Die Europäische Zentralbank (EZB) stößt 2020 an ihre Grenzen:

 

„Wir erwarten einen unveränderten Einlagenzinssatz für das gesamte Jahr und zudem keine Fortschritte bei der Integration im Eurowährungsraum in Richtung steuerlicher Gegenseitigkeit oder einer Bankenunion“, lautet das Urteil von Apolline Menut, Ökonomin der Eurozone bei AXA Investment Managers (AXA IM). Erst 2021 seien einige ersehnte Lockerungsmaßnahmen zu erwarten.

Das Wachstum der Eurozone dürfte sich im Jahr 2020 weiter verlangsamen. Die Hauptfrage für die Zukunft sei, ob der Binnenmarkt belastbar bleibe. „Es bleiben Unsicherheiten bestehen: Die Brexit-Diskussionen konzentrieren sich weiterhin auf die Frage des Übergangs, mit No-Deal-Risiken für Ende 2020. Darüber hinaus ist ein Handelsabkommen zwischen den USA und China nach wie vor nicht greifbar, die Gefahr von US-Zöllen für Kraftfahrzeuge aus der EU bleibt ein Risiko für 2020“, so Menut. Angesichts dieser Unsicherheiten erwartet die AXA-IM-Ökonomin für die kommenden Quartale ein Wachstum, das jeweils um 0,2 Prozent herum schwanke. In Summe ergäben sich 0,7 Prozent Wachstum im Jahresvergleich für das Gesamtjahr 2020, nach 1,2 Prozent 2019 und 1,4 Prozent 2018.

Belastetes Wachstum, geringe Inflation

„Wir sehen einen leichten Rückgang des privaten Verbrauchs als Folge der verlangsamten Schaffung von Arbeitsplätzen, das real verfügbare Einkommen sinkt, die Sparquote bleibt aber trotz anhaltender Unsicherheit im Aufwind“, führt Menut weiter aus. Die Investitionen dürften 2020 an Dynamik verlieren. Gründe dafür gibt es einige: Das prognostizierte schwächere Wachstum in den USA und China senkt für europäische Firmen den Investitionsanreiz, zudem bleibt das Nettohandelsvolumen ein dämpfender Faktor. Außerdem sinkt die Auslastungsrate, der Bedarf an Kapitalerweiterung oder -aufrüstung schrumpft. Die Kreditnachfrage der Unternehmen hat sich bereits abgeschwächt. Und schließlich dürfte die Rentabilität in einem Umfeld von einem nach wie vor ordentlichen Lohnwachstum und zugleich geringer Produktivität leiden.

Der Ausblick für 2021 hängt laut Menut daher stark von den Wachstumsprognosen für USA und China ab. „Angesichts unseres dortigen düsteren Szenarios sehen wir 2021 in der Eurozone nur ein Wachstum 0,5 Prozent im Jahresvergleich“, so die Expertin. Unterdurchschnittliches Wachstum bedeutet, dass die Inflation in den kommenden Jahren gering bleiben sollte. Die Kerninflation lag 2019 im Jahresvergleich bei 1,0 Prozent. AXA IM erwartet 2020 einen Anstieg auf 1,2 Prozent, gefolgt von 1,1 Prozent im Jahr 2021, da unter anderem eine abnehmende Produktionslücke dem Lohnwachstum entgegenwirken dürfte.

Fiskalische Anreize aus Deutschland, sollte sich der Arbeitsmarkt verschlechtern

„In dieser Gemengelage richten sich die Augen auf Deutschland, das als einziges Land sowohl über den finanzpolitischen Spielraum als auch über die Fähigkeit verfügt, positive Spillover für das gesamte Euro-Währungsgebiet auszulösen“, lautet Menuts Einschätzung. „Dabei ist der Arbeitsmarkt der Schlüssel: Wenn die öffentliche Meinung die konjunkturelle Verschlechterung aufgrund der anhaltenden Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes kaum wahrnimmt, wird Berlin wahrscheinlich weiterhin keinen Finanzdruck ausüben.“ Die jüngsten Signale zeigten jedoch eine deutliche Verlangsamung der Schaffung von Arbeitsplätzen, und das nicht nur im verarbeitenden Gewerbe. Die Expertin geht davon aus, dass die deutsche Regierung 2020 den Zugang zu Kurzarbeitergeld erleichtern könnte. Dies würde einem vorübergehenden Haushaltsschub gleichkommen und die automatischen Stabilisatoren stärken. Weitere Maßnahmen könnten die Unterstützung von Familien und eine Senkung der Körperschaftssteuer umfassen, obwohl letztere innerhalb der Großen Koalition umstritten ist. „Ein weiterer Schub von 10,9 Milliarden Euro pro Jahr oder 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) dürfte sich aus der Abschaffung des Solidaritätszuschlags für 90 Prozent der Steuerzahler ab 2021 ergeben. Insgesamt könnten diese Maßnahmen für das deutsche Wachstum im Zeitraum 2020 bis 2021 einen fiskalischen Anreiz von rund 0,7 Prozent des BIP ausmachen, der jedoch an einen sich verschlechternden Arbeitsmarkt gebunden sein wird“, so Menut.

