Kommentar von Jenna Barnard und John Pattullo, Co-Heads of Global Bonds, Janus Henderson Investors

  • Nach der vorübergehenden Belastung der Anleiheerträge durch den „Bear Steepener“ im Oktober 2023 scheint dieser nun den Höhepunkt der Zinssätze eingeläutet zu haben
  • Reaktionen nach dem Zinshöhepunkt dürften zu niedrigeren Anleiherenditen führen
  • Dies verspricht potenziell hohe Erträge aus zinssensiblen Bereichen wie Staatsanleihen, doch die Konjunkturschwäche erfordert eine sorgfältige Auswahl der Unternehmensanleihen

2023 sollte eigentlich das Jahr der Anleihen werden und während die Erträge positiv ausfielen, was weitgehend die Einnahmen aus den Anleihen widerspiegelte, war ein starker Kapitalzuwachs durch einen Renditerückgang weniger wahrscheinlich. Da die Zinssätze ihren Höhepunkt erreicht haben dürften, stellt sich die Frage nach den Ursachen für die Verzögerung und die weitere Entwicklung der Renditen.

Stolperstein

Anfang Oktober 2023 sprachen wir über das auftretende Phänomen eines „Bond Bear Steepener“. Dabei steigen die Renditen von Anleihen mit längerer Laufzeit stärker an als die von Anleihen mit kürzerer Laufzeit. Das Phänomen wird als „Steepener“ bezeichnet, weil die Renditekurve, die die Renditen von Anleihen gleicher Qualität, aber unterschiedlicher Laufzeit darstellt, normalerweise von unten links nach oben rechts ansteigt. Wenn also die Renditen von Anleihen mit längerer Laufzeit schneller steigen als die von Anleihen mit kürzerer Laufzeit, führt dies zu einer Versteilerung der Renditekurve. Dieses Phänomen ist sehr selten, und wenn es bei inversen Renditekurven auftritt – wie 2023 – führt es in der Regel 1) zu einem Rückgang der Spitzenrenditen und 2) zu einer Rezession.

Wie aufs Stichwort begannen die Renditen im November und Dezember zu fallen und machten einen Großteil des Renditeanstiegs 2023 wieder zunichte. Dies reichte jedoch nicht aus, um die von uns erwarteten Kapitalgewinne zu erzielen. Doch das war 2023. Können die Renditen 2024 weiter sinken und wird sich der zweite Teil der bisherigen Verlaufsmustern bewahrheiten, d. h. wird es zu einer Rezession kommen?

Anderer Weg, gleiches Ziel

Die Vergangenheit kann uns eine wertvolle Lektion erteilen. Zunächst einmal sollten wir uns darauf einigen, dass die Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) im Juli 2023 die letzte Erhöhung (oder im Zentralbankjargon: der Endzinssatz) im aktuellen Zinszyklus war. Dies erscheint durchaus plausibel angesichts des bemerkenswerten Tempos der derzeitigen Kern-Desinflation. Anschließend können wir die Veränderung der Rendite 10-jähriger US-Treasuries vor und nach der letzten Zinserhöhung aufzeichnen, wobei 0 den Zeitpunkt der letzten Zinserhöhung darstellt. Zur Erinnerung: Ein Anstieg der Renditen führt zu einem Rückgang der Anleihekurse und umgekehrt, sodass eine abfallende Linie sinkende Renditen und steigende Anleihekurse anzeigt. Vergleichen wir dies mit der durchschnittlichen Reaktion der Renditen bei jeder letzten Zinserhöhung der Fed im Zeitraum 1969-81 (gekennzeichnet durch steigende und hohe Inflation) und im Zeitraum 1984-2018 (gekennzeichnet durch sinkende oder niedrige Inflation): Legt man die jüngste Entwicklung im Jahr 2023 darüber, zeigt sich, dass die Renditen eher dem Verhalten von 1969-81 als dem Durchschnitt von 1984-2018 folgen.

Dies ist insofern interessant, als dass Anleihen in den nächsten 12-18 Monaten potenziell hohe Renditen erzielen könnten, unabhängig davon, welchen Weg sie einschlagen. Dennoch könnte das Ergebnis in den nächsten sechs Monaten sehr unterschiedlich ausfallen:

  • Enttäuschender Bärenmarkt für Anleihen in absehbarer Zeit: Die Renditen folgen dem orangefarbenen Pfad von 1969-81. Dies würde dazu führen, dass die Renditen für einen Großteil des Jahres 2024 innerhalb einer bestimmten Spanne liegen. Auslöser könnte alles sein, was die Inflationssorgen wieder schürt, oder eine vorübergehende Wachstumsbeschleunigung, die dazu führt, dass die Zentralbanken die Zinssenkungen zurückstellen. Die längere Hochzinsphase verschärft die finanziellen Bedingungen. In der zweiten Jahreshälfte 2024 schwächt sich die Wirtschaft ab, die Inflationsangst lässt nach und Zinssenkungen drohen, was im weiteren Jahresverlauf 2024 zu einem starken Rückgang der Anleiherenditen führt.
  • Stabiler Bullenmarkt für Anleihen: Die Renditen schließen wieder an den blauen Pfad von 1984-2018 an und die Anleiherenditen sinken zunehmend. Dies könnte passieren, wenn klar wird, dass die Inflation endgültig bekämpft ist. Die Zentralbanken beginnen mit Zinssenkungen, um zu verhindern, dass die Realsätze (Zinssätze abzüglich der Inflationsrate) zu restriktiv werden.

Natürlich könnten sich Anleiherenditen auch völlig neu entwickeln. Auch in diesem Fall dürften die Renditen 2024 eher nach unten tendieren. Wir halten es für unrealistisch, dass die Verzögerungen durch die frühere geldpolitische Straffung das Wirtschaftswachstum nicht beeinträchtigen. Wir sehen immer noch eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Abschwung in den USA 2024, und einige europäische Länder steuern bereits auf eine Rezession zu. Selbst wenn Zentralbanken mit Zinssenkungen beginnen, werden die meisten Unternehmen oder Haushalte, die ihre Schulden oder Hypotheken refinanzieren, einen höheren Zinssatz zahlen als noch vor einigen Jahren. Die Geldpolitik wird weiterhin restriktiv sein, und eine niedrigere Inflation bedeutet, dass die Realzinsen (inflationsbereinigt) höher ausfallen.

Aus diesem Grund senkt die Fed die Zinsen in der Regel schnell. Die Zinssätze verharren selten lange. In den letzten 70 Jahren betrug das durchschnittliche Zinsplateau sechs Monate. Sollte es also im März 2024 zu einer Zinssenkung kommen – ein achtmonatiges Plateau seit der Zinserhöhung vom Juli 2023 –, würde dies weitgehend dem durchschnittlichen Zyklus entsprechen.

Synchronisierte Lockerung

Der Zinserhöhungszyklus der Zentralbanken in den Industrieländern verlief parallel, und die meisten Banken erhöhten die Zinssätze innerhalb weniger Monate nacheinander. Dies dürfte auch bei den Zinssenkungen der Fall sein. Daher glauben wir, dass 2024 potenziell die Renditen bieten sollte, die wir 2023 erwartet haben, mit einer Kombination aus Einnahmen und Kapitalgewinnen aus Staatsanleihen bei sinkenden Renditen.

Bei Credit halten Agency-Mortgage-Backed-Securities für attraktiv, sowohl wegen ihrer Einkünfte als auch wegen ihres relativ geringen Kreditrisikos, da sie von Bundesbehörden oder der US-Regierung direkt abgesichert werden. Wir betrachten auch High-Yield-Unternehmensanleihen mit BB-Rating allmählich als eine fast eigenständige Anlageklasse. Sie entwickeln sich zu einem Sammelbecken für Wachstumsunternehmen mit steigendem Cashflow, während es sich bei einigen Investment-Grade-Anleihen mit BBB-Rating, insbesondere bei den Telekommunikationsunternehmen, um hoch verschuldete Alt-Unternehmen handelt. Wirtschaftliche Schwäche erfordert möglicherweise eine größere Sorgfalt bei der Auswahl von Unternehmensanleihen.

Insgesamt könnten sich Anleiherenditen in den nächsten Monaten unterschiedlich entwickeln, aber letztlich erwarten wir eine Kombination aus Einkünften und sinkenden Zinsen, die 2024 zu attraktiven Renditen bei Anleiheerträgen führen dürfte.

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Scope hat für die acht wichtigsten Aktienfonds-Peergroups den Anteil aktiv gemanagter Fonds ermittelt, die den jeweiligen Vergleichsindex übertreffen konnten.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Erfolgsquote um zehn Prozentpunkte verschlechtert.

Aktiv-versus-passiv-Studie: Outperformance Ratio fällt 2023 deutlich

Im vergangenen Jahr ist es nur einem knappen Viertel der untersuchten aktiv gemanagten Fonds gelungen, ihre Peergroup-Benchmarks zu übertreffen. Analysiert wurden die Ergebnisse von fast 2000 Fonds aus acht bedeutenden Aktien-Vergleichsgruppen, unter anderem für die Regionen Nordamerika, Europa, Schwellenländer und Deutschland. Nach Kosten gelang es 460 Produkten, eine Outperformance gegenüber dem jeweiligen Index zu erzielen. Die Outperformance Ratio für 2023 von 23,3% liegt zehn Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres.

In sieben der acht Kategorien ist die Erfolgsrate gegenüber 2022 zurückgegangen. Nur Aktienfonds für Schwellenländer konnten sich im Durchschnitt steigern. In dieser Gruppe lag die Outperformance Ratio bei knapp 40%. Damit gelang es den aktiven Schwellenländer-Fonds, in der aktuellen Auswertung auf Rang 2 vorzurücken, nachdem sie vor zwölf Monaten den drittletzten Platz belegt hatten.

Die Kategorie mit der höchsten Outperformance-Quote ist erneut „Aktien Asien-Pazifik ex Japan“, auch wenn sie im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken ist. 2022 hatte etwa die Hälfte der aktiv verwalteten Fonds dieser Gruppe den Vergleichsindex übertroffen, nun waren es 45,6 %. Legt man bei der Berechnung nicht die Anzahl der Fonds zugrunde, sondern das verwaltete Vermögen, fällt das Ergebnis noch besser aus: Die Outperformance Ratio der Peergroup liegt dann bei knapp 60%.

Hintergrund für die konstant gute Leistung ist die besondere Zusammensetzung des Referenzindex: China hat darin ein Gewicht von mehr als 30 Prozent. Weil dessen Aktienmarkt 2023 an Wert verlor, konnten viele Fonds glänzen, die das Reich der Mitte untergewichtet hatten.

„Aktien Deutschland“, eine Kategorie, die traditionell eine relativ robuste Outperformance Ratio aufweist, präsentiert sich weniger erfreulich. Sie erreichte 2023 mit einer Quote von 7,8% den vorletzten Platz – mehr als 30 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Gründe für die empfindlich gesunkene Erfolgsquote waren die starke Entwicklung einzelner Bluechips, die die Fonds nicht nachvollziehen konnten, und die relative Schwäche von Nebenwerten, die in Deutschland-Fonds meist einen signifikanten Anteil haben.

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen. https://www.scopegroup.com/dam/jcr:d2320b2a-7311-4dda-8f87-0d54c107ae95/Scope%20Aktiv%20versus%20passiv%202023%20Gesamtjahr.pdf

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Globales Wirtschaftswachstum verharrt auf niedrigem Niveau

Nachlassende wirtschaftliche Dynamik, bevorstehende Zinssenkungen und anhaltende geopolitische Risiken prägen das Kapitalmarktumfeld im Jahr 2024. Dabei deutet vieles auf eine milde Rezession der US-Wirtschaft. „Die hohen Zinsen trüben die Kauflaune der US-Konsumenten. Finanzierungen für Häuser und Autos sind so teuer wie seit Jahren nicht mehr. Realistisch erscheint für die US-Wirtschaft ein Miniwachstum von etwa 1% im nächsten Jahr. In der Eurozone dürfte es sogar noch darunter liegen“, sagt Daniel Kerbach, Chief Investment Officer der BayernInvest. Das Wachstum in den Schwellenländern werde um die 4% betragen. Für die Weltwirtschaft sei 2024 mit einem verhaltenen Wachstum von etwa 2,5% zu rechnen.

Globale Megatrends als Inflationstreiber

Rückenwind könnten Anleger im Jahresverlauf von den Notenbanken erhalten. Nachdem es Fed und EZB gelungen sei, die Inflation durch schnelle Zinserhöhungen zurückzudrängen, könne in diesem Jahr mit ersten zögerlichen Zinssenkungen gerechnet werden. Die Inflation bleibe jedoch ein Thema an den Märkten, denn es bestehe weiterhin ein unverändert hohes strukturelles Risiko für steigende Preise, Mieten und Löhne. „Die Deglobalisierung, eine alternde Bevölkerung in den Industrienationen sowie die Dekarbonisierung der Wirtschaft wirken eindeutig in Richtung höherer Inflation. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich die durchschnittlichen Teuerungsraten bis zum Ende der Dekade auf etwa 3% einpendeln“, erklärt Kerbach. Einzig die Digitalisierung und mit ihr der Schub durch die Künstliche Intelligenz wirkten inflationsdämpfend.

Märkte im Sog geopolitischer Entwicklungen

Im Mega-Wahljahr 2024 werden in 76 Ländern Parlamente und Regierungen neu gewählt. Mit Spannung erwartet werden dabei insbesondere die Präsidentschaftswahlen in den USA. Eine Wahl Donald Trumps sowie eine potenzielle Kongressspaltung könnten innenpolitische Reformen in den USA erschweren, während außenpolitisch ein aggressiverer Ton gegenüber China und dem Iran zu erwarten wäre. Geopolitische Spannungen könnten sich unter einem Präsidenten Trump verschärfen, insbesondere im Nahen Osten, was den Ölpreis beeinflussen würde. Unabhängig vom Ausgang der US-Wahlen dürfte eine teure Energieversorgung Europa – und vor allem Deutschland – weiterhin belasten. All diese Aspekte, gepaart mit politischer Unsicherheit, lassen Deutschland als Wirtschaftsstandort zunehmend unattraktiv erscheinen.

Opportunitäten antizyklisch nutzen

Angesichts der geldpolitischen, wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten im neuen Jahr, sollten Investoren bei ihrer Portfoliogestaltung auf robuste und nachhaltige Substanzwerte setzen. „In wirtschaftlich unsicheren Zeiten und angesichts stark schwankender Markterwartungen macht eine ausgewogene Allokation mit Fokus auf Qualitätsanleihen, wachstumsstarken Qualitätsaktien und Asset Backed Alternative Investments Sinn“, ergänzt Kerbach. Als Investitionsthemen rückten Künstliche Intelligenz sowie nachhaltige Infrastruktur und Energieeffizienz verstärkt ins Blickfeld. Aufgrund der hohen Volatilität an den Märkten sollten Investoren außerdem auf ausreichende Kassaquoten achten, damit sie antizyklisch auf Opportunitäten reagieren können.

BayernInvest: Unternehmensinformation

Als Asset Manager und deutscher ESG-Spezialist bietet die BayernInvest maßgeschneiderte Anlage- und Risikomanagement-Konzepte, eine professionelle Fondsverwaltung sowie ein marktführendes Nachhaltigkeitsreporting. Über die Alternative Investment-Plattform der BayernInvest Luxembourg S.A. werden auch komplexe Anlagestrategien im Bereich der Alternativen Anlageklassen umgesetzt. Mit einem verwalteten Volumen von rund 90 Mrd. Euro (Stand: 30.11.2023) und als 100%ige Tochter der BayernLB ist die BayernInvest regional verwurzelt mit dem Blick auf das internationale Marktgeschehen. Wir machen Nachhaltigkeit profitabel. Und Profitabilität nachhaltig.

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„Generell können wir mit mehr Paranoia, mehr Volatilität und mehr unberechenbarem Verhalten auf den Märkten rechnen. Alle sind besessen von Rezession, Inflation und der Frage, ob die Zinssätze ihren Höhepunkt erreicht haben“, schätzt Tom O’Hara, European Equities Portfolio Manager bei Janus Henderson, das zukünftige Marktumfeld ein.

Unabhängig von einer weichen oder harten Landung seien weitere Turbulenzen zu erwarten. Laut O´Hara böte sich unabhängig davon die Chance, die Unternehmen zu kaufen, die seiner Meinung nach nicht nur 2024, sondern idealerweise auch im nächsten Jahrzehnt erfolgreich sein werden.

Die Ausgaben für den Bau von Fabriken in den USA belaufen sich derzeit auf fast 0,6 % des BIP – so viel wurde seit 1990 nicht mehr für den Aufbau von Produktionskapazitäten ausgegeben.

Der Portfoliomanager sieht hier eine Besonderheit: „Vor Gründung der Welthandelsorganisation (und so sollten wir diese aktuelle Ära auch verstehen) fand ein Generationswechsel statt.“ Mehr als 30 Jahre lang wurde die Globalisierung immer weiter vorangetrieben und die Produktion nach Asien verlagert. Doch diese Entwicklung kehre sich jetzt um. Selbst wenn es sich nur um eine teilweise Umkehrung handele, könne sie sich sehr stark darauf auswirken, wohin die Investitionen fließen und welche Unternehmen davon profitieren werden.

Wo bieten sich in Europa die besten Chancen?

Anleger sollten sich in erster Linie nicht darauf versteifen, in Europa an sich zu investieren, sondern vielmehr nach Unternehmen suchen, die zwar in Europa notiert sind oder dort ihren Ursprung haben, aber weltweit relevant und führend in ihren jeweiligen Kompetenzfeldern sind, meint der Experte. „In Verbindung mit einigen großen weltweiten Umwälzungen, bietet sich hier eine wirklich gute Gelegenheit, in Weltmarktführer zu investieren, die in Europa notiert sind. Gleichzeitig profitieren sie von den globalen Trends, der Globalisierung, den massiven Investitionen in künstliche Intelligenz und Cloud Computing, die meiner Meinung nach alle auf einen Investitionssuperzyklus hinauslaufen“, so O’Hara.

Interessant seien Unternehmen, die trotz aller makroökonomischen Turbulenzen gedeihen werden, wie beispielsweise die Luft- und Raumfahrt. Dieser Sektor sei sehr robust, eine Wachstumsbranche.

In Europa gibt es Weltmarktführer wie Airbus, einer der beiden (größten) Flugzeugbauer der Welt, und Safran, das Flugzeugtriebwerke herstellt. Diese Unternehmen können quasi einen zehnjährigen Auftragsbestand vorweisen.

„Daneben gibt es Unternehmen, die aufgrund der neuen Wirtschaftslage und insbesondere aufgrund der höheren Zinssätze, wachsen dürften“, prognostiziert der Experte. Und weiter: „Höhere Zinssätze sorgen für mehr Ordnung in der Industrie. Bestimmte Branchen, vor allem die mächtigen etablierten Unternehmen dieser Branchen, dürften von der Wirtschaftsrationalität profitieren.“

AB InBev, beispielsweise, ist die größte Brauerei der Welt und hat festgestellt, dass die höheren Zinsen und die Inflation zum Konkurs vieler kleiner Brauereien geführt haben, die während der Niedrigzinsphase der letzten 10 bis 15 Jahre entstanden sind. Infolgedessen konsolidiert sich die Brauereibranche zugunsten starker etablierter Unternehmen von industriellem Ausmaß.

Letztendlich gehe es darum, Zugang zu den „Ermöglichern“ dieses Investitionssuperzyklus zu erhalten. Dabei sei es egal, ob es sich um die Schwerindustrie handelt, die Erdarbeiten durchführt, die Straßen und Autobahnen baut, wie CRH oder Holcim. Oder um Investitionsgüterunternehmen, die die Hardware und Software für die Automatisierung von Produktionsanlagen oder die Verwaltung von Rechenzentren liefern. „Und natürlich können es auch die Halbleiterausrüstungsunternehmen sein, die in Europa ausgezeichnet sind. Ein gutes Beispiel sind Unternehmen aus den Niederlanden sein, die Maschinen für die Chipherstellung liefern, die in den kommenden Jahren reichlich benötigt werden würden“, sagt O’Hara. Dabei handele es sich um ein sehr interessantes Geschäftsfeld in den Niederlanden, bei dem die Unternehmen die Maschinen für die Chipherstellung liefern, die in den kommenden Jahren reichlich benötigt werden würden.

Europa attraktiver als USA

In Europa gäbe es weltweit führende Unternehmen zu sehr angemessenen Preisen. Oft würden sie mit Abschlägen gegenüber ihren hoch bewerteten US-Pendants gehandelt.

Laut O’Hara sind europäische Unternehmen sehr gut in der Herstellung und Fertigung von Produkten. Und genau diese Dinge würden in Zukunft für globale Themen wie Deglobalisierung, kapitalintensiver Aufbau neuer Produktionskapazitäten in den westlichen Ländern, Automatisierung der Fabriken, Aufbau von Rechenzentren und Reinvestitionen in die Infrastruktur – seien es Straßen, Eisenbahnen, Brücken und so weiter – benötigt.

„Die Unternehmen, die in Europa ansässig sind, spielen nicht nur in Europa eine Rolle. Sie bieten uns Zugang zu globalen Trends“, fasst der Portfoliomanager zusammen.

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Die Studie von Invest in Visions beweist: Mikrofinanzierungen sind resilient gegenüber verschiedenen Wirtschaftszyklen und Marktstörungen

Erhöhtes Diversifikationspotenzial und verbessertes Risiko-Rendite-Verhältnis mit Mikrofinanz

Bisher galt allgemein, dass Mikrofinanzfonds zur Diversifizierung eines Portfolios geeignet sind, weil sie unkorreliert zu traditionellen Assetklassen performen und so das Gesamtrisiko reduzieren. In Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Köln hat Invest in Visions die Diversifizierungseffekte der Assetklasse Mikrofinanz erstmals über einen langen Zeitraum von 18 Jahren wissenschaftlich untersucht. Das Ergebnis: Mikrofinanz hat das Potenzial das Risiko-Rendite-Verhältnis eines klassisch gemischten Portfolios zu verbessern, allerdings zeichnen sich neue Trends bezüglich der Richtung und Stärke der Korrelation ab und Investoren müssen insbesondere in (finanziellen) Krisenzeiten den Anteil von Mikrofinanz im Portfolio stärker differenzieren.

Anlageklasse in stürmischen Zeiten

Als klassisches Impact-Investing-Produkt erhebt Mikrofinanz den Anspruch neben einer finanziellen Performance auch eine soziale Wirkung zu erzielen. In dem Whitepaper analysieren die Autoren zunächst die wissenschaftliche Debatte um die armutslindernde Wirkung von Mikrokrediten und gehen danach auf die historischen Diversifizierungseffekte ein. Die Mehrheit der makroökonomischen Studien, die in der Vergangenheit publiziert wurden, haben bereits einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Mikrofinanz und einer Abnahme von Armut und Einkommensungleichheit gezeigt.

Weitaus spannender sind nun die Ergebnisse der Analysen zu Diversifizierungseffekten und zur Portfoliooptimierung: Denn erstmals wurden die Korrelationsuntersuchungen aller Indizes im Jahresverlauf sowie über drei sechs-Jahres-Perioden untersucht. Ältere Studien waren regelmäßig durch kurze Zeiträume oder eine geringe Anzahl betrachteter Mikrofinanzfonds in ihrer Aussagekraft begrenzt. Die Resultate der Analysen fördern zum Teil überraschende Erkenntnisse zu Tage: Es stellt sich heraus, dass mit jeder Periode negative Korrelationen schwächer und positive Korrelationen stärker wurden. Der Symbiotics Microfinance Index (SMX) als Benchmark für die Anlageklasse wurde verglichen mit Indizes des Anleihe-, Aktien-, Geld- und Krypto-Marktes. Zusätzlich wurde zwischen traditionellen und nachhaltigkeitsorientieren Indizes unterschieden (naturgemäß fiel der Beobachtungszeitraum für den Krypto-Index und die nachhaltigkeitsorientierten Anlagen kürzer als 18 Jahre aus).

Es fällt auf, dass im traditionellen Anleihesektor eine positive Korrelation zu verzeichnen ist, während die traditionellen Aktienmärkte keine statistisch signifikante Korrelation aufweisen. Bemerkenswert ist dabei, dass die Korrelation von Mikrofinanz und Anleihemärkten im Zeitverlauf zunehmend stärker wird. Ebenso auffällig ist die Entwicklung des Korrelationskoeffizienten. So betrug der Koeffizient des MSCI Emerging Market Index in der ersten sechs-Jahres-Periode noch -.345, in der zweiten Periode -.189 und in der dritten sechs-Jahres-Periode dann beachtliche +.127. Das zeigt exemplarisch, dass auch das Diversifikationspotenzial von Mikrofinanz stark schwanken kann.

Edda Schröder, Geschäftsführerin von Invest in Visions, erklärt dazu: „Die Anlageklasse Mikrofinanz kann generell für eine Portfoliodiversifikation geeignet sein, da diese Anlageklasse tendenziell resilient gegenüber verschiedenen Wirtschaftszyklen und Marktstörungen ist. Allerdings sollte man auch hier sich breit aufstellen und weltweit investieren.“

Die Analyse untersuchte daher auch das Korrelationsverhalten in Krisenzeiten, wenn das Diversifizierungspotenzial gemeinhin am wichtigsten ist. Dazu wurde das Verhalten während der Finanzkrise, während Corona, zu Beginn des Russland-Ukraine-Konflikts und dem Krisenjahr 2015 analysiert. Auch in den Hochphasen der jeweiligen Krisen stiegen die Mikrofinanzrenditen nicht über die +/- 1% Marke hinaus. Dies verdeutlicht, wie niedrig die Volatilität des Mikrofinanzsektors insbesondere in volatilen Kapitalmärkten ist.

Allerdings hat sich während dem Corona-Krisenjahr 2020 die Anzahl signifikant stark positiv korrelierter Indizes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt. Sollten derartige Verlagerungen in Richtung positiver Korrelation insbesondere in Krisen auftreten, würde dies den Effekt der Risikoreduzierung doch erheblich verringern, so die Studie. Schließlich würden die relativ konstanten Renditen von Mikrofinanz dann nicht mehr in gleichem Maße als Gegenpol zu den fallenden Kursen der anderen Märkte dienen. Die Risikoabsicherung wäre reduziert.

Mikrofinanz im Portfolio reduziert das Gesamtrisiko

Um das Diversifikationspotenzial zu bewerten, wurden abschließend für traditionelle, nachhaltigkeitsorientierte Mikrofinanzanlagen Portfolios mit unterschiedlichen Zielgrößen konstruiert und miteinander verglichen.

Die empirischen Untersuchungen zeigen, dass in einem gleichgewichteten Portfolio verschiedener Anlageklassen die Standardabweichung der Renditen mit zunehmendem Mikrofinanzanteil immer geringer wird. Dies ist auf die geringe Korrelation des SMX mit den anderen Indizes zurückzuführen, der über den gesamten Betrachtungszeitraum (verkürzter Zeitraum für nachhaltige und Krypto-Indizes) deutlich weniger um seinen Mittelwert schwankt als die Vergleichsindizes. Mikrofinanz kann also unabhängig von der Gewichtung das Gesamtrisiko reduzieren. Zugleich können größere Diversifikationsvorteile als mit vergleichbaren Aktien- und Anleihe-Indizes aus dem Nachhaltigkeitssektor erzielt werden.

Die Studie hat deutlich gemacht, dass Mikrofinanz nach wie vor das Potenzial besitzt, ein Portfolio traditioneller Anlageklassen zu diversifizieren und das Risiko erheblich zu senken. Gleichzeitig müssen nachhaltig orientierte Investoren aber auch mit Renditeeinbußen rechnen, wenn sie Mikrofinanz in ihr Portfolio integrieren.

„Gerade für risikoaversere Investoren ist Mikrofinanz folglich auch abgesehen von der sozialen Rendite eine attraktive Anlage, die die Effizienz des Portfolios steigern kann“, so Schröder.

Weitere Informationen zu der Studie finden Sie unter folgendem Link: https://www.investinvisions.com/blog/blog/diversifizierung-mit-mikrofinanz/

ÜBER INVEST IN VISIONS

Die Invest in Visions GmbH wurde 2006 von Edda Schröder mit der Vision gegründet, institutionellen und privaten Anlegern den Zugang zu Impact Investments zu ermöglichen, also zu Anlagen, die neben finanziellen Erträgen auch positive gesellschaftliche Auswirkungen bieten.

Im Jahr 2011 erreichte Invest in Visions einen wichtigen Meilenstein und initiierte zusammen mit der HANSAINVEST die Auflegung des ersten Mikrofinanzfonds in Deutschland, der auch Privatanlegern offensteht.  Neben Mikrofinanz beschäftigt sich Invest in Visions im Rahmen der Finanzportfolioverwaltung mit der Finanzierung kleiner und mittelständischer Unternehmen in den Entwicklungs- und Schwellenländern.

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Invest in Visions GmbH Investmentgesellschaft, Freiherr-vom-Stein-Straße 24–26, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 20434110, www.investinvisions.com

Aktien von Unternehmen mit niedriger Börsenbewertung, auch Nebenwerte oder Small Caps genannt, hatten in den vergangenen Jahren einen schweren Stand.

Doch die Chancen, dass Small Caps an der Börse ein Comeback feiern, stehen so schlecht nicht. Warum eine Depotbeimischung von Nebenwerten jetzt besonders vielversprechend sein könnte.

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Gar nicht mal so schlecht – und wohl deutlich besser, als viele Anleger Anfang 2023 vermutet haben: Im vergangenen Jahr machte der deutsche Leitindex rund 20 Prozent an Boden gut – trotz wirtschaftlicher Rezession, hoher Inflation und gestiegenen Zinsen, trotz kriegerischer Konflikte in der Ukraine und in Gaza sowie einer notwendigen und teuren Energie- und Klimawende.

Besonders robust präsentierte sich der DAX dabei in den letzten beiden Monaten. Grund war vor allem die Ankündigung möglicher Zinssenkungen im laufenden Jahr. Nachdem sich viele negative Nachrichten und Prognosen bereits in den Kursen niedergeschlagen hatten, hat die Aussicht auf sinkende Leitzinsen in den USA und der Eurozone in 2024 für neuen Optimismus an der Börse gesorgt.

Nebenwerte hinken hinterher, noch

Von der Hoffnung auf eine Zinswende profitierten auch die kleinen Aktien, auch Nebenwerte oder Small Caps genannt. An die Performance des DAX sind die Small Caps – gemessen am SDAX – mit einem Plus von etwa 16 Prozent aber nicht herangekommen. Noch größer fiel die Performance-Lücke im Krisenjahr 2022 aus: Während der DAX 2022 circa 13 Prozent an Wert einbüßte, schrumpfte der SDAX um rund 27 Prozent. Die große Differenz ist vor allem damit zu erklären, dass Anleger in unsicheren Zeiten eher bewährte Börsenschwergewichte anstatt Small Caps wählen. Gemessen an dieser Entwicklung könnten Small Caps nun eine Menge Nachholpotenzial haben.

Denn eigentlich entwickeln sich Nebenwerte historisch betrachtet besser als die Börsenriesen, die im Vergleich nur langsam wachsen und oft in relativ gesättigten Märkten aktiv sind. Small Caps sind deutlich dynamischer in ihrer Entwicklung und bieten aufgrund ihrer oft hohen Wachstumsraten mehr Kursfantasie – allerdings auch mehr Rückschlagpotenzial. Deshalb wurden Small Caps im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre auch mit einem Aufschlag gegenüber den Blue Chips aus den Top-Indizes bewertet, genauer gesagt mit dem 27-fachen ihres Jahresgewinns (KGV) im globalen Nebenwerteindex MSCI World Small Cap. Zum Vergleich: Aktien im Blue-Chip-Index MSCI World kommen im gleichen Zeitraum nur auf ein durchschnittliches KGV von 18. Doch wegen der Unsicherheiten der vergangenen Jahre ist dieser Bewertungsaufschlag bei Small Caps inzwischen verschwunden. Mittlerweile werden globale Small Caps mit einem KGV von 12 sogar niedriger bewertet als die Standardwerte.

Die aktuell niedrigen Bewertungen bei kleinen Aktien könnten für Anleger grundsätzlich gute Kaufgelegenheiten bieten, sprechen für Small Caps neben den höheren Wachstumsraten doch auch ihr großer Nachholbedarf. Außerdem dürften sie von möglichen Zinssenkungen deutlicher profitieren als die Schwergewichte, die in geringerem Maß von Finanzierungskonditionen abhängig sind.

Small Cap ist nicht gleich Small Cap

Anleger sollten ihre Small-Cap-Aktien jedoch mit Bedacht auswählen. Schließlich weisen Nebenwerte naturgemäß auch höhere Risiken auf, beispielsweise was die Liquidität und Eigenkapitalausstattung sowie den Verschuldungsgrad angeht. Gerade vor dem Hintergrund hoher Zinsen sind ein niedriger Schuldenstand, Profitabilität und eine solide Finanzierungsstruktur eine zentrale Voraussetzung für den Aktienkauf. Auch die Liquidität im Börsenhandel ist in der Regel geringer, die Kursschwankungen sind deshalb und wegen der generell höheren Verlustrisiken größer als bei Blue Chips. Darüber hinaus sollten Anleger auch Aspekte wie die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells, Innovationskraft, Marktanteil, Gewinnmarge oder die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen beleuchten. Nur Small Caps, die in diesen Belangen gut aufgestellt sind, sollten es auf die Auswahlliste schaffen. Aus diesem Grund sind auch ETFs, die lediglich einen Small-Cap-Index nahezu eins zu eins nachbilden, eher mit Vorsicht zu genießen.

Wie immer sollten Anleger aber nicht alles auf eine Karte setzen. Dies bedeutet: Small Caps sollten neben Blue Chips und weiteren Asset-Klassen wie Anleihen, Rohstoffe und alternativen Investments nur einen überschaubaren Depotanteil aufweisen.

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Union Investment wird am 28. März 2024 zusammen mit Mercer den ersten European Long Term Investment Fund (ELTIF) für Privatkunden auflegen, der breit gestreut in Infrastrukturanlagen investiert. Ab dem 15. Januar 2024 können Anleger Anteile des „UniPrivatmarkt Infrastruktur ELTIF“ zeichnen.

ELTIFs wurden von der Europäischen Union geschaffen, um langfristig Eigen- oder Fremdkapital für nicht börsennotierte Unternehmen, Infrastrukturprojekte und Sachwerte wie Immobilien bereitzustellen. Mit der zum 10. Januar 2024 überarbeiteten ELTIF-Verordnung können Privatanleger nun deutlich einfacher als bisher in diese neue Anlageklasse investieren und ihr Vermögen damit breiter diversifizieren. Denn Privatmarktanlagen entwickeln sich tendenziell weitgehend unabhängig vom börsennotierten Kapitalmarkt. Darüber hinaus weist die Anlageklasse in der Regel geringere Wertschwankungen auf als eine Aktienanlage – und das bei einer ähnlichen Gesamtrendite.

Infrastruktur ist das Zukunftsfeld für Investitionen

Der „UniPrivatmarkt Infrastruktur ELTIF“ ist der erste ELTIF für Privatkunden in Deutschland, der sein Vermögen sehr breit diversifiziert in Infrastruktur anlegt. Dazu gehören neben dem Energiesektor Projekte aus dem Transport-, Versorgungs- oder Kommunikationsbereich sowie der sozialen Infrastruktur. Dies können beispielsweise Recyclinganlagen, Datencenter, Wind- und Solarparks oder Kommunikationsnetzwerke sein. „Wir machen für Privatkunden eine neue Anlageklasse investierbar. Infrastruktur ist ein Zukunftsfeld für Investitionen. Daher bieten wir unseren Kunden einen breit diversifizierten Fonds in diesem Bereich an“, sagt Jochen Wiesbach, Leiter Produktmanagement bei Union Investment.

Das globale Bevölkerungswachstum und eine fehlende oder oft veraltete Infrastruktur sorge für einen großen Investitionsbedarf. Laut Berechnungen von Oxford Economics gibt es bis zum Jahr 2040 im Infrastrukturbereich eine Investitionslücke von weltweit 16 Billionen US-Dollar. Alleine in Europa werden zwei Billionen US-Dollar fehlen.

Kooperation mit Mercer

Bei dem „UniPrivatmarkt Infrastruktur ELTIF“ arbeitet Union Investment mit Mercer Alternatives zusammen. Union Investment kümmert sich dabei primär um den Vertrieb, das Liquiditätsmanagement und die Administration. Mercer managt das Portfolio und wählt die dafür geeigneten Projekte aus. „Mercer ist ein erfahrener und überaus erfolgreicher Spezialist für Privatmarktanlagen mit dem Schwerpunkt auf Infrastrukturprojekten, mit dem wir seit 2019 erfolgreich auf unserer institutionellen Kundenseite zusammenarbeiten. Daher lag es nahe, auch auf der Privatkundenseite zu kooperieren“, erläutert Wiesbach. „Die Zusammenarbeit mit Union Investment markiert einen bedeutenden Meilenstein für Mercer. Sie ermöglicht es uns, Infrastrukturinvestitionen einem Anlegerkreis zugänglich zu machen, der sich bisher kaum in diesem Bereich engagieren konnte“, ergänzt Julia Schiffer, Head of Private Infrastructure Europe bei Mercer.

Zielgruppe des neuen Fonds sind Privatkunden, die mit einer Privatmarktanlage im Bereich Infrastruktur ihr Vermögen breiter diversifizieren wollen. „Ein Infrastruktur-ELTIF ist eine langfristige Anlage, die Diversifikation und gut planbare Erträge bietet. Außerdem haben Infrastrukturanlagen einen gewissen Inflationsschutz, da sich die Einnahmen oftmals an die allgemeine Inflationsentwicklung anpassen lassen“, sagt Wiesbach. Aufgrund der empfohlenen Anlagedauer von mindestens sieben Jahren sollte der Fonds als Beimischung verstanden werden und bestehende Wertpapieranlagen ergänzen. Eine Mindestanlagesumme gibt es bei dem „UniPrivatmarkt Infrastruktur ELTIF“ nicht. Die Verfügbarkeit entspricht der von Offenen Immobilienfonds. Es gibt eine zweijährige Mindesthaltedauer und eine einjährige Kündigungsfrist.

Nach Ablauf der Zeichnungsphase vom 15. Januar bis 13. März 2024 kann der Fonds nach Auflegung am 28. März 2024 weiterhin erworben werden, bis ein bestimmtes Zielvolumen erreicht wird. Danach werden so lange keine Orders mehr angenommen, bis die Liquidität über Investitionen in Infrastrukturanlagen wieder gesunken ist. Grund dafür ist, dass der Fonds nur so viel Kapital einsammeln soll, wie Mercer Alternatives zeitnah in Infrastrukturinvestments überführen kann. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das Portfolio nicht zu stark in Liquidität angelegt ist.

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Union Asset Management Holding AG, Weißfrauenstraße 7, Tel: 069-2567-264160311, Frankfurt am Main, www.union-investment.de

Rasante KI-Umsetzungen im Produkt- und Vertriebsbereich 

Vertriebsmanager, Vorstände, Geschäftsführer, Juristen und Medien-Geschäftsleitungen trafen sich seit Mittwoch den 10. Januar 2024 im winterlich, kalten aber sonnigen Rottach-Egern zur Jahresauftaktveranstaltung der Finanzbranche.

Trotz erheblicher Beeinträchtigung in der Anreise durch Bauernproteste und Bahnstreiks, gelang es vielen Teilnehmern rechtzeitig zum Auftakt einzutreffen. Der mittlerweile 17. Vertriebsgipfel Tegernsee behandelte über zwei Tage die wichtigsten Vertriebsfragen als Branchen-Ausblick für 2024:

Was werden die Megathemen des Jahres im Vermittlermarkt, bei Versicherungen, Investment-Produkten, Sachwerte und Immobilien?

Wie verändert KI, ChatGPT und Co. aktuell den Vertrieb und die Produktgestaltung?

Vertrieb mit Zukunft: Über Vermittler oder stärker direkt?

Greenwashing: Vermittler zwischen den Stühlen?

Regulierung und Provisionen: Was kommt in diesem Jahr auf die Branche zu?

 

Interessante Vorträge und spannende Diskussionen waren die Vorlage für intensive Gespräche der Teilnehmer in den Pausen und beim traditionellen, gemeinsamen Network-Abend im Bräustüberl Tegernsee und später noch an der Bar. Es war Astrid Klee als Organisatorin und mir als Moderator wieder eine große Freude mit allen die dabei waren! Ganz herzlichen Dank dafür, dass viele den Vertriebsgipfel schon zu einem „jährlich wiederkehrenden, fast familiären Klassentreffen“ etablieren.

So kann man noch viel besser miteinander, auch über den jeweiligen Tellerrand hinausschauend, diskutieren und sehr wertvolle Informationen und Erkenntnisse gewinnen. Letztendlich auch Kooperationen und neue Geschäftskontakte schließen. Das bestätigte ja auch das Teilnehmer-Feedback nach der Veranstaltung.

Vielen Dank dafür! Wir wünschen allen ein sehr erfolgreiches 2024 und freuen uns bereits auf 2025. Da wird der Vertriebsgipfel volljährig. Genau am 8.+9.Januar 2025!

Mehr unter www.Vertriebsgipfel-Tegernsee.de

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FinanzBusinessMagazin.de, RedaktionMedien Verlag Astrid Klee, Schwaighofstr. 19 A, D-83684 Tegernsee Tel.: +49 (0)8022 50 70 436, www.FinanzBusinessMagazin.de

 

Aussagen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen 2024

Umgerechnet auf das Welt-BIP werden in diesem Jahr die Vertreter von rund 50 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung an die Wahlurnen gerufen.

Den Auftakt macht Taiwan. Hier dürfen am Samstag rund 20 Millionen Wähler ihre Stimme bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen abgeben. Was das Superwahljahr für Wirtschaft und Investoren bedeuten könnte und in welchen Sektoren besonders mit Unsicherheiten zu rechnen sind, erläutert Niall O’Sullivan, Chief Investment Officer bei Neuberger Berman in seinem Marktkommentar.

Die diesjährigen Wähler repräsentieren etwa die Hälfte des Welt-BIP: Bangladesch und Taiwan machen den Anfang. Die USA, Großbritannien und Ägypten schließen das Superwahljahr ab. Dazwischen liegen Wahlen in Indien, der weltweit größten Demokratie, in Pakistan sowie in Südafrika, wo die seit Langem regierende Partei in einer schleichenden Krise steckt, und in Mexiko mit seinen komplexen Beziehungen zum Nachbarn im Norden. Gewählt wird zudem im Iran, das jetzt im Mittelpunkt der Spannungen im Nahen Osten steht, in Südkorea, der ewigen Front des „neuen alten“ Kalten Krieges, und im Europäischen Parlament, wo die Rechtspopulisten voraussichtlich viele Stimmen hinzugewinnen werden. Sogar in Russland und der Ukraine finden Wahlen statt.

Schon die Länge dieser Liste deutet darauf hin, dass Wahlen heute mehr Einfluss auf die Wirtschaft und die Märkte haben könnten als noch vor 20 oder 30 Jahren. Aus der unipolaren Welt der 1990er-Jahre ist eine mit vielen unterschiedlichen Fronten geworden. Darüber hinaus sind wesentliche und einstmals disinflationäre Kräfte wie der technologische Fortschritt, die demografische Entwicklung, der Welthandel und die Energieerzeugung zunehmend zu politischen Brennpunkten geworden, die wichtige Grundsatzfragen aufwerfen: Wie stark sollten wir die Macht großer Technologieunternehmen eindämmen? Wie bringen wir die wirtschaftlichen Anforderungen von Alt und Jung unter einen Hut? Wie viel Protektionismus und Sicherheit brauchen wir in unseren Lieferketten? Wie schnell können wir unsere Volkswirtschaften dekarbonisieren? Es scheint, dass zumindest bei den letzten drei Themen der Druck steigt.

Was uns vergangene Wahlen verraten

Bislang war die Marktdynamik für die Wertentwicklung an den Märkten wichtiger als Wahlergebnisse. Dennoch gibt es einige Muster, die sich aus vergangenen Urnengängen ableiten lassen. So hat etwa der US-Aktienmarkt seit den 1940ern immer positiv reagiert, wenn die Republikaner sowohl die Präsidentschaft als auch die Mehrheit im Kongress gewonnen haben. Wenn sie nur den Präsidenten stellten, sind die Aktien gefallen. Investoren haben es offenbar lieber, wenn ein demokratischer Präsident mit einem gespaltenen oder von der Gegenpartei dominierten Kongress regieren muss, als wenn in einem solchen Fall die Republikaner das höchste Amt im Staat besetzen.

Zudem waren US-Aktien in US-Wahljahren meist etwas schwächer als im langfristigen Durchschnitt. Diversifikation und defensive Positionierung haben sich in der Regel ausgezahlt. Insgesamt scheint es Investoren nicht so wichtig zu sein, wer die Wahl gewinnt, aber sie mögen keine Unsicherheit und versuchen, ihr aus dem Weg zu gehen. Vor allem nach besonders schwer prognostizierbaren Wahlen folgt üblicherweise eine gute Aktienmarktperformance, weil dann die Unsicherheit ein Ende hat. Dies könnte vor allem gegen Ende des Jahres relevant werden.

Auswirkungen in einzelnen Sektoren spürbar

Oft war es sinnvoller, die Auswirkungen von Wahlen auf einzelne Sektoren und nicht auf die Gesamtwirtschaft zu betrachten. Schließlich gibt es innerhalb des Marktes immer Performanceunterschiede, unabhängig davon, ob er insgesamt steigt oder fällt. Beispielsweise haben Investoren, die bei den US-Wahlen 2016 einen Sieg Clintons erwartet hatten, nach dem Sieg von Trump massenweise Small Caps und Finanzaktien gekauft. Sie gingen offenbar davon aus, dass unter der „America-First-Administration“ schnell Regulierungen aufgehoben, Steuern gesenkt und viel investiert werden würde.

Etwas Ähnliches könnte auch diesmal passieren. Wenn die Republikaner die Gelegenheit bekommen, Regulierungen und Gebührenkontrollen zu lockern, dürften Small Caps etwas aufholen. Auch regionale Banken und Finanzdienstleister für Privatkunden dürften dann profitieren. Elektrofahrzeuge und andere Sektoren, die vom IRA profitiert haben, könnten hingegen unter einer erneuten Trump-Administration leiden; und das, obwohl ein großer Teil der Mittel aus dem IRA-Programm in republikanische oder Swing-Staaten fließt. Anders als bei vielen Wahlen zuvor unterliegt auch der Verteidigungssektor diesmal gewissen Wahlrisiken, etwa weil mit einem Sieg Trumps die Unterstützung für die Ukraine deutlich heruntergefahren werden dürfte.

Kurz gesagt, zeigt die Vergangenheit, dass die meisten Investoren dauerhaft wohl kaum Auswirkungen der Wahlen auf ihre Portfolios erleben dürften. Viele der extremeren Verschwörungstheorien über Stimmenkäufe und politisierte Zentralbanken lassen sich ignorieren. Dennoch dürften die Wahlen auf Sektor- und Staatenebene deutlich Spuren hinterlassen. Chancen ergeben sich vor allem, wenn sich bestehende Unsicherheiten vor den Wahlen auflösen – dann sollten Investoren für den „Run“ gewappnet sein.

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Neuberger Berman Europe Limited, Friedrich-­Ebert­-Anlage 49, D-­60308 Frankfurt,Tel: +49 69 509 56 5648/5649, www.nb.com

Jeroen van Oerle, Portfoliomanager bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM) berichtet über die wichtigsten Fintech-Trends in der Investment-Branche und aktuelle Chancen:

Obwohl die Fintech-Landschaft sehr dynamisch ist und raschen Veränderungen unterliegt, gehen wir davon aus, dass ein wichtiger Trend im nächsten Jahr die KI-Möglichkeiten im Finanzdienstleistungsbereich sein werden. Es ist unwahrscheinlich, dass generative KI den Finanzsektor umkrempelt, vielmehr wird sie zur Effizienzsteigerung eingesetzt werden. KI im Finanzdienstleistungssektor muss dabei ganz anders betrachtet werden als in anderen Sektoren. Der gesamte KI-Markt, einschließlich Dienstleistungen und Hardware, dürfte bis 2026 ein Volumen von 900 Mrd. USD erreichen, was eine CAGR von 19 % bedeuten würde. Finanzinstitute machen 20 bis 25 Prozent dieses Gesamtmarktes aus. Bei Finanzdienstleistungen wird KI am ehesten in den Bereichen Risikobewertung, Betrugsprävention, Marketing und Kundendienst eingesetzt. Ein wichtiger Bereich für Effizienzsteigerungen ist die Forschung und Entwicklung, wobei branchenführende Unternehmen wie PayPal bereits Kosteneinsparungen von 20-40 % erzielt haben, was für die Branche beispielhaft sein könnte.

Breitere Einführung von Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) und Tokenisierung von Vermögens-werten

Ein weiterer Trend, der diskutiert wird, sind die Zentralbank-Digitalwährungen, die unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Eingliederung in unterversorgten Märkten sinnvoll erscheinen. Wir bleiben allerdings vorsichtig, was die breite Einführung in den Industrieländern angeht, da alle Beteiligten weiterhin Zweifel haben. Dennoch werden im nächsten Jahr mehr Länder von der Forschungsphase in die Vorbereitungs- und Umsetzungsphase übergehen, was die Diskussion sicherlich am Leben erhalten wird. Die größten Schritte in Richtung einer digitalen Währung sehen wir in China, gefolgt von anderen Schwellenländern. Effizientere und kostengünstigere grenzüberschreitende Zahlungen bleiben eine große Chance, insbesondere Echtzeit-Zahlungen in der Fintech-Branche, also die Möglichkeit, Zahlungen nahezu sofort zu tätigen. Die Chancen ergeben sich aus dem Angebot besserer, schnellerer und bequemerer Finanzdienstleistungen, während die Risiken in einer möglichen Störung bestehender Fintech-Angebote oder Zahlungssysteme bestehen. PIX in Brasilien oder UPI in Indien sind Beispiele für das schnelle Wachstumspotenzial alternativer Zahlungen.

Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach alternativen und privaten Vermögenswerten erwarten wir, dass sich der Trend zur Tokenisierung von Vermögenswerten im nächsten Jahr beschleunigen wird, da er dazu beiträgt, Investitionen in bisher illiquide Vermögenswerte für ein breites Publikum zu demokratisieren.

Unternehmen im Zahlungsverkehr mit potenziell hohen Renditen

Zahlungsverkehrsunternehmen werden als sehr attraktiv bewertet angesehen, jedoch gehen wir hier selektiv vor. Derzeit halten wir 20 Titel aus dem Bereich Zahlungsverkehr, was einer durchschnittlichen Position von 1,75 % entspricht. In unseren Top-Holdings finden sich mehrere Zahlungsunternehmen mit maximaler Modellgewichtung (wir haben 1%, 2% und 4% Portfolio-Modellgewichtung). Eine Kombination aus starken Fundamentaldaten, günstigen Bewertungen und den makroökonomischen Aussichten versetzt dieses Segment in eine gute Position, um in den kommenden Jahren hohe Renditen zu erzielen.

Zahlungsdienstleister hatten in den letzten 24 Monaten eine schwierige Zeit in Bezug auf ihre Bewertungen. Steigende Zinsen, Befürchtungen über harte Landungen und die Auswirkungen auf künftige Gewinnschätzungen führten zu einem starken Rückgang der Bewertungen. Die Unternehmen, in die wir investieren, haben jedoch Quartal für Quartal gezeigt, dass sie in der Lage sind, die Erwartungen zu übertreffen und ihre Umsätze und Gewinne weiter zu steigern. Unserer Meinung nach ist der Markt möglicherweise zu hart mit diesen Unternehmen umgegangen. Es ist ungewiss, wann die Bewertungen für diese Unternehmen, die ein Umsatzwachstum von über 10 % und ein Gewinnwachstum von 12-15 % aufweisen, wieder auf ein normalisiertes Niveau zurückkehren werden. Wir wissen jedoch, dass das zu erwartende Renditeprofil sehr attraktiv ist, wenn sie sich weiterhin so entwickeln wie in der Vergangenheit.

Die Finanzdienstleister (B2B) sind etwas teurer als der Zahlungsverkehr. Die starken und stabilen CFROI-Profile machen diesen Bewertungsunterschied jedoch wieder wett. Wir erwarten kein extrem günstiges makroökonomisches Umfeld für Software, aber wir glauben, dass die Pipelines weiterhin gefüllt bleiben und das kommende Jahr für die meisten Softwareanbieter wie gewohnt verlaufen wird. Dies könnte dazu führen, dass die Titel in ihre Bewertungen hineinwachsen und ihre Sensibilität gegenüber dem Zyklus zeigen. Wenn die Bewertungen auf diesem Niveau bleiben, wird sich auch dieses Segment gut entwickeln.

Zusammenfassend sind wir der Meinung, dass die derzeitigen attraktiven Bewertungen in Verbindung mit einer erneuten Konzentration auf die Rentabilität und zahlreichen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz sowie unterstützenden Faktoren wie Inflation und Zinssätzen im Jahr 2024 viel Raum für Überraschungen nach oben lassen.

Verantwortlich für den Inhalt:

Lombard Odier Asset Management (Europe), Limited, Frankfurt Branch, Bockenheimer Landstraße 2­4, D-­60306 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0)69 6677 48 154, Fax: +49 (0)69 6677 48 220, www.lombardodier.com

Europa befindet sich derzeit im konjunkturellen Abschwung, doch qualitativ hochwertige und langlebige Unternehmen, sogenannte „Dauerläufer“, können jetzt ihre Stärke zeigen.

Der Europe Compounders-Fonds von Comgest konzentriert sich auf diese Titel und ist zum Jahresstart laut Morningstar der beste Fonds für europäische Growth-Aktien mit großer Marktkapitalisierung  − und das, obwohl der Fonds gerade einmal vier Jahre läuft. Portfoliomanager Alistair Wittet erklärt die Vorteile der Strategie:

Was bleibt – nach der Jahresendrallye und dem KI-Boom 2023?

Die Perspektiven für europäische Unternehmen sind unsicher, denn Europa befindet sich im konjunkturellen Abschwung. Nervös bis euphorisch haben viele Marktteilnehmer in den vergangenen Wochen jedes Signal aufgenommen, das einen baldigen Wechsel im Zinsregime versprach. Doch selbst wenn die Notenbanken wieder auf einen Pfad sinkender Zinsen einschwenken sollten, dürfte das Zinsniveau auch weiterhin hoch bleiben. Damit stehen Geschäftsmodelle mit hohem Fremdkapitaleinsatz weiter unter Druck. Hinzu kommt eine drohende wirtschaftliche Eintrübung, entsprechend dominieren Ertrags- und Margenunsicherheiten.

Abseits der Schnelllebigkeit und Hektik an den heutigen Aktienmärkten gibt es etablierte Unternehmen, die teilweise seit mehr als 100 Jahren bestehen. Diese haben Weltkriege, Rezessionen und die Digitale Revolution erfolgreich bewältigt und wachsen auch heute konstant. Solche „Dauerläufer“ oder auch „Marathonläufer“ haben über Zeiträume von mehreren Jahrzehnten immer wieder ihre Fähigkeit bewiesen, Krisen zu bewältigen oder sich neu zu erfinden. Zwar verzeichnen solche Firmen wie LVMH, Novo Nordisk oder L’Oréal nicht unbedingt hohe zweistellige Wachstumsraten – und sind deshalb unter dem Radar vieler Investoren. Gleichzeitig sind sie aber auch nicht so volatil in ihrer Kursentwicklung wie andere Wachstumstitel.

Von Dauer: Langlebige, große und extrem widerstandsfähige Unternehmen

Wenn Unternehmen über lange Zeiträume bestehen und es dabei immer wieder schaffen, innovativ zu bleiben oder von neuen Trends zu profitieren, müssen sie besondere Qualitäten mitbringen.

Echte „Dauerläufer“ zeigen ihre Stärken auf der Langstrecke. Die Unternehmen verfügen meist über mehrere dauerhafte Markteintrittsbarrieren, die ihr Geschäftsmodell schützen und ihnen Preissetzungsmacht geben. L’Oréal beispielsweise hat eine starke Marke und ein ausgezeichnetes Vertriebsnetz. Ihre starke Bilanz umfasst auch einen herausragenden freien Cashflow – eine wichtige Eigenschaft angesichts gestiegener Kapitalkosten. Die Unternehmen zeichnen sich durch besondere Langlebigkeit aus (so wurde Louis Vuitton, der Vorgänger von LVMH, 1854 gegründet, L’Oréal 1909 und Novo Nordisk 1923), verbunden mit einem langfristig sichtbaren, nachhaltigen und stabilen Wachstum. Über allem steht bei den Marathonläufern eine besondere Unternehmenskultur, die auf langfristige Innovation und gelebte Verantwortung nach innen und außen ausgerichtet ist und dabei den Interessen der Stakeholder gerecht wird.

Compounder nutzen besonders das „8. Weltwunder“

Diese langfristig agierenden Unternehmen investieren den erwirtschafteten Gewinn und Cashflow erfolgreich in das eigene Unternehmen und nutzen so das „achte Weltwunder“ (Albert Einstein), den Zinseszinseffekt. Aufgrund dieser Fähigkeit werden sie auch „Compounder“ genannt (engl.: compound interest = Zinseszins). Sie wachsen eher im hohen einstelligen Bereich, das aber konstant über lange Zeiträume.

Die Anlageexperten von Comgest suchen im Zuge ihres Qualitätswachstumsansatzes generell nach Unternehmen, die über einen Anlagehorizont von fünf Jahren ein zweistelliges Wachstum des Gewinns pro Aktie (Earnings per Share, EPS) ermöglichen. Das EPS-Wachstum von Compounder-Aktien liegt in der Regel etwas darunter. Um die Kraft dieser ausdauernden Qualitätsunternehmen – die etwas langsamer laufen, sprich: wachsen – langfristig nutzen zu können, hat Comgest 2019 den Comgest Growth Europe Compounders aufgelegt. Der Fonds nutzt die Stärken dieser besonderen Unternehmen in einem Portfolio, das sich durch eine langfristig stabile Wertentwicklung und eine vergleichsweise geringe Volatilität auszeichnet.

Qualität hochkonzentriert

Die Comgest Europe Compounders-Strategie läuft nun in ihr fünftes Jahr hinein. Mit derzeit 28 Titeln ist das Portfolio noch konzentrierter als bei den anderen Comgest-Strategien, auch die durchschnittliche Haltedauer ist mit zehn Jahren länger als die sonst üblichen fünf Jahre. Der Fonds setzt auf große etablierte Unternehmen: im Schnitt 120 Jahre alt, mit einer durchschnittlichen gewichteten Marktkapitalisierung von 146 Mrd. Euro. Das erwartete EPS-Wachstum liegt mit 10,3 Prozent auf Sicht der nächsten fünf Jahre deutlich über den Erwartungen für den MSCI Europe, auch der freie Cashflow von 16,8 Prozent hebt sich deutlich von 7,1 Prozent im Index ab. Insgesamt übertraf die Strategie ihre Benchmark in einer turbulenten Zeit für den Aktienmarkt um fünf Prozentpunkte jährlich bei geringerer Volatilität als die anderen Europa-Strategien von Comgest.

Was also bleibt: Während im letzten Jahr die Aufmerksamkeit der Investoren oft auf dem „Sprint“ von (US-amerikanischen) Tech-Unternehmen lag, zeigen viele etablierte europäische Unternehmen aufgrund ihrer Lebensdauer und ihrer langfristig stabilen Aktienrendite andere Qualitäten. Und eine Auswahl dieser Dauerläufer verschaffte dem Portfolio der Comgest Growth Europe Compounders-Strategie laut Morningstar den Spitzenplatz als beste große Europa-Growth-Strategie der letzten drei Jahre.

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Comgest Deutschland GmbH, Sky Office, Kennedydamm 24, D-40476 Düsseldorf, Tel.: +49 21144038721, www.comgest.com

Vertriebsausbau für IQ- und KI-Fonds

Dipl.-Kfm. und MBA-Absolvent Michael van Riesen (54) hat mit Wirkung zum 1. Januar 2024 die Position als Head of Group Sales der LAIQON AG (LQAG, Deutsche Börse Scale, ISIN: DE000A12UP29) übernommen. In dieser Funktion wird er künftig den Fondsvertrieb, die Partnerbetreuung sowie das Geschäft mit den drei Kundensegmenten Institutionell, Wholesale und Retail forcieren. Michael van Riesen ist sowohl in die Geschäftsführung der LAIQON Solutions GmbH als auch in die Geschäftsführung der LAIC Vermögensverwaltung GmbH berufen worden. Er berichtet direkt an Dipl.-Ing. Achim Plate, Chief Executive Officer (CEO) der LAIQON AG.

Top-Dienstleistungs- und Produkterfahrung im Finanzdienstleistungsmarkt

Als ausgewiesener Asset Management-Spezialist wird Michael van Riesen den Fondsvertrieb über alle Kundengruppen forcieren und das Geschäft für maßgeschneiderte Kundenlösungen weiter vorantreiben.

Michael van Riesen ist seit über 25 Jahren im Bereich Asset Management und Finanzdienstleistungen für institutionelle und Wholesale-Anleger in der Beratung bei Anlageentscheidungen und in der Implementierung von Investmentstrategien erfolgreich tätig.

In den letzten knapp drei Jahren war er als Managing Director Sales & Business Development bei der H&A Global Investment Management GmbH tätig.

Zuvor hat Herr van Riesen sehr erfolgreich über fast 10 Jahre als Managing Director und Leiter der Münchener Niederlassung der Assenagon Asset Management S.A. den starken Ausbau und die Geschäftsentwicklung des Partnergeschäfts mit dem Schwerpunkt für die Betreuung institutioneller Kunden und den Fondsvertrieb an Wholesale-Kunden aus der DACH-Region sowie weiteren europäischen Ländern vorangetrieben. Davor war Michael van Riesen bei verschiedenen Asset Management und Finanzunternehmen wie der Dekabank, Unicredit Bank, ABN Amro, der Dresdner Bank sowie der DZ Bank in wichtigen Vertriebs- und Betreuungspositionen tätig.

Seine Produkt- und segmentübergreifende Expertise bei Positionierungs- und Asset-Allokationsentscheidungen für deutschsprachige professionelle Investoren wird den Servicelevel für Partner der LAIQON AG weiter erhöhen.

Dazu Dipl.-Ing. Achim Plate, CEO der LAIQON AG: „Mit Michael van Riesen haben wir einen ausgewiesenen Produktexperten für den deutschsprachigen Asset- und Wealth Management-Markt gewonnen. Er ist Inputgeber und Gesprächspartner für viele Fondsselektoren und Anlageverantwortliche. Er hat in seinen Stationen gezeigt, dass der Aufbau von langfristigen Kunden- und Produktpartnerschaften von professionellen Anlegern sehr geschätzt wird. Er ist die Idealbesetzung, um uns mit seinem Team als langfristigen Partner und Produkt- und Ideenlieferant mit unseren nachhaltigen IQ- und KI-gesteuerten Produkt- und Individuallösungen zu etablieren. Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit ihm.“

LAIQON baut Vertrieb für IQ- und KI-Fonds aus und intensiviert die Betreuung institutioneller Anlegergruppen   

Durch die konzernweite Bündelung der Vertriebsaktivitäten in der zentralen Einheit LAIQON Solutions GmbH werden im Rahmen der weiteren Umsetzung der Konzernstrategie GROWTH 25 nun allen Kundengruppen und Partnern die Produkt- und Lösungskompetenz des LAIQON-Konzerns sowie Digitalservices aus einer Hand zur Verfügung gestellt. Der LAIQON-Konzern managt derzeit die Vermögen von rund 18.000 Kunden in über 50 Wealth Produkten und Lösungen.

In seiner Position wird Michael van Riesen zusammen mit dem Vertriebs- und Marketingteam die Verantwortung für den Ausbau der weiteren Sales-Partnerschaften im gesamten IQ- und KI-gesteuerten Fondsbereich intensivieren und das Leistungsangebot für Institutionelle Kapitalentscheider auf der hoch digitalisierten Produkt- und Umsetzungsplattform DAP 4.0 der LAIQON AG ausbauen.

Um den hohen Ansprüchen der Investoren sowie den aktuellen und zukünftigen Partnerschaften gerecht zu werden, soll dafür im Jahr 2024 ein weiterer Ausbau der Vertriebs- und Servicekapazitäten erfolgen. Aktuell besteht nur das Vertriebsteam aus 7 erfahrenen Mitarbeitern.

Hierzu Dipl.-Kfm. Michael van Riesen: „Die LAIQON-Gruppe hat basierend auf der menschlichen, digitalen und KI-gestützten Produkt- und Lösungsplattform mit bereits 6 Mrd. Euro anvertrauten Kundengeldern eine riesige Aufbauleistung erbracht. Ich möchte mit meinem Team in der weiteren Umsetzung von WEALTH. NEXT GENERATION. dazu beitragen, den erfolgreich eingeschlagenen Weg von LAIQON als unabhängiger deutscher Anbieter von nachhaltigen Produkten und Lösungen für aktive IQ-Fondsstrategien sowie für KI-Lösungen bei privaten als auch institutionellen Kunden weiter auszubauen.”

Verantwortlich für den Inhalt:

LAIQON Solutions GmbH, An der Alster 42, 20099 Hamburg, Tel: +49 (0)40 32 56 78-0, www.laiqon.com

Die Märkte haben das Jahr 2023 auf einem Hochpunkt beendet – und strafen damit die vorauslaufenden Makroindikatoren ab.

„Das Thema Rezession wurde 2023 komplett ausgepreist aus den Kursen“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. „Doch auf der anderen Seite haben die Märkte damit eine gewaltige Fallhöhe aufgebaut.“ Selbst eine milde Rezession könnte die Kurse stark fallen lassen.

An den Aktienmärkten ist die Stimmung weiterhin positiv und steht damit im Widerspruch zu vorauslaufenden Konjunkturindikatoren wie zum Beispiel der inversen Zinsstruktur oder dem Häusermarkt in den USA. „Die Frage ist ja nur, wie sich das 2024 auflösen könnte“, so Bente. „Natürlich kann es sein, dass „this time it‘s different“ gilt und wirklich alles anders ist – und anders bewertet werden muss.“ Der Aktienmarkt hätte dann Recht und Konjunkturindikatoren wie die Zinsstruktur, die einen herausragenden Track Record als Frühindikator hat, irren dieses Mal.

„Häufiger in der Vergangenheit kam es allerdings vor, dass der Aktienmarkt aus unterschiedlichen Gründen in die ein oder andere Richtung übertrieben hat, sich am Ende des Tages aber nicht von der makroökonomischen, konjunkturellen Realität dauerhaft entkoppeln konnte“, sagt Bente. „Und je länger und je heftiger er sich zuvor entkoppelt hatte, desto größer wurde die Fallhöhe, wenn es dann doch zu dem realwirtschaftlichen Event einer Rezession kam.“

Das sicherlich bekannteste Beispiel waren die späten 1990er-Jahre. Damals schien es so, als hätte sich die Realität der Aktienbewertungen komplett verändert. Viele hatten damals angenommen, dass es dieses Mal anders sei und klassische Bewertungsmodelle nichts mehr zählten. „Damals ging es um Unternehmensgewinne und deren Einschätzung in Zeiten des neu entstehenden Internets“, sagt Bente. Unternehmen sollten ganz anders betrachtet und bewertet werden als in der gesamten Historie davor. „So wurde eine enorme Fallhöhe aufgebaut und die recht milde Rezession von 2001, die eigentlich einen so heftigen Bärenmarkt rein realwirtschaftlich gar nicht gerechtfertigt hätte, hat dann zum Platzen dieser Blase geführt“, so Bente. „Der folgende Bärenmarkt war einer der heftigsten in der Geschichte.“ Nicht weil die Rezession so heftig war, sondern weil die zuvor aufgebaute Fallhöhe so außerordentlich war.

Nun ist das in keiner Weise mit der derzeitigen Situation vergleichbar. „Wir haben keine solch ausgeprägte Euphorie und Kursexzesse, jedoch waren die Anstiege 2023 ungewöhnlich groß für vorrezessive Umfelder“, sagt Bente. „Insofern sollten die späten 1990er nicht eins zu eins verglichen werden mit der aktuellen Situation.“ Aber sie sind der Beleg dafür, dass es durchaus Marktumfelder gibt, in denen sich die Aktienmärkte zeitweise von der fundamentalen Realität entkoppeln, früher oder später aber immer wieder von der fundamentalen Realität eingeholt werden.

„Insofern wäre das der Punkt, an dem sich die Geschichte nicht exakt wiederholen, aber doch reimen könnte“, sagt Bente. „Dass uns dieses Mal vielleicht auch eine milde Rezession bevorsteht, aber die Aktienmarktreaktionen nach unten heftig ausfallen könnten – wegen der aufgebauten Fallhöhe.“

Über die Vates Invest GmbH

Die Vates Invest GmbH, gegründet 2011, ist eine inhabergeführte Asset-Management-Boutique. Die Erfahrung zweier tiefer Aktienbärenmärkte (2001 und 2008) war prägend für die Philosophie von Vates. Das Spezialgebiet sind börsentägliche quantitative Analysen des monetären, konjunkturellen und sentimenttechnischen Umfelds. Seit 2014 verkörpert der Vates Parade Fonds die Portfoliomanagementstrategie von Vates Invest. Kernziel ist es, langfristig positive Rendite zu erzielen und zugleich die Anleger vor großen Verlusten in Bärenmärkten zu schützen. Der Vates Aktien Offensiv Fonds fokussiert sich hingegen auf die besten Stockpicker und deren „Lieblingsaktien“. Das Augenmerk liegt dabei auf Einzelaktien mit einem High-Conviction-Ansatz, um ein größtmögliches Alpha zu erzielen.

Verantwortlich für den Inhalt:

Vates Invest GmbH, Bürgermeister-Mahr-Straße 18, 63179 Obertshausen, Tel: 06104 9872072, www.vates-invest.de

Kommentar von Andy Acker und Dan Lyons, Portfolio Manager, Janus Henderson Investors

  • Der Gesundheitssektor verzeichnete ein Jahr der Underperformance: Rückläufige Corona-Umsätze, steigende Anleiherenditen, Disruption durch neue Therapien zur Gewichtsreduktion
  • Viele Bewertungen im Gesundheitssektor sind daraufhin gesunken. Dies könnte den Sektor gegenüber einer Konjunkturabschwächung widerstandsfähiger machen oder die Renditen durch neue Wachstumstreiber steigern
  • 2024 dürften Anleger von den defensiven und wachstumsorientierten Eigenschaften des Gesundheitssektors profitieren

2023 war ein turbulentes Jahr für den Gesundheitssektor: In einigen Bereichen, wie z. B. bei Medizinprodukten, kehrten sich Gewinne in Verluste um, während die Aktien von Hersteller neuer Medikamente gegen Fettleibigkeit hohe zweistellige Renditen erzielten.

Künftig könnte sich die Lage unserer Meinung nach allmählich entspannen. Attraktive Bewertungen, zahlreiche medizinische Fortschritte und positive langfristige demografische Trends haben den Sektor unseres Erachtens ungewöhnlich stark aufgestellt – mit dem Potenzial, langfristige Anleger zu belohnen.

Normalisierung der Märkte

Der Gesundheitssektor hatte 2023 lange Zeit mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen, da die Umsätze einiger Unternehmen nach Ende des Ausnahmezustands stark rückläufig waren. Die Nachfrage nach Diagnostika und den zur Herstellung von Impfstoffen verwendeten „Hilfsmittel“ nahm ab und belastete die Geräte- und Dienstleistungsunternehmen, die zusätzlich mit Überbeständen bei ihren Kunden zu kämpfen hatten. Im Bereich der Biopharmazie lag der Umsatz mit Corona-Impfstoffen und -Therapeutika im Jahr 2022 bei über 90 Mrd. US-Dollar. Dies entspricht etwa 20 % des Umsatzes aller Blockbuster-Biotech-Medikamente des Jahres (ein Blockbuster-Medikament hat einen Jahresumsatz von 1 Milliarde US-Dollar oder mehr). Einige Unternehmen prognostizieren für 2023 einen Rückgang ihrer Corona-Umsätze um bis zu 80 %.

Dieser Rückgang war notwendig und zu erwarten. 2024 dürfte sich die Situation verbessern, was einen Vergleich der Umsätze mit dem Vorjahr erleichtert. Abgesehen von Corona-Produkten sind viele Biopharma-Gewinne erfreulicherweise weiter gestiegen. Und die Hilfsmittelhersteller gehen davon aus, dass der größte Teil des Lagerbestandsabbaus überstanden ist (oder in den kommenden Monaten die Talsohle erreicht wird). Darüber hinaus haben die Unternehmen ihre Kostenstrukturen angepasst, was die Gewinnspanne im kommenden Jahr voraussichtlich erhöhen dürfte. Insgesamt erwarten wir nach einem Jahr mit Gewinnrückgängen – selten für den Gesundheitssektor – eine Erholung der Gewinne für 2024.

Klarheit über GLP-1

In diesem Jahr gab es große Begeisterung für eine neue Kategorie von Medikamenten zur Gewichtsreduktion, die sogenannten GLP-1-Agonisten. Diese Therapien wirken durch Nachahmung von Darmhormonen, die den Appetit regulieren, und haben bei den Patienten zu einem beispiellosen Gewichtsverlust geführt – zwischen 15 % und mehr als 20 %.

Die Daten deuten darauf hin, dass die Medikamente auch andere gesundheitliche Vorteile haben könnten. In klinischen Studien reduzierte Wegovy – das erste GLP-1-Medikament zur Behandlung von Fettleibigkeit – das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleibigkeit um 20 %. GLP-1 wird seit über einem Jahrzehnt zur Behandlung von Diabetes eingesetzt, und es werden immer mehr positive Wirkungen entdeckt, unter anderem bei Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen.

Wir glauben, dass die GLP-1-Medikamente die bisher größte Absatzmöglichkeit in der Biopharmabranche darstellen könnten, mit einem Umsatz von über 100 Milliarden US-Dollar bis zum Ende des Jahrzehnts. Gleichzeitig haben die Medikamente aber auch Befürchtungen um die Zukunft von Medizinprodukten und Medikamenten zur Behandlung verwandter Krankheiten – von Schlafapnoe über Herzerkrankungen bis hin zu orthopädischen Erkrankungen – geweckt.

Die Realität dürfte weitaus nuancierter sein, und wir halten die Kurzschlussreaktion, die die Aktien von Medizinprodukten und bestimmten Biotech-Unternehmen einbrechen ließ, für übertrieben. So könnte es Jahrzehnte dauern, bis GLP-1 die Nachfragekurve dreht. Bei einem übergewichtigen 60-Jährigen mit Osteoarthritis wird ein heute verschriebenes GLP-1 eine Knieoperation wahrscheinlich nicht verhindern, da sich die Osteoarthritis über Jahrzehnte entwickelt haben kann und weitgehend irreversibel ist. Darüber hinaus könnten GLP-1 die Nachfrage ankurbeln, falls eine längere Lebenserwartung erreicht wird (Gerätenutzung hängt stark vom Alter ab) oder mehr Menschen dank Gewichtsabnahme für einen Eingriff in Frage kommen.

Die Medizin ist zudem selten binär, da fast alle Krankheiten am besten mit mehreren therapeutischen Verfahren behandelt und selten vollständig geheilt werden. Cholesterinsenker, sogenannte Statine, sind beispielsweise äußerst wirksam bei der Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, haben aber die Nachfrage nach kardiologischen Medizinprodukten nicht gesenkt. Bei schweren Formen der Fettlebererkrankung zeigen Studiendaten, dass GLP-1 nicht mit Medikamenten vergleichbar ist, die stärker auf die Leber und die Fibrose abzielen. Aufgrund der Ergebnisse klinischer Studien und der Rückmeldungen von Ärzten sind wir der Ansicht, dass andere Medikamentenklassen eine Schlüsselrolle bei der Behandlung dieser großen Patientengruppe spielen werden (allein in den USA gibt es 10 Millionen Betroffene).

Wir glauben, dass GLP-1-Medikamente einen enormen medizinischen Fortschritt bedeuten, aber wir schreiben den Rest des Sektors nicht ab. Im Gegenteil: Viele der betroffenen Unternehmen dürften angesichts der Komplexität des Gesundheitswesens und des hohen ungedeckten medizinischen Bedarfs nach wie vor für langfristiges Wachstum gerüstet sein.

Attraktive Bewertungen

Die Volatilität hat die Bewertungen von Hilfsmittel- und Medizinproduktherstellern sowie von traditionell defensiven Gesundheitsbereichen wie Managed Care belastet. Diese Aktien bekamen 2023 einen Dämpfer, als neue Vorschriften die Erstattungssätze für Medicare Advantage (die private Version des staatlichen Gesundheitsprogramms für ältere Menschen in den USA) reduzierten und die Anmeldezahlen für Medicaid (die Krankenversicherung für einkommensschwache Haushalte) zurückgingen. Eine weitere Herausforderung stellten die steigenden Kosten für die Inanspruchnahme dar, da sich die Menschen erneut auf ihre Versicherung beriefen, um medizinische Routinebehandlungen nachzuholen (eine weitere Folge der Pandemie).

Diese Probleme könnten jedoch 2024 gelöst werden. Beispielsweise können die Versicherer die Prämien jährlich anheben, um die Kosten auszugleichen (was sie in den letzten Monaten auch getan haben). Aufgrund der alternden Bevölkerung bleibt Medicare Advantage nach wie vor der wachstumsstärkste Bereich der Branche, und ehemalige Medicaid-Versicherte könnten sich für eine staatlich subventionierte Privatversicherung qualifizieren.

Viele Biotech-Titel werden mit noch größeren Abschlägen gehandelt – nach einigen Kriterien die größten, die es je gab. Nach einem Rekordrückgang 2021 und 2022 wurden Small- und Mid-Cap-Biotech-Aktien in den Abverkauf langlaufender Wachstumswerten hineingezogen, als die Renditen der zehnjährigen Treasuries 2023 stiegen. Da Biotechwerte in Zeiten steigender Zinsen eher unterdurchschnittlich abschneiden und weniger auf aktienspezifische Entwicklungen reagieren, ist dies nicht ungewöhnlich. Einige Marktbewegungen erschienen jedoch extrem, da selbst positive Nachrichten – wie die Ankündigung eines Unternehmens, seine neue Therapie für das Phosphatmanagement in der Dialyse zuzulassen – mitunter zu negativen Renditen führten.

So wird der S&P Biotechnology Industry Index, eine Benchmark für Large-Cap-Biotech-Aktien im S&P 500® Index, derzeit mit einem Abschlag von fast 25 % gegenüber seinem 30-Jahres-Durchschnitt gehandelt. Und die Zahl der Biotech-Firmen in der Entwicklungsphase, die unter ihrem Cash-Wert in der Bilanz gehandelt werden, erreichte im Oktober ein Rekordhoch.

Auch hier halten wir die Verkäufe für übertrieben. Während in der Branche eine gewisse Bereinigung fällig war, erzielen viele Unternehmen bedeutende medizinische Durchbrüche. Tatsächlich wurden 2023 mehr als 55 neue Therapien von der Food and Drug Administration zugelassen und Dutzende weitere Anträge standen Mitte November zur Prüfung an. Bei diesem Tempo könnte es ein Rekordjahr für die Einführung neuer Medikamente werden.

Darüber hinaus fokussieren sich vieler dieser neuen Medikamente auf große Krankheitsbereiche, für die es bisher nur wenige Behandlungsmöglichkeiten gab, darunter Alzheimer und Duchenne-Muskeldystrophie (eine häufig tödlich verlaufende, muskelschwächende Erbkrankheit, von der Kinder betroffen sind). Diese Medikamente könnten nun eine 10-jährige Umsatzwachstumsphase einläuten, sofern der Patentschutz gewahrt bleibt. Weitere Durchbrüche sind in Sicht, darunter die erste orale Therapie für Fettlebererkrankungen und eine neue Behandlungsform, die KRAS-Mutationen hemmt, die bei Bauchspeicheldrüsen-, Darm- und Lungenkrebstumoren häufig vorkommen.

Ein sich verbesserndes Zinsumfeld

In der Zwischenzeit könnte ein Ende des Zinserhöhungszyklus der Federal Reserve ein Segen für die Biotech-Branche sein. Zinssenkungen könnten ebenfalls positiv wirken, selbst wenn sie auf eine Konjunkturabschwächung oder Rezession hindeuten. Bisher hat Biotech in solchen Phasen tendenziell besser abgeschnitten, da sie von einem niedrigeren Diskontsatz und vor allem von innovativen, vom Wirtschaftswachstum unabhängigen Faktoren profitiert.

Tatsächlich hat sich der Gesundheitssektor in Zeiten des Abschwungs recht gut behauptet. Seit 2000 hat der MSCI World Health Care Index im Durchschnitt nur 47 % des Rückgangs verzeichnet, wenn der MSCI World Index um 15 % oder mehr fiel. Da die Bewertungen im gesamten Sektor inzwischen attraktiv sind, dürfte sich der Gesundheitssektor auch dann als widerstandsfähig erweisen, sollten sich die wirtschaftlichen Aussichten verschlechtern.

Eine solche Defensive ist in einem Sektor, der gleichzeitig erhebliche Wachstumschancen bietet, selten zu finden. Wir glauben, dass all diese Faktoren den Anlegern im Gesundheitswesen 2024 bessere Chancen bieten werden.

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Janus Henderson Investors, Tower 185, 25th floor, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, D-60327 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 86003 0,Fax: +49 69 86003 355, www.janushenderson.com

Beide Häuser schließen per 1.1.2024 eine Vertriebskooperation

  • Im Fokus stehen die Fonds des Rohstoffexperten (www.commodity-capital.com/de)
  • Die Zusammenarbeit ist ein weiterer Schritt bei der konsequenten Verfeinerung der Drittfonds-Angebotspalette von Patriarch

Die Fondsboutique Patriarch Multi-Manager GmbH und der Zuger Vermögensverwalter Commodity Capital AG haben zum Jahresbeginn eine strategische Vertriebskooperation geschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist der Ausbau des Vertriebs für die beiden Rohstoffaktienfonds von Commodity Capital AG: des Commodity Capital Global Mining Fund (WKN: A0YDDD) und des Structured Solutions Next Generation Resources Fund (WKN: HAFX4V).

„Wir waren schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem weiteren erfahrenen Vertriebspartner, der wie wir an die Chancen des Rohstoffsegments glaubt“, erläutert Dana Kallasch, Vorstand bei Commodity Capital. „Patriarch hat ihre Vertriebsstärke bereits mehrfach bei anderen Mandaten bewiesen. Die Fondsboutique ist bereits seit Jahren mit uns geschäftlich verbunden und sehr an unserem speziellen Marktsegment interessiert. Wir sind uns sicher, für unsere Fonds genau den richtigen vertrieblichen Partner gefunden zu haben, denn wir ergänzen mit unserem Ansatz perfekt die bereits bestehenden Themen bei Patriarch“, so Kallasch.

„Unsere B2B-Kunden haben uns schon lange Zeit signalisiert, dass das Rohstoff- bzw. Minenaktiensegment in jedes Depot gehört – sie sind normalerweise fester Bestandteil einer breiten Allokation. Ein Punkt sprach allerdings aus unserer Sicht zuletzt stets dagegen, weshalb wir bewusst erst jetzt – und nicht schon früher – auf diesen Zug aufspringen: der erwartbare massive Rücksetzer der Titel durch zunehmende ESG-Überlegungen von Investoren, denn Minenaktien können durch den Abbau von natürlichen Ressourcen grundsätzlich nicht nachhaltig sein“, so Patriarch-Geschäftsführer Dirk Fischer. „Infolgedessen sind Rohstoffwerte in den vergangenen zwei Jahren derart stark gefallen, dass viele von ihnen heute sogar unter ihrem inneren Wert notieren! Das ist für uns eine enorme antizyklische Kaufchance, die wir unseren Kunden nun unbedingt zum richtigen Zeitpunkt und vor allem mit dem richtigen Partner ermöglichen wollen. Denn man sollte schließlich nicht vergessen, dass grüner Fortschritt immer noch zwingend herkömmliche Ressourcen benötigt. So kann beispielsweise kein E-Auto ohne eine Batterie mit Lithiumanteil fahren. Somit bleibt die notwendige Positionierung bei diesem Thema strategisch auf absehbare Zeit immer ein ‚Und‘ und kein ‚Entweder-Oder’. Somit wäre es absolut fahrlässig, herkömmliche Rohstoffe auf diesem Kursniveau und dem aktuellen Stand der Technik einfach zu ignorieren“, ergänzt Fischer.

Mit Commodity Capital entscheidet sich Patriarch dabei bewusst für einen erfahrenen Anbieter, dessen Konzepte bereits knapp 14 Jahre auf dem Markt sind und der über ein verwaltetes Volumen von über 200 Mio. € im betrachteten Segment verfügt. Hinzu kommt: Die Gesellschaft aus Zug ist dafür bekannt, das Thema Rohstoffe ausschließlich über Investments in Minenwerte umzusetzen, und berücksichtigt bei ihren Investitionsentscheidungen außerdem freiwillig die maximal möglichen ESG-Ausschlusskriterien wie beispielsweise keine Kinderarbeit oder fair payment. Dies geschieht über regelmäßige Vor-Ort-Besuche bei den Minengesellschaften.

„Wir wissen, dass unser Segment immer wieder stark zyklisch schwankt und daher für viele Depots nur eine Beimischung sein kann – aber eine, die allein mit Blick auf die Korrelation enorm wichtig und notwendig ist“, erläutert Kallasch. „Wenn der Markt in der Vergangenheit nach schwachen Rohstoffjahren, wie auch zuletzt 2022 und 2023, wieder ansprang, ließen sich stets herausragende Gewinne für die Investoren erwirtschaften.“

„Für die Anforderungen unserer Kundschaft passt die Aufstellung der beiden Aktienfonds von Commodity Capital perfekt. Mit dem moderateren Commodity Capital Mining Fund investiert man eher in die etablierten Rohstoffe mit führender Gold-Komponente. Mit dem Structured Solution Next Generation Resources Fund setzt man hingegen voll auf Zukunftsrohstoffe wie beispielsweise Kobalt oder Lithium. Da beide Produkte sowohl über Retail- als auch über institutionelle Anteilsklassen verfügen, ist für jeden Kunden und jedes Vertriebsmodell das Richtige dabei“, so Fischer abschließend.

Über die Patriarch Multi-Manager GmbH:

Die Patriarch Multi-Manager GmbH fokussiert sich als Investmentteam mit ihrer Produktpalette auf breit diversifizierte Dachfonds und Vermögensverwaltungsstrategien. Vor allem unabhängigen Finanzberatern liefert Patriarch wertvolle Bausteine für die Asset Allocation. Die Patriarch wurde im Jahr 2004 gegründet und verwaltet heute 200 Mio. € AuM (Stand 01.01.2024). Für größere Partner legt Patriarch auch Dachfonds mit eigenem Label auf. Patriarch selektiert für seine Anleger dabei die besten Verwalter und mandatiert diese mit dem Management der initiierten Produkte. So bekommen die Investoren Zugang zu Know-how, das sonst nur sehr vermögenden Familien und Institutionen offensteht, und können gleichzeitig sicher sein, mit Patriarch immer von den Leistungen der Markt- und Innovationsführer zu profitieren. Darüber hinaus ist Patriarch als Produktschmiede für diverse Aktienfonds und Labelpolicen (u.a. mit AXA oder Mediolanum International Life) bekannt. Für ausgewählte Premium-Partner, wie beispielsweise die Commodity Capital AG, übernimmt Patriarch daneben auch die Drittvertriebsbegleitung (676 Mio.€ AuC Stand 01.01.2024). Für extrem kostenbewusste Selbstentscheider hat Patriarch zu Beginn 2017 außerdem den Robo-Advisor „truevest“ (www.truevest.de) an den Markt gebracht.

Mehr zu Patriarch Multi-Manager GmbH: www.patriarch-fonds.de

Über Commodity Capital AG:

Die Commodity Capital AG ist ein weltweit etablierter innovativer Spezialist im Bereich Edelmetalle und Rohstoffe. Unsere Kernkompetenzen liegen in der wirtschaftlichen und geologischen Analyse von Rohstoffprojekten, der Erstellung und Beratung von Indizes sowie dem Portfoliomanagement. Die hohe Expertise des Managements resultiert aus der langjährigen Erfahrung im Sektor der Junior- und Explorationsunternehmen. Unser weltweites Netzwerk an Geologen, Entscheidern, Brokern und Managementteams von Minengesellschaften ermöglicht uns einen effektiven und direkten Zugang zu den internationalen Rohstoffmärkten.

Die Commodity Capital AG ist als Asset Manager für Kollektivvermögen unter der Schweizerischen Finanzmarktaufsicht FINMA zugelassen und verwaltet derzeit ca. 200 Mio EUR Vermögen aufgeteilt in 3 Fonds.

Verantwortlich für den Inhalt:

Patriarch Multi-Manager GmbH, Grüneburgweg 18, 60322 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 715 89 90 0, www.patriarch-fonds.de

Cathie Wood, Gründerin und CEO der US-amerikanischen Vermögensverwaltungsgesellschaft ARK Invest, die im September 2023 den thematischen ETF-Anbieter Rize ETF übernommen hat, äußerte sich jüngst in einem Podcast zu den konjunkturellen Aussichten in USA und Europa vor dem Hintergrund aktueller wirtschaftspolitischer Trends.

Innovation, der Kern von Woods Investitionsstrategie, durchdringt auch den Markt thematischer ETFs – das hat der neue Head of Ark Invest Europe Tom Barker am Beispiel der Kreislaufwirtschaft illustriert.

Aus Sicht von Cathie Wood hat die US-Notenbank Fed die Zinszügel über einen zu langen Zeitraum gestrafft, obwohl die aktuelle Wirtschaftslage in den Vereinigten Staaten sich alles andere als optimal für beständig hohe Zinsen erweise. Im Angesicht dieser Politik und eines negativen Wirtschaftswachstums sei es unvermeidbar, dass sich die Rezession auch 2024 weiter ausbreiten werde. Das sei unter anderem an den aktuellen Immobilienverkäufen zu erkennen, die um 40 Prozent eingebrochen seien, an den rückläufigen Investitionsausgaben sowie einer steigenden Arbeitslosenzahl. Gleichzeitig würden die Preise nachgeben. Noch sei die US-Konjunktur im Gegensatz zur eher fragilen Situation in Europa jedoch robust.

Evidenz für Zinssenkung

Der US-Markt gebe Finanzinvestorin Wood zufolge jedoch das Signal, dass es an der Zeit ist, gegenzusteuern und die Zinssätze zu senken. Die zwölf Distrikte der US-Notenbank hätten im Rahmen einer Abstimmung mit überwältigender Mehrheit „die rote Flagge gehisst“ und zu einer Kursänderung aufgerufen. Wood zeigte sich in demzufolge überrascht, dass die Notenbank trotz des Gegenwinds aus eigenen Reihen an ihrem Kurs festhalte. Während ein Sektor nach dem anderen kapituliere und die Arbeitslosenrate steige, würde die Notenbank nicht an der Zinsschraube drehen. Das werde insbesondere Technologie-Werten zugutekommen. Künstliche Intelligenz (KI) sei der größte Beschleuniger für jede Form von Innovation über viele Branchen hinweg. Jede Firma brauche KI, andernfalls sei sie nicht wettbewerbsfähig. Einer der Profiteure dieses Trends sei in der nächsten fünf bis zehn Jahren beispielsweise die autonome Personenbeförderung.

Kein Inflationsproblem

Nach ihren Inflationserwartungen für die kommenden fünf bis zehn Jahre befragt, betont Wood, dass Technologiewerte inhärent deflationär wirkten. „Jede Technologie bedeutet niedrigere Kosten, die letztendlich zu niedrigeren Preisen führen.“ Diese Tatsache sei der Dreh- und Angelpunkt der Forschungsaktivitäten bei ARK. „Wir befinden uns längst in einer deflationären Periode“, sagt die Starinvestorin. „Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen sind es einzigartige Technologien, die zu niedrigeren Kosten und Preisen führen und zum anderen eine zu straffe Zinspolitik der Notenbanken, die zur Kapitulation der Rohstoffpreise führt.“ Das zeige der Bloomberg Commodity Price Index (BCOM). Auch in der Automobilindustrie sei durch den Trend hin zur E-Mobilität ein starker Preisrückgang aufgrund der Abkehr von traditionellen teureren Antriebssystemen zu erwarten.

Innovation, das Leitmotiv von Woods Investitionen, zieht sich auch durch sämtliche thematische ETFs, die vom neuen Europa-Partner Rize ETF aufgelegt wurden. „Ob Ernährungsindustrie, Umwelt, Bildung oder Kreislaufwirtschaft, kaum ein Thema komme künftig ohne fortschrittliche Technologie aus“, sagt Tom Barker, Head of Ark Invest Europe.

KI als Treiber vieler Themen: Kreislaufwirtschaft

Demzufolge stehe KI 2024 weiterhin im Rampenlicht und helfe Barker zufolge Barrieren zu überwinden und neue Märkte und Geschäftsmodelle, beispielsweise innerhalb der Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Durch den Einsatz von KI könnten Unternehmen die Produktnutzung, die Materialeffizienz und die Verwendung von Recyclingmaterial verbessern. Die Nutzung sogenannter Over-the-Air-Software-Updates oder “Product as a Service”-Modelle könnten die Produktlebensdauer verlängern und auch bei der Entwicklung von Produkten helfen, die weniger Material benötigen, wodurch Abfall und Kosten reduziert werden. „Investitionen in KI-gestützte Kreislauflösungen sind von entscheidender Bedeutung, um die Billionen-Dollar-Chance zu nutzen, die die Kreislaufwirtschaft bietet.“

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Rize ETF Limited, 30 Coleman Street, London EC2R 5AL, United Kingdom, https://rizeetf.com

Marktkommentar von Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL

Die Aussage politische Börsen haben kurze Beine trifft oft zu, da für die Bewegung von Kursen und Zinsen, die ökonomischen Realitäten der Unternehmen – also vor allem die Entwicklung der Gewinne – entscheidend sind. Allerdings hatten politische Entscheidungen in den vergangenen Jahren auch immer wieder und zumindest kurzfristig einen großen – positiven oder negativen – Einfluss auf die Realwirtschaft und die Kapitalmärkte. Besonders wichtige politische Parameter waren die jahrelange ultra-expansive Geldpolitik vieler Notenbanken mit der Folge von Null- und Negativzinsen, die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sowie deren Auswirkungen, bspw. durch fiskalische Unterstützung von Privaten und Unternehmen, sowie geopolitische Eskalationen.

Während die Auswirkungen der Pandemie keine wesentliche Rolle mehr spielen, werden Geld- und Geopolitik wohl auch im neuen Jahr 2024 immer wieder die Preisfindung an den Börsen beeinflussen. Angesichts der vielfach erwarteten Leitzinssenkungen dürfte die Geldpolitik stützend wirken. Geopolitische Entwicklungen hingegen könnten negativ wirken, etwa im Falle weiterer Eskalationen des Ukraine- oder Gaza-Konflikts. Allerdings besteht auch die Möglichkeit besserer als der derzeit absehbaren Perspektiven. Dabei kommt oft auch der Innenpolitik eine große Bedeutung zu: Über die Hälfte der Weltbevölkerung wird 2024 in mehr als 70 Wahlen – teils nicht freiheitlich – zur Wahlurne gebeten.

Zunächst erfolgt die Präsidentschaftswahl in Taiwan am 13. Januar, nach der ein neuer Kurs gegenüber China eingeschlagen werden könnte. Dabei ist eine stärkere Konfrontation denkbar, jedoch auch ein moderaterer Umgang mit der Regierung in Peking wäre möglich und könnte zumindest vorerst für die Entspannung eines weiteren potenziellen geopolitischen Konfliktherdes sorgen. Obwohl im Laufe des Jahres neben der Europawahl auch die Parlamentswahl in Indien und die Präsidentschaftswahl in Russland auf der Agenda stehen, dürfte die Präsidentschaftswahl in den USA international ein überragendes Interesse auf sich ziehen, denn die potenziellen Auswirkungen auf geopolitische Konflikte sowie innenpolitische Entscheidungen sind auch weltwirtschaftlich besonders wichtig. Derzeit kann der Wahlausgang in den USA kaum vorhergesagt werden. Sicher ist nur, dass sich vermeintliche Gewissheiten vor wichtigen Urnengängen und über deren Auswirkungen in den vergangenen Jahren nicht immer als treffsicher herausgestellt haben. Beispiele sind die Wahl Donald Trumps als Präsident und die außerordentlich positive Aktienkursentwicklung danach oder die Entscheidung für den Brexit. Bei einem sehr starken Fokus auf im Vorfeld als negativ wahrgenommene politische Entwicklungen ist die Chance für positive Überraschungen gegeben.

Verantwortlich für den Inhalt:

DONNER & REUSCHEL AG , Privatbank seit 1798 , Ballindamm 27, D-20095 Hamburg Tel: (040) 30 217.5337, Fax: (040) 30 217.5600, www.donner-reuschel.de

Marktkommentar von Akram Gharbi, Head of High Yield Investment, La Française AM

Angesichts der starken Verengung der Spreads zum Jahresende werden Marktchancen immer seltener. Bei europäischen und US-amerikanischen Emittenten in den Sektoren Dienstleistungen, Gesundheitswesen und TMT sowie bei Bankanleihen gibt es immer noch einige spezifische Möglichkeiten. Bankanleihen bieten weiterhin ein Premium gegenüber Unternehmensanleihen. Von Schwellenländern halten wir uns fern, da die Bewertung im Vergleich zum US-HY-Markt unattraktiv ist. Die Zinsstrukturkurve in Europa ist nach wie vor invers oder sogar flach. Dagegen ist die Zinsstrukturkurve in den USA interessanter (steil). Hier bieten sich nach wie vor einige Chancen bei Laufzeiten von 5 bis 7 Jahren und Emittenten hoher Qualität.

2024: positive HY-Performance und „Rising Stars“ in den USA

Wir sind neutral gegenüber HY-Spreads und eher positiv gegenüber der Duration. Das Niveau der Spreads erscheint uns angesichts der makroökonomischen Aussichten relativ „eng“. Andererseits könnte sich der Rückgang der risikofreien Zinsen mit der globalen „Disinflation“ und dem Ende der geldpolitischen Straffung durch die Zentralbanken (FED, EZB, BOE) fortsetzen.

Wir gehen davon aus, dass die Ausfallraten in Europa gegenüber 2023 steigen und in den USA relativ stabil bleiben werden. Insgesamt rechnen wir nicht mit einem massiven Anstieg der Ausfallraten, da die Finanzlage der Unternehmen (Verschuldung, Liquidität) im Vergleich zu früheren Zyklen recht gut bleibt.

Angesichts des aktuellen Carry-Niveaus, unserer Erwartungen in Bezug auf Spreads, risikofreie Zinssätze und Ausfälle erwarten wir für den globalen HY-Markt 2024 insgesamt eine positive Performance zwischen +5 und 7 %. Historisch gesehen war die Performance des HY-Marktes in den letzten sechs geldpolitischen Zyklen in den USA (seit 1995) systematisch positiv, wenn die FED die geldpolitische Straffung beendet hat.

Der HY-Markt wird auch von günstigen technischen Faktoren profitieren, wie den „Rising Stars“, insbesondere in den USA. Aufgrund des höheren Nettoangebots sind die technischen Faktoren in Europa jedoch weniger günstig. Außerdem wird die EZB beginnen, ihre Bilanz zu reduzieren (Ende des PEPP ab Mitte 2024).

Beeinflussende Faktoren

Das größte Risiko für 2024 ist die geopolitische Lage angesichts der zahlreichen anstehenden Wahlen: Taiwan, Indien und Mexiko in der ersten Jahreshälfte und Europa und die USA in der zweiten Jahreshälfte. Bei den anstehenden US-Präsidentschaftswahlen droht ein Comeback von Trump, was sich stärker auf die Spreads in den Schwellenländern und Europa als auf die Kreditmärkte in den USA auswirken würde.

Der zweite Risikofaktor hängt mit der Wirtschaftslage zusammen, die sich in Europa und in den Schwellenländern (China) stärker als erwartet abschwächt.

