses Handels verzeichnet der Markt eine positive Bilanz von 212 Millionen Dollar“, so Rahul Bhushan, Co-Gründer von CIO von Rize ETF.

79 Prozent der Zuflüsse in der Höhe von 1,6 Milliarden Dollar lassen sich auf vier Themen zurückzuführen, die die ersten sechs Monate des Jahres dominierten – Robotik, Automatisierung und KI (744 Millionen Dollar), Kreislaufwirtschaft (192 Millionen Dollar), Luxusgüter (188 Millionen Dollar) und Neue Energien (132 Millionen). Dass allein das erste Thema für 49 Prozent aller Zuflüsse am Markt verantwortlich ist, führt Rize auf den allgemeinen Hype rund um die KI-Entwicklung zurück, die auch Investoren erfasst habe. Ein ähnlicher Trend sei bei Themen zu beobachten, die aufgrund von aktuellen oder bevorstehenden Regulierungen aussichtsreiche Investments im Bereich Nachhaltigkeit, Umwelt und Ökologie ermöglichen. „Dazu sind Themen wie Kreislaufwirtschaft und Neue Energien, aber auch E-Fahrzeuge und Batterien (63 Millionen Dollar Zuflüsse), Klima und Umwelt (39 Millionen), Wasserstoffwirtschaft (34 Millionen) und Solarenergie (12 Millionen) zu zählen“, so Bhushan.

Wirtschaftliche Aussichten in den USA tragen zur guten Stimmung der Investoren bei

Aus makroökonomischer Sicht habe das erste Halbjahr mehrere Entwicklungen gebracht, die das Interesse nach neuen Investitionen leicht getrübt, aber nicht gestoppt hätten. „Global ist für 2023 ein wirtschaftliches Wachstum von 2,7 Prozent zu erwarten, was unter dem Wachstum des vergangenen Jahres von 3,2 Prozent liegt. Während das Wachstum Chinas und der Eurozone hinter den Erwartungen blieb, zeigt sich die US-Wirtschaft resilient, vor allem aufgrund des robusten Arbeitsmarktes und eines ungebrochenen Konsumverhaltens der US-Haushalte. Es verbleibt ein Risiko der Verlangsamung dieses Wachstums durch die Geldstraffungspolitik der Fed, die – genau wie die EZB – gegen eine Kerninflation von aktuell 3 bis 4 Prozent bis 2024 ankämpft. Für thematische ETFs bedeutet das insgesamt einen positiven Ausblick. Dazu trägt auch die potenzielle Steigerung der Wirtschaftsproduktivität durch KI bei, die wir schon in wenigen Jahren erwarten“, so Rahul Bhushan abschließend.

Größte Zuflüsse im thematischen ETF-Markt im ersten Halbjahr

  1. Robotik, Automatisierung und KI: 744 Millionen Dollar
  2. Kreislaufwirtschaft: 192 Millionen Dollar
  3. Luxusgüter: 188 Millionen Dollar
  4. Scharia-konforme ETF: 71 Millionen Dollar
  5. Elektrofahrzeuge und Batterien: 63 Millionen Dollar

Größte Abflüsse im thematischen ETF-Markt im ersten Halbjahr

  1. Geschlechtergerechtigkeit: -928 Millionen Dollar
  2. Infrastruktur: -366 Millionen Dollar
  3. Saubere Energie: -321 Millionen Dollar
  4. Agrarwirtschaft: -206 Millionen Dollar
  5. Digitalisierung: -94 Millionen Dollar

Über Rize ETF

2019 gegründet legt Rize ETF als erster europäischer Emittent ausschließlich thematische ETFs auf. Das Gründer-Team Rahul Bhushan, Stuart Forbes, Anthony Martin und Jason Kennard vereint mehr als 35 Jahre Erfahrung und leistete schon früh gemeinsam Pionierarbeit im Bereich themenbasierter ETFs. Unter anderem brachte das Team die ersten ETFs für Robotik, Cybersicherheit und Batterie-Technologie auf den europäischen Markt. Seit 2020 lanciert Rize ETF unterschiedlichste Anlagethemen. Die Anlagestrategien der jeweiligen ETFs werden in Zusammenarbeit mit Researchhäusern und Indexanbietern entwickelt. Inzwischen managt Rize ETF etwa 450 Millionen US-Dollar. Rize ETF Limited ist von Aldgate Advisors Limited (Firm Reference No. 763187) bevollmächtigter Repräsentant, zugelassen und reguliert von der Financial Conduct Authority, 5th Floor, 20 Fenchurch Street, London, Vereinigtes Königreich EC3M 3BY.

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Rize ETF Limited, 30 Coleman Street, London EC2R 5AL, United Kingdom, https://rizeetf.com

Viele asiatische Märkte waren lange nicht so gut bewertet – Aufholpotenzial bei Tech-Unternehmen – Japan bietet positiven Diversifikationseffekt

Die Asien-Pazifik-Region erlebte in den vergangenen Monaten eine starke Dynamik. Vor allem die Wiedereröffnung in China war nach den langjährigen Zero-Covid-Maßnahmen ein wichtiger Treiber für die ganze Region. Aisa Ogoshi, Portfolio-Managerin des JPMorgan Funds – Pacific Equity Fund bei J.P. Morgan Asset Management, beobachtet allerdings, dass die Erholung zwar auf Kurs ist, aber etwas hinter den hohen Erwartungen hinterherhinkt: „Trotz des Nachholbedarfs im Konsum und einem starken Dienstleistungssektor zeigt sich vor allem das verarbeitende Gewerbe immer noch schwächer als erwartet“, so die Fondsmanagerin.

Als wichtigsten Indikator, den es zu beobachten gilt, sieht Ogoshi das Verbrauchervertrauen in China an, das sich noch immer von den langwierigen Lockdownphasen gebeutelt zeigt. Positive Signale senden aber beispielsweise die Inlandsreisen, die deutlich zugenommen haben und ebenso wie die Hotelbuchungen bereits über dem Niveau vor der Pandemie liegen. Die während der Lockdowns angewachsenen Ersparnisse der privaten Haushalte gepaart mit einem niedrigen Niveau neuer Haushaltskredite könnten auch zu einer schrittweisen neuen Aktivität im Wohnungssektor führen. „Viele mögen angesichts der kleinen Schritte enttäuscht sein, aber wir gehen davon aus, dass es sich hierbei um eine langwierige Erholung des Vertrauens handelt, die sich in den nächsten 12 bis 24 Monaten entwickeln sollte. Auch sollte die Lockerung der Fiskalpolitik, die in China anders als im Rest der Welt bereits begonnen hat, das Wachstum weiter unterstützen, wobei die Unternehmensinvestitionen und der Immobiliensektor einen stärkeren Beitrag leisten sollten“, betont Aisa Ogoshi.

Japan vor dem Comeback

Da sie in ihrem Pacific Equity Fund die gesamte Asien-Pazifik-Region mit ihren aufstrebenden Volkswirtschaften und etablierten Industrienationen abdeckt, ist für die Fondsmanagerin auch Japan ein wichtiger Markt. „In Japan zeigt sich der post-pandemische Erholungseffekt ebenfalls erst langsam, aber wir erwarten im weiteren Jahresverlauf 2023 eine überdurchschnittliche Entwicklung“, führt Ogoshi aus. Damit können sie im Falle einer globalen Abkühlung ein gewisses Polster bieten. „Und während der US-Dollar gegenüber nahezu allen wichtigen Währungen weiterhin teuer ist, ist der Yen eine der billigsten Industrieländerwährungen, basierend auf einer Berechnung des realen effektiven Wechselkurses“, analysiert Ogoshi. Nicht zuletzt sei im Vergleich zu den restlichen Industrieländern die Inflation in Japan bislang kein großes Problem. Es sei vielmehr positiv zu werten, dass sich in den letzten 18 Monaten nach rund drei Jahrzehnten Deflation wieder Inflation zeige. Insgesamt böten japanische Aktien einen sehr guten Diversifikationseffekt zum restlichen Asien und ein Portfolio, das Japan beimischt, bessere risikobereinigte Ertragschancen.

China: Regulatorischer Überhang beseitigt

Größtes Untergewicht im Portfolio des Pacific Equity Fund ist aktuell China: „Wir haben aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre unsere Investments in China hinterfragt und neu bewertet. Einige Positionen sind dabei reduziert worden – vor allem in solche Unternehmen, in denen weitere staatliche Eingriffe zu erwarten sind“, führt Aisa Ogoshi aus. Doch haben diese regulatorischen Eingriffe im Reich der Mitte laut der Fondsmanagerin auch einen positiven Effekt. „Es wurden viele regulatorische Überhänge beseitigt und die neue Regierung hat angekündigt, sich zukünftig auf wirtschaftliche Stabilität und Wachstum zu konzentrieren. Nicht zuletzt sind viele Unternehmen durch den regulatorischen Druck in den letzten drei Jahren kosteneffizienter und aktionärsfreundlicher geworden“, freut sich Aisa Ogoshi

Aufholpotenzial bei Tech-Unternehmen

Die Fondsmanagerin sieht vor allem bei Technologie-Investments trotz zuletzt stärkerer Einbußen Chancen: „Aufgrund der Stilrotation 2022 gab es bei vielen Aktien im IT-Sektor deutliche Kursverluste, allerdings unabhängig von den Fundamentaldaten der Unternehmen. Davon waren auch Qualitätsaktien etablierter Unternehmen mit starker Erfolgsbilanz und robusten Geschäftsergebnissen betroffen. Die Aktienkurse gingen allein aufgrund von Gewinnmitnahmen und dem veränderten Marktfokus zurück“, erklärt Ogoshi. „Wir glauben weiterhin, dass hochwertige Unternehmen mit führenden Marktpositionen und starken Bilanzen in der Lage sind, mit allen wirtschaftlichen Bedingungen fertig zu werden. Insbesondere bei hoher Inflation verfügen diese Unternehmen über eine gewisse Preissetzungsmacht, weshalb sie für dieses Umfeld besser gerüstet sind als andere Marktteilnehmer“, sagt Marktexpertin Ogoshi. Gleichwohl seien einige Sektoren aktuell aufgrund der Tech-Rally und der Euphorie rund um die künstliche Intelligenz überbewertet, sodass es sinnvoll sein kann, die Positionen anzupassen.

Langfristige Trends weiterhin intakt

Nach Einschätzung von Aisa Ogoshi haben die langfristigen strukturellen Trends in der Region weiterhin eine starke Dynamik. Von Themen wie Aufwertung des Lifestyles mit hochwertigeren Konsumgütern oder eine alternde Gesellschaft und damit ein höherer Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen profitieren zahlreiche lokal agierende Unternehmen. Der demographische Wandel und damit einhergehende Arbeitskräftemangel in den entwickelteren Märkten führt zudem zu neuen Entwicklungen im Segment der Robotics und Automatisierung. Unabhängig vom wirtschaftlichen Hintergrund werden auch Themen wie Digitalisierung und CO2-Reduktion vorangetrieben, die Investitionen in künstliche Intelligenz und Automatisierung und einen höheren Verbrauch von Halbleitern erfordern. „Viele der von uns gehaltenen Aktien aus dem IT-Sektor profitieren von diesen Trends. Wir sind uns der Zyklizität der Branche bewusst, sind aber auch von der Wirtschaftlichkeit und dem Fortbestand der Geschäftsmodelle überzeugt“, erklärt Ogoshi.

Untergewichtet im Portfolio bleiben Sektoren, die aufgrund zyklischer Schwankungen Rückschläge erzielen könnten, etwa Grundstoffe oder Energie. Der Gesundheitssektor steht dagegen weiterhin im Fokus, auch hat Aisa Ogoshi Finanztitel leicht übergewichtet. „Wir investieren sehr selektiv innerhalb der Sektoren, so in Banken in Ländern, die gute Wachstumsmöglichkeiten bieten, etwa in Indien und Indonesien. Die junge Bevölkerung lässt sich gut mit digitalen Bankingangeboten erreichen. Auch der Versicherungsbereich profitiert von steigendem Wohlstand in der Region, in der bislang häufig kaum soziale Absicherung vorhanden ist.

Bei unseren taktischen Neubewertungen fokussieren wir uns mehr denn je auf Qualität und haben neben der Wachstumsqualität der Unternehmen auch die Erfolgsbilanz der Unternehmensführung angesichts des komplexen Makroumfelds im Fokus“, führt die Portfolio-Managerin aus. Erfahrungsgemäß erzielen Unternehmen mit einer überdurchschnittlich guten Governance auch überdurchschnittliche Ergebnisse – auch die anderen beiden ESG-Faktoren werden bereits seit 2013 in der Unternehmensanalyse berücksichtigt.

Die Bewertung der asiatischen Märkte ist nach Analyse von Aisa Ogoshi nicht mehr ganz so zwingend wie noch vor einigen Monaten, aber im Vergleich zur eigenen Historie und vor allem im Vergleich zu anderen Investmentregionen der Welt immer noch günstig. So sei es weiterhin eine gute Einstiegsmöglichkeit für langfristige Investoren.

Starke Expertise vor Ort

Der vielfach ausgezeichnete Pacific Equity Fund ist seit 1988 ein Investment-Klassiker für die Asien-Pazifik-Region. Er beruht auf einer starken Präsenz vor Ort mit umfangreicher Inhouse-Expertise und sowohl Länder- als auch Branchenspezialisten, die die lokalen Sprachen sprechen. Auf Basis ihrer Bottom-Up-Analysen erstellt Fondsmanagerin Aisa Ogoshi mit ihrem Co-Manager Robert Lloyd ein konzentriertes Portfolio mit überdurchschnittlichem Gewinnwachstum. Aisa Ogoshi managt den Fonds seit zehn Jahren. Sie wurde von Citywire bereits sieben Mal in Folge als eine der besten Fondsmanagerinnen weltweit ausgezeichnet – aktuell belegt sie Rang 2.

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J.P.Morgan Asset Management, (Europe) S.á.r.l. , Frankfurt Branch, Junghofstraße 14, ­60311 Frankfurt Tel.: 069/71240, Fax: 069/71242180, www.jpmam.de

Positive Einschätzung für börsennotierte US-REITs aufgrund von prognostiziertem Ertragswachstum von 5 % für 2023 und attraktiven Bewertungen

Gewerbeimmobilien beherrschen weiterhin die Schlagzeilen. „Allerdings sind aus Sorgen um die Finanzierungskosten im Zuge der Zinserhöhungen Sorgen um die Verfügbarkeit von Immobilienkrediten und um den US-Bürosektor geworden“, erklärt Guy Barnard, Portfoliomanager der Janus Henderson Investors. Grund dafür sei die Bankenkrise in den USA.

Trotz dieser Schlagzeilen und Herausforderungen haben sich die Kurse der globalen REITs (Real Estate Investment Trusts) seit Jahresbeginn (bis 27. Juni 2023) weitgehend unverändert gehalten. Der Finanzexperte ist der Ansicht, dass die notwendigen Neubewertungen von Immobilien auf dem börsennotierten REIT-Markt im Jahresverlauf 2022 sehr schnell erfolgt sind.

Drei zentrale Themen seien ausschlaggebend. „Erstens: Man muss über die Schlagzeilen hinausschauen“, legt Barnard nahe. Zweifellos gäbe es in Teilen des Immobiliensektors Herausforderungen, und der US-Büromarkt sei mit Leerstandsquoten von fast 30 % in vielen der wichtigsten Gateway-Städte stark angespannt, aber dieser Bereich ließe sich auf dem Markt für börsennotierte Immobilien leicht vermeiden. „Viele andere Marktsegmente weisen weiterhin ein sehr starkes und robustes Ertrags- und Mietwachstum auf“, fährt er fort.

Vorteil börsennotierte REITS: Geringere Verschuldung und breiterer Zugang zu Finanzmitteln

„Zweitens: Auf der Finanzierungsseite wird es eindeutig Gewinner und Verlierer geben“, prognostiziert der Portfoliomanager und ist davon überzeugt, dass der REIT-Sektor zu den Gewinnern der aktuellen Situation gehören wird. Der Verschuldungsgrad ist sehr niedrig, sowohl im historischen Vergleich als auch in absoluten Zahlen. REITs hätten wiederholt bewiesen, dass sie über die unbesicherten Anleihemärkte Zugang zu Fremdkapital haben, und zwar zu Spreads (Zinssätzen) und Kursen, die immer noch vernünftig seien und ihrem Geschäftsmodell insgesamt zugutekämen.

Barnard ist zunehmend von den Möglichkeiten bei REITs überzeugt: „Sie können von einigen Herausforderungen anderer profitieren, insbesondere von denen, die einen höheren Fremdkapitalanteil haben oder private Immobilienbesitzer sind, und Sie können ihren Anteil am Gesamtimmobilienmarkt konsolidieren.“

REITs zeigen sich operativ widerstandsfähig und ihre Erträge dürften steigen

Als dritten Punkt nennt der Finanzexperte die operative Belastbarkeit, die in der nächsten Phase des Zyklus deutlich in den Vordergrund rücken dürfte: „Auch hier sehen wir bei den Unternehmen, in die wir investieren, im Allgemeinen einen sehr hohen Vermietungsgrad und ein anhaltendes Mietwachstum, das sich für uns als Investor weiterhin in Gewinn- und Dividendenwachstum niederschlägt.“

Angesichts des für den US-REIT-Sektor prognostizierten Gewinnwachstums von 5 % in diesem Jahr und eines weiteren Wachstums bis 2024 erscheine dies im Vergleich zum breiteren Aktienmarkt, für den jetzt ein Gewinnrückgang prognostiziert wird, attraktiv. Mit Blick auf die Entwicklung der Aktienkurse im letzten Jahr sei dies vielleicht unterschätzt worden.

Zudem habe die makroökonomische Entwicklung dem REIT-Sektor in den letzten 18 Monaten eindeutig und erheblich zugesetzt. Die Folgen steigender Zinssätze und Anleiherenditen wirken sich negativ auf die Immobilienpreise aus. „Während es eine Weile dauert, bis sich dies in den privaten Immobilienwerten niederschlägt, wirken sie sich sehr schnell auf die Immobilienwerte des börsennotierten REIT-Marktes aus, der täglich von den Aktienmärkten bewertet wird“, erklärt der Finanzexperte.

Börsennotierte REITs scheinen für eine mögliche Erholung gut positioniert

Barnard geht davon aus, dass der Zinserhöhungszyklus beendet ist: „Wir müssen abwarten, ob eine Pause im nächsten Monat oder nach dem Sommer kommt, aber wir dürften uns dieser Phase nähern. Und am Ende eines Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank ist es historisch gesehen eigentlich ein guter Zeitpunkt, um sich mit dem REIT-Sektor zu befassen, sowohl im Hinblick auf die absolute Performance als auch im Verhältnis zum breiteren Aktienmarkt, insbesondere angesichts der Verlässlichkeit der Cashflows.“

Für den Rest des Jahres 2023 und bis ins Jahr 2024 gäbe es Gründe, optimistischer zu sein. Barnard sieht weiterhin einige überzeugende Bewertungen im REIT-Sektor, mit Unternehmen, die mit einem Abschlag auf den inhärenten Wert ihrer Gebäude gehandelt werden, selbst unter Berücksichtigung der Neubewertungen, die im Zuge der Zinserhöhungen notwendig gewesen wären. „Ich denke, dass wir dadurch gut positioniert sind, um über die Chancen und Renditen nachzudenken, die wir in diesem Bereich erzielen können“, so der Portfoliomanager abschließend.

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Janus Henderson Investors, Tower 185, 25th floor, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, D-60327 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 86003 0,Fax: +49 69 86003 355, www.janushenderson.com

Von Felipe Villarroel, Portfoliomanager, TwentyFour Asset Management

  • US-Inflation geht zurück, Konjunkturdaten weiterhin robust
  • „Sanfte Landung” ließe der Fed Spielraum für Zinssenkungen
  • Unternehmensanleihen attraktiver als US-Treasuries

Die Diskussion darüber, wie die Weltwirtschaft aus dem Inflations-/ Rezessionsdilemma herauskommen wird, ist zuletzt wieder in den Mittelpunkt gerückt. Der Bericht zur Entwicklung des Verbraucherpreisindex (VPI) in den USA in der letzten Woche hat gezeigt, dass die Inflation anscheinend deutlicher nach unten tendiert. Gleichzeitig haben die robusten Konjunkturdaten überrascht.

Die Zahlen der begonnenen Bauvorhaben, der Baugenehmigungen und der Hausverkäufe scheinen einen Boden gefunden zu haben, während der Dienstleistungssektor weiterhin gut abschneidet. In Europa sank der Gesamt-VPI von 6,1 % auf 5,5 %, während der Kern-VPI im Juni unverändert bei 5,4 % lag. Im Vergleich zur Fed hat die EZB also noch etwas mehr zu tun, bis die Trends so überzeugend sind wie jenseits des großen Teichs. Allerdings sollte man dabei nicht vergessen, dass die VPI-Inflation noch vor etwa acht Monaten auf ihrem Höchststand war und fast doppelt so hoch lag, wie zuletzt.

Was das BIP betrifft, so geht der Bloomberg-Konsens für das Quartalswachstum in den USA von einem Nullwachstum im dritten Quartal und einem Wachstum knapp unter Null im vierten Quartal aus. In der Eurozone wird nach einer technischen Rezession, mit einem QoQ-Wachstum von -0,1 % sowohl im vierten Quartal 2022 als auch im ersten Quartal 2023, für den Rest des Jahres und das erste Quartal 2024 ein Wachstum von 0,2 % (im Quartalsvergleich) erwartet. Danach könnte es zu einer leichten Belebung kommen.

US-Verbraucherpreise wecken Hoffnung auf sanfte Landung

Der in der vergangenen Woche in den USA veröffentlichte Verbraucherpreisindex war ein Auslöser für die zunehmenden Erwartungen einer sanften Landung. In diesem Szenario sinkt die Inflation auf ein vernünftigeres Niveau, während das Wachstum zwar deutlich unter den Trend fällt, ohne dass es jedoch zu einer Rezession kommt. In diesem Fall dürfte die Fed in nicht allzu ferner Zukunft die Zinsen senken, da die Inflation sich in Richtung Zielgröße bewegt und der geldpolitische Zinssatz deutlich über dem neutralen Zinssatz liegt.

US-Treasuries dürften in diesem Szenario profitieren, allerdings ist die Kurve bereits stark invertiert, deshalb ist es schwer zu prognostizieren, um wie viel mehr sich die 10-jährigen US-Treasuries erholen können. Da es aber voraussichtlich nicht zu einer harten Landung kommt und die 10-jährige Rendite bereits etwa 175 Basispunkte unter dem geldpolitischen Satz liegt, könnte der Spielraum für eine weitere Erholung begrenzt sein. Mit anderen Worten: Treasuries könnten profitieren und würden angemessene Renditen abwerfen, ob sie jedoch andere Anlageklassen übertreffen, steht auf einem anderen Blatt.

Spread-Produkte besser als Treasuries

In diesem Szenario der „sanften Landung“ wären die Ausfallquoten definitionsgemäß nicht zu hoch. Eine sanfte Landung sollte daher die Renditenaufschläge in den Märkten begünstigen, in denen die sie im Vergleich zu ihren historischen Durchschnittswerten günstig sind. Profitieren könnten auch die Marktbereiche, in denen die Spreads nicht besonders niedrig sind, da die niedrigere Inflation den realen Renditen zugutekommt und die nominalen Renditen immer noch nahe dem höchsten Stand seit einem Jahrzehnt liegen.

Damit dürften, wenn sich die These von der sanften Landung weiter durchsetzt, Spread-Produkte besser abschneiden als US-Treasuries. Zusätzlich zum Anstieg der zugrunde liegenden Renditen würden die Gesamtrenditen von einer Spread-Kompression und einem höheren Carry als bei Treasuries profitieren.

Würde das Szenario einer „harten Landung“ der Weltwirtschaft eintreten, sollten US-Treasuries um einiges besser abschneiden als Unternehmensanleihen. Im sich abzeichnenden Szenario einer weichen Landung dürften Unternehmensanleihen aber im Vorteil sein. Zwar würden Treasuries ebenfalls eine angemessene Rendite bieten, aber Unternehmensanleihen wären attraktiver. Letztendlich würde beide Anlageklassen profitieren: das ist die beste Nachricht, auf die wir als festverzinsliche Anleger hoffen können.

Vontobel

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Die Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft ist immens, sein Wachstum und der Konsum seiner Bevölkerung sollten die Weltkonjunktur auf Jahre antreiben.

„Doch mittlerweile hält Ernüchterung Einzug, Binnenprobleme treffen auf wachsenden Widerstand gegen das Geschäftsmodell der Volksrepublik“, sagt Carsten Gerlinger, Managing Director und Head of Asset Management bei Moventum AM. Doch auch wenn die Aussichten nicht mehr ganz so gut sind: Ohne China geht nicht viel.

Noch Anfang des Jahres 2023 rechneten die Experten mit einer starken Erholung de chinesischen Wirtschaft. „Die chinesische Regierung änderte ihre Strategie gegenüber Covid, Lockdowns gehörten der Vergangenheit an“, so Gerlinger. „Damit schien klar, dass sich ein großer Nachholbedarf entfalten würde.“ Auch die Entspannung bei den Lieferketten und damit die Wiederaufnahme der Produktion an vielen Standorten sollte die Wirtschaft befeuern.

Die Hoffnungen wurden dabei von der Annahme gespeist, die vor allem die chinesische Binnenkonjunktur betrafen. „Mobilität, Konsum aber auch der Immobiliensektor hätten nach Ansicht der Experten profitieren sollen“, so Gerlinger. Doch es kam anders.

Mittlerweile wird China als zunehmendes Risiko für das globale Wachstum betrachtet. „Dabei treffen zwei starke Strömungen aufeinander“, sagt Gerlinger. „So wird die starke Abhängigkeit vieler Staaten von chinesischen Waren und Rohstoffen mittlerweile aktiv verringert.“ Das sorgt für mehr Wettbewerb und zunächst einmal für weniger Aufträge für chinesische Firmen.

Auf der anderen Seite schaffte es die chinesische Führung bislang nicht, die Binnenkonjunktur wieder in Schwung zu bringen. Das liegt vor allem daran, dass nicht ausreichend Jobs für die Zahl der Einwohner verfügbar ist. „Die Jugendarbeitslosigkeit wird auf etwa zwanzig Prozent geschätzt, zehn Millionen Uniabsolventen sollen ohne Job sein“, sagt Gerlinger. Dazu kommt, dass die Krise des Immobiliensektors noch nicht gelöst ist. Die Nachbeben der Zahlungsschwierigkeiten des Konzerns Evergrande sind immer wieder zu spüren – und drücken auch auf den privaten Konsum.

„Viele Privathaushalte haben weiterhin hohe Kredite zu bedienen“, so Gerlinger. „Löhne wie Ersparnisse fließen mehr in den Ausgleich von Verlusten als in den Konsum.“ Der für die chinesische Wirtschaft so wichtige Immobiliensektor ist immer noch weit von einer Gesundung und Erholung entfernt. Auch hier wird lautstark nach der Regierung gerufen, die Verluste aufzufangen und die Konjunktur wieder anzuschieben. Dies ist auch deshalb wichtig, da derzeit das Preisniveau ganz anders als in den westlichen Industrieländern stagniert und damit ohne Gegensteuern eine Deflation drohen könnte.

„Trotzdem zeigt China noch immer ein Wirtschaftswachstum, das höher ausfällt als in den meisten Industrienationen“, sagt Gerlinger. „Und ohne China geht es auch nicht, viele Träume von Autarkie werden auch Träume bleiben.“ So ist China immer noch die Lokomotive der Weltwirtschaft. Sie lahmt zwar etwas, zieht aber immer noch.

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Kommentare von Franck Dixmier, Global CIO Fixed Income, im Vorfeld der Fed-Sitzung am 25. und 26. Juli und der EZB-Sitzung am 27. Juli 2023

Fed: zurückhaltende Zinserhöhung

Die jüngsten US-Wirtschaftsdaten sind sicherlich beruhigend für die Fed. So sind die jüngsten Rückgänge bei der Gesamtinflation und der Kernrate gute Nachrichten. Im Juni lag der Verbraucherpreisindex bei 3 Prozent gegenüber Vorjahr – eine beachtliche Verlangsamung im Vergleich zur Rate von 4 Prozent im Mai. Gleichzeitig ging die Kernrate von 5,3 auf 4,8 Prozent zurück. Eine Verlangsamung bei den Einzelhandelsumsätzen – Zuwachs von nur 0,2 Prozent im Juni, erwartet worden war ein Anstieg um 0,5 Prozent – und ein weniger angespannter Arbeitsmarkt dürften nach vorne schauend dazu beitragen, den Abwärtstrend bei der Inflation zu konsolidieren.

Trotz dieses Hintergrunds glauben wir, dass die Fed ihren Leitzins noch einmal um 25 Basispunkte anheben wird. Tatsächlich ist es für die Zentralbank noch zu früh, um den Sieg über die Inflation zu erklären. Die Ein-Jahres-Inflationserwartungen der privaten Haushalte stiegen im Juli leicht von 3,3 auf 3,4 Prozent, die Drei-Jahres-Erwartungen von 3,0 auf 3,1 Prozent. Für die Fed ist dies eine Warnung, wachsam zu bleiben. Die Notenbank kann nicht das Risiko eingehen, von einem erneuten Anstieg der Kerninflation überrascht zu werden, der die bisher gut verankerten Inflationserwartungen gefährden würde. Daher können wir auch eine weitere Zinserhöhung im Herbst nicht ausschließen.

Gleichwohl sind wir der Ansicht, dass die Fed ihr Ziel fast erreicht hat und kommunizieren sollte, dass die Zinssätze einem Niveau sehr nahe sind, das mit dem Preisstabilitätsziel vereinbar ist. Ein längeres Halten der Zinssätze auf hohen Niveau sollte dazu beitragen, die monetären Bedingungen weiter zu straffen, was wiederum die Notwendigkeit weiterer Zinsmaßnahmen verringern würde. Denn stabil hohe Zinsen hätte bei weiter sinkenden Teuerungsraten einen Anstieg der Realzinsen zur Folge.

Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Juli ist an den Märkten mittlerweile weitgehend eingepreist. Nachdem zunächst für 2023 keine weiteren Straffungsschritte mehr erwartet wurden, hat sich im Juni das Thema „höher für länger“ in Form einer drastischen Marktkorrektur durchgesetzt. Die damit nun gesünderen Marktbedingungen dürften Durationskäufe auf der US-Renditekurve begünstigen.

EZB: Märkte mit Blick auf weitere Zinserhöhungen zu optimistisch

In der Eurozone ist die Lage weniger eindeutig als in den USA. Während sich die Gesamtinflation in der Eurozone weiter verlangsamt (im Juni von zuvor 6,1 Prozent auf nunmehr 5,5 Prozent), verharrt die Kerninflation auf hohem Niveau (Anstieg von 5,3 auf 5,5 Prozent). In einem Umfeld, in dem Unternehmen nach wie vor ihre Preissetzungsmacht nutzen und eine niedrige Arbeitslosigkeit nicht nur die robuste Nachfrage stützt, sondern auch Lohnforderungen ankurbelt, birgt die anhaltend hohe Kerninflation Risiken. Hinzu kommt, dass der Mix aus Finanz- und Geldpolitik nicht hinreichend restriktiv ist. Staatliche Anreize und die während der Covid-Periode angehäuften Ersparnisüberschüsse stützen weiter die Nachfrage.

Vor diesem Hintergrund darf die EZB keine Kompromisse eingehen und muss die finanziellen Bedingungen weiter straffen. Ihre Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel, wenngleich die Inflationserwartungen weiter gut verankert sind. Ohnehin verfügt die Zentralbank insofern über einen gewissen Handlungsspielraum, als dass die Anhebung der Leitzinsen um insgesamt 400 Basispunkte seit Juli 2022 bisher weder die Finanzstabilität noch die Refinanzierungsfähigkeit der Staaten gefährdet hätte.

Wir erwarten daher, dass die EZB auf ihrer Juli-Sitzung die Zinsen um weitere 25 Basispunkte anheben wird, gefolgt von einem gleich großen Schritt im September. Nachfolgende Zinsschritte dürften dann von der Entwicklung der Kerninflationsrate abhängen, von der es derzeit keine beruhigenden Nachrichten gibt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde dürfte somit in der Pressekonferenz am Donnerstag erneut bekräftigen, dass künftige Maßnahmen der EZB mehr denn je von den Wirtschaftsdaten abhängig sind.

Die Märkte erwarten ebenfalls eine Zinsanhebung im Juli, gefolgt von einer weiteren Anhebung bis Ende 2023, auf ein Hoch beim Einlagensatz von 4 Prozent. Unserer Ansicht wird das Risiko einer monetären Straffung über 4 Prozent hinaus nicht hinreichend gewürdigt. Diese fehlende „Sicherheits-marge“ hat zur Folge, dass wir derzeit am Euro-Rentenmarkt vorsichtig sind.

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Vermögensverwaltende Fonds (VV-Fonds) versprechen in turbulenten Phasen durch ihr aktives Risikomanagement Verluste zu begrenzen, ohne dabei aber auf die Chancen eines Aufschwungs zu verzichten.

Dabei sollen aktives Management und die Diversifikation über mehrere Assetklassen dafür sorgen, dass langfristig eine positive Rendite bei vermindertem Risiko für den Anleger erwirtschaftet wird. Wer bisher dieses Versprechen in 2023 halten konnte, zeigt die Auswertung der MMD Analyse & Advisory GmbH.

  • Vermögensverwaltende (VV-) Fonds performten im 1. Halbjahr 2023 im Durchschnitt positiv
  • Durchschnittliche Wertentwicklung der VV-Fonds lag bei 3,64%
  • Dennoch agierten viele Asset Manager zurückhaltend, was sich in den vergleichsweisen geringen Performancewerten widerspiegelte

Nach der überstandenen Corona-Pandemie bleibt die Welt im Krisenmodus. Die Ukraine befindet sich seit fast eineinhalb Jahren im Krieg mit den russischen Invasoren und ein Ende ist nicht in Sicht. Auch die hohe Inflation hält sich – trotz zuletzt rückläufiger Tendenzen – hartnäckig. Die Zentralbanken kommunizierten daher, dass sie den eingeschlagenen restriktiven Pfad vorerst fortsetzen werden. Dennoch entpuppte sich die Wirtschaft in den USA und Europa als widerstandsfähig, was sich an den Marktentwicklungen im ersten Halbjahr beobachten ließ. Dabei spielten zum einen das Ende der Null-Covid-Strategie in China und zum anderen die Entspannung der Energieversorgungslage in Europa eine wichtige Rolle. Die starken Zuwächse an den Aktienmärkten ließen sich aber hauptsächlich auf den Technologie-Boom zurückführen. Dieser Trend wurde durch die Vorstellung von ChatGPT, welche der breiten Öffentlichkeit die Fortschritte und das Potenzial von Künstlicher Intelligenz in der Praxis aufzeigte, befeuert.

Der DAX gewann im ersten Halbjahr 2023 15,98%, der Euro STOXX 50 Performance 18,39% und der MSCI World EUR GRTR 12,92%. Die defensiven Staatsanleihen, gemessen am deutschen Rentenindex REX P, verloren in dem Zeitraum -0,20%. In diesem Marktumfeld gestaltete sich das Asset Management insbesondere für defensivere VV-Fonds anspruchsvoll.

In den beobachteten MMD-Kategorien Defensiv, Ausgewogen, Offensiv und Flexibel konnten 95% aller VV-Fonds mit einem Volumen von über 10 Millionen Euro im ersten Halbjahr ein positives Ergebnis verbuchen. Dies erreichten die meisten VV-Fonds mit einem niedrigeren maximalen Verlust (Maximum DrawDown (MDD))* als die gängigsten Aktienindizes (im Durchschnitt: -2,93%). Der DAX erlitt im ersten Halbjahr 2023 einen maximalen Verlust von -5,87%, der Euro STOXX 50 Performance -6,46% und der MSCI World EUR GRTR -6,42%. Der deutsche Rentenindex, kurz REX P, wies einen MDD von -3,36% aus. Jedoch agierten viele Asset Manager zurückhaltend, da die Prognosen zum Ende des letzten Jahres und auch in diesem Jahr häufig in Richtung einer Rezession gingen. Dies spiegelte sich auch in den durchschnittlichen Performancewerten der jeweiligen Kategorie wieder, welche im Vergleich zu den Aktien- und Anleihemärkten gering ausfielen.

* Der maximale Verlust stellt das schlechteste mögliche Ergebnis einer Investition in der betrachteten Periode dar. Dabei bemisst sich dieser vom Höchststand bis zum Tiefststand

Defensive VV-Fonds

Die VV-Fonds der defensiven Kategorie konnten bisher in 2023 einen Zuwachs in Höhe von 1,63 Prozent verbuchen. Dabei performten 97% der defensiven Fonds positiv. Die höchste Performance erreichte der BBBank Kontinuität Union Fonds mit 10,20% und einem MDD von -3,19%. Durchschnittlich lag der maximale Verlust bei den defensiven VV-Fonds, gemessen am MMD-Index Defensiv, bei -1,99%. Das geringste Risiko unter den Top 10 Fonds wies der siebtplatzierte SALytic Stiftungsfonds mit einer Halbjahresrendite von 6,55% und einem maximalen Verlust von -2,12% aus. Dies spiegelte sich auch im MMD-Ranking für ein Jahr, wo der BBBank Kontinuität Union mit drei Sternen durchschnittlich gerankt ist und der SALytic Stiftungsfonds mit 5 Sternen zu den Top 20% der Peergroup gehört. Das MMD-Ranking ermöglicht eine quantitative Bewertung der vergangenen Leistungen eines Fonds und setzt sich zu 50% aus Performance- und 50% Risikokennzahlen zusammen. Unter den Top Ten Fonds erhielt neben dem SALytic Stiftungsfonds noch der zweitplatzierte DEGUSSA BANK-UNIVERAL-RENTENFONDS die maximalen 5 Sterne im MMD-Ranking für ein Jahr.

Ausgewogene VV-Fonds

Der MMD-Index Ausgewogen, der die Entwicklung der VV-Fonds in dieser Peergroup misst, gewann im vergangenen Halbjahr 2,52%. Am besten performte in dieser Kategorie der BBBank Wachstum Union Fonds mit 15,72%. Im Hinblick auf das Risiko konnte sich der Fonds mit einem Maximum DrawDown in Höhe von -3,40% nur

unterdurchschnittlich innerhalb der ausgewogenen Kategorie (-2,84%) präsentieren. Den niedrigsten maximalen Verlust unter den Top Ten Fonds hatte der CTV-Strategiefonds Ausgewogen mit -2,27% und einer Performance von 10,50%. Im MMD-Ranking für ein Jahr lag der BBBank Wachstum Union Fonds bei 3 Sternen im Mittelfeld und der CTV-Strategiefonds gehörte mit 5 Sternen zu den Kategoriebesten.

Offensive VV-Fonds

Die offensiven VV-Fonds wiesen im Zeitraum vom 31.12.22 bis 30.06.2023 durchschnittlich 3,94% als Gewinn aus. Die beste Performance innerhalb der Kategorie hatte der Oculus Value Capital Funds mit einem Zuwachs von 23,05%. Dies erreichte der Fonds mit einem Maximum DrawDown in Höhe von -9,24% im Vergleich zu -3,70% im Kategoriedurchschnitt. Aufgrund der Risikoberücksichtigung im MMD-Ranking gehört der Fonds im MMD-Ranking für 1 Jahr und auch für 3 Jahre zum mittleren bzw. unteren Segment der offensiven Kategorie. Anders sieht das bei dem BRW Balanced Return Plus Fonds aus, der im MMD Ranking für die Zeiträume eins, drei und fünf Jahre konstant gute Ergebnisse erzielte.

Flexible VV-Fonds

Im Durchschnitt gewannen flexible VV-Fonds in den letzten 6 Monaten 2,83% hinzu. Der ProfitlichSchmidlin Fonds verzeichnete dabei das beste Performanceergebnis in Höhe von 15,95%. Mit einem maximalen Verlust von -4,63% schnitt der Fonds aber schwächer als der Kategoriedurchschnitt (-3,35%) ab. Dadurch gehörte der Fonds im MMDRanking für 1 Jahr mit 4 Sternen nicht zu den Kategoriebesten. Besser schnitt dort der Global Select Portfolio II Fonds ab, der 5 Sterne im 1 Jahres MMD-Ranking erreichte.

Die Auswertung zeigt, dass sich das Verlustrisiko durch VV-Fonds verringern lässt. Alle Kategorien konnten die maximalen Verluste im Vergleich zu den großen Aktienindizes beschränken. Zugleich erreichten fast alle VV-Fonds positive Ergebnisse.

Für eine leistungsgerechte Bewertung des Fondsmanagers sollten die VV-Fonds im Detail und über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Dabei können in einem ersten Schritt quantitative Rankings – wie das MMD-Ranking – helfen, eine entsprechende Vorauswahl zu treffen. „Bei dem MMD-Ranking fließen neben den Performanceleistungen auch Risikokomponenten zu 50% mit in die Bewertung ein“, erklärt Nicolai Bräutigam, Geschäftsführer der MMD Analyse & Advisory GmbH. „So kann mit einem Blick erfasst werden, welche VV-Fonds ein angemessenes Chance-Risiko-Profil aufweisen. Und vor allem kann man auch abgleichen, ob Kursgewinne, die kurzfristig erzielt wurden, auch auf lange Sicht bestätigt werden.“

Über Asset Standard GmbH:

Asset Standard ist Deutschlands führendes Portal für Vermögensverwaltende Produkte. Das Unternehmen ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der MMD Analyse & Advisory GmbH und somit Bestandteil der MMD Group. Unter www.assetstandard.com können Vermögensverwaltende Produkte der Kategorien Vermögensverwaltende Fonds (VV-Fonds), Strategiefonds und Fonds-Vermögensverwaltung (Fonds-VV) unter einheitlichen Parametern selektiert, analysiert, kombiniert und kontrolliert werden. Zusätzlich präsentieren sich Produkte und Initiatoren. Aktuell beinhaltet die Fonds- und VV-Datenbank über 2.500 Produkte.

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Die Fonds- und Finanzplattform Moventum S.C.A. beruft Jan Zendulka mit sofortiger Wirkung zum neuen CEO der Schwestergesellschaft Moventum a.s. in der Tschechischen Republik.

Zendulka löst damit Andreas Pál ab. „Wir danken Andreas Pál für die gute Zusammenarbeit und freuen uns, mit Jan Zendulka einen erfahrenen Kollegen mit großer Erfahrung und tiefer Kenntnis des Unternehmens in der Verantwortung zu sehen“, sagt Louis Wright, CEO von Moventum S.C.A. in Luxemburg.

Jan Zendulka verantwortete seit 2019 den Vertrieb von Moventum a.s. 2016 gründete er die Vermögensverwaltung Just Invest im tschechischen Brno und leitete das Unternehmen als COO. Davor war Zendulka als Sales Manager und Investment Advisor bei verschiedenen Finanzunternehmen in Tschechien und im Ausland tätig. Dabei hat sich Zendulka stets in komplexen Märkten bewegt mit starkem Fokus auf Innovation und Expansion. „Damit ist Jan Zendulka ideal positioniert, um Moventum a.s. in ein spannendes neues Kapitel zu führen“, so Louis Wright. „Wir wollen unser Geschäft in Tschechien weiter ausbauen und den Service und Support für unsere Kunden intensivieren“, sagt Zendulka.

Moventum ist bereits seit 2005 in der Tschechischen Republik aktiv. 2014 wurde das erste eigene Büro eröffnet, 2017 Moventum a.s. gegründet. 2019 erhielt das Unternehmen die OCP-Lizenz. „Moventum a.s. fungiert als Schnittstelle und Servicepartner zwischen den Finanzdienstleistern in der Tschechischen Republik und Moventum in Luxemburg“, sagt Moventum-CEO Louis Wright. Moventum zählt zu den am stärksten international ausgerichteten Häusern und bietet seine Dienstleistungen in vielen verschiedenen Ländern an. Moventum-Konten können in vielen Währungen geführt werden, Handelsplattform, Reporting sowie Servicecenter sind mehrsprachig. „Viele internationale Kunden haben bei uns Zugang zu einer Vermögensverwaltung, die einen 20-jährigen und enorm erfolgreichen Track Record aufweist“, so Wright.

Moventum bietet damit für Berater eine hervorragende, international diversifizierte Produktpalette. „Wir sind ein One-Stop-Shop mit Depotverwaltung, Wertpapierhandel und Vermögensverwaltungsdienstleistungen aus einer Hand“, sagt Wright. „Und das hilft unseren Kunden in aller Welt – auch den Kunden aus der Tschechischen Republik.“ Gemeinsam mit dem Team will Zendulka das Unternehmen weiter voranbringen. „Wir werden unseren Kunden einen großen Mehrwert bieten, Innovationen fördern und neue Wachstumschancen nutzen“, sagt Zendulka.

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Die Fonds- und Finanzplattform Moventum S.C.A. beruft Swen Köster mit Wirkung zum 1. Juli 2023 zum neuen Head of Sales, Asset Management Solutions.

Köster übernimmt damit eine neu geschaffene Position innerhalb von Moventum und berichtet direkt an den Vorstand. Michael Patzelt verantwortet neben Köster weiterhin den Bereich Sales in der DACH-Region bei Moventum.

Köster, der seit 2001 bei Moventum und seit 2013 für das Deutschlandgeschäft des Luxemburger Unternehmens zuständig war, ist jetzt für den Sales-Bereich der Moventum Asset Management S.A. verantwortlich. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe und die damit verbundene Verantwortung für das organische Wachstum des Unternehmens“, so Köster. „Ich komme mit vielen neue Ideen und freue mich, sie mit einem engagierten Team umzusetzen.“

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Von François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM

Weitere Umkehrung der Zinsstrukturkurven

Die zwei wichtigsten Entwicklungen im Juni waren neben dem anhaltenden Einsatz von künstlicher Intelligenz zweifellos die fortgesetzte Inversion der Zinsstrukturkurven und die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft im Vergleich zu Europa.

Die Zinsstrukturkurven fast aller Industrieländer kehrten sich weiterhin im 2/10-Bereich um (allerdings nicht ausschließlich). In den USA wurde der durch die Bankenkrise im März ausgelöste Abschwung vollständig kompensiert, während in anderen Regionen die Niveaus vor der Silicon Valley Bank (SVB) munter überschritten wurden. Im Monatsverlauf ist Großbritannien zweifellos das auffälligste Beispiel: Zwischen dem 23. Mai und dem 30. Juni ging die 2/10-jährige Zinskurve von +1 Basispunkten auf -90 Basispunkte zurück, d. h. eine Inversion von 91 Basispunkten in etwas mehr als einem Monat! Sogar während der Liz Truss-Phase hatten sich die Kurven nicht derartig verschoben. Diese Veränderungen sind zum einen auf den anhaltend starken Lohndruck (+7,2 % innerhalb eines Jahres in Großbritannien) zurückzuführen, der die Zentralbanken zu einer aggressiven Geldpolitik (und damit zu einer Anhebung der kurzfristigen Zinssätze) zwingt, und zum anderen darauf, dass der Markt mit sehr vorsichtigen Breakeven-Inflationsraten noch immer kein langfristiges Inflationsrisiko sieht.

Die erreichten Niveaus sind beispiellos, und man muss bis in die frühen 1980er Jahre zurückgehen, um vergleichbare Werte zu finden. Historisch gesehen deutet dies auf mittelfristig schwierige Zeiten hin. Allerdings ist zu bedenken, dass die Rezession trotz der getrübten Stimmung, die sich in den meisten Industrieländern in den weichen Daten widerspiegelt, noch nicht eingetreten ist, solange die Kurzfristzinsen steigen.

Die realen Wirtschaftsdaten sind dennoch gut. Oder besser gesagt, sie halten sich in den USA sehr gut, während sich Europa an seine Null-Wachstumsrate klammert. Der Gegensatz zwischen Amerika und Europa war selten so krass.

USA und Europa: Divergierende Wirtschaftsentwicklung

In den USA hat sich der Immobilienmarkt in den letzten sechs Monaten stabilisiert und scheint sich sogar zu erholen. Der starke Anstieg der Hypothekenzinsen hat bisher seine Wirkung verfehlt, was zweifellos auf die Auswirkungen der CHIPS- und IRA-Pläne zurückzuführen ist, bei denen die öffentlichen Investitionen die privaten ablösen. Der Arbeitsmarkt ist so stark wie eh und je, und obwohl es einige Anzeichen einer Verlangsamung gibt, verläuft der Abschwung sehr allmählich. Und solange der Arbeitsmarkt angespannt bleibt, hat die Lohninflation für die Fed (und andere Zentralbanken) oberste Priorität, da sie der Hauptfaktor der Kerninflation ist. Gleichzeitig bricht die Industrieproduktion trotz der alarmierenden ISM- und PMI-Daten nicht zusammen. Der Konsum behauptet sich angesichts der nunmehr positiven Reallohninflation, und das BIP des ersten Quartals wurde deutlich von 1,4 % auf 2 % nach oben korrigiert. Auch das zweite Quartal dürfte eine ähnliche Wachstumsrate aufweisen (siehe Atlanta Fed oder Dallas Fed). Kurzum, aus Sicht der Fed gibt es keinen Grund, die Zinsen nicht weiter anzuheben.

In Europa ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt zwar ähnlich (steigende Lohninflation, angespannter Markt), aber praktisch alle anderen Indikatoren waren in den letzten Monaten enttäuschend. Bei näherer Betrachtung dieser Daten zeigt sich jedoch, dass sie vor allem in Frankreich und Deutschland enttäuschten, in Spanien und Portugal hingegen kaum. Deutschland leidet nach wie vor unter den schleppenden Exporten und dem verschärften Wettbewerb im Automobilsektor, während sich in Frankreich der Dienstleistungssektor abschwächt. Die jüngsten Enttäuschungen ändern jedoch nichts an der Analyse der Wirtschaftslage durch die EZB: Der Arbeitsmarkt ist zu angespannt und die Lohninflation zu hoch, so dass die Zinsen weiter angehoben werden müssen.

Daher wird die Lohninflation sicherlich der bestimmende Faktor für die Zinserhöhungen in der zweiten Jahreshälfte sein. Solange sie hoch bleibt, werden die Kurven wahrscheinlich ihre historische Inversion fortsetzen.

Generell bevorzugen wir weiterhin Anleihen gegenüber Aktien, sowohl aus Bewertungsgründen als auch aufgrund unserer anhaltenden Besorgnis über die Kreditdynamik. Die jüngsten EZB-Umfragen lassen in dieser Hinsicht keine Besserung erkennen.

Juli-/August-Ausblick

Wir befinden uns am Ende des Zinserhöhungszyklus. Noch sind die Verzögerungseffekte nicht absehbar, das Risiko eines finanziellen Zwischenfalls besteht weiterhin und die Auswirkungen auf die Kreditentwicklung sind weiterhin zu spüren. All dies ist nicht gerade förderlich für eine sorglose Risikobereitschaft, insbesondere an den Aktienmärkten, wo wir die Bewertungen angesichts der restriktiven Geldpolitik nach wie vor für überzogen halten. Bei Credit sind wir etwas zuversichtlicher, da die Risikoprämien hier größer sind.

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Allein wegen seines Umfangs konnte bislang ein chinesisches Konjunkturprogramm weltweit positive Auswirkungen entfalten und etwa den Rohstoffmärkten Auftrieb geben.

Das könnte sich nun ändern: Die Spekulationen auf dem chinesischen Wohnungsmarkt könnten nicht nur die BIP-Wachstumserwartungen in China selbst gefährden, sondern auch die bisherige Verbindung zwischen den chinesischen Konjunkturprogrammen und den weltweiten Asset-Preisen durchbrechen, sagt Erik Lueth, Global Emerging Market Economist bei Legal & General Investment Management (LGIM):

„Wir gehen davon aus, dass das chinesische BIP in diesem Jahr um 5,5 Prozent wachsen wird, obwohl die Wirtschaftstätigkeit in letzter Zeit schwächer war als erwartet. Voraussetzung ist eine gewisse Lockerung der Politik und ein moderates Wachstum von vier Prozent pro Jahr für den Rest des Jahres 2023. Der Immobiliensektor stellt jedoch ein Abwärtsrisiko für diese Aussichten dar.

Um einzuschätzen, wie stark die Bautätigkeit korrigiert werden muss oder ob sie bereits zu gering ist, schätzen wir, wie viel neue Wohnungen oder wieviel Wohnraum pro Jahr benötigt werden. Dies ergibt sich aus der jährlichen Land-Stadt-Wanderung, der Wohnfläche pro Kopf und der Rate, mit der der vorhandene Wohnungsbestand an Wert verliert.

China muss in den nächsten Jahren jährlich etwa eine Milliarde Quadratmeter neuen städtischen Wohnraum schaffen – der Bau auf dem Land ist vernachlässigbar. Die tatsächlichen Baubeginne sind in etwa auf dieses Niveau gesunken, was darauf hindeutet, dass die Bautätigkeit nicht mehr viel Aufwind hat.

Häuser horten

Ein genauer Blick auf den Wohnungsbestand legt vielmehr nahe, dass ein Abwärtstrend droht. Zieht man die kumulierten Wohnungsverkäufe von den kumulierten Wohnungsbaubeginnen ab, so ergibt sich ein normaler Wohnungsbestand, der etwa zwei Jahre nach dem Verkauf liegt. Unserer Ansicht besteht keine Wohnraumlücke, sondern der Wohnungsbestand der chinesischen Haushalte ist vielmehr zu groß.

Die Wohnfläche pro Kopf liegt in China bei etwa 40 Quadratmetern – fast doppelt so viel als für Chinas Entwicklungsstand normal wäre. Wenn der überschüssige Bestand wieder auf den Markt käme, würde es nach unseren Schätzungen 13 Jahre dauern, ihn wieder abzubauen.

Darüber hinaus sind die Überschüsse bei den derzeit im Bau befindlichen Wohnungen offensichtlich. Ihre Zahl ist etwa zehnmal so hoch wie die der jährlich fertiggestellten Wohnungen. Da es drei Jahre dauert, ein Wohnungsbauprojekt fertig zu stellen, sollte dieses Verhältnis eigentlich bei drei liegen (so wie es in den Jahren 2000-2005 tatsächlich der Fall war). Da die Bauträger für den Bau im Voraus bezahlt werden, sind die Anreize groß, immer mehr Projekte in Angriff zu nehmen, insbesondere wenn andere Finanzierungsquellen knapp werden. Wir glauben, dass es weitere 3,5 Jahre dauern wird, bis dieser Überhang an Neubauwohnungen abgebaut ist.

Natürlich ist nicht klar, ob dieser Wohnungsüberhang, der größtenteils auf spekulative Käufe zurückzuführen ist, jemals den Weg auf den Markt finden wird, und wenn ja, in welchem Zeitraum. Aber für die künftige Bautätigkeit stellt er eindeutig ein Risiko dar.

Was bedeutet das für Rohstoffe?

Die Verbindung zwischen dem chinesischen Konjunkturprogramm und den globalen Asset-Preisen basierte in der Vergangenheit auf Rohstoffpreisen und rohstoffintensiven Sektoren. Diese Unterstützung dürfte in Zukunft deutlich schwächer ausfallen als in der Vergangenheit und könnte durch den strukturellen Druck auf den Immobilienmarkt sogar komplett ausbleiben.

Bei chinesischen Vermögenswerten kann die Kombination aus übermäßig pessimistischer Stimmung und Konjunkturerwartungen unserer Meinung nach zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu einer vorübergehenden Erholung der Performance führen. Dies sollte jedoch nicht mit der Erwartung einer nachhaltigen Erholung verwechselt werden.“

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Was funktioniert besser: Zuckerbrot oder Peitsche? Wenn es um die Energiewende geht, führen politische Entscheidungsträger auf der ganzen Welt ein Experiment in Echtzeit durch.

Am 19. Juli veranstaltet der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss in Brüssel seine dritte Konferenz zum Thema „Bekämpfung der Energiearmut für einen gerechten Übergang“. Dort wird man sich unter anderem mit der aktuell wichtigsten Maßnahme, dem REPowerEU-Plan, befassen, die starke Preisschwankungen vermeiden soll und eine erschwingliche Energieversorgung und einen gut funktionierenden Energiemarkt erreichen möchte. Michael Rae, Fondsmanager des M&G (Lux) Climate Solutions Fund (Foto anbei), meint, dass Europa auf jeden Fall mehr Zuckerbrot braucht, um bei der Energiewende international nicht ins Hintertreffen zu geraten – sei es in Form von radikal vereinfachten Genehmigungsverfahren, stärkeren Subventionen oder einer Kombination aus beidem:

„Auf der einen Seite stehen die USA, die mit dem Inflation Reduction Act von 2022 ein (Steuer-) Subventionspaket für erneuerbare Energien, Wasserstoff, Biokraftstoffe, Kohlenstoffabscheidung, Batteriematerialien, Hardwarekomponenten, Elektrofahrzeuge, Netzausbau und andere wichtige Mineralien eingeführt haben. Die USA verteilen also offensichtlich Zuckerbrot. Europa auf der anderen Seite ist seit langem weltweit führend bei der Formulierung von Rahmenbedingungen, koppelt diese nun aber auf ungeschickte Weise mit Übergewinnsteuern und einer Reform des Strommarktes. Kern des europäischen Konzepts ist seit jeher ein System der Emissionsbegrenzung und des Emissionshandels, das an einen CO2-Preis für die Verursacher gebunden ist – und dieser steigt per Definition immer weiter. Anders ausgedrückt: Europa schwingt die Peitsche.

Sowohl in den USA, Europa als auch China, den drei aktivsten Weltregionen in Bezug auf die Energiewende, werden die Kapazitäten für erneuerbare Energien in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Auf den zweiten Blick offenbaren sich allerdings unterschiedliche Entwicklungen. So zeigt eine Datenreihe von Bloomberg New Energy Finance, wie sich Erwartungen für das Aktivitätsniveau im Laufe der Zeit verändern. Auf diese Weise können wir beobachten, wie sich die Genehmigungen von Projekten, die Lieferketten, die Kosteninflation und die Risikobereitschaft der Unternehmen in der Realität darstellen – im Vergleich zu dem, was nach den theoretischen Prognosen passieren sollte.

Für 2024 hat Bloomberg New Energy Finance die Prognosen für die Umsetzung von Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland, Frankreich, Spanien und dem Vereinigten Königreich zusammen um insgesamt fast 10 % nach unten korrigiert (siehe Grafik). Für die USA wurden die gleichen Prognosen dagegen um beachtliche 30 % nach oben korrigiert. In China fiel die Anhebung bescheidener aus.

Wir beobachten weltweit mehr als 200 Unternehmen, die wir als bedeutende Anbieter von Klimalösungen betrachten. Für diese Gruppe haben wir für 2024 ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 21 für US-Unternehmen und 17 für europäische Unternehmen berechnet. Dies ist zugegebenermaßen eine niedrigere Prämie als für die breiteren regionalen Aktienmärkte – der Stoxx 600 etwa wird mit dem 13-fachen der zukünftigen Gewinne gehandelt, der S&P500 mit dem 20,6-fachen. Zu bedenken ist jedoch, dass Unternehmen im Bereich „Clean Technology“ grundsätzlich denselben strukturellen Wachstumsfaktoren ausgesetzt sein sollten, was wiederum einen regionalen Abschlag weniger rechtfertigt. Der Markt insgesamt scheint also eher bereit zu sein, für das Wachstum von US-Unternehmen zu zahlen, als für das von europäischen Unternehmen. Es überrascht vielleicht nicht, dass sich die Aktienkurse im Bereich der sauberen Technologien in den USA auch in der Vergangenheit besser entwickelt haben. Über drei Jahre liegt der Medianwert der US-Aktien in unserem Anlageuniversum bei +14,6 %, im Vergleich zu +9,8 % in Europa.

Möglich, dass Europa mit dem Net Zero Industry Act, der derzeit verhandelt wird, das Gleichgewicht zwischen den Blöcken wiederherstellen kann. Dieser Vorschlag ist weitreichend und zielt darauf ab, Vorschriften zu vereinfachen, die Herstellung von Netto-Null-Technologien zu steigern und Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der Netto-Null-Branchen zu verbessern. Alles lobenswerte Ziele, aber die erste Reaktion der Industrie auf den Umfang und den Ehrgeiz des Gesetzes war nicht übermäßig begeistert. Wenn man sich am Erfolg der USA orientiert, sind Tempo, Vereinfachungen und die Beibehaltung vieler Steuererleichterungen für zehn Jahre der Schlüssel zum Aufbau eines attraktiven Investitionsumfelds.“

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Sommerumfrage 2023 der privaten Bausparkassen

Altersvorsorge statt Konsum: Die Umschichtung bei diesen Sparmotiven ist das auffälligste Ergebnis der Sommerumfrage 2023 zum Sparverhalten der Bundesbürger. Das Meinungsforschungsinstitut Kantar befragte dazu im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen zum 78. Mal über 2.000 Bundesbürger im Alter von über 14 Jahren.

Das Sparmotiv “Altersvorsorge” verzeichnet gegenüber der Sommerumfrage ein Plus von 51 Prozent auf 57 Prozent. “Konsum” – verstanden als Sparen für spätere größere Anschaffungen – nennen nach zuletzt 47 Prozent jetzt nur noch 41 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 23 Jahren. “Sinkende Reallöhne aufgrund einer hohen Inflation verschieben offenbar die Prioritäten beim Sparen derjenigen, die noch sparen können”, erklärte Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen. “Die Verunsicherung ist groß angesichts einer schwachen Konjunktur und eingetrübter Erwartungen. Viele halten lieber ihr Geld zusammen, um für die Zukunft vorzusorgen, und schrauben Konsumwünsche zurück.”

Unverändert 37 Prozent nennen als Sparmotiv “Wohneigentum”. Die “Kapitalanlage” kommt auf 28 Prozent – zwei Prozentpunkte weniger als zuletzt.

8 Prozent – nach 7 Prozent im Frühjahr – geben als Sparmotiv “Notgroschen” an und unverändert 4 Prozent “Ausbildung der Kinder”.

Nach wie vor sehen sich nur vier von zehn Bundesbürgern in der Lage, für bestimmte Zwecke sparen zu können.

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Die globalen Mittelzuflüsse in börsengehandelte Fonds (ETFs) summierten sich im ersten Halbjahr 2023 auf fast 300 Mrd. Euro, wobei die Nachfrage jeweils fast zur Hälfte auf Aktien- und Anleihe-ETFs entfiel.

Bei einem Gesamtvermögen von Aktien-ETFs von rund 7 Bill. Euro und rund 2 Bill. Euro in Renten-ETFs liegen die ETF-Zuflüsse dieser beiden Anlageklassen auf Halbjahressicht erstmals in etwa gleichauf. Die anziehende Nachfrage nach Anleihe-ETFs lässt sich auf gute Bewertungen nach den Korrekturen im letzten Jahr, höhere Renditen und ein breiteres Renten-ETF-Angebot, das Anlegern eine größere Auswahl und Granularität bietet, zurückführen.

Am gefragtesten waren im ersten Halbjahr 2023 ETFs auf US-Indizes, die 55 Mrd. Euro einsammelten. Die Hälfte davon kam von US-Anlegern.

Mittelflüsse in Europa – 1. Halbjahr 2023

Aktien: Schwellenländer-Aktien-ETFs weiterhin gefragt

Seit Jahresbeginn sammelten europäische UCITS-Aktien-ETFs 33,6 Mrd. Euro ein. ETFs auf Schwellenländeraktien waren dabei am beliebtesten (+13,4 Mrd. Euro). ETFs auf globale Aktien aus entwickelten Märkten (+11,8 Mrd. Euro) waren weiterhin gefragt. Auch ETFs auf asiatische Industrieländer konnten spürbar zulegen (+3,3 Mrd. Euro). Anleger profitierten von den höheren Wachstumserwartungen in dieser Region und den im Vergleich zu den USA und Europa niedrigeren Bewertungen.

Mit dem Rückgang der Energiepreise zogen Anleger 2 Mrd. Euro aus ETFs auf den Energiesektor ab. Gefragt waren hingegen ETFs auf den IT-Sektor (+1 Mrd. Euro) und zyklische Konsum-Titel (+ 500 Mio. Euro).

Die Nachfrage nach Smart-Beta-ETFs spiegelt Rezessionssorgen von Anlegern wider: ETFs auf Income- und Quality-Strategien sammelten 1 Mrd. Euro bzw. 0,6 Mrd. Euro ein, während ETFs auf Value- und Momentum-Strategien Abflüsse hinnehmen mussten (-1,3 Mrd. Euro bzw. -500 Mio. Euro).

ESG-Aktien-ETFs haben im ersten Halbjahr 15,4 Mrd. Euro zugelegt und damit annähernd so viel wie die 18,2 Mrd. Euro, die auf traditionelle Aktien-ETFs entfielen. Bei den Zuflüssen in globale Aktien-ETFs entfiel rund die Hälfte auf ESG-ETFs (+4,7 Mrd. Euro). Bei den Zuflüssen in Schwellenländer-Aktien-ETFs entfiel etwa ein Drittel auf entsprechende ESG-Produkte (+4,3 Mrd. Euro).

Anleihe-ETFs rücken als sich sicherer Hafen in den Anlegerfokus

Im ersten Halbjahr 2023 sind europäischen UCITS-Anleihe-ETFs mit 32,6 Mrd. Euro fast genauso viele Neugelder zugeflossen wie Aktien-ETFs. Staatsanleihen waren mit 16,3 Mrd. Euro das gefragteste Exposure, gefolgt von Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating (+10,4 Mrd. Euro). Das große Interesse an Staatsanleihen spiegelt die gestiegene Anleiherenditen wider. Außerdem wenden sich einige Anleger Anleihe-ETFs als sicherer Hafen zu.

Seit Jahresbeginn summierten sich die Neugelder für ETFs auf langlaufende Staatsanleihe-Indizes auf 5,8 Mrd. Euro. Strategien mit kurzen Laufzeiten und breite Indizes waren ebenfalls gefragt (+4,7 Mrd. Euro und +3,9 Mrd. Euro). Die starke Nachfrage nach ETFs auf kurzlaufende Indizes konzentrierte sich vor allem auf den Jahresanfang, als Anleger bei einer inversen Zinskurve höhere Durationen vermeiden wollten. Im Juni beliefen sich die Zuflüsse in ETFs auf breite Indizes und Strategien mit langen Laufzeiten auf 1,2 Mrd. Euro und 1,6 Mrd. Euro, während nur noch 1 Mrd. Euro in Strategien mit kurzen Laufzeiten geflossen ist – auch, wenn Anleihen mit kürzeren Laufzeiten nach wie vor höhere Renditen bieten. Das heißt, dass die gestiegenen ETF-Allokationen auf langlaufende Anleihen wahrscheinlich Rezessionsängste widerspiegeln.

In ETFs auf Unternehmensanleihe-Indizes investierten Anleger im ersten Halbjahr 11 Mrd. Euro, wobei sie aus ETFs auf kurzlaufende Unternehmensanleihen 1,4 Mrd. Euro abzogen.

ESG-Anleihe-Strategien verbuchten Zuflüsse in Höhe von 6,8 Mrd. Euro, was deutlich unter den 25,8 Mrd. Euro liegt, die in traditionelle Renten-ETFs geflossen sind. Dass der ESG-Anteil bei Renten-ETFs viel niedriger als bei Aktien ist, kann an der großen Nachfrage nach Staatsanleihe-ETFs liegen, wo es schwieriger als bei Unternehmensanleihen ist, ESG-Indizes zu entwickeln.

Anleger investierten 2,6 Mrd. Euro in ETFs auf ESG-Staatsanleihestrategien, was rund 15 Prozent der Gesamtallokation in diese Anlageklasse entspricht. ETFs auf ESG-Unternehmensanleihestrategien mit Investment-Grade-Rating legten ebenfalls um 2,6 Mrd. Euro zu, was einem Viertel der Gesamtallokationen in diesem Segment entspricht.

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Amundi Deutschland GmbH, Arnulfstraße 124 – 126, 80636 München, Tel: 0800 888 1928, www.amundi.de

PwC-Studie: Blockchain-basierte Verträge werden klassische Verträge langfristig ablösen / Wesentliche Vorteile: Verlässlichkeit (100%), Cybersicherheit und Transparenz (je 95%) / Fachkräfte zur Implementierung fehlen /

Die Nutzung von Smart Contracts in der Finanzbranche steigt. Langfristig dürften sich die automatisierten Verträge auf Basis der Blockchain zum Standard in der Finanzbranche entwickeln. Wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ergab, wollen 52 Prozent der befragten 100 IT-Entscheider:innen der Finanzbranche Smart Contracts kurz- bis mittelfristig einführen. Bereits aktuell gehen über ein Drittel (35,7%) der Befragten davon aus, dass Smart Contracts klassische Finanztransaktionen ablösen werden.

Mithilfe von Smart Contracts lassen sich Geschäftsprozesse beschleunigen und effektiver gestalten sowie Einsparungen erzielen, indem Vertragskonditionen elektronisch auf einer Blockchain hinterlegt, automatisch ausgeführt und überwacht werden. Kombiniert mit Künstlicher Intelligenz (KI) können Tarife oder Klauseln je nach Risiko- oder Datenlage zeitnah und flexibel angepasst werden.

Verlässlich, sicher, transparent

Alle befragten IT-Entscheider:innen erklären, die von ihnen bereits genutzten Smart Contracts funktionierten verlässlich. Jeweils 95 Prozent der Befragten nennen Cybersicherheit und Transparenz als weitere Vorteile von automatisierten, sich selbst ausführenden Verträgen.

84 Prozent der Nutzer wollen mithilfe von Smart Contracts ihre Umsätze steigern. Einsparungen erhoffen sich 53 Prozent. Weitere 74 Prozent nutzen Smart Contracts, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Am häufigsten werden Smart Contracts in der Finanzbrache bereits zur Digitalisierung von Transaktionsnetzwerken (68 Prozent), für neue digitale Geschäftsmodelle (58 Prozent) sowie bei Peer-to-Peer-Payments (58 Prozent) verwendet. 67 Prozent der Befragten, die eine Einführung planen, wollen Smart Contracts mit Künstlicher Intelligenz (KI) kombinieren, 64 Prozent planen einen Einsatz in den Bereichen Sustainable oder Decentralized Finance (DeFi).

Blockchain-Expert:innen gesucht

Bislang nutzen lediglich 19 Prozent der befragten Dienstleister Smart Contracts. Der Hauptgrund: Laut 77 Prozent fehlen Fachkräfte, um die komplexen Anwendungen zu implementieren und in die Geschäftsprozesse zu integrieren. Weitere 74 Prozent nennen das Bewerten der Rechtssicherheit als wesentliche Hemmschwelle.

Die Gewährleistung von Datenschutz sehen 73 Prozent als Herausforderung. Dabei kann die Konformität eines Vertrages mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) technologisch gewährleistet werden: “In Blockchain-Plattformen integrierte Zero-Knowledge-Proofs (Null-Wissen-Beweise) ermöglichen es Finanzdienstleistern, sensible Informationen ihrer Kund:innen unter Einhaltung des Datenschutzes zu verifizieren”, erläutert Dimitri Gross, Director Financial Service Technology bei PwC Deutschland.

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PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, 60327 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 9585-0, Fax: +49 69 9585-1000, www.pwc.de

Eine inverse Zinsstruktur gilt gemeinhin als sicheres Zeichen einer nahenden Rezession.

„Deshalb ist es auch kein Wunder, dass die Ökonomen rund um den Globus extrem skeptisch gegenüber der Konjunkturentwicklung sind“, sagt Mathias Beil, Leiter Private Banking der Hamburger Sutor Bank. Doch scheinen die Märkte die Rezessionsgefahr nicht so groß zu sehen – und erste Indikatoren aus der realen Welt geben ihnen recht. Doch noch ist es zu früh für eine Entwarnung, denn in den vergangenen 50 Jahren kamen die Rezessionen innerhalb von zwei Jahren nach der Inversion der Zinsen.

Die Aussichten für den Kapitalmarkt auf Sicht der nächsten Monate werden entscheidend davon geprägt sein, wie stark die US-Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wird. „Gelingt es, die Rezession zu vermeiden, kann die gesamte Weltkonjunktur aufatmen“, sagt Mathias Beil. „Historisch gesehen waren wohl noch nie so viele Ökonomen so skeptisch wie jetzt.“ Die deutlich inverse Zinsstruktur, also der Abstand zwischen der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen und zweijähriger US-Anleihen wird als Argument angeführt. Seit den 50er Jahren wurde hiervon zuverlässig eine Rezession vorhergesagt.

Die übliche Zinsstrukturkurve zeigt niedrigere Zinsen für kürzer laufende Anleihen, je länger die Laufzeit, desto höher die Zinsen. „Eine Umkehrung dieser als normal betrachteten Struktur spricht historisch für eine Abschwächung der Wirtschaft“, sagt Beil. So würden die Zukunftsaussichten schlechter beurteilt als die Gegenwart und deshalb weniger Geld nachgefragt. Eine Rezession scheint dann unvermeidlich.

Eine solche Rezession würde auch die derzeit noch starken Märkte drücken und für deutliche Kursabschläge sorgen. „Doch wir sehen derzeit eher eine gegenläufige Entwicklung“, so Beil. „So nehmen in den USA die real verfügbaren Einkommen überraschend wieder zu.“ Erste Analysehäuser haben die Wachstumsprognose für die USA leicht angehoben, auf bis zu 1,5 Prozent in diesem Jahr. „Doch das hat noch nicht viel zu sagen“, so Beil. „Denn historisch betrachtet können zwischen dem Beginn der Phase inverser Zinsen und dem Eintritt der Rezession bis zu zwei Jahre vergehen.“ Die USA sind also noch nicht über den Berg – und Europa hat seine Rezession bereits gestartet.

Auch wenn viele Experten von einer nur technischen Rezession sprechen: In Europa dagegen stehen die Zeichen noch immer eher auf Minus-Wachstum. Die inverse Zinskurve in den Bundesanleihen ist hier prägend für den Euroraum. „Anders als in den USA wurde auch die Wachstumsprognose nicht erhöht, sondern zuletzt von einzelnen Analysten für Deutschland sogar zurückgenommen“, sagt Beil. „So könnte es zu einem schnelleren Wachstum in den USA und einer Seitwärtsbewegung in Europa kommen.“

Über die Sutor Bank

Die Hamburger Sutor Bank, gegründet 1921, bietet klassisches Private Banking, betreibt eine Banking-Plattform für digitale Partner und kooperiert mit unabhängigen Finanzdienstleistern.

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Sutor Bank GmbH, Hermannstr. 46, 20095 Hamburg, Tel. +49 (0)40 / 8090 6855 17, www.sutorbank.de 

Kommentar von Hamish Chamberlayne, Head of Global Sustainable Equities, Janus Henderson Investors

  • Investments in saubere Energien überholen fossile Brennstoffe zunehmend.
  • Wandel bei Energiemix braucht Lösungen bei erneuerbaren Energie-Infrastrukturen.
  • Wertschöpfungskette erneuerbarer Infrastrukturen bieten zahlreiche innovative Unternehmen Lösungen für die Herausforderungen von heute.

Einem aktuellen Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge wird die weltweite Ölnachfrage bis 2028 deutlich zurückgehen. Die Studie geht davon aus, dass sie dieses Jahrzehnt ihren Höhepunkt erreichen wird, da sich Länder aktiv von fossilen Brennstoffen abwenden. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch die Folgen des Ukraine-Krieges, der die Politik zur Suche nach Alternativen zu Russlands Energieversorgung – und damit zu höherer Energiesicherheit – gedrängt hat.

In starkem Gegensatz zur nachlassenden Ölnachfrage steigen Investitionen in erneuerbare Energien viel schneller, als man glaubt. Die IEA prognostiziert, dass über 90 % des weltweiten Kapazitätsausbaus im Stromsektor auf erneuerbare Energien entfallen werden, wobei sich die Leistung im Zeitraum 2022-2027 um fast 2.400 Gigawatt (GW) erhöhen wird. Es wird erwartet, dass erneuerbaren Energien bis 2025 zur größten Quelle der weltweiten Stromerzeugung werden, während der Anteil aus Öl, Kohle und Erdgas zurückgeht. Im Jahr 2027 dürften Wind- und Solarenergie fast 20 % der weltweiten Stromerzeugung ausmachen, wobei sich die Windkapazität verdoppeln und die Solarkapazität verdreifachen wird.

Diese beachtlichen Prognosen sind das Ergebnis aggressiver politischer Initiativen, die zur Stärkung der Energiesicherheit und zur Erreichung der Netto-Null-Ziele ergriffen wurden. Insbesondere der Green Deal der EU und der Inflation Reduction Act (IRA) der USA zielen darauf ab, 1,8 Billionen Euro bzw. 370 Milliarden US-Dollar in den grünen Wandel zu investieren. Chinas 14. Fünfjahresplan soll die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2025 um 50 % steigern. Indiens Umweltpolitik zielt darauf ab, bis 2030 50 % des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Durch diese Initiativen werden USA, China und Indien ihre Kapazitäten im Bereich der erneuerbaren Energien in den nächsten fünf Jahren verdoppeln und damit zwei Drittel des weltweiten Wachstums der erneuerbaren Energien ausmachen.

Ein drastischer Umbruch im globalen Energiemix erfordert weitreichende Veränderungen sowie Lösungen für einige aktuelle Knackpunkte im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien. Als aktive Investoren verfolgen wir bei der Bewertung dieser Herausforderungen einen vorausschauenden und praktischen Ansatz. Im Folgenden gehen wir auf einige der Hürden ein, die überwunden werden müssen, damit erneuerbare Energien vollständig in die Weltwirtschaft integriert werden können.

Skalierung der Produktionskapazität zur Erfüllung der Ziele

Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien haben auf die staatlichen Maßnahmen mit umfangreichen Plänen zur Ausweitung ihrer bestehenden Aktivitäten und zur Entwicklung neuer kohlenstoffarmer Projekte reagiert. In Großbritannien kündigte SSE kürzlich an, bis zu 40 Milliarden Pfund in kohlenstoffarme Energieinfrastrukturen zu investieren. Auch in Europa hat Iberdrola 47 Milliarden Euro für Investitionen in Projekte zugesagt, die die Energiewende vorantreiben. Zwar sind diese Ambitionen positiv für die Klimaagenda, aber die Herausforderung liegt in der Schaffung von Kapazitäten, um diese Ziele zu erreichen. Die Unternehmen haben bereits ihr Potenzial unter Beweis gestellt, ihre eigenen Ziele zu übertreffen, aber das Vierfache Ziel bis 2025 wird ein harter Prüfstein sein.

Langfristige Partnerschaften mit Anbietern sind eine Möglichkeit, die Produktionskapazitäten zu erhöhen und sich vor Preisschwankungen in der Lieferkette zu schützen. Ein Beispiel dafür ist die jüngste strategische Partnerschaft des dänischen Energieunternehmens Ørsted mit dem deutschen Stahlhersteller Salzgitter. Ørsted wird die erneuerbare Energie liefern, die Salzgitter für die Produktion von grünem Stahl benötigt, und Ørsted wird den Stahl für den Bau seiner Windkraftanlagen verwenden. Solche Beziehungen sind für Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien von entscheidender Bedeutung, um die zur Deckung der Stromnachfrage erforderliche Infrastruktur aufzubauen. Weitere wichtige Infrastrukturen sind Photovoltaik (PV), Elektrofahrzeuge, Ladestationen und Energiespeicher. Wir rechnen mit einem ähnlichen Kapazitätswachstum in den USA, wo IRA Steuergutschriften in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar für die lieferkettenspezifische Fertigung im Bereich der erneuerbaren Energien bereitgestellt hat.

Ist Kohlenstoffbilanz ein Problem für erneuerbare Energien?

Einige Kritiker haben behauptet, dass der für den Aufbau der erneuerbaren Energie-Infrastrukturen erforderliche eingebettete Kohlenstoff – von der Rohstoffgewinnung über Herstellung bis hin zum Bau – die potenziellen Kohlenstoffeinsparungen durch die Nutzung erneuerbarer Energien verringern könnte. Studien haben jedoch gezeigt, dass Lebenszyklusemissionen von Wind- und Solaranlagen wesentlich geringer sind als verbleibenden Emissionen aus bestehenden Anlagen für fossile Brennstoffe. Verschiedene Berechnungen deuten darauf hin, dass die Amortisationszeit (Zeit, die benötigt wird, um alle mit der Herstellung verbundenen Energiekosten zu decken) bei Windturbinen zwischen sieben und neun Monaten und bei Solaranlagen zwischen einem und zwei Jahren liegen kann. Dies ist unserer Meinung nach ein geringer und kurzfristiger zu zahlender Preis dafür, dass erneuerbare Energien zum Rückgrat der globalen Energieversorgung werden.

Neben einem attraktiven Amortisationszeitraum für Kohlenstoff weisen erneuerbare Energien im Vergleich zu anderen Energiequellen auch eine günstige Energierendite (EROI) auf. Diese beschreibt das Verhältnis zwischen der aus einer bestimmten Ressource gewonnenen nutzbaren Energiemenge und der zur Gewinnung dieser Menge aufgewendeten Energie. Untersuchungen haben ergeben, dass ein Kohlekraftwerk eine EROI von 9:1 hat. Im Gegensatz dazu hat Wind eine EROI von 44:1. Das bedeutet, dass mit einer Einheit Energie, die in Windkraft investiert wird, 44 Energieeinheiten gewonnen werden können, während es bei Kohle nur neun Einheiten sind. Langfristig gesehen überwiegen die potenziellen Vorteile erneuerbarer Energien bei weitem die unmittelbaren Kohlenstoffkosten. Daher sind erneuerbare Energien auf lange Sicht gut geeignet, um eine kohlenstoffarme Wirtschaft zu schaffen.

Kreislaufwirtschaft und effektive Abfallentsorgung

Derzeit haben Wind- und Solaranlagen eine begrenzte Betriebsdauer von 20-30 Jahren. Damit stellt sich die Frage, was am Ende ihrer Laufzeit mit ihnen geschehen soll. Turbinenschaufeln, die sich auf Mülldeponien stapeln, und giftige Abfälle von Solarzellen widersprechen den positiven Auswirkungen von erneuerbaren Energien. Die zunehmende Sorge um den Abfall, der bei der Entsorgung der erneuerbaren Energie-Infrastruktur entsteht, zwingt Unternehmen dazu, sich Gedanken über den Umgang mit allen Ressourcen von Anfang bis Ende zu machen.

Das in Quebec ansässige Unternehmen Boralex entwickelt und betreibt Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Kanada, Frankreich und den USA. Es ist für die Überwachung der erneuerbaren Energie-Infrastrukturen über ihre gesamte Lebensdauer hinweg verantwortlich. Boralex verbraucht zunächst nur sehr wenige Rohstoffe direkt, stattdessen setzt das Unternehmen, wo immer möglich, auf einen Kreislaufansatz im Ressourcenmanagement. Das Unternehmen prüft mehrere Optionen für gebrauchte Turbinenmaterialien, darunter den Verkauf auf dem Gebrauchtmarkt, die Aufarbeitung und das Recycling. Dadurch wird die Abhängigkeit von neuen Materialien insgesamt verringert, wodurch sowohl Lieferketten als auch Abfalldeponien entlastet werden.

Darüber hinaus entstehen neue Lösungen für Komponenten der erneuerbare Energie-Infrastruktur, die nicht einfach zu entsorgen sind. Turbinenblätter beispielsweise bestehen aus komplexen Verbundwerkstoffen, die zwar leichter und aerodynamischer sind, aber beim Recycling problematisch sind. Der dänische Windturbinenhersteller Vestas kündigte kürzlich eine neue Chemietechnik an, mit der alte Rotorblätter in Flüssigkeit aufgespalten werden können, bevor daraus hochwertige Materialien für die Verwendung in neuen Blättern gewonnen werden. Im Solarsektor wird in Frankreich die erste spezialisierte Recyclinganlage eröffnet, um die großen Abfallmengen zu bewältigen, die mit der zunehmenden Verbreitung von Solarmodulen anfallen werden. 99 % der Komponenten sollen hier recycelt werden. Neben dem Recycling zielt die ständige Innovation bei der Solarmodul-Konstruktion auf einen stärker kreislauforientierten Ansatz bei der Modulherstellung ab.

Intelligente Energiespeicher

Energiespeicherung ist auch entscheidend für eine kohlenstoffarme Wirtschaft, falls die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht. Batterien, thermische Energie- und Pumpspeicher können Energie speichern und bei Bedarf abrufen. SSE kündigte vor kurzem an, ein altes Wasserkraftwerk in Schottland in ein Pumpspeicherkraftwerk umzuwandeln, bei dem in Zeiten geringen Energiebedarfs Wasser bergauf gepumpt und über Turbinen zur Stromerzeugung nach Bedarf freigesetzt wird. Das neue Wasserkraftwerk Sloy könnte bis zu 160 Stunden lang konstante, flexible Energie liefern. Das reicht aus, um etwa 90.000 Haushalte bis zu einer Woche lang mit Strom zu versorgen. Dies wird eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Energieversorgung spielen und ist ein Beispiel dafür, wie Unternehmen bestehende Infrastrukturen aufrüsten können, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden.

Derzeit werden vor allem Wasserkraftwerke als Energiespeicher genutzt, aber auch netzgekoppelte Batterien gewinnen zunehmend an Bedeutung. Laut IEA dürften netzgebundene Batterien den Großteil des weltweiten Speicherwachstums ausmachen. 2021 wird die Installation von netzgekoppelten Batterien im Vergleich zu 2020 um 60 % steigen, angeführt von den USA. Trotz dieser Entwicklungen sind laut IEA weitere Fortschritte in diesem Bereich erforderlich: Nur so kann die für ein Netto-Null-Szenario erforderliche stündliche Variabilität der Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie erreicht werden. Derzeit ist China führend in der Batterieherstellung, allerdings könnte Kanada, das über die notwendigen Mineralien und qualifizierten Arbeitskräfte verfügt, zum nächsten Konkurrenten in der Batterieproduktion werden.

Was bedeutet das für Anleger?

Die Wachstumsaussichten für erneuerbare Energien sind enorm. Nicht nur, dass sie weltweit von den Regierungen massiv unterstützt werden, auch das Investitionstempo in saubere Technologien ist viel höher als viele vermutet haben. Daher erwarten wir in den kommenden zehn Jahren einen drastischen Umschwung von der auf fossilen Brennstoffen basierenden Industrie hin zu den erneuerbaren Energien.

Allerdings sind Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien nur ein Aspekt einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Elektrifizierung und Digitalisierung sind zwei sehr wichtige Faktoren für die Dekarbonisierung, und es gibt zahlreiche Unternehmen, die bei diesen Trends eine Rolle spielen. Für uns als nachhaltige Investoren ergeben sich daraus viele potenzielle Anlagemöglichkeiten. Wir verfolgen einen vorausschauenden, praktischen Ansatz, um innovative Unternehmen zu finden, die Lösungen anbieten und gleichzeitig solide Bilanzen aufweisen. Wir glauben, dass uns dieser Ansatz dabei hilft, auf der richtigen Seite des Wandels zu bleiben.

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