J.P. Morgan AM: 28. Ausgabe der „Long-Term Capital Market Assumptions“ veröffentlicht: Mit 60/40 Mischportfolio lässt sich das Vermögen in 13 Jahren verdoppeln

Laut den Experten von J.P. Morgan Asset Management haben die Folgen der globalen Pandemie, verbunden mit den verschärften geopolitischen Spannungen, zu einer Phase bedeutender wirtschaftlicher Veränderungen geführt. „Wir befinden uns im Übergang von einer Welt anhaltender Desinflation, ultralockerer Geldpolitik und fiskalischer Zurückhaltung hin zu einer Welt mit wechselseitigem Inflationsrisiko, konventionellerer Geldpolitik und stärkerem Einsatz fiskalischer Instrumente. Diese sich verändernden Rahmenbedingungen haben weitreichende Auswirkungen für Anlegerinnen und Anleger und verlangen eine grundsätzliche Überprüfung der langfristigen Kapitalanlagestrategie“, erläutert Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt anlässlich der Vorstellung des langfristige Kapitalmarktausblicks der Gesellschaft (Long-Term Capital Market Assumptions – kurz LTCMA). In dieser Analyse, die der Asset Manager aktuell zum 28. Mal herausgibt, werden die Ertrags- und Risikoerwartungen für rund 200 verschiedene Anlageklassen und Strategien von über 60 weltweit tätigen Expertinnen und Experten für die nächsten zehn bis 15 Jahre aggregiert. Mit diesem Fokus über die nächsten ein bis zwei Konjunkturzyklen hinweg wird jenseits von kurzfristigen zyklischen Entwicklungen eine Prognose für die langfristige Entwicklung der globalen Wirtschaft, der Zinsen sowie der wichtigsten Anlageklassen möglich.

Ein wichtiges Ergebnis des langfristigen Ausblicks ist, dass trotz gestiegener Unsicherheit die langfristigen Ertragsperspektiven in vielen Vermögenklassen sehr vielversprechend sind. „Wir erwarten für ein Portfolio mit 60 Prozent globalen Aktien und 40 Prozent Anleihen über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren eine jährliche Rendite von 5,3 Prozent in Euro. Dies ist ein weiterer Anstieg um 20 Basispunkte im Vergleich zum letzten Jahr, was vor allem an den deutlich verbesserten Renditeaussichten für Anleihen liegt. Mit diesen Ertragsaussichten kann sich der Wert des Portfolios in 13 Jahren verdoppeln“, unterstreicht John Bilton, globaler Leiter Multi-Asset-Strategie bei J.P. Morgan Asset Management.

KI und erneuerbare Technologie beflügeln Wachstum

Während kurzfristig die Sorge dominiert, wann und wie stark es zur Rezession kommt, sei dies laut Ökonom Tilmann Galler für die langfristige Prognose eher sekundär. Das langfristige Wachstum werde vielmehr durch Faktoren wie Demographie, Kapitalstock und Produktivität einer Volkswirtschaft definiert. Und genau hier gebe es für die Industrieländer gute Nachrichten. „Die enormen Fortschritte bei der Künstlichen Intelligenz dürften die Produktivität langfristig erhöhen, zudem verbessern die Investitionen in die erneuerbaren Technologien den Kapitalstock. In Summe erwarten wir deshalb trotz nachteiliger demografischer Entwicklung einen leichten Anstieg des jährlichen nominalen globalen Wirtschaftswachstums (BIP) von 5,2 Prozent auf 5,3 Prozent über den untersuchten Zeitraum von 10 bis 15 Jahren“, führt Galler aus.

Über alle Anlageklassen hinweg sehen die Experten die Inflationsperspektive als das zentrale Element des Langfristausblicks an. Nachdem die Inflationsprognosen bereits in den letzten beiden Jahren erheblich angestiegen sind, wurden sie aktuell nur leicht auf 2,9 Prozent angehoben. „Dies spiegelt die Reflation in Europa und Japan und das insgesamt höhere Inflationsniveau wider, was dazu führt, dass Zentralbanken ihre Inflationsziele leichter, also ohne Gelddrucken und Nullzinspolitik erreichen sollten. Insgesamt ist für den Zeithorizont der nächsten 10 bis 15 Jahre jedoch eine größere Inflationsunsicherheit zu erwarten“, so Tilmann Galler zur Inflationsprognose. Er betont aber, dass die erhöhte Inflation auch mit höherem nominalem Gewinnwachstum einhergehe, was die Aktienkurse weiter unterstützen sollte.

Aktien, Anleihen und Alternatives mit langfristig vielversprechendem Ausblick

So haben aus langfristiger Sicht Aktien trotz wachsender Rezessionsgefahr wenig von ihrer Attraktivität eingebüßt, und sollten gut in der Lage sein, den realen Kapitalerhalt zu sichern. Auch nach dem aktuellen Kursanstieg liegen die langfristigen Erwartungen für US-Aktien bei 5,3 Prozent, für europäische Aktien bei 7,3 Prozent und für Schwellenländer-Aktien bei 7,1 Prozent jährlich.

Dank der aktuell hohen Zinsniveaus werden die langfristigen Prognosen für festverzinsliche Anlagen ebenfalls gestützt. Die jährlichen Ertragserwartungen für Euro Government Bonds steigen auf 3,5 Prozent, für Euro Aggregate Bonds auf 3,6 Prozent und für Euro-Hochzinsanleihen auf 5,7 Prozent. „Anleihen hoher Bonität dürften nach Abzug der Inflation positive Renditen erzielen. Solche Titel bleiben außerdem eine wichtige Absicherung im Gesamtportfolio“, unterstreicht Tilmann Galler.

Alternative Anlagen haben in diesem Jahr in einem insgesamt attraktiven Ertragsuniversum wieder an Attraktivität gewonnen. Nach den Korrekturen der letzten zwölf Monate können die Renditeprognosen besser mit denen der öffentlichen Märkte in Einklang gebracht werden. Trotz der bekannten Probleme in einigen Teilen der USA aufgrund der anhaltenden Schwäche im Gewerbeimmobilienbereich sowie in China sind die Aussichten für Kernimmobilien gut. Auch andere Real Assets sehen gut aus, so steigt die Prognose für Kerninfrastruktur und im Transportsektor auf jeweils 6 Prozent. „Neben attraktiven Renditen bieten die Real Assets ein Diversifizierungspotenzial, das angesichts der höheren Volatilität der Inflation, die wir über den Prognosehorizont erwarten, besonders willkommen ist“, führt Galler aus.

„Nächste Generation“ des 60/40-Portfolios

Die Analyse zeigt eindrucksvoll, dass es weitere Möglichkeiten gibt, die Ertragsaussichten zu verbessern. Beispielsweise lässt sich durch die Allokation von 25 Prozent alternativen Anlagen die 60/40-Rendite um 60 Basispunkte steigern und die Sharpe-Ratio um etwa 12 Prozent verbessern. „Als ‚die nächste Generation von 60/40‘ bezeichnen wir eine Erweiterung der Diversifikation über Aktien und Anleihen hinaus, denn es ist sinnvoll, die Palette der Anlagemöglichkeiten um alternative Anlagen, faktorbasiertes Investieren thematische Investments und sonstige Ansätzen intelligenter auszubauen, um damit verbesserte Ertragschancen und neue Diversifikationsachsen zu ermöglichen“, betont Multi-Asset-Stratege John Bilton.

Cash ist langfristig nicht King

Der Experte betont, dass es derzeit vor allem gelte, der Verlockung der hohen Cash-Rendite zu widerstehen und vielmehr die langfristigen Chancen einer aktiven Allokation zu nutzen. Dafür rechnet John Bilton vor: „Aktuell lässt sich mit einem US-Dollar rund 5 Prozent verdienen. In einem Jahrzehnt würde dieser Dollar real 1,04 US-Dollar wert sein. Wer statt auf Cash zu setzen eine einfache 60/40-Allokation nutzt, würde den Wert bereits auf 1,54 US-Dollar steigern können. Und mit dem Portfolio aus 60/40 + 25 Prozent alternativer Anlagen wächst der Wert sogar auf über 1,60 US-Dollar. Kurz gesagt ist ‚Cash langfristig nicht King‘“, betont John Bilton. Die Kraft der Diversifikation und des aktiven Managements ermöglichten verbesserte Ertragschancen und eine größere Stabilität für das Portfolio. „In einer Welt im Wandel wird das Kapital in Bewegung sein. An der Seitenlinie zu stehen ist keine Option“, so das Fazit von John Bilton.

Und Grace Peters, Global Head of Investment Strategy der J.P. Morgan Privatbank ergänzt: „Gerade in Phasen der Veränderung wünschen sich Anlegerinnen und Anleger eine Kristallkugel für die Kapitalmärkte. Auch wenn wir diese nicht haben – mit den langfristigen Ertragserwartungen unserer LTCMA bieten wir so etwas wie einen Fahrplan, um durch die Unsicherheit zu navigieren. Damit hoffen wir, die langfristigen Anlageziele unserer Kundinnen und Kunden unterstützen zu können.“

Weitere Informationen zu den „Long-Term Capital Market Assumptions“

Seit 28 Jahren erstellt J.P. Morgan Asset Management jedes Jahr einen umfassenden quantitativen und qualitativen Research-Report, der einen langfristigen Ausblick über die nächsten ein bis zwei Konjunkturzyklen ermöglicht. Ziel ist, eine Prognose darüber treffen zu können, wie sich die globale Wirtschaft, die Zinsen sowie die wichtigsten Anlageklassen über diesen Zeitraum hinweg entwickeln sollten. Der Zeithorizont wurde bewusst so weit gewählt, um einen überproportionalen Einfluss kurzfristiger zyklischer Entwicklungen auf die langfristigen Ergebnisse zu verhindern.

Basierend auf den Kapitalmarktschätzungen über 60 rund um den Globus tätigen Expertinnen und Experten werden für rund 200 verschiedene Anlageklassen und Strategien die Ertrags- und Risikoerwartungen für die nächsten zehn bis 15 Jahre abgeleitet – insgesamt fließen rund 9.000 Research-Stunden in den Report.

Die „Long-Term Capital Market Assumptions“ (LTCMA) bilden die Grundlage für Markteinschätzungen und beeinflussen die langfristigen Investmententscheidungen für unsere Portfolios. Professionelle und institutionelle Anleger weltweit nuzten diese Prognosen ebenfalls zur Unterstützung ihrer Asset Allokation sowie zur Festlegung einer Zielgröße für ihre Ertrags- und Risikoerwartungen.

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In den letzten Jahren führte an TINA kein Weg vorbei. Es galt die Maxime „There Is No Alternative” – gemeint ist, dass es keine Alternative zur Aktienanlage gibt.

Doch scheint nun die Zeit von TINA abgelaufen, zugunsten von BARBARA. Mit „Bonds Are Really Back And Really Attractive“ ist inzwischen die Trendumkehr eingeläutet – die Rückkehr der Anleiherenditen. Das Akronym stammt laut Financial Times von einem Analysten bei Charles Schwab. „Nach einem harten Jahr 2022 sind die Renditen von US-Staatsanleihen wieder auf das Niveau der Realverzinsung vorgestoßen. In Deutschland steht dies nun auch an“, erklärt Mathias Beil, Leiter Vermögensverwaltung der Hamburger Sutor Bank. Allerdings haben die erhöhten Zinsen vor allem dafür gesorgt, dass zuletzt nur noch wenige Neuemissionen von Unternehmensanleihen auf den Markt kamen – da Unternehmen sich nur ungern zu höheren Zinssätzen refinanzieren wollen. Zudem steigt die Anzahl von Anleihen mit schlechter Bonität.  Die Frage der Rezession könnte für den Anleihemarkt von entscheidender Bedeutung werden.

Der Deutsche Rentenindex (REX) schnitt 2022 mit einem Minus von 11,87 Prozent so schlecht wie in keinem anderen Jahr seit Lancierung des REX ab – zurückzuführen ist dies auf die starken Zinserhöhungen der Notenbanken. „Aktuell lauten die Zinsprognosen, dass wir Ende 2024 mit Zinssenkungen rechnen können. Die Wirtschaftsweisen erwarten für Deutschland eine leichte Rezession, die Prognosen für 2024 sind aber durchaus besser“, stellt Mathias Beil fest. Die 10-jährigen US-Staatsanleihen haben den Sprung in die Realverzinsung bereits wieder geschafft, nach Abzug der Inflation ist die Rendite positiv. „Angesichts der jüngsten Inflationsdaten aus Deutschland stehen wir nun auch kurz vor einer Fahrt aufnehmenden Realverzinsung hierzulande“, führt Mathias Beil aus. Die Vorzeichen für das TINA-Prinzip hätten sich dadurch verändert, da es mittlerweile sehr wohl Alternativen zu Aktieninvestitionen gebe.

Neuemissionen gehen deutlich zurück – schlechte Bonitäten auf dem Vormarsch

Die veränderte Zinspolitik hat jedoch noch weitere Auswirkungen auf den Anleihemarkt. „Was die Neuemissionen am Markt für festverzinsliche Wertpapiere angeht, war der Oktober im historischen Vergleich extrem schwach“, erklärt Marktexperte Beil. Nur 16 Unternehmen wagten eine Emission in Euro. Das Emissionsvolumen von insgesamt 8 Milliarden Euro war demnach das niedrigste seit 2008 und das geringste Monatsvolumen in diesem Jahr. „Viele Unternehmen haben ihre Refinanzierung über den Kapitalmarkt zu günstigeren Bedingungen vorgenommen. K+S hat beispielsweise Anfang des Jahres das Sonderkündigungsrecht gezogen und eine Anleihe früher zurückgezahlt, und damit die Bilanz verbessert“, sagt Beil.

Unternehmen seien nicht bereit, sich zu höheren Bedingungen zu refinanzieren, und scheuten daher den höheren Kupon, analysiert Mathias Beil. Stattdessen nutzten sie andere Wege, etwa über Sonderanleihen, die anrechenbar sind auf das Eigenkapital.

„Ein entscheidender Punkt ist, ob und wie die Rezession kommt. Sollte dies der Fall sein, werden Unternehmensgewinne unter Druck geraten. Wenn es in der Folge zu Ausfällen am Rentenmarkt kommt, werden die Refinanzierungskosten tendenziell steigen“, sagt Beil. Die Ratingagentur Moody’s hat festgestellt, dass die Anzahl der von der Agentur untersuchten Unternehmen mit schlechter Bonität in einem Jahr bereits von elf auf sechzehn Prozent gestiegen ist.

„Das Prinzip BARBARA bietet nicht nur positive Nachrichten für den Anleihenmarkt. Der Qualitätsaspekt sollte bei der Titelauswahl stets im Auge behalten werden“, sagt Vermögensexperte Beil. Der Investment-Grade-Status sei Minimum für ein Engagement am Anleihenmarkt. Für aussichtsreich hält Mathias Beil Staatsanleihen, aber auch ausgewählte Unternehmensanleihen, wie zum Beispiel von Porsche oder VW.

Über die Sutor Bank

Die Hamburger Sutor Bank, gegründet 1921, bietet klassisches Private Banking, betreibt eine Banking-Plattform für digitale Partner und kooperiert mit unabhängigen Finanzdienstleistern.

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Autor: Arjan Palthe, Fondsmanager bei Triodos Investment Management (IM)

Der MSCI Global Alternative Energy Index ist in diesem Jahr um rund 42 % eingebrochen. Während traditionelle Ölgiganten wie Shell oder ExxonMobil auf Rekordkurs sind, implodieren die Aktien von Unternehmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien. Der S&P Global Clean Energy Index, der die 100 größten Unternehmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien umfasst, hat in diesem Jahr einen Kurseinbruch von 36 Prozent hinnehmen müssen – während der MSCI World Index immer noch ein Plus von 5 Prozent vorweisen kann.

Nicht nur die erneuerbaren Energien underperformen, auch “grüne Aktien” von Unternehmen, die in den Bereichen Elektromobilität, Energiespeicherung oder Wärmepumpen tätig sind, haben sich deutlich schlechter entwickelt als der breite Markt. Hierzulande musste der Windturbinenhersteller Siemens Energy Ende Oktober einen Kurseinbruch von 35 Prozent hinnehmen, nachdem berichtet wurde, dass der Konzern die Regierung um Unterstützung bitten müsse, weil er nicht mehr in der Lage sei, seine Vereinbarungen mit den Banken zu erfüllen. Nach einigen Tagen erholte sich der Aktienkurs dann wieder um ein Zehntel, weil der Vorstandsvorsitzende bestritt, dass er staatliche Unterstützung benötige.

Aber: Die grünen Unternehmen sind auf einem schnell wachsenden Markt tätig. Nach Angaben des Statistikamtes IRENA flossen im Jahr 2022 mehr als 500 Milliarden Dollar in die Infrastruktur für erneuerbare Energien. Bis 2030 wird sich dieser Betrag auf 1.300 Milliarden Dollar erhöhen. Mit dem Green Deal und dem Inflation Reduction Act lassen sowohl die Europäische Union als auch die USA Hunderte von Milliarden Dollar in Form von Direktinvestitionen, Subventionen, Steuererleichterungen oder Gutschriften in grüne Unternehmen fließen.

Warum sind die Preise gefallen?

“Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien werden von höheren Zinsen hart getroffen”, titelte die Financial Times Anfang Oktober, aber es geht um viel mehr als nur um höhere Zinsen. Es stimmt, dass Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien von den steigenden Zinsen betroffen sind, die die Kreditaufnahme verteuern, und gleichzeitig wirken sich die höheren Zinsen auch negativ auf den Nettogegenwartswert der langfristigen Cashflow-Ströme von neuen Projekten aus. Die Projektentwickler zögern daher, sich auf neue Projekte einzulassen, wie das Scheitern des jüngsten Angebots für ein Offshore-Windkraftprojekt im Vereinigten Königreich und die Probleme von Orsted bei der Offshore-Windkraft in den USA zeigen. Die Verzögerung oder gar Streichung neuer Projekte wird sich auf die gesamte Wertschöpfungskette auswirken.

Zusätzlich zu den steigenden Zinssätzen müssen die Unternehmen der Branche für erneuerbare Energien mit der Kosteninflation, der zunehmenden Komplexität der Projekte, dem konjunkturellen Gegenwind und den reduzierten staatlichen Anreizen in mehreren Ländern fertig werden. Auch die in letzter Zeit sinkenden Strompreise trugen dazu bei, dass die Unternehmen der erneuerbaren Energien besonders zu leiden hatten.

Aktien von Solaranlagen waren in den letzten Jahren die Gewinner, doch so schnell, wie die Anleger diese Aktien in die Höhe getrieben haben und die Bewertungsmultiplikatoren gestiegen sind, so schnell haben sie sich 2023 auch wieder von ihnen getrennt. Im gegenwärtigen Börsenklima gibt es keine Toleranz für Unternehmen, die ihre Zahlen nicht erreichen. In Kalifornien, wo 35 % der US-amerikanischen Solaranlagen installiert sind, haben neue Vorschriften dazu geführt, dass Solaranlagen für Unternehmen und Hausbesitzer im Vergleich zu anderen Stromarten weniger wettbewerbsfähig sind. Die neue Regelung soll den Einsatz von Speichermedien fördern und die Kombination von Solaranlage und Batteriespeicher billiger machen, aber dieser Übergang braucht Zeit. In Europa hat auch der wirtschaftliche Druck auf den Absatz von Solarmodulen eingewirkt. Dies sei der Hintergrund der jüngsten Warnungen, so der CEO von Enphase. Insbesondere in Europa in Ländern wie Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sei die Nachfrage erheblich zurückgegangen. Auch der zunehmende Widerstand gegen grüne Politik und Ambitionen in einigen EU-Mitgliedstaaten ist nicht hilfreich.

Was kommt als Nächstes?

Die Europäische Kommission stellte vor kurzem ihren Aktionsplan für Energie vor. Dieser zielt darauf ab, die Investitionen in die Windkraftindustrie zu erhöhen. Der Aktionsplan befasst sich mit den Haupthindernissen des Sektors und umfasst Maßnahmen zur Beschleunigung des Genehmigungsverfahrens, zur Verbesserung der Auktionsprozesse, zur Verbesserung des Zugangs zu Finanzmitteln, zur Erleichterung des Ausbaus der Netzinfrastruktur und zur Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs. Onshore- und Offshore-Windkraftanlagen trugen im vergangenen Jahr 16 % zur Stromerzeugung in der EU bei. Um die Ziele für 2030 zu erreichen, sollte die Windkraftkapazität jährlich um mehr als 10 % steigen. In den USA profitiert die Windindustrie auch von Steuergutschriften für Entwickler durch die IRA, was die langfristige Sichtbarkeit verbessert und zu einem anhaltenden Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich für die Windindustrie in den nächsten zehn Jahren führen dürfte.

Fazit: Die enttäuschenden Renditen im Sektor erneuerbarer Energien sind auf mehrere allgemeine Entwicklungen sowie auf branchen- oder unternehmensspezifische Faktoren zurückzuführen. Da die notwendige Energiewende noch lange nicht abgeschlossen ist, sind wir der Meinung, dass die langfristigen Wachstumsaussichten nach wie vor gegeben sind, unterstützt durch die ehrgeizigen Pläne der Regierungen für eine grüne Energiewende. Darüber hinaus ergreifen die Unternehmen Maßnahmen, um sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Dies wird die künftige Rentabilität und Leistung sicherlich unterstützen.

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Ein stürmischer Oktober

Die Zinsen stiegen im Oktober weiter kräftig an, insbesondere in den USA und in den angelsächsischen Ländern, wobei das lange Ende der Kurve besonders betroffen war und es zu einer erheblichen Verschiebung der Kurven kam. Diese Entwicklungen lassen sich teilweise durch eine weiterhin gut laufende US-Wirtschaft erklären, die im dritten Quartal mit einem annualisierten Wachstum von 4,9 % weit über den Prognosen der Ökonomen lag, und einen Arbeitsmarkt, der nur geringe Ermüdungserscheinungen zeigt. Weitere Gründe für die Anleihekorrektur sind dieselben wie im September: Hohes Emissionsvolumen, das verdaut werden muss, weiterhin niedrige Laufzeitprämien und andauernde geldpolitischen Straffungsmaßnahmen.

Die Risikoanlagen reagierten logischerweise negativ auf die weiter steigenden Realzinsen, wobei die Aktienmärkte im Monatsverlauf zwischen 2 und 5 % verloren und sich Kreditanlagen ähnlich verhielten.

Diese Entwicklungen blieben nicht ohne Folgen. Insbesondere die Zentralbanken haben sich sehr deutlich für eine Anhebung der langfristigen Zinsen ausgesprochen und darauf hingewiesen, dass dies zu einer Verschärfung der Finanzbedingungen beitrage und somit die Notwendigkeit einer Fortsetzung des Zinserhöhungszyklus für die Zentralbanken abnehme. Dies gilt sowohl für die USA als auch für Europa, sofern die Inflation in den kommenden Monaten nicht deutlich ansteigt.

Der Oktober war natürlich auch vom Nahostkonflikt geprägt, bei dem ein kurzfristiges Ende sehr unwahrscheinlich erscheint. Bisher gab es keine Auswirkungen auf die Märkte, und das dürfte auch so bleiben, solange sich der Konflikt nicht ausweitet. Die Vergangenheit hat uns gezeigt, dass die Folgen solcher Ereignisse in den meisten Fällen äußerst gering sind, es sei denn, sie wirken sich erheblich auf die Rohstoffmärkte aus. Angesichts des noch immer andauernden Krieges zwischen der Ukraine und Russland ist dies der Beginn eines zweiten großen bewaffneten Konflikts in einer potenziell destabilisierenden Region für Energierohstoffe.

Anfang November sorgten mehrere Ereignisse für einen selten heftigen Anleihenaufschwung, der alle Anlageklassen erfasste:

  • Am 01.11. wurde die Zusammensetzung des Emissionsprogramms des US-Finanzministeriums („QRA“) bekannt gegeben, wobei die Emissionen insgesamt weniger umfangreich ausfielen als vom Markt erwartet.
  • ISM Manufacturing mit 46,7 sehr enttäuschend.
  • FOMC-Bericht, der nicht viel aussagt, aber vom Markt als beruhigend empfunden wird.
  • Zahlen zur Arbeitsplatzschaffung unter den Erwartungen (aber wegen der heftigen Streiks im Oktober potenziell schwer zu deuten).

Ein erfreulicher Aufschwung, aber weiterhin unsichere makroökonomische Lage

Dass der Markt nach der extremen Zinserhöhung eine Verschnaufpause braucht, ist logisch, und dass dies alle anderen Märkte mitreißt, ist ebenfalls logisch. Aber das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Entwicklung sind verwirrend. Das Marktszenario hat sich offenbar erneut auf eine ideale sanfte Landung eingestellt, bei der die Inflation allmählich in die Nähe der Zielvorgaben der Zentralbanken zurückgeht, mit einem schwachen Wachstum, aber ohne Rezession. Das ist natürlich nicht unmöglich, aber unserer Meinung nach nicht das wahrscheinlichste Szenario.

Solange die Lohninflation so hoch bleibt, ist eine hartnäckige Inflation um 3-4 % am wahrscheinlichsten. Die enttäuschenden NFP-Zahlen von Anfang November sollten die anderen Beschäftigungszahlen nicht überlagern, die weiterhin ein insgesamt beruhigendes Bild zeichnen (Claims, Jolts, Challenger…). Selbst in der Eurozone, wo die makroökonomische Lage weiterhin schlecht ist, ist der anhaltende Lohndruck immer noch ein zentrales Anliegen der EZB. Isabelle Schnabel hat Anfang November in Erinnerung gerufen, dass die Lohnverhandlungen immer noch zu erheblichen Lohnerhöhungen führen.

All dies dürfte die Zentralbanken veranlassen, die Zinsen länger als vom Markt derzeit angenommen hoch zu halten. Und zwar solange, wie der Arbeitsmarkt nicht einbricht, was nicht so bald der Fall zu sein scheint. Und auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Die Haushaltspolitik der Staaten wird einen großen Einfluss darauf haben, wie widerstandsfähig die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt gegenüber Zinserhöhungen sind. Im Oktober verfolgten China (140 Mrd. US-Dollar), Japan (113 Mrd. US-Dollar) und die USA (100 Mrd. US-Dollar, die aufgrund der verschiedenen Konflikte noch nicht verabschiedet wurden) Strategien zur Konjunkturbelebung, die den Zyklus nur verlängern werden.

Vorsicht ist also weiterhin geboten, vor allem nach der sehr heftigen Erholung Anfang November, den geopolitischen Risiken (insbesondere bei Öl und Gas) und einer Berichtsaison mit bislang wenig beruhigenden Umsätzen und Prognosen.

Ausblick auf November und Dezember

Trotz der historisch positiven Saisonalität behalten wir eine vorsichtige Risikopositionierung bei. Die Volatilität am langen Ende der Zinskurve ist nach wie vor sehr hoch, wobei die Kurven trotz der jüngsten Entwicklung immer noch invertiert sind. Daher bevorzugen wir weiterhin das kurze Ende der Kurve. Die Aktienmärkte scheinen die restriktive Geldpolitik der Zentralbanken noch nicht widerzuspiegeln, und die Risiken werden in den kommenden Quartalen die Margen und damit die Erträge belasten.

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Im Oktober verzeichnete der ETF-Markt global Zuflüsse in Höhe von 56,5 Mrd. Euro.

Die Neugelder verteilten sich relativ gleichmäßig auf Aktien- und Anleihe-ETFs (26,4 Mrd. Euro und 23,1 Mrd. Euro). Der größte Teil der Zuflüsse entfiel auf den US-amerikanischen ETF-Markt (35,9 Mrd. Euro). Der europäische ETF Markt legte um 16,7 Mrd. Euro zu und der asiatische um 5,1 Mrd. Euro.

Die weltweit beliebtesten ETF-Strategien waren US-Aktien (17,4 Mrd. Euro) und ultrakurze Anleihen (14,6 Mrd. Euro). Aus ETFs auf hochverzinsliche Anleihen zogen Anleger 5,2 Mrd. Euro ab, aus ETFs auf kurzfristige Anleihen 4,2 Mrd. Euro.

Mittelflüsse in Europa – Oktober 2023

Die Nachfrage nach Aktien-ETFs erreichte im Oktober den Jahreshöchststand

Obwohl sich die Finanzmärkte im Oktober volatil präsentierten, beliefen sich die Zuflüsse in europäische UCITS-Aktien-ETFs auf 10,4 Mrd. Euro – der höchste monatliche Zufluss seit Jahresbeginn.

In ETFs auf US-Aktien-Strategien flossen 5,7 Mrd. Euro und in globale Aktien-ETFs 2,6 Mrd. Euro. Die Zuflüsse in Aktien-ETFs waren in Europa dabei mehr als doppelt so hoch wie die in Anleihe-ETFs, während die Nachfrage global in etwa ausgeglichen war. Hoch in der Anlegergunst standen US-Aktien-Exposures. Mit Blick auf die robuste US-Wirtschaft und das Signal der Fed, dass der Zins-Peak in den USA erreicht sein könnte, haben Anleger offenbar ihre US-Portfolioallokationen angepasst.

Zuflüsse verzeichneten auch Aktien-ETFs auf asiatische Industrieländer (+900 Mio. Euro), wobei vor allem Japan-Exposures gefragt waren. Unterstützend wirkten hier vor allem die Erholung der Binnennachfrage, eine lockere Zentralbankpolitik und regulatorische Reformen.

Aus Schwellenländer-Aktien-ETFs zogen Anleger 1,2 Mrd. Euro ab. In diesem Segment zeichnete sich ab, dass Anleger passgenauer in bestimmte Länder- und Regionen ETFs investierten. Dies spiegelt sich unter anderem in Abflüssen aus China-ETFs und Neuallokationen in bestimmten Länder- und Regionen-ETFs wider.

Die Nachfrage nach Sektor-ETFs war so hoch wie seit mehreren Monaten nicht mehr. Anleger investierten jeweils 500 Mio. Euro in die Sektoren IT und mit Blick auf die verschärften geopolitischen Spannungen in Energie. Auch bei Smart-Beta-ETFs war nach einer langen Flaute wieder mehr Aktivität zu verzeichnen. Anleger investierten 1 Mrd. Euro in Quality-ETFs, was den Wunsch nach einem Engagement in defensiveren Aktien signalisiert.

Anleger haben im Oktober zudem 3,4 Mrd. Euro in ETFs auf ESG-Aktien-Strategien investiert, was etwa einem Drittel der gesamten ETF-Aktienallokationen entspricht. Dabei entfiel knapp ein Drittel der Zuflüsse in US-Aktien-ETFs auf ESG-Strategien (+1,8 Mrd. Euro). In Europa war der ESG-Anteil deutlich höher: Von den Zuflüssen von 2,6 Mrd. Euro in Europa-Aktien-ETFs entfielen 2,1 Mrd. Euro auf ESG-Aktien-Indizes.

Anleihe-ETFs: Staatsanleihen im Fokus – längere Laufzeiten gefragt

Europäische UCITS-Anleihe-ETFs legten im Oktober um 4,9 Mrd. Euro zu, wobei der Großteil der Neugelder in Staatsanleihe-ETFs (+4,3 Mrd. Euro) floss. Aus ETFs auf Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating zogen die Anleger hingegen 1,9 Mrd. Euro ab.

In ETFs auf US-Treasuries investierten Anleger 3,7 Mrd. Euro, wobei Anleihen mit längeren Laufzeiten im Fokus standen (+2,9 Mrd. Euro). Dasselbe gilt für ETFs auf Euro-Staatsanleihen (+900 Mio. Euro), wovon 700 Mio. Euro auf langlaufende Anleihen entfielen. Das Interesse an ETFs auf langlaufende Anleihen spiegelt die Überzeugung der Anleger wider, dass die Zinssätze ihren Höchststand erreicht haben und dass sie wegen des schwachen Wirtschaftswachstums in Zukunft gesenkt werden sollten.

ESG-Anleihe-Strategien legten in der Summe um 500 Mio. Euro zu, wobei 400 Mio. Euro auf ESG-Staatsanleihe-ETFs und 200 Mio. Euro auf Aggregate-Bond-ETFs entfielen. Aus ESG-High-Yield-ETFs wurden 100 Mio. Euro abgezogen. Allokationen in ESG-Anleihe-Strategien machten nur etwa ein Zehntel der Gesamtallokationen aus. Dies spiegelt die Schwierigkeit wider, ESG-Strategien für Staatsanleihen zu finden.

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Marktkommentar von Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL

Von volkswirtschaftlicher Seite stehen in dieser Woche die US-Inflationsdaten für Oktober sowie die aktuellen Wachstumsraten der Einzelhandelsumsätze, Anlageinvestitionen und Industrieproduktion in China auf der Agenda:

  • Die US-Teuerung sollte sich auf 3,3 Prozent reduzieren, während die Kernrate der Inflation – ohne die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrungsmittel – stabil bei 4,1 Prozent erwartet wird. Sollten höhere Raten veröffentlicht werden, dürfte die zuletzt positive Tendenz an den Aktienmärkten mit Blick auf den anstehenden Zinsentscheid der Fed im Dezember vorerst gedämpft werden.
  • Sollte sich hingegen in China eine Dynamisierung der wirtschaftlichen Entwicklung abzeichnen, wirkt dies positiv für exportorientierte Aktien – bspw. aus den Segmenten Anlagen-, Maschinen- und Fahrzeugbau – aus Deutschland.

Medial dürfte sich der Fokus jedoch auf den drohenden Ausgabenstopp der US-Regierung richten. Erfolgt keine Einigung im seit Wochen schwelenden Haushaltsstreit im Kongress, würden die Gehaltszahlungen für viele Staatsangestellte sofort eingestellt werden, nachdem die vorläufige 45-tägige Übergangsregelung am Freitag ausläuft. Derzeit fehlt noch die Zustimmung der Republikaner im Repräsentantenhaus. Einige Abgeordnete wollen aufgrund des anhaltend massiv negativen Haushaltssaldos – im laufenden Jahr voraussichtlich rund 8 Prozent bezogen auf das BIP – Ausgabenkürzungen für die Regierung durchsetzen. Da auch die Republikaner viele Ausgabenkategorien, bspw. für Sozialleistungen, Krankenversorgung, Zinszahlungen oder Verteidigung, nicht kürzen wollen, verbleiben nur wenige Segmente für potenzielle Einsparungen, die wiederum bisher für die Demokraten unantastbar sind. Selbst wenn kurzfristig noch eine Einigung erfolgen sollte, wäre diese voraussichtlich nur vorübergehend und der Streit würde Anfang 2024 erneut aufkommen. Angesichts der zunehmend verhärteten Positionen in der US-Politik ist die Wahrscheinlichkeit allerdings hoch, dass es kurzfristig zu einem Shutdown kommt. In diesem Fall käme es zwar nicht zu einem offiziellen Zahlungsausfall des Staates, aber bis zu 3 Millionen Staatsangestellte könnten für einige Wochen kein Gehalt bekommen. Da die Zahlungen bei einer Einigung nachgeholt werden, wären die Auswirkungen auf die Realwirtschaft überschaubar. Trotzdem könnte ein vorübergehend schwächelnder Konsum, die sich ohnehin künftig abbremsende Wachstumsdynamik der US-Volkswirtschaft zusätzlich dämpfen. Vor allem aber würde der schon länger entstandene Eindruck einer sukzessive erodierenden Handlungsfähigkeit der Regierung weiter verstärkt werden und dürfte die Refinanzierungskosten des Staates tendenziell erhöhen.

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Eine sogenannte Ransomware-Attacke auf die US-Sparte des weltgrößten Bankhauses, der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), hält die Finanzwelt in Atem.

Die Angreifer verschafften sich am 10. November Zugang zu den Servern des Bankgiganten und verschlüsselten darin gespeicherte Daten. Der Angriff wirkte sich auch auf Systeme außerhalb der ICBC aus und störte beispielsweise den Handel mit Staatsanleihen. Wer hinter dem Angriff, der mit der Software der Hackergruppe LockBit ausgeführt wurde, steckt, ist bislang unklar. Rahul Bhushan, Co-Gründer und CIO des thematischen ETF-Pioniers Rize ETF, sieht in der spektakulären Cyber-Attacke einen Weckruf nach mehr Sicherheit in der Finanzbranche.

„Der jüngste Ransomware-Angriff auf die US-Finanzdienstleistungen von ICBC verdeutlicht eine entscheidende Herausforderung in der heutigen vernetzten digitalen Welt. Cybersicherheit ist nicht länger ein zweitrangiges Anliegen, sondern ein grundlegender Aspekt der betrieblichen Integrität für jede Organisation, insbesondere im Finanzsektor. Dieser Vorfall zeigt zugleich die Raffinesse und das Störungspotenzial moderner Cyberbedrohungen“, kommentiert Rahul Bhushan von Rize ETF.

“Angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Schwere von Cyberangriffen, wie sie die ICBC erlebt hat, wird deutlich, dass Investitionen in die Cybersicherheit nicht nur eine defensive Maßnahme, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Geschäftspraxis sind”, betont Bhushan. “In einer Zeit, in der digitale Bedrohungen globale Finanzoperationen schwer und augenblicklich gefährden können, sind robuste Cybersicherheitsstrategien gefragt, die nicht nur Daten schützen, sondern auch die Widerstandsfähigkeit und Kontinuität unserer Finanzsysteme und der globalen Wirtschaft insgesamt gewährleisten.“

Ein im Cyberspace herausragender Schrittmacher sei Rahul Bhushan zufolge der Softwareanbieter SentinelOne. Dieser nutze KI-, Machine Learning- und Cloud-Technologie für seine autonomen Sicherheitslösungen – und habe vor kurzem ein eigenes Dossier über Charakteristika und Gefahren der LockBit-Ransomware veröffentlicht. Demzufolge seien SentinelOne-Kunden durch Nutzung der XDR (Extended Detection and Response)-Software des Unternehmens vor LockBit geschützt.

Verwandter ETF: Rize Cybersecurity and Data Privacy UCITS ETF (RCRS)

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Rize ETF Limited, 30 Coleman Street, London EC2R 5AL, United Kingdom, https://rizeetf.com

Der M&G (Lux) Fixed Maturity Bond Fund 2 hat in der sechswöchigen Zeichnungsfrist 440 Millionen Euro von europäischen Investoren eingesammelt.

Der Fonds von M&G Investments bietet den Zugang zur branchenführenden Expertise des Unternehmens im Bereich Public Fixed Income.

Aufgelegt wurde der Fonds am 7. November vom 126 Milliarden Euro schweren Public Fixed Income-Team von M&G. Er soll die attraktivsten Chancen nutzen, die sich seit einem Jahrzehnt an den Kreditmärkten bieten. Es handelt sich um eine diversifizierte kurzlaufende Anleihestrategie mit einer vordefinierten Laufzeit, die darauf abzielt, vor dem Hintergrund inverser Zinsstrukturkurven ein attraktives Renditeniveau zu erzielen und hauptsächlich in auf Euro lautende Investment-Grade-Unternehmensanleihen zu investieren.

Neal Brooks, Global Head of Product and Distribution bei M&G Investments, dazu: „Der Erfolg dieser Strategie zeigt, dass wir zeitnah auf Marktchancen zum Nutzen unserer Kunden reagieren können. Die Strategie ermöglicht attraktive Renditen, die an den Kreditmärkten verfügbar sind, ohne sich auf lange Laufzeiten festlegen zu müssen. Die langjährige Erfolgsbilanz von M&G im aktiven Kreditmanagement und unsere starken Research-Kompetenzen – wir verfügen über eines der größten und erfahrensten Kreditanalystenteams in Europa – waren der Schlüssel zu diesem Erfolg“.

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M&G International Investments Ltd., mainBuilding, Taunusanlage 19, ­60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 1338 6757, www.mandg.de/

Die ausschließliche Fixierung auf das Ziel der Renditemaximierung ist nach Überzeugung von Dominikus Wagner, Firmengründer und Fondsmanager des Wagner & Florack Unternehmerfonds, riskant:

„Es „lohnt“ sich, kurzfristig bewusst auf Rendite zu verzichten, um das investierte Kapital langfristig zu erhalten und zu vermehren.“ Die Anlagestrategie des Wagner & Florack Unternehmerfonds ist darauf ausgerichtet, unternehmerische Risiken konsequent zu vermeiden und in Unternehmen zu investieren, die in jeder konjunkturellen Lage – also auch und gerade in Rezessionen – stabile Erträge erzielen und eine hohe Kapitalverzinsung erwirtschaften. Daher bilden wettbewerbsüberlegene Konsumgüterhersteller wie Beiersdorf, Church & Dwight, L’Oréal, Nestlé und Procter & Gamble das Fundament des Unternehmerfonds. Diese – im positiven Sinne – besonders langweiligen robusten Gewinnmaschinen mit geschäftsmodellbedingt geringem Kapitalbedarf, hohen Skaleneffekten, hoher Preissetzungsmacht und starken Marken verdoppeln ihren Unternehmensgewinn höchst zuverlässig etwa alle zehn Jahre. „Von einer solchen Leistung vermag ein Großteil der am Markt befindlichen Unternehmen nur zu träumen“, ist Wagner überzeugt. „Und dies erreichen unsere „Langweiler” bei minimalem substanziellem Investitionsrisiko.“ Die Risikocharakteristik solcher Firmen zählt nach Ansicht von Wagner zum konservativsten, woran man sich als Investor beteiligen kann.

Robuste Gewinnmaschinen verdoppeln Free Cash Flow binnen weniger Jahre

Einen weiteren wichtigen Baustein des Unternehmerfonds bilden darüber hinaus Technologiefirmen wie Apple, Microsoft und Visa, deren Dienste aus dem Alltag von Milliarden von Menschen und Millionen von Unternehmen nicht mehr wegzudenken sind, sowie Ausnahmefirmen mit starkem Wachstum und hoher Profitabilität wie Danaher oder Hermès. „Wir wissen es sehr zu schätzen, uns mit den Unternehmerfonds an solchen robusten Gewinnmaschinen beteiligen zu können: an Firmen, die ihren unternehmerischen Gewinn, also den Free Cash Flow, binnen weniger Jahre verdoppeln“, sagt Wagner. Die Investmentlogik dahinter: Da mittel- bis langfristig die Entwicklung des Unternehmensgewinns den Unternehmenswert determiniert, streben die Aktienkurse solcher Firmen im Laufe der Zeit immer weiter nach Norden, was langfristigen Miteigentümern das Portemonnaie zuverlässig füllt. Darin unterscheiden sich diese Portfoliounternehmen von den zahllosen kapitalintensiven, schwachmargigen und verschuldeten Firmen, deren Kurse über Jahre hinweg nicht vom Fleck kommen oder gen Süden driften – bei hohen unternehmerischen Risiken.

Schutz durch starke Bilanzen ist wichtiger als kurzfristige Opportunitäten 

Langfristige, substanzielle Investitionssicherheit steht bei Wagner an erster Stelle. Daher vermeidet der Fondsmanager Risiken konsequent, selbst wenn dadurch mitunter auch Renditeopportunitäten ausgelassen werden. „Renditemaximierung kann unserer Ansicht nach nicht das wichtigste und erst recht nicht das alleinige Ziel sein, auch wenn es in weiten Teilen der Finanzbranche so gesehen werden mag“, betont Dominikus Wagner. „Um die Risiken so gering wie möglich zu halten, setzen wir die Prioritäten anders und verzichten damit bewusst auf Renditepotenzial. Und trotzdem verdienen wir mit unseren Firmen sehr gutes Geld. Gleichzeitig wissen wir, dass wir bei Gegenwind oder gar Sturm gut geschützt hinter einer Mauer sitzen, weil unsere Unternehmen durch eine starke Bilanz geschützt sind.“

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Wagner & Florack Vermögensverwaltung AG, Marienburger Straße 24, 50968 Köln, Tel.: + 49 (0) 221 800 10 11-0, www.wagner-florack.de

Bei der Windenergie ist Deutschland auf Rekordkurs: Die Zahl der Neuanlagen steigt rapide an.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurde so viel Energieleistung zugelassen wie noch nie von Januar bis September. „Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zum Ausbau der Erneuerbaren tragen Früchte“, kommentiert Markus W. Voigt, CEO der aream Group. „Das ist aber auch nötig, um die deutschen Klimaschutzziele glaubhaft anzusteuern.“

Nach Zahlen der Fachagentur Windenergie an Land ging in Deutschland zwischen Januar und Ende September über 50 Prozent mehr Neuanlagenleistung in Betrieb als im Vergleichszeitraum 2022. Der Brutto-Zubau betrug 2.475 Megawatt (MW), damit wurde nach drei Quartalen bereits der Vorjahreswert von 2.405 Megawatt übertroffen. Noch dynamischer als der Zubau entwickelten sich die behördlichen Genehmigungen: Bundesweit wurden in den ersten neun Monaten 976 neue Windräder neu zugelassen, ihre Gesamtleistung summiert sich auf 5,2 Gigawatt Leistung. Das ist ein Rekordwert und entspricht einem Leistungsplus von 77 Prozent.

Die Fachagentur erwartet daher, dass der Brutto-Zubau bis Jahresende die Drei-Gigawatt-Schwelle überschreiten wird, zuletzt war dies 2017 der Fall. Das neu genehmigte Leistungsvolumen könnte bis Ende Dezember auf mehr als sechs Gigawatt anwachsen. „Insbesondere die schleppenden Genehmigungsverfahren haben in der Vergangenheit häufig den Zubau gehemmt, weswegen die neuen Zahlen ermutigend sind“, sagt Voigt. Die Branche brauche aber weiter politische Unterstützung, schließlich trübe sich das geschäftliche Umfeld aufgrund gestiegener Kosten und Zinsen ein.

Der Oktober bescherte den deutschen Windanlagen einen äußerst ertragreichen Monat. Der Wind blies kräftig, Schleswig-Holstein verzeichnete sogar orkanartige Stärken und Sturmfluten. „Insgesamt erzielten die Anlagen eine exzellente Performance“, so Voigt. Die Zielerreichung lag bei 121 Prozent.

Der goldene Oktober fiel dagegen ins Wasser, die Sonne zeigte sich eher selten. Die deutschen Solaranlagen schafften dennoch „eine stabile Performance bei durchschnittlichen Einstrahlungswerten“, erklärt Voigt. Die Zielerreichung betrug 95 Prozent. Schlechter sah es in Spanien aus: Dort wurde der Ertrag bei leicht unterdurchschnittlicher Einstrahlung durch Abregelung (circa 740 MWh) verringert, die Zielerreichung lag bei 67 Prozent. „Ansonsten war die Performance stabil“, so Voigt. In Italien wiederum sorgten verschiedene technische Ausfälle hauptsächlich bei Wechselrichtern für eine unterdurchschnittliche Performance: Der Sollwert wurde nur zu 89 Prozent erreicht.

Über die aream Group

Die aream Group, 2005 gegründet, ist ein Investment- und Asset-Manager für institutionelle Investoren und Industriekunden mit Fokus auf nachhaltige Infrastruktur im Sektor Erneuerbare Energien. Mit den drei Bereichen Fund- und Asset-Management, Projektentwicklung und Operation Management deckt aream die gesamte Wertschöpfungskette für Erneuerbare-Energien-Investments ab. Mit mehr als 2,4 Milliarden Euro Transaktionsvolumen gehört aream zu den führenden Asset-Managern in diesem Markt, mit dem eigenen Anlagenbestand wird grüner Strom für rund 40 Millionen Euro pro Jahr umgesetzt. Seit 2008 produziert aream mehr als eine Milliarde kWh grünen Strom. Im Rahmen der Wachstumsstrategie sollen in den nächsten Jahren 2,5 GW an Solar- und Windparks realisiert oder erworben werden. Allein durch die eigene Projektentwicklung verfügt aream derzeit über eine Pipeline von über 1.000 MWp mit einem Potenzial von weiteren 1.400 MWp.

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AREAM GmbH, Kaistraße 2, 40221 Düsseldorf, Tel: +49 (0)211 30 20 60 42, www.aream.de

Notenbanken und Geopolitik im Fokus

Deutsche Wirtschaft wächst um 1,3 Prozent

Inflationsschock lässt nach, strukturelle Belastungen bleiben

DAX zum Jahresende bei rund 17.500 Punkten

Auch für das kommende Jahr folgt der Konjunktur- und Kapitalmarktausblick von Helaba Research & Advisory einem Motto: “Weltwirtschaft im Umschaltspiel”. 2024 geht nichts an Fußball vorbei. Mit der Europameisterschaft in Deutschland wird das Thema noch präsenter sein als sonst. Außerdem hat Fußball sehr viel gemeinsam mit Volkswirtschaft: Langfristige Strategien kombiniert mit kurzfristigen Taktiken führen letztlich zur Wettbewerbsfähigkeit bzw. zum Erfolg. So fragen sich hierzulande viele: Ist Deutschland fit genug, um 2024 endlich wieder ein BIP-Wachstum zu generieren oder scheidet Deutschland schon wieder in der Vorrunde aus?

Strukturelle Rahmenbedingungen müssen passen

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind im Fußball und in der Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Dies gilt für die Geld- und Fiskalpolitik auf der taktischen Seite, aber auch für strukturelle Faktoren. Denn diese helfen, auf Schocks schnell reagieren zu können. Das sich rapide verändernde makroökonomische und geopolitische Umfeld erfordert jedoch ein schnelles Umschalten und ist somit für 2024 sowohl Herausforderung als auch Chance.

Umschalten der Geldpolitik 2024 notwendig

Rückläufige Inflationsraten eröffnen den Spielraum für Zinssenkungen. Unterstützt durch eine sich erholende Industrie wird es im Laufe des Jahres 2024 konjunkturell aufwärtsgehen. “Die deutsche Volkswirtschaft wächst um 1,3 Prozent”, prognostiziert Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba. Die deutsche Inflationsrate wird sich im Vergleich zum Vorjahr von 6 Prozent auf 3 Prozent verringern. Dabei wird im Jahresverlauf 2024 ein sukzessiver Rückgang zu beobachten sein, der 2025 in eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,5 Prozent münden wird. “Damit bleibt die deutsche Inflationsrate einen Prozentpunkt über dem Durchschnitt der 20 Jahre vor der Pandemie. Verantwortlich sind dafür jedoch keine konjunkturellen, sondern strukturelle Faktoren wie Demografie und Deglobalisierung”, so Dr. Traud weiter.

Geopolitische Risiken bleiben

Geopolitische Belastungen wirken sich nicht nur auf das Preisniveau aus, sondern auch auf den internationalen Handel. Die Weltwirtschaft droht in zwei Technologie- und Handelsblöcke zu zerfallen. In den Industrienationen gewinnen Protektionismus und eine aktive Industriepolitik an Popularität. Gleichzeitig zeigen sich – insbesondere in Deutschland – die Nachteile ausufernder staatlicher Eingriffe. Der Trainingszustand Deutschlands lässt zu wünschen übrig: Bürokratieabbau, eine wettbewerbsfähigen Steuer- und Abgabenpolitik sowie eine funktionsfähige Infrastruktur müssen 2024 auf dem Trainingsplan stehen. Vieles davon ist erkannt, ob es aber umgesetzt wird, bleibt offen. Das Basisszenario von Helaba Research & Advisory hat mit 70 Prozent eine höhere Eintrittswahrscheinlichkeit als im Vorjahr.

Anlageklassen im Basisszenario: Weltwirtschaft im Umschaltspiel (70 %)

Der Druck auf Renten lässt im Jahresverlauf nach. Inflationsrückgang und Leitzinswende geben positive Impulse für die Saison 2024. Der Abbau der Wertpapierbestände bei den Notenbanken bei gleichzeitig relativ hoher staatlicher Emissionstätigkeit begrenzt jedoch das Kurspotenzial.

Covered Bonds profitieren weiter von ihrem Status als “Safe Haven-Assets”. Die Qualität der Deckungswerte, hohe Übersicherungsquoten und die starke Bonität der Kreditinstitute liefern Argumente für die Assetklasse. Dennoch ist mit einem leicht rückläufigen Neugeschäft und etwas geringerem Emissionsvolumen zu rechnen.

An den Aktienmärkten sind hohe Zinsen, schwaches Wachstum und geopolitische Belastungsfaktoren bereits eingepreist. Eine moderate bis günstige Bewertung, schon sehr negative Konjunkturerwartungen und eine verhaltende Positionierung weiter Anlegerkreise legen die Basis für wieder deutlich steigende Kurse. Ende 2024 dürfte der DAX um 17.500 Punkte notieren.

Am deutschen Immobilienmarkt dürfte dank weiterhin hoher Nachfrage und stark rückläufiger Bautätigkeit die Trendwende bei Wohnimmobilien vollzogen werden. Die Kaufpreise von Einzelhandelsimmobilien werden sich nach langjähriger Talfahrt stabilisieren, während bei Büros mit weiteren Rückgängen gerechnet werden muss.

Gold kann von nachlassenden Opportunitätskosten profitieren. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte, wenn sich eine Entspannung bei der Realverzinsung abzeichnet, wird das Edelmetall wieder die Marke von 2.000 US-Dollar je Feinunze in Angriff nehmen.

Der US-Dollar tendiert im Umfeld des beginnenden Zinssenkungszyklus zumeist schwächer. Zudem verringert sich der US-Wachstumsvorteil gegenüber der Eurozone. Da die Fed jedoch recht zögerlich vorgeht, hält sich das Verlustpotenzial der hoch bewerteten US-Währung in Grenzen. Der Euro-Dollar-Kurs dürfte Ende 2024 um 1,10 notieren.

Negatives Alternativszenario “Vorrundenaus” (Eintrittswahrscheinlichkeit 20 Prozent)

Die massiven Leitzinserhöhungen lassen die Weltwirtschaft zeitverzögert in eine Rezession fallen. Die Arbeitslosigkeit steigt, belastet die Einkommen und die Finanzstabilität wird in Mitleidenschaft gezogen. Falsche geo- und handelspolitische Entscheidungen bremsen notwendige strukturelle Veränderungen und dämpfen den Produktivitätszuwachs. Die Aktien rutschen in einen Bärenmarkt und die Renditen an den Rentenmärkten sinken deutlich. Die Immobilienpreise – insbesondere für Büro- und Einzelhandelsimmobilien – gehen auf Talfahrt. Der US-Dollar und der Goldpreis steigen krisenbedingt.

Positives Alternativszenario “Ballzauber” (Eintrittswahrscheinlichkeit 10 Prozent)

Im positiven Szenario “Ballzauber” wächst die deutsche Wirtschaft um rund 2 Prozent. Politische Voraussetzungen sind, dass es gelingt, geopolitische Spannungen zu reduzieren, weltweit in der Handels- und Umweltpolitik stärker zu kooperieren und den Subventionswettlauf auf Kosten ärmerer Länder abzubremsen. Alles läuft richtig gut und alle Beteiligten sind mit vollem Engagement dabei. Immobilien profitieren von der besseren wirtschaftlichen Lage. Gold ist nicht mehr als Krisenwährung gefragt, ebenso der sichere Hafen US-Dollar. Die Aktienmärkte haussieren. Der DAX überschreitet die Marke von 20.000 Indexpunkten.

Der Jahresausblick steht online unter www.helaba.com/de/kapitalmarktausblick zur Verfügung. Dort können Sie zusätzliche multimediale Inhalte abrufen.

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Marktkommentar von Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL

Die vor kurzem von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vorgestellte Industriestrategie soll „Deutschland als Industriestandort in seiner ganzen Vielfalt erhalten“. Um dieses Ziel zu erreichen, werden verschiedene Handlungsfelder definiert:

*       Die Verbesserung der Standortbedingungen soll u.a. durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Wasserstoffindustrie sowie der Infrastruktur, durch Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung, Investitionsanreize und die Förderung von Aus- und Weiterbildung sowie der Fachkräfteeinwanderung erreicht werden.

*       Die Wirtschaftssicherheit will man durch neue Handelsabkommen, Rohstoffpartnerschaften oder die Förderung von Produktionskapazitäten in kritischen Bereichen, u.a. bei der Herstellung von Rüstungsgütern erhöhen.

*       Die klimaneutrale Erneuerung der Industrie soll durch die Erweiterung des Emissionshandels, die Einführung eines CO2-Grenzausgleichs und die Nutzung neuer Technologien wie der Einlagerung von CO2 angeschoben werden.

Zumindest teilweise kann man die neue Industriestrategie des Bundes wohl auch als Antwort auf den Inflation Reduction Act der US-Regierung – der mit mehr als 400 Mrd. US-Dollar klimaneutrale Technologien unterstützt – sowie auf den zunehmenden Konkurrenzdruck aus China verstehen, bspw. bei der E-Mobilität. Dabei ist allerdings fraglich, welche der genannten Maßnahmen die richtigen Antworten auf Subventionen anderer sind.

Es deutet einiges darauf hin, dass die sinkende internationale Wettbewerbsfähigkeit vieler Staaten Europas mehr mit strukturellen Fehlentwicklungen zu tun hat als mit Subventionen anderer Staaten oder höheren Energiepreisen. Langwierige Bürokratie und Genehmigungsverfahren, hohe Auflagen für investitionsbereite Unternehmen oder komplizierte Antragsprozesse bremsen viele europäische Volkswirtschaften massiv aus. Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre ein Ausbau der eigenen Wettbewerbsfähigkeit, der Standortvorteile Europas, einer Beteiligung an einem internationalen Subventionswettlauf vorzuziehen. Denn Subventionen haben grundsätzlich den Nachteil, dass sie notwendigen Strukturwandel behindern bzw. nicht wettbewerbsfähige Strukturen zementieren. Zudem könnten Unternehmen nach deren Auslaufen ihren Standort wieder verlassen und es entstehen Abgrenzungsschwierigkeiten bei der Frage, wer subventioniert werden sollte und wer nicht. Langfristig sind damit vor allem immense Kosten, aber nur selten die Sicherung oder Wiederherstellung von Zukunftsfähigkeit verbunden. Vielmehr war die internationale Arbeitsteilung und Spezialisierung auf Basis marktwirtschaftlicher Anreize der Erfolgsfaktor der Globalisierung und führte in den meisten Regionen weltweit zu einer erheblichen Steigerung des gesamtwirtschaftlichen Wohlstands. Daher ist Freihandel anstatt Protektionismus – abgesehen von bspw. kritischer Infrastruktur – meistens die sinnvollere Option für alle Beteiligten.

Fazit:

*       Die bessere Strategie wäre daher, sich noch stärker auf den Ausbau der Infrastruktur, die Bildung inklusive ggf. notwendiger Umschulungen oder die Abfederung von aus dem Strukturwandel resultierenden sozialen Härten, die Unterstützung von Grundlagenforschung und die Absicherung von Investitionen in zukunftsgerichtete neue Technologien zu fokussieren.

*       Ohnehin wird Europa angesichts anhaltender Standortnachteile, wie höherer Energiepreise und der demografischen Alterung, nur als Hochtechnologieentwickler und -standort eine wirtschaftlich prosperierende Zukunft haben. Klar ist, dass der notwendige Strukturwandel nicht von politischer Seite angeordnet und nach Planvorgaben umgesetzt werden kann. Vielmehr braucht es den kreativen Wettbewerb der Marktwirtschaft, um bestmögliche und schnelle Ergebnisse zu produzieren. Politik sollte die gesellschaftlich gewünschten Zielvorstellungen formulieren und den notwendigen Rahmen für erfolgreiches unternehmerisches Handeln ermöglichen. Sie sollte jedoch keine harten technologischen oder prozessualen Vorgaben setzen, die oftmals aus Ideologien und fehlender Kompromissbereitschaft resultieren.

*       Nicht zuletzt sind die hohen Energiekosten hierzulande auch wegen des rigorosen Verzichts auf die Atomenergie und die nicht vorhandene Diskussion über Chancen und Risiken des Frackings in Deutschland entstanden. Schon vor diesem Hintergrund ist die Subventionierung energieintensiver Produktion ein Widerspruch an sich.

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DONNER & REUSCHEL AG , Privatbank seit 1798 , Ballindamm 27, D-20095 Hamburg Tel: (040) 30 217.5337, Fax: (040) 30 217.5600, www.donner-reuschel.de

Die Ratingagentur Scope hat für ihre jährlichen Auszeichnungen fast 130 Gesellschaften nominiert.

Die Asset Manager Deka, DWS, J.P. Morgan AM und Union Investment finden sich besonders häufig auf den Bestenlisten der verschiedenen Anlagesegmente.

Scope Awards – Die aussichtsreichsten Kandidaten

Mitte November verleiht die Ratingagentur Scope ihre Preise für herausragende Anbieter und Produkte der Finanzbranche. Nun wurden die Nominierten bekanntgegeben. Knapp 130 Anbieter von Fonds und Zertifikaten dürfen sich Hoffnung machen, eine oder gar mehrere der begehrten Auszeichnungen zu erhalten. Zusammen mit dem Medienpartner Handelsblatt vergibt Scope Preise in 54 Kategorien, acht davon mit ESG-Bezug. Dazu haben die Analystinnen und Analysten rund 12.500 Fonds und 2.000 Asset Manager sowie Zertifikate-Anbieter untersucht.

Die Scope Awards sind die renommierteste und umfangreichste Auszeichnung der Fonds- und Asset-Management-Branche im deutschsprachigen Raum. Die feierliche Übergabe am 16. November in Frankfurt wird von Barbara Schöneberger moderiert.

Einige Gesellschaften mehrfach nominiert

Die 54 Kategorien, in denen Preise vergeben werden, gliedern sich in drei Gruppen. Die Scope Investment Awards (30 Kategorien) gehen an die besten Aktien-, Renten- und Mischfonds und deren Asset Manager. In dieser Gruppe am häufigsten nominiert wurden JPMorgan Asset Management, DWS, Union Investment, ODDO BHF Asset Management und Robeco. Sie stehen in sieben bis zehn Kategorien in der engeren Auswahl. Besonders spannend dürfte die Entscheidung in der Kategorie „Universalanbieter“ werden, in der alle fünf Gesellschaften im Rennen um die begehrte Trophäe sind.

Mit den Scope Alternative Investment Awards (20 Kategorien) werden die besten Asset Manager von Publikumsfonds und institutionellen Fondsprodukten in Bereichen wie Immobilien, Infrastruktur, Private Equity und Private Debt ausgezeichnet. Hier haben Deka Immobilien und Union Investment Real Estate die größten Chancen auf einen Preis: Beide Gesellschaften sind in sechs Kategorien nominiert.

Die besten Zertifikate-Emittenten der vergangenen zwölf Monate kämpfen um die Scope Zertifikate Awards (vier Kategorien). Unter den elf Gesellschaften, die in dieser Gruppe nominiert sind, fallen die Société Générale und die DZ Bank mit jeweils drei Nennungen besonders auf.

Einen Überblick über sämtliche Nominierten finden Sie auf dem ScopeExplorer. https://www.scopeexplorer.com/scope-awards/2024

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Scope Analysis GmbH, Lennéstraße 5, D-10785 Berlin, Tel: +49 30 27891-0, Fax: +49 30 27891-100, www.scopeanalysis.com

Die DWS vergrößert ihr Angebot an nachhaltigen Anlageprodukten um drei neue Xtrackers-ETFs.

Die börsennotierten Indexfonds bieten Anlegern die Möglichkeit, in Europa, den USA sowie weltweit in Unternehmen zu investieren, die im Vergleich zum Marktdurchschnitt weniger negative Auswirkungen auf die Ökosysteme der Erde haben. Die neuen Xtrackers-Biodiversity-Focus-SRI-UCITS-ETFs wurden am 3. November an der Deutschen Börse gelistet, für den 6. November ist die Notierung der Biodiversity-ETFs für die Anlageregion USA sowie weltweit an der Börse London geplant.

Biodiversität, die Vielfalt des Lebens auf der Erde, besitzt nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht einen hohen Stellenwert. Studien schätzen den weltweiten Wert der Ökosystemleistungen – das heißt, des Nutzens, den die Menschen aus der Natur ziehen – auf 125 bis 140 Billionen US-Dollar jährlich. Das Weltwirtschaftsforum prognostiziert, dass der Verlust der biologischen Vielfalt in den kommenden zehn Jahren nach Klimawandel und Extremwetter die drittgrößten negativen Auswirkungen auf die Menschheit haben wird.

Die DWS ermöglicht es Anlegern nun, den Aspekt der biologischen Vielfalt einfach und kostengünstig über ETFs in ihre Portfolios zu integrieren. Konkret bilden die Produkte verschiedene Varianten der ISS-STOXX-Biodiversity-Focus-SRI-Indizes ab. Bei deren Zusammenstellung unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit werden zusätzliche Risiken im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt ermittelt und im Anschluss reduziert. Sie stellen deshalb eine Erweiterung bestehender ESG-Indizes dar, die Kriterien für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (Environment, Social, Governance) berücksichtigen.

Bei jedem Biodiversity-Index kommt ein mehrstufiger Filter zum Einsatz. Zunächst werden aus dem jeweiligen Anlageuniversum Unternehmen ausgeschlossen, deren Aktivitäten der biologischen Vielfalt nachweislich schaden. Das sind beispielsweise Produzenten von Palmöl, gentechnisch veränderten Agrargütern oder gefährlichen Pestiziden. Beim anschließenden Screening gemäß dem ISS ESG Biodiversity Impact Assessment Tool (BIAT) werden jene Unternehmen identifiziert und ausgeschlossen, die innerhalb eines Wirtschaftssektors die stärksten negativen Auswirkungen auf die Biodiversität haben. Beim Auswahlprozess werden zusätzlich die biodiversitäts- und klimabezogenen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Social Development Goals; SDGs) berücksichtigt. Schließlich sorgt ein Filter dafür, dass die CO2-Intensität des Portfolios im Vergleich zum marktbreiten Index um mindestens 50 Prozent reduziert ist. „Mit den Xtrackers-Biodiversity-ETFs können Anleger für ihre breit gestreute Aktienanlage die Risiken in Bezug auf den Rückgang der Biodiversität transparent reduzieren. Das ist eine wichtige Erweiterung unseres Angebots an nachhaltigkeitsorientierten Anlagen“, sagt Olivier Souliac, Head Indexing Xtrackers Products bei der DWS.

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Deutsche Asset Management International GmbH, Mainzer Landstr. 11-17, 60329 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 – 910 – 12371,Fax: +49 (0) 69 – 910 – 19090, www.dws.com

Notenbanken halten an hohen Zinsen fest, weltweites Wachstum schwächt sich ab

Steigende geopolitische Risiken für Investoren im Jahr 2024

  1. FERI Tagung zur Zukunft der Kapitalanlage in Zeiten globaler Umbrüche

Weltwirtschaft und internationale politische Ordnung stehen zunehmend unter dem Einfluss disruptiver Kräfte. Für Investoren wird es immer wichtiger, diese Faktoren zu entschlüsseln und bei der Kapitalanlage zu berücksichtigen. Über die Aussichten für Konjunktur und Märkte im Jahr 2024, die Rolle der Geopolitik sowie aktuelle Trends im Asset Management sprachen die Experten von FERI mit hochkarätigen Gästen auf der 36. FERI Tagung in Frankfurt. „Traditionelle Kapitalanlagen berücksichtigen häufig nicht die dynamische Natur der Finanzmärkte. Eine konsequente Multi Asset-Strategie ist die beste Voraussetzung, um in jeder Marktsituation positive absolute Renditen erzielen zu können und gleichzeitig Vermögen zu schützen“, sagte Dr. Marcel V. Lähn, Vorstand und Chief Investment Officer (CIO) der FERI AG.

Geopolitische Spannungen als Markttreiber

Insgesamt sei 2024 ein schwächeres weltwirtschaftliches Wachstum mit teilweise negativer Entwicklung in einzelnen Regionen zu erwarten. Das Ende des Zinserhöhungszyklus sei erreicht, das Zinsniveau bleibe jedoch in den kommenden Quartalen hoch, da die Inflation 2024 nur leicht nachlassen werde. Als Spielverderber für die Märkte könnte sich die Geopolitik erweisen, zumal 2024 wichtige Wahlen, allen voran in den USA, anstünden. „Insbesondere die strategische Rivalität zwischen den USA und China führt die Welt in eine Ära wachsender Spannungen und erzeugt auf globaler Ebene ein Machtvakuum. Wie die Ereignisse im Nahen Osten zeigen, erhöht sich dadurch das Risiko regionaler Konflikte“, sagte Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des FERI Cognitive Finance Institute. Vor allem der anhaltende Konflikt um Taiwan könne zu einer direkten Konfrontation zwischen den Großmächten führen und die Weltwirtschaft vor eine Zerreißprobe stellen. Diese Unsicherheit belaste auch die globalen Konjunkturaussichten.

„Wirtschaftliche Beziehungen lassen sich angesichts der verschärften globalen Situation längst nicht mehr von sicherheitspolitischen Fragestellungen getrennt betrachten“, betonte Prof. Dr. Daniela Schwarzer, Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung und ehemalige Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Europa müsse angesichts dieser geopolitischen Spannungen Einigkeit und Entschlossenheit demonstrieren und mit den Staaten, die andere  Gesellschaftsmodelle verfolgen, im Gespräch bleiben.

Disruptive Einflüsse entschlüsseln

Ein weiterer Schwerpunkt der FERI Tagung lag auf der Fragestellung, wie Investoren einen Multi Asset-Ansatz im aktuellen Marktumfeld praktisch umsetzen können. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem über Produktinnovationen, Künstliche Intelligenz und den wachsenden Einfluss von Nachhaltigkeitsaspekten bei der Kapitalanlage diskutiert. „Die disruptiven Wirkungen von KI und Nachhaltigkeit beeinflussen sämtliche Assetklassen“, sagte Dr. Marcel V. Lähn. Angesichts dieser Dynamik, der aktuellen Marktsituation und der verschärften geopolitischen Entwicklungen empfehle sich gerade für institutionelle Investoren eine sachwertorientierte Anlagestrategie, die den Fokus auf Resilienz und Risikomanagement legt.

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FERI AG, Haus am Park  Rathausplatz 8-10, 61348 Bad Homburg, Tel: +49 (0) 6172 916-0, Fax: +49 (0) 6172 916-9000, www.feri.de

Guy Wagner (BLI – Banque de Luxembourg Investments):

  • USA sind letzte Bastion des soliden Wachstums
  • Europäische Zentralbank lässt Refinanzierungssatz unverändert
  • Endfälligkeitsrendite der zehnjährigen US Treasury Note auf höchstem Stand seit 2007
  • Rückgang der Aktienkurse

Während sich die Weltwirtschaft weiter verlangsamt, können sich die USA immer noch von der allgemeinen Abschwächung abkoppeln, schreiben Guy Wagner und sein Team in ihrem jüngsten monatlichen Marktbericht „Highlights“.

„Das Bruttoinlandsprodukt der USA beschleunigte sich im dritten Quartal gemäß der ersten Schätzung stark und wies ein annualisiertes Quartalswachstum von 4,9 Prozent auf, was auf die Ausweitung des Staatsdefizits, einen dynamischen Konsum und einen starken Wiederaufstockungseffekt seitens der Unternehmen zurückzuführen ist“, sagt Guy Wagner, Chief Investment Officer (CIO) von BLI – Banque de Luxembourg Investments. „Die erreichten Niveaus bei den Staatsausgaben, der Sparquote und den Lagerbeständen machen dieses Muster jedoch schwer haltbar, da das Umfeld sicherlich fragiler ist, als die Wachstumszahlen vermuten lassen.“

USA sind letzte Bastion des soliden Wachstums

In der Eurozone ging das BIP im Quartalsvergleich um 0,1 Prozent zurück und wuchs im Jahresvergleich nur noch um 0,1 Prozent, „wobei die Dynamik besorgniserregend ist“. In China reichten die Ankündigungen von Stützungsmaßnahmen und eines Konjunkturpakets nicht aus, um die Aktivitätsindikatoren zu beleben, die sich nach einem kleinen Sprung im September sowohl im Dienstleistungssektor als auch im verarbeitenden Gewerbe im Oktober erneut verschlechterten. In Japan wirkt sich die allgemein schwache Auslandsnachfrage nun auch auf die Industrieproduktion aus, die in den vergangenen beiden Monaten stark zurückging. „Insgesamt fungieren die USA aus Gründen, die spezifisch und vorübergehend zu sein scheinen, nun als letzte Bastion soliden Wachstums in einer Welt, in der die wirtschaftliche Dynamik allgemein nachlässt und in der die Auswirkungen der geldpolitischen Straffung immer spürbarer werden,“ meint der luxemburgische Ökonom.

Europäische Zentralbank lässt Refinanzierungssatz unverändert

Wie erwartet beließ die US-Notenbank auf ihrer Sitzung am 1. November das Zielband für die Federal Funds Rate unverändert bei 5,25 Prozent bis 5,50 Prozent. Ihr Vorsitzender Jerome Powell ließ verlauten, dass der allmähliche Rückgang der Inflation in Verbindung mit dem Anstieg der langfristigen Zinsen an den Anleihemärkten eine dauerhafte Pause auf diesem Niveau erwarten lasse und der Institution nun etwas Zeit gebe, um die Auswirkungen der vergangenen Zinserhöhungen auf die Wirtschaft zu analysieren. In der Eurozone ließ die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen nach zehn aufeinanderfolgenden Erhöhungen unverändert. Der Refinanzierungssatz liegt somit unverändert bei 4,5 Prozent. Präsidentin Christine Lagarde deutete an, dass die Geldpolitik von den veröffentlichten Daten abhängen würde. Gleichzeitig unterstrich sie jedoch, dass der in den vergangenen Monaten eingesetzte Trend rückläufiger Inflation etwas Spielraum bietet, um eine Pause einzulegen.

Endfälligkeitsrendite der zehnjährigen US Treasury Note auf höchstem Stand seit 2007

Aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit zogen im Oktober die Endfälligkeitsrenditen an den Anleihemärkten in den USA vor allem zu Beginn des Monats und bei den längeren Laufzeiten weiter an. So stieg die Endfälligkeitsrendite der zehnjährigen US Treasury Note auf den höchsten Stand seit 2007. In der Eurozone fielen die Bewegungen an den Märkten viel geringer aus.

Rückgang der Aktienkurse im Oktober

Insgesamt gingen die meisten Aktienkurse im Oktober zurück, da sie durch den Anstieg der langfristigen US-Zinsen, den Ausbruch des Krieges zwischen Israel und der Hamas und eine enttäuschende Berichtssaison beeinträchtigt wurden. So fiel der in Euro ausgedrückte Weltaktienindex MSCI All Country World Index Net Total Return im Monatsverlauf um 2,9 Prozent. Auf regionaler Ebene fiel der S&P 500 in den USA um 2,2 Prozent (in USD), der Stoxx 600 in Europa um 3,7 Prozent (in EUR), der Topix in Japan um 3,0 Prozent (in JPY) und der MSCI Emerging Markets Index um 3,9 Prozent (in USD). „Auf Sektorenebene waren die Versorger der einzige Sektor, der sich leicht positiv entwickelte, während der diskretionäre Konsum, die Industrie, die Energie und das Gesundheitswesen die größten Rückgänge hinnehmen mussten“, sagt Guy Wagner abschließend.

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Nur 73 von 160 DAX-Unternehmen kehren zur Präsenz-Hauptversammlung zurück

Geplante Mehrfachstimmrechte reduzieren Kontroll- und Mitspracherechte der Investoren

ESG-Kriterien werden weitestgehend bei der Vorstandsvergütung berücksichtigt

Auch in der Hauptversammlungssaison 2023 haben viele Unternehmen auf den persönlichen Kontakt mit ihren Eigentümern verzichtet und Aktionärstreffen virtuell abgehalten. Lediglich 73 der 160 in der DAX-Familie vertretenen Aktiengesellschaften sind nach der Corona-Krise zur Präsenz-Hauptversammlung zurückgekehrt. Im DAX 40 allein blieben fast 70 Prozent beim virtuellen Format. Nur wenige Unternehmen wichen zugunsten ihrer Aktionäre davon ab. Darunter etwa die Deutsche Telekom, BASF, SAP und Volkswagen. Etwas besser sah es in der zweiten und dritten Reihe aus. Im MDAX war das Verhältnis zwischen Präsenz- und Onlineformat ausgeglichen. Im SDAX überwog die Präsenz-Hauptversammlung mit rund 60 Prozent. Zudem war die Hauptversammlungssaison neben vielen technischen Problemen auch von einer hohen Termindichte geprägt. Dies erschwerte Aktionären die Teilnahme an Online-Hauptversammlungen nicht nur, sondern machte sie institutionellen Investoren teilweise unmöglich. So haben zum Beispiel am 17. Mai 2023 insgesamt 21 im HDAX vertretene Unternehmen ihre Hauptversammlung abgehalten. „Ein echter Dialog zwischen Aktionären, Vorstand und Aufsichtsrat konnte auch bei den Online-Hauptversammlungen 2023, deren technische Durchführung häufig zu wünschen übrigließ, nicht stattfinden. Das hat die Hauptversammlung als oberstes Kontrollorgan und Sprachrohr der Aktionäre weiter entwertet“, sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI.

