Kommentar von Mario Aguilar De Irmay und Sabrina Denis, beide Senior Portfolio Strategists, und Matthew Bullock, EMEA Head of Portfolio Construction and Strategy, Janus Henderson Investors

  • Die derzeitige Underperformance von börsennotierte REITs deutet darauf hin, dass viele der negativen Nachrichten der letzten zwölf Monate bereits eingepreist sind
  • Da das Ende der Zinsstraffung der Zentralbanken absehbar scheint, könnten die erwarteten Immobilienbewertungen ihren Tiefststand in diesem Zyklus fast erreicht haben
  • In Zeiten höherer Zinssätze kann eine geringere Verschuldung die Stabilität von REITs erheblich verbessern. Niedrig verschuldete REITs könnten Kaufgelegenheiten nutzen

In seinem jüngsten Halbjahresbericht hat das Janus Henderson Global Property Equities Team seinen Ausblick für den börsennotierten Immobiliensektor dargelegt. Wir teilen die konstruktive Sichtweise des Teams und sehen für die Zukunft Chancen bei REITs.

Dafür gibt es drei Gründe:

  1. Börsennotierte REITS werden nach wie vor mit einem hohen Abschlag zum Nettoinventarwert (NIW) gehandelt und haben in der Vergangenheit nach starken Abschlägen eine deutlich bessere Performance erzielt.
  2. Das nahende Ende des Zinserhöhungszyklus ist für die REITS von großem Vorteil.
  3. Die Verschuldung liegt heute deutlich unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Starker Abschlag zum NIW = eine Chance

In den letzten zehn Jahren wurden REITs im Durchschnitt zum Nennwert des NIW der gehaltenen Vermögenswerte gehandelt. Dieses Verhältnis war zweifellos volatil und wies in der einen Hälfte der Zeit einen Aufschlag (durchschnittlich ca. 9 %) und in der anderen Hälfte einen Abschlag (durchschnittlich ca. 7,5 %) auf. Der Abschlag, den die REITs am 30. Juni 2023 verzeichneten, lag mit 16 % weit über dem historischen Durchschnitt – eine deutliche Verbesserung gegenüber einem Abschlag von 28 % Ende 2022.

Sollte dieser Abschlag wie in früheren Phasen weiter sinken, bieten REITs unserer Meinung nach zu den aktuellen Bewertungen attraktive Chancen.

Börsennotierte und private Immobilienanlagen weisen langfristig eine ähnliche Performance auf, kurzfristig weichen die Erträge jedoch voneinander ab. Dies liegt meist an den täglichen Anpassungen des gehandelten Werts von börsennotierten REITs an die Markterwartungen und -bedingungen, während private Immobilien eine Verzögerung (von bis zu 18 Monaten) aufweisen.

Die derzeitige Underperformance der börsennotierten REITs deutet darauf hin, dass viele der negativen Nachrichten der letzten zwölf Monate bereits eingepreist sind.

Der Zinserhöhungszyklus neigt sich dem Ende zu: gut für die Performance?

Im dritten Quartal 2023 dürften die meisten großen Zentralbanken weltweit entweder am Ende des Zinsstraffungszyklus oder kurz davor sein.

Der Immobiliensektor reagiert sehr empfindlich auf Zinsschwankungen. In den meisten Fällen gilt: Je höher der Zinssatz, desto niedriger die erwartete Bewertung. Da wir uns dem Ende der Zinserhöhungen nähern, dürften auch die erwarteten Immobilienbewertungen fast am Tiefpunkt des Zyklus angelangt sein, falls sie ihn nicht schon erreicht haben.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass REITs nach Beendigung der Zinserhöhungszyklen Chancen bieten können. REITs haben in früheren Zyklen in den Monaten nach einer Zinspause der US-Notenbank (Fed) besser abgeschnitten als der breite Aktienmarkt.

Bessere Chancen durch geringe Verschuldung?

Vor dem Hintergrund hoher Finanzierungsraten und überdurchschnittlich hoher Leerstandsquoten ist die Bewertung der Qualität und der Fundamentaldaten von REITs besonders wichtig. Insgesamt ist der Verschuldungsgrad von REITs tendenziell gesunken und liegt unter dem historischen Durchschnitt der letzten fünf Jahre und länger. In Zeiten höherer Zinsen kann eine geringere Verschuldung die Stabilität von REITs erheblich verbessern.

Es wird zwar zunehmend mit einer Zinssenkung gerechnet, aber diese dürfte wohl frühestens im Laufe des Jahres 2024 erfolgen. In dieser Zeit dürften einige (private und börsennotierte) REITs mit hohem Fremdkapitalanteil, die unter höheren Finanzierungskosten leiden, möglicherweise zum Verkauf von Vermögenswerten gezwungen sein. Die wahrscheinlichen Gewinner wären REITs mit einem geringeren Verschuldungsgrad, die unserer Meinung nach besser positioniert sind, um Kaufgelegenheiten zu nutzen.

REITs im Portfolio

Viele unserer Kunden haben kein oder nur ein sehr geringes Exposure gegenüber REITs. Und das, obwohl diese Anlageklasse Diversifizierungsvorteile bieten und Alpha-Potenzial freisetzen kann. Allerdings sind nicht alle REITs gleich. Es kommt auf die Qualität an, wahrscheinlich mehr als in den letzten zehn Jahren. So dürften sich Objekte an attraktiven Standorten, in ansprechenden und energieeffizienten Gebäuden und mit tragfähigen Finanzierungskosten im Laufe der Zeit als Gewinnern entpuppen. Nachdem die Preise einiger dieser Objekte aggressiv und übermäßig korrigiert wurden, dürften die aktuellen Bewertungen immer noch attraktive Einstiegschancen bieten.

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Erneut nur ein kleiner Schritt, aber immerhin die zehnte Zinserhöhung in Folge: Mit der Anhebung des Einlagensatzes auf 4,0 Prozent und des Hauptrefinanzierungssatzes auf 4,5 Prozent setzt die EZB ihren Erhöhungszyklus weiter fort.

Die Entscheidung der Ratsmitglieder hatte eine solide Mehrheit, doch war es keine einheitliche Entscheidung. Ähnlich uneinheitlich ist die Lage an den Märkten: „Der Markt preist derzeit eine bevorstehende Zinswende ein. Entsprechend positiv reagiert der Aktienmarkt. Aus meiner Sicht fällt die Reaktion jedoch übertrieben positiv aus und birgt Enttäuschungspotenzial. Das Thema Rezession wird zu einem entscheidenden Faktor werden“, sagt Mathias Beil, Leiter Private Banking der Hamburger Sutor Bank. „Während der Aktienmarkt unbeeindruckt bleibt, hält der Rentenmarkt eine Rezession noch immer für wahrscheinlich, wie man an der inversen Zinsstrukturkurve sieht“, erklärt Beil.

Christine Lagarde glaubt noch nicht an Zins-Peak

EZB-Chefin Christina Lagarde betonte explizit, dass der Gipfel der Zinserhöhungen noch nicht erreicht sein könnte. An eine Zinssenkung sei auf absehbare Zeit nicht zu denken. Ursache ist insbesondere, dass die Inflation nicht weiter gefallen ist, sondern im August mit 5,3 Prozent unverändert gegenüber Juli geblieben ist. Die Kerninflationsrate ging nur leicht zurück auf ebenfalls 5,3 Prozent. Die weitere Zinspolitik wolle man vor allem von der aktuellen Datenlage abhängig machen, die Zielinflationsrate von zwei Prozent solle möglichst bald erreicht werden, wie Christine Lagarde anlässlich der Zinserhöhung ausführte. „Aus meiner Sicht werden wir vor dem zweiten Quartal 2024 keine Zinssenkung sehen“, ist Mathias Beil überzeugt.

Lage der Märkte – eine Frage der Rezession?

Zum entscheidenden Faktor, wie es an den Kapitalmärkten weiter geht, wird nach Ansicht von Mathias Beil, ob eine Rezession kommt oder nicht. „Auf die Frage, ob Frau Lagarde eine Rezession im vierten Quartal erwartet, hat sie ausweichend geantwortet und das Wort Rezession vermieden“, stellt Mathias Beil fest. „Das Konjunkturrisiko wird mit der zehnten Zinserhöhung in Folge größer. Die Zinspolitik bleibt ein Drahtseilakt“, führt Beil aus.

Anleger sollten nach Ansicht von Kapitalmarktexperte Beil Vorsicht walten lassen. „An den Aktienmärkten könnte es zu Rückschlägen kommen, weil einerseits die erhoffte Zinswende ausbleiben dürfte und andererseits die Rezessionsgefahr steigt“, sagt Beil. Die Anleihenmärkte hält Beil hingegen für einen guten Stabilitätsanker. „Die Renditen sind nahezu über das gesamte Anleihenspektrum hinweg gut. Das kann auftretende Turbulenzen am Aktienmarkt abfedern und für positive Erträge im Portfolio sorgen“, erklärt Mathias Beil.

Über die Sutor Bank

Die Hamburger Sutor Bank, gegründet 1921, bietet klassisches Private Banking, betreibt eine Banking-Plattform für digitale Partner und kooperiert mit unabhängigen Finanzdienstleistern.

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Sutor Bank GmbH, Hermannstr. 46, 20095 Hamburg, Tel. +49 (0)40 / 8090 6855 17, www.sutorbank.de 

Vor dem Hintergrund der hartnäckig hohen – wenn auch rückläufigen – Inflation in Europa hat der EZB-Rat beschlossen, die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte anzuheben.

Dies ist die zehnte Anhebung in Folge und hebt den Einlagensatz der EZB, der erst Mitte 2022 bei -0,5% gelegen hatte, auf satte 4% an. Die brennende Frage, die sich viele Anleger stellen, lautet natürlich: War dies die letzte Anhebung in diesem Zyklus? Die Antwort lautet höchstwahrscheinlich ja, sagt Dr. Wolfgang Bauer, Fondsmanager im Public Fixed Income Team von M&G Investments.

“Zugegebenermaßen hat EZB-Präsidentin Lagarde sorgfältig jede endgültige Aussage vermieden, um sich alle Optionen offen zu halten. Aber der Passus “Die Leitzinsen der EZB haben ein Niveau erreicht, das, wenn es für eine ausreichend lange Zeit beibehalten wird, einen wesentlichen Beitrag zur rechtzeitigen Rückkehr der Inflation zum Zielwert leisten wird” in der offiziellen Pressemitteilung ist wahrscheinlich so eindeutig, wie es in der Welt der verschlungenen Zentralbanksprache nur sein kann.

Wenn die europäische Inflation nicht unerwartet wieder ansteigt, hat die EZB ihren Zielwert erreicht. So interpretierten die Anleihemärkte die Entscheidung der EZB, die weithin als “dovish hike” angesehen wurde und die Anleiherenditen auf breiter Front sinken ließ.

Es gibt zwei gute Gründe, warum die EZB den Fuß vom Gas nehmen sollte. Erstens kann es Schätzungen zufolge bis zu 18 Monate dauern, bis die wirtschaftlichen Auswirkungen von Zinsentscheidungen tatsächlich spürbar werden. Da die Kerninflation in Europa allmählich nachlässt, könnte es für die EZB ratsam sein, erstmal die Auswirkungen ihrer zehn aufeinander folgenden Zinserhöhungen in den kommenden Monaten zu beobachten. Zweitens trüben sich die makroökonomischen Aussichten merklich ein. Die EZB hat eingeräumt, dass die Verschärfung der finanziellen Bedingungen die Binnennachfrage in Europa gedämpft hat. In Kombination mit dem sich abschwächenden internationalen Handelsumfeld hat dies die EZB-Mitarbeiter dazu veranlasst, ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum deutlich zu senken. Für die Zukunft wird erwartet, dass die Wirtschaft des Euroraums im Jahr 2023 um 0,7%, im Jahr 2024 um 1,0% und im Jahr 2025 um 1,5% geringfügig wachsen wird. Zwischen einem schwachen Wachstum und einer “harten Landung” liegt natürlich nur ein schmaler Grat – ein Szenario, das die EZB gerne vermeiden würde. Die Zinssätze vorerst nicht zu erhöhen, könnte die beste Lösung sein, denn weitere Zinserhöhungen könnten Teile des Euroraums in eine Rezession stürzen.

Wenn es an der Zinsfront wirklich ruhig wird, was kommt dann als Nächstes auf die EZB zu? Wir gehen davon aus, dass sich der Schwerpunkt auf die Anleihekaufprogramme verlagern wird. Unwahrscheinlicher ist, dass in Frankfurt ein aktiver Verkauf von Anleihebeständen nach dem Vorbild der Bank of England ernsthaft in Erwägung gezogen wird, aber Fragen zu Reinvestitionen werden weiterhin aufkommen. Zur Erinnerung: Der Umfang des EZB-Anleihekaufprogramms (APP) schrumpft, da das Eurosystem ab Juli 2023 die Kapitalzahlungen aus fällig werdenden Wertpapieren nicht mehr reinvestiert. Dies gilt jedoch nicht für das Pandemie-Notkaufprogramm (PEPP). Die EZB beabsichtigt, Kapitalzahlungen innerhalb des PEPP-Anleiheportfolios von ca. 1,7 Billionen Euro mindestens bis Ende 2024 zu reinvestieren.

Auf der gestrigen Pressekonferenz der EZB zu den PEPP-Reinvestitionen befragt, wies Präsidentin Lagarde alle Spekulationen über einen möglichen Kurswechsel schnell zurück. Und aus ihrer Sicht ist eine gewisse Abneigung gegen eine Abschaffung der Reinvestitionen, die den Umfang und die Bedeutung des PEPP verringern würde, verständlich. Im Gegensatz zum APP, das strenge, auf dem Kapitalschlüssel basierende Regeln für die Zuteilung der Anleihekäufe im Euroraum vorschreibt, bietet das PEPP der EZB einen viel größeren Spielraum. Da das PEPP vor dem Hintergrund des zunehmenden Drucks auf die europäische Peripherie auf dem Höhepunkt der Covid-19-Pandemie geschaffen wurde, können Investitionen im Rahmen des PEPP beispielsweise unverhältnismäßig stark auf Emittenten von Anleihen der Peripherie ausgerichtet werden. Wenn es hart auf hart kommt, bietet das PEPP der EZB theoretisch genügend Flexibilität und Feuerkraft, um zu verhindern, dass die Spanne zwischen den europäischen Anleihen der Peripherie und der Kernländer unangemessen auseinandergeht. In diesem Sinne versteht die EZB das PEPP als ein Instrument zur Steuerung der Spreads. Es ist schwer, ein so mächtiges Instrument loszulassen und zu sehen, wie es durch die Einstellung der Reinvestitionen langsam verblasst.

Dennoch glauben wir, dass die Tage des PEPP endgültig gezählt sind. Die dunklen Tage des “Pandemie-Notfalls” – der Hinweis steckt im Namen – liegen längst hinter uns. Die Fortführung der PEPP-Reinvestitionen wirkt wie ein Anachronismus. Und sie steht im Widerspruch zur Abkehr der EZB von einer ultralockeren zu einer wesentlich strafferen Geldpolitik angesichts der weit über dem Zielwert liegenden Inflationszahlen im Euroraum, was potenzielle Glaubwürdigkeitsprobleme aufwirft. Es wäre überraschend, wenn die Reinvestitionen in das PEPP wirklich bis Ende 2024 erfolgen würden.”

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Es bleibt ein großes Ziel von Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen, erfolgreiche Medikamente gegen Alzheimer zu entwickeln.

Ist das Thema langfristig auch für die Geldanlage attraktiv? In der Börsen-Visite zum Welt-Alzheimertag 2023 zeigt Fondsmanager Kai Brüning von apoAsset spannende Beispiele, Chancen und Herausforderungen.

Alzheimer, eine Form der Demenz und unheilbare Erkrankung des Gehirns, betrifft weltweit Millionen. Doch wirksame Medikamente sind bisher nicht verfügbar. Gerade deshalb ist das Thema für Gesundheitsunternehmen ein wichtiger Markt. Mit dem demografischen Wandel steigt die Zahl der Betroffenen zudem weiter an. Das weckt auch die Neugierde von Anlegerinnen und Anlegern.

Die harte Realität: Bisher nur 2 Prozent erfolgreich

Schaut man sich die Zahlen an, wird einem jedoch klar, wie schwierig die Lage noch ist. Seit 2004 waren nur 2 Prozent der praxisnahen Alzheimer-Studien (Phase 2 und 3) erfolgreich, während ganze 98 Prozent gescheitert sind. Die meisten davon betreffen Medikamente, die den Krankheitsverlauf verbessern sollen, indem sie zum Beispiel Plaque-Ablagerungen im Gehirn auflösen. Andere Medikamente versuchen dagegen Symptome zu lindern.

An manchen Tagen spielen die Kurse verrückt

Die kurzfristigen Reaktionen an der Börse sind teilweise enorm, und das in beide Richtungen. Kleine Unternehmen sind dafür besonders sensibel, da sie oft nur ein einziges Projekt haben. Ein Blick auf die vergangenen zehn Jahre zeigt, wie stark sich das auf den Aktienkurs auswirken kann: Kleinere Biotech-Unternehmen wie Cortexyme und Medivation verloren an einem „Schlechte-Daten-Tag“ bis zu 77 Prozent ihres Börsenwerts. Beim Branchenriesen Eli Lilly, dem derzeit wertvollsten Gesundheitsunternehmen der Welt, waren solche Tage deutlich sanfter.

Jüngste Fortschritte beleben trotzdem die Phantasie

Aber es gibt immer wieder positive Nachrichten, auch in diesem Jahr. Ein Beispiel: Im Mai 2023 präsentierte Eli Lilly eine große Studie (Phase 3) zu einer Therapie, die den geistigen Verfall in einem früheren Stadium um 35% verringern soll.

Eine Achterbahnfahrt durchlebte im Rückblick das eher kleine US-Biotech-Unternehmen Biogen. Bei seiner erhofften Alzheimer-Innovation Aduhelm stellte Biogen 2019 zunächst alle Studien ein, was einen heftigen Kurseinbruch zur Folge hatte. Dann zeigten neue Analysen, dass das Medikament doch wirke, und der Kurs schoss nach oben. Bedenken der US-Arzneimittelbehörde FDA führten anschließend wieder zu einem Kursrückgang. 2021 folgte doch eine beschleunigte Zulassung. In der Praxis hat sich Medikament bis heute nicht durchgesetzt, in Europa kam es bisher gar nicht erst auf den Markt.

Biogen fährt aber mehrgleisig. Im Juli 2023 wurde in den USA ein anderes neues Alzheimer-Medikament namens Lequembi zugelassen, an dem auch der japanische Pharmakonzern Eisai beteiligt ist. Es wäre im Erfolgsfall das erste Medikament, das den Krankheitsverlauf in einem frühen Stadium verlangsamen würde. 2024 könnte es auch in Deutschland verfügbar sein.

Drei kritische Punkte bei Alzheimer-Aktien

Die Analyse von Alzheimer-Studien ist kein Vergnügen. Man muss vor einer Investition genau verstehen, wie die Wirkmechanismen, Studiendesigns und Erfolgschancen sind, und wie stark Patientinnen und Patienten davon profitieren können.

Es gibt dabei drei kritische Punkte: Erstens dauert die Entwicklung besonders lang und kostet teilweise doppelt so viel wie bei anderen Medikamenten. Kleinere Unternehmen holen sich daher oft größere Partner mit ins Boot. Zweitens ist die Anwendung langfristig und aufwändig. Versicherungsunternehmen dürften genau darauf achten und möglicherweise erfolgsabhängige Erstattungen einführen. Und drittens gibt es teilweise noch sehr starke Nebenwirkungen.

Option als hoffnungsvolle Beimischung in einem Fonds

Trotzdem bleibt Alzheimer ein wichtiges Thema für die Forschung und die Börse. Das kann auch die Geldanlage bereichern. In diesem Fall sollte man sich auf größere Unternehmen konzentrieren, die das finanzielle Risiko tragen können. Für andere Gesundheitsbereiche sind dagegen auch kleinere und mittelgroße Unternehmen sehr attraktiv.

Über Kai Brüning, Senior Portfolio Manager Healthcare, Apo Asset Management GmbH (apoAsset)

Kai Brüning ist Senior Portfolio Manager Healthcare der apoAsset und Mitglied der Life Science Kommission der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA). Der Diplom-Kaufmann und DVFA Investment Analyst verfügt über 20 Jahre Investment-Erfahrung im weltweiten Gesundheitsmarkt. Er verantwortet unter anderem die Gesundheitsfonds apo Medical Opportunities, apo Digital Health, apo Medical Balance sowie apo Emerging Health.

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Apo Asset Management GmbH, Richard-Oskar-Mattern-Str. 6, 40547 Düsseldorf, Tel: (02 11) 86 32 31 0, www.apoasset.de

Die Stiftung Warentest unterstreicht die aktuellen Aussagen des BaFin-Präsidenten Mark Branson zur Verbrauchertäuschung durch Greenwashing bei Anlageprodukten.

Finanztest-Chefredakteur Matthias Thieme: „Wer sein Geld nach sozialen und ökologischen Kriterien anlegen will, kann sich auf die Aussagen der Anbieter oft nicht verlassen.“

Deswegen habe Finanztest als nachhaltig deklarierte Fonds und ETF der für hiesige Anleger relevantesten Märkte nach einem strengen Bewertungs-Schema unter die Lupe genommen. Die Untersuchung mache transparent, nach welchen Kriterien die Fonds ihre Investments auswählen und welche sie ausschließen. „Das Ergebnis ist ernüchternd: Von 934 untersuchten Fonds und ETF scheitert ein Drittel bereits an den Mindeststandards. In der Bewertung kommen nur acht auf die Bestnote“, so Thieme.

Ob Indexfonds, ETF oder aktiv gemanagter Fonds – die Auswertung von Finanztest zeigt, welche Fonds nach welchen Kriterien ihre Investments auswählen und welche sie dabei ausschließen: von Umweltzerstörung, Verletzung der Arbeits- und Menschenrechte, konventionelle oder kontroverse Waffen, fossile Energien und Atomstrom bis hin zu Tabak oder Korruption. Im aktuellen Test erreichten insgesamt acht Aktienfonds die Nachhaltigkeits-Bestnote von fünf Punkten.

Neben der Nachhaltigkeitsbewertung zeigt die Auswertung auch den Anlageerfolg der Fonds. Damit lassen sich beim Investieren Rendite und Risiken auf der einen Seite und die eigenen ethischen Vorstellungen auf der anderen Seite individuell abwägen. Als Grundlage für das Depot empfiehlt Finanztest breitgestreute ETF mit der Auszeichnung 1. Wahl. Da diese aber bei der Nachhaltigkeitsbewertung nur im Mittelfeld liegen, gibt Finanztest Tipps, was bei der Anlage in aktiv gemanagte Fonds, die streng nachhaltig investieren, zu beachten ist. Grundsätzlich zeigt sich: Was die Rendite angeht, können nachhaltige Fonds mit klassischen durchaus mithalten. Hier wie dort gibt es gute und schlechte. Auch was die Marktindizes angeht, müssen sich nachhaltige Werte nicht verstecken.

Der Test „Nachhaltige Fonds“ findet sich in der September-Ausgabe von Finanztest und unter www.test.de/oekofonds. Die Ergebnisse für die bewerteten Fonds gibt es unter www.test.de/fonds.

Verantwortlich für den Inhalt:

Stiftung Warentest, Lützowplatz 11-­13, D­-10785 Berlin, Tel: 030/26310, Fax: 030/26312727, www.test.de

Der Markt für Fonds, die aktives Management in einem ETF-Mantel anbieten, wächst stark.

In einer umfassenden Studie wirft Scope einen Blick auf die wichtigsten Akteure, beliebte Anlagekategorien und die Renditen der größten und erfolgreichsten Produkte.

Aktive ETFs – hohe Dynamik lässt Anbieter hoffen

Der Markt für aktive ETFs in Deutschland ist zwar noch klein, doch er wächst stark. Rund 26 Mrd. Euro stecken in den Produkten, die aktives Fondsmanagement in einem ETF-Mantel offerieren. Ende Juli 2022 lag das verwaltete Vermögen bei rund 18 Mrd. Euro – ein Plus von 45%. Gleichzeitig stieg die Zahl der aktiven ETFs von 50 auf 62.

Scope hat sämtliche aktive ETFs analysiert, die in Deutschland verfügbar sind: 37 Produkte investieren in Aktien, 25 in Anleihen. Zwölf Asset Manager sind in diesem Segment unterwegs – sowohl etablierte Anbieter aktiv gemanagter Fonds wie PIMCO, Fidelity oder J.P. Morgan als auch reine ETF-Häuser wie Ossiam, VanEck oder First Trust. Seit der Scope-Untersuchung 2022 sind mit abrdn und AXA zwei Gesellschaften hinzugekommen. Damit sind weitere traditionell aktive Manager auf den Trend aufgesprungen.

Wie im Vorjahr bieten J.P. Morgan und Fidelity die meisten aktiven ETFs an (17 und 13). Die französische Gesellschaft Ossiam folgt mit neun Produkten auf Platz 3. Gemessen am verwalteten Vermögen liegt J.P. Morgan deutlich vorne: Die Gesellschaft betreut 32% des in aktiven ETFs allokierten Kapitals. Auf den folgenden Rängen liegen PIMCO (21%), Ossiam (19%) und Fidelity (17%). Alle übrigen Anbieter haben Marktanteile von weniger als 5%, vier davon sogar von weniger als 0,5%.

Damit konnten die Gesellschaften J.P. Morgan und Ossiam ihre Präsenz in diesem Marktsegment deutlich ausbauen. PIMCO dagegen musste Abflüsse in Milliardenhöhe hinnehmen und verlor dadurch den Spitzenplatz aus dem Vorjahr. Fidelity konnte seinen Marktanteil weitgehend behaupten.

Die meisten aktiven ETFs finden Anleger in den Peergroups Aktien Nachhaltigkeit/Ethik Welt, Aktien Nordamerika und Aktien Welt. Beim verwalteten Vermögen liegt die Peergroup Aktien Nordamerika vorne. Dies liegt aus Sicht von Scope an den sehr guten Ergebnissen einiger Produkte, denen eine Outperformance gelungen ist und die daher von den Anlegern mit Mittelzuflüssen belohnt werden. Neben US-Aktienprodukten schlagen sich renditetechnisch auch Dividenden-ETFs sehr gut. Auf der Rentenseite zeigen vor allem die Peergroups aus dem Kurzläufer-Bereich (Euro bzw. US-Dollar) ansehnliche Ergebnisse gegenüber Benchmark und Vergleichsgruppe.

In den USA haben aktive ETFs bereits einen beeindruckenden Zuwachs erlebt und Europa könnte diesem Trend folgen. Mehrere aktive Asset Manager sind in Amerika in den Markt eingetreten. Sie planen perspektivisch auch den Einstieg in Europa. Der drittgrößte amerikanische ETF-Anbieter State Street sucht bereits einen Partner für aktive ETFs in Europa.

Die Produkte vereinen die Vorteile von klassischen aktiven Fonds (Flexibilität, Outperformancepotenzial) und ETFs (Kosteneffizienz, Transparenz, Handelbarkeit). Anders als die typischen passiven ETFs folgen sie nicht einer einfachen Indexstruktur, sondern werden entweder von einem Fondsmanager aktiv gesteuert oder fußen auf eigens entwickelten Indizes, die auf Basis von Analysteneinschätzungen erstellt werden.

Dass sich aktive ETFs bislang nicht in der Breite durchsetzen konnten, hat nach Ansicht von Scope vor allem zwei Gründe. Zum einen fehlt es bei vielen Produkten noch an einer ausreichenden Historie: 26 von 62 analysierten Fonds sind weniger als drei Jahre alt. Das erschwert eine Beurteilung der Leistung. Zum anderen sind die aktiven ETFs aufgrund fehlendender Bestandsprovision und geringer Gebühren für Fondsgesellschaften und Finanzberater weniger lukrativ und geben daher wenig Anreiz, vertrieben zu werden. Nach Vorliegen einer Historie von mindestens drei, besser fünf Jahren könnten aktive ETF jedoch künftig insbesondere für institutionelle Kunden und private Selbstentscheider sehr interessant werden.

Die komplette Studie können Sie hier herunterladen.

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Scope Analysis GmbH, Lennéstraße 5, D-10785 Berlin, Tel: +49 30 27891-0, Fax: +49 30 27891-100, www.scopeanalysis.com

Nach der starken Kursperformance im laufenden Jahr gelten viele Technologiefirmen mittlerweile als überteuert.

Dominikus Wagner, Firmengründer und Fondsmanager des Unternehmerfonds, warnt vor Verallgemeinerungen: „Amazon und Netflix in einem Atemzug mit hochprofitablen Weltklassefirmen wie Apple und Google zu nennen, ist riskant. Mit Blick auf die Qualität der Geschäftsmodelle sowie die Bewertungen der Firmen gibt es gravierende Unterschiede.“ Plattform-Unternehmen wie Apple profitieren von der Attraktivität ihrer Produkte und wachsen selbst in einem schwächeren Marktumfeld. „Apple verfügt über ein kapitalleichtes und hochskalierbares Service-Geschäft mit sehr hohen Margen, das auch in schwierigen Zeiten wächst. An der Börse sorgen die jüngsten Nachrichten über mögliche Beschränkungen der iphone-Nutzung in China zwar für Verunsicherung. Wir sind deswegen aber nicht beunruhigt, denn das Geschäftsmodell von Apple mit seinem einzigartigen Ökosystem und einer installierten Basis von zwei Milliarden Geräten bleibt intakt. Im Übrigen wächst Apple mit seinen technologisch führenden Premium-Produkten auch in China und konnte seinen Marktanteil dort weiter erhöhen“, sagt Wagner. Auch vor dem Hintergrund dieser Entwicklung hält er Apple wie auch Google für fair, teils sogar günstig bewertet, während Amazon oder Netflix aus seiner Sicht als unternehmerischer Langfristinvestor deutlich zu hoch bewertet sind.

Amazon – Warum die Alarmglocken pausenlos schrillen müssten

Für Wagner bleibt Apple eine herausragende „Gewinnmaschine“. Das Unternehmen generiere zuverlässig Jahr für Jahr immer mehr Gewinn, und zwar in Form von Free Cash Flow und nicht als EBITDA oder EBIT.  Amazon hingegen sei mit negativen Free Cash Flows von beispielsweise minus 20 Mrd. USD im Geschäftsjahr 2022 eine ebenso zuverlässige Geldverbrennungsmaschine. „Die logische Folge ist, dass Amazon auf stetig steigenden Nettoschulden sitzt, die mittlerweile über 150 Mrd. USD betragen“, so Wagner. Dabei müssten seiner Ansicht nach pausenlos die Alarmglocken schrillen, denn von den seit Jahren erhofften Skaleneffekten sei weit und breit nichts zu sehen. Das Gegenteil ist laut Wagner der Fall: „Mit steigenden Umsätzen wird immer mehr Geld verbrannt, so dass der Schuldenberg, der schon jetzt dramatische Ausmaße erreicht hat, weiter anwächst. Die erhofften Skaleneffekte bleiben aufgrund des hohen Kapitalbedarfs im Online-Handel aus, denn für weiteres Umsatzwachstum werden mehr kapitalintensive Warenzentren gebraucht und auch das Lagervolumen nimmt entsprechend zu. Beides bindet enorm viel Cash.“

Plattformunternehmen vs. Produktionsunternehmen

Zwischen der Qualität und Bewertung von Apple und Amazon liegen nach Auffassung von Wagner somit Welten. „Bei Apple, aber auch Google, Microsoft oder Visa handelt es sich um digitale – kapitalleichte und hochskalierbare –Plattformunternehmen, die erst am Anfang eines noch höheren Wachstumspfades stehen dürften. Mit ihnen sollten Langfristinvestoren auch zukünftig bei überschaubarem Risiko eine ansprechende Wertsteigerung erzielen, gerade auch mit Blick auf die Bewertung, die gemessen an der Qualität der Geschäftsmodelle keineswegs teuer ist.“

Auf der anderen Seite stehen laut Wagner Produktionsfirmen und Betreiber stark physischer Plattformen, die kapitalintensiv, skalenschwach und niedrigmargig sind. „Das Geschäftsmodell von Firmen wie Amazon oder auch Netflix ist wesentlich risikoreicher. Deshalb ist auch ein entsprechendes Investment deutlich riskanter, nicht zuletzt in Anbetracht der sehr hohen Bewertung dieser Firmen“, schlussfolgert Wagner. „Die Erfahrung lehrt, dass sich theoretische Risiken irgendwann auch materialisieren.“

Weitere Abgrenzungskriterien von Wagner & Florack zwischen Plattform- und Produktionsunternehmen lesen Sie im aktuellen Blog Tatsächliche und „Möchtegern“-Plattformunternehmen.

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Wagner & Florack Vermögensverwaltung AG, Marienburger Straße 24, 50968 Köln, Tel.: + 49 (0) 221 800 10 11-0, www.wagner-florack.de

Nach dem Motto „Bad news are good news” entwickelten sich die globalen Aktienmärkte in den vergangenen beiden Wochen positiv.

Insbesondere ein schwächer als erwartet ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht mit einem deutlichen Sprung der Arbeitslosenquote auf 3,8 Prozent zeigte, dass eine Abkühlung in Gange ist. Dies dürfte den Lohndruck senken und mittelfristig dämpfend auf die Inflationsentwicklung wirken. Für die US-Notenbank hieße das, weitere Erhöhungen der Leitzinsen sind unnötig – was wiederum die Aktienmärkte freut. Gleichzeitig weist die US-Wirtschaft eine solide Expansion auf, unterstrichen beispielsweise durch den stabilen privaten Konsum und steigende Einkaufsmanagerindizes im Dienstleistungssektor und im verarbeitenden Gewerbe. Ein abruptes Abrutschen der US-Wirtschaft in die Rezession und daher deutlich rückläufige Gewinnschätzungen für die Unternehmen erscheinen kurzfristig unwahrscheinlich. Historisch ist ein derartiges „Soft Landing“ oder sogar „No-Landing-Szenario“ nach solch einer geldpolitischen Straffungsorgie allerdings ohne Präzedenz. Für die konjunkturelle Entwicklung im vierten Quartal und im Jahr 2024 bleibt Moventum für die USA daher weiterhin skeptisch.

In der Eurozone gingen die Inflationszahlen etwas weniger stark als erwartet zurück. Beim Blick auf die Details wird jedoch ersichtlich, dass der disinflationäre Trend intakt ist. Offen bleibt, ob die EZB auf ihrer Sitzung diese Woche das Ende der Leitzinserhöhungen einläutet oder einen letzten kleinen Zinsschritt vollzieht. Für die Wirtschaft der Eurozone bleiben die Aussichten derweil trüb. Die Einzelhandelsumsätze gaben stärker als erwartet nach und das „Wachstum“ der Geldmenge M3 war in der Jahresrate erstmals seit Mai 2010 wieder negativ: ein typisches Anzeichen für eine anhaltende konjunkturelle Schwächephase. Trotz der aus Anleihesicht vorteilhaften Wirtschaftsdaten setzten die Staatsanleiherenditen ihren Anstieg fort. Entsprechend verzeichneten Renteninvestments Kursrückgänge. Ursächlich dürfte der Anstieg des Ölpreises infolge der verlängerten Produktionskürzungen durch Saudi-Arabien sein. Ein anhaltender Anstieg der Energiepreise birgt die Gefahr eines Inflationsschubs, der das Narrativ eines nahenden Leitzinsgipfels zunichtemachen könnte.

Dank ihrer kürzeren Durationspositionierung konnten die Moventum-Portfolios die Verluste auf der Rentenseite begrenzen. Hilfreich war zudem das Engagement in Spreadsektoren, unter anderem Unternehmensanleihen mit Investment-Grade- und High-Yield-Rating, wo dank Spreadeinengungen sogar Zugewinne erwirtschaftet wurden. Kurzläufer- und geldmarktnahe Strategien trugen ebenfalls positiv zur Entwicklung bei.

Auf der Aktienseite entwickelten sich europäische Indizes schwächer als Indizes in den USA, die aus Sicht des Euro-Investors zudem von einem stärkeren US-Dollar profitierten. Auch der japanische Markt, der in den Portfolios übergewichtet ist, entwickelte sich überdurchschnittlich. Das Engagement in den Schwellenländern zeigte ebenfalls eine positive Entwicklung, nachdem China neue Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur verkündet hatte. In den USA hatte das „Growth“-Segment und hier besonders Technologiewerte die Nase vorn. Über entsprechende Fonds konnten die Portfolios an dieser Entwicklung partizipieren. In Europa schnitt hingegen aufgrund der Zinsentwicklung das „Value“-Segment etwas besser ab. Dies wirkte sich neutral auf die Portfolios aus. Eine Underperformance zeigte der hoch gewichtete Gesundheitssektor.

Im Umfeld positiver Aktien- und durchwachsener Rentenmärkte verzeichneten die Moventum-Portfolios eine positive Kursentwicklung. Aufgrund ihrer Positionierung auf der Rentenseite und der positiven Allokationsbeiträge auf der Aktienseite konnte überall eine bessere Wertentwicklung als mit den jeweiligen Marktbenchmarks erzielt werden. Das PWM-Portfolio erzielte im Berichtszeitraum eine positive Entwicklung, die von nahezu allen im Portfolio befindlichen Fonds getrieben wurde. Die Mischfonds, Long-only-Aktienfonds sowie das Wandelanleiheprodukt profitierten vom freundlichen Aktienmarktumfeld. Die selektierten Rentenfonds konnten sich nahezu alle dank kurzer Duration und/oder Kreditengagements der negativen Entwicklung der Staatsanleihemärkte entziehen. Stabil positive Beiträge lieferten die Alternatives. Einzig der Goldpreis musste im Umfeld eines stärkeren US-Dollars Kursrückgänge in Kauf nehmen.

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Moventum Asset Management c/o Moventum S.C.A.,12, rue Eugène Ruppert , L-2453 Luxembourg, Tel +352 26 154 200, www.moventum.lu

Von ETFs über Kryptowährung bis hin zu den klassischen Aktien – die Bandbreite an Finanz- und Anlageprodukten ist so vielfältig wie noch nie.

Doch welche Produkte sind bei Anlegern derzeit am beliebtesten und welche Gründe sind ausschlaggebend, wenn sie ihr Geld investieren? Diesen und weiteren Fragen zu den Themen Anlage und Investment ist der digitale Finanzierungsanbieter CONDA mit seiner aktuellen „Investor Survey“ im DACH-Raum nachgegangen.