Nationale Herausforderungen bedeuten europäische Trägheit

Selbst wenn es in den Ländern des Euro-Währungsgebiets einen breit angelegten finanzpolitischen Schub geben sollte, sei fraglich, ob es gelingt, die Integration in Form einer fiskalischen Gegenseitigkeit voranzutreiben. „Dafür wäre ein klarer Konsens innerhalb des Europäischen Rates notwendig. Die Tatsache, dass viele nationale Regierungen mit erheblichen inländischen Problemen beschäftigt sind, wird wahrscheinlich eher zu politischer Untätigkeit auf europäischer Ebene führen“, beschreibt Menut ein pessimistisches Szenario. Italiens neue Koalition sei zerbrechlich, Deutschland habe mit seinen eigenen Herausforderungen zu kämpfen, da die Führungsstärke von Angela Merkel nachlasse. Frankreich bereite sich auf einen Protestwinter vor, der sich bei den Kommunalwahlen im Frühjahr in Stimmen niederschlagen könne und Spanien habe mit politischer Lähmung zu kämpfen.

Die Herausforderung der EZB: Gesicht bewahren

Von der EZB erwartet AXA-IM-Ökonomin Menut nicht, dass sie die Geldpolitik weiter lockert, sondern eher, dass sie in eine Starre der Untätigkeit verfällt: „Wir sind der Meinung, dass der Einlagensatz seinen Tiefpunkt erreicht hat. Dabei sind wir nicht so besorgt über die Umkehrrate – jenen Punkt, an dem eine Lockerung der Politik aus technischer Sicht kontraproduktiv wird – als vielmehr über die sozialen und politischen Kosten einer weiteren Senkung der Zinssätze in den negativen Bereich. Denn negative Einnahmen für Sparer und eine Verdrehung der Kapitalallokation könnten eine Gegenreaktion gegen die Zentralbank auslösen.“

Schätzungen zufolge könnten die quantitativen Lockerungsmaßnahmen der EZB bis Mitte 2021 im aktuellen Tempo weiterlaufen, bevor die Frage nach dem Emissionslimit von 33 Prozent aufkommt. Bis dahin erwartet Menut, dass die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde an die Rhetorik des früheren Präsidenten Mario Draghi anknüpft, mit Aussagen wie: die Geldpolitik stoße an ihre Grenzen und könne den Euroraum nicht mehr ohne Hilfe der Finanzpolitik aus jedem zyklischen Schock herausholen. Die Überprüfung der EZB-Strategie, die sich voraussichtlich bis Mitte 2020 hinziehen wird, könnte laut der AXA-IM-Ökonomin eine weitere Entschuldigung für Untätigkeit sein. „Wir schließen auch nicht aus, dass sich die EZB für eine Änderung der Definition des Inflationsziels entscheidet – beispielsweise auf eine Bandbreite –, um die praktische Unmöglichkeit der Geldpolitik zusätzliche Maßnahmen zu bringen, zu rechtfertigen“, sagt Menut.

 

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Die Schwellenländermärkte hatten es in jüngster Vergangenheit nicht leicht:

 

Der Handelskrieg zwischen den USA und China, Währungsschocks durch die Aufwertung des US-Dollars und das Zurückfahren der lockeren Geldpolitik der Notenbanken trübten 2018 den Blick. Das Jahr 2019 stand folglich im Zeichen eines schwachen Wachstums, das durch die anhaltenden Diskussionen zwischen den USA und China beeinträchtigt wurde. Zusätzlich bremsten verschiedene Entwicklungen in Ländern wie Indien, Brasilien, Mexiko, Argentinien oder Südafrika die Märkte aus. Für 2020 erwarten die Experten von AXA Investment Managers (AXA IM) nun zumindest eine gewisse Erholung.

Grund hierfür ist zum einen die zunehmend proaktive Politik. Sowohl die Fiskalpolitik und auch die Zentralbanken haben die Zügel gelockert, beobachtet Irina Topa-Serry, Senior Economist Emerging Markets bei AXA Investment Managers. Den größten Einfluss auf die Performance der Emerging Markets 2020 sieht sie aber in der Entwicklung der US-Wirtschaft und des Dollars sowie der chinesischen Konjunktur. „Zwar wird sich das globale Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr nicht signifikant verbessern, dennoch gehen wir davon aus, dass die lockerere Geldpolitik und politische Maßnahmen zur weiteren Stabilisierung beitragen werden und sich das reale Wirtschaftswachstum der Emerging Markets von 3,8 auf 4,3 Prozent erholen wird.“

Rückblick: Wachstum 2019 bleibt hinter Erwartungen zurück

Das globale Wachstum zeigte sich in diesem Jahr durchgehend schwach. Sowohl der Welthandel als auch Investitionen wurden durch enorme Produktionsengpässe beeinträchtigt, gepaart mit höheren Zöllen und einer anhaltend unsicheren Situation der Handelspolitik. Zusätzlich litt die Automobilindustrie unter neuