Johnson gelingt Vereinigung von „Leave Votes“ und Brexit-Ermüdeten

 

Bei den Parlamentswahlen am 12. Dezember 2019 hat die Conservative Party von Premierminister Boris Johnson die absolute Mehrheit der Sitze im Unterhaus gewonnen. Die Labour Party hat ihre unentschlossene Position zum Brexit, dem alles dominierenden Thema des Wahlkampfs, vor allem im Norden des Vereinigten Königreichs viele Stimmen gekostet. Johnson ist es hingegen gelungen, sich deutlich von der vom Wahlvolk wahrgenommenen Instabilität abzugrenzen, die über die vergangenen drei Jahre hinweg durch die Debatten im Parlament aufgekommen war. Es ist ihm gelungen, nicht nur die „Leave Votes“, sondern auch die Stimmen der von dem Brexit-Gezerre Ermüdeten auf seine Seite zu ziehen. „Get Brexit done“ war der Kern seiner Kampagne, den er wie besessen wiederholte.

Aber haben wir den Brexit nun wirklich geschafft? Es ist fast sicher, dass die neu gewählte konservative Mehrheit nun für das Abkommen stimmen wird, das Johnson mit der Europäischen Union (EU) ausgehandelt hat. Damit wird das Vereinigte Königreich im Januar zwar offiziell aus der EU ausscheiden. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Brexit die Kapitalmärkte nicht auch in Zukunft beeinflussen wird. Das Abkommen, das Johnson und die EU ausgehandelt haben, verzögert nämlich de facto die dringende Entscheidung über die Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU. Die Parteien haben nun bis zum 31. Dezember 2020 Zeit, um eine neue Regelung für den Handel zu vereinbaren. Im Klartext bedeutet das:

  • es ist möglich, dass es zu Störungen in den Wertschöpfungsketten zwischen beiden Seiten kommt,
  • ein harter Brexit ist nicht auszuschließen und
  • es gibt Unsicherheiten über die künftigen politischen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU, die mit einer komplexen Verhandlung verbunden sind.

„Wir können also davon ausgehen, dass das Thema Brexit an den Kapitalmärkten wieder an Bedeutung gewinnt, wenn wir uns dem Termin Ende 2020 nähern – ohne dass es zu einer endgültigen Einigung zwischen den Parteien gekommen ist“, sagt Richard Flax, Chief Investment Officer beim digitalen Vermögensverwalter Moneyfarm.

Abgesehen davon gibt es die Frage der Grenze zu Nordirland. Die derzeitige Rückzugsregelung (Backstop) beinhaltet die Einrichtung einer „leichten“ Zollgrenze zwischen Nordirland und dem Vereinigten Königreich. Es ist zwar durchaus vernünftig zu glauben, dass die Vereinbarung durch ein neues Handelsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU überwunden werden kann, allerdings könnte sich die Errichtung einer Binnengrenze in der Irischen See als riskante Angelegenheit erweisen. Johnson ist der Meinung, dass das Vereinigte Königreich über genügend Technologie verfügen, um das Arrangement auf elegante Weise umzusetzen. In einem von der „Financial Times“ veröffentlichten Whitehall-Dokument wird freilich anerkannt, dass die Umsetzung des Vorhabens bis Dezember eine „strategische, politische und operative Herausforderung“ darstellen wird.

„Alles in allem sind wir der Meinung, dass der Rückzug des Vereinigten Königreichs aus der EU weiter eine Quelle für politische Risiken an den Kapitalmärkten sein kann. Dies gilt für die Märkte innerhalb des Vereinigten Königreichs, aber zum Teil auch für die Märkte in der Eurozone. Auf der anderen Seite wird die Tatsache, dass es eine solide Mehrheit in Westminster gibt, dazu beitragen, einige Komplexität zu beseitigen und etwas Zeit zu gewinnen. Kurzfristig ist damit zu rechnen, dass das Pfund Sterling an Stärke gewinnt und möglicherweise die Indizes der FTSE-Familie steigen werden, auch als Reaktion auf die Niederlage der Labour Party, die eine Erhöhung der Körperschaftssteuer geplant hatte. Abseits vom Brexit können wir erwarten, dass die britischen Staatsausgaben im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf bis zehn Jahre steigen werden. Das wird ein Faktor sein, den wir bei der Bewertung der zukünftigen britischen Vermögenswerte und Staatsanleihen berücksichtigen sollten“, so Flax.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

MFM Investment GmbH, Mainzer Landstraße 250-254, 60326 Frankfurt am Main, Tel: 069 3807 6632, www.moneyfarm

Exchange Traded Funds, sogenannte ETFs, gehören derzeit zu den am stärksten nachgefragten Fonds.

 

Immer mehr Berater empfehlen die kostengünstigen Anlagevehikel in die Portfolios ihrer Kunden. Dabei sind allerdings wichtige Details zu beachten. „Nicht jeder ETF ist ein automatischer Anlageerfolg“, sagt Sabine Said, Executive Vice President von Moventum S.C.A.. „Das entscheidende Kriterium ist die Beratung in der Auswahl, Gewichtung und Diversifikation.“

„ETFs sind Produkte, mit denen sich in der Geldanlage viele Ziele hervorragend erreichen lassen, wenn man sie gekonnt einsetzt. Außerdem bieten sie dadurch, dass sie an der Börse gehandelt werden, Flexibilität bei der Liquidität und Transparenz in Sachen Performance“, sagt Said. Vor allem langfristige Strategien, etwa auch als Sparplan, lassen sich mit den Fonds gut umsetzen. „Weil die Kosten geringer ausfallen, kommt in der Regel ein größerer Teil der Marktrendite beim Kunden an“, so Said. Und in Zeiten niedriger oder negativer Zinsen machen schon wenige zehntel Prozent oft den Unterschied zwischen „Geld gewonnen“ oder „Geld verloren“ aus. ETFs bieten als passives Produkt den Zugang zu Aktien, Anleihen oder anderen Anlageklassen wie beispielsweise Rohstoffen. In der Regel streben ETFs an, die Marktrendite einzufahren. Sie bilden deshalb gängige Indizes ab: Entweder indem sie selbst die entsprechenden Aktien in der gleichen Gewichtung wie im Index kaufen. Oder indem sie auf Derivate setzen, die ebenfalls den Index abbilden.

„Wenn also der Dax vier Prozent plus macht, sollte ein Dax-ETF in der gleichen Größenordnung liegen“, so Said. Weil für die Verwaltung der ETFs Kosten entstehen, liegt die reale Rendite in der Regel etwas darunter. Dafür erhalten Anleger ein je nach abgebildetem Index recht stark diversifiziertes Produkt. Noch besser ist es aber, verschiedene ETFs oder Anlageklassen nach den persönlichen Zielen und der persönlichen Risikobereitschaft in seinem Depot durch kompetente Unterstützung auszuwählen. „Dabei ist es allerdings wichtig, nicht nur einen ETF zu kaufen, sondern auch hier noch einmal zu streuen. Also aus einem passiven Produkt einen aktiven Ansatz für das persönliche Depot zu machen“, sagt Said. Denn gerade die bereits vorhandene Streuung verleitet manchen Privatanleger dazu, sich auf die mehr oder weniger eingebaute Risikominimierung zu verlassen. „Das aber kann nach hinten losgehen, wenn der ETF einen recht engen Markt abdeckt oder gar auf Spezialindizes aufgesetzt wird“, so Said.

Wer etwa einen ETF auf den MSCI World Index nutzt, hat tatsächlich bereits viele Regionen, Branchen und Unternehmensgrößen im Depot. Wer nur den Dax abbildet, geht aber ein Deutschland-Risiko ein, ist also von der Performance eines einzigen Marktes abhängig. „Immer mehr ETFs werden auch auf eigens dafür geschaffene, sehr spezielle Indizes aufgelegt“, sagt Said. „So lassen sich Themen, die gerade in Mode sind, auch über ETFs abbilden.“ Nicht alle diese Indizes erfüllen allerdings die Anforderungen an Risikostreuung oder sind noch so kostengünstig, wie die ETFs auf Standardmärkte.

„Entscheidend ist bei der Auswahl der ETFs fürs Portfolio auch die Qualität der Beratung beziehungsweise die Qualität des Managements in auf EFT basierenden Vermögensverwaltungen“, sagt Said. Ein guter Berater oder Vermögensverwalter kennt die Unterschiede zwischen den einzelnen ETF-Arten, kann die am besten geeigneten auswählen und kennt vor allem die Ziele des Kunden. „Auch aus ETFs gebaute Portfolios müssen zum Kunden passen“, sagt Said. „Und niedrigere Kosten allein sind kein Argument, etwa einen bereits überteuerten Markt zu kaufen.“ Auf solche Gefahren weist ein Berater hin. Für diese ist es dann wiederum entscheidend, aus einer großen Auswahl schöpfen zu können und eine schnelle und einfache Abwicklung in der Hinterhand zu haben. „Der Kunde will Bequemlichkeit, preisgünstige Produkte, eine Abwicklung ohne Mühe und ein Portfolio, das Risiken minimiert, Chancen nutzt und transparent ist“, sagt Said. Dies können Berater mit den richtigen Tools im Hintergrund liefern – und dabei sicherstellen, dass die ETFs mehr als nur eine vorübergehende Modeerscheinung sind.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Moventum Asset Management c/o Moventum S.C.A.,12, rue Eugène Ruppert , L-2453 Luxembourg, Tel +352 26 154 200, www.moventum.lu

Marktkommentar von Frank Häusler, Chief Strategist bei Vontobel Asset Management

 

Wie die armen Seelen in der Abschlussszene von Monty Pythons Komödie „Das Leben des Brian“ neigen auch Ökonomen dazu, im Angesicht widriger Umstände, ein optimistisches Lied anzustimmen. In diesem Sinne werfen wir zum Jahresende einen Blick auf die „Bright Side“, also die wirtschaftlichen Chancen des kommenden Jahres 2020, und behalten unsere Risikobereitschaft ungeachtet der reißerischen Schlagzeilen der Medien bei. Und offen gesagt sind die Dinge nicht so schlimm, wie sie scheinen.

Handelskriege, Unruhen in Hongkong, die Politik der US-Notenbank, Umweltverschmutzung in Indien, australische Buschfeuer, die Degradierung des Schweizer Mittelfeldspielers Granit Xhaka bei Arsenal – mit solch düsteren Nachrichten werden wir fast jeden Tag bombardiert. Die Finanzmärkte quittieren das Ganze mit einem Schulterzucken und machen weiter, als sei nichts gewesen. Doch wie ist es möglich, dass fast alle Anlageklassen unter scheinbar widrigen Umständen positive Renditen im Jahresverlauf aufweisen?

If life seemed jolly rotten in 2018 …  there’s something you’ve forgotten in 2019 – eine weitere Anleihe bei Monty Python sei hier erlaubt.

In der Tat hat sich die Situation im abgelaufenen Jahr zum Besseren gewandt. Vor etwa zwölf Monaten waren die Zentralbanken damit beschäftigt, die Schrauben anzuziehen. Heute scheint der damalige Liquiditätsentzug der US-Notenbank Fed längst vergessen, und deren Vorsitzender Jerome Powell könnte die Leitzinsen weiter senken, nachdem er dies in diesem Jahr bereits dreimal getan hat. Auch andere große Zentralbanken befinden sich im Lockerungsmodus oder unterstützen ihre Wirtschaften durch eine Vielzahl von geldpolitischen Maßnahmen.

Vor einem Jahr gab die Weltwirtschaft aufgrund der Schwäche des verarbeitenden Gewerbes nach. Zweifel bezüglich der Widerstandsfähigkeit des Dienstleistungssektors kamen auf, und es gab Befürchtungen, dass ein sich verschlechternder Arbeitsmarkt den privaten Konsum dämpfen könnte. Der Handelsstreit zwischen den USA und China wurde immer heftiger. Heute stehen die Aufträge von Industriegütern, gemessen an den Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes, vor einer Stabilisierung. Der Dienstleistungsbereich verlangsamt sich immer noch, aber die relevanten Indizes liegen weiterhin über der kritischen Marke von 50. Auch die Verbraucher machen keine Anstalten, den Gürtel enger zu schnallen. Die USA und China scheinen sich zumindest einem „Phase 1“-Deal anzunähern, hoffentlich gefolgt von weiteren Vereinbarungen.

Dennoch sehen wir, wie Monty Pythons Brian, durchaus auch die dunklen Seiten. In Deutschland hat sich beispielsweise der Dienstleistungssektor etwas abgeschwächt, und die Industrieproduktion dürfte sich gerade erst stabilisieren. Die Aussichten für die größte Volkswirtschaft Europas werden 2020 klarer werden.

Wachstum ja, aber nicht allzu viel

Allerdings sind Vorhersagen über Entwicklungen zum jetzigen Zeitpunkt kaum mehr als Rätselraten. Wenn sich das Wirtschaftswachstum auf dem derzeitigen Niveau stabilisiert, wird es keinen Anstieg der Inflation geben und die Inflationserwartungen werden gedämpft bleiben. In diesem Fall wird die Politik der Zentralbanken weder ein Hindernis noch eine zusätzliche Unterstützung darstellen. Angenommen, die US-Wachstumsrate wird durchschnittlich knapp unter 2% liegen, ebenso wie Inflation und Leitzinsen. Das wäre ein gutes Umfeld für Anleger.

Sollten wir eine überraschend starke Wachstumserholung mit einem deutlichen Anstieg der Inflationserwartungen (und -raten) erleben, werden die Zentralbanken wieder in einen restriktiven Modus übergehen. Das wäre zwar gut für die Volkswirtschaften, jedoch schlecht für die Anleger. Wie immer könnten die Dinge auch anders laufen, aber die stetige Ungewissheit ist ein Kreuz, das die Märkte nun mal zu tragen haben.

Wir bleiben risikobereit

Wir bleiben bei unserem risikobetonten Ansatz mit einer Übergewichtung in Aktien. Unsere Risikobereitschaft hat sich sogar leicht erhöht, da wir unseren Aktienkorb für die Industrieländer um einige Schweizer Titel erweitert haben. Staatsanleihen dagegen bleiben bei uns untergewichtet, während wir Unternehmenspapiere weiterhin positiv bewerten. Ebenso sind Schwellenländeranleihen für uns attraktiver als Staatsanleihen aus Industrieländern. Unsere Übergewichtung in den europäischen Währungen hat sich verstärkt, da wir nun eine Long-Position im Euro gegenüber dem US-Dollar aufbauen neben den jüngst von uns eingegangen Long-Positionen im Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar. Derweil betrachten wir Gold als eine geeignete Absicherung gegen Portfoliorisiken und als eine attraktive Option in einem Umfeld niedriger und negativer Zinsen.

Obwohl das momentane Umfeld sicherlich besser sein könnte, gehen wir gewissermaßen mit einem Monty-Python-Lied auf den Lippen ins Jahr 2020.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Vontobel Holding AG, Gotthardstrasse 43, Ch-8022 Zürich, Tel: +41 (0)58 283 59 00, Fax: +41 (0)58 283 75 00, www.vontobel.ch

Aktien: Der Schub durch den Zinsrückgang ist erschöpft, Voraussetzung für eine nachhaltige Erholung sind anziehende Unternehmensgewinne

 

Viele Anlageklassen werden 2020 Schwierigkeiten haben, mit den starken Vorjahresgewinnen mitzuhalten. Ungewöhnlich an 2019 war bisher, dass die Rallye bei Staatsanleihen – die einen Wachstumsrückgang widerspiegelt – einherging mit noch besseren Renditen für Aktien und Kredite.

Aktien: Gesunde Gewinne gesucht

Aktienanleger haben sich auf die Vorteile niedrigerer Zinssätze und die Wiederaufnahme der geldpolitischen Lockerung durch die Zentralbanken konzentriert, statt sich Sorgen um die Abschwächung des BIP-Wachstums in weiten Teilen der Welt zu machen. Daher sind die Aktienrenditen in erster Linie aus einem Rückgang der Aktienrisikoprämien und einer Senkung des Diskontsatzes, nicht jedoch aus Hoffnungen auf höhere Gewinne, entstanden. Diese Kombination ist langfristig nicht nachhaltig.

Für eine nachhaltige Erholung des Aktienmarktes braucht es steigende Unternehmensgewinne. Doch in einem Umfeld mit bescheidenem Wirtschaftswachstum, hohen Margen und steigenden Arbeitskosten ist unklar, ob die Unternehmen ihre Gewinne deutlich steigern können. Für 2020 ist mit einer Rückkehr zu zweistelligen Gewinnzuwächsen in den USA und den Schwellenländern sowie im mittleren einstelligen Bereich in Europa zu rechnen. Unter Annahme einer gewissen Normalisierung der Multiples in den USA und stabiler Bewertungen anderswo dürften die Renditen am Aktienmarkt im nächsten Jahr insgesamt unter 10 Prozent liegen.

Wir bei BNP Paribas Asset Management bevorzugen nach wie vor den Technologiesektor, wenn auch selektiv: Eine Folge des Handelsstreits der USA und China sind steigende Risiken für Unternehmen, die in Bezug auf Technologien, Produktion und Absatz stark von China abhängig sind, aber auch erhöhte Chancen für Unternehmen, die davon unabhängig sind.

Anleihen: Rückwärts statt vorwärts

Die im vergangenen Jahr geweckten Hoffnungen auf eine teilweise Normalisierung der Geldpolitik haben sich als kurzlebig erwiesen. Die Politik bewegt sich rückwärts: In den USA wurden zwei Zinssenkungen rückgängig gemacht und die EZB hat die quantitative Lockerung wieder eingeführt. Die geldpolitische Kehrtwende in den USA ist zurückzuführen auf die Sorge um das Wirtschaftswachstum und die Erkenntnis, dass das Risiko, die Inflation zu befeuern, gering ist.

Ein Großteil des Rückgangs der zehnjährigen US-Treasury-Renditen im letzten Jahr lässt sich durch die Abschwächung des Einkaufsmanagerindex (Purchasing Managers Index, PMI) erklären. Dies deutet darauf hin, dass der Rückgang der Treasury-Renditen weniger ein Signal für eine bevorstehende Rezession war, sondern lediglich die derzeitige Wachstumsrate widerspiegelt. Wenn die aktuellen Schätzungen für das BIP-Wachstum von 1,7 Prozent im Jahr 2020 eintreffen, ist sowohl beim PMI als auch bei den Anleiherenditen mit weiteren Rückgängen zu rechnen.

Die Kombination aus gedämpftem Wachstum und verhaltener Inflation spricht für einen mäßigen Anstieg der Renditen bei US-Treasuries. In der Eurozone werden die Aussichten für Anleihen der Kernländer durch die personellen Veränderungen bei der EZB getrübt – nicht nur die Amtsübernahme von Christine Lagarde, sondern auch durch den Beitritt eines neuen Mitglieds zum EZB-Direktorium.

Das Umfeld aus moderatem Wachstum und stabiler Inflation dürfte Unternehmensanleihen weiter stützen. Wie immer gilt es, Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen. Die Spreads von Investment-Grade- und High-Yield-Unternehmensanleihen sind im historischen Vergleich relativ niedrig. Vor allem in den USA war ein deutlicher Anstieg des Schuldenniveaus zu verzeichnen, was die fast unvermeidliche Folge der quantitativen Lockerung war: Durch die Refinanzierung bestehender Schulden zu niedrigeren Zinssätzen verschaffen sich die Unternehmen zusätzlichen finanziellen Spielraum.

Schwellenländeranleihen weiterhin attraktiv

Auch den Schwellenländeranleihen kommt die Wende in der US-Geldpolitik zugute, da das Risiko steigender Treasury-Renditen sinkt. Die Bewertungen von Anleihen in Lokalwährungen erscheinen allerdings recht hoch; die Rendite des Morgan GBI-EM Index etwa liegt nahe ihrem Allzeittief. Die Spreads von Hartwährungsanleihen scheinen dagegen nahe ihrem fairen Wert zu liegen, obwohl zwischen den Spreads von Investment-Grade-Anleihen – die in den letzten zehn Jahren in der Nähe des 25. Perzentils lagen – und Hochzinsanleihen – die näher am 75. Perzentil lagen – ein deutlicher Unterschied besteht. Angesichts der weitgehend stabilen Wachstumsaussichten in den Schwellenländern ist die zusätzliche Rendite, die diese Anlageklasse bietet, weiterhin attraktiv.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

BNP Paribas Asset Management, Europa-Allee 12, 60327 Frankfurt am Main, Tel: 08000 367 847, www.bnpparibas-am.de

Die Vergleichsgruppe „Aktien Welt“ ist mit über 800 Fonds die zweitgrößte überhaupt. Bezogen auf das verwaltete Vermögen ist sie mit 420 Mrd. Euro sogar die mit Abstand größte Peergroup. Die Top-Fonds zeigt Ihnen mit einem Klick der ScopeExplorer.

 

Mit dem ScopeExplorer können Anleger und Berater mit wenigen Klicks die am besten bewerteten Fonds beliebiger Vergleichsgruppen in Erfahrung zu bringen. Die Scope-Analysten sortieren Fonds, die mindestens 90% ihres Volumens in ein weltweit gestreutes Aktienportfolio investieren, in die Vergleichsgruppe „Aktien Welt“.

Die Vergleichsgruppe „Aktien Welt“ zeichnet sich durch eine große Anzahl von Fonds mit langer Performance-Historie aus. Fast 290 Fonds – und damit mehr als ein Drittel der Peergroup – kann bereits eine Historie von 10 bis 20 Jahren vorweisen. Weitere 90 Fonds (>10%) sind sogar seit mehr als 20 Jahren aktiv.

Neben einem hohen Anteil von Fonds mit langem Track Record enthält die Peergroup auch vergleichsweise viele großvolumige Fonds. Aktuell haben 93 Fonds ein Volumen von mehr als einer Milliarde Euro. Folgend eine Auswahl der größten Fonds, die zugleich ein Top-Rating haben:

iShares Core MSCI World – 19,3 Mrd. Euro – Rating (B)

MS INVF Global Brands – 13,1 Mrd. Euro – Rating (A)

DWS Vermögensbildungsfonds I – 8,5 Mrd. Euro – Rating (B)

Pictet-Global Megatrend Selection – 7,8 Mrd. Euro – Rating (B)

UniGlobal – 6,9 Mrd. Euro – Rating (B)

DWS Akkumula – 4,9 Mrd. Euro – Rating (A)

MFS Meridian Funds-Global Equity – 4,5 Mrd. – Rating (B)

Von den über 800 Fonds halten aktuell nur 48 Fonds (entspricht 6%) die höchstmögliche Bewertung (A). Welche Fonds das sind und welche Fonds an der Spitze der Vergleichsgruppe “Aktien Welt” stehen, erfahren Sie hier: www.scopeexplorer.com

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Scope Analysis GmbH, Lennéstraße 5, D-10785 Berlin, Tel: +49 30 27891-0, Fax: +49 30 27891-100, www.scopeanalysis.com

Nur jeder sechste Befragte glaubt, dass die gesetzliche Rente reicht

 

Das Thema Altersvorsorge löst bei sehr vielen Deutschen Unsicherheit und starke Ängste aus. Das ergibt die aktuelle Befragung „Deutschland im Alter – Deutsche Bank Vorsorgereport“. Für die repräsentative Studie hat die Deutsche Bank mit Unterstützung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Oktober 3.200 und im November knapp 900 Bundesbürger im Alter zwischen 20 und 65 Jahren befragt. Die Studie blickt damit auf die Altersgruppe, die sich aktuell in der Beitrags- und Planungsphase für ihre Altersvorsorge befindet.

Vertrauen in die gesetzliche Rente erschüttert

75 Prozent der Befragten nehmen wahr, dass Altersarmut in Deutschland weit verbreitet ist. Die Mehrheit der Befragten ist zudem davon überzeugt, dass die gesetzliche Rente im Ruhestand nicht ausreichen wird: Nur 17 Prozent der Befragten glauben ihren Ruhestand durch die gesetzliche Rente abgesichert. Dagegen meinen 70 Prozent, dass die gesetzliche Rente im Alter nur eine Grundversorgung leisten wird. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) erwarten sogar, dass das gesetzliche Rentensystem über kurz oder lang zusammenbrechen wird. Zur Unsicherheit trägt auch die Sorge bei (71 Prozent), dass das Renteneintrittsalter weiter erhöht wird. Aus dieser Gemengelage resultiert, dass eine Mehrheit der Befragten (51 Prozent, Stand Oktober) Angst vor eigener Altersarmut hat.

Viel Zustimmung für die Grundrente – aber noch keine Lösung des Problems

In der zweiten Befragung der Deutschen Bank unmittelbar nach dem Beschluss zur Grundrente Mitte November zeigte sich, dass die Einführung der Grundrente von 67 Prozent der Befragten befürwortet wird. Allerdings steigt die Angst vor Altersarmut im Vergleich zur Befragung im Oktober leicht auf 55 Prozent. Hintergrund ist, dass die Entscheidung zur Grundrente zwar richtig war (67 Prozent, siehe oben), aber nur aus Sicht einer Minderheit der Befragten (22 Prozent) das Problem einer ausreichenden Altersvorsorge löst. Knapp die Hälfte (47 Prozent) geben an, dass die Grundrente für sie keine Bedeutung hat.

Private Vorsorge für viele ein Muss

Entsprechend hoch ist das Bewusstsein, dass private Altersvorsorge notwendig ist, um den eigenen Lebensstandard auch im Ruhestand halten zu können. Mehr als zwei Drittel der Befragten (71 Prozent) sind davon überzeugt. Gerade Personen mittleren Alters (35 bis 54 Jahre) sind dieser Auffassung (75 Prozent Zustimmung), und auch Besserverdienende haben die Notwendigkeit erkannt, privat fürs Alter zu sparen. 80 Prozent derjenigen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 Euro und mehr wollen privat vorsorgen, aber lediglich 58 Prozent der Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.500 Euro stimmen dem zu.

Jeder Zweite würde gerne vorsorgen – kann es aber nicht

Die Hälfte (49 Prozent) der Befragten ist bei der privaten Altersvorsorge nach eigener Angabe bereits selbst aktiv geworden. Allerdings sind 58 Prozent der Befragten nicht sicher, ob ihre bisherigen Maßnahmen ausreichen, um für den Ruhestand vorzusorgen, oder glauben, dass dies nicht der Fall ist. Dramatisch: Jeder Zweite (47 Prozent) würde gerne für das Alter sparen – hat dafür nach eigener Angabe aber kein Geld zur Verfügung.

„Gefühlte“ Ansparlücke von durchschnittlich 150 Euro pro Monat

Aktuell legen die Befragten nach eigenen Angaben im Durchschnitt (Median) 50 Euro pro Monat privat für das Alter zur Seite. Gebraucht würde nach eigener Einschätzung jedoch eine Sparrate von 200 Euro. So ergibt sich eine „gefühlte“ Ansparlücke von 150 Euro. Diesen Betrag würden die Befragten im Mittel gerne zusätzlich sparen. Regional ist die „gefühlte“ Ansparlücke mit 227 Euro in Stuttgart am höchsten. Allerdings sind lediglich 33 Prozent bereit, sich heute für eine sichere Altersvorsorge bei ihren Ausgaben einzuschränken. Interessanterweise sehen 41 Prozent in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit für eine verpflichtende private Altersvorsorge für jeden Arbeitnehmer.

Thüringer benötigen im Alter am wenigsten, Frankfurter am meisten

Gefragt nach dem Betrag, den man im Ruhestand monatlich voraussichtlich benötigt, nennen die Befragten 1.500 Euro (Median). Die Spanne liegt hier meist zwischen 1.100 und 2.000 Euro. Regional gibt es Unterschiede. Während in den westdeutschen Bundesländern 1.500 Euro als Durchschnittswert genannt werden, wird, sind es in den ostdeutschen Bundesländern 1.400 Euro. Die Thüringer beispielsweise geben mit 1.200 Euro den geringsten Wert an. Und auch in den großen Städten variiert die Wahrnehmung über die finanziellen Bedürfnisse im Alter. Die Frankfurter geben 2.000 Euro an, die Berliner nennen 1.500 Euro.

Schlechter Informationsgrad zur Altersvorsorge

Nur knapp jeder Dritte (30 Prozent) fühlt sich ausreichend zum Thema Altersvorsorge informiert. Für 56 Prozent sind Altersvorsorgeprodukte oft zu unverständlich und 36 Prozent geben an, dass das Thema Altersvorsorge insgesamt zu komplex sei. Dies gilt mit 49 Prozent in besonderem Maße für die 20- bis 34-Jährigen. Gute und verlässliche Informationen bekommt man aus Sicht von 60 Prozent der Befragten in einem persönlichen Gespräch, sei es bei einer Bank, einer Versicherung oder einem Finanzvermittler. Das Internet als verlässliche Informationsquelle kommt auf 46 Prozent.

Sicherheit bei Altersvorsorgeprodukten am wichtigsten

Bei privaten Altersvorsorgeprodukten ist Sicherheit das Hauptthema: 72 Prozent der Befragten legen hierauf Wert. Als sichere Anlage für die Altersvorsorge gelten Immobilien. Aus Sicht von 61 Prozent der Befragten sollte der Staat deshalb bei Bau und Kauf stärker fördern. Bei Geldanlagen, zum Beispiel in Wertpapiere, steht ein Kapitalschutz im Vordergrund: Für 53 Prozent wäre ein Kapitalschutz sinnvoll, so dass man die eingezahlten Beiträge nicht verlieren kann. Dafür wird auch eine geringere Rendite in Kauf genommen.

Über die Studie

Die Deutsche Bank führte die repräsentative Studie „Deutschland im Alter – Deutsche Bank Vorsorgereport“ mit Unterstützung des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos in Deutschland durch. In einer Online-Befragung wurden das Verhalten und die Meinung zur Altersvorsorge von 3.200 Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren im Zeitraum vom 10. bis 27. Oktober 2019 erhoben. Die Studie fokussiert somit auf die Altersgruppe, die sich aktuell in der Beitrags- und Planungsphase für ihre Altersvorsorge befindet. Dazu wurden in allen 16 Bundesländern jeweils 200 Interviews durchgeführt – repräsentativ nach den Merkmalen Alter und Geschlecht des jeweiligen Bundeslandes. Um dann repräsentative Aussagen für Gesamtdeutschland treffen zu können, wurden die 16 Bundesländer entsprechend ihrer Einwohnerzahlen gewichtet und damit an die amtliche Struktur angepasst. Weiterhin fanden jeweils 200 Interviews in fünf Städten (Düsseldorf, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart) statt, wiederum repräsentativ nach Alter und Geschlecht für die jeweiligen Städte.

 

Verantwortlich für den Inhalt

Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 69 910-00, Fax: +49 69 910-34 225, www.db.com

Marktkommentar von Dr. Jens Ehrhardt, Vorsitzender des Vorstands der DJE Kapital AG

 

Entgegen vieler Einschätzungen prognostizierten die beiden DJE-Marktausblicke 2018 und 2019, dass die amerikanischen Zinsen – trotz der Leitzinserhöhungen der US-Zentralbank im Bereich der wichtigen 10- jährigen Staatsanleihe-Zinsen – niedrig bleiben würden. Vor diesem Hintergrund wurde hervorgehoben, dass Aktien in den USA, aber auch weltweit, im Vergleich zu den gesunkenen Zinsen preiswert seien, unabhängig von der kurzfristigen Konjunktur- und Gewinnentwicklung. Entsprechend konnte sich die amerikanische Börse im vergangenen Jahr leicht verbessern – trotz der Bremspolitik der US-Notenbank FED. Im Laufe des Jahres 2019 warf die FED dann ihr Konjunktursteuerungs- bzw. Zins- und Liquiditätsruder um 180 Grad herum: Sie schaltete zunächst bei den Zinsen und dann bei der Liquidität voll auf Expansion – de facto die vierte quantitative Lockerung. Die monetären Börsenampeln stehen somit für 2020 klar auf Grün.

Abschwächung des Konsumwachstums bremst US-Konjunktur

Die fundamentalen Aspekte der US-Konjunktur sind hingegen schwieriger einzuschätzen. Entgegen allen Erwartungen fallen die US-Unternehmensgewinne (zuletzt -2,2%), und die Wachstumsrate der Volkswirtschaft dürfte zuletzt auf weniger als 1% zurückgegangen sein. Schon im dritten Quartal waren es allein die US-Konsumausgaben, das auf fast 5% vom BIP angewachsene US-Budgetdefizit und eine Lagererhöhung, die noch zu einem Wachstum von 2,1% (im Vorjahr noch über 3%) führte. Die US-Konjunktur steht also fast ausschließlich auf der Konsumsäule. Diese wiederum hängt ab von der Beschäftigung.

Hier gab es zuletzt leichte Einbußen bei der Gesamtzahl der gearbeiteten Stunden, bei der Länge der Arbeitswoche, bei der Anzahl der Teilzeitkräfte und bei der Geschwindigkeit der Lohnerhöhungen. Somit zeichnet sich auch eine Abschwächung der Wachstumsraten im Konsum ab. Die Notenbank war bisher zurückhaltend mit Stimulierungsmaßnahmen, weil man auf die stärkste Anspannung des Arbeitsmarktes seit rund 50 Jahren hinwies. Tatsächlich ist der Arbeitsmarkt aber kein Frühindikator. Dies gilt eher für die Investitionen, die nun schon im zweiten Jahr in den Wachstumsraten auf inzwischen nahe Null abgenommen haben. Dieser wichtige Frühindikator signalisiert also Konjunkturschwäche für 2020.

Alles eine Frage der Reize

Damit besteht im Grunde das „Goldilocks“-Szenario, das sich durch weite Strecken der Konjunkturentwicklung in den USA seit 2009 hinzieht. Die Konjunktur wächst ungewöhnlich schwach, was verstärkte monetäre Stimulierungsmaßnahmen der

Notenbank erfordert. Die Regierung hat zudem die Neuverschuldung auf den höchsten Wert in Friedenszeiten heraufgetrieben. Mit nahezu einer Billion US-Dollar Neuverschuldung bzw. rund 5% vom Bruttoinlandsprodukt wird am meisten in der

westlichen Welt stimuliert. Im Hinblick auf das Wahljahr 2020 dürfte Trump hier eher wieder für eine Beschleunigung der Verschuldung als für geringere Zuwachsraten sorgen.

Auch die US-Notenbank hat in Wahljahren bisher noch nie die Konjunktur mit Zinserhöhungen gebremst. Damit sind monetär und fiskalpolitisch die Geldschleusen für Konjunkturstimulierung geöffnet. Dies sollte sich im Jahresverlauf positiv auf die Wall Street auswirken.

Handelsstreit belastet weiterhin Weltkonjunktur

Schwieriger einzuschätzen sind die politischen Probleme. Der Handelsstreit mit China belastet die amerikanische Konjunktur durch Verteuerung der Importe aus China. Hinzu kommt, dass der Fall der Agrarpreise in den USA, bedingt durch weniger Käufe aus China und eine gute Ernte, die für Trump wichtige Wählerschaft in den Agrar-Swing-Staaten beeinträchtigt. Im Grunde braucht Trump dringend ein Abkommen. Kontraproduktiv war aus dieser Sicht die Unterzeichnung von Gesetzen, die Hong Kong unterstützen sollen. Hier wird sich China mit Gegenmaßnahmen, darunter auch Sanktionen gegen US-Unternehmen, wehren und die Weltkonjunktur weiter belasten. Die relativ gute Konjunktur in China mit überraschend stark gestiegen Frühindikatoren macht die Chinesen selbstsicherer – insbesondere bei ihren Verhandlungen mit Trump.

Wiederwahl – wenn die Wirtschaft brummt

Gelingt es Trump nicht, die Konjunktur wieder in Schwung zu bringen, droht eine Wahlniederlage. In der Vergangenheit wurden US-Präsidenten nur bei boomender Konjunktur wiedergewählt. Auch die demokratischen Präsidentschaftskandidaten stehen nicht für eine Entschärfung des Handelskriegs mit China, denn über alle Parteien hinweg will man nach der Thukydides-Theorie einen wirtschaftlichen Aufstieg verhindern. Aber man wird mit Sicherheit die Trump’schen Steuersenkungen zu einem großen Teil wieder rückgängig machen, was Unternehmen und Konsumenten belasten würde. Die Gewinnspannen der US-Unternehmen fallen ohnehin wegen steigenden Lohnstückkosten bereits seit über drei Jahren. Vor dem Hintergrund der gewinnmäßig hoch bewerteten US-Aktien wäre eine Belastung bei den Unternehmensgewinnen eine Belastung für die Wall Street.

Abschwächung der US-Aktienrückkäufe mit negativen Folgen

Neben monetären und fundamentalen Einflussfaktoren spielt auch die Markttechnik eine wichtige Rolle für das Börsengeschehen in 2020. Die Hauptnachfrage nach US-Aktien geht weiterhin von den US-Unternehmen im Zuge von Aktienrückkäufen aus. Seit der Finanzkrise hat man bereits über 5 Billionen US-Dollar für solche Käufe der eigenen Aktien aufgewendet. Zuletzt lagen die Aufkäufe rund 20% unter Vorjahresniveau. Eine weitere Abschwächung – zum Beispiel wegen Gewinnrückgängen der Unternehmen – hätte klar negative Folgen. Ausländische Investoren sind an der Wall Street überinvestiert. Ein möglicher Rückgang des analytisch hoch bewertet erscheinenden Dollars würde wahrscheinlich zu ausländischen Aktienverkäufen führen.

Weitere Lockerungsmaßnahmen der US-Notenbank zu erwarten

Die Entwicklung des US-Dollars hängt wahrscheinlich weniger vom Zinsunterschied zu Europa ab als vielmehr von der zukünftigen Konjunkturentwicklung in den USA. Eine überraschende Abschwächung wird die US-Notenbank zu heute noch nicht erwarteten weiteren Lockerungsanstrengungen veranlassen. Auch im Hinblick auf die hoch verschuldeten US-Unternehmen könnte die heute neutral operierende US-Zentralbank massive Liquiditätsschübe veranlassen. Dies würde die US-Zinsen nochmals unerwartet drücken, was den Dollar negativ beeinflussen würde. Eine plötzliche US-Konjunkturschwäche würde den Dollar also drücken und zu einer Erholung des Euros führen. In Europa hat die Zentralbank in den letzten Jahren konsequenter stimuliert, was sich 2020 in einer relativen Verbesserung der Konjunktur äußern sollte.

Deutschland und Europa: politisch getriebene Konjunkturaussichten

Fiskalpolitisch dürfte es in Europa 2020 zu einer Lockerung kommen, was die Konjunktur ebenfalls positiv beeinflussen sollte. Gäbe es beispielsweise in Deutschland eine ähnlich starke Neuverschuldung wie in den USA, würde die Konjunktur boomen. Eine mögliche linke Regierung in Deutschland könnte eine Neuverschuldung durchsetzen mit entsprechender Signalwirkung für Südeuropa, wo ohnehin, besonders in Frankreich, mit vergrößerten Defiziten stimuliert wird. Eine grün-rot-rote Regierung könnte das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Europa aus dieser Sicht positiv beeinflussen.

Allerdings dürften die Unternehmensgewinne durch Umverteilungsmaßnahmen belastet werden. Deutschland könnte 2020 zu jenen Börsen gehören, die am meisten politisch negativ beeinflusst werden. Am Ende spielt aber auch für die deutsche Börse ähnlich wie in den USA der monetäre Faktor die wichtigste Rolle. Nach vorangegangenen Korrekturen könnte der Kurs-DAX (ohne Dividenden gerechnet) aus seiner Seitwärtsbewegung, die bisher keinen Fortschritt seit dem Jahre 2000 gebracht hat, trotz heute wesentlich höherer Gewinne und Dividenden nach oben ausbrechen, was theoretisch ein charttechnisches Kurspotenzial auf rund 16.000 im Performance-DAX eröffnet.

Asien: Japanische Aktien besonders aussichtsreich – China mit Stärken

Die asiatischen Börsen sollten 2020 positiv durch das anhaltende Wachstum in China beeinflusst werden. Das gilt auch für Japan, das im Export verstärkt von China abhängig geworden ist. Japan ist nach der Wall Street jener Aktienmarkt mit den größten Aktienrückkäufen. Zuletzt haben sich diese Rückkäufe auf über 50 Milliarden US-Dollar fast verdoppelt. Da auch die Zentralbank über ETFs Aktien kauft und die internationalen Investoren so stark in Japan unterinvestiert sind wie vor der Abe-Regierung, könnte Japan markttechnisch 2020 begünstigt sein und im internationalen Vergleich überdurchschnittlich abschneiden. Die Bewertungen japanischer Aktien liegen im Hinblick auf Gewinn und Substanz im internationalen Vergleich auf besonders aussichtsreichem Niveau. Die japanischen Unternehmen haben mehr flüssige Reserven in der Kasse als das wirtschaftlich mehr als viermal so große Amerika. Mit seinen umfangreichen Investitionen der letzten Jahre in asiatischen Wachstumssektoren besteht auch erhebliches Wachstumspotenzial für die japanischen Unternehmensgewinne. Auch der Yen könnte seine Aufwärtsbewegung fortsetzen. Nach dem Wegfall der Deutschen Mark ist der Yen neben dem Franken international die beste Qualitätswährung, Japan das größte Gläubigerland der Welt (USA das größte Schuldnerland).

Edelmetalle langfristig mit Potenzial und Bedeutung

Die Aussichten für Edelmetalle, insbesondere Gold und Palladium, erscheinen längerfristig weiter positiv, auch wenn zuletzt eine übergekaufte Situation mit zu viel Optimismus herrschte. Nachdem Goldaktien seit vielen Jahren schlechter abgeschnitten haben als der Goldpreis, sollte auch bei diesen Titeln eine langfristige Umkehr nach oben möglich sein. Bedingt durch die stark gesunkenen Goldkäufe in China und dem Haupt-Goldkäufer Indien, könnte sich die Goldpreiserholung allerdings hinziehen.

Positive Aussichten für Dividendenaktien – Anleihen in der Hinterhand

US-Hedge-Fonds könnten bei freundlicher Börse wieder vermehrt US-Aktien kaufen, wo sie zuletzt die niedrigsten Investitionsquoten der Geschichte hatten. Fundamental macht es ohnehin Sinn, aus anderen Anlageformen in Dividendenpapiere zu tauschen. Im Vergleich zu Anleihen, wo die Zinsen sehr niedrig bleiben dürften, erwirtschaften die Unternehmen international im Durchschnitt 6-7% Rendite auf ihr Eigenkapital. Bei immer noch 12 Billionen US-Dollar Anleihen mit Negativzins wären Tauschoperationen in solide Aktien sinnvoll. Anleihen machen hingegen Sinn, wenn es international zu einem neuen, scharfen Konjunktureinbruch kommt, was nicht realistisch erscheint.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

DJE Kapital AG, Pullacher Straße 24, 82049 Pullach, Tel: +49 89 790453-0, Fax: +49 89 790453-185, www.dje.de

Ankauf eines qualitativ hochwertigen und großvolumigen Logistikportfolios

 

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilien-Investments, erwirbt für rund 1,2 Mrd. Euro ein paneuropäisches Portfolio mit 42 Logistikimmobilien. Der Ankauf erfolgt für eine Gruppe institutioneller Investoren, namentlich die beiden Pensionsfonds PFA Pension in Dänemark und Public Officials Benefit Association (POBA) in Südkorea sowie den Fonds PATRIZIA Logistik-Invest Europa II. Verkäufer ist der nordamerikanische Investment Manager BentallGreenOak*. 39 der 42 erworbenen Objekte generieren schon heute stabile Einnahmen. Bei den drei übrigen Objekten in Italien und Spanien handelt es sich um Projektentwicklungen, die teilweise vorvermietet sind.

Das Portfolio mit Standorten in Frankreich, Spanien, Italien und den Niederlanden umfasst mehr als 1,4 Mio. qm bestehende Nutzfläche. Neben den Bestandsobjekten werden drei Logistikanlagen in Italien und Spanien mit weiteren rund 138.000 qm neu entwickelt.

Die Immobilien befinden sich in den wichtigsten Logistikkorridoren Europas und sind zu 90% an über 30 namhafte nationale und internationale Unternehmen aus den Bereichen E-Commerce, Fertigung und Drittanbieterlogistik vermietet. Zu den Hauptmietern gehören Carrefour, Aldi, Dachser, DHL, Easydis und Geodis. Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge des gesamten Portfolios beträgt mehr als sieben Jahre.

Rob Brook, Head of Alternative Investments bei PATRIZIA: “Mit diesem Kauf erwerben wir für unsere Kunden ein Portfolio, das sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht den Anforderungen unserer institutionellen Investoren entspricht. Mit Objekten in vier verschiedenen Märkten erwirtschaftet dieses Portfolio solide und verlässliche Renditen. Darüber hinaus sind wir aufgrund der starken Entwicklung und der sehr attraktiven Fundamentaldaten des Logistiksektors überzeugt, dass wir das Portfolio um zusätzliche Märkte erweitern und die gesamteuropäische Logistikplattform weiter diversifizieren können – nicht zuletzt da die E-Commerce-Durchdringung in Europa im Vergleich zu einigen spezifischen Märkten wie Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden noch relativ gering ist.“

Anne Kavanagh, Chief Investment Officer bei PATRIZIA: „Mit dieser Transaktion haben wir einmal mehr unsere Kompetenz und Fähigkeit unter Beweis gestellt, große komplexe Portfolios im Auftrag einer Gruppe institutioneller Investoren zu strukturieren. Unser starkes lokales Netzwerk in Europa hat einen erheblichen Teil dazu beigetragen. Einen Deal dieser Größenordnung durch die Zusammenführung von drei wichtigen Investoren abzuschließen, ist ein Beweis für unsere nachgewiesene Expertise, strategische Chancen zu erkennen und umzusetzen.”

*Alle Investitions-, Management- und Veräußerungsaktivitäten in Italien wurden in Übereinstimmung mit den dortigen Regularien und somit über bestimmte von DeA Capital Real Estate SGR S.p.A.. gemanagte italienische Immobilienfonds abgewickelt.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

PATRIZIA Immobilien AG, Fuggerstraße 26, D­-86150 Augsburg Tel.: +49 821 50910­000, Fax: +49 821 50910­999,  www.patrizia.ag

Zielallokation entspricht defensivem Mischfonds

 

Die Shareholder Value Management AG richtet die Strategie des Frankfurter Stiftungsfonds (ISIN DE000A2DTMN6) neu aus. Der Multi-Asset-Fonds wurde bisher nach einer Absolute-Return-Strategie gemanagt. Künftig soll der Fonds als defensiver Mischfonds die zwei anderen aktienorientierten Fonds der Shareholder Value Management AG (SVM), den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und den Frankfurter – Value Focus Fund ergänzen.

In Zukunft steht die langfristige Stärke der Value-Aktien im Mittelpunkt der Anlagestrategie und nicht mehr wie bisher das Ziel kurzfristiger absoluter Erträge. Frank Fischer, CEO und Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG, übernimmt künftig auch beim Frankfurter Stiftungsfonds die Aktienauswahl. Hierbei nutzt er seine langjährige Erfahrung im Zusammenhang mit dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. Das Aktienportfolio im Stiftungsfonds wird auf bis zu 40 Einzeltitel (bisher 100) aus dem SVM-Anlageuniversum konzentriert. Das Aktienportfolio des Frankfurter Stiftungsfonds orientiert sich dabei am Aktienportfolio des langfristig erfolgreichen Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. „Value-Nebenwerte haben sich historisch gesehen als die beste Aktienkategorie erwiesen. Allerdings brauchen einige Aktien Zeit, um ihr volles Potenzial zu entwickeln. Nach der Neuausrichtung können wir nun auch im Frankfurter Stiftungsfonds unsere stringente und bewährte Value-Investing-Philosophie effektiver einbringen“, so Frank Fischer.

Der Frankfurter Stiftungsfonds nutzt auch weiterhin drei Ertragssäulen zur Erwirtschaftung einer langfristig positiven Rendite. Neben dem Aktienportfolio werden in einer zweiten Säule Optionsstrategien, wie zum Beispiel Covered Calls, umgesetzt. Damit sollen Volatilitätsprämien vereinnahmt und die Schwankungsbreite des Portfolios reduziert werden. Das Portfolio kann zudem je nach Marktlage durch Futures abgesichert werden. Die dritte Säule wird vor allem stabilisierende Elemente für das Gesamtportfolio, insbesondere Anleihen und ein Edelmetallexposure sowie Makro Investments, enthalten.

Primäres Ziel des Frankfurter Stiftungsfonds ist künftig die Erwirtschaftung stabiler Erträge für regelmäßige Ausschüttungen. Für den Fonds wird künftig ein Renditeziel von bis zu 5 Prozent p.a. angestrebt. Die Änderungen der Anlagestrategie treten zum 1. Januar 2020 in Kraft.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Shareholder Value Management AG, Neue Mainzer Straße 1, D-60311 Frankfurt am Main, Tel. +49 (0)69 66 98 30 18, www.shareholdervalue.de     

Für das Jahr 2020 erwartet First State Investments eine positive Entwicklung und attraktive Investitionschancen im Bereich börsennotierter Infrastruktur.

 

Zwar sei nicht mit dem gleichen Rückenwind von den Zinsen wie im Jahr 2019 zu rechnen, die hohen Eintrittsbarrieren für Wettbewerber, die starke Preissetzungsmacht sowie das nachhaltige Wachstum des Sektors sind jedoch nach wie vor die Stärke dieser Assetklasse. Folgende sechs Trends hat das Team um Rebecca Myatt, Portfoliomanagerin des Sustainable Listed Infrastructure Fund bei First State für das kommende Jahr identifiziert:

  1. Die Suche nach Rendite Das anhaltend niedrige oder negative Zinsumfeld stellt Investoren, die nach Rendite suchen, auch weiterhin vor Herausforderungen. Ein essenzieller Vorteil börsennotierter Infrastruktur ist die Höhe der Erträge, die sie generiert, denn die Anlageklasse hat in der Vergangenheit eine verlässliche Dividende zwischen drei und vier Prozent gezahlt – und die Ausschüttungen können mit der Zeit sogar noch steigen.
  2. Kontinuierliche Weiterentwicklung im Bereich erneuerbare Energien Die Rentabilität von neuen Anlagen im Bereich erneuerbare Energien sind schon heute weitaus attraktiver als die Stromerzeugung durch Kohle, sodass wir im kommenden Jahr mit weiteren Stilllegungen von Kohlekraftwerken rechnen. Seit dem Jahr 2010 wurden in den USA bereits 102 Gigawatt Erzeugungskapazität durch Kohle vom Netz genommen – bis Ende des Jahres 2025 dürfte sich dieser Wert sogar auf 119 Gigawatt erhöhen. An deren Stelle treten vor allem Solar- und Batterieanlagen. Nachdem sich die Solarenergie in einigen sonnigen Teilen der Welt zur kostengünstigsten Lösung entwickelt hat, erwarten wir, dass deren Wachstumsraten die der Windenergie übertreffen. Wenn zudem Batteriehersteller ihre ohnehin schon beeindruckenden Kostensenkungen fortsetzen, werden sie dazu beitragen, einerseits die Intermittenz erneuerbarer Energien weiter zu verringern und andererseits die Kosten für erneuerbare Energie zu senken.
  3. Mehr Aufmerksamkeit auf den Transportsektor Mit der bereits begonnenen Dekarbonisierung des Energiesektors richtet sich das Augenmerk nun auf den Transportsektor, der heute die größte Quelle für Kohlenstoffemissionen darstellt. Regierungen auf der ganzen Welt fördern den Ausbau ihrer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge (EV), um das Einführen von EV in der Öffentlichkeit zu ermöglichen und auf das Erreichen der Netto-Null-Energieverbrauchsziele hinzuarbeiten. Von dieser Entwicklung können regulierte Versorgungsunternehmen profitieren, da eine zunehmende Elektrifizierung zu einer höheren Auslastung führt. Zudem erzielen sie in der Regel eine zulässige Rendite auf die Investitionen, die für die EV-Ladeinfrastruktur und die intelligenten Netze erforderlich sind, die gebaut werden müssen, um die höhere Auslastung effizient zu steuern.
  4. Höheres Ansehen von Sustainable Development Goals Der einst ambivalente US-Finanzmarkt beginnt nun zu erkennen, dass bei Investoren die Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) – sowie ESG-Richtlinien im weiteren Sinne – von Bedeutung sind. Im Jahr 2020 werden wir daher weiterhin eng mit Unternehmen zusammenarbeiten, die wir beobachten und in die wir investieren, um sowohl eine bessere Offenlegung ihrer nachhaltigen Entwicklung als auch die Verantwortung in Bezug auf das Einhalten ihrer SDG-Ziele zu fördern. Wir gehen davon aus, dass sich dadurch die Unternehmen, die ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen, noch stärker von denen unterscheiden werden, die erst am Anfang ihrer Überlegungen zu diesen Themen stehen.
  5. Investitionen in Infrastruktur durch den privaten Sektor nehmen weiter zu Angesichts der weiter steigenden Staatsverschuldung sehen wir eine zunehmende Bedeutung für Infrastrukturfinanzierung durch den privaten Sektor. Für das kommende Jahr erwarten wir daher eine Vielzahl neuer Investitionsmöglichkeiten: Erstens in Form von Aktienemissionen von Unternehmen, die neue Investitionen finanzieren möchten, zweitens durch Restrukturierungen von Unternehmen, die nicht zum Kerngeschäft gehörende Anlagen veräußern und drittens durch das Privatisieren von Strom- und Gasversorgern, Mautstraßen, Flughäfen und Wasser-/Abwasserunternehmen.
  1. Das politische Umfeld bleibt unsicher – zumindest bis zu einem gewissen Grad Während politische und rechtliche Risiken nach wie vor die größte Bedrohung für den Infrastruktursektor darstellen, sind sich Politiker aller Couleur bezüglich der Notwendigkeit einig, dass veraltete Infrastruktur ersetzt oder erneuert werden muss. Dies ist nicht nur für ein reibungsloses Funktionieren von Städten von Bedeutung, sondern auch für eine prosperierende Gesellschaft. Und auch wenn der Klimawandel ein kontroverses politisches Thema bleiben dürfte, steht das wirtschaftliche Argument für den Austausch älterer, ineffizienter Kohlekraftwerke durch erneuerbare Energien.“

 

Verantwortlich für den Inhalt: First State Investments, Westhafen Tower, Westhafenplatz 1, Frankfurt, Tel: +49 (0) 69 710456 – 302, www.firststateinvestments.com

Die DWS ist zuversichtlich für die Entwicklung von Weltwirtschaft und Kapitalmärkten im kommenden Jahr.

 

„Das Wachstum wird zwar in einigen Regionen deutlich schwächer ausfallen, eine globale Rezession steht aus unserer Sicht aber nicht bevor“, sagte Chefanlagestratege Stefan Kreuzkamp am Dienstag beim Kapitalmarktausblick des Vermögensverwalters in Frankfurt. Dazu trügen die weiter akkommodierende Geldpolitik der Notenbanken sowie die abnehmenden politischen Unsicherheiten bei. Vor diesem Hintergrund erwartet Kreuzkamp für Ende 2020 einen Dax-Stand von 14.000 Punkten. Der Euro werde zum Dollar weiter seitwärts um das Niveau von 1,15 tendieren, jedoch sei es noch zu früh, das Ende des Zyklus für den Greenback auszurufen.

Mit Blick auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China prognostizierte der DWS-Chefanlagestratege ein baldiges Erstrundenabkommen zwischen beiden Ländern. Damit würden die Strafzölle auf dem gegenwärtigen Niveau eingefroren und eine Anhebung am 15. Dezember ausgesetzt. „Eine weitere Eskalation erwarten wir nicht, da bereits beide Volkswirtschaften schwerwiegende Folgen erlitten haben“, sagte Kreuzkamp. So seien die chinesischen Exporte in die USA binnen Jahresfrist bereits um 53 Milliarden Dollar gesunken, was der stärkste Rückgang seit der Finanzkrise gewesen sei. Umgekehrt seien die Ausfuhren der USA nach China um 33 Milliarden Dollar gesunken. „Ungeachtet des erwarteten Erstrundenabkommens wird sich das Ringen beider Länder um die globale Technologieführerschaft aber fortsetzen“, so der Chefanlagestratege.

Auch der politische Gegenwind aus Europa wird nach Kreuzkamps Einschätzung nachlassen. So erwartet er bis zum ersten Quartal des kommenden Jahres eine Einigung zwischen der EU und Italien auf einen Fehlbetrag von 2,2 Prozent im Haushalt für 2020 und die Vermeidung eines Defizitverfahrens gegen das Land. Mit Blick auf den Ausgang der vorgezogenen Parlamentswahlen im Vereinigten Königreich am 12. Dezember nannte er eine Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent für ein „Hung Parliament“, also ein Ergebnis ohne absolute Regierungsmehrheit. Damit liege die Wahrscheinlichkeit für den Ausstieg aus dem „Brexit“ bei 45 Prozent, für einen „weichen Brexit“ – beispielsweise mit EU-Zollunion oder Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum – bei 15 Prozent.

Einen plötzlichen Anstieg der Inflation erwartet Kreuzkamp nicht, weshalb sowohl die Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank (EZB) die akkommodierende Geldpolitik fortsetzen und die Bilanzen anhaltend ausweiten könnten. „Weitere Zinssenkungen sehen wir aber von beiden Notenbanken nicht, da solche Schritte keine nennenswerten Auswirkungen auf die Wirtschaft mehr haben dürften. Die Geldpolitik hat in dieser Hinsicht ihre Grenzen erreicht“, sagte Kreuzkamp. Auch eine Gefälligkeitszinssenkung für Donald Trump vor den anstehenden US-Präsidentschafts-wahlen im kommenden Jahr schloss er aus.

Das Wachstum der Weltwirtschaft werde 2020 voraussichtlich auf dem Vorjahresniveau von 3,1 Prozent stagnieren. Für die USA prognostizierte der Chefanlagestratege eine Verlangsamung der Expansion auf 1,6 von 2,2 Prozent. Für den Euroraum stellte er einen Rückgang auf 0,9 von 1,1 Prozent in Aussicht. „Angesichts des Verschuldungsgrads der meisten Länder im gemeinsamen Währungsgebiet rechnen wir auch nicht mit wirkungsvollen Konjunkturprogrammen“, sagte Kreuzkamp. Lediglich Deutschland könne sich solche Maßnahmen leisten, mit steigenden Sozialausgaben und der teilweisen Abschaffung des Solidaritätszuschlags betreibe das Land gemessen an den eigenen Standards aber bereits eine expansive Wirtschaftspolitik. In China stehe zwar keine „harte Landung“ bevor, allerdings ein Rückgang des Wachstums auf 5,8 von 6,2 Prozent. Gegen diesen Trend sei in den Schwellenländern, auf die 2020 ein Anteil von 60 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts entfallen werde, eine Beschleunigung des Wachstums auf 4,4 von 4,2 Prozent zu erwarten.

„Mit Blick auf die Anleihemärkte gehen wir davon aus, dass die Renditen länger niedrig bleiben werden und dass Anleger daher größere Risiken eingehen müssen, um positive Erträge zu erwirtschaften“, sagte der Chefanlagestratege der DWS. Risikoadjustiert seien derzeit vor allem Euro-Unternehmensanleihen von Emittenten mit Investment-Grade-Bonität besonders attraktiv. „Diese Papiere profitieren nicht nur davon, dass Investoren wegen der negativen Renditen bei Staatsanleihen Mittel in Schuldtitel von Unternehmen umschichten, sondern auch von der Nachfrage durch die Anleihekaufprogramme der EZB“, sagte Kreuzkamp. Auch Unternehmensanleihen asiatischer Emittenten komme der gestiegenen Risikoappetit der Investoren zugute, zumal in diesen Papieren bereits sehr viel an Negativem eingepreist sei.

Für die Aktienseite prognostizierte Kreuzkamp eine Unterstützung der Kurse durch die erwartete nachlassende Intensität im Handelsstreit sowie durch die prognostizierte Erholung des Gewinnwachstums der Unternehmen. Für die USA stellte er für 2020 einen Anstieg des Gewinns je Aktie um fünf Prozent in Aussicht, für Europa eine Zunahme um sechs Prozent und für die Schwellenländer ein Plus von neun Prozent. Das größte Aufwärtspotenzial verortete er dann auch an den Börsen in Europa und den Schwellenländern, da die Kurse dazu tendierten, dem Gewinnwachstum zu folgen. Mit Blick auf einzelne Sektoren sollten Anleger Aktien aus dem Immobilien- und Versorgersektor untergewichten, Papiere aus dem IT- und globalen Finanzsektor hingegen übergewichten. Als einen Grund für die Empfehlung zur Untergewichtung der als anleiheähnlich geltenden Titel aus dem Versorgersektor nannte Kreuzkamp einen erwarteten leichten Renditeanstieg. Daneben stelle aber auch der Klimawandel ein Risiko für das Geschäftsmodell von vielen Unternehmen in diesem Sektor dar.

„Allerdings werden auch zehn Prozent der Versorger vom Klimawandel profitieren, etwa die Anbieter erneuerbarer Energien“, ergänzte Petra Pflaum, Chefanlagestrategin für nachhaltiges Anlegen (environmental, social and corporate governance – ESG) und Co-Leiterin für Aktien in der EMEA-Region bei der DWS. Ein Investmentprozess, bei dem Unternehmen für Unternehmen auf die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells überprüft werde, sei daher nicht nur dazu geeignet, Risiken zu vermeiden, sondern auch Chancen zu nutzen. Zwar werde bei bestimmten ESG-Strategien wie „ESG Best-in-class“ das Universum der für Investments zur Verfügung stehenden Unternehmen teils deutlich verkleinert. „Die Vergangenheit hat aber klar gezeigt, dass die Wertentwicklung dadurch nicht niedriger und die Volatilität nicht höher wird“, sagte sie. Vielmehr könne die durch einen Nachhaltigkeitsfilter gewonnene ESG-Information sogar als Frühwarnsystem für die Unternehmensgewinne dienen, weshalb die DWS immer mehr dieser Kriterien in ihren Investmentprozess integriere. „Wir sind fest davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit kein Trend ist, der irgendwann wieder verschwinden wird, sondern Kern unseres Handelns, um auch in Zukunft erfolgreich für unsere Investoren zu sein“, fasste Chefanlagestratege Kreuzkamp zusammen.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Deutsche Asset Management International GmbH, Mainzer Landstr. 11-17, 60329 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 – 910 – 12371,Fax: +49 (0) 69 – 910 – 19090, www.dws.com

Die Ratingagentur Scope hat gemeinsam mit ihrem Medienpartner Handelsblatt am 27. November die diesjährigen Investment Awards verliehen. Ausgezeichnet wurden herausragende Asset Manager und die überzeugendsten Fondskonzepte.

 

Die Scope Awards werden einmal im Jahr von der Scope Group vergeben, Europas führendem Anbieter von unabhängigen Ratings, Research und Risikoanalysen. Die diesjährigen Award-Gewinner wurden von den Analysten aus über 4.500 Fonds und mehr als 280 Asset Managern ausgewählt.

Die Preisverleihung fand mit mehr als 250 geladenen Gästen in der Alten Oper in Frankfurt am Main statt. Die Scope Investment Awards wurden in jeweils 12 Fonds- und 12 Asset Management-Kategorien für Deutschland, Österreich und die Schweiz vergeben.

Fidelity als bester Universalanbieter ausgezeichnet

Fidelity wurde von den Scope Analysten als „Bester Asset Manager Universalanbieter“ ausgezeichnet. Bei den Spezialanbietern geht der Award für den besten Asset Manager an Lupus Alpha für Deutschland, an T. Rowe Price für Österreich und an die Luzerner Kantonalbank für die Schweiz.

Als Seriensieger überzeugte Comgest, die zum sechsten Mal in Folge als bester Asset Manager in der Kategorie „Aktienfonds“ ausgezeichnet wurde. In den 12 Asset Manager-Kategorien gab es mit Fidelity und Degroof Petercam auch zweifache Preisträger.

Bei den Fonds-Kategorien gehört Fidelity in diesem Jahr ebenfalls zu den Mehrfachsiegern. Gleich in drei Kategorien ging der Scope Award an den US Asset Manager, darunter die Kategorien „Aktien Deutschland“ und „Aktien Europa“.

In der Sonderkategorie „Fund Innovations“ entschied sich die Scope-Jury für den Fonds „Allianz Pet and Animal Wellbeing“ von Allianz Global Investors. Der Fonds habe nach Ansicht der Analysten einen innovativen und emotionalen Zugang zu Privatinvestoren geschaffen.

Die Award-Gewinner sämtlicher Kategorien auf www.scope-awards.com.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Scope Analysis GmbH, Lennéstraße 5, D-10785 Berlin, Tel: +49 30 27891-0, Fax: +49 30 27891-100, www.scopeanalysis.com

Handelsstreit und Brexit belasten Märkte kaum noch

 

Das Kapitalmarktumfeld bleibt aussichtsreich. Jens Wilhelm, im Vorstand von Union Investment zuständig für das Portfoliomanagement, sieht für das Börsenjahr 2020 gute Startbedingungen. „Geopolitische Risikofaktoren wie Handelsstreit und Brexit sollten sich beruhigen“, meint er. „Die Geldpolitik bleibt locker, verliert aber an Wirkung. Für die Börsen kommt es 2020 damit stark auf die Konjunktur an.“ Wilhelm erwartet zwar ein langsameres Wachstum als in den Vorjahren, rechnet aber nicht mit einer Rezession. „Es spricht viel für chancenorientierte Anlagen“, folgert er.

Das Jahr 2019 war stark durch Geo- und Geldpolitik geprägt. „Die Märkte pendelten zwischen unterstützenden Zentralbankimpulsen und politischen bzw. geopolitischen Störfeuern“, beschreibt Wilhelm die dominierenden Kurstreiber des Jahres. „Beide Faktoren verlieren 2020 an Zugkraft. Die Konjunktur gewinnt am Kapitalmarkt an Bedeutung, während das Spannungsfeld von Geldpolitik und Geopolitik an Bedeutung verliert.“

Schwaches Wachstum, aber keine Rezession

Die Weltwirtschaft wird sich 2020 weniger dynamisch entwickeln: „Wir rechnen mit einer Abschwächung des Wachstumstempos, sowohl in den USA als auch in der Eurozone. Das ist nicht schön, aber auch keine Katastrophe“, erläutert Wilhelm. Für 2020 prognostiziert er eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,8 Prozent im Euroraum, nach 1,1 Prozent 2019. Auslöser ist der lahmende Welthandel, der die Exportnation Deutschland besonders hart trifft. Demnach dürfte die größte Volkswirtschaft Europas nur um 0,6 Prozent wachsen (2019: 0,5 Prozent).

Nachdem sich die US-Konjunktur lange sehr robust zeigte, sollte sich 2020 auch in den Vereinigten Staaten das Wachstum auf 1,6 Prozent verlangsamen. Ursachen für den Rückgang sind neben den nachlassenden Effekten der Unternehmenssteuerreform von 2017 die Folgen des Handelsstreits mit China. „Die US-Volkswirtschaft wurde mittlerweile von der anhaltenden Unsicherheit über die künftigen Beziehungen mit diesem wichtigen Handelspartner erfasst“, analysiert Wilhelm. „Die Folgen des Handelsstreits machen vor niemandem Halt, auch nicht vor seinen Verursachern.“

Eindämmung, aber keine Lösung im Handelsstreit

Die jüngste Annäherung zwischen Washington und Peking bewertet Wilhelm positiv. „Im anstehenden Wahljahr kann sich US-Präsident Trump weitere konjunkturelle Bremsspuren nicht leisten“, sagt er und erwartet eine konziliantere US-Position. Gleichzeitig ist auch China, das mitten im wirtschaftlichen Umbauprozess steckt, auf ein günstiges außenwirtschaftliches Klima angewiesen. Dies gilt umso mehr, als die chinesischen Wachstumsraten zuletzt hinter den Erwartungen zurückblieben. „Eine Eskalation im Handelsstreit ist damit fürs erste vom Tisch“, meint Wilhelm. Allerdings weist er darauf hin, dass sich der Streit um mehr als Zölle und Patente dreht. „Im Kern geht es um eine hegemoniale Auseinandersetzung zwischen zwei Supermächten. Dieser Gegensatz wird nicht verschwinden, auch nicht nach den US-Präsidentschaftswahlen im November 2020.“ Denn egal wer danach im Oval Office Platz nimmt, der Interessenkonflikt zwischen den USA und China bleibt bestehen.

Brexit: Geregelter Austritt, aber kein Ende der Unsicherheit

Beim Brexit verspricht die Unterhauswahl am 12. Dezember mehr Klarheit. „Gewinnt Boris Johnson die Wahl, dürfte er das als starkes Mandat für seinen Kurs interpretieren und Großbritannien Ende Januar aus der Europäischen Union führen. Das ist das wahrscheinlichste Szenario“, erläutert Wilhelm. „Für die Kapitalmärkte stehen die Zeichen beim Brexit auf Entspannung.“

Geldpolitik weiter locker, aber mit reduzierter Wirkung

Unterstützung erwartet der Kapitalmarktstratege außerdem von Seiten der Geldpolitik, vor allem in den USA. „Die Fed dürfte bei fortgesetzter Wachstumsabschwächung in der amerikanischen Volkswirtschaft mit zwei weiteren Zinssenkungen reagieren“, meint Wilhelm. Nach der jüngsten Lockerungsrunde aus Zinssenkung, Einführung von Staffelzinsen und Wiederaufnahme des Ankaufprogramms schätzt er die Möglichkeiten der Europäischen Zentralbank (EZB) hingegen als sehr begrenzt ein. „Das geldpolitische Umfeld bleibt angesichts weiter geringer Inflationsraten klar auf Wachstumsstimulation ausgerichtet.“ Dennoch geht Wilhelm davon aus, dass die Zentralbanken weniger markttreibend als 2019 wirken sollten: „Geschrumpfte Spielräume, ein abnehmender Grenznutzen und die flächendeckende Erwartung lockerer Geldpolitik an den Märkten dürften die Kurswirkung einschränken“, erklärt er.

Unternehmensanleihen, Schwellenländeranleihen und Aktien bieten Chancen

Damit bleibt auch 2020 das Negativzinsumfeld zementiert. „Wir rechnen nicht mit nachhaltig steigenden Zinsen“, sagt Wilhelm. Bei sicheren Papieren wie deutschen oder US-amerikanischen Staatsanleihen dürften die Renditen damit auf Jahressicht praktisch unverändert bleiben. In einem Umfeld lockerer Geldpolitik, eingedämmter geopolitischer Spannungen und schwachen Wachstums spricht daher aus Wilhelms Sicht viel für eine chancenorientierte Positionierung. „Carry-Anlagen, etwa Unternehmensanleihen aus dem Investment-Grade-Bereich oder Staatsanleihen der Emerging Markets sind attraktiv, da sie von den Veränderungen bei Geo- und Geldpolitik besonders profitieren“, skizziert er die Aussichten auf der Rentenseite.

Auch Aktien zählt Wilhelm weiter zu den Anlagefavoriten, wenngleich hohe Bewertungen und geringeres BIP-Wachstum das Kurspotenzial begrenzen. „Die Unternehmensgewinne fallen als Anschieber der Aktienmärkte nahezu weg. Wir liegen mit unseren Berechnungen deutlich unter den Konsensschätzungen der Analysten“, sagt Wilhelm. Gleichzeitig verweist er auf das ruhigere Umfeld und die damit verbundene Aussicht auf höhere Bewertungen. „Aktien sind attraktiv, weil sie über Dividenden höhere laufende Erträge als andere Assetklassen generieren. Das wird sich im Jahresverlauf kurstreibend auswirken“, meint er und sieht auf globaler Ebene weiteres Aufwärtspotenzial. Auch Immobilien schätzt Wilhelm im Negativzinsumfeld als interessante Anlageklasse ein. „Die Beschaffung renditeträchtiger und zugleich wertbeständiger Objekte wird allerdings immer schwieriger“, schränkt er ein. Investoren rät er daher, über neue Vehikel, Nutzungsarten und Anlagestile nachzudenken.

Selektion und Aktivität bleiben Erfolgsfaktoren

Besondere Bedeutung dürfte angesichts generell eingeschränkter Ertragsperspektiven nach Einschätzung Wilhelms die sorgfältige Selektion erlangen: „Das Muster ist bereits deutlich sichtbar bei Hochzinsanleihen: Gute Namen sind gefragt, schlechte Werte werden abverkauft.“ Diese Dispersion sollte in einem Umfeld schwächerer Makrotreiber noch zunehmen. „Selektion und Aktivität sind Schlüsselfaktoren für den Anlageerfolg 2020“, resümiert Wilhelm.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Union Asset Management Holding AG, Weißfrauenstraße 7, Tel: 069-2567-264160311, Frankfurt am Main, www.union-investment.de

Die Real I.S. AG hat zentrale Risikokennzahlen für Immobilienfonds analysiert und Immobilienarten und -segmente hinsichtlich ihres Rendite-Risiko-Rankings differenziert.

 

Im Langzeitvergleich über 20 Jahre weisen Hotel- und Büroimmobilien dabei das geringste Risiko auf. Logistikimmobilien zeigen das vergleichsweise höchste Risiko. Im europäischen Vergleich waren zudem teils deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Risikoniveaus erkennbar.

„Im Gegensatz zu Aktien und Renten liegen bei Immobilienfonds keine täglichen Preisdaten und meistens keine langen Zeitreihen vor“, sagt Sven Scherbetitsch, Research und Investitionsstrategie bei der Real I.S. AG. „Die bekannten Methoden zur Risikobewertung aus dem Wertpapierbereich können daher nicht ohne Weiteres auf die Messung des Risikos von Immobilienfonds übertragen werden.“

Die Datengrundlage für die Analyse stammt aus dem Property Return Modell, das Immobilienindizes des US-amerikanischen Finanzdienstleisters Morgan Stanley Capital International (MSCI) verwendet. Hierfür werden regelmäßig Immobiliendaten von institutionellen Investoren erhoben und nach Ländern, Regionen sowie Immobilienarten (Büro, Handel, Hotel; Wohnen, Logistik, Sonstige) aggregiert. Zur Berechnung der Risikokennzahlen eines Fonds werden Benchmark-Zeitreihen mit jährlichen Total-Return-Werten (Gesamtanlageerfolg pro Jahr) und Wertänderungsrenditen aus den Zeitreihen von MSCI gebildet.

„Durch die Methode können valide Zeitreihen mit einer Historie von 20 Jahren gebildet werden, die der Fondsallokation exakt entsprechen. Das Modell hat sich in der Praxis bewährt und eignet sich zur Risikomessung, da auch schwierige Marktphasen wie die globale Finanzkrise in den Datensatz eingeflossen sind“, ergänzt Scherbetitsch.

Geringstes Risiko bei Hotel- und Büroimmobilien 

Zur Bewertung der Marktrisiken wurde die empirische Risikokennzahl Value at Risk (VaR) herangezogen. Der Wert gibt die maximale negative Renditeveränderung innerhalb eines Jahres mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent an. Die Analyse zeigt, dass Hotel- und Büroimmobilien mit VaR-Werten von 5,7 Prozent und 5,8 Prozent am wenigsten risikobehaftet sind. In der Historie von 20 Jahren (1999 bis 2018) wiesen Hotelimmobilien mit einem durchschnittlichen Total Return von ebenfalls 5,7 Prozent dabei etwas bessere Renditen auf als Büroimmobilien (5,0 Prozent). Bei den Immobilienarten Wohnen (6,7 Prozent), Handel (6,5 Prozent) und Logistik (7,0 Prozent) lassen sich höhere Total-Return-Werte erkennen, gleichzeitig steigt aber auch das gemessene Risiko. Logistikimmobilien (VaR: 10, 6 Prozent) liegen hierbei mit deutlichem Vorsprung an der Spitze vor Handels- (7,7 Prozent) und Wohnimmobilien (7,4 Prozent).

Bei einer Betrachtung der letzten fünf Jahre zeigt sich insgesamt eine deutlich stärkere Performance. Die Mittelwerte der Total Returns liegen bei allen Immobilienarten höher, die Risiken sind durchweg geringer. Spitzenreiter bei den durchschnittlichen Renditen in diesem Zeitraum sind Hotelimmobilien mit 10,9 Prozent. Am schwächsten, aber auch mit dem geringsten Risiko verbunden (1,5 Prozent), schneiden Handelsimmobilien mit einem Total Return von 7,5 Prozent ab. Das höchste Risiko innerhalb der letzten fünf Jahre lag mit 3,7 Prozent Value at Risk bei Wohnimmobilien.

„Die Performance- und Risikowerte spiegeln die Trends der letzten Jahre wider. Die Zinsen und Immobilien-Ankaufsrenditen sind kontinuierlich gesunken und in den meisten Märkten wurden Mietpreissteigerungen verzeichnet. Die Risiken sind deutlich geringer als im Langzeitvergleich, da hier die Finanzmarktkrise sowie die Eurokrise nicht innerhalb des Betrachtungszeitraums liegen“, erklärt Kramer.

Starke Differenzen bei europäischen Risikoniveaus

Differenziert man bei der Betrachtung der Risikokennzahlen zusätzlich nach Ländern, lassen sich teilweise gravierende Unterschiede bei den Risikoniveaus feststellen. Besonders auffällig sind die Abweichungen zwischen den europäischen Büromärkten. In Belgien (3,4 Prozent), Finnland (4,1 Prozent) und Deutschland (5,0 Prozent) liegen die Value at Risk-Werte am niedrigsten. Das größte Risiko kann in Großbritannien (26,3 Prozent) und Irland (38,2 Prozent) verortet werden. Große Unterschiede gibt es ebenfalls bei Logistikimmobilien: während man in den Niederlanden (8,6 Prozent) und Deutschland (9,5 Prozent) überschaubare Risiken vorfindet, liegen die Werte in Spanien (18,3 Prozent) etwa doppelt so hoch. Jeweils das höchste und das niedrigste Risiko im Vergleich der Immobilienarten und Länder liegen bei Handelsimmobilien. Die Spanne reicht von 2,5 Prozent in Deutschland bis zu 45,0 Prozent in Irland.

„Insgesamt ist ein breites Spektrum bei den Risiko-Rendite-Ausprägungen in den verschiedenen Marktsegmenten erkennbar. Ratsam ist es daher, über einen Immobilienfonds mit ausgewogenem Portfolio zu investieren, der Objekte unterschiedlicher Asset Klassen in verschiedenen Ländern beinhaltet“, empfiehlt Scherbetitsch.

Die Real I.S. Research News 08/2019 sind kostenlos zugänglich unter: https://www.realisag.de/de/immobilien-management/immobilienmarkt-research/risikokennzahlen-fuer-immobilien/index.html

 

Verantwortlich für den Inhalt:

REAL I.S. AG, Immobilien Assetmanagement, Innere Wienstr. 17, ­81667 München Tel.: 089/489082­0, Fax: 089/489082­295, www.realisag.de

Bram Bos, leitender Portfoliomanager für grüne Anleihen bei NN Investment Partners:

 

 

  • Der Markt für grüne Anleihen diversifiziert sich zunehmend und wird bis Ende 2020 voraussichtlich 800 Mrd. EUR erreichen
  • Ein grünes Quantitative Easing der EZB könnte den Markt für grüne Anleihen weiter forcieren
  • Vorsicht vor Greenwashing: Nicht jedes nachhaltige Label ist so grün, wie es scheint

Der Markt für grüne Anleihen boomt. Das Segment ist stark auf Investment-Grade-Anleihen in Euro ausgerichtet und hat 2019 einen deutlichen Emissionsanstieg von Unternehmens- und Staatsanleihen gesehen. Im Dezember 2019 hat der Markt für grüne Anleihen die 500-Milliarden-Euro-Marke überschritten.

Geldpolitik der EZB könnte grüner werden

Seit Christine Lagarde das Amt als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) übernommen hat, gibt es eine Debatte darüber, ob ein grünes Quatitative Easing Programm (QE) gestartet werden soll. Aber wie wahrscheinlich ist das und welche Auswirkungen hätte das auf den Markt für grüne Anleihen? Im vergangenen Monat hat die EZB ihr QE-Programm wieder aufgenommen. In diesem Zuge sollen Anleihen im Wert von 20 Mrd. Euro pro Monat gekauft werden. Zulässig sind in diesem Rahmen nur auf Euro lautende Anleihen, und die EZB darf nicht mehr als ein Drittel einer einzelnen Emission halten. Obwohl einige der Anleihen, die die EZB kauft, möglicherweise schon grün sind, ist dies wahrscheinlich eher Zufall als eine bewusste Entscheidung. Wenn man die Einschränkungen der EZB auf den Bereich der grünen Anleihen überträgt, kommen Anleihen im Wert von 50-80 Milliarden Euro in Betracht. Dies schließt rein grüne Anleihekäufe aus, da der Markt noch zu klein ist. Es bedeutet aber nicht, dass die EZB in diesem Segment gar nichts tun wird.

NN Investment Partners (NNI IP) ist der Ansicht, dass alle Maßnahmen der EZB einen positiven Effekt auf die Stärkung des Profils des grünen Anleihenmarktes haben werden. Sie könnte beispielsweise das Volumen der gekauften grünen Anleihen kommunizieren oder eine monatliche Mindestkaufschwelle festlegen und diese mit der Zeit erhöhen. Dies wäre ein sehr starkes Signal an den Markt. Ein solcher Schritt würde mehr Emittenten anziehen, was das Marktwachstum weiter ankurbeln würde.

Emissionen laufen auf Hochtouren

2019 ist das zweite Jahr in Folge, in dem Unternehmensemittenten den Markt für grüne Anleihen dominieren. Im Gegensatz zu 2018 haben jedoch neben den üblichen Verdächtigen (Finanzunternehmen und Versorger) mehr Emittenten aus den Bereichen Industrie, Kommunikation und Technologie erste grüne Anleihen aufgelegt. Auch die ersten Versicherungsgesellschaften kamen auf den Markt, während PepsiCo den relativ kleinen Anteil des nicht-zyklischen Konsumsektors am Markt für grüne Anleihen ausbaute.

Angesichts der Pipeline und der vielen grünen Projekte, die über Green Bonds finanziert werden könnten, erwartet NN IP eine weitere Diversifizierung dieser Anlageklasse. Ein Beispiel sind Automobilhersteller. Sie stellen auf Elektrofahrzeuge um, um den sich ändernden EU-Vorschriften gerecht zu werden. Sie wären so in der Lage, in naher Zukunft mit der Emission von grünen Anleihen zu beginnen.

Mehr staatliche Emittenten aus Europa in 2020

2019 gab es große staatliche Emissionen. Die Niederlande waren im Mai das erste mit AAA-geratete Land, das mit der bisher größten Emission grüner Anleihen (fast 6 Mrd. EUR) auf den Markt kam. Auch Frankreich und Irland sind dieses Jahr in den Markt eingestiegen. Staatsanleihen machen derzeit 24% des Marktes für grüne Euro-Anleihen aus. Im Jahr 2020 werden voraussichtlich weitere Länder grüne Anleihen emittieren, z.B. Deutschland, Italien und Schweden.

Deutschland hat bereits Pläne zur Emission einer grünen Anleihe in Höhe von 10 Mrd. EUR angekündigt, während Italien und Schweden gerade dabei sind, geeignete grüne Vermögenswerte auszuwählen. Als Herz der europäischen Kohleindustrie muss Polen beobachtet werden: Wie wird die neue Regierung mit der Förderung in Schlesien umgehen und ihre Strategie gegen den Klimawandel vorantreiben? Für NN IP kommen polnische grüne Staatsanleihen derzeit nicht für das grüne Anleiheportfolio in Frage. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es in Polen bisher keinen Plan zum Ausstieg aus Kohlestrom gibt.

Nachhaltige Labels: Vorsicht vor Greenwashing

Grüne, soziale und nachhaltige Anleihen sind bereits relativ gut definierte Anleihearten. Zusätzlich sind in diesem Jahr weitere nachhaltige Bezeichnungen wie „Übergangsanleihen“ (Transition Bonds) oder „ESG-orientierte Anleihen” entstanden. Aufgrund ihrer geringen Transparenz, schlechten Rückverfolgbarkeit und unzureichenden Berichterstattung über die Verwendung der Erlöse geht NN IP allerdings davon aus, dass diese neuen Konzepte die Gefahr für Greenwashing erhöhen. NN IP betrachtet grüne Anleihen bereits als Übergangsanleihen. Das Label „Übergangsanleihe“ könnte die Tür zu Sektoren, Unternehmen und Geschäftspraktiken öffnen, die nicht nachhaltig sind und es wahrscheinlich auch nie werden. Bei nachhaltigkeitsorientierten Anleihen gelten die gleichen Bedenken. Insgesamt hat NN IP eine starke Präferenz für das Use-of-Proceeds-Konzept, wie es bei grünen Anleihen angewendet wird. Dabei verpflichtet sich der Emittent, den Emissionserlös zur Finanzierung neuer oder bestehender Projekte zu verwenden, die einen Nutzen für die Umwelt haben.

Ausblick für 2020

Es steht jetzt schon fest, dass 2019 ein weiteres Rekordjahr für Neuemissionen wird, da der globale Markt für grüne Anleihen Anfang Dezember die Schwelle von 500 Mrd. EUR überschritten hat. NN IP erwartet, dass dieser Markt im kommenden Jahr weiter wachsen wird, da die Investitionen z.B. in Innovation und saubere Energie steigen. Unternehmen werden den größten Teil der Emissionen ausmachen, aber auch einige Staaten werden im Jahr 2020 grüne Anleihen emittieren. Außerdem dürfte der Markt durch die steigende Nachfrage der Investoren nach grünen Produkten einen weiteren Schub erhalten. Insgesamt dürfte der globale Markt für grüne Anleihen bis Ende 2020 nach Ansicht von NN IP rund 800 Mrd. EUR erreicht haben.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

NN Investment Partners B.V., German Branch, Westhafenplatz 1, 60327 Frankfurt am Main, Tel. + 49 69 50 95 49-15, www.nnip.com

Der US-Aktienmarkt ist in den vergangenen beiden Jahren gut gelaufen.

 

Normalerweise steigen die Kurse, wenn mehr Nachfrage als Angebot besteht. Dieser Zusammenhang wurde in den USA ausgehebelt: Obwohl mehr als 260 Milliarden US-Dollar aus dem Markt gezogen wurden, stiegen die Kurse.

263,23 Milliarden US-Dollar haben Investoren aus Investmentfonds und ETFs auf den US-Markt seit Anfang 2018 abgezogen. Alleine im Jahr 2019 waren es 151,54 Milliarden US-Dollar. Trotzdem hat der US-Markt gemessen am S&P 500 seit Anfang 2018 rund 15, im Jahr 2019 bislang rund 23 Prozent zugelegt. „Die Zahlen zeigen, dass der Anstieg am Markt nicht an einer starken Nachfrage nach Aktien liegt“, sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH. „Die einzige wirklich starke Käufergruppe sind die Unternehmen selbst.“

Schätzungen zufolge kauften die Unternehmen in den USA 2018 eigene Aktien für rund 800 Milliarden US-Dollar zurück. 2019 sollen es immer noch rund 700 Milliarden US-Dollar sein. „Das ist die Nachfrage, die den Markt in den USA in den vergangenen Jahren am stärksten getrieben hat“, sagt Mlinaric. „Interessant ist aber, dass trotz der durch die Einziehung der Aktien steigenden Gewinne pro Aktie und auch Dividenden eine echte Nachfrage ausblieb.“

Die Zahlen zeigen, dass Aktien offenbar doch nicht so attraktiv sind, dass die langfristig orientierten Anleger ihre Bestände aufstocken würden. „Das wiederum kann als Gefahrenzeichen gelesen werden, dass das Vertrauen in die Konjunktur und damit weiter steigende Gewinne beschädigt ist“, so Mlinaric.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Quant.Capital Management GmbH, Speditionstraße 17, D-40221 Düsseldorf, Tel: +49 (0)211.635512-0, www.quantcapital.de

Gemeinsam mit dem Handelsblatt hat die Ratingagentur Scope am Abend des 28. November die diesjährigen Scope Alternative Investment und Zertifikate Awards vergeben. Die Preisverleihung fand in der Alten Oper in Frankfurt am Main statt.

 

Die Scope Alternative Investment Awards wurden in insgesamt 16 Kategorien vergeben. Die DWS ist mit den meisten Nominierungen in den Award-Abend gegangen und konnte auch als einziger Asset Manager zwei Awards mit nach Hause nehmen: Sowohl in der Kategorie „Institutional Real Estate Europe“ als auch „Retail Real Estate Germany“ hieß der Gewinner „DWS“.

Als einer der größten Akteure auf den europäischen Investmentmärkten wurde die Deka Immobilien in der Kategorie „Retail Real Estate Europe“ ausgezeichnet. Die Scope-Analysten hat vor allem die konsequent durchgeführte Portfoliooptimierung überzeugt.

Mit dem Scope Award „Infrastructure“ wurde in diesem Jahr die Credit Suisse Energy Infrastructure Partners ausgezeichnet. Neben dem exzellenten Gesamtbild prägten vor allem die sehr hohe Transaktionskompetenz und das hohe Transaktionsvolumen die Entscheidung der Scope-Jury.

In der Kategorie „Private Debt“ wurde der Scope Award in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben. Er ging an Muzinich & Co. Scope machte für den Erfolg der bisher durchgeführten Transaktionen vor allem den hochwertigen Kreditauswahlprozess sowie das überzeugende Deal Sourcing verantwortlich.

Der Special Award in der Kategorie „Innovation“ ging in diesem Jahr an die Commerz Real. Die Jury hat der umfassende Ansatz überzeugt: Digitaler Vertrieb, eine App zur Depotverwaltung für Endkunden, innovative Vermietungskonzepte für Büronutzer sowie auf Objektebene die Zertifizierung der Netz-Konnektivität.

Sämtliche Award-Gewinner inklusive Gewinnerfotos auf https://www.scope-awards.com/awards-2020/alternative-investment-awards/gewinner/

Zertifikate Awards – Vier Emittenten ausgezeichnet

Am Abend des 28. November hat die Ratingagentur Scope auch die diesjährigen Zertifikate-Awards vergeben. In den drei Kategorien Primärmarkt, Sekundärmarkt sowie Trading gingen die Awards an DekaBank, BNP Paribas und Morgan Stanley. Mit dem Special Award wurde die LBBW für ein innovatives Produkt ausgezeichnet, das es Retailinvestoren erstmals ermöglicht, in strukturierte Anleihen mit einer nachhaltigen Mittelverwendung zu investieren.

Die Gewinner der Zertifikate Awards mit Gewinnerfotos auf https://www.scope-awards.com/awards-2020/zertifikate-awards/gewinner/

Premiere auf den Scope Awards: Die neue Fonds-Plattform „ScopeExplorer“

Neben den Scope Awards wurde am Abend der Preisverleihung auch der ScopeExplorer erstmals präsentiert. Auf www.scopeexplorer.com haben Anleger und Berater ab sofort kostenfrei Zugang zu Bewertungen und Rankings für mehr als 6.000 Investmentfonds.

Anleger können per Knopfdruck erfahren, welche Bewertung und welche Position im Ranking ihr Fonds hat und welches die Top-Produkte der jeweiligen Kategorie sind. Der ScopeExplorer umfasst zum Start sämtliche UCITS-Fonds in Deutschland. Alternative Investmentfonds (AIF) folgen in Kürze.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Scope Analysis GmbH, Lennéstraße 5, D-10785 Berlin, Tel: +49 30 27891-0, Fax: +49 30 27891-100, www.scopeanalysis.com

Die Börse als Schachtel Pralinen: mit Unsicherheit umgehen lernen

 

Alle Jahre wieder geht es zum Jahresende um die Frage: Welche Länder und welche Branchen werden wohl im nächsten Jahr zu den Gewinnern am Aktienmarkt gehören? Lutz Neumann, Leiter Vermögensverwaltung bei der Hamburger Sutor Bank, hat in dieser Hinsicht eine besondere Empfehlung: „Kaufen Sie 2020 Aktien aus Vietnam – oder auch aus allen anderen Ländern. Damit machen Sie langfristig nichts falsch“. Das Land Vietnam sieht Lutz Neumann dabei stellvertretend für aufstrebende Länder. „Wichtig ist, dass man überhaupt in Aktien investiert. Zu einer breit gestreuten Geldanlage gehören auch Emerging Markets“, erklärt Neumann. Bei der Gewichtung kommt es stets auf das eigene Risikoprofil an, doch eine bestimmte Kennzahl kann Orientierung bei der Gewichtung von Emerging Markets und Industrieländern bieten.

Die Börse als Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man bekommt

Nach wie vor schrecken jedoch viele Deutsche vor einem Investment in Aktien zurück. „Die Börse ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man bekommt“, fasst Lutz Neumann zusammen. „Einen festen Prozentsatz, den viele Anleger gerne als Rendite einkalkulieren wollen, gibt es am Aktienmarkt jedoch nicht.“ Mit dieser Unwägbarkeit täten sich nach wie vor viele stark sicherheitsorientierte Anleger, die das Prinzip Bundesschatzbrief mit fixer Rendite verinnerlicht haben, schwer, analysiert Neumann. „Viele sehen bei Aktien nur das kurzfristige Schwankungsrisiko, jedoch nicht die langfristigen Ertragschancen“. Da mittelfristig mit einem Anstieg der Zinsen nicht zu rechnen sei, komme 2020 – wie in allen anderen Jahren auch – kein Anleger an Aktien vorbei.

Aktuell komme jedoch ein weiteres mentales Hemmnis erschwerend hinzu: „Derzeit haben die Crash-Propheten wieder Hochkonjunktur“, sagt Lutz Neumann. Das habe damit zu tun, dass die Aktienmärkte in diesem Jahr bis dato eine sehr gute Entwicklung gezeigt haben. Beispiel DAX: Zwischen Anfang Januar 2019 und dem aktuellen Stand liegen rund 2.000 Punkte. „Für viele Börsenexperten scheint die positive Aktienperformance dieses Jahres zwangsläufig in einen Crash zu münden. Als langfristig orientierter Vermögensverwalter können wir nur sagen: Ob ein Crash kommt oder nicht, ist auf lange Sicht unerheblich.“ Denn über die Jahre glichen sich Schwankungen stets wieder aus. Wichtig sei jedoch, eine möglichst breite Streuung seiner Anlagen vorzunehmen.

Auf die Mischung kommt es an – Wirtschaftsleistung statt Marktkapitalisierung als Orientierung

Um eine möglichst gute Streuung über verschiedene Regionen weltweit zu erzielen, empfiehlt Lutz Neumann die Wirtschaftsleistung als Kennzahl. „Die Schwellenländer haben einen Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung von rund einem Drittel, vereinen aber nur rund ein Zehntel der weltweiten Marktkapitalisierung auf sich. Die Industriestaaten kommen dagegen mit einem Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung von zwei Dritteln auf einen Anteil an der weltweiten Marktkapitalisierung von annähernd 90 Prozent“, sagt Lutz Neumann. Viele Depots seien jedoch einseitig an der Marktkapitalisierung ausgerichtet. „Während die Marktkapitalisierung eines Landes eher eine Momentaufnahme ist, gibt die Wirtschaftsleistung fundiert Auskunft über die Leistungsfähigkeit eines Landes, und damit über zukünftiges Renditepotenzial. Depots, die sich an der weltweiten Marktkapitalisierung orientieren, sind daher in Emerging Markets stark untergewichtet. Empfehlenswert ist vielmehr ein Mischungsverhältnis von einem Drittel Emerging Markets und zwei Dritteln Industrieländer.“

50 Jahre MSCI World: Standard-Mischung mit Nachteilen

In diesem Sinne hält Lutz Neumann eine zu einseitige Orientierung an Indizes wie dem MSCI World für nicht zielführend. „Der MSCI World suggeriert qua seiner Bezeichnung eine breite weltweite Streuung. De facto beträgt jedoch allein der Anteil der US-Werte rund 60 Prozent, da insbesondere US-Tech-Werte über eine sehr hohe Marktkapitalisierung verfügen“, erklärt Neumann. Der MSCI World-Index, der vor 50 Jahren, am 31. Dezember 1969, mit einem Basiswert von 100 Punkten startete, ist dennoch bei vielen Anlegern ein Anlage-Klassiker, zumal sich viele aktive Fondsmanager mit weltweit ausgerichtetem Portfolio am MSCI World orientieren.

„Um im Bild der Pralinenschachtel zu bleiben: Der MSCI World ist die Standard-Mischung, die es in jedem Supermarkt gibt. Noch besser ist jedoch eine handverlesene Mischung, die auch Exotischeres bietet und damit eine wirkliche Weltauswahl ist. Das ist allein im Sinne der Risikostreuung empfehlenswerter“, sagt Lutz Neumann. „Natürlich fühlt sich nicht jeder dazu berufen, eine Mischung selbst zusammen zu stellen. Doch dafür gibt es Experten bei Banken und Vermögensverwaltern, die das übernehmen können.“ Hauptsache sei jedoch, überhaupt mit dem Investieren in Aktien zu starten: „Wer sich etwas Sinnvolles für das nächste Jahr vornehmen möchte, sollte ein Aktieninvestment ganz nach oben stellen. Noch besser ist es jedoch, direkt damit zu starten“, erklärt Lutz Neumann.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Sutor Bank, Max Heinr. Sutor oHG, Hermannstr. 46, 20095 Hamburg, Tel. +49 (0)40 / 8090 6855 17, www.sutorbank.de 

Zwei Drittel der Bundesbürger (68 Prozent) legen bei der Geldanlage Wert auf Nachhaltigkeit.

 

Bei den jüngeren Deutschen zwischen 18 und 35 Jahren würden sogar drei Viertel (75 Prozent) eine nachhaltige Geldanlage bevorzugen. Im direkten Produktvergleich allerdings würde die jüngere Generation auf nachhaltige Produkte setzen, wenn bei der Rendite nicht verzichtet werden muss. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Studie im Auftrag der Zurich Versicherung, für die 1.000 Deutsche ab 18 Jahren sowie zusätzlich 500 Deutsche zwischen 18 und 35 Jahren befragt wurden.

15 Prozent der Bundesbürger sagen, sie würden ausschließlich in nachhaltige Geldanlagen investieren. In der jüngeren Generation bis 35 Jahre sind es 20 Prozent. “Investieren mit gutem Gewissen liegt vor allem bei den Jüngeren zunehmend im Trend. Allerdings sind sie bei ‘grünen’ Geldanlagen nicht bereit, auf Rendite zu verzichten,” sagt Jacques Wasserfall, Vorstand Leben bei der Zurich Gruppe Deutschland. Im direkten Vergleich von zwei Anlageprodukten zeigt die Studie, dass zwar 40 Prozent der jüngeren Befragten eine leicht unterdurchschnittliche Rendite hinnehmen würden, wenn die Anlage dafür nachhaltig ist. Wenn allerdings eine hohe Rendite winkt, würde die Nachhaltigkeit in den Hintergrund rücken: 45 Prozent würden zugreifen – ganz gleich, ob das Produkt ethisch und moralisch vertretbar ist oder nicht. Im Bevölkerungsdurchschnitt sind es lediglich 35 Prozent, denen Rendite ganz klar vor Nachhaltigkeit geht. “Nachhaltige Produkte punkten, wenn Nachhaltigkeit und Rendite im Einklang stehen. Die Praxis zeigt uns, dass dies möglich ist. Unternehmen wie Zurich handeln und bieten Produkte, die die Aspekte Nachhaltigkeit und Rendite vereinen”, so Jacques Wasserfall.

Sicherheit wichtiger als Nachhaltigkeit

“Noch gehört Nachhaltigkeit in den Augen der Verbraucher nicht zu den wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung für ein Geldanlage- oder Altersvorsorge-Produkt. Viele Kunden nehmen es gern mit, wenn die Anlage nachhaltig ist, aber es ist nicht das oberste Ziel”, sagt Jacques Wasserfall. “Wenn es um ihr Geld geht, steht für die Deutschen die Sicherheit an erster Stelle – oft in der irrigen Annahme, Nachhaltigkeit und Rendite würden sich gegenseitig ausschließen”, so Wasserfall. Im Vergleich zu den klassischen Anlagekriterien Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite spielt Nachhaltigkeit die unbedeutendste Rolle bei den Befragten. Und das, obwohl knapp die Hälfte der Deutschen durchaus bereit wäre, bei der Geldanlage stärker auf Nachhaltigkeit zu achten. Doch das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen wächst: Ganz konkret plant rund ein Zehntel der Deutschen den Einstieg in nachhaltige Geldanlageprodukte. Bei den Jüngeren bis 35 Jahre beabsichtigt dies sogar ein Fünftel. “Wir werden in den kommenden Jahren eine Verschiebung beobachten: Nachhaltigkeit wird nicht länger eine Nebensächlichkeit bleiben, sondern zunehmend zum Qualitätskriterium für Geldanlage- und Altersvorsorge-Produkte”, betont Wasserfall.

Mehr Transparenz bei nachhaltigen Anlageprodukten gefordert

Die Studienergebnisse zeigen zudem: Rund ein Drittel (35 Prozent) der Deutschen bemängelt fehlende Informationen und Transparenz, welche Nachhaltigkeitskriterien bei einer als nachhaltig ausgewiesenen Geldanlage angesetzt werden. Denn es ist ein breiter Katalog an Anforderungen, der aus Sicht der Bundesbürger erfüllt sein muss, damit ein Finanzprodukt sich nachhaltig nennen darf: Für fast 90 Prozent müssen mit der Geldanlage Unternehmen gefördert werden, die auf Klima- und Umweltschutz sowie Ressourcenschonung achten oder in erneuerbare Energien investieren. Bei Jüngeren kommt vor allem der Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen als besonders wichtiges Kriterium hinzu.

Orientierung im Dschungel der nachhaltigen Anlagen liefern verschiedene Zertifikate wie FNG-Siegel, Dow Jones Nachhaltigkeits-Indizes. Diese sind vielfach aber nicht bekannt. Von daher verwundert es nicht, dass sich ein Viertel (24 Prozent) der Deutschen und mehr als acht von zehn der Jüngeren ein einheitliches, unabhängiges, vertrauenswürdiges Siegel zur Orientierung bei der Produktwahl wünschen.

Gut ein Fünftel (22 Prozent) der Bundesbürger kritisiert zudem, dass nachhaltige Geldanlage- und Altersvorsorgeprodukte zu wenig angeboten würden. Bei den 18- bis 35-Jährigen sind sogar 38 Prozent dieser Meinung. “Unsere Aufgabe als Versicherungsunternehmen und als gesamte Branche besteht nun darin, diesen Umstand zu ändern. Wir verfügen bereits über nachhaltige Kapitalanlageangebote, die auch eine attraktive Rendite ermöglichen. Wir müssen noch viel stärker auf diese Angebote und das Potenzial nachhaltiger Finanzprodukte aufmerksam machen. Sie sind keine Vision. Sie existieren”, so Wasserfall.

Über die Studie

Für die repräsentative Studie “Nachhaltigkeit 2019” wurden im Auftrag der Zurich Versicherung 1.000 Deutsche ab 18 Jahren sowie zusätzlich 500 Deutsche zwischen 18 und 35 Jahren befragt. Die Umfrage wurden vom Marktforschungsinstitut Toluna im Juli und August 2019 online durchgeführt.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Zurich Gruppe Deutschland, Poppelsdorfer Allee 25-­33, D-­53115 Bonn, Tel: 0228 268 2725, Fax: 0228 268 2809, www.zurich.de

Der Qualitätsstandard Nachhaltiger Geldanlagen ist etabliert

 

Mit Rekordwachstum geht das FNG-Siegel, der Qualitätsstandard Nachhaltiger Geldanlagen, in sein fünftes Jahr. Anlässlich der diesjährigen Vergabefeier auf dem historischen Römerberg in Frankfurt wurden 104 Fonds mit dem begehrten Gütesiegel ausgezeichnet. Beworben hatten sich 105 Fonds, was einer Steigerung von 60% zum Vorjahr entspricht. Damit hat sich das Wachstumstempo nach 25% und 40% in den letzten beiden Jahren nochmals beschleunigt. Die Zahl der sich bewerbenden Fondshäuser stieg von 30 auf 47. Die ausgezeichneten Fonds verwalten ein Vermögen von rund EUR 30 Mrd. Das FNG-Siegel ist etabliert.

Einen großen Sprung machte das Wachstum der sich zum ersten Mal bewerbenden Fonds. Produkte von gleich 19 Asset Managern gingen erstmals um das begehrte Gütezeichen ins Rennen. Nachdem Deutschland im letzten Jahr aus seinem Dornröschenschlaf erwachte, hat es die österreichischen Fonds zahlenmäßig knapp überholt. Der größte relative Zuwachs kam jedoch von Ländern außerhalb des deutschsprachigen Raums: Frankreich zog mit der Schweiz gleich, indem sich auf Anhieb 11 Fonds von sechs französischen Fondsgesellschaften bewarben. Die europäische Dimension des FNG-Siegels wird durch die Tatsache belegt, dass Fonds aus 12 Ländern mit dem SRI-Qualitätsstandard ausgezeichnet wurden. Dies geht mit den Bemühungen auf EU-Ebene einher, welche die Stärkung von Standards innerhalb des Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums offiziell vorsieht. Insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Beratungsverpflichtung zu Nachhaltigen Geldanlagen, die in MiFID-II und IDD vorgesehen ist, steigt schon jetzt die Nachfrage nach soliden, professionell verwalteten Nachhaltigkeitsfonds. Das FNG-Siegel bietet hier eine gute Orientierung.

Roland Kölsch, QNG-Geschäftsführer und verantwortlich für das FNG-Siegel: „2019 ist das Jahr der Etablierung unseres SRI-Labels. Gerade auf der Vertriebsseite zeigt sich, dass Erkennbarkeit für seriöse Nachhaltige Geldanlagen immer wichtiger wird. Unsere externe Due-Diligence hilft Fondsselektoren, Maklerverbünden, Banken und Versicherungen, nicht auf Mogelpackungen reinzufallen, sondern qualitativ hochwertige Finanzprodukte anzubieten. Auch große Fondsplattformen und wichtige Finanzportale nutzen das FNG-Siegel – teils exklusiv. Nun gilt es, diese Sichtbarkeit zu nutzen, um weiter aufzuklären und um Anlegern den Einstieg in die Komplexität Nachhaltiger Geldanlagen mittels eines einfachen Gütezeichens zu vereinfachen.“

Prof. Timo Busch, Universität Hamburg und verantwortlich für das Audit: „Wir freuen uns, im Rahmen der anspruchsvollen Prüfung und Bewertung den Sparring-Gedanken fortgesetzt zu haben. Erneute Bewerber haben im Vergleich zu den Vorjahren viele Fortschritte gemacht. Erstbewerber schätzen die umfassenden Rückmeldungen, die als Grundlage für weitere Verbesserungen im Research, Investmentprozess und Reporting genutzt werden. Ein großer Erfolg war, dass nicht wenige Fonds bereits während des Audits einzelne Titel aus dem Portfolio verkauft oder Erkenntnisse gewonnen haben, die in interne Projekte einfließen, um die Nachhaltigkeitsqualität der zertifizierten Fonds weiter zu verbessern.“

Volker Weber, FNG-Vorstandsvorsitzender: „Unsere Pionier-Arbeit in Sachen Standardisierung trägt Früchte. Der Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlagen wird seinem Auftrag gerecht, für Transparenz, Orientierung und Standards bei nachhaltigen Finanzprodukten zu sorgen. Damit machen wir all denjenigen Fondsgesellschaften und Kapitalanlegern ein Angebot, die es ernst meinen mit der Nachhaltigkeit und dem Greenwashing einen Riegel vorschieben wollen.“

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V., Rauchstr. 11, 10787 Berlin, Tel: +49 -30 264 70 544, Fax: +49 30 262 70 04, www.forum-ng.org