Die Inflation, steigende Zinsen und eine angespannte geopolitische Lage sind nur einige der Faktoren, welche die Finanzwelt derzeit beschäftigen. Viele stellen sich derzeit die Frage, wo man sein Geld am besten anlegt, um drohende Verluste zu vermeiden. Immerhin gibt es heutzutage eine noch nie dagewesene Auswahl an Anlageprodukten, die höhere Renditen erwarten lassen als das Geld lediglich am Sparbuch zu parken, wo es aktuell an Wert verliert. Um herauszufinden, welche Produkte derzeit am beliebtesten sind und welche Gründe für – oder auch gegen – das Investieren sprechen, hat CONDA im Zuge der „Investor Survey“ insgesamt 1.115 Personen befragt.

Optimismus trotz wirtschaftlicher Turbulenzen

Trotz oder sogar wegen der derzeit schwierigen globalen wirtschaftlichen Lage geht aus der Umfrage hervor, dass die Stimmung in Bezug auf Investments im Allgemeinen sehr positiv ist. Denn Investitionen, insbesondere in Aktien oder Anleihen, bieten oft höhere Renditen, die den durch die Inflation verursachten Wertverlust ausgleichen können. Zudem kann ein diversifiziertes Portfolio nicht nur vor Wertverlusten schützen, sondern auch von Wachstumschancen profitieren. So ist die absolute Mehrheit der Survey-Teilnehmer Investitionen gegenüber positiv gestimmt (89%). Die Hauptmotivation hierfür ist eindeutig: Anleger wollen ihr Geld langfristig vermehren (84%). Daneben sind der Befragung zufolge die finanzielle Sicherheit (56%), das Unterstützen von Unternehmen (52%) und ein finanzielles Polster für den Ruhestand (51%) weitere wichtige Gründe, die für Kapitalanlagen sprechen. Wichtige Nebenziele sind für die Teilnehmer des Panels auch Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt, Klimaschutz, CO2-Reduktion, die Förderung guter Ideen und Startups sowie Diversifizierung und Anlagemix.

Die Investitions-Hits und -Misses des Jahres

Knapp 71 Prozent der Befragten haben in den letzten zwölf Monaten in Crowdinvesting-Kampagnen investiert. Hier sind vor allem die Branchen Umwelt, Gesundheit und Ernährung für Investoren interessant. Darüber hinaus zählen Aktien (58%) und ETFs (41%) zu den gefragtesten Finanzprodukten. Dirk Littig, Geschäftsführer von CONDA, sieht in diesen Anlageformen einige Vorteile: „Während Crowdinvesting einem die Möglichkeit gibt, direkt in Start-ups oder kleinere Unternehmen zu investieren und so an ihrer Entwicklung teilzuhaben, bieten Aktienanlagen Anlegern eine Beteiligung an etablierten Unternehmen und damit die Chance auf Dividenden und Kursgewinne. ETFs, die eine breite Palette von Aktien abbilden, sind bei Investoren aufgrund ihrer Diversifikation und niedrigeren Gebühren sehr gefragt.“ Am wenigsten beliebt bei den Investoren zeigen sich hingegen die Anlageklassen Rohstoffe, Immobilien und NFTs. Dies hat laut Littig mehrere Gründe: „Rohstoffe sind aufgrund ihrer Volatilität und Zyklizität in Verruf geraten. Am Immobilienmarkt dominieren im Moment Sorgen um Überbewertung und strengere Kreditvergaberegeln. Und nicht zuletzt stehen NFTs, trotz ihres anfänglichen Hypes, vor technologischen und rechtlichen Unsicherheiten, die einige Investoren abschrecken.“

Das Investment-Parkett meiden derzeit nur wenige

Die große Mehrheit der Umfrageteilnehmer waren Personen, die in den letzten 12 Monaten in Finanzprodukte investiert haben. Lediglich eine Minderheit von 5 Prozent hat sich in den letzten 12 Monat gegen das Investieren entschieden. Die Gründe dafür liegen vorwiegend am Geldmangel (67%), an der Ungewissheit über die langfristige finanzielle Stabilität (40%) und den Sorgen über aktuelle/zukünftige Krisen (27%). Risikoaversion (13%) und Mangel an ausreichenden Kenntnissen (13%) spielen offenbar untergeordnete Rollen. „Wir freuen uns, dass der Großteil der Befragten weiterhin an Investments Interesse zeigt und der Fokus auf ‚modernen‘ Anlageformen wie Crowdinvesting oder ETFs liegt. Diese erlauben es, bestimmte Unternehmen und Themen gezielt zu unterstützen und gleichzeitig eine attraktive Rendite zu realisieren“, sagt Littig abschließend.

Über CONDA

CONDA ist Pionier in der digitalen Unternehmensfinanzierung für Startups und KMU. Seit der Gründung im Jahr 2013 konnte das Unternehmen erfolgreich über 270 Projekte (inklusive White Label) mit rund 180 Millionen Euro mittels seiner Plattform-Technologie finanzieren. Mittlerweile zählt das CONDA-Netzwerk über 88.000 registrierte internationale Nutzerinnen und Nutzer zu seiner Community und gibt diesen die Möglichkeit, länderübergreifend in Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu investieren. Aus den Anfängen als Crowdinvesting-Pionier hat sich CONDA mittlerweile zu einem umfassenden Lösungsanbieter im Bereich der digitalen Finanzierung entwickelt. Einerseits bietet CONDA sowohl Unternehmen als auch Investorinnen und Investoren eine große Bandbreite an Finanzierungs- und Investitionsinstrumenten. Andererseits stellt CONDA ihr technologisches Knowhow anderen Unternehmen in Form von White-Label-Lösungen zur Verfügung. Mit dieser „platform-as-a-service“-Lösung können Kundinnen und Kunden sowohl eigene Digital Finance-Geschäftsmodelle umsetzen als auch eigene Finanzierungszwecke, wie Eigenemissionen von Aktien oder Anleihen, umsetzen.

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CONDA Deutschland Crowdinvesting GmbH, Brabanter Straße 4, 80805 München, Tel: +49  (0)89/5528 5009, www.conda.de

Richard Clode, Portfolio Manager, Janus Henderson Investors

  • Pandemiebedingtes „Gratisgeld“ 2020/21 sorgte für Einbruch der Kapitalkosten, folglich kam es zu Fehlentscheidungen bei der Asset Allocation
  • Globaler Zinsanstieg hat Marktstimmung verschoben, von „Wachstum um jeden Preis“ zu Unternehmen mit profitablem Wachstum und Selbstfinanzierung
  • Stockpicker mit mehr Chancen, insbesondere im Tech-Sektor

Die Pandemie beschleunigte das Technologiewachstums in vielen Bereichen und sorgte für „Gratisgeld“ in Form von Nullzinsen und quantitativer Lockerung. Die Zentralbanken versuchten damit, den durch die Lockdowns entstandenen Wirtschaftsschaden zu beheben. Mit der steigenden Nachfrage nach digitaler Transformation kam es zu einem Einbruch der Kapitalkosten, was unweigerlich zu Fehlentscheidungen bei der Asset Allocation führte. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2021 (bis März 2022) investierte der Softbank Vision Fund (SVF) 44,3 Milliarden US-Dollar in private Technologie-Start-ups. Bitcoin stieg zum ersten Mal über 60.000 US-Dollar, und der Morgan Stanley Unprofitable Technology Basket erreichte nach einem Anstieg um 343 % von den Tiefstständen im März 2020 seinen Höhepunkt. In dieser Zeit gab es 300 SPAC-Börsengänge (Special Purpose Acquisition Company Initial Public Offerings), und fast 40 % der in den USA notierten Technologieunternehmen waren nicht rentabel.

Die Erholung der Volkswirtschaften nach der Pandemie beschleunigte die Nachfrage und damit auch die anhaltenden Angebotsengpässe – ein Garant für Inflation, die wiederum steigende Zinsen erforderte. Steigende Zinssätze schadeten natürlich den auf kostenlosem Geld basierenden Assets, wie der 74%ige Rückgang sowohl des Morgan Stanley Unprofitable Technology Basket als auch von Bitcoin zeigt. Bis zum vierten Quartal 2022 gab es nur acht SPAC-Börsengänge, und der Softbank Vision Fund investierte in seinem gesamten Geschäftsjahr 2022 nur 4 Milliarden US-Dollar; die vierteljährliche Investitionsrate des Fonds fiel um 97 %.

Die eingeschränkten Finanzierungsmöglichkeiten für Privatunternehmen führten schließlich zum Zusammenbruch der Silicon Valley Bank (SVB), der wichtigsten Anlaufstelle für die technologische Venture-Capital-Branche und Start-up-Unternehmen. Eine der größten Venture-Capital-Gesellschaften, Sequoia Capital, hatte gut eine Milliarde US-Dollar an Bareinlagen bei der SVB[5] und ermutigte viele der von ihr investierten Start-ups, bei der SVB Bankgeschäfte zu tätigen. Doch als die Venture-Capital-Gelder versiegten und die Einlagen abgezogen wurden, da die meisten Start-ups Verluste machten und Bargeld verbrannten, geriet die SVB bald in Schwierigkeiten.

Spaltung des Technologiesektors, zurück zu den Fundamentaldaten

Die Schlagzeilen über den Untergang unprofitabler Technologiewerte wirkten sich generell auf die Anlegerstimmung im Technologiesektor aus. Der globale Zinsanstieg hat die Marktstimmung verschoben, von „Wachstum um jeden Preis“ hin zu Unternehmen mit profitablem Wachstum und Selbstfinanzierung. Auf der wichtigsten Technologiekonferenz von Morgan Stanley im März wurde besonders auf Schlüsselwörter, die in den Unternehmenspräsentationen fielen, geachtet: Am häufigsten genannt wurden Margen, Effizienz, Kostensenkungen und Entlassungen. Mark Zuckerberg prägte den Begriff „Jahr der Effizienz“ in seinem Brief an die Meta-Mitarbeiter zu Jahresbeginn (die Aktie ist seit Jahresbeginn um mehr als 100 % gestiegen).

Gleichzeitig tauchten nach der kleinen Bankenkrise erneut Bilanzsorgen auf, und die starken Bilanzen der „Big Tech“-Unternehmen wurden endlich belohnt. Binnen zwei Wochen kündigten Alphabet einen neuen Aktienrückkauf in Höhe von 70 Milliarden US-Dollar und Apple in Höhe von 90 Milliarden US-Dollar an.

Die Kombination aus starken Bilanzen, hohen Gewinnen und Cashflows, die es ermöglichen bedeutende Investitionen in wichtige neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) selbst zu finanzieren, wurde vom Markt honoriert. „Magnificent 7“ wurde zu einem Begriff, der die Unternehmen Apple, Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft, NVIDIA und Tesla umfasst, die in diesem Jahr die Aktienmärkte dominiert haben. Obwohl sich diese Unternehmen in vielen Punkten unterscheiden, haben sie doch eines gemeinsam: profitables Wachstum, starke Bilanzen und in vielen Fällen eine neue Entschlossenheit, die Kosten zu senken und die Gewinnspannen zu erhöhen. Außerdem haben die meisten von ihnen starke Marktanteile im Bereich KI. Diese Kombination dürfte für Anleger attraktiv sein angesichts der Rückkehr der Kapitalkosten auf ein normaleres Niveau.

Expertise ist unerlässlich

Trotz ihrer starken Performance 2023, unterscheiden sich die „Magnificent 7“ erheblich in Bezug auf ihre Bewertung und ihr Wachstumspotenzial. Wir gehen davon aus, dass diese Unterschiede noch größer werden. Darüber hinaus sehen wir auch jenseits der „Magnificent 7“ viele Chancen im Sektor, bei Unternehmen mit starken langfristigen profitablen Wachstumsaussichten und angemessenen Bewertungen.

Wir erleben eine Rückkehr zum fundamentalen Investieren, bei dem die Aktienkurse mit positiven Gewinnrevisionen korrelieren – so wie es sein sollte – und nicht so sehr von den Erwartungen und den neuesten Trends abhängen. Eine größere Dispersion bei den Aktienkursen schafft mehr Möglichkeiten für Stockpicker, insbesondere im Technologiesektor: Der Übergang von der derzeit vorherrschenden Ära des mobilen Internets zu einer zukünftigen Welt der KI, aus der neue Marktführer und Schlusslichter hervorgehen werden. Die Aktienauswahl auf Basis der Fundamentalanalyse ist für dieses Umfeld gut geeignet.

Seit der globalen Finanzkrise waren die Zinsen fast bei Null und die quantitative Lockerung der Geldpolitik Standard. In einer Welt mit normalisierten Kapitalkosten sind Anleger mit einer erfolgreichen Aktienauswahl und Erfahrungen mit verschiedenen Markt- und Technologiezyklen gut positioniert, um sich in diesem neuen Umfeld zu behaupten.

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Janus Henderson Investors, Tower 185, 25th floor, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, D-60327 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 86003 0,Fax: +49 69 86003 355, www.janushenderson.com

Vontobel-Studie: Über 70 % der befragten Investoren wollen trotz schwieriger Marktbedingungen ihre Allokationen in Impact Investing erhöhen

Eine überwiegende Mehrheit institutioneller und professioneller Anleger weltweit (71%) plant in den nächsten drei Jahren eine Erhöhung ihrer Allokation in Impact-Investing-Lösungen. Das ist das Ergebnis einer neuen Vontobel-Studie. Während europäische Anleger Spitzenreiter bei der Nachfrage nach Lösungen bleiben, dürften asiatische Anleger bald aufholen. Dabei investiert mehr als die Hälfte der Befragten (58%) erst seit weniger als drei Jahren in diese Kategorie.

Allokation breiter auffächern

Bei Umfrage-Teilnehmern, die bereits in Impact investieren oder entsprechende Investments planen, sind börsengehandelte Aktien mit 67% die beliebteste Anlageklasse. Darüber hinaus haben 56% der Befragten vor, Allokationen in börsengehandelte Aktien in den nächsten drei Jahren zu erhöhen. Die Anleger planen ebenfalls, ihre aktuelle Allokation über die Anlageklassen in den nächsten drei Jahren breiter aufzufächern, wobei 51% sich für Infrastruktur entscheiden (bislang investiert: 39%), 38% für Immobilien (26%) und 23% für Rohstoffe (7%). Mehr als die Hälfte der Befragten (57%) gibt an, vollständig oder hauptsächlich in aktive Impact-Strategien zu investieren.

Aus geographischer Sicht sind Anleger aus Europa mit einem Anteil von 70%, die in Impact-Investment-Lösungen investieren, Spitzenreiter. Dem gegenüber stehen 56% Anleger aus Nordamerika und 57% aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Die Umfrageergebnisse lassen jedoch auch auf ein starkes Anlegerinteresse aus der Asien-Pazifik-Region schliessen, die Allokation in Impact-Investments auszubauen. Dort planen 92% die Allokationen über öffentliche Märkte zu erhöhen, und 79% über private Märkte. Ein Treiber bei den öffentlichen Märkten in Asien-Pazifik ist die erweiterte Definition der treuhänderischen Verpflichtung, die auch die künftige Bewertung von Auswirkungen der Investments umfasst. Dieser Punkt wird dort von 54% der Anleger im Vergleich zu 25% in Europa und 20% in Nordamerika genannt. Auch in Europa stehen die Auswirkungen der Investments weiterhin an der Spitze der Überlegungen, wobei künftig 67% der Anleger mehr Allokationen über öffentliche Märkte und 72% über private Märkte planen.

„Die herausfordernden Marktbedingungen der letzten 18 Monate haben sich auf Anlageklassen sowohl der öffentlichen als auch der privaten Märkte ausgewirkt – auch auf die mit einem nachhaltigen Fokus. Die Umfrage zeigt, dass sich Anleger trotz der schwierigeren Zeit weiterhin für Impact Investing engagieren und sogar vorhaben, ihre Allokation in den nächsten paar Jahren zu erhöhen“, so Pascal Dudle, Head of Listed Impact bei Vontobel. „Interessanterweise planen sie dies für eine viel breitere Palette an Anlageklassen über öffentliche und private Märkte hinweg. Das ist ein positiver Indikator dafür, dass das Konzept des Impact Investing keine Nische innerhalb des Thema Nachhaltigkeit mehr ist, sondern mittlerweile als spezifische und eigene Anlageart betrachtet wird.“

Energiewende als Triebkraft

Betrachtet man die Treiber hinter den Allokationen in Impact-Investitionen, so steht die Energiewende auch weiterhin an oberster Stelle. So benennen 81% bzw. 77% der Anleger die Dekarbonisierung bzw. den Übergang zu Netto-Null als Hauptziele ihrer Impact-Investitionen, wobei auch die Biodiversität auf der Tagesordnung der Anleger nach oben wandert – mehr als die Hälfte von ihnen (56%) befürwortet Impact-Investitionen mit Zielen, die auf Biodiversität ausgerichtet sind. Bei den ihrer Meinung nach drängendsten Bereichen, die durch Impact Investing angegangen werden sollten, stehen Erneuerbare Energien (68%), Energieeffizienz (58%) und Wasser (43%) ganz oben auf der Tagesordnung.

Trotz der Anlegertendenz zu Umweltzielen streben sie dennoch auch einen Impact im gesamten Nachhaltigkeitsspektrum an. Fast sechs von zehn Umfrageteilnehmern (58%) möchten, dass ihre Impact-Investitionen auf Chancengleichheit und Diversität ausgerichtet sind. Für Anleger im Asien-Pazifik-Raum und in Nordamerika liegt mit 66% bzw. 63% die stärkste Präferenz auf diesen sozialen Anliegen, europäische Anleger folgen mit 53%.

Impact-Nachweis von zentraler Bedeutung

Bei der Implementierung von Impact Investing müssen sich Investoren weiterhin mit Greenwashing auseinandersetzen. Zu ihren wesentlichen Bedenken zählen irreführende oder übertriebene Impact-Behauptungen (60%), das Fehlen eines klaren Branchenstandards / einer Definition für Impact-Manager (49%) sowie die unzureichende Transparenz bei der Berichterstattung (44%). Die Fähigkeit, den Impact des Portfolios nachzuweisen, ist von absolut zentraler Bedeutung und muss ein wesentlicher Bestandteil der Berichtssysteme von Investmentfirmen sein, da 82% der Anleger Transparenz und Messbarkeit von Impact-Ergebnissen als wichtige Faktoren bei der Auswahl von Impact-Investing-Managern benennen.

Von den Anlegern werden mehrere Herausforderungen benannt, die ihnen bei der Bewertung von Impact-Investing-Strategien begegnet sind und die sie wahrscheinlich von der Aufnahme dieser Strategien abhalten würden. Dazu zählen: das Fehlen verlässlicher Daten, die schlechte Transparenz von Benchmarks/Indizes sowie die breite Palette unterschiedlicher Ansätze bei Vermögensverwaltern.

„Auch wir bei den Anlegern ein starkes Engagement für Impact erkennen können, stehen doch viele noch am Anfang ihres Impact-Wegs. Ein wesentliches Hindernis, und eine gemeinsame Herausforderung, die sie unabhängig von ihrem Standort benennen, besteht in der fehlenden Transparenz und damit der Fähigkeit, den Impact ihrer Portfolios zu messen und auszuweisen. Eine erhöhte Transparenz ist der Schlüssel zum Vertrauensaufbau bei den Anlegern“, ergänzt Dudle.

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LAIQON AG verbessert digitales Erlebnis mit neuer LAIC App (iOS)

Das WealthTech LAIC, ein Teilkonzern der LAIQON AG (ISIN: DE000A12UP29), hat kürzlich eine eigens entwickelte App gelauncht, welche die Kunden noch näher an die Anlageentscheidung der hauseigenen KI des LAIC ADVISOR® heranführt. Diese Maßnahme unterstreicht das Engagement des Unternehmens, das Kundenerlebnis kontinuierlich zu verbessern und die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Anlagestrategien zu fördern.

Mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche und leistungsstarken Funktionen ermöglicht die App den Kunden einen direkten und bequemen Zugang zu ihren Anlagen und Finanzinformationen. Die App bietet die Möglichkeit, Portfolioallokationen und -transaktionen nachzuvollziehen, mühelos Ein- und Auszahlungen durchzuführen und Kontakt aufzunehmen. So können Kundinnen und Kunden ihre Investitionen direkt und jeder Zeit von ihrem mobilen Gerät effizient steuern.

Die eigenentwickelte cloudbasierte Digital Asset Plattform 4.0 (DAP 4.0) als Grundlage des aufgebauten Asset Management-Factory-Ansatzes der LAIQON AG ermöglicht es, die LAIC App vollumfänglich in deren Datenuniversum einzubetten. Neben der Darstellung sämtlicher Prozesse der Portfolioallokation kann die App somit auf den Datenbestand des eigenen Data Warehouses der DAP 4.0 zugreifen und diesen verarbeiten. Die Anbindung der App ist ein weiterer Baustein für die differenzierten und prozesshaften Anwendungsgebiete der DAP 4.0.

Dazu Lasse Linzer, Geschäftsführer der LAIC Vermögensverwaltung GmbH: „Das Schlagwort Digitalisierung darf nicht Standardisierung bedeuten. Mit unserer eigenen App schaffen wir die Basis noch näher auf die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden und Partner einzugehen. Unser Ziel ist es, die Vermögensverwaltung für alle zugänglicher und individueller zu gestalten. Die neue App bietet nun die Möglichkeit, unseren Kunden die Struktur ihrer Portfolios näher zu bringen und ist unsere Blaupause für alle weiteren geplanten Entwicklungen der Angebotsmarken des LAIQON-Konzerns.“

Die neue LAIC App ist kostenlos zunächst als iOS-Version über den App Store von Apple in deutscher Sprache erhältlich. Ebenfalls steht den Kunden ein verbessertes Nutzererlebnis über ein neues Webportal zur Verfügung. Mit dem Release der App und des Kundenportals schafft LAIC die Basis, um auch künftig den Fokus auf Nutzerzentrierung und Zugänglichkeit der Geldanlage zu stärken. LAIC setzt dabei auf modernste Sicherheitsmaßnahmen, so dass sämtlicher Datenaustausch dabei effizient geschützt ist.

Über die LAIQON AG (vormals Lloyd Fonds AG):

Die LAIQON AG (LQAG) ist eine innovative Asset Management-Factory für nachhaltige Kapitalanlage mit einem verwalteten Vermögen von rund 6,0 Mrd. EUR.* Mit einem Full-Service-Angebot an nachhaltigen Wealth-Produkten und Lösungen wendet sich die LAIQON AG sowohl an private als auch an institutionelle Kunden. Die LAIQON AG hat sich dabei in den drei Geschäftssegmenten Asset Management, Wealth Management und Digital Wealth positioniert. Das 1995 gegründete, bankenunabhängige Unternehmen ist seit 2005 an der Börse vertreten. Seit März 2017 ist die LAIQON AG im Segment Scale (ISIN: DE000A12UP29) der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet.

Die LAIQON AG bietet ihren Kunden aktuell über 50 Wealth-Produkte und Lösungen an. Dabei soll nachhaltiges Investieren ein Schwerpunkt der Gesellschaft sein. Hier will die LAIQON AG mit ihrem Produkt- und Lösungsportfolio, das im Zielbild der LAIQON Nachhaltigkeits-Pyramide nahezu vollständig Art. 8 und 9 der Offenlegungsverordnung entsprechen soll, eine führende Rolle einnehmen. Die cloudbasierte Digital-Asset-Plattform 4.0 ist digitales Herzstück und zentrale Komponente der Asset Management-Factory. Der aufgebaute Asset Management-Factory-Ansatz dient dabei erstens als Basis für die Produktqualität der angebotenen Wealth-Produkte und Lösungen und zweitens als Basis für interne und externe Skalierbarkeit. Dies sowohl durch einen intern gesteuerten „Best-in-Class Direct“ Vertriebsansatz, als auch über „Inside-White Label Partnerschaften“.

Mit GROWTH 25 soll das weiterhin erwartete überproportionale Wachstum der Assets under Management (AuM) der wesentliche Treiber der zukünftigen Ergebnisse sein. Bis Ende 2025 sollen die AuM in den drei Geschäftssegmenten plangemäß auf 8 bis 10 Mrd. EUR ansteigen. Die LAIQON AG strebt dabei bis Ende 2025 die Erzielung einer EBITDA-Marge von über 45 Prozent bezogen auf den Nettoumsatz an. Diese ergibt sich unter Berücksichtigung der durchschnittlichen historisch erwirtschafteten Performance-Fees des Produktspektrums der LAIQON AG.

* Stand der Zahlenangabe: 30.06.2023

Über das WealthTech LAIC:

Das WealthTech LAIC, ein Teilkonzern der LAIQON AG,  bietet hochindividualisierte und technologisierte Lösungen für seine Kunden und Partner. Vor diesem Hintergrund ist LAIC Anbieter von Produkten und Lösungen auf Basis verlässlicher, wissenschaftlicher und objektiver Methodiken. Der seit 2018 eigenentwickelte, auf künstlicher Intelligenz basierende LAIC ADVISOR® ist Teil aller LAIC-Anlagelösungen für private und institutionelle Investoren. Hinter der LAIC-Gruppe stehen langjährig erfahrene Kapitalmarktexperten, hochspezialisierte Softwareentwickler und quantitative Analysten und Analystinnen.

Verantwortlich für den Inhalt:

LAIQON Solutions GmbH, An der Alster 42, 20099 Hamburg, Tel: +49 (0)40 32 56 78-0, www.laiqon.com

Marktkommentar von Claudia Ravat und Yingwei Lin, ESG-Analysten, La Française AM

Seit ihrer Einführung im Jahr 2015 haben sich die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zu einem wirkungsvollen Instrument entwickelt, um die weltweit dringenden Herausforderungen anzugehen und zu bewältigen. Mit ihrem weitreichenden Ansatz, der Bereiche wie Armutsbekämpfung, Klimawandel, Gleichstellung der Geschlechter und nachhaltiges Wirtschaftswachstum umfasst, stellen die SDGs eine gemeinsame globale Vision für eine integrativere, gerechtere und nachhaltigere Zukunft dar.

2014 lag der geschätzte Finanzierungsbedarf für die SDGs bei 5 bis 7 Billionen US-Dollar pro Jahr.  Nach der Corona-Pandemie stiegen die Schätzungen auf 7 bis 9 Billionen US-Dollar pro Jahr. Die Finanzierungslücke vergrößerte sich nach Angaben der OECD um 1,7 Billionen US-Dollar und lag 2020 bei rund 4,2 Billionen US-Dollar. Von Anfang an wurde der Privatsektor als wichtiger Partner bei der Verfolgung dieser Ziele erkannt. Er dient aufgrund seiner starken Flexibilität, Innovations- und Investitionsfähigkeit als Motor für den Wandel und kann somit einen transformativen Wandel vorantreiben. Durch die Ausrichtung ihrer Strategien und Aktivitäten an den SDGs können Unternehmen positive soziale und ökologische Auswirkungen erzielen und gleichzeitig neue Möglichkeiten für nachhaltiges Wachstum erschließen.

Das Engagement des Privatsektors für die SDGs geht über reine Philanthropie oder soziale Verantwortung von Unternehmen hinaus. Vielmehr ist es ein strategisches Muss für Unternehmen, um ihre Geschäfte zukunftssicher zu gestalten und eine langfristige Wertschöpfung zu sichern. Die Berücksichtigung der SDGs ermöglicht es Unternehmen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, Investitionen zu gewinnen, Innovationen zu fördern und widerstandsfähige Geschäftsmodelle aufzubauen, die sich in einer sich wandelnden globalen Welt behaupten können.

Für Investoren ist es entscheidend die Bedeutung der SDGs für die Gestaltung der künftigen Investmentlandschaft zu erkennen. Die Integration der SDGs in die Entscheidungsprozesse bei Investitionen ermöglicht es den Anlegern, ihre Portfolios an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit auszurichten und zu positiven sozialen und ökologischen Ergebnissen beizutragen. Dieser Ansatz beinhaltet die Einbeziehung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Erwägungen in die Investmentanalyse, die aktive Suche nach Unternehmen, die ein starkes Engagement und Fortschritte hinsichtlich der SDGs zeigen, und die Zusammenarbeit mit Portfoliounternehmen, um Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu fördern.

Herausgegeben von La Française AM Finance Services mit Sitz in 128, boulevard Raspail, 75006 Paris, Frankreich, einem Unternehmen, das von der Autorité de contrôle prudentiel als Anbieter von Investitionsdienstleistungen unter der Nummer 18673 X reguliert wird und ein Tochterunternehmen von La Française ist. La Française Asset Management ist eine von der AMF unter der Nr. GP97076 am 1. Juli 1997 zugelassene Verwaltungsgesellschaft.

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La Française Systematic Asset Management GmbH, Neue Mainzer Straße 80, 60311 Frankfurt, Tel: +49 (0)40 300929 174 , www.la-francaise-systematic-am.com

Unternehmen mit schwacher Bilanz im Fall einer „verspäteten“ Rezession besonders gefährdet

Lange schien kein Weg an ihr vorbeizuführen, doch inzwischen stellen sich viele die Frage, ob sie überhaupt noch kommt: Die Rede ist von der vielbeschworenen Rezession. Denn die globale Konjunktur hat sich in diesem Jahr erstaunlich stabil gezeigt. So ist die US-Wirtschaft vier Quartale in Folge um mindestens zwei Prozent gewachsen, und auch das Wachstum in der Eurozone hält sich weiterhin tapfer über der Nulllinie. „Die Märkte haben ihr Urteil schon gefällt: Aktien befinden sich nach der Baisse im vergangenen Jahr wieder in einem neuen Bullenmarkt“, stellt Tilmann Galler, globaler Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, fest. Die Frage sei jedoch, ob das Konjunkturumfeld wirklich so stabil ist, wie es die Märkte antizipieren – und warum der größte Zinsanstieg der letzten 40 Jahre nicht zu einem stärkeren Abschwung der Wirtschaft geführt hat. Ökonom Tilmann Galler beobachtet einige Anzeichen dafür, dass der fiskalische Rückenwind für das US-Wachstum schon im vierten Quartal dieses Jahres nachlassen könnte – mit negativen Auswirkungen vor allem für Aktien und Hochzinsanleihen.

Fiskalpolitik wichtige Stütze der US-Konjunktur

Tilmann Galler sieht als einen entscheidenden Faktor für die bisherige Stabilität der Konjunktur die US-Fiskalpolitik an. Die Pandemie habe zu den größten staatlichen Stützungsmaßnahmen der Nachkriegszeit geführt, als der US-Staat einen Großteil der wirtschaftlichen Risiken der Pandemie übernahm. Die Folgen würden jetzt sichtbar: „Die US-Konsumnachfrage zeigt sich sehr robust und scheint quasi immun gegen die stark gestiegenen Zinsen zu sein. Die Privathaushalte können und wollen sich die teureren Konsumgüter und Dienst¬leistungen leisten. Dank der angehäuften Ersparnisse aus Pandemiezeiten, steigenden Löhnen und nun auch wieder höheren Zinseinkommen haben sie den finanziellen Spielraum hierfür“, erklärt Galler.

Eine staatlich induzierte Nachfrage stützt die Konjunktur, was nach Ansicht des Kapitalmarktexperten allerdings zunehmend besorgniserregend wird: „Das Defizit des US-Haushaltes ist zwei Jahre nach dem Höhepunkt der Pandemie immer noch tiefrot und im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) innerhalb eines Jahres von 4,2 Prozent auf 8,5 Prozent angewachsen“, sagt Galler. Interessanterweise seien für die jüngst steigenden Staatsausgaben nicht die spektakulären Konjunkturprogramme wie der CHIPS-Act, die Infrastructure Bill oder der Inflation Reduction Act verantwortlich, sondern vielmehr Steuerausfälle, die Inflationsanpassung der Sozialhilfe, gestiegene Kosten für die staatliche Krankenunterstützung sowie der stetig steigende Zinsaufwand für die Staatsschulden.

Die wachsamen Anleihenmärkte sind zurück

Die Tatsache, dass ein großer Anteil des heutigen Wachstums „auf Pump“ erfolgte, und mit einem immer schneller wachsenden Schuldenberg erkauft wurde und wird, hält Tilmann Galler für einen großen Risikofaktor. Denn der jährliche Finanzierungsbedarf und der Zinsaufwand für neue US-Schuldtitel steigen entsprechend. „Die Zinszahlungen der USA werden 2023 voraussichtlich rund vier Prozent des BIP erreichen, das ist der höchste Stand seit den 1990er Jahren“, betont Galler. Die Herabstufung der Bonität der USA durch die Ratingagentur Fitch sei ein deutlicher Hinweis, dass eine laxe Haushaltspolitik nicht unendlich fortführbar ist.

Die großen Notenbanken ziehen sich bereits sukzessive aus den Anleihenmärkten zurück. „Der Inflationsschock hat die Geldpolitik zu ihrem Primärziel der Preisstabilität zurückgeführt, wodurch den Finanzministerien in Europa und den USA ein liebgewordener Komplize abhandengekommen ist. Die wachsamen Anleihenmärkte sind zurückgekehrt, die unseriöse Haushaltspolitik mit höheren Zinsen bestrafen“, stellt der Ökonom fest. Jegliche Versuche von Regierungen, eine Rezession durch zusätzliche Fiskalmaßnahmen zu verhindern, würden fast zwangsläufig an Inflation und höheren Zinsen scheitern. „Bemerkenswerterweise war die Fiskalpolitik in der Eurozone in den letzten Jahren bei weitem nicht so expansiv wie in den USA, was zumindest teilweise das schwächere Wachstum der Währungsunion erklärt“, führt Galler aus.

Schon im Verlauf des vierten Quartals könnten sich die Vorzeichen für das US-Wachstum entscheidend verändern: Die neue Schuldenobergrenze macht ausgabenreduzierende Maßnahmen nötig, zudem laufen Steuerstundungen in Kalifornien aus. Die höheren Finanzierungkosten wirken zudem bremsend auf den Privatsektor. „Die vermeintliche Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft hat die Bewertungen einiger risikoreicherer Segmente bei Aktien und Hochzinsanleihen nach oben katapultiert. Anlegerinnen und Anleger sollten beachten, dass im Falle einer verspäteten Rezession die Fallhöhe in diesen Bereichen besonders groß ist“, fasst Tilmann Galler die Auswirkungen für die Kapitalmärkte zusammen.

Tilmann Galler, Executive Director, CEFA/CFA, arbeitet als globaler Kapitalmarktstratege für die deutschsprachigen Länder bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Als Teil des globalen „Market Insights“-Teams erstellt und analysiert er auf Basis von umfangreichem Research Informationen rund um die globalen Finanzmärkte und leitet Implikationen für Investmentstrategien ab. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in der Finanzbranche und war zuvor unter anderem auch als Portfolio Manager tätig.

Verantwortlich für den Inhalt:

J.P.Morgan Asset Management, (Europe) S.á.r.l. , Frankfurt Branch, Junghofstraße 14, ­60311 Frankfurt Tel.: 069/71240, Fax: 069/71242180, www.jpmam.de

Kommentar von Jeremiah Buckley, Portfolio Manager, Janus Henderson Investors

  • Der US-Markt hebt sich deutlich von anderen Märkten ab, da er mehr auf wachstumsorientierte Technologieunternehmen als auf Finanz- und Industriewerte ausgerichtet ist – verglichen mit dem MSCI World ex. US Index
  • Aktien – insbesondere Wachstumsaktien – können in inflationären Zeiten grundsätzlich als Absicherung dienen, da sie potenziell schneller wachsen als die Inflation, wovon der US-Markt profitiert
  • US-Unternehmen dürften in den kommenden Jahren höhere Aktienrenditen und Dividenden erzielen als der MSCI World ex. US Index

US-Aktien können aus mehreren Gründen eine wichtige Rolle in den Anlegerportfolios spielen – vor allem in der jetzigen Zeit der anhaltenden Inflation und trüber Wirtschaftsaussichten.

US-Aktien auf dem globalen Markt

Der US-Aktienmarkt ist der weltweit größte. Auf seine Unternehmen entfallen über 40 % der globalen Marktkapitalisierung. Es handelt sich um einen der zugänglichsten, transparentesten und liquidesten Märkte, und das wirtschaftliche Umfeld der USA hat eine Wachstums- und Innovationskultur begünstigt. Viele der weltweit erfolgreichsten Unternehmen sitzen daher in den USA. Diese positive Dynamik führt dazu, dass viele Anleger ein höheres Exposure im US-Aktienmarkt haben.

Der US-Markt unterscheidet sich hinsichtlich der Unternehmen, aus denen sich seine Wirtschaft zusammensetzt, erheblich von anderen globalen Märkten. So ist der US-Markt beispielsweise stark auf wachstums- und technologieorientierte Sektoren wie Informationstechnologie und Kommunikationsdienstleistungen ausgerichtet. Der S&P 500® Index enthält mehr als dreimal so viele Unternehmen aus dem Bereich Informationstechnologie wie der MSCI World ex. US Index (28,1 % gegenüber 8,1 %). Gleichzeitig weist der S&P 500 einen deutlich geringeren Anteil an Sektoren als der MSCI World ex. US Index auf, die in anderen Ländern einen wesentlichen Wirtschaftsanteil ausmachen, wie z. B. Finanz- und Industrieunternehmen. Diese Unterschiede in der wirtschaftlichen Zusammensetzung und dem Branchen-Exposure können eine Diversifizierung für Portfolios bieten, die sowohl in den USA als auch in anderen globalen Märkten investiert sind.

Wachstum und Technologie – eine Inflationsabsicherung

Darüber hinaus können US-Aktien auch Vorteile bieten, die sich speziell auf das derzeitige Umfeld anhaltender/hoher Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit beziehen. Aktien, insbesondere Wachstumsaktien, können in inflationären Zeiten grundsätzlich als Absicherung dienen, da sie potenziell schneller wachsen als die Inflation. Angesichts steigender Arbeitskosten dürften Unternehmen, die von Arbeitskräften unabhängiger sind – wie manche im IT-Sektor –, auch geringerem Lohndruck unterliegen. Gleichzeitig war die Zunahme der Technologie einer der Hauptfaktoren für die Disinflation der letzten zehn Jahre. Die jüngste Lohninflation dürfte weitere Investitionen in Effizienz- und Substitutionslösungen zur Senkung der Arbeitskosten fördern, was bestimmten Unternehmen zugutekäme.

Um langfristig zu überleben und zu wachsen, müssen Unternehmen unserer Ansicht nach entscheiden, wie sie Technologien nutzen und einsetzen, denn technologiebasierte Themen dürften auch in den kommenden Jahren für Rückenwind sorgen. So können beispielsweise Unternehmen profitieren, die zur Verbesserung der Produktivität, des digitalen Wandels und der Konnektivität in allen Wirtschaftsbereichen beitragen. Wir glauben, dass die Nachfrage nach Halbleitern weiter steigen wird, unter anderem durch die Umstellung auf eine umweltfreundlichere Energieerzeugung, die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen und KI-Anwendungen. Wir sind auch weiterhin der Meinung, dass alle Unternehmen danach streben, produktiver und flexibler zu werden, und dies erfordert kontinuierliche Investitionen in Software.

Die bereits erwähnte Ausrichtung auf Wachstums- und Technologieunternehmen hat sich für die US-Märkte im Vergleich zu anderen Regionen des Weltmarkts langfristig ausgezahlt. In einer Zeit, in der das Wachstum geringer und die Kreditaufnahme für Unternehmen teurer zu werden scheint, könnte sich eine Allokation in US-Aktien lohnen.

Gewinne – Schlüssel zum Marktwachstum

Nach einem schwierigen Jahr 2022 hat sich der US-Markt als widerstandsfähig erwiesen, und wir sind der Meinung, dass er angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten auch weiterhin positiv verlaufen kann. Da sich die Unternehmen auf höhere Zinsen einstellen und die Inflation nachlässt, dürfte die Gewinnentwicklung nun der Schlüssel zum Marktwachstum sein. Obwohl wir mit einer volatilen und holprigen Phase rechnen, sind wir in Bezug auf die Gewinnentwicklung für das restliche Jahr 2023 und bis 2024 hinein optimistisch, selbst wenn man von einem langsamen bis flachen Wirtschaftswachstum ausgeht. Die Gewinnschätzungen haben sich zwar abgeschwächt, aber die Konsensprognosen für die S&P 500-Gewinne gehen immer noch von einem Wachstum in den nächsten zwölf Monaten aus. Darüber hinaus wird für den S&P 500 in den kommenden Jahren ein stärkeres Wachstum des Gewinns je Aktie (EPS) und der Dividenden erwartet als für den MSCI World ex. US und MSCI Europe.

Langfristige Ausrichtung

Vor diesem Hintergrund sind wir der Meinung, dass US-Aktien in den Portfolios der Anleger eine vielseitige Rolle spielen können, insbesondere jetzt, da die Weltwirtschaft mit anhaltender Inflation und unsicheren Wachstumsaussichten zu kämpfen hat. Wir glauben, dass die Märkte letztlich durch langfristiges, nachhaltiges Gewinnwachstum bestimmt werden, und dass Unternehmen, die ihre Gewinne im Laufe der Zeit steigern können, davon profitieren werden. Viele dieser Chancen sehen wir heute auf dem US-Markt.

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Trend zu nachhaltigen Geldanlagen ist weiter schwach ausgeprägt

Die „Schaukelbörse“ der letzten zwei Jahre beeindruckt die Anleger offensichtlich wenig. Denn der Deutsche Geldanlage-Index DIVAX-GA zeigt sich auf gutem Niveau nahezu unverändert. Im Winter 2021/22 lag sein Wert bei 31,1 Punkten, aktuell erreicht er 29,5. Der Index mißt das Stimmungsbild zu aktienbasierten Geldanlagen mit Werten zwischen -100 und +100. Der stabile Verlauf der letzten anderthalb Jahre unterscheidet sich von dem der anderthalb Jahre davor, in denen der Index einen rapiden Anstieg erlebte. Im Sommer 2020 lag der Wert noch bei 24,9. Dazu Prof. Dr. Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA: „Die Entwicklung des Index ist ein Indiz dafür, dass diejenigen, die in den letzten Jahren in aktienbasierte Anlagen eingestiegen sind, dabei bleiben. Dies ist eine gute Entwicklung, denn Aktieninvestments sollten einen langfristigen Anlagehorizont haben.“

Geldknappheit verhindert weitere Verbesserung der Aktienkultur

Fragt man die Bürgerinnen und Bürger danach, was sie von Aktienanlagen abhält, sind deutlich die Auswirkungen der Inflation zu erkennen. Der Hauptgrund ist inzwischen das nicht verfügbare Geld. Im Sommer 2020 galt dies für 34,5 Prozent der Befragten, inzwischen sind es schon 42,5 Prozent. Geldmangel hat damit die Sorge vor einem Verlust des Geldes (aktuell 38,2 Prozent) und die Scheu vor den Risiken einer Aktienanlage (35,4 Prozent) deutlich hinter sich gelassen.

Besonders stark ist der Effekt in den östlichen Bundesländern, wo fast die Hälfte der Befragten (47,4 Prozent) fehlendes Geld als primäre Ursache nennt (Westen: 41,3 Prozent). Dazu Heuser: „Der anhaltende Positivtrend zu aktienbasierten Anlagen wird derzeit durch die Inflation eingebremst. Die Menschen haben schlicht und ergreifend weniger Geld verfügbar, das sie anlegen können. Da die verfügbaren Einkommen im Osten ohnehin knapper sind, gilt das für die Menschen dort natürlich um so mehr.“

Einschätzungen zur Inflation: Sie bleibt hoch

Mit Blick nach vorne dürfte sich absehbar an dieser Situation nicht viel ändern: 32,9 Prozent der Befragten gehen aktuell davon aus, dass die Inflation allenfalls leicht sinken wird. 28,3 Prozent glauben, sie bleibt unverändert hoch. Und 27,9 Prozent erwarten sogar einen weiter steigenden Wert. „Entscheidend für die weitere Entwicklung der Börsen dürften in diesem Kontext die Zinsen sein. Stärkere positive Impulse für die Aktienkurse sind erst dann wieder zu erwarten, wenn die Zentralbanken erste Zinsschritte nach unten ankündigen. Viele warten auf dieses Einstiegsszenario und sind deshalb aktuell noch zurückhaltend“, so Heuser.

Dies deckt sich mit der Befragung: Nur 17,9 Prozent gehen davon aus, dass die Zinsen deutlich fallen werden. Dies ist klar die Minderheit. Dagegen erwarten 44,6 Prozent stabil hohe und 24,7 Prozent sogar weiter steigende Zinsen. „Diese Erwartungen bestimmen das Stimmungsbild des Index. Vermutlich wird sich deshalb auch an den Börsen nicht viel tun. Stattdessen nutzen inzwischen viele die gestiegenen Zinsen: Insgesamt gaben 37,7 Prozent an, stärker in Termingelder, festverzinsliche Wertpapiere oder zinsabhängige Fonds zu investieren“, resümiert Heuser.

Nachhaltigkeit bei der Geldanlage weiter von untergeordneter Bedeutung

Vor allem für die Emittenten, aber auch für die Politik dürfte von Interesse sein, wie sich der Trend zu nachhaltigen Geldanlagen entwickelt. Dieser ist mit Blick auf die ambitionierten Ziele des Green Deal der Europäischen Union und die Investitionserfordernisse für die Klimawende enttäuschend: Die Gruppe derjenigen, für die Nachhaltigkeit keine Rolle spielt, ist mit aktuell 60,6 Prozent deutlich in der Mehrheit und im Vergleich zum Sommer 2022 (59,4 Prozent) sogar noch leicht gestiegen.

Martin Klein, geschäftsführender Vorstand des Vermittlerverbands VOTUM, eines der vier Trägerverbände des DIVA, hat dazu Antworten: „Die Mitglieder unseres Verbandes beraten tagtäglich viele tausend Kunden zur Geldanlage. Sie sind dabei sogar gesetzlich verpflichtet, das Kriterium Nachhaltigkeit einzubeziehen. Das Interesse der Kunden ist aber gering. Häufig muss ein Berater das Thema aktiv ansprechen und dafür werben. Oft begegnet er dabei Unkenntnis und Skepsis.“

Dies deckt sich mit den Ergebnissen des DIVA, nach denen 43,4 Prozent der Befragten nachhaltige Geldanlagen für eine Modeerscheinung halten. Dazu Klein: „Die Politik ist gefordert. Berater können sich nicht zu Botschaftern für Investitionen in nachhaltige Projekte machen, wenn es aufgrund unklarer Regelungen noch viele Unsicherheiten gibt. Derzeit müssen wir erleben, dass sich Emittenten und Berater wegen des Damoklesschwertes des „Green-Washing“-Vorwurfs zurückhalten und die weitere Entwicklung beobachten. Die nicht aufeinander abgestimmte EU-Gesetzgebung hat für die Berater Haftungsfallen geschaffen, die verhindern, dass sie zu überzeugten ESG-Botschaftern werden. Ohne widerspruchsfreie Vorgaben aus der Politik haben weder die Berater noch unsere Kunden die notwendige Klarheit, um Vertrauen aufzubauen beziehungsweise zu gewinnen.“

Die Umfrage ist Teil der aktuellen Sommer-Ausgabe des Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) und wurde im Auftrag des DIVA von INSA-CONSULERE durchgeführt. Befragt wurden ca. 2.000 Personen in Deutschland. Alle Ergebnisse sind auf der Website des DIVA zu finden.

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Marktkommentar von Guy Wagner, BLI – Banque de Luxembourg Investments

  • Entspannung der Inflationsraten beginnt sich zu verlangsamen
  • Wenig Neues aus Jackson Hole
  • Zinsen europäischer Staatsanleihen steigen weniger stark an als in den USA
  • Hoffnung auf weiche Landung der US-Wirtschaft verhindert bislang größere Korrektur an den Aktienmärkten

Trotz der geldpolitischen Straffung beschränkt sich die Widerstandsfähigkeit der Konjunktur nun zunehmend auf die US-Wirtschaft, während sich die Anzeichen für eine Abschwächung in Europa und China häufen. Das schreiben Guy Wagner und sein Team in ihrem jüngsten monatlichen Marktbericht „Highlights“.

In den USA signalisierten die Einzelhandelsumsatzzahlen für Juli, dass der Inlandsverbrauch im dritten Quartal weiter zulegt, was auf ein anhaltend positives Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Sommer hindeutet. „Im Gegensatz dazu scheinen sich die Dienstleistungsaktivitäten in der Eurozone dem Abwärtstrend anzuschließen, der bereits seit einigen Monaten im verarbeitenden Gewerbe zu beobachten ist, da der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor unter die 50er-Marke fiel, die Expansion und Kontraktion voneinander trennen soll“, sagt Guy Wagner, Chief Investment Officer (CIO) von BLI – Banque de Luxembourg Investments. „In China scheint der Zusammenbruch des Immobiliensektors kein Ende zu nehmen, da weitere Bauunternehmer mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben und die Hauspreise trotz der jüngsten Unterstützungsmaßnahmen der Regierung weiterhin unter Druck stehen.“

Entspannung der Inflationsraten beginnt sich zu verlangsamen

Die Entspannung der Inflationsraten beginnt sich zu verlangsamen, da die Vergleichsgrundlagen in der zweiten Jahreshälfte ungünstiger werden. So stieg die Gesamtinflationsrate in den USA von 3,0 Prozent im Juni auf 3,2 Prozent im Juli. In der Eurozone blieb die Gesamtinflationsrate im August unverändert bei 5,3 Prozent.

Wenig Neues aus Jackson Hole

Auf der traditionellen Konferenz der Zentralbanker in Jackson Hole in den USA brachte die Rede des Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, wenig Neues. Er betonte erneut die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen, um die Inflation auf zwei Prozent zu senken, wies jedoch darauf hin, dass die bereits erfolgten Zinserhöhungen in Zukunft einen vorsichtigeren Ansatz erfordern, um eine übermäßige Straffung zu vermeiden. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, betonte vor allem, dass die Zinssätze im Vergleich zu den Niveaus vor der Covid-Ära dauerhaft höher bleiben könnten.

Zinsen europäischer Staatsanleihen steigen weniger stark an als in den USA

Als die Rendite der zehnjährigen US-amerikanischen Staatsanleihe im Laufe des Monats August ein neues Post-Covid-Rekordhoch erreicht hatte, entspannte sie sich wieder, nachdem der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, in Jackson Hole eine relativ neutrale Rede gehalten hatte. In Europa stiegen die langfristigen Zinsen weniger stark an als in den USA und beendeten den Monat nahezu unverändert.

Hoffnung auf weiche Landung der US-Wirtschaft verhindert bislang größere Korrektur an den Aktienmärkten

Die durch das Thema Künstliche Intelligenz ausgelöste Börseneuphorie ebbte im August etwas ab, da die Börsenkurse ihre Gewinne aus den Vormonaten konsolidierten. „Die Hoffnung auf eine weiche Landung der US-Wirtschaft verhinderte jedoch bislang eine größere Korrektur“, so Guy Wagner abschließend. „Auf Sektorenebene war Energie der einzige Sektor, der sich leicht positiv entwickelte, während Versorger, Materialien und Finanzen die größten Rückgänge verzeichneten.“

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Trotz deutlicher Anzeichen eines Markthypes ist die Begeisterung der Anleger für künstliche Intelligenz (KI) immer noch berechtigt, zumal sich das iPhone-ähnliche Potenzial des Sektors entwickelt, so Allan Clarke, Investment Manager – Global Equities bei Aegon Asset Management:

Das alte Sprichwort über große technologische Durchbrüche – dass deren Auswirkungen kurzfristig überschätzt und langfristig unterschätzt werden – trifft auch auf KI zu. Von der derzeitigen Aufregung sollten sich umsichtige Anleger nicht entmutigen lassen. Natürlich gibt es einen kurzfristigen Hype um KI, aber er besitzt eine solide Grundlage. Einerseits gibt es praktikable Anwendungsmöglichkeiten für diese Technologie in einem Ausmaß, das bei anderen Modeerscheinungen der letzten Zeit wie Kryptowährungen und dem Metaverse fehlte. Andererseits lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau vorhersagen, wohin uns die KI führen wird. Dies ist eine attraktive Kombination.

Um es ins rechte Licht zu rücken: 16 Jahre sind seit der Einführung des iPhones vergangen – es sorgte sofort für Aufsehen, doch nur wenige konnten sich zu Beginn seiner Entwicklung vorstellen, welche Möglichkeiten es später freisetzen würde. Bei der KI wird es vermutlich ähnlich sein.

KI birgt erhebliche Chancen für wirtschaftsverändernde Entwicklungen, wobei dieses Potenzial auch erhebliche Risiken enthält, insbesondere wenn der derzeitige „Hype-Zyklus“ anhält. Es besteht ein enormes Potenzial für die Revolutionierung von Geschäftsmodellen und die Neuausrichtung von Volkswirtschaften als Folge von KI-Innovationen. Aber diese Dinge brauchen Zeit und sind oft schmerzhafte Prozesse, die auch eine politische Dimension in zukünftige Entwicklungen mit sich bringen können. Insgesamt würde es mich nicht überraschen, wenn wir eine Phase des Hypes durchlaufen, dann eine Phase, in der sich die Dynamik verlangsamt und die Dinge nicht den ursprünglichen Erwartungen entsprechen, um dann mittelfristig eine neue Welle von Facebook, Google und anderen Großkonzernen aufkommen zu lassen.

Zu den Sektoren, die von der KI-Disruption betroffen sind, wird es sowohl Gewinner als auch Verlierer geben, wobei alle Sektoren, die mit der Content-Generierung zu tun haben, besonders gefährdet sind.

Die Musikindustrie, Bilder, der Journalismus, Filme und das Fernsehen könnten alle davon betroffen sein. Es könnte sogar Auswirkungen auf die Asset Management Branche haben, und zwar in Bezug auf die Art und Weise, wie Portfolio Manager auf externe Recherchen zugreifen und Investment Notes schreiben. Längerfristig sollten wir jedoch auch über Inhalte im weiteren Sinne nachdenken. Beispielsweise erweist sich die KI als sehr geschickt im Schreiben von Computercodes – eine spezielle Fähigkeit, über die derzeit nur relativ wenige Menschen verfügen. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Softwarebranche haben.

Für Anleger, die das Thema in Betracht ziehen, ist Nvidia eine offensichtliche und bereits breit genutzte Möglichkeit. Das Unternehmen hat sich genau für die aktuelle Marktdynamik etabliert, aber es gibt viele andere Unternehmen, die ebenfalls gute Investitionsmöglichkeiten bieten. Nvidia hat sich seit etwa einem Jahrzehnt für eine neue Ära im Computerbereich positioniert und sich als einziger ‘Ökosystem’-Akteur etabliert, ähnlich wie Apple mit dem iPhone auf dem Mobilfunkmarkt. Netzwerkunternehmen wie Broadcom und Marvell scheinen ebenfalls gut aufgestellt zu sein, um von der KI-Disruption zu profitieren. Sie liefern die Technologie für die Verbindung von Servern in Rechenzentren und machen das Rückgrat unseres Telekommunikationsnetzes schnell und widerstandsfähig genug, um das wachsende Datenvolumen zu bewältigen.

Unabhängig davon gibt es definitiv einige Bedenken in Bezug auf das Urheberrecht und die Art und Weise, wie die Eigentümer von Originalinhalten belohnt werden. Zweifellos werden Geschäftsmodelle entstehen, die versuchen, diesem Bedarf gerecht zu werden. Adobe ist ein Beispiel für ein Unternehmen, das bereits versucht, den Eigentümern von Originalinhalten dabei zu helfen, diese zu kennzeichnen und zu verhindern, dass sie in KI-Trainingsmodellen verwendet werden. Bei den großen Playern könnten AWS von Amazon, Azure von Microsoft und GCP von Alphabet weiterhin unglaublich wichtig bleiben, da sie die Datenzentren sind, über die viele von uns auf diese KI-Dienste zugreifen werden. Sie werden wahrscheinlich ihre Rechenzentren umgestalten müssen, und es besteht ein potenzielles Risiko, wenn einer von ihnen nicht schnell genug reagiert, aber für den Moment scheinen sie sicher zu sein.

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Aegon Asset Manager, Eurotheum (17.), Neue Mainzer Straße 66-68, 60311 Frankfurt am Main, www.aegonam.com

Alpha generieren aus nachhaltigen Zukunftstechnologien: Neuberger Berman launcht Climate Innovation Fund

  • Investieren in den Fortschritt bei Klima-Innovationen: Climate Innovation Fund investiert in 30 bis 60 Aktien und will so Chancen auf Alpha eröffnen
  • Historisch einzigartiger Investitionszyklus: Finanzierungslücke von 90 Milliarden Euro bei kohlenstoffarmer Technologie bis 2050
  • Politischer und technologischer Rückenwind: Investitionen in Klima-Innovationen schaffen Chancen und ermöglichen Beteiligung an nachhaltigerer Gesellschaft

Der unabhängige US-amerikanische Vermögensverwalter Neuberger Berman hat einen Climate Innovation Fund aufgelegt. Der nach Artikel-8 der EU-Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (SFDR) eingestufte Fonds wird entlang der Reifekurve wichtiger Klimatechnologien investieren und soll Anlegern so Chancen auf Alpha sichern. Der Neuberger Berman Climate Innovation Fund wird dafür 30 bis 60 globale Aktienpositionen mit einem Schwerpunkt auf wichtige Innovatoren und Profiteure von Klima-Innovationen halten. Dabei kann der Fonds auf eine robuste Plattform für thematische Aktieninvestitionen aufbauen, die Themen von Zukunftsmobilität bis hin zur Raumfahrtökonomie abdeckt.

Kombination aus Fundamentalanalyse und ESG-Investitions-Ansatz

Das Portfoliomanagement-Team setzt bei der Asset-Allokation auf die Kombination aus einer umfassenden Fundamentalanalyse sowie dem bewährten Ansatz von Neuberger Berman für ökologische, soziale und Governance-Investitionen (ESG), mit dem der Asset Manager branchenweit führend ist. Als reine Performance-Benchmark orientiert sich der Neuberger Berman Climate Innovation Fund am MSCI All-Country World Index (ACWI) (Total Return, Net of Tax, USD).

Das Management des offenen Investmentfonds übernehmen Evelyn Chow und Charlie Lim vom Standort New York. Die beiden Portfoliomanager können auf mehrjährige Erfahrung in dieser Strategie zurückblicken. Unterstützt werden sie vom globalen Aktienresearch-Team von Neuberger Berman, zudem mittlerweile mehr als 49 Anlageexperten gehören, sowie den Data-Science- und ESG-Teams des global tätigen Asset Managers.

Finanzierungslücke für Klimatechnologie bietet Anlagepotenzial

Evelyn Chow kommentiert den Start des Climate Innovation Funds: „Bei der Herausforderung des Klimawandels, bringen uns Verhaltensänderungen allein nur bis zu einem gewissen Grad weiter. Um den Klimawandel zu bewältigen, braucht es technologische Innovationen. Allein bis zum Jahr 2050 wird sich hier eine Finanzierungslücke von 90 Milliarden Euro auftun. Immerhin lassen sich laut Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) 90 Prozent der Reduzierung an CO2-Emissionen bis zum angestrebten Netto-Null-Ziel, nur mithilfe kohlenstoffarmer Technologien erreichen.“

Charlie Lim ergänzt dazu: „Um dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen, müssen sich die globalen jährlichen Investitionen zur Bekämpfung des Klimawandels verdreifachen. Dies treibt die Entstehung eines neuen, historisch einzigartigen Investitionszyklus voran. Wir glauben, dass Investitionen in Klima-Innovationen einerseits eine gesellschaftliche Verpflichtung sind und andererseits für Investoren attraktive Wachstumschancen bieten.“

Monetäre Chancen und Beitrag zur nachhaltigeren Gesellschaft

Sarah Peasey, Head of Europe ESG Investing bei Neuberger Berman, erklärt: “Unsere Kunden sind sich zunehmend der Risiken und Chancen bewusst, die mit dem Klimawandel und der allgemeinen Energiewende einhergehen. Viele haben bereits erkannt, dass dieser Wandel alle Anlageklassen, sowohl im öffentlichen Sektor als auch private Unternehmen in ihren Portfolios, betreffen wird. Klima-Innovationen erhalten heute sowohl aufgrund der globalen politischen Anstrengungen als auch durch technologische Entwicklungen Rückenwind. Wenn Investoren heute ihr Kapital in Unternehmen lenken, die effektive Technologien für den Klimaschutz schaffen und einsetzen, bietet das nicht nur monetäre Chancen, sondern auch die Möglichkeit, sich an einer nachhaltigeren Gesellschaft zu beteiligen.“

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Neuberger Berman Europe Limited, Friedrich-­Ebert­-Anlage 49, D-­60308 Frankfurt,Tel: +49 69 509 56 5648/5649, www.nb.com

Seit 2015 gibt es die European Long-Term Investment Funds, ELTIFs. Doch breite Bedeutung erlangten sie nicht.

„Bislang“, sagt Michael Patzelt, Head of Sales für die DACH-Region bei Moventum. „Denn seit die EU Änderungen in der Regulierung der ELTIFs angekündigt hat, nimmt das Interesse stark zu.“ Und das sowohl bei institutionellen Anlegern wie auch Beratern, die ihren privaten Kunden damit Investments in neue, bislang schwierig zu bedienende Assets ermöglichen.

„Die ELTIFs könnten sich als das am besten geeignete Vehikel für Investitionen von Privatkunden in Private Markets erweisen“, sagt Patzelt. „Die neuen Regelungen lassen hier deutlich mehr Spielraum.“ Die EU hatte ELTIFs geschaffen, um Investitionen in Infrastruktur, Private Equity und Private Debt zu erleichtern. „Dabei wurden allerdings sehr hohe Hürden aufgebaut, um Privatanleger zu schützen“, sagt Patzelt.

Diese Hürden haben sich als zu hoch und zu wenig praktikabel erwiesen, weshalb sie bereits im April 2023 herabgesetzt wurden. „Die Fonds werden damit deutlich flexibler“, so Patzelt. „Von Mitte Januar 2024 an fallen zudem weitere Beschränkungen und Privatanleger können sehr viel leichter und mit deutlich geringeren Mindestanlagesummen darin investieren.“

So entfällt der Mindestanlagebetrag von 10.000 Euro und auch die für Privatanleger geltende Obergrenze von maximal zehn Prozent am liquiden Vermögen entfällt – selbst für Anleger, die weniger als 500.000 Euro liquides Kapital aufweisen. „Es wird für Berater einfacher, weil für die ELTIFs keine eigene Geeignetheitsprüfung mehr vorzunehmen ist“, sagt Patzelt. „Diese darf jetzt zusammen mit der grundsätzlichen, ohnehin vorgeschriebenen Prüfung erfolgen.“

Der letzte Punkt ist insofern wichtig, als die ELTIFs damit anderen Finanzprodukten gleichgestellt werden – auch was die Risikowahrnehmung bei Kunden angeht. „Die Fonds sind, wie der Name bereits sagt, langfristig ausgerichtet und sollen unter anderem dazu beitragen, privates Kapital für die Nachhaltigkeitsziele der EU zu mobilisieren“, sagt Patzelt. „Bislang ist da erschreckend wenig zusammengekommen, das könnte sich jetzt ändern.“

Luxemburg ist dabei das Land, in dem bislang die meisten ELTIFs aufgelegt wurden. „Das wird aus unserer Sicht auch so bleiben, da hier die Erfahrung mit den Langfristfonds schon gegeben ist“, sagt Patzelt. Das wachsende Interesse an den Produkten wird dafür sorgen, dass maßgeschneiderte Lösungen geschaffen werden, die sich sehr stark auf einzelne Themen fokussieren. „Wir erwarten, dass sich das Marktvolumen in den kommenden Jahren mehr als verfünffacht – und werden unseren Kunden solche Produkte ebenfalls zugänglich machen“, so Patzelt.

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Moventum Asset Management c/o Moventum S.C.A.,12, rue Eugène Ruppert , L-2453 Luxembourg, Tel +352 26 154 200, www.moventum.lu