Die überwiegende Mehrheit der 160 in der DAX-Familie vertretenen Unternehmen hat sich die Ermächtigung eingeholt, auch künftig virtuelle Hauptversammlungen abhalten zu können. Dabei haben sich immerhin 97 Unternehmen an den BVI-Analyseleitlinien für Hauptversammlungen (ALHV) orientiert und diese Option zunächst nur für zwei Jahre vorgesehen. 41 Unternehmen haben die Satzungsänderung auf fünf Jahre befristet.

Zukunftsfinanzierungsgesetz schränkt Aktionärsrechte weiter ein, statt Aktienanlage attraktiver zu machen

Nach Einführung der virtuellen Hauptversammlung droht nun mit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz ein weiterer Eingriff in die Aktionärsrechte. Die im aktuellen Regierungsentwurf vorgesehene Einführung von Mehrstimmrechtsaktien schadet Klein- wie Großanlegern zusätzlich, da solche Aktien Kontroll- und Mitspracherechte der Eigentümer entsprechend ihrer Kapitalbeteiligung verhindern. Das „one share, one vote“-Prinzip ist jedoch essenziell für effektives – und von der Politik gefordertes – Engagement institutioneller Investoren, um die Corporate Governance von Unternehmen zu stärken oder auch die nachhaltige Transformation der Wirtschaft voranzutreiben. Die Ampelkoalition schießt dabei auch über das eigentliche Ziel der Förderung von Start-ups und Wachstumsunternehmen hinaus, weil sie Mehrstimmrechtsaktien für Börsengänge aller Unternehmen zulassen will. ETFs werden so gezwungen, noch stärker in Unternehmen zu investieren, die Aktionärsrechte beschneiden. Wirkliche Anreize zur Stärkung der Aktienanlage lässt der Regierungsentwurf hingegen gänzlich vermissen.

Weiteres Verbesserungspotenzial bei der Unternehmensführung

In der Hauptversammlungssaison 2023 waren bei der Qualität der Beschlussvorlagen der Gesellschaften wieder gravierende Beanstandungen zu verzeichnen. Die meiste Kritik gab es gegenüber den Aufsichtsräten. So war bei 107 (2022: 100), also bei mehr als 65 Prozent der HDAX-Unternehmen, die Entlastung des Aufsichtsrats als kritisch anzusehen, insbesondere weil die Gremien nicht mit einer ausreichenden Zahl unabhängiger Vertreter besetzt waren. Bei 60 (55) Unternehmen gab es Beanstandungen zu den Wahlen zum Aufsichtsrat, vor allem weil die Vorgaben der ALHV zur Beschränkung von Aufsichtsratsmandaten nicht eingehalten wurden. Viel Anlass zur Kritik boten auch die Vergütungsberichte für Vorstand und Aufsichtsrat. Die Unternehmen müssen diese Berichte jährlich erstellen und von der Hauptversammlung billigen lassen. Bei 87 von 160 Gesellschaften, also bei mehr als der Hälfte der HDAX-Unternehmen, entsprachen die zur Billigung vorgelegten Vergütungsberichte nicht den Vorstellungen der Fondswirtschaft zu guter Unternehmensführung.

Positiv hervorzuheben ist, dass eine weiter wachsende Zahl von Unternehmen, wie in den ALHV gefordert, ESG-Komponenten bei der Vergütung der Vorstände einfließen lässt. So berücksichtigen mittlerweile alle DAX-40-Unternehmen mindestens eine der drei ESG-Komponenten bei der Bezahlung ihrer Vorstände. Nur insgesamt 19 Unternehmen in MDAX und SDAX machen die Vorstandsvergütung noch nicht von ESG-Zielen abhängig.

Dies sind Auszüge aus den Ergebnissen einer Untersuchung der Hauptversammlungssaison 2023 auf Basis der BVI-ALHV, die der Fondsverband mit Unterstützung des Aktionärsdienstleisters IVOX Glass Lewis bei 160 Unternehmen der DAX-Familie (DAX 40, MDAX und SDAX) erstellt hat.

Über die Analyse-Leitlinien des BVI

Die Analyse-Leitlinien des BVI für Hauptversammlungen (ALHV) stellen Eckpunkte für eine gute Unternehmensführung aus Sicht des BVI dar. Sie machen Fondsgesellschaften keine verbindliche Vorgabe für das jeweilige Abstimmungsverhalten auf der Hauptversammlung, sind in der Branche inzwischen aber zum Mindeststandard geworden. Die Mitglieder des BVI halten in ihren Fonds Aktien deutscher Unternehmen im Wert von 168 Milliarden Euro. Dabei agieren die Fondsgesellschaften als Treuhänder ihrer Anleger gegenüber diesen Unternehmen und üben die Aktionärsrechte in deren Interesse aus. Sie orientieren sich dabei an anerkannten Branchenstandards wie den Wohlverhaltensregeln des BVI.

Der BVI untersucht jährlich mit Unterstützung des Aktionärsdienstleisters IVOX Glass Lewis die abgelaufene Hauptversammlungssaison auf Einhaltung der ALHV. Konkret werden die 160 Unternehmen der DAX-Familie (DAX, MDAX und SDAX) überprüft.

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norisbank Umfrage zeigt, dass nicht wenige mit Zuversicht ins kommende Jahr schauen und wie unterschiedlich die Erwartungen sind

9 von 10 Befragten geben an, die hohe Inflation zu spüren

Mehr als ein Drittel rechnet jedoch mit abflauender Inflation schon in 2024

Speziell die junge Generation schaut mit Optimismus in die Zukunft

Trotz der anhaltenden Inflation und der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland, die 2023 für fast alle Menschen spürbar sind, schauen viele positiv in die Zukunft. Besonders bemerkenswert: Mehr als ein Drittel der Deutschen (35,2 Prozent) ist trotz der aktuellen Lage zuversichtlich gestimmt und geht sogar davon aus, dass sich die Inflation schon in 2024 wieder auf Normalniveau einpendeln wird. Allerdings ist die Zahl der kritisch Gestimmten weiter hoch: So erwarten rund zwei von drei Befragten (64,8 Prozent), dass die Inflation weiterhin auf hohem Level bleibt. Doch wer sind die Optimisten, wer bleibt skeptisch und was könnten die Gründe für so unterschiedliche Meinungen sein? Die jüngste repräsentative Umfrage der norisbank bringt Licht ins Dunkel.

Insgesamt wirkt es ermutigend, dass manche Gruppen in der Gesellschaft positiv in die Zukunft blicken. Vor allem die befragten Männer (44,8 Prozent) und die unter 30-Jährigen (37,6 Prozent) sind hoffnungsvoller als der Durchschnitt (35,2 Prozent) und scheinen mehr Vertrauen darin zu haben, dass sich die Inflation und die finanzielle Lage bald bessern werden. Dennoch darf man nicht vergessen, dass es viele Menschen gibt, deren Alltag bereits 2023 durch steigende Preise stark belastet wurde. Insbesondere Frauen und Familien mit geringerem Einkommen schauen daher sorgenvoller in die Zukunft. Der hohe Anteil der Frauen fällt ganz besonders ins Auge: Rund drei Viertel von ihnen rechnen auch im kommenden Jahr mit einer hohen Inflationsrate (74,3 Prozent). Auch überdurchschnittlich viele Familien mit Kindern unter 18 Jahren erwarten weiterhin hohe Preise (68,8 Prozent).

Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen eindrucksvoll, dass offenbar insbesondere das Einkommen eine erhebliche Auswirkung auf die individuelle Prognose für das Jahr 2024 hat: So sieht ein signifikanter Anteil an Menschen, die über ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 2.500 Euro verfügen (40,1 Prozent), eine positive Zukunftsperspektive und ist der Auffassung, dass sich die Inflation im kommenden Jahr wieder normalisieren wird. Dagegen teilen nur 30,1 Prozent der Befragten mit einem geringeren Haushaltsnettoeinkommen (unter 2.500 Euro) diese optimistische Erwartung.

Die Umfrage zeigt aber auch, welche Rolle offenbar die Bildung spielt: Je höher der Bildungsabschluss, desto positiver fällt die Prognose für 2024 aus. 23,8 Prozent der Befragten mit Volks-/Hauptschulabschluss und Berufsabschluss, 36,6 Prozent der Befragten mit höherem Schulabschluss, 37,4 Prozent der Befragten mit Abitur und 40,6 Prozent der Befragten mit Fach-/Hochschulabschluss rechnen mit einer Normalisierung der Inflation.

Wo liegen die Gründe für diese so unterschiedlichen Stimmungen und Erwartungen? Möglich ist, dass Menschen mit besserer Bildung auch besser über wirtschaftliche Zusammenhänge informiert sind oder eher in der Lage sind, ihre Ausgaben bewusst zu managen, bei Bedarf zu reduzieren oder auch Vermögen mit dem Ziel anzulegen, sich gegen Inflation abzusichern. Fakt ist, dass Menschen mit niedrigerem Einkommen die gestiegenen Preise für Lebensmittel, Wohnraum und Energie im täglichen Leben 2023 viel gravierender wahrgenommen haben. Denn wer bereits am Limit lebt, sieht kaum Möglichkeiten, weitere Einsparungen vorzunehmen. Für einkommensstarke Haushalte stellt die Inflation keine so große Herausforderung im Alltag dar. Allein dadurch scheint es ihnen offensichtlich leichter zu fallen, mit Hoffnung und Zuversicht auf das neue Jahr 2024 zu blicken.

Auswirkungen der Inflation: Menschen fühlen sich je nach Alter unterschiedlich betroffen

Die aktuelle Befragung zeigt jedoch auch: Die Inflation trifft praktisch alle Menschen spürbar. 92 Prozent der Deutschen geben an, dass sie die Auswirkungen der hohen Inflation an vielen Punkten im täglichen Leben spüren. Doch wo genau und für wen sind die Sorgen besonders groß?

Laut der repräsentativen Umfrage der norisbank bereiten die steigenden Lebenshaltungskosten mit Abstand die größte Sorge: Das sagen rund 63 Prozent aller Befragten. Menschen unter 40 Jahren teilen diese Bedenken etwas seltener (unter 60 Prozent), Menschen über 40 Jahren jedoch häufiger (mehr als 67 Prozent). Und es zeigt sich auch: Viele schauen insbesondere sorgenvoll in ihre Zukunft. Insgesamt haben 38 Prozent aller Deutschen Angst, dass ihre Rente beziehungsweise ihre Altersvorsorge nicht ausreichen wird, um auch später vernünftig leben zu können.

Und offensichtlich trifft die Inflation eine Altersgruppe ganz besonders: die 40- bis 49-Jährigen. Sie befürchten nun nicht nur, dass ihre Lohn- und Einkommenserhöhungen zukünftig zu gering ausfallen (diese Sorge nannten mehr als 46 Prozent), sondern auch, dass ihre hart erarbeiteten Ersparnisse, ihre Rente und ihre Altersvorsorge künftig an Wert verlieren. Sich in Zukunft grundsätzlich weniger leisten zu können, fürchtet mehr als ein Drittel von ihnen (rund 32 Prozent). Die jüngere Generation hat hingegen noch einen weiteren Punkt im Blick: 20 Prozent der unter 30-Jährigen macht sich Sorgen, wie sich ihre Aktien-Depots entwickeln.

“Die Ängste, die mit der Inflation verbunden sind, sorgen in allen Bevölkerungsgruppen für Unsicherheiten. Die Inflation belastet die Menschen heute spürbar im täglichen Leben. Und sie belastet unsere Zukunft, weil sie die Kaufkraft der Ersparnisse und Renten nachhaltig reduziert. Betroffen sind im Besonderen oft die, die wenig haben”, so Thomas große Darrelmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der norisbank. “Die Zentralbank sowie auch die Regierung sind hier allen voran gefordert. Aber auch wir Banken können unterstützen – mit hilfreicher Information und relevanten Angeboten zu fairen Konditionen. In dem Sinne bieten wir z. B. leistungsstarke Girokonten, die bei aktiver Nutzung kostenlos sind, und risikoarme Anlagemöglichkeiten mit hoher Flexibilität und attraktiven Zinsen.”

Über die Umfrage

Die norisbank hat zusammen mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht 1.061 Personen ab 18 Jahren befragt. Die Online-Befragung wurde im Oktober 2023 durchgeführt.

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In Krisenzeiten greifen viele Anleger zu Gold, weil sie hoffen, das gelbe Metall würde profitieren.

Das war auch nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs und ist nach den jüngsten Angriffen der Hamas auf Israel so. Doch die schnellen Krisengewinne sind meist nicht von Dauer. Wovon die Entwicklung des Goldpreises langfristig wirklich abhängt – und wann ein Goldinvestment sinnvoll ist.