Verantwortlich für den Inhalt:

La Française Systematic Asset Management GmbH, Neue Mainzer Straße 80, 60311 Frankfurt, Tel: +49 (0)40 300929 174 , www.la-francaise-systematic-am.com

Kommentar von Michelle Dunstan, Chief Responsibility Officer, Janus Henderson Investors

  • Regulierung zwingt Unternehmen zu Transparenz und ehrgeizigerer Umsetzung
  • Art der Berichterstattung insbesondere zu sozialen Themen bringt mehr Klarheit für Investoren bei der Risiko-Chancen-Bewertung
  • Investoren können von Transitionsthemen profitieren

Die Geschwindigkeit des Fortschritts bei der Bewältigung der Klimakrise und anderer Nachhaltigkeitsproblemen wird unweigerlich von den politischen Einflüssen abhängen. Im kommenden Jahr stehen Wahlen für den nächsten US-Präsidenten, den britischen Premierminister, die indische Regierung sowie das Parlament und die Mitglieder des Europäischen Parlaments an, die den Weg der ESG-Regulierung und die Umsetzung der Klimaziele beeinflussen werden.

Ein erfolgreicher Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft bietet Anlegern durch drei verschiedene Investmentmöglichkeiten die Chance, den Übergang zu erleichtern und zu beschleunigen:

  • Lösungsanbieter/Innovatoren

Unternehmen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen den Übergang zu einer CO2-armen und Kreislaufwirtschaft beschleunigen, z. B. in den Bereichen saubere Energie, saubere Technologien, Energieeffizienz, Abfallwirtschaft, nachhaltiger Verkehr und Wärmepumpen.

  • Enablers

Unternehmen, die den Übergang durch ihre Produkte und Dienstleistungen beschleunigen und ermöglichen. Sie sind möglicherweise selbst nicht kohlenstoffarm, aber für die Dekarbonisierung unerlässlich. Dazu gehören Übergangsmetalle für die „Elektrifizierung von allem“ und Pipelines zur Vorbereitung von Wasserstoff-, Wasser- und Abfallmanagement-Upgrades.

  • Verbesserer

Unternehmen in emissionsintensiven Sektoren, die die Wirtschaft von heute und morgen stützen und deren Wandel entscheidend ist. Dazu gehören fortschrittliche Ölkonzerne sowie Unternehmen aus der Zement- und Stahlindustrie, der Luftfahrt und der Landwirtschaft, die generell eine hohe Kohlenstoffintensität aufweisen, aber ihre Abläufe erheblich verbessern, um zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell überzugehen.

Auch Investoren denken zunehmend über den Umgang mit Naturverlusten nach. Im September 2023 veröffentlichte die Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) ihr endgültiges Konzept, das es Unternehmen und Finanzinstituten ermöglichen wird, ihre Abhängigkeiten und Auswirkungen auf die Natur zu bewerten, so wie es die Taskforce on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) für den Klimawandel getan hat. Wir glauben, dass sich der Übergang zu einer naturfreundlichen Welt 2024 beschleunigen wird.

Soziale Faktoren rücken in den Vordergrund

Nachhaltigkeitsfragen können nur angegangen werden – und Lösungen können nur nachhaltig sein – wenn man sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen und Abhängigkeiten befasst. Ein gerechter Übergang sollte ausdrücklich die Menschen berücksichtigen, die den Übergang ermöglichen, sowie die Auswirkungen des Übergangs auf die Arbeitnehmer, insbesondere in emissionsintensiven Sektoren, und auf Schwellenländern, die am stärksten von den Klimaauswirkungen betroffen sind.  Ein Übergang, bei dem diese sozialen Auswirkungen und Abhängigkeiten nicht berücksichtigt werden, kann Risiken für Menschen, Unternehmen und sogar ganze Regionen mit sich bringen und sich möglicherweise negativ auf Cashflows und Bewertungen auswirken. Einen gerechten Übergang zu ermöglichen, ist also nicht nur „das Richtige“, sondern langfristig auch ein finanziell kluger Schachzug.

Die Regierungen sollten den gerechten Übergang vorantreiben. Sowohl der Green Deal der EU als auch der Inflation Reduction Act der USA räumen dem gerechten Übergang Priorität ein. Aber auch der Privatsektor muss eine Schlüsselrolle spielen, indem er nicht nur das notwendige Kapital und die Investitionen bereitstellt, sondern auch proaktiv soziale Aspekte in seine Strategie, seinen Betrieb und seine Lieferkette einbezieht.

Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab jedoch, dass die überwältigende Mehrheit der von Climate Action (CA) 100+ anvisierten Unternehmen die Erwartungen an den gerechten Übergang nicht erfüllt. Ziel ist es, dass sich 50 % der CA 100+-Unternehmen zu einem gerechten Übergang verpflichten, bevor die nächste Net Zero Company Benchmark veröffentlicht wird. Zu den wichtigsten Faktoren, die von CA100+ erfasst werden, gehören Humankapital, Menschenrechte, Gesundheit und Sicherheit, Ausbildung und sozialer Dialog. Unternehmen, die die Bedürfnisse aller Stakeholder berücksichtigen, vermindern Risiken und haben bessere Erfolgsaussichten, was die Aussicht auf eine langfristige wirtschaftliche Wertschöpfung erhöht.

Menschenrechte sind ein weiterer Schwerpunktbereich. Die geplante Richtlinie des Europäischen Parlaments über die Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit (CSDDD) wird große Unternehmen und möglicherweise auch Finanzinstitute dazu verpflichten, ihre eigenen Aktivitäten und die ihrer Zulieferer einer Sorgfaltsprüfung zu unterziehen (und nicht nur offenzulegen). Die Institutionen werden tatsächliche oder potenzielle negative Auswirkungen ihrer Tätigkeiten auf die Menschenrechte und die Umwelt ermitteln und verhindern, beenden oder mindern müssen. Wir gehen davon aus, dass dies für viele Unternehmen eine große Herausforderung darstellen wird, insbesondere für solche mit komplexen oder langen Lieferketten.

Bei der Bewertung naturrelevanter Auswirkungen und Abhängigkeiten werden Arbeits- und Menschenrechte für Unternehmen und Investoren ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Laut dem neuen TNFD-Rahmenwerk ist „eine sinnvolle Einbeziehung indigener Völker und lokaler Gemeinschaften ein entscheidender Teil der Identifizierung und Bewertung naturrelevanter Themen durch jede Organisation“. Denn obwohl sie weniger als 5 % der Weltbevölkerung ausmachen, schützen die indigenen Völker 80 % der Artenvielfalt der Erde.

Das Ende von Greenwashing?

Die Zusagen der Unternehmen und Investoren zu den wichtigsten ESG-Themen müssen echt und glaubwürdig sein. Dessen sind sich Regulierungsbehörden und Marktteilnehmer sehr wohl bewusst. In den letzten Jahren haben Unternehmen und Finanzinstitutionen zahlreiche gewagte „grüne“ Aussagen getroffen. Der Fokus der Regulierungsbehörden auf „Greenwashing“ ist daher zu begrüßen und wird 2024 verstärkt werden.

Um ihr Netto-Null-Emissionsziel bis 2050 zu erreichen, hat die Europäische Union eine Taxonomie eingeführt, in der Kriterien für „nachhaltige“ Aktivitäten definiert sind. Diese werden auch von Unternehmen bei der Berichterstattung im Rahmen der Verordnung über die Offenlegung nachhaltiger Finanzen (SFDR) verwendet. 2024 wird die EU die von der Taxonomie erfassten Sektoren und Aktivitäten ausweiten, was sich auf die Offenlegung von Unternehmen und Investmentmanagement auswirken wird. Die Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD), die am 1. Januar 2024 in Europa in Kraft tritt, wird Unternehmen dazu verpflichten, umfassend über ihre ESG-Auswirkungen zu berichten.

In der Zwischenzeit könnten Asset Manager den Richtlinien der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) unterliegen. Dort sind strenge Kriterien für die Verwendung des Begriffs „nachhaltig“ in Fondsnamen geplant, die einen Mindestprozentsatz an „ESG“- und „nachhaltigen“ Investments festlegen.

Neben der Regulierung haben das CFA Institute, die Global Sustainable Investment Alliance (GSIA) und die Principles for Responsible Investment (PRI) auch einheitliche Definitionen für fünf weit verbreitete Begriffe des verantwortungsvollen Investments festgelegt, um die Vermittlung zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer klaren Unterscheidung der Ziele von Ansätzen, einschließlich ESG-Integration, Impact Investing und Screening.

Wir gehen davon aus, dass Unternehmen, die in Sachen ESG eine echte Vorreiterrolle einnehmen, sich zunehmend von der Konkurrenz abheben und einen Mehrwert haben werden, da die Regularien strenger werden und das Management von ESG-Aspekten zu einem Schlüsselkriterium für finanzielle Entscheidungsträger wird.

Im Gegensatz dazu könnten Institute, die nur Lippenbekenntnisse zu wesentlichen ESG-Faktoren abgeben, zunehmend mit Reputationsrisiken, sinkender Verbrauchernachfrage oder sogar Rechtsstreitigkeiten konfrontiert werden. Dies geschieht bereits jetzt. Im September 2023 stimmte die Investmentfirma DWS zu, eine Geldstrafe in Höhe von 19 Millionen US-Dollar an die US-Börsenaufsichtsbehörde zu zahlen, u. a. wegen „wesentlich irreführender Aussagen“ über ihren ESG-Investmentprozess.

Die Zukunft

Unsere drei Investmentthemen werden den ESG-Investoren 2024 mehr Klarheit verschaffen. Sie bieten auch spannende Möglichkeiten für Anleger, die von der Integration wesentlicher ESG-Faktoren in ihren Investmentprozess ebenso profitieren wollen wie von Investitionen in spezifische Themen, die auf den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft ausgerichtet sind.

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Bei den Erneuerbaren Energien stehen alle Zeichen auf kräftiges Wachstum.

Der Staat fördert neue Anlagen, die Kosten sinken, die Bedingungen für Investitionen verbessern sich. „Für die Politik bleibt im neuen Jahr aber noch viel zu tun“, erklärt Markus W. Voigt, CEO der aream Group. Das Solarpaket müsse kommen und der dringend notwendige Speicherausbau brauche klare Regeln.

Der Ausbau der Windenergie in Deutschland hinkt hinter den gesetzten Zielen deutlich hinterher, bei der Photovoltaik hingegen werden die Plangrößen um mehr als 40 Prozent übertroffen. „Der Ausbau wird sich im neuen Jahr nochmals beschleunigen, gerade in Deutschland ist mit positiven Schritten zu rechnen“, prognostiziert Voigt. Allerdings müssten die staatlichen Ausbaupakete vollständig kommen, fordert er, auch bei der Photovoltaik. Das Gesetz, das weitere Marktbarrieren für den Ausbau von Solarstromanlagen beseitigt, soll erst 2024 abschließend vom Bundestag beschlossen werden.

Günstig für die Energiewende: Die Kosten für Komponenten wie Module, Wechselrichter und Batterien sinken voraussichtlich weiter. „Zudem wird erwartet, dass die Zinsen am langen Ende etwas zurückgehen und Fremdkapital wieder günstiger wird“, so Voigt. Dies werde Leverage erneut attraktiver machen und den Eigenkapitaleinsatz vermindern. Der Personalengpass, der bislang den Ausbau noch hemme, scheine sich etwas zu entspannen. „Durch die Baukrise ist am Bau wenig los, wodurch mehr Personal beispielsweise für die Errichtung von PV-Anlagen zur Verfügung steht“, erklärt Voigt. Dies nutze bei der Photovoltaik allerdings mehr als bei der Windkraft.

Eine deutliche Verbesserung des Marktumfelds bringt 2024 auch die Übertragung der EU-Strommarktreform auf Deutschland. Ein wesentliches Element der Reform sind Contracts for Difference, bei denen Regierungen den Stromerzeugern langfristige Mindestpreise garantieren im Gegenzug für neue Investitionen in Erneuerbare Energien. Fällt der Marktpreis unter den vereinbarten Mindestpreis, zahlt der Staat die Differenz. „Damit wird eine entscheidende Grundlage für zusätzliche Investitionstätigkeit gesetzt“, so Voigt. „Nicht nur in Deutschland, sondern grundsätzlich in allen Ländern der EU.“

Damit die Erneuerbaren ihr volles Potenzial entfalten können, müssen allerdings die Übertragungsnetze ertüchtigt und vor allem die Speicherkapazitäten erweitert werden. „Was hier bislang noch fehlt“, kritisiert Voigt, „ist die Integration der Speicher in die Ausbaustrategie mit klaren Regeln und gesetzlichen Grundlagen.“ Hier müsse stärker priorisiert werden. Als saisonaler Speicher spiele Wasserstoff mittel- bis langfristig eine sehr wichtige Rolle, so Voigt. „Die Entwicklung bei grünem Wasserstoff dürfte mit erhöhter Geschwindigkeit weitergehen.“

Mehr Aufmerksamkeit – das zeigte bereits die vergangene UN-Klimakonferenz – erhalten auch Dekarbonisierungstechnologien wie CO2-Abscheidung. „Ein Nebeneffekt der Dekarbonisierungsstrategie ist, dass die Atomkraft wieder vermehrt Zuspruch erhält“, sagt Voigt. Dies könne sehr schnell zu unerwünschten Effekten führen: Strompreiserhöhungen durch Verzögerungen, Kostenexplosionen, Streit um Subventionen, Kühlung und Wartung sind vorprogrammiert. „Als Strompreistreiber wird die Atomkraft damit für die Erzeuger Erneuerbarer Energien sogar eine Chance für erhöhten Umsatz und bessere Rentabilität bieten.“

Über die aream Group

Die aream Group, 2005 gegründet, ist ein Investment- und Asset-Manager für institutionelle Investoren und Industriekunden mit Fokus auf nachhaltige Infrastruktur im Sektor Erneuerbare Energien. Mit den drei Bereichen Fund- und Asset-Management, Projektentwicklung und Operation Management deckt aream die gesamte Wertschöpfungskette für Erneuerbare-Energien-Investments ab. Mit mehr als 2,4 Milliarden Euro Transaktionsvolumen gehört aream zu den führenden Asset-Managern in diesem Markt, mit dem eigenen Anlagenbestand wird grüner Strom für rund 40 Millionen Euro pro Jahr umgesetzt. Seit 2008 produziert aream mehr als eine Milliarde kWh grünen Strom. Im Rahmen der Wachstumsstrategie sollen in den nächsten Jahren 2,5 GW an Solar- und Windparks realisiert oder erworben werden. Allein durch die eigene Projektentwicklung verfügt aream derzeit über eine Pipeline von über 1.000 MWp mit einem Potenzial von weiteren 1.400 MWp.

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AREAM GmbH, Kaistraße 2, 40221 Düsseldorf, Tel: +49 (0)211 30 20 60 42, www.aream.de