Situation in China von Deflationsrisiken, schwacher Investitionstätigkeit und steigenden Arbeitslosenzahlen geprägt

Das Jahr begann verheißungsvoll für die chinesische Wirtschaft: Schien doch die Konjunktur im Reich der Mitte vom überraschend schnellen Ende der Zero-Covid-Politik besonders zu profitieren. Doch bereits im Frühjahr stellte sich Katerstimmung ein. Aus Sicht von Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, liegt das an der nach wie vor simmernden Immobilienkrise, die wie ein Mühlstein auf das chinesische Wachstum drückt. „Aus rein ökonomischer Sicht hat China sich zurzeit vom Rest der Welt abgekoppelt“, stellt Galler fest. Vor allem die niedrigen Erzeugerpreise sieht der Ökonom als besorgniserregend an. Es ist eine der Ursachen, dass China unter den globalen Aktienmärkten seit Jahresbeginn die schlechteste Performance erzielte. Doch gibt es inzwischen auch wieder Aussicht auf bessere Nachrichten aus dem Reich der Mitte: Eine deutlich aktivere Konjunkturpolitik könnte ein Ende des aktuell deflationären Trends bewirken und damit ein besseres Umfeld für die Aktienmärkte schaffen.

Herausfordernde Rahmenbedingungen

China hat derzeit mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen. Im Gegensatz zur anhaltend erhöhten Inflation in den entwickelten Volkswirtschaften sind die chinesischen Preisindizes trotz der Wiedereröffnung zum Jahresende 2022 niedrig geblieben. Der chinesische Verbraucherpreisindex blieb im Juni unverändert. In den letzten 12 Monaten lag die chinesische Inflation nie über 2,8 Prozent – selbst als in Europa die Inflation zweistellig wütete. So zeigt der aktuelle Trend in China vielmehr in Richtung Deflation.

Die Erzeugerpreise fielen im Juni um 5,4 Prozent und befinden sich seit Oktober letzten Jahres im deflationären Bereich. Der Erzeugerpreisindex für Rohstoffe ging im Jahresvergleich um 9,5 Prozent aufgrund einer Verlangsamung der Investitionstätigkeit zurück. „Da Anlageinvestitionen, insbesondere Infrastrukturinvestitionen, bei der jüngsten Erholung eine Schlüsselrolle spielen, deutet dieses Signal auf eine zukünftige Konjunkturschwäche hin“, erklärt der Stratege.

Diese Vermutung wird aus Sicht von Tilmann Galler durch den Rückgang des Preisindex für Konsumgüter bestätigt. Im Jahresvergleich fiel dieser um 0,5 Prozent, was auf eine Abkühlung der Verbrauchernachfrage auf breiterer Basis zurückzuführen sei. Die schwächer werdenden Teilindizes des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, etwa Auftragseingänge und Lagerbestände, spiegelten einen ähnlichen Trend wider. „Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr sieht zwar optisch beeindruckend aus. Es verliert aber schnell seinen Glanz, wenn man berücksichtigt, dass im letzten Jahr die chinesische Wirtschaft durch massive Lockdowns beeinträchtigt war“, führt Galler aus.

Neben dem BIP entwickelt sich auch der Arbeitsmarkt zu einer großen Herausforderung. Die Jugendarbeitslosenquote hat im Juni einen weiteren Sprung auf 21,8 Prozent gemacht. „Das macht die soziale Stabilität zu einem dringlicheren Anliegen der politischen Entscheidungsträger“, erklärt Tilmann Galler. Für Peking werde es immer schwieriger, ein Gleichgewicht zwischen kurzfristigen Anreizen und langfristigen Zielen, wie gemeinsamem Wohlstand und einer Reform des Immobilienmarktes, zu finden. Die unterstützenden Maßnahmen blieben bisher hinter den Markterwartungen zurück, obwohl die Zentralbank den Zinssatz für ihre mittelfristigen Kreditfazilitäten senkte und die Leitzinsen für Kredite um 10 Basispunkte zurückgingen.

Konjunkturpolitisches Pendel dürfte umschlagen

Doch könnte nach Einschätzung von Tilmann Galler das konjunkturpolitische Pendel in den kommenden Monaten umschlagen. Der Schwerpunkt der koordinierten geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen werde wohl auf die Verbesserung der Geschäftsbedingungen gelegt werden. „Begünstigt durch die niedrigen Inflationszahlen hat die Notenbank den Spielraum, die Leitzinsen zu senken, und damit den öffentlichen und privaten Sektor durch niedrigere Finanzierungskosten zu stützen“, stellt Galler fest.

Die schwache Performance des chinesischen Aktienmarkts ist aus Sicht von Marktexperte Galler ein Hinweis darauf, dass die schwachen Wachstumsaussichten und der Mangel an politischen Anreizen größtenteils eingepreist sind. „Jede geringfügige Verbesserung des Wachstums und der politischen Bedingungen könnte einen Stimmungsumschwung am Markt auslösen“, sagt Galler.

Die aktuell geringe Bewertung mit einem KGV von 10x liegt 20 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt und bietet entsprechend einen gewissen Sicherheitspuffer. Ein wichtiger Gradmesser für eine Trendwende chinesischer Aktien sei der weitere Verlauf der Erzeugerpreise. „Die Gewinnerzielung chinesischer Unternehmen war in den vergangen 15 Jahren sehr eng mit der Dynamik bei den Erzeugerpreisen verbunden. Ein Ende des deflationären Trends wäre entsprechend auch ein gutes Signal für eine zukünftig bessere Gewinn- und Aktienmarktentwicklung“, fasst Galler zusammen.

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Kommentar von Greg Wilensky, Head of U.S. Fixed Income, Janus Henderson Investors

Am 1. August stufte Fitch Ratings die langfristige Kreditwürdigkeit der USA von AAA auf AA+ herab. Die Herabstufung erfolgte einige Monate, nachdem die Agentur die USA wegen des Streits um die Schuldenobergrenze im Kongress, der nur wenige Tage vor einem möglichen Zahlungsausfall beigelegt wurde, mit einem negativen Rating versehen hatte. Fitch begründete die Herabstufung mit der „erwarteten Verschlechterung der Haushaltslage in den nächsten drei Jahren“, einer Erosion der Regierungsführung und einer steigenden Gesamtverschuldung.

Verständlicherweise war das US-Finanzministerium über diese Nachricht nicht erfreut. Finanzministerin Janet Yellen bezeichnete die Ratingänderung als „willkürlich“ und „basierend auf veralteten Daten“. Die Nachricht überraschte auch viele Anleger, die sich jetzt fragen, wie sich dies auf ihre künftige Portfoliopositionierung auswirken könnte.

Zur Klärung dieser Frage beleuchten wir drei wichtige Aspekte, die Fixed-Income-Anleger angesichts der Herabstufung beachten sollten.

  1. Überraschend, aber nicht so überraschend.

Der vielleicht überraschendste Aspekt der Rating-Herabstufung war, dass sie nach der Einigung über die Schuldenobergrenze im Juni erfolgte. Nach der im Kongress erzielten Übereinkunft verschwand die mögliche Herabstufung des Ratings aus dem Blickfeld vieler Anleger.

Zu Fitch’s Verteidigung muss man allerdings sagen, dass die Herabstufung nicht völlig unerwartet kam – die Agentur hatte bereits im Mai erklärt, dass die USA unter Beobachtung stünden. Sie ist auch nicht beispiellos – Fitch ist die zweite Agentur, die die USA auf AA+ herabstuft, nachdem S&P dies 2011 getan hat (Moody’s ist die einzige große Ratingagentur, die ihr AAA-Rating für US-Schulden beibehält).

Das US-Finanzministerium mag die Herabstufung als ungerechtfertigte Bestrafung betrachten, aber bei Betrachtung der Zahlen ist es schwer, dagegen zu argumentieren. Nur eine Handvoll Länder weltweit – neun, um genau zu sein – verfügen noch über ein begehrtes AAA-Rating aller drei großen Ratingagenturen.

  1. Immer noch stark, aber vielleicht nicht mehr so stark.

Unserer Meinung nach sagt eine Herabstufung auf AA+ sehr wenig über die Fähigkeit der USA aus, ihre Schulden zurückzuzahlen. Fitch definiert AAA-Emittenten als Emittenten mit der „höchsten Kreditqualität“ im Vergleich zu den „Erwartungen eines sehr geringen Ausfallrisikos“ für Emittenten mit AA-Rating. Außerdem verfügen AAA-Schuldner laut Fitch über eine „außergewöhnlich starke Fähigkeit“, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, während AA-Emittenten eine „sehr starke Fähigkeit“ aufweisen. Unserer Ansicht nach sind die Unterschiede eher nuanciert als ausgeprägt.

Möglicherweise zeigt die Rating-Herabstufung, dass den Regierungen weltweit eine schwierige Aufgabe bevorsteht, da die Rekordverschuldung und die höheren Zinssätze die Kreditkosten in den nächsten Jahren in die Höhe schnellen lassen werden. Bis Ende 2022 stieg der Gesamtwert der weltweiten Staatsverschuldung um über 7 %, wobei die US-Regierung 2022 mehr zusätzliche Kredite aufnahm als alle anderen Länder zusammen. Auch wenn sich dies für die USA als kostspielig erweisen und letztlich das künftige Wachstum bremsen könnte, glauben wir nicht, dass dies zu einer weiteren signifikanten Verschlechterung der Schuldendienstfähigkeit der USA führen wird.

  1. Wir beurteilen hochwertige Anleihen eher positiv.

Unsere wichtigste Erkenntnis ist, dass die Herabstufung durch Fitch wenig bis gar keinen Einfluss auf unsere konstruktive Haltung gegenüber hochwertigen Anleihen hat.

Anleger sollten sich nicht auf die Herabstufung des Ratings konzentrieren, sondern ihre Anlageentscheidungen datenabhängig treffen und auf die Wirtschaft, die Arbeitsmärkte, die Inflation und die Maßnahmen der Federal Reserve (Fed) achten.

Infolge der verschärften Kreditbedingungen und des kumulativen Effekts von 5,25 % Zinserhöhungen erwarten wir, dass sich die US-Wirtschaft in den kommenden Monaten abschwächen und die Inflation weiter zurückgehen wird. Unserer Ansicht nach preisen die Risikomärkte eine relativ weiche Landung ein, während die Laufzeitmärkte das Rezessionsrisiko besser widerspiegeln.

Das schiere Schuldenvolumen von Staaten, Unternehmen und Privatpersonen bedeutet jedoch, dass die Zinssätze nicht mehr so stark steigen müssen wie in der Vergangenheit, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Wir sind daher der Meinung, dass der Zinsstraffungszyklus der Fed – d. h. die Anhebung der Zinssätze zur Abkühlung der Inflation – sich seinem Ende nähert, was sich positiv auf die Anleihenmärkte auswirkt.

Unter dem Strich bleiben hochwertige Anleihen unserer Meinung nach für Anleger attraktiv. Kurzfristige Anleihen bieten derzeit höhere Renditen, da sie enger an die Leitzinsen der Zentralbanken gekoppelt sind. Dieses Szenario ist für Anleger, die Erträge suchen und ein geringeres Durationsrisiko bevorzugen, von Vorteil, auch wenn es wahrscheinlich zu einem geringeren Kapitalzuwachs führen wird, sollten die Zinsen fallen. Der Spielraum für Kapitalgewinne ist bei Anleihen mit längeren Laufzeiten größer, wenn auch mit einem höheren Zinsrisiko.

Daher bevorzugen wir weiterhin Renditen am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve, während wir die Duration selektiv erhöhen, um im Falle einer wirtschaftlichen Abschwächung die dringend benötigten defensiven Merkmale zu bieten.

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Seit etlichen Jahren scheint für die Deutschen eine Form der Anlage beständig zu sein: Immobilien.

Doch die letzten Monate haben trotz der jüngsten positiven Meldungen gezeigt, dass „Betongold” deutlich weniger stabil ist, als viele Verbraucherinnen und Verbraucher annehmen. So sanken die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal laut dem Statistischen Bundesamt bundesweit im Schnitt um 6,87%. Auch Immobilienpreise schwanken, allerdings nicht täglich sichtbar. Das lässt sie krisenfester erscheinen, als sie sind. Raisin CIO und Finanzexperte Kim Fomm kennt sieben Gründe, weshalb ein ETF-Potfolio in den meisten Fällen die bessere Wahl für die langfristige Vorsorge ist.

  1. Diversifikation: ETFs ermöglichen eine breite Diversifikation, indem sie in ein Portfolio von tausenden Aktien (und/oder Anleihen) investieren. Wer eine vermietete Immobilie erwirbt, beschränkt sich auf eine Lage. Die Investition ist dann ein erhebliches Klumpenrisiko, denn das gesamte Kapital hängt an den Entwicklungen der örtlichen Preise, Einflüsse und an einem Mieter. Auch börsengelistete Immobilienunternehmen mit Immobilienbestand sind in vielen Indizes enthalten. ETF heißt also nicht gleich Verzicht auf die Anlageklasse Immobilien.
  1. Rendite und Kosten: Viele Vermieter rechnen sich die Rendite ihrer Immobilie schön. Wer bei 2,5 oder 3 % laufender Rendite kauft, dem bleiben nach Abzug von laufenden Kosten für Verwaltung und Instandhaltung und Mietausfallwagnis vielleicht noch 1,5–2 % übrig. 10-jährige Bundesanleihen werfen aktuell rund 2,5 % ab – ohne Risiko. Ein globales ETF-Portfolio, das zu gleichen Teilen in Anleihen und Aktien investiert, liegt bei einer erwarteten Rendite von rund 4,5 % – nach Kosten. Noch nicht berücksichtigt sind hier die immer weiter steigenden Erwerbsnebenkosten von aktuell 10–15 % des Kaufpreises. Bei einer Rendite von 1,5 % nach laufenden Kosten braucht der Anleger 10 Jahre, um nur den Verlust aus den Ankaufskosten auszugleichen.
  1. Liquidität: ETFs können jederzeit täglich gekauft und verkauft werden. Eine Immobilie zu veräußern, dauert länger und kann im aktuellen Umfeld auch kostspieliger werden.
  1. Geringere Kapitalanforderungen: Der Einstieg in den Immobilienmarkt erfordert in der Regel erhebliche Investitionen. In ETFs können Anleger schon mit einem vergleichsweise geringen Kapitaleinsatz investieren. Der Anleger muss auch keinen Kredit aufnehmen, dessen Zinsen sich auch wieder deutlich verteuert haben. Im Beispiel von Punkt 2: bei 50 % Fremdfinanzierung zu einem Zins von 4 % p.a. ist nach allen Kosten nicht mal sicher, ob Anleger die Kreditrate bedienen können.
  1. Kaum Aufwand: Auswahl, Kauf, Instandhaltung und Vermietung einer Immobilie verursachen viel Arbeit. Eine Investition in ETFs erfordert bloß die einmalige Investition in das auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Portfolio beziehungsweise das Aufsetzen eines Sparplans.
  1. Geringeres Risiko von Schäden oder Verlusten: Immobilien können durch äußere Einflüsse wie Überschwemmungen, Feuer oder Vandalismus beschädigt werden. Ohne die richtige Versicherung können solche Ereignisse zu erheblichen Verlusten führen. Zwar unterliegen auch ETFs Schwankungen und können zeitweise an Wert verlieren. Bei einem langfristigen Investitionshorizont von 10–15 Jahren können Anlegerinnen und Anleger mit einer Rendite von 7 % Rendite pro Jahr bei einem Investment in ein weltweit gestreutes Aktien-ETF-Portfolio rechnen.
  1. Steuerliche Vorteile: Auf die Rendite von ETFs fällt beim Verkauf die Kapitalertragsteuer von 25 % (+Soli und eventuell KSt.) an. Für Mieterträge gilt der persönliche Einkommensteuersatz (+Soli und eventuell KSt.), gerade für Gutverdiener also ein erheblicher Unterschied.

WeltSparen-Finanzexperte und Raisin CIO Kim Felix Fomm: „Dass „Betongold” sich als Begriff etabliert hat, zeigt, dass die Deutschen ein besonderes und vielleicht etwas zu emotionales Verhältnis zu Immobilien als Investment haben. Leider ist die Sicherheit von Immobilien eine Scheinsicherheit. Gefallene Preise und steigende Kosten für Finanzierungen und Instandhaltung zeigen aktuell, dass die Rechnung für Immobilienanleger oft nicht aufgeht. Immobilien können im Durchschnitt auch nicht mit der Wertentwicklung von ETF-Portfolios mit Aktien und Anleihen mithalten. Attraktive Objekte und Konditionen erhalten am Immobilienmarkt vor allem hochvermögende und institutionelle Investoren, die ganze Miethäuser oder Pakete von Miethäusern kaufen können. Auch wer eine Immobilie selbst nutzen möchte und den Traum vom Eigenheim verwirklichen möchte, sollte diese Entscheidung gut durchrechnen. Wegen hoher Zinsen und gleichzeitig hoher Einstandspreise lohnt sich leider auch das nur noch in den seltensten Fällen.”

Über Raisin

Raisin ist ein Wegbereiter für Open Banking für Spar- und Anlageprodukte. Das 2012 gegründete Fintech-Unternehmen hat durch seine Open-Banking-Infrastruktur den knapp 90 Billionen Euro großen Spar- und Einlagenmarkt der Europäischen Union, des Vereinigten Königreichs und der Vereinigten Staaten für Verbraucherinnen und Verbraucher erschlossen. Heute bedient Raisin mehr als eine Million Kundinnen und Kunden in diesen Märkten und bietet nicht nur Sparprodukte, sondern auch eine Vielzahl von Anlage- und Vorsorgeprodukten an. Das macht das Berliner Fintech zum führenden globalen Spar- und Anlagemarktplatz. Sparerinnen und Sparer erhalten eine größere Produktauswahl und mehr Entscheidungsfreiheit, Finanzdienstleister erstklassige Marktplatzlösungen für ihre eigenen Kundinnen und Kunden und Banken einen besseren Zugang zur Einlagenfinanzierung durch Kundeneinlagen. Raisin betreibt eigene B2C-Marktplätze – in Europa unter den Marken Raisin, WeltSparen und ZINSPILOT sowie in den USA unter der Marke SaveBetter. In Deutschland bietet das Unternehmen neben Sparprodukten auch ETF-basierte Anlage- und Vorsorgeprodukte sowie Investments in Private Equity und Krypto an. Raisin arbeitet mit über 400 Banken und Finanzdienstleistern aus mehr als 30 Ländern zusammen. Durch die Verwaltung von mittlerweile 38 Milliarden Euro in Spar- und Anlageprodukten hat Raisin weltweit über 850 Millionen Euro an Zinsen für seine Kundinnen und Kunden generiert. Raisin wird von renommierten internationalen Investoren wie btov Ventures, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Greycroft, Headline, Index Ventures, Kinnevik, Latitude Ventures, M&G, Orange Ventures, PayPal Ventures, Ribbit Capital, Thrive Capital, Top Tier Capital Partners, und Vitruvian Partners unterstützt. Das Unternehmen hat Büros in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Madrid, Manchester und New York.

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Die Europäische Union (EU) hat ein Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) beschlossen, das große Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der Neobroker haben wird.

Mario Lüddemann, Investment- und Trading-Experte, befürwortet das Verbot, da es seiner Meinung nach die Verbraucher schützen werde.

Die Europäische Union (EU) hat mit Wirkung zum 30. Juni 2026 ein Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) beschlossen, das erhebliche Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der Neobroker und deren Handel haben wird. Dieser Schritt kommt als Reaktion auf Bedenken bezüglich der Transparenz und potenzieller Interessenkonflikte zwischen den Neobrokern und ihren Kunden.

Um zu verstehen, was Payment for Order Flow (PFOF) überhaupt bedeutet, lässt es sich einfach erklären: Es ist ein Konzept im Börsenhandel, bei dem Broker Zahlungen von Market Makern oder Handelsplattformen erhalten, wenn sie deren Kundenaufträge an sie weiterleiten. Anstatt die Orders direkt an Börsen zu schicken, geben Broker sie an Market Maker weiter, die dann die Orders im eigenen System ausführen. Als Gegenleistung für die Weiterleitung erhalten Broker Zahlungen basierend auf dem Handelsvolumen oder einer festen Gebühr pro Order. PFOF ermöglicht es einigen Brokern, kostenlose oder günstige Handelsdienstleistungen anzubieten.

Mario Lüddemann, angesehener Investment- und Trading-Experte, begrüßt die Entscheidung der EU und äußerte sich dazu wie folgt: “Das Verbot von Payment for Order Flow ist ein wichtiger Schritt, um die Interessen der Verbraucher zu schützen. Es ist bekannt, dass einige Neobroker ihre vermeintlich “kostenlosen” Sparpläne tatsächlich durch die Weitergabe von Kundenaufträgen gegen Provision finanzieren. Dies könnte zu einem potenziellen Interessenkonflikt führen, bei dem die Broker möglicherweise nicht immer das Beste für ihre Kunden im Sinn haben.”

Das Verbot von PFOF wird voraussichtlich eine neue Ära für die Finanzbranche einläuten, da es die Geschäftsmodelle der Neobroker auf den Prüfstand stellt. Diese Unternehmen haben in den letzten Jahren stark mit ihrer kostengünstigen und benutzerfreundlichen Gebührenstruktur geworben, die es auch kleinen Anlegern ermöglichte, in Aktien und ETFs zu investieren. Durch das Verbot könnten sich die Konditionen für diese Nutzer ändern, da die Broker nun alternative Möglichkeiten finden müssen, um ihre Dienstleistungen anzubieten.

Die EU erhofft sich von dieser Maßnahme eine erhöhte Transparenz im Aktienhandel. Ohne die Einnahmen aus Payment for Order Flow werden die Neobroker möglicherweise gezwungen sein, ihre Gebührenstruktur zu überarbeiten und auch Gebühren für Sparpläne einzuführen, die bisher kostenlos waren.

Lüddemann empfiehlt daher jedem Anleger, sich über die kommenden Veränderungen bei ihren Neobrokern zu informieren und gegebenenfalls ihre Anlagestrategie anzupassen. Außerdem sollten die Gebührenstrukturen und die Qualität der angebotenen Dienstleistungen genau geprüft werden, um die bestmögliche Entscheidung für die individuellen Bedürfnisse zu treffen.

Die Entscheidung der EU zeigt, dass der Finanzmarkt stetigem Wandel unterliegt und regulatorische Maßnahmen ergriffen werden, um die Interessen der Anleger zu schützen. Wie sich die Branche an die neuen Richtlinien anpassen wird und welche langfristigen Auswirkungen dies auf den Aktienhandel und die Anlagepraktiken haben wird, bleibt abzuwarten.

Über Mario Lüddemann

1996 startete Mario Lüddemann als privater Börsenhändler im deutschen Aktienmarkt mit 5.000 DM Startkapital und erreichte bereits 2001 eine Million Gewinn als Daytrader an den deutschen Finanzmärkten. Seit 1996 setzte der Börsen-Profi über 64.000 Trades mit einem Handelsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro um. Heute ist Mario Lüddemann finanziell unabhängig und selbstständig tätig als Portfoliomanager, Finanzanalyst sowie Buchautor und hochschulzertifizierter Managementtrainer. Er ist einer der bekanntesten Trading- und Investment-Experten in Deutschland.

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Mario Lüddemann, Lüddemann Investments GmbH, Chromstr. 86-88, 33415 Verl, Tel: +49(0)5246 9366646, www.mariolueddemann.com

Gareth Jandrell, Fondsmanager im Anleiheteam von M&G (Foto anbei), kommentiert die EZB-Entscheidung:

„Christine Lagarde hat auf der gestrigen EZB-Pressekonferenz deutliche Signale ausgesendet, die auf eine Änderung der aktuellen Geldpolitik deuten.

Der jetzige, einstimmig beschlossene Zinsschritt um 25 Basispunkte war zwar keine Überraschung. Für die Zukunft stehen weitere Zinserhöhungen allerdings infrage. Ausschlaggebend für den veränderten Tonfall der EZB sind die zunehmenden Anzeichen dafür, dass die geldpolitische Transmission begonnen hat zu wirken. Der europäische Wirtschaftsmotor kühlt sich allmählich ab. Nach aktueller Datenlage sinken die Investitionen vor allem im Wohnungsbau. Außerdem ist die Nachfrage nach Krediten nicht nur stark rückläufig, sondern inzwischen sogar auf einem Rekordtief – und zwar sowohl bei den Unternehmen als auch bei den privaten Haushalten. Das verarbeitende Gewerbe in Europa erscheint in einem sehr schwachen Zustand, und Umfragen deuten auf einen sich beschleunigenden Rückgang hin.

Auf der anderen Seite ist die Inflation insgesamt immer noch zu hoch. Das gilt vor allem für den Dienstleistungssektor mit seiner nach wie vor hohen Nachfrage nach Arbeitskräften. Diese Zweigleisigkeit der Wirtschaft zwischen Dienstleistungen und der Industrie bringt die EZB in eine Zwickmühle. Aus diesem Grund betont Christine Lagarde die Abhängigkeit ihrer Entscheidungen von der Entwicklung der Datenlage. Damit behält sie alle Optionen in der Hand.

Die gestrige Sitzung wird wohl als derjenige Moment in Erinnerung bleiben, an dem die EZB ihren Autopiloten für Zinserhöhungen abgeschaltet hat. Nun sind wieder die Notenbanker selbst gefragt. Wir bewegen uns auf den Höchststand der Zinssätze in der Eurozone zu. Da die Inflation jedoch noch weit vom 2 %-Ziel der EZB entfernt ist, ist dies keineswegs ein Signal, dass die Zinsen bald wieder sinken werden. Kreditnehmer sollten sich nicht zu früh freuen.“

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M&G International Investments Ltd., mainBuilding, Taunusanlage 19, ­60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 1338 6757, www.mandg.de/

Kein Staatsfonds in privater Altersvorsorge

Der deutsche Fondsverband BVI begrüßt den Bericht der Fokusgruppe der Bundesregierung zur Reform der privaten Altersvorsorge. Thomas Richter, BVI-Hauptgeschäftsführer, sagt dazu: „Der Bericht zeigt den Paradigmenwechsel in der privaten Altersvorsorge.” Künftig sollen private Altersvorsorgeprodukte auf Garantien und Verrentung verzichten und die Auszahlphase flexibel gestalten können. Ohne Garantiezwang kann das Aktiensparen ausgeweitet werden. Gerade Aktienfondssparpläne sind bei langen Anlagezeiträumen renditestark.

Zusätzlich zu den bestehenden Produkten sollen Fonds in einem förderfähigen Altersvorsorgedepot zugelassen werden. Der BVI unterstützt die Empfehlung der Fokusgruppe, den Verzicht auf die Beitragsgarantie auch auf den Bestand der Riesterverträge anzuwenden.

Darüber hinaus stellt der Bericht klar, die Idee eines Staatsfonds in der privaten Altersvorsorge nicht weiter zu verfolgen. Thomas Richter: „Das ist ein wichtiges Signal. Denn in der sozialen Marktwirtschaft setzt der Staat die Regeln und ist Schiedsrichter. Sobald der Schiedsrichter selbst mitspielt, ist der Wettbewerb verzerrt und nicht marktwirtschaftlich. Das verhindert Produktvielfalt und fairen Wettbewerb.”

Der Gesetzgeber sollte die von der Fokusgruppe empfohlenen Eckpunkte umgehend in das Parlament einbringen, damit es eine zukunftsfähige Altersvorsorge auf den Weg bringen kann. „Eine weitere Legislaturperiode ohne Reform der privaten Altersvorsorge kann sich Deutschland nicht leisten”, sagt Richter.

Zum Hintergrund:

Die Bundesregierung hat Angang 2023 die Fokusgruppe eingesetzt, um die im Koalitionsvertrag vorgesehenen Prüfaufträge zur Reform der privaten Altersvorsorge durchzuführen. Sie sollte zum einen die Möglichkeit eines öffentlich verantworteten Fonds prüfen, der Altersvorsorgesparern ein kostengünstiges und effektives Angebot mit Abwahlmöglichkeit unterbreitet (Prüfauftrag 1), und zum anderen die gesetzliche Anerkennung privater Produkte, die eine höhere Rendite als Riesterverträge ermöglichen (Prüfauftrag 2). Der BVI ist Mitglied der Fokusgruppe. Unter dem Vorsitz des Bundesministeriums der Finanzen sind ebenfalls die Ministerien für Wirtschaft sowie Arbeit und Soziales beteiligt. Zusätzlich diskutieren Vertreter aus ausgewählten Sozial- und Branchenverbänden sowie der Wissenschaft und Verbraucherschutzorganisationen mit. Die Deutsche Bundesbank, die BaFin und die Deutsche Rentenversicherung begleiten als Beobachter den Prozess.

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BVI ­ Bundesverband Investment und Asset­Management e.V., Eschenheimer Anlage 28, D-­60318 Frankfurt/Main, Tel.: 069/154090­0, Fax: 069/5971406, www.bvi.de

FERI Trust wird in FERI AG umfirmiert

Gemeinsames Management Committee für FERI-Gruppe und einzelne Geschäftsbereiche

Marcus Brunner wird neuer Vorstand und Chief Operating Officer der FERI AG

Das Bad Homburger Multi Asset-Investmenthaus FERI treibt die Fokussierung auf die Marke voran und passt infolgedessen seine Organisationsstruktur an: Die FERI Trust GmbH wurde in FERI AG umbenannt. Sie bildet gemeinsam mit den beiden Auslandsgesellschaften in Luxembourg sowie in der Schweiz den Kern der FERI-Gruppe. „Mit diesem Schritt möchten wir unser Unternehmen noch effizienter aufstellen und für die Zukunft positionieren“, sagt Marcel Renné, Vorsitzender des Vorstands der FERI AG. Ziel sei es, die DNA von FERI als Multi Asset-Investmenthaus nach innen und nach außen noch stärker in den Vordergrund zu stellen.

Die Leitung der FERI in der neuen Struktur wird über das Management Committee umgesetzt. Diesem Gremium gehören neben den Vorständen auch die Bereichsvorstände für die einzelnen Kundensegmente und Geschäftsfelder sowie Vertreter der Auslandsgesellschaften an.

Mitglied im Vorstand der FERI AG ist seit 1. Juli Marcus Brunner, der bereits seit 2016 als Head of Finance und Geschäftsführer für FERI tätig war. „Wir freuen uns sehr, dass Marcus Brunner das Vorstandsteam als Chief Operating Officer ergänzt und die Verantwortung für die wichtigen Bereiche Finance & Operations übernimmt“, sagt Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats der FERI AG und des Vorstands des MLP-Konzerns. Bis zu seinem Eintritt bei FERI war Marcus Brunner mehr als zehn Jahre Leiter Konzernrevision bei MLP. Er studierte Betriebswirtschaftslehre an der TH Nürnberg und absolvierte berufsbegleitend einen MBA an der Mannheim Business School und der ESSEC Business School in Paris.

Weitere Vorstandsmitglieder der FERI AG sind Dr. Marcel V. Lähn (CIO) sowie Marcel Renné als CEO. Dr. Heinz-Werner Rapp leitet als Gründer weiterhin das FERI Cognitive Finance Institute.

Über FERI

Die FERI Gruppe mit Hauptsitz in Bad Homburg wurde 1987 gegründet und hat sich zu einem der führenden Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt. Für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen bietet FERI maßgeschneiderte Lösungen in den Geschäftsfeldern:

Investment Management: Institutionelles Asset Management & Private Vermögensverwaltung

Investment Consulting: Beratung von institutionellen Investoren & Family Office Dienstleistungen

Investment Research: Volkswirtschaftliche Prognosen & Asset Allocation-Analysen

Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung.

Derzeit betreut FERI zusammen mit MLP ein Vermögen von ca. 54 Mrd. Euro, darunter rd. 18 Mrd. Euro Alternative Investments. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg weitere Standorte in Düsseldorf, Hamburg, München, Luxemburg, Wien und Zürich.

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FERI AG, Haus am Park  Rathausplatz 8-10, 61348 Bad Homburg, Tel: +49 (0) 6172 916-0, Fax: +49 (0) 6172 916-9000, www.feri.de

Die Inflation hat bei einigen Anlegern und Konsumenten während der vergangenen rund eineinhalb Jahre für die eine oder andere unruhige Nacht gesorgt.

Jetzt sieht es danach aus, als würde sich die Lage ein wenig entspannen: In den USA stiegen die Verbraucherpreise im Juni nur noch um 3,0 Prozent, auch in Spanien kann man angesichts einer Teuerung von 1,6 Prozent im Juni schon gar nicht mehr von Inflation sprechen. Doch ist das Inflations-Gespenst damit endgültig vertrieben?

Aktuelle Markteinschätzung von Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group

Vieles deutet darauf hin, als würden die anhaltend hohen Energiepreise sowie die allgemeine Knappheit – gepaart mit der allgegenwärtigen Verunsicherung – auch weiter dafür sorgen, dass die Inflation gekommen ist, um zu bleiben. Zwar dürfte die Teuerung nicht mehr zweistellig werden, doch ist es auch unrealistisch, dass die Inflation wie in Spanien auf ein Niveau unterhalb des Inflationsziels der Europäischen Zentralbank (EZB) fällt.

Vor allem energieintensive Industrieprodukte dürften in den kommenden Monaten weiter teuer bleiben – Energiepreise haben sich zwar auf einem moderaten Niveau stabilisiert, setzen jedoch bereits wieder zum Sprung an. Volkswirte glauben etwa, dass der Preiskampf bei LNG-Gas, der im vergangenen Jahr dank der Zurückhaltung Chinas weniger stark ausgeprägt war, im kommenden Winter einen deutlicheren Effekt zeigt. Hinzu kommt, dass die energieintensive Industrie dringend in klimaneutrale Verfahren investieren muss, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben – für sinkende Preise spricht das nicht.

Zinskonten sind für Anleger keine Option

Darüber hinaus kommen milliardenschwere Investitionen in Infrastruktur, wie Leitungsnetze für Strom und Wasserstoff oder Ladesäulen – vom ohnehin seit Jahren bestehenden Investitionsstau bei Straßen und Co. ganz zu schweigen. Die Inflation dürfte angesichts dieser Gemengelage noch für weitere Quartale ein Thema bleiben. Das sehen auch Unternehmer so. Im Rahmen einer Umfrage des German Business Panel (GBP) der Universität Mannheim, rechnen Entscheider in Unternehmen auch 2024 noch mit hohen Teuerungsraten und verweisen neben gestiegenen Material- und Energiekosten auch auf hohe Tarifabschlüsse.

Doch nicht nur die Teuerungsrate dürfte auf hohem Niveau verharren, sondern untern anderem aufgrund weiter steigender Zinsen, einer schwächelnden Wirtschaft und geopolitischer Risiken auch die Verunsicherung über den weiteren Verlauf an den Kapitalmärkten. Diversifikation ist und bleibt daher das Gebot der Stunde – und da gehört nun auch mal Gold zu. Ein Notgroschen in Form von Edelmetallen kann sich angesichts der zahlreichen Unruheherde nur auszahlen.

Zwar argumentieren Gold-Skeptiker angesichts der Teuerung immer wieder, dass das Edelmetall in Zeiten hoher Inflation keine Erträge generiere, doch gilt das heute auch für Fest- und Tagesgeld: Real – also nach Abzug der Inflation – erwirtschaftet auch das spektakulärste Lockvogel-Angebot für Tagesgeld keine Rendite.

Was Anleger von den Notenbanken lernen können

Hohe Inflationsraten und ein unsicherer Ausblick für das Wirtschaftswachstum sind Anzeichen von Nervosität. Dieser Nervosität sollten Investoren nicht mit festen Zinsen, sondern mit einer Ersatzwährung begegnen, die im Krisenfall an Attraktivität gewinnt. Auch Zentralbanken – also die Hüter von US-Dollar, Euro und Co. – haben in den vergangenen Quartalen kräftig in Gold investiert. Wie das World Gold Council (WGC) in einer Langfrist-Studie zeigt, hat die Bedeutung von Notenbanken auf dem Goldmarkt seit 2020 deutlich zugenommen.

Private Investoren können sich daran ein Beispiel nehmen. Das Edelmetall sollten Anleger dabei aber nicht als Heilsbringer und kurzfristiges Investment sehen. Vielmehr ist es in unsicheren Zeiten ein Stabilitätsanker, der das Zeug dazu hat, ein Portfolio krisenfest zu machen. In unsicheren Zeiten ist das die Voraussetzung für eine stete Vermögensentwicklung und einen ruhigen Schlaf – auch wenn das Inflations-Gespenst noch länger sein Unwesen treiben dürfte.

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Der jüngste Bericht des World Gold Council zu den Goldnachfrage-Trends zeigt, dass Gold in der ersten Jahreshälfte von Rekordkäufen der Zentralbanken profitierte und durch gesunde Anlagemärkte und eine stabile Schmucknachfrage unterstützt wurde.

Die Goldnachfrage (ohne OTC) sank im zweiten Quartal um 2 % gegenüber dem Vorjahr auf 921 Tonnen (t), obwohl die Gesamtnachfrage (einschließlich OTC) um 7 % im Vorjahresvergleich stieg, was auf einen soliden globalen Goldmarkt hindeutet.

Im zweiten Quartal ging die Nachfrage der Zentralbanken im Vergleich zum Vorjahr auf 103 Tonnen zurück, was in erster Linie auf die Nettoverkäufe in der Türkei aufgrund der landesspezifischen politischen und wirtschaftlichen Umstände zurückzuführen ist. Allerdings haben die Zentralbanken im ersten Halbjahr eine Rekordmenge von 387 Tonnen gekauft. Die vierteljährliche Nachfrage entspricht dem längerfristigen positiven Trend, was darauf hindeutet, dass die Käufe des öffentlichen Sektors das ganze Jahr über stark bleiben dürften.

In Bezug auf Goldanlagen stieg die Nachfrage nach Barren und Münzen, bedingt durch das Wachstum in wichtigen Märkten wie den USA und der Türkei, im zweiten Quartal um 6 % gegenüber dem Vorjahr auf 277 Tonnen und im ersten Halbjahr auf insgesamt 582 Tonnen. Die Abflüsse bei börsengehandelten Goldfonds lagen mit 21 Tonnen im zweiten Quartal deutlich unter den 47 Tonnen im gleichen Quartal 2022, sodass sich die Nettoabflüsse im ersten Halbjahr auf 50 Tonnen beliefen.

Der Schmuckkonsum blieb angesichts der hohen Preise stabil und verzeichnete im zweiten Quartal einen Anstieg von 3 % im Vorjahresvergleich sowie im ersten Halbjahr einen Gesamtbetrag von 951 Tonnen. Ein Wiederaufschwung der chinesischen Nachfrage und eine bemerkenswert starke Nachfrage in der Türkei stützten den Verbrauch im zweiten Quartal.

Das gesamte Goldangebot lag letztendlich im zweiten Quartal mit 1.255 Tonnen um 7 % höher als im Vorjahr, wobei die Minenproduktion im ersten Halbjahr mit 1.781 Tonnen Schätzungen zufolge einen Rekord erreichte.

Louise Street, Senior Markets Analyst des World Gold Council, kommentiert hierzu:

„Die Rekordnachfrage der Zentralbanken hat den Goldmarkt im letzten Jahr dominiert, und trotz einer Verlangsamung im zweiten Quartal unterstreicht dieser Trend die Bedeutung von Gold als sicherer Hafen inmitten anhaltender geopolitischer Spannungen und schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen auf der ganzen Welt.“

„Mit Blick auf die zweite Hälfte des Jahres 2023 könnte ein wirtschaftlicher Abschwung dem Goldpreis zusätzlichen Auftrieb verleihen und seinen Status als sichere Anlage weiter stärken. In diesem Szenario würde Gold durch die Nachfrage von Anlegern und Zentralbanken gestützt, was dazu beitragen würde, eine etwaige Schwäche der Schmuck- und Technologienachfrage, ausgelöst durch eine Einschränkung der Verbraucherausgaben, auszugleichen.“

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World Gold Council – Hauptsitz 7. Stock, 15 Fetter Lane, London EC4A 1BW, Vereinigtes Königreich , Tel: +44 20 7826 4700, www.gold.org

Stefan Hoops, CEO: „Erfreulicherweise sehen wir über unsere gesamte Organisation hinweg ein deutlich positives Momentum.

Im Rahmen unserer neuen Strategie haben wir bewusst zunächst die schmerzhaften Aspekte der Transformation umgesetzt und können unser Augenmerk nun auf profitables Wachstum richten. Im zweiten Quartal haben wir in allen Regionen und Kundengruppen starke Nettomittelzuflüsse erzielt – ganz besonders in unseren Wachstumsbereichen Xtrackers und Alternatives. Unsere Strategie werden wir weiterhin diszipliniert umsetzen.“

Claire Peel, CFO: „Im ersten Halbjahr haben wir ein gutes Finanzergebnis erzielt. In einem von hoher Inflation geprägten Umfeld haben wir unsere bereinigten Kosten dank unseres weiterhin strikten Kostenmanagements stabil halten können. Die bereinigte Aufwand-Ertrags-Relation liegt mit 61,0 Prozent im zweiten Quartal auf einem guten Niveau und mit 63,5 Prozent im ersten Halbjahr auf Kurs, unsere Prognose für 2023 zu erreichen.“

Geschäftsentwicklung

Im ersten Halbjahr der Umsetzung ihrer weiterentwickelten Strategie („Reduce. Value. Growth. Build“) konnte die DWS ihre Nettomittelzuflüsse im zweiten Quartal 2023 steigern. Die Zuflüsse in Passive einschließlich Xtrackers sowie in Alternatives und Active resultierten in einem Nettomittelaufkommen von EUR 10,4 Milliarden (ohne Cash-Produkte). Die Neumittel stammen dabei aus allen Regionen – Europa, Amerika und Asien-Pazifik – und sowohl von institutionellen als auch von privaten Anlegern. Bezieht man die Cash-Produkte ein, verbesserten sich die Nettomittelzuflüsse auf EUR 9,3 Milliarden, wobei insgesamt EUR 1,9 Milliarden auf ESG[[Disclaimer: Eine Erläuterung des ESG-Produktklassifizierungsansatzes finden Sie im Abschnitt „Wichtiger Hinweis“ am Ende dieses Dokuments-Produkte entfielen. Im ersten Halbjahr verbuchte die DWS ein Nettomittelaufkommen von EUR 19,2 Milliarden (ohne Cash-Produkte) bzw. EUR 15,0 Milliarden (mit Cash-Produkten). Das verwaltete Vermögen (AuM) legte im zweiten Quartal ebenfalls zu, und zwar um EUR 19 Milliarden auf EUR 859 Milliarden. Wie im ersten Quartal ist dieser Zuwachs vorrangig auf positive Marktentwicklungen und die Nettomittelzuflüsse zurückzuführen. Im Vergleich zum Jahresende 2022 erhöhte sich das verwaltete Vermögen um insgesamt EUR 38 Milliarden. Aufgrund der Marktturbulenzen im Jahr 2022 startete die DWS auf einem signifikant niedrigeren durchschnittlichen AuM-Niveau in das Jahr 2023.

Die DWS konnte ihr Finanzergebnis im Vergleich zum Vorquartal verbessern und damit ein gutes Finanzergebnis im ersten Halbjahr 2023 erzielen. Verglichen mit dem ersten Quartal stiegen die bereinigten Erträge um 10 Prozent, was hauptsächlich auf höhere Performance- und Transaktionsgebühren zurückzuführen war. Die bereinigten Kosten erhöhten sich im zweiten Quartal trotz des von hoher Inflation geprägten Umfelds im Quartalsvergleich nur leicht. Die bereinigte Aufwand-Ertrags-Relation lag im zweiten Quartal bei 61,0 Prozent und damit deutlich unter dem Wert des ersten Quartals. Im ersten Halbjahr stand die Aufwand-Ertrags-Relation bei 63,5 Prozent und entsprach damit der Prognose der DWS für das Gesamtjahr 2023. Der bereinigte Vorsteuergewinn legte im Quartalsvergleich stark um 27 % zu. Das Konzernergebnis stieg im Vergleich zum ersten Quartal um 5 Prozent.

Die bereinigten Erträge erhöhten sich im zweiten Quartal 2023 um 10 Prozent auf EUR 668 Millionen (Q1 2023: EUR 610 Millionen). Dies war auf höhere Performance- und Transaktionsgebühren zurückzuführen und wurde zudem durch gestiegene Managementgebühren gestützt. Im ersten Halbjahr 2023 reduzierten sich die bereinigten Erträge im Jahresvergleich um 6 Prozent auf EUR 1.278 Millionen (H1 2022: EUR 1.360 Millionen). Ursächlich hierfür waren niedrigere Management­gebühren aufgrund der 2022 rückläufigen Märkte, die zu einem niedrigeren durchschnittlichen verwalteten Vermögen im ersten Halbjahr 2023 führten. Hier spiegelte sich das vor Beginn des Ukrainekriegs besonders positive Umfeld für Vermögensverwalter im ersten Quartal 2022 wider.

Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg im zweiten Quartal stark um 27 Prozent auf EUR 260 Millionen (Q1 2023: EUR 206 Millionen). Nach Steuern wies die DWS für das zweite Quartal 2023 ein 5 Prozent höheres Konzernergebnis von EUR 145 Millionen aus (Q1 2023: EUR 138 Millionen). Der bereinigte Vorsteuergewinn für das erste Halbjahr 2023 sank im Jahresvergleich um 16 Prozent auf EUR 466 Millionen (H1 2022: EUR 552 Millionen). Das Konzernergebnis ging um ersten Halbjahr 2023 im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf EUR 283 Millionen zurück (H1 2022: EUR 341 Millionen), was ebenfalls die signifikant positiveren Marktbedingungen zu Beginn des Jahres 2022 reflektiert.

Das verwaltete Vermögen (AuM) erhöhte sich im zweiten Quartal 2023 um EUR 19 Milliarden auf EUR 859 Milliarden (Q1 2023: EUR 841 Milliarden; Q4 2022: EUR 821 Milliarden). Dieser Anstieg ist vor allem auf Marktentwicklungen und die Nettomittelzuflüsse zurückzuführen, während sich Währungseffekte negativ auswirkten.

Das Nettomittelaufkommen stieg im zweiten Quartal 2023 ohne Cash-Produkte auf EUR 10,4 Milliarden (mit Cash-Produkten: EUR 9,3 Milliarden). Diese Nettomittelzuflüsse kamen aus allen Regionen –Europa, Amerika und Asien-Pazifik – und sowohl von institutionellen als auch von privaten Anlegern. Während die Bereiche Passive einschließlich Xtrackers, Alternatives und in geringerem Umfang Active (ohne Cash-Produkte) Nettomittelzuflüsse generierten, verzeichneten Cash-Produkte mit geringen Margen Nettoabflüsse. ESG-Produkte verbuchten im zweiten Quartal Nettomittelzuflüsse in Höhe von EUR 1,9 Milliarden.

Der Bereich Active Asset Management (ohne Cash-Produkte) verbuchte im zweiten Quartal Nettomittelzuflüsse von EUR 0,3 Milliarden (Q1 2023: EUR 5,8 Milliarden). Zu diesem Aufkommen trugen alle Anlageklassen bei außer Active Equity, wo Nettomittelabflüsse in Höhe von minus EUR 0,6 Milliarden bei anhaltender Nachfrage nach ESG-Produkten zu verzeichnen waren. Multi Asset verbuchte Nettomittelzuflüsse von EUR 0,5 Milliarden mit Nettozuflüssen in den Flaggschiff-Fonds DWS Concept Kaldemorgen. Active SQI erzielte Nettomittelzuflüsse in Höhe von EUR 0,4 Milliarden. Zudem generierte auch Fixed Income leicht positive Nettomittelzuflüsse. Cash-Produkte mit niedriger Marge zeigten sich im zweiten Quartal volatil und verbuchten ein Nettomittelaufkommen von minus EUR 1,1 Milliarden (Q1 2023: minus EUR 3.1 Milliarden).

Der Bereich Passive Asset Management generierte im zweiten Quartal gesteigerte Nettomittelzuflüsse in Höhe von EUR 6,2 Milliarden (Q1 2023: EUR 4,4 Milliarden). Wie im ersten Quartal waren dafür vorrangig börsengehandelte Xtrackers-Produkte (börsengehandelte Fonds (ETF) und Rohstoffe (ETC)) verantwortlich, gestützt durch Nettozuflüsse in institutionelle Mandate. Im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr belegte die DWS bei den Nettomittelzuflüssen in börsengehandelte Produkte in Europa jeweils den zweiten Rang (Quelle: ETFGI).

Der Bereich Alternatives verzeichnete im zweiten Quartal ein Nettomittelaufkommen in Höhe von EUR 3,9 Milliarden (Q1 2023: minus EUR 1,4 Milliarden). Ursächlich für diese Verbesserung waren Nettozuflüsse von EUR 5,1 Milliarden in Illiquid Alternatives, vor allem bedingt durch ein signifikantes Immobilien-Mandat. Demgegenüber verbuchten Liquid Real Assets Nettomittelabflüsse von minus EUR 1,2 Milliarden.

Die bereinigten Kosten, die auch die Transformationskosten und sonstige materielle nicht wiederkehrende Kosten nicht umfassen, stiegen im zweiten Quartal 2023 um lediglich 1 Prozent auf EUR 408 Millionen (Q1 2023:  EUR 404 Millionen). Grund war ein höherer bereinigter Personalaufwand, während der bereinigte Sach- und sonstige Aufwand unverändert blieb. Im ersten Halbjahr waren die bereinigten Kosten mit EUR 812 Millionen nahezu stabil (H1 2022: EUR 808 Millionen). Vor dem Hintergrund der hohen Inflationsraten spiegelt dies das strikte Kostenmanagement der DWS wider.

Die bereinigte Aufwand-Ertrags-Relation (CIR) verbesserte sich im zweiten Quartal 2023 um 5,3 Prozentpunkte auf 61,0 Prozent (Q1 2023: 66,3 Prozent). Im Jahresvergleich stieg die bereinigte CIR im ersten Halbjahr um 4.1 Prozentpunkte auf 63,5 Prozent (H1 2022: 59,4 Prozent). Die DWS liegt damit auf Kurs, ihre Prognose für das Jahr 2023 zu erreichen, in dem das Unternehmen die Transformationsaktivitäten vorantreibt und dem Inflationsdruck entgegenwirkt.

Wachstumsinitiativen und strategische Fortschritte

Im zweiten Quartal erhielt die DWS von der Ratingagentur Moody’s Investors Service erstmals ein langfristiges Emittentenrating. Im Einzelnen gab Moody‘s der DWS Group ein Rating von A2 mit stabilem Ausblick. Sowohl in der Asset-Management-Branche als auch darüber hinaus ist das ein sehr gutes Ergebnis. Auslöser dafür, das Rating zu beantragen, war das Geschäft mit institutionellen Kunden. Bei Bedarf kann das Rating künftig zudem für die eigene Refinanzierung eingesetzt werden. Auch wenn es derzeit keine konkreten Pläne zur Aufnahme von Fremdkapital gibt, so ist dies ein weiterer Schritt in Richtung Eigenständigkeit der DWS. Das Rating hilft der DWS, ihre Finanzierungsmöglichkeiten sicherzustellen und zu diversifizieren, und erhöht damit zugleich ihre Flexibilität.

Zudem haben die DWS und die Galaxy Digital Holdings Ltd. (Galaxy), ein innovatives Unternehmen für Finanzdienstleistungen und Investmentmanagement im Bereich digitaler Vermögenswerte und Blockchain-Technologie, eine strategische Allianz vereinbart, um in Europa zunächst eine umfassende Reihe von börsengehandelten Produkten auf bestimmte digitale Vermögenswerte zu entwickeln. Die beiden Unternehmen planen, künftig auch andere Lösungen für digitale Vermögenswerte zu entwickeln. Die Allianz soll die starke Expertise der DWS im Portfoliomanagement, in der Produktstrukturierung und im Vertrieb von liquiden sowie illiquiden Anlageklassen mit der technischen Infrastruktur von Galaxy und ihren Fähigkeiten in der Vermögensverwaltung und dem Research für digitale Vermögenswerte kombinieren.

Auf ihrer Hauptversammlung im Juni stellte die DWS ihre aktualisierte Nachhaltigkeitsstrategie vor, in der die Rolle, die Ziele und die Prioritäten der DWS ausgearbeitet sind, wobei besonders der Klimawandel im Fokus steht. Die Strategie baut dabei auf drei Prioritäten auf: Erstens will die DWS ihren Kunden neue klimabezogene Anlagemöglichkeiten zugänglich machen. Zweitens will sie ihr Engagement mit Unternehmen und anderen relevanten Stakeholdern weiter stärken. Und drittens will sie ihre eigene Unternehmenstransformation in eine nachhaltigere Zukunft weiter vorantreiben. Dies entspricht dem Selbstverständnis der DWS als verantwortungsbewusster Treuhänder des Vermögens ihrer Kunden. Als solcher investiert sie das ihr anvertraute Geld im Sinne der Ziele und Interessen ihrer Kunden. Das schließt auch die Berücksichtigung von Risiken aus dem Klimawandel sowie von Chancen ein, die sich aus dem Klimaschutz ergeben.

Die DWS hat zudem von externer Seite Anerkennung für ihre Fähigkeiten beim passiven Asset Management erhalten. So wurde sie bei den Insurance Asia News Institutional Asset Management Awards 2023 als „Best ETF Manager” sowie als „Best Passive Asset Manager“ ausgezeichnet.

Nicht zuletzt hat die DWS im zweiten Quartal weitere organisatorische Veränderungen vorgenommen und wichtige Positionen neu besetzt. Gleichzeitig musste das Unternehmen auch die Ankündigungen von zwei Führungspersönlichkeiten zur Kenntnis nehmen, die dazu führen, dass in den kommenden Monaten zentrale Positionen neu besetzt werden müssen: Claire Peel, Chief Financial Officer der DWS, hatte die DWS darüber informiert, dass sie ihr Mandat in der Geschäftsführung der DWS im späteren Verlauf des dritten Quartals 2023 niederlegen will. Dementsprechend wurde ein geordneter Prozess gestartet, um einen neuen Chief Financial Officer für die DWS zu bestellen. Im Rahmen dieses Prozesses werden sowohl interne als auch externe Nachfolgekandidaten in Betracht gezogen. Claire Peel, die seit 2018 CFO der DWS ist, wird ihre Funktion bis zum Ausscheiden erfüllen und einen geordneten Übergabeprozess sicherstellen. Zudem hatte Karl von Rohr die DWS darüber informiert, dass er den Aufsichtsratsvorsitz zum 31. Oktober 2023 niederlegen will, wenn sein aktueller Vorstandsvertrag bei der Deutschen Bank ausläuft. Auch hier wurde ein geordneter Prozess zur Suche eines Nachfolgekandidaten oder einer -kandidatin gestartet. Karl von Rohr wurde er auf der Hauptversammlung der DWS im Juni 2023 erneut in den Aufsichtsrat gewählt. Auch er wird für einen geordneten Übergang Sorge tragen, und hat angekündigt, die DWS im Aufsichtsrat weiter zu unterstützen.

Ausblick

Der Ausblick bleibt gegenüber dem im Geschäftsbericht 2022 der DWS veröffentlichten Ausblick unverändert, mit der Ausnahme, dass die DWS jetzt davon ausgeht, dass sowohl das verwaltete Vermögen am Ende des Jahres als auch die bereinigten Kosten für 2023 gegenüber dem Vorjahr nur leicht ansteigen werden.

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Die Gubbi AG, ein führender Anbieter von Digitalen Assets und Blockchain-Lösungen für Finanzdienstleister und Finanzunternehmen, hat Matthias Wiegel zum neuen Aufsichtsratsmitglied bestellt.

Wiegel verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche und war in verschiedenen Führungs- und Managementpositionen bei der Skandia Lebensversicherung AG, der Standard Life plc. und der UBS Asset Management GmbH tätig. Seit 2017 gehörte er dem Vorstand des Bundesverband Finanzdienstleistung AfW e.V. an, dessen Generalbevollmächtigter er aktuell ist.

„Wir freuen uns sehr, Matthias Wiegel als neues Aufsichtsratsmitglied begrüßen zu dürfen“, sagt Tobias Eckl, der CEO der Gubbi AG. „Matthias Wiegel ist ein ausgewiesener Experte im Finanzdienstleistungsbereich und verfügt über einen großen Erfahrungsschatz aus seiner langjährigen Karriere. Er wird uns bei unserer Mission, Unternehmen bei der Digitalisierung durch Digitale Assets und die Blockchain-Technologie zu unterstützen, wertvolle Impulse geben und zweifellos einen positiven Einfluss auf unsere Unternehmensergebnisse haben.“

Matthias Wiegel ist ein ausgewiesener Finanzexperte mit einem breiten Netzwerk in der Branche. Für ihn ist klar, dass die Blockchain-Technologie das Potenzial hat, die Finanzbranche grundlegend zu verändern. „Ich freue mich, Teil des Gubbi-Teams zu werden und die Gesellschaft wie deren Vorstand bei der Umsetzung der Wachstumsstrategie zu unterstützen“, sagt Wiegel. „Ich bin davon überzeugt, dass die Gubbi AG eine wichtige Rolle bei der digitalen Transformation der Finanzbranche spielen kann. Tobias Eckl wird mit seinem Team die richtigen Impulse für eine neue Zeit der Finanzwelt setzen – Gubbi ist heute schon Benchmark.“

Die Gubbi AG ist davon überzeugt, dass Digitale Assets und die Blockchain-Technologie die Finanzbranche grundlegend verändern. Mit einer innovativen „White Label Digital Asset Banking-Plattform“ ermöglicht die Gubbi AG es Unternehmen, ihre Prozesse zu digitalisieren, ihre Kosten zu senken und neue digitale Geschäftsmodelle in einem innovativen Ökosystem zu entwickeln. Der Fokus der Gubbi AG liegt in der Strukturierung und Entwicklung für Sachwerthäuser, Vermögensverwalter und Emittenten als auch Vertriebe von Digitalen Assets also Token. Die MiCA-Regulierung hat im EU-Raum dafür die Rahmendaten 2023 geschaffen.

Über die Gubbi AG:

Die Gubbi AG wurde 2022 gegründet und verbindet ganzheitliche Finanzberatung mit innovativen Blockchain-Lösungen und unterstützt dabei Unternehmen, vorrangig Finanzunternehmen, in der der Digitalisierung. Gubbi baut Brücken zwischen der neuen digitalen und der traditionellen Finanzwelt. Spezialisiert ist das Unternehmen auf zwei Geschäftsfeldern: Einerseits die Entwicklung und Strukturierung von Digitalen Assets für Finanzdienstleister, Vermögensverwalter, Banken und Sachwerthäuser. Andererseits die Entwicklung und das Betreiben von „White Label Digital Asset Applications“ für Saleszwecke, digitale Emissionen und das Banking. Gubbi startete im November 2022 den weltweit ersten Managed Account auf NFT-Basis für einen Vermögensverwalter und schuf damit einen komplett neuen digitalen Einstieg in den Bereich der Vermögensverwaltung. Die Gründer und Vorstände der Gubbi AG sind allesamt ausgewiesene Finanzmarkt- und IT-Experten mit jahrzehntelanger Führungserfahrung. Das Unternehmen ist Mitglied im Blockchain Bundesverband und im Bundesverband Finanzdienstleistung AfW e.V.

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Die Banken vor allem in den USA vergeben Kredite derzeit immer zögerlicher und heben die Anforderungen an Sicherheit immer weiter an.

„Eine solch restriktive Kreditvergabe zeigte bislang immer eine kommende Rezession an“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. „Damit liegt die Trefferquote dieses Indikators sogar noch höher als die reine Betrachtung einer inversen Zinsstrukturkurve.“

Das Jahr 1967 war das einzige Jahr, in der einer Inversion der US-Zinsstruktur keine Rezession folgte, also das einzige Fehlsignal dieses Indikators. Der Aktienmarkt spielt derzeit klar die Wiederholung dieses Ausnahmefalles von 1967 und hangelt sich immer weiter nach oben. „Das geht so weit, dass die Sentimentindikatoren bereits wieder Euphorie anzeigen“, sagt Bente. „Doch dafür ist es sicherlich deutlich zu früh.“

Denn auch wenn sich die Märkte die Wiederholung von 1967 wünschen und statt einer Rezession auf weiteren Aufschwung setzen: „Die aktuelle Situation des Jahres 2023 unterscheidet sich hinsichtlich eines wichtigen Aspektes fundamental von der 1967“, sagt Bente. „Damals folgte auf die Zinsstrukturkurveninversion keine Verschlechterung der Kreditvergabestandards.“ Diese andauernde Kreditvergabefreude bei den Banken damals ist heute nicht zu sehen. Und eine restriktive Kreditvergabe ist ein wichtiger Zwischenschritt im Transmissionsmechanismus von restriktiver Geldpolitik hin zu einer Rezession.

„Die Entwicklung am Aktienmarkt und die Entwicklung der Kreditvergabestandards widersprechen sich somit aktuell diametral“, so Bente. „Und nur einer von beiden wird am Ende Recht behalten können.“ In diesem Kräftemessen haben die Kreditvergabestandards dabei nicht nur die grundlegende Logik makroökonomischer Wirkungszusammenhänge, sondern auch eine historische Trefferquote von 100 Prozent auf ihrer Seite.

Doch warum sind die Kreditvergabestandards so wichtig? Grundlage der Indikatoren bildet der Senior Loan Officer Survey. Darin befragt die Federal Reserve seit 1964 jedes Quartal mehr als 100 in den USA tätige Banken hinsichtlich ihrer Kreditvergabepraxis. Die makroökonomische Logik aus einer derzeit vorliegenden Inversion der Zinsstrukturkurve und Kreditvergabe ist folgende: Je steiler die Zinsstrukturkurve, desto attraktiver ist die Fristentransformation für die Banken und damit die Attraktivität der Kreditvergabe.

„Umgekehrt ist es bei einer flachen oder gar inversen Zinskurve“, sagt Bente. „Daher folgt einer inversen Zinskurve zunächst die zunehmende Zurückhaltung der Banken bei der Neukreditvergabe, die sich durch strengere Kreditvergabekriterien ausdrückt.“ Diesem gesenkten Kreditimpuls folgt dann die Rezession. Die fundamentale makroökonomische Logikkette lautet also: Inverse Zinsstruktur -> Restriktive Kreditvergabe -> Rezession = Aktienbärenmarkt.

„Diese Wirkungskette ist bis zum zweiten Kettenglied bis dato voll intakt“, so Bente. „Deshalb ist es schwer verständlich, wieso dieses Mal in Bezug auf die Zinsstrukturkurve alles anders sein soll.“ Denn die zentrale realwirtschaftliche Folgewirkung der Inversion, die restriktiveren Kreditvergabestandards, sind ja bereits Realität. Lediglich das dritte Kettenglied einer US-Rezession ist noch ausstehend. „Diejenigen, die aktuell die Dieses-Mal-ist-alles-anders-Argumentation hinsichtlich der Zinsstrukturkurve führen, müssten also eigentlich Argumente anführen, warum die restriktiven Kreditvergabestandards dieses Mal zu einem Soft Landing führen“, sagt Bente. „Es wäre das erste Mal, seit die Daten aufgezeichnet werden.“ Die Rezessionsgefahr und damit auch die Bärenmarktgefahr bleiben deshalb weiterhin akut.

Über die Vates Invest GmbH

Die Vates Invest GmbH, gegründet 2011, ist eine inhabergeführte Asset-Management-Boutique. Die Erfahrung zweier tiefer Aktienbärenmärkte (2001 und 2008) war prägend für die Philosophie von Vates. Das Spezialgebiet sind börsentägliche quantitative Analysen des monetären, konjunkturellen und sentimenttechnischen Umfelds. Seit 2014 verkörpert der Vates Parade Fonds die Portfoliomanagementstrategie von Vates Invest. Kernziel ist es, langfristig positive Rendite zu erzielen und zugleich die Anleger vor großen Verlusten in Bärenmärkten zu schützen. Der Vates Aktien Offensiv Fonds fokussiert sich hingegen auf die besten Stockpicker und deren „Lieblingsaktien“. Das Augenmerk liegt dabei auf Einzelaktien mit einem High-Conviction-Ansatz, um ein größtmögliches Alpha zu erzielen.

Verantwortlich für den Inhalt:

Vates Invest GmbH, Bürgermeister-Mahr-Straße 18, 63179 Obertshausen, Tel: 06104 9872072, www.vates-invest.de

Mohamed Fizazi verstärkt ab sofort das Vertriebsteam der Apo Asset Management GmbH (apoAsset).

Mohamed Fizazi unterstützt die apoAsset seit dem 01.08.2023 als Vertriebsdirektor Wholesale. In dieser Position ist er u.a. für die Betreuung und Akquise von Intermediären wie Finanz- und Bankenvertrieben verantwortlich. Der gelernte Bankkaufmann verfügt über mehr als 20 Jahre Vertriebserfahrung im Bankenbereich und war u.a. viele Jahre bei der Targobank in der Vermögensberatung tätig. Weitere Station war u.a. die Santander Bank.

Ausbau des externen Drittvertriebs

Die 1999 gegründete apoAsset hat 2019 damit begonnen, sich für das breite Retailgeschäft zu öffnen und ihre spezialisierten Publikumsfonds (Gesundheits- und Multi-Asset-Fonds) über Intermediäre allen Privatanlegerinnen und Privatanlegern zugänglich zu machen. Darüber hinaus unterhält das Unternehmen Vertriebsaktivitäten in Österreich und Israel. „Healthcare ist und bleibt für uns eine Wachstumsstory“, betont Benedikt Engels, der seit Anfang 2023 das Vertriebsteam der apoAsset leitet. „Wir freuen uns, mit Mohamed Fizazi einen neuen Kollegen an Bord zu haben, der den nötigen Spirit mitbringt, die Geschichte hinter dieser Wachstumsstory zu erzählen und mit der Produktpalette der apoAsset in Einklang zu bringen.“

Apo Asset Management GmbH (apoAsset)

Die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) ist eine der führenden Fondsanlagegesellschaften mit den Schwerpunkten Gesundheit und Multi Asset. Sie wurde 1999 gegründet, vielfach ausgezeichnet und verwaltet zusammen mit beteiligten Unternehmen ein Anlagevermögen von über 4,2 Milliarden Euro (Stand: 30.06.2023). Das Unternehmen verfügt über ein einzigartiges Netzwerk für Gesundheits-Investments. Dazu gehören neben dem eigenen Fondsmanagement-Team auch die Beteiligung an der Medical Strategy GmbH, ein wissenschaftlicher Beirat sowie die Gesellschafter Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) und Deutsche Ärzteversicherung AG.

Verantwortlich für den Inhalt:

Apo Asset Management GmbH, Richard-Oskar-Mattern-Str. 6, 40547 Düsseldorf, Tel: (02 11) 86 32 31 0, www.apoasset.de

Guy Wagner (BLI – Banque de Luxembourg Investments):

  • BIP-Wachstum in China verlangsamt sich
  • Inflationsrückgang setzt sich fort
  • Zentralbanken heben Leitzinsen weiter an
  • Hoffnung auf eine sanfte Landung der Weltwirtschaft wächst

Die Veröffentlichung der BIP-Zahlen für das zweite Quartal bestätigt, dass das Wachstum trotz der geldpolitischen Straffung der Zentralbanken weiterhin positiv bleibt. So stieg das Bruttoinlandsprodukt in den USA im Quartalsvergleich auf annualisierter Basis um 2,4 Prozent und übertraf damit sowohl die Erwartungen als auch die 2,0 Prozent aus dem ersten Quartal. Darauf verweisen Guy Wagner und sein Team in ihrem jüngsten monatlichen Marktbericht „Highlights“.

„Das unerwartet hohe Wachstum ist auf die Widerstandsfähigkeit der Verbraucherausgaben und den starken Anstieg der Unternehmensinvestitionen zurückzuführen“, sagt Guy Wagner, Chief Investment Officer (CIO) von BLI – Banque de Luxembourg Investments. Auch im Euroraum wurde ein Wachstum verzeichnet, das jedoch mit einem BIP-Anstieg von 0,3 Prozent im Quartalsvergleich weniger robust ausfiel als in den USA. „Die Peripherieländer wiesen die stärkste Dynamik auf, während die deutsche Wirtschaft stagnierte und das auf den ersten Blick starke Wachstum in Frankreich ausschließlich auf den Export zurückzuführen war.“

BIP-Wachstum in China verlangsamt sich

Im zweiten Quartal verlangsamte sich das BIP-Wachstum in China im Quartalsvergleich , was das rasche Abflauen des Aufschwungs nach der Wiedereröffnung der Wirtschaft zu Jahresbeginn bestätigte. Die Regierung in Peking hat jüngst verschiedene Unterstützungsmaßnahmen angekündigt, um den Immobilienmarkt wieder in Schwung zu bringen und das Vertrauen des von der Überregulierung der vergangenen Jahre betroffenen Privatsektors wiederherzustellen. „Die geldpolitische Straffung der Zentralbanken dürfte im dritten Quartal zu einer spürbareren Verlangsamung der Weltkonjunktur führen.“

Inflationsrückgang setzt sich fort

Der Inflationsrückgang setzt sich fort und weitet sich auf die Kerninflation (also ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln) aus. So sank die Gesamtinflationsrate in den USA im Juni auf 3 %. „Im Euroraum verlangsamte sich die Inflation ebenfalls, obwohl der Inflationsdruck offenbar hartnäckiger ist als in den USA“, stellt der luxemburgische Ökonom fest.

Zentralbanken heben Leitzinsen weiter an

Nach der Pause im Juni erhöhte die US-Notenbank im Juli erneut die Zinssätze und setzte das Zielband für die Federal Funds Rate auf 5,25 Prozent bis 5,50 Prozent herauf. Der Vorsitzende Jerome Powell ließ die Entscheidung über eine mögliche zusätzliche Erhöhung bei der nächsten Sitzung im September offen, die von der Entwicklung der bis dahin veröffentlichten Wirtschaftsstatistiken abhängen wird. In der Eurozone erhöhte die Zentralbank ihre Leitzinsen ebenfalls um 25 Basispunkte. Laut Präsidentin Christine Lagarde ist eine Pause im September zu einer Option geworden, da der nächste Schritt, wie in den USA, von der Entwicklung der Statistiken abhängen wird. In Japan passte die Zentralbank ihre Politik zur Kontrolle der Zinskurve leicht an und erhöhte die obere Grenze des Zielkorridors für den zehnjährigen Zinssatz von 0,5 Prozent auf 1 Prozent.

Hoffnung auf eine sanfte Landung der Weltwirtschaft wächst

Nach ihrer massiven Erholung in der ersten Jahreshälfte blieben die Aktienmärkte auch im Juli positiv gestimmt. Guy Wagner: „Immer mehr Anleger scheinen sich angesichts der jüngsten Entspannung des Inflationsdrucks und der anhaltenden Widerstandsfähigkeit des Dienstleistungssektors der These anzuschließen, dass die Weltwirtschaft trotz des starken Zinsanstiegs eine sanfte Landung hinlegen wird.“ Auch die Berichtssaison der Unternehmensergebnisse entsprach bislang den Erwartungen. Auf Sektorenebene legten Energie, Kommunikationsdienste und Materialien am stärksten zu, während defensive Sektoren wie Gesundheit, Versorger und Basiskonsum die geringsten Aufschläge verzeichneten.

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Banque de Luxembourg, 14, boulevard Royal, LU­2449 Luxembourg, Tel: (+352)26202660, Fax: (+352)499245599, www.banquedeluxembourg.com

Kommentar zur EZB-Sitzung von Patrick Barbe, Head of European Investment Grade Fixed Income bei dem US-amerikanischen Vermögensverwalter Neuberger Berman

 

Trotz der erst kürzlich verschärften Indikatoren gab sich die EZB bei ihrer Sitzung am Donnerstag bei Binneninflation und Lohn-Preis-Spirale wenig besorgt. Das könnte eine Fehleinschätzung sein. Warum er die Zinspolitik der Währungshüter für zu einseitig hält und warum die neuerliche Anhebung des Leitzinses auf 3,75 Prozent die Gefahr einer Rezession im Euroraum deutlich erhöht, kommentiert Patrick Barbe, Head of European Investment Grade Fixed Income bei dem US-amerikanischen Vermögensverwalter Neuberger Berman.

Die EZB-Sitzung am Donnerstag hat gezeigt, dass die EZB anscheinend weniger besorgt über die Risiken der Binneninflation und steigender Löhne ist. Das überrascht insbesondere deshalb, weil die Währungshüter ihre Prognosen zu diesen entscheidenden Indikatoren erst im Juni nach oben korrigieren mussten. Die Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 3,75 Prozent war zwar erwartet worden. Im Vergleich zur potenziellen geringen Wachstumsrate im Euroraum von nur etwa einem Prozent, zeigt die EZB damit dennoch eine äußerst restriktive Haltung.

Nachfrage gebremst – Risikofaktoren bleiben

Hoffnung macht, dass die Währungshüter einräumten, mit ihrem Zinserhöhungszyklus das Ziel, die Nachfrage der privaten Haushalte zu dämpfen, erreicht habe. Damit schließt sich die EZB den Experten an, die bereits seit längerem einen Abwärtstrend der Inflationsrate als Folge der restriktiven Geldpolitik erwartet hatten. Die Währungshüter haben Energie und Lebensmittel als Hauptinflationsrisiken identifiziert und spielen die Gefahr einer Binneninflation und Lohn-Preis-Spirale herunter.

Der Grund für die Entscheidung der EZB ihre Leitzinsen nochmals zu erhöhen, dürfte auch darin liegen, dass die Prognosen die Teuerungsrate weiterhin und auch auf lange Sicht über dem Zielwert von zwei Prozent sehen. Allerdings verschärft der heute beschlossene Zinsschritt das Risiko einer scharfen Rezession im Euroraum deutlich. Der Rückgang der Verbraucherausgaben und der Wohnbautätigkeit dürfte zu einer deutlichen Abkühlung führen – zumal sich Zinserhöhungen erst mit einer Verzögerung von mehreren Quartalen auf die Wirtschaftstätigkeit auswirken.

Zinspeak erreicht – Outperfmance für Anleihen absehbar

Zu erwarten war auch bereits im Vorfeld, dass die EZB nun von ihrer sehr hawkishen Einschätzung abrücken wird, um angesichts der neuerlichen Verschlechterung der Konjunktur zu einer aufgeschlosseneren Haltung überzugehen. Der Zinspeak könnte damit nun erreicht sein. Für Anleihen dürfte dieses Signal kurz- und mittelfristige für eine kräftige Outperformance sorgen. Als Folge des Zweitrundeneffekt ist jedoch mit einer weiteren Verschärfung der Kreditbedingungen zu rechnen. Für die Qualität von Unternehmenskrediten ist diese Situation zumindest prekär. Auch dies dürfte die Konjunktur zusätzlich belasten.

Fast schon rätselhaft erscheint es, warum die EZB ihre Politik weiterhin ausschließlich auf eine Anpassung der Zinssätze reduziert. Wäre es doch konsequenterer, auch die in den vergangenen Jahren zugeführten Liquidität beim Kampf gegen die Inflation zu reduzieren. Überraschend wirkt in diesem Zusammenhang auch die Entscheidung der Währungshüter, die Vergütung der Banken für ihre Mindestreserveanforderungen einzustellen, um die an die Banken gezahlten Beträge nach dem beispiellosen Anstieg der Zinssätze zu reduzieren.

 

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Zinsbasierte Geldanlagen sorgen für Kaufkraftverlust von 324 Milliarden Euro

Die meisten Sparerinnen und Sparer in Deutschland gehen von weiter steigenden Preisen und Zinsen aus. Viele von ihnen beschäftigen sich daher mit der eigenen Geldanlage und ziehen auch Konsequenzen. Dies ist in der aktuellen Situation auch dringend nötig, denn der Anteil an zinsbasierten Geldanlageformen am Gesamtvermögen ist in 2022 weiter gestiegen. Damit verdreifacht sich der Kaufkraftverlust aus Zinsprodukten durch den negativen Realzins für 2022 im Vergleich zum Vorjahr auf 324 Milliarden Euro (2021: 106 Milliarden Euro).

Die meisten erwarten steigende Preise und steigende Zinsen

Die Anzahl der Befragten, die weiterhin mit steigenden Preisen rechnen bleibt konstant: Beinahe acht von zehn (79 Prozent) erwarten dies, genauso viele wie im Vorquartal. Von einer konstanten Preisentwicklung gehen 13 Prozent aus, von fallenden Preisen sieben Prozent. Dabei orientieren sich die meisten bei ihrer Einschätzung hierzu vor allem an dem, was sie bei ihren regelmäßigen Einkäufen zum Beispiel an der Supermarktkasse zahlen (90 Prozent).

Mit Blick auf die Zinsentwicklung in den kommenden sechs Monaten, erwarten 71 Prozent der befragten Personen einen Anstieg (4. Quartal 2022: 79 Prozent). 17 Prozent rechnen mit konstanten Zinsen (4. Quartal 2022: neun Prozent), fünf Prozent mit einem Rückgang (4. Quartal 2022: sieben Prozent).

Sparerinnen und Sparer auf der Suche nach Ertragschancen

Angesichts der aktuellen Lage machen sich 78 Prozent der Befragten Sorgen um ihr Erspartes (2. Quartal 2022: 80 Prozent). Mit Blick auf die Erwartungen und die Sorgen der Befragten ist es nur logisch, dass sie sich mit der eigene Geldanlage beschäftigen: Mehr als die Hälfte aller Befragten hat sich im letzten halben Jahr darüber informiert, ob es Geldanlagen mit höheren Ertragschancen gibt, die für sie in Frage kommen (55 Prozent). Dies ist der höchste Wert seit 2016, als diese Frage im Rahmen des Anlegerbarometers zum ersten Mal gestellt wurde.

Aufgrund der eigenen Einschätzung zur Preisentwicklung steigt der Anteil derjenigen, die ihre Geldanlage jetzt häufiger überprüft auf 26 Prozent (2. Quartal 2022: 19 Prozent). Die meisten stellen die eigene Geldanlage jedoch nicht öfter auf den Prüfstand als bisher (70 Prozent). Über die Hälfte (55 Prozent) möchte in puncto Geldanlage alles belassen, wie es ist. Ein Viertel (25 Prozent) wird Umschichtungen vornehmen, wohingegen 15 Prozent sich zunächst bei ihrer Bank beraten lassen möchten. „Mit Blick auf die aktuelle Inflationsrate sollten Sparerinnen und Sparer auf jeden Fall ihre Geldanlagen unter die Lupe nehmen, denn der Kaufkraftverlust aufgrund des negativen Realzinses sind enorm. Ein Beratungsgespräch in einer Genossenschaftsbank hilft dabei, die jeweils passenden Lösungen zu finden“, rät Kerstin Knoefel, Leiterin des Segments Privatkunden bei Union Investment.

Zinsbasierte Geldanlagen sorgen für Kaufkraftverlust von 324 Milliarden Euro

Dies zeigen Auswertungen von Bundesbankdaten durch Prof. Dr. Oscar Stolper, Finanzprofessor an der Philipps-Universität in Marburg. Demnach ist einerseits das Gesamtfinanzvermögen zum ersten Mal seit 2008 auf 7.254 Milliarden Euro  geschrumpft (-364 Mrd. Euro y-o-y).

Andererseits blieb das Zinssparen auch in 2022 weiterhin beliebt: Sowohl die Bargeldbestände (plus 45 Milliarden Euro) als auch Sichteinlagen (plus 48 Milliarden Euro) und Spareinlagen (plus 17 Milliarden Euro) sind stark gestiegen. Bemerkenswert dabei ist, dass 94 Prozent der Sparleistung auf den Zuwachs in Bankeinlagen und Bargeld, nicht auf Verzinsung zurückgeht.

Die Realverzinsung von Sichteinlagen sowie Termin- und Spareinlagen lag im Jahresmittel wertgewichtet bei minus 7,12 Prozent. Der kollektive Kaufkraftverlust aus Zinsprodukten (einschl. kapitalbildender Versicherungsprodukte) verdreifachte sich daher im Vergleich zu 2021 auf 324 Milliarden Euro (2021: 106 Milliarden Euro).

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Union Asset Management Holding AG, Weißfrauenstraße 7, Tel: 069-2567-264160311, Frankfurt am Main, www.union-investment.de

Vertrauen in Robo-Advisors steigt weiter

Anteil des von einem Robo-Advisor verwalteten Vermögens steigt insbesondere bei Frauen und Menschen unter 50 Jahren

Desinteresse an Geldanlage geht auffällig häufig mit Vermögensverlust einher

Das Vertrauen in Robo-Advisors ist im vergangenen Jahr gestiegen. In der zweiten gemeinsamen Studie von comdirect und quirion bewerten 47 Prozent der Nutzer*innen und knapp ein Fünftel der Nicht-Nutzer*innen sie positiver als im Vorjahr. Zentrale Argumente für die Geldanlage mit Robo-Advisors sind weiterhin Selbstbestimmtheit, Zeitersparnis und einfache Anlage auch ohne Vorkenntnisse. Für die Studie wurden 1.300 Personen befragt, die unter anderem über mindestens 5.000 Euro frei anzulegendes Vermögen verfügen.

Anlageverhalten bei Privatanleger*innen sehr stabil

Die Ergebnisse zeigen, dass die Zielgruppe trotz des Krisenjahres 2022 weiterhin ein hohes Interesse an der Geldanlage hat. 81 Prozent der Befragten gaben an, ein hohes oder sehr hohes Interesse an der Geldanlage zu haben. Das Anlageverhalten der Privatanleger*innen blieb insgesamt stabil, jedoch gab es einige Veränderungen im Detail.

Das verfügbare Anlagevermögen sowie die potenziellen Sparraten blieben relativ konstant, wobei 76 Prozent mehr als 10.000 Euro und 30 Prozent sogar mehr als 50.000 Euro frei verfügbares Anlagevermögen hatten. Die monatlichen potenziellen Sparraten sind hoch, über 90 Prozent der befragten Haushalte wären in der Lage, mindestens 100 Euro im Monat zu sparen.

Zu den häufigsten Gründen, weshalb Menschen sich nicht für Geldanlage interessieren, gehören zwar weiterhin auch Risikoscheu und Misstrauen gegenüber Banken, jedoch gewinnen Aspekte wie Komplexität oder Zeitmangel an Bedeutung. Zudem wurde festgestellt, dass Personen, die sich nicht für die Geldanlage interessieren, größere Vermögensverluste hinnehmen mussten als interessierte Personen. Robo-Advisors können hier als Lösung dienen, da sie auch für Nicht-Interessierte mit niedrigem Aufwand eine einfache und transparente Geldanlage ermöglichen.

Robo-Bekanntheit und Nachfrage konstant hoch

Im Hinblick auf den Robo-Advisor-Markt in Deutschland zeigte sich, dass quirion und cominvest als führende Anbieter bekannt sind. Zusammen verwalten sie rund 3 Milliarden Euro für mehr als 110.000 Kund*innen. Die Bekanntheit von Robo-Advisors liegt stabil bei über 60 Prozent. Die gute Nachricht für die Branche: Rund 60 Prozent aller Befragten können sich weiter vorstellen, Geld bei einem Robo-Advisor anzulegen. Bei den unter 50-Jährigen sind es sogar mehr als zwei Drittel.

Die Erwartungen an Robo-Advisors haben sich im Vergleich zur Vorjahresstudie nicht wesentlich verändert. Geringe Kosten und Einfachheit bei der Nutzung stehen nach wie vor im Fokus, gefolgt von Rendite, Transparenz und Flexibilität.

Die zentralen Vorbehalte der Nicht-Nutzer*innen gegenüber der Anlage mit Robo-Advisors wie die Überzeugung selbst besser anzulegen, Höhe der Gebühren, mangelndes Vertrauen in einen Anlage-Algorithmus sowie das Fehlen eines persönlichen Kontakts bleiben konstant, werden aber schwächer.

Erfreulich aus Sicht der Robo-Advisors: Nutzer*innen vertrauen dem Robo mittlerweile 30 Prozent ihres Anlagevermögens an – ein Anstieg um sieben Prozentpunkte. Top-Argument für die Nutzung ist unverändert der Komfort, sich um nichts kümmern zu müssen.

“Die Ergebnisse unserer Robo-Advisor-Studie 2023 verdeutlichen, dass trotz des herausfordernden Jahrs 2022 das Interesse an Geldanlage weiterhin hoch ist. Robo-Advisors können eine Lösung für alle sein, die eine professionelle, kostengünstige und bequeme Geldanlage suchen”, so Sabine Schoon-Renné, Bereichsvorständin comdirect & Digital Banking bei der Commerzbank.

Martin Daut, CEO von quirion, ergänzt: “Wir freuen uns über das gestiegene Vertrauen in Robo-Advisors und die positive Entwicklung des Robo-Advisor-Markts insgesamt. Unsere Erfahrungen zeigen, dass immer mehr Menschen auf die Vorteile von Robo-Advisors aufmerksam werden und ihr Vermögen erfolgreich aufbauen.”

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quirion AG, Kurfürstendamm 119, 10711 Berlin, Tel: + 49 (0) 30 89021-400, www.quirion.de

Das Ergebnis der Allianz-Studie:

Etwas mehr als ein Viertel der Deutschen verfügt nicht über ausreichende Fähigkeiten und Kenntnisse, um solide Finanzentscheidungen zu treffen – das kostet sie bis zu 2.690 Euro pro Jahr.

Interessant: Frauen verfügen in Deutschland im Schnitt über mehr Finanzwissen als Männer – anders als in den anderen Ländern, in denen die Umfrage durchgeführt wurde. Dort hält ein geringeres Maß an Selbstvertrauen viele Frauen davon ab, ihr Finanzwissen aufzubauen oder zu erweitern. Unabhängig vom Geschlecht weisen Millennials und Mitglieder der Gen Z geringere Finanzkenntnisse auf als Babyboomer

Allianz hat eine Online-Plattform für finanzielle Allgemeinbildung eingerichtet und bietet außerdem kostenloses Experten-Coaching, um Menschen zu helfen, ihr finanzielles Wissen, ihre Fähigkeiten und ihr Selbstvertrauen aufzubauen.

Geringe Finanzkompetenz kann einen durchschnittlichen Haushalt in Deutschlandjedes Jahr rund 2.300 Euro kosten – das hat eine neue Studie der Allianz ergeben. Über einen Zeitraum von 10 Jahren könnten sich die finanziellen Folgen geringer Finanzkompetenz demnach auf bis zu 36.663 Euro aufaddieren. Im Rahmen der Studie wurden jeweils mehr als 1.000 Personen in Deutschland und in sechs weiteren Ländern befragt, um ihr Wissen über finanzielle Grundlagen wie Zinssätze, Inflation sowie Anlagerisiken und -erträge zu testen.

Beunruhigenderweise zeigen die Ergebnisse, dass mehr als ein Viertel oder 28 % der Deutschen nur eine “geringe Finanzkompetenz” aufweist. Sie verfügen demnach nicht über das Wissen und die Fähigkeiten, um solide finanzielle Entscheidungen zu treffen. 56 % haben der Studien nach ein durchschnittliches Finanzwissen, und nur 16 % der Testpersonen zeigten ein hohes Finanzwissen. Dies entspricht in etwa den Ergebnissen in den anderen untersuchten Ländern. Interessant: zwei Drittel (66%) der global Befragten schätzen ihr Wissen über Finanzmärkte und Investieren geringer ein als das des Durschnitts.

Aber was kostet sie diese Wissenslücke eigentlich? Ausgehend von der Höhe des Finanzvermögens, das ein durchschnittlicher Haushalt besitzt, hat Allianz errechnet, dass sich die Unterschiede bei den Renditen von Investitionen jeder Art zwischen Menschen mit geringer, durchschnittlicher und hoher Finanzkompetenz drastisch unterscheiden können. Eine Person mit hoher Finanzkompetenz kann damit rechnen, 2.690 Euro zusätzlich zu verdienen, was mehr als dem durchschnittlichen Monats-Nettolohn in Deutschland entspricht[1]. Im Laufe von 30 Jahren summiert sich das zu der gewaltigen Summe von 196.502 Euro.

“Geringe Finanzkompetenz tut richtig weh”, sagt Ludovic Subran, Chefökonom der Allianz. “Über lange Anlagezeiträume, z. B. beim Sparen für den Ruhestand, kann es Sie buchstäblich ein Vermögen kosten. Die gute Nachricht aber ist: Kluge Finanzentscheidungen zu treffen, ist keine Raketenwissenschaft ist. Wenn man sich grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten aneignet, kann man bereits von einer geringen zu einer durchschnittlichen Finanzkompetenz gelangen und deutlich mehr Geld im Portemonnaie haben.”

Große Unterschiede beim Selbstvertrauen

Angesichts des schwierigen Wirtschaftsklimas wurden die Teilnehmer der Studie auch nach ihren Erwartungen in Bezug auf ihre finanzielle Zukunft gefragt. Während sechs von zehn Befragten die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland als eher schlecht bis sehr schlecht einschätzen, ist der Anteil derjenigen mit geringer Finanz-Kompetenz, die das Gleiche über ihre eigenen wirtschaftlichen Aussichten sagen, etwas höher (66 %). Demgegenüber sind nur etwa 14 % der Befragten mit hoher Finanz-Kompetenz sehr zuversichtlich, was ihre eigene finanzielle Situation angeht.

Dieser Mangel an Selbstvertrauen ist in den meisten der betrachteten Länder vor allem bei den Frauen bemerkenswert. In Deutschland sind es hingegen eher die Männer, denen es an Vertrauen in Finanzangelegenheiten fehlt: 62 % von ihnen sind nicht sicher, was ihre finanzielle Situation angeht. Die Studie stellte auch fest, dass in Deutschland mehr Männer als Frauen ein geringes Finanzwissen aufweisen (37 % der Männer gegenüber 20 % der Frauen), wobei Frauen häufiger auf eine oder mehrere Fragen des Quiz zum Finanzwissen mit “weiß nicht” antworteten. Dies deutet auch auf ein geringes Vertrauen in ihr Finanzwissen und ihre Entscheidungsfähigkeit hin.

Ähnlich verhält es sich auch mit der Kluft zwischen den Generationen. Die Studie zeigt, dass Finanzkenntnisse und -fähigkeiten mit dem Alter zunehmen, wobei der Anteil der Personen mit hoher Finanzkompetenz bei den Babyboomern (21 %) höher ist als bei der Gen Z (6 %) und den Millennials (11 %) zusammengenommen.

“Typischerweise konzentrieren sich Programme zur Vermittlung von Finanzwissen auf die Förderung von Rechenfertigkeiten. Dabei ist Finanzwissen ist mehr als Mathematik”, sagt Patricia Pelayo Romero, Senior Economist bei der Allianz und Mitautorin der Studie. “Jede erfolgreiche Maßnahme zur Vermittlung von Finanzwissen, insbesondere solche, die sich an Frauen und junge Menschen richten, sollte mit der Stärkung des Selbstvertrauens beginnen.”

Gleiche Voraussetzungen für alle

Um die Lücke in der finanziellen Allgemeinbildung zu schließen und gleiche Voraussetzungen für alle zu schaffen, hat die Allianz eine Online-Plattform für finanzielle Allgemeinbildung eingerichtet. Dort findet man leicht verständliche Informationen und Erklärungen, kann interaktive Budgetierungswerkzeuge nutzen und sich für ein kostenloses Coaching durch Experten der Allianz anmelden.

Darüber hinaus hat die Allianz vor kurzem die Kampagne The Squared Ball ins Leben gerufen, um ein Schlaglicht auf die Herausforderungen zu werfen, mit denen Fußballerinnen konfrontiert sind, und talentierten jungen Spielerinnen zu helfen, ihre Ziele mit Selbstvertrauen und finanziellem Know-how zu erreichen. Für weitere Informationen siehe: https://www.allianz.com/squared-ball

[1] ” Im Jahr 2022 betrug der Durchschnitt der monatlichen Nettolöhne/ Nettogehälter je Arbeitnehmer in Deutschland 2.245 Euro. Das Nettogehalt stellt das Gesamtgehalt nach Abzug von Steuern und dem Arbeitnehmeranteil der Sozialversicherungsbeiträge dar.”

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Allianz Deutschland AG, Königinstr. 28, D-­80802 München, Tel.: 0049 89 3800­0, Fax: 0049 89 3800­3425, www.allianz.de

Weniger als ein Drittel (31 Prozent) der Aktien gehören deutschen Anlegern

Bei 24 der 40 DAX-Konzerne liegt die Mehrheit der Aktien in ausländischen Händen

Rekord-Dividende: Konzerne schütten 52 Milliarden Euro an Aktionäre aus – nur 20 Milliarden Euro bleiben in Deutschland

Nie zuvor haben die DAX-Konzerne so viel Geld an ihre Aktionäre ausgeschüttet wie in diesem Jahr – und nie zuvor floss so viel davon ins Ausland. Insgesamt 51,6 Milliarden Euro gehen in diesem Jahr als Dividende an die Investoren der DAX-40-Unternehmen, ein Anstieg um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Großteil des Geldes wird an Anleger im Ausland ausgezahlt: 26,3 Milliarden Euro gehen an ausländische Investoren, nur 19,7 Milliarden Euro an Anleger aus Deutschland. Der Grund: Die Wertpapiere von Deutschlands Top-Unternehmen befinden sich mehrheitlich – zu 52,1 Prozent – in der Hand ausländischer Investoren. Anleger aus Deutschland besitzen lediglich etwas weniger als ein Drittel (31,3 Prozent) der Wertpapiere der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen des Landes. Der übrige Aktienbestand der DAX-Konzerne lässt sich nicht zuordnen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Auslandsanteil weiter leicht gestiegen – um 0,6 Prozentpunkte –, während der Anteil deutscher Aktionäre erneut leicht gesunken ist (minus 0,2 Prozentpunkte). Aktuell liegen 22,3 Prozent der Aktien der DAX-Konzerne in Depots von Anlegern im europäischen Ausland. Nordamerikanische Anleger halten 21,8 Prozent der Aktien. Investoren aus anderen Weltregionen spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zur Aktionärsstruktur der im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr.

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY: „Für die deutschen Top-Konzerne werden ausländische Märkte immer wichtiger, und das spiegelt sich auch in der Zusammensetzung ihrer Investoren wider. Gerade die USA und China haben inzwischen für viele Unternehmen eine deutlich größere Bedeutung als der deutsche Heimatmarkt. Es ist nur folgerichtig, wenn mit dieser Internationalisierung des operativen Geschäfts auch eine Internationalisierung der Aktionärsstruktur einher geht. Das bedeutet allerdings auch: Von den Rekord-Dividenden profitieren inzwischen in erster Linie Anleger im Ausland.“

Am höchsten ist der Anteil ausländischer Anteilseigner bei Vonovia – 84 Prozent der Aktien des Immobilienkonzerns sind in den Händen ausländischer Investoren. Die höchste Überweisung ins Ausland tätigt aber ein anderes Unternehmen: Mercedes Benz zahlt Dividenden in Höhe von 4,0 Milliarden Euro an ausländische Anleger, 1,6 Milliarden Euro fließen auf Konten deutscher Investoren.

Den höchsten Anteil deutscher Anleger weist hingegen mit 88 Prozent die Porsche AG auf – die große Mehrheit der Aktien gehören der Volkswagen AG und der Porsche Automobil Holding SE.

Immer mehr Aktien in den Händen nordamerikanischer Investoren

Der Anteil nordamerikanischen Investoren ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen und liegt aktuell bei 21,8 Prozent. Seit dem Jahr 2010 ergibt sich für die Unternehmen, für die durchgängig entsprechende Informationen vorliegen, ein Anstieg des Nordamerika-Anteils um sechs Prozentpunkte. Umgekehrt ist im gleichen Zeitraum bei diesen Unternehmen der Anteil, den Investoren aus dem europäischen Ausland hielten, um 2,8 Prozentpunkte gesunken.

„Der steigende Anteil außereuropäischer Anleger ist ein deutlicher Indikator für die zunehmende Globalisierung der deutschen Top-Konzerne und die damit einher gehende wachsende Bedeutung von Investoren außerhalb Europas“, sagt Ahlers. „Den Vereinigten Staaten kommt dabei eine besondere Rolle zu. Nicht nur ist Nordamerika ein enorm relevanter Absatzmarkt und Produktionsstandort für viele deutsche Unternehmen. Zudem haben auch einige sehr bedeutende institutionelle Investoren hier ihren Sitz, die aktiv Einfluss auf die geschäftliche Ausrichtung der deutschen Unternehmen nehmen.“

Dass ausländische Anleger sich verstärkt für deutsche Konzerne interessieren und investieren, hält Ahlers für ein positives Signal: „Deutsche Top-Unternehmen sind attraktiv – nicht zuletzt, weil sie so wettbewerbsfähig und so stark internationalisiert sind.“ Die zunehmende Bedeutung des Auslands für deutsche Konzerne habe aber auch Konsequenzen für den Standort Deutschland, so Ahlers: „Ausländische Märkte gewinnen für deutsche Top-Konzerne immer weiter an Bedeutung – als Absatzmärkte wie auch als Produktionsstandorte. Die Unternehmen orientieren sich dahin, wo sie die besten Rahmenbedingungen vorfinden – das sind sie ihren Investoren schuldig. Der Standort Deutschland steht damit zunehmend im Wettbewerb mit anderen Regionen und muss sich behaupten.“

Anmerkung zur Methode

Bei vielen Unternehmen lassen sich nicht alle Aktien eindeutig den jeweiligen Kategorien (Inland/Ausland) zuordnen. Die in dieser Analyse genannten Werte sind daher Mindestangaben und können in der Realität höher sein. Untersucht wurde der Aktienbestand (Stamm- und Vorzugsaktien), nicht das Gesamtkapital.

Verantwortlich für den Inhalt:

Ernst & Young AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mittlerer Pfad 15, D­-70499 Stuttgart, Tel: 0711/988115980, Fax: 0711/988115177, www.ey.com

Kommentar von Brent Olson und Tim Winstone, beide Portfoliomanager, sowie Natasha Page, Director of Fixed Income ESG, Janus Henderson Investors

  • Echte Diversifizierung ist in Zeiten unsicherer Märkte schwer erreichbar. Die Struktur traditioneller „ausgewogener“ Aktien- und Anleihestrategien wird durch die positive Korrelation zwischen den Anlageklassen in den Vordergrund gerückt.
  • Anleger sind mit einem weitaus stärker polarisierten Umfeld konfrontiert als in den letzten Jahren. Daher sollten sie den Wert einer flexiblen, Liquid-Alternatives-Strategie erwägen, die das Korrelationsprofil eines breiteren Portfolios verbessern kann.
  • Angesichts der aktuellen Zinssätze dürfte die Notwendigkeit eines Exposures in Long-only-Aktien in einem breiteren Portfolio geringer sein. Da die Marktvolatilität 2023 und darüber hinaus anhalten dürfte, stellt sich für Anleger die Frage, wie viel ihrer Aktienallokation besser in Alternatives investiert wäre.

Dahinter steckt eine gewisse Logik. Erstens ist der High-Yield-Markt tendenziell stärker in zyklischen Sektoren vertreten, in denen größere Gewinnschwankungen häufig zu einer Bewertung unterhalb der Investment-Grade-Kategorie durch die Rating-Agenturen führen. Zweitens neigen Unternehmen, die Finanzmittel für größere Projekte aufbringen müssen, dazu, mehr Fremdkapital  aufzunehmen, was wiederum zu einem niedrigeren Credit-Rating führen kann. Und drittens werden Unternehmen, die Kapital zum ersten Mal, oder für neue oder explorative Projekte wie Minen oder Ölfelder aufnehmen, oft als High-Yield-Unternehmen eingestuft, bis sich ihr Geschäft bewährt hat.

Heute entfallen rund 85 % des globalen Markts für High-Yield-Unternehmensanleihen auf den Industriesektor, verglichen mit 55 % der Investment-Grade-Unternehmensanleihen (Stand: 31. Mai 2023). Darüber hinaus stellen Energie, Grundstoffindustrie, Investitionsgüter, Automobil und Transport – die einige der kohlenstoffintensivsten Teilsektoren wie Öl und Gas, Bergbau, Maschinenbau, Verpackung und Luftverkehr einschließen – etwa 35 % des High-Yield-Universums dar.

Pragmatischer Ansatz zur Dekarbonisierung

Solange ein Fonds nicht pauschal bestimmte Bereiche ausschließt, ist es schwierig, kohlenstoffintensive Kreditnehmer im High-Yield-Bereich zu vermeiden, ohne das Anlageuniversum stark einzuschränken. Darüber hinaus bieten viele dieser Unternehmen Produkte und Dienstleistungen an, die für eine funktionierende Weltwirtschaft oder den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft notwendig sind.

Wir glauben, dass ein pragmatischer Ansatz darin besteht, zu akzeptieren, dass sich viele dieser Unternehmen in „schwer abbaubaren“ Sektoren bewegen. Anstatt sie zu meiden, konzentrieren wir uns darauf, (a) sie durch unser Engagement zur Verbesserung zu ermutigen und (b) jenen Kapital bereit zu stellen, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken und -Chancen (ESG) am besten handhaben. Diese Unternehmen sind für den zukünftigen Erfolg am besten aufgestellt. Es ist dieser praktische, researchbasierte und zukunftsorientierte Ansatz, der ESG-Faktoren genauso behandelt wie jeden anderen fundamentalen, finanziell wesentlichen Faktor. Wir sind überzeugt, dass uns dieser Ansatz dabei helfen kann, gute Unternehmenskredite zu identifizieren.

Effizienzsteigerungen ausschöpfen

So bemüht sich beispielsweise die Fortescue Metals Group (FMG), deren Anleihen wir halten, intensiv um die Dekarbonisierung. Dies spiegelt sich in unserem proprietären ESG-Rating „Gelb“ wider. FMG ist ein Bergbauunternehmen, das Eisenerz abbaut. S&P Global Ratings gibt dem Unternehmen ein Emittentenrating von BB+, während Moody’s ein ähnliches Rating von Ba1 vergibt, das am oberen Ende der Ratingskala für Sub-Investment Grade liegt. Obwohl die Bergbaubranche unter ESG-Gesichtspunkten insgesamt schlecht abschneidet, sehen wir bei diesem Unternehmen nachweisliche Anstrengungen, seine Umweltbilanz zu verbessern.

Die FMG will sich zu einem globalen Unternehmen für grüne Energie und Metalle wandeln. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen seinen gesamten Kraftwerksbetrieb strategisch überarbeitet (durch Investitionen in erneuerbare Energien, Energiespeicherung und -übertragung soll die diesel- und gasbetriebene Stromerzeugung in den Minen ersetzt werden). Die langfristigen Vergütungspläne für Führungskräfte sind an Emissionsreduzierungsziele geknüpft, einschließlich der Kohlenstoffneutralität des gesamten Unternehmens (Netto-Null-Emissionen nach Scope 1 und 2) bis 2030. Das Unternehmen hat sich zu den (noch zu genehmigenden) Emissionszielen der Science Based Targets Initiative (SBTi) verpflichtet. Es stellt seinen Fuhrpark mit Hilfe von Liebherr auf emissionsfreie Fahrzeuge um und entwickelt den weltweit ersten „Infinity-Zug“, der bei der beladenen Talfahrt so viel Energie aufnimmt, dass für die Rückfahrt keine zusätzliche Aufladung erforderlich ist.

Darüber hinaus hat FMG die Tochtergesellschaft Fortescue Future Industries (FFI) gegründet, die Technologien zur Dekarbonisierung entwickelt und ein Angebot an Projekten für grünen Wasserstoff und grünes Ammoniak aufbaut. Die Unternehmensmaßnahmen sind wirtschaftlich sinnvoll und dürften es ihm ermöglichen, Betriebskosten durch den Wegfall von Diesel, Erdgas und den Kauf von Kohlenstoffkompensationen in seiner Lieferkette zu senken. Darüber hinaus dürften sie FMG gegenüber den (regulatorischen, rechtlichen und Reputations-) Klimarisiken widerstandsfähiger machen, was das mittel- bis langfristige Kreditrisiko verringern dürfte.

Kohlenstoffabscheidung als Treibstoff für den Wandel

Wie der Bergbau ist auch der Ölsektor ein großer Kohlenstoffemittent. Der Ukraine-Krieg hat das Interesse an der Öl- und Gasindustrie neu definiert, da die Staaten zunehmend nach einem Gleichgewicht zwischen Nachhaltigkeit, Erschwinglichkeit und Energiesicherheit suchen (das so genannte „Energie-Trilemma“). Ein Beispiel: Bis vor kurzem hielten wir in einigen unserer High-Yield-Portfolios Anleihen des Ölunternehmens Occidental Petroleum (Oxy). Seine Fundamentaldaten verbesserten sich, und die hohen Ölpreise ermöglichten es dem Unternehmen, bis 2022 etwa ein Drittel seiner ausstehenden Schulden zu tilgen.

Als Teil unseres Engagements mit Emittenten in Sektoren mit hohem ESG-Risiko sprachen wir im März 2023 mit Oxy über seine Dekarbonisierungsmaßnahmen, wobei der Schwerpunkt auf Direct Air Capture (DAC) lag. Dabei wird CO2 aus der Luft entfernt und in eine Flüssigkeit umgewandelt, die abgeschieden (gelagert) oder als Rohstoff verwendet werden kann. Die Wirtschaftlichkeit von DAC hängt von den Käufern von Emissionsgutschriften ab, und die erste Anlage soll 2025 in Betrieb gehen, was für das Unternehmen eine potenzielle neue Einnahmequelle darstellt. Dieses Projekt allein reicht allerdings nicht aus, um das ESG-Risikoprofil von Oxy zu verbessern (unser proprietäres ESG-Rating für das Unternehmen ist „Rot“, was auf wesentliche ESG-Risiken hinweist). Trotzdem werden wir die Unternehmensfortschritte bei der Nutzung von Innovationen zur Unterstützung seiner Dekarbonisierungsmaßnahmen weiterhin beobachten und uns kontinuierlich mit dem Unternehmen austauschen.

Oxy wird von S&P als „Sub-Investment Grade“, von Moody’s jedoch als „Investment Grade“ eingestuft. Am 16. Mai 2023 verbesserte Fitch das Rating des Unternehmens auf BBB-, was dazu führte, dass Oxy ab dem 1. Juni 2023 in den meisten Indizes von High Yield in den Investment-Grade-Bereich aufrückte. Diese Heraufstufung war nicht unbedeutend, da Anleihen im Wert von 15 Mrd. US-Dollar aus dem ICE BofA US High Yield Index entfernt wurden und der Energiesektor innerhalb des US-High Yield-Index die niedrigste prozentuale Gewichtung (10,1 %) seit 2008 aufweist. Die Anleihen dieses Sektors sind auch aus dem ICE BofA Global High Yield Index ausgeschieden. Da ein Großteil der Kreditverbesserung nun eingepreist war und wir das Halten von zu viel Investment Grade innerhalb eines High-Yield-Mandats vermeiden wollten, verkauften wir unsere Beteiligung an Occidental Petroleum.

Insgesamt sehen wir dies als repräsentative Beispiele dafür, wie Unternehmen in schwer abbaubaren Industriezweigen wie Bergbau sowie Öl und Gas sich der Herausforderung der Dekarbonisierung stellen. Der Wandel vollzieht sich von innen heraus, da die Unternehmen auf die strengeren Umweltvorschriften und die veränderte Verbrauchermeinung reagieren. Als Anbieter von Fremd- (und Eigen-)kapital können wir uns auch für Veränderungen einsetzen, die sowohl aus einer langfristigen Kredit- als auch aus einer ESG-Perspektive sinnvoll sind. Letzteres muss sorgfältig geprüft werden, und es muss berücksichtigt werden, dass Dekarbonisierung in emissionsintensiven Branchen ein langfristiger Prozess ist. Durch unser aktives Engagement mit Unternehmen wollen wir ein genaues Bild davon gewinnen, wie diese beim Klimaschutz vorgehen, und als Kreditinvestoren einen wichtigen Beitrag zum letztendlichen Erfolg der Unternehmen in diesem entscheidenden Übergangsprozess leisten.

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Janus Henderson Investors, Tower 185, 25th floor, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, D-60327 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 86003 0,Fax: +49 69 86003 355, www.janushenderson.com