Aktuelle Markteinschätzung von Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group

Die brutalen Angriffe der Hamas auf Israel haben unter Anlegern und Investoren Angst und Schrecken verbreitet. Die Sorge, dass sich der Nahostkonflikt ausbreitet und auch Nachbarländer sowie Bündnisstaaten in diesen Krieg hineingezogen werden, trübte den ohnehin schon von Rezessionssorgen geplagten Aktienmarkt weiter ein. Dieser reagiert oftmals auf zunehmende Unsicherheit mit teils deutlichen Kursverlusten – ein Umfeld, in dem aber häufig der Goldpreis steigt.

So haben dramatische Ereignisse und nur schwer zu überblickende Risiken seit jeher den Goldpreis beflügelt – in der Regel aber nur für eine gewisse Zeit. Das war zum Beispiel nach Ausbruch des Ukraine-Krieges so: Von rund 1.910 Dollar pro Feinunze erklomm der Goldpreis kurz nach der russischen Invasion kurzzeitig die 2.000-Dollar-Marke, doch gute zwei Monate später war Gold wieder so teuer wie vor Kriegsbeginn. Die Talfahrt endete erst ein halbes Jahr später bei 1.626 Dollar – und dies, obwohl nach wie vor kein Ende des Ukraine-Kriegs in Sicht ist.

Die darauffolgende Rally endete Anfang Mai dieses Jahres, seitdem geht es unter Schwankungen abwärts. Heute notiert Gold wieder auf dem Niveau wie vor Russlands Angriff auf die Ukraine. Ein ähnliches Muster weist der Goldpreis auch in früheren Konflikten wie etwa dem Irak-Krieg von 2003 auf – auch damals stieg der Kurs nur kurzfristig an.

Offenbar lässt eine geopolitische Krise den Goldpreis steigen, solange die Situation neu und besonders unübersichtlich ist. Dauert die Krise an, nimmt ihre Bedeutung für die Goldpreisentwicklung aber ab und die eigentlich tragenden Faktoren bestimmen maßgeblich den alles andere als trivialen Preisfindungsprozess.

Langfristig bestimmen nicht Krisen über den Goldpreis

Großes Gewicht hat etwa die Entwicklung der Inflation. Gold dient seit tausenden Jahren als Zahlungsmittel und wird auch heute noch rund um den Globus als Zahlungsmittel akzeptiert. Zugleich dient es der Wertbewahrung und als Vermögenshort. Verliert eine Währung an Kaufkraft, legt daher der Gegenwert für eine Feinunze Gold in dieser Währung zu. Steigende Inflationsraten – insbesondere in der Goldhandelswährung Dollar – geben dem Goldpreis also häufig Auftrieb.

Hohe Inflationsraten aber rufen wiederum früher oder später die Notenbanken auf den Plan. Damit die notleidende Währung wieder an Kaufkraft gewinnt, erhöhen die Notenbanken die Zinsen, deren Höhe ein weiterer wesentlicher Einflussfaktor für den Goldpreis ist. Mit steigenden Zinsen verteuern sich Kredite und Sparer werden mit höheren Zinsrenditen belohnt. In so einer Entwicklung werden sichere Festzinsanlagen für viele Anleger irgendwann attraktiver als Gold, das keine laufenden Erträge bietet.

Den Effekt hoher Zinsen auf den Goldpreis können wir seit Mai beobachten: Mit jeder Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed stiegen auch die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen – auf mittlerweile rund 4,8 Prozent. Weil auch die Inflationsrate inzwischen gesunken ist, ist ein Investment in sichere Staatsanleihen für viele Investoren attraktiver als das zinslose Gold.

Da Inflation und Zinsen großen Einfluss auf den Goldpreis haben, ist auch entscheidend, in welcher Währung Gold gekauft wird. Für Anleger aus dem Euroraum etwa steigt der Goldpreis, wenn der US-Dollar an Wert gewinnt. Für Goldkäufer in den USA jedoch fällt der Goldpreis mit steigendem Dollar-Wechselkurs oder er bleibt zumindest gleich.

Ebenfalls nicht zu vernachlässigen sind die Produktionskosten für Gold. Die Menge des noch im Boden versteckten Goldes ist endlich und der Goldgehalt pro abgebauter Tonne Erdreich und Gestein geht kontinuierlich zurück. Neue Vorkommen zu entdecken, wird in der Regel immer schwieriger und aufwändiger. Damit steigen die Förderkosten der Goldminenbetreiber und Explorationsunternehmen. Nur solange der Goldpreis die Förderkosten deckt und allen Zwischenhändlern einträgliche Geschäfte ermöglicht, wird das Edelmetall weiter gefördert.

Welche Richtung der Goldpreis aufweist, wird also stets vom Zusammenspiel verschiedener Faktoren bestimmt, die nicht isoliert betrachtet werden sollten und auch vom Markt – zumindest auf lange Sicht – in den Preisfindungsprozess einfließen.

Gold bietet Schutz, Stabilität und Sicherheit

Plötzlich auftretende Krisen wie Russlands Invasion in der Ukraine oder der Hamas-Terror in Israel mögen den Goldpreis also kurzzeitig stützen und Spekulanten auf den Plan rufen, doch ein langfristiges Goldinvestment sollte ein anderes Ziel verfolgen. Gold kann vor allem als Vermögensschutz, Krisenversicherung und Stabilitätsanker im Vermögensportfolio fungieren. Gold wird immer ein knappes Gut sein. Als Teil eines Vermögensportfolios oder Depotbeimischung verleiht es dem Gesamtvermögen Stabilität, weil der Goldpreis weitgehend unabhängig von Börsentrends ist.

Langfristig beschert Gold seinen Käufern dennoch eine attraktive Rendite, zumindest monetär. In den vergangenen 20 Jahren konnten sich Goldinhaber pro Jahr über eine durchschnittliche Wertsteigerung von rund neun Prozent freuen. Doch vor allem dürfte Goldinhaber die finanzielle Sicherheit überzeugen, die ihr Gold für sie bedeutet. Gold ist und bleibt deshalb vor allem eines: ein sicherer Hafen. Und deshalb ist für alle, die noch keinen Teil ihres Vermögens in Goldmünzen oder -barren angelegt haben, der richtige Zeitpunkt, damit zu beginnen – und zwar jederzeit.

ÜBER DEN AUTOR

Önder Çiftçi ist Gründer und Geschäftsführer der Ophirum GmbH. Vor der Gründung des bankenunabhängigen Anbieters von Edelmetallen im Jahr 2010 war er bei verschiedenen Banken in führender Position tätig.

ÜBER OPHIRUM

Die Ophirum GmbH ist ein auf Edelmetalle spezialisiertes Unternehmen und eine der ersten Adressen für Retail-Goldhandel in Deutschland. Ophirum bietet in seinen aktuell 22 Retail-Stores und zudem über einen Onlineshop den Kauf von Edelmetallen in verschiedenen Formen an, etwa als Barren oder Münzen. Zudem umfasst das Angebot ein Golddepot sowie Sparpläne mit Tresorgold. Die Spezialisten des Ophirum-Teams haben im Zuge ihrer beruflichen Vergangenheit die Faszination von Rohstoffen sowie den Nutzen und die strategische Bedeutung speziell von Edelmetallen bei der Geldanlage und der Absicherung von Risiken entdeckt. Diese Erkenntnis sowie der bis dato vorherrschende Mangel an vertrauenswürdigen Angeboten physischer Edelmetalle in Deutschland waren Impulse für die Gründung der Ophirum GmbH.

Verantwortlich für den Inhalt:

Ophirum GmbH, Friedensstr. 6-10, 60311 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 21 999 744, www.ophirum.de

Zehn Jahre nach Auflegung des Robus Mid-Market Value Bond Fund (LU1439458719 / „RMVBF“) im November 2013 beeindrucken Hochzinsanleihen mit einem Comeback.

„Das Umfeld hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder gravierend geändert, aber unser Ansatz und unsere Überzeugung sind immer gleichgeblieben“, sagt Mark Hoffmann, CIO bei Robus Capital und Fondsmanager des Robus Mid-Market Value Bond Fund der ersten Stunde.

Hoffmann investiert das Fondsvermögen gemeinsam mit Benjamin Noisser in Anleihen von mittelständischen Unternehmen in Europa. Die Segmente, die hierbei insbesondere Berücksichtigung finden, sind nicht-geratete Unternehmensanleihen, Hochzinsanleihen und Mid-Market Bonds, also Instrumente die eine sehr detaillierte Finanzanalyse benötigen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Finanzierungsinstrumenten von Mittelstandsunternehmen der DACH-Region, den BeNeLux-Staaten und Skandinavien. Damit unterscheidet sich das Robus-Portfolio von großen High Yield-Indizes, die in Non-Investmentgrade-Anleihen vor allem mit Schwerpunkten in UK, Frankreich und Südeuropa investiert sind.

Performance in den letzten drei Jahren konsequent überdurchschnittlich

Die Jahre von 2016 bis ins erste Quartal 2022 waren für die Value-Strategie des Fonds eher schwierig. Die relativ hohen Zinsen bei mittelständischen Anleihen zog immer mehr Investoren mit einem eher oberflächlichen Investmentansatz an. „Immer, wenn wir ein „Schnäppchen“ im Sekundärmarkt gefunden und analysiert hatten, hat das Unternehmen kurz danach eine neue Anleihe mit einem noch niedrigeren Kupon aufgelegt“, resümiert Hoffmann. Nur wer bei Neuemissionen schnell zum Geldbeutel gegriffen hatte bekam hohe Zuteilungen. „Zeit zum Beantworten unserer umfangreichen Fragelisten hat sich keiner genommen“, erinnert sich Noisser.

Deswegen war der RMVBF zu der Zeit nur selten am Primärmarkt aktiv und es musste nach erfolgter Refinanzierung erst ein neues Investment mit attraktiven Risiko-Rendite-Charakteristika gefunden werden, was in einem immer niedriger werdenden Zinsumfeld schwierig war. „In letzter Instanz führte das zu hohen Bargeldbeständen im Fonds, was für eine Zinsstrategie natürlich kontraproduktiv ist“, ergänzt Noisser. Trotzdem erzielte der RMVBF auch in diesen Jahren eine gute Performance im Rahmen seiner Zielrendite.

„Die gestiegenen Credit-Spreads seit Ende 2021, das gestiegene Zinsumfeld und die Marktvolatilität haben das Umfeld für unseren Value-Investmentansatz nachhaltig verbessert.“ erklärt Hoffmann. Denn im aktuellen Marktumfeld kommen die Unternehmen bei Refinanzierungen mit deutlich höheren Kupons an den Markt, weswegen das Zinseinkommen des RMVBF aktuell sehr hoch ist. Gleichzeitig gibt es viele Opportunitäten im Sekundärmarkt, weshalb der Fonds in letzter Zeit meistens voll investiert war.

Das gute Marktumfeld wird auch in den kommenden Monaten weiterhin Bestand haben. Die in den letzten drei Jahren beobachtete starke Entkopplung der Wertentwicklung des RMVBF von Vergleichsprodukten sollte entsprechend anhalten. Dafür sprechen die aktuellen Portfoliostatistiken (Ende Oktober 2023) mit einer laufenden Rendite von 9,6 %, einer Laufzeitrendite von 11,0 % und einer kurzen Duration von 0,8.

Einfache Erfolgsgrundlagen im komplexen Hochzinssegment

„Wir setzen damals wie heute vor allem auf Familienunternehmen, die wir lange kennen und bei denen wir über eine sehr lange Historie an Finanzdaten verfügen. Diese lange Zusammenarbeit ist gerade in diesen Zeiten großer wirtschaftlicher Veränderungen die wertvollste Grundlage, um zur Überzeugung zu gelangen, dass wir das Geld von diesen Firmen auch wieder vollumfänglich verzinst zurückbekommen“, sagt Hoffmann. Das Fondsvermögen konzentriert sich damit auf 40 bis 50 Kernpositionen, die das Team sowohl am Primär- als auch Sekundärmarkt kaufen kann. „Mit dem Robus Mid-Market Value Bond Fund versuchen wir die besten Ideen aus unserem liquiden Anleihen-Universum abzudecken. Die Konzentration spiegelt den Kern unserer Überzeugung wider.“

„Auch wir beobachten, dass die Ausfallrisiken steigen“, sagt Benjamin Noisser. „Umso wichtiger ist die Erfahrung, die wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, um den RMVBF verantwortungsvoll in eine weitere erfolgreiche Dekade zu führen.“ Noisser, der seit 2012 im Robus-Team ist, verfügt wie Hoffmann über mehr als 20 Jahre Erfahrung im High-Yield-Bereich in Deutschland und Europa.

„Wir wetten nicht auf Erfolg, sondern verdienen, wenn unsere Unternehmen es auch tun. Deswegen finanzieren wir nur traditionelle Geschäftsmodelle, die wir verstehen und deren Güter und Leistungen greifbar sind. Jetzt ist die Zeit gekommen, in der sich die Qualität unseres aktiven Management-Ansatzes zeigt“.

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Robus Capital Management Limited Finanzinstitut, Bockenheimer Landstraße 51-53, 60325 Frankfurt am Main , Tel: 0203 7946270, https://robuscap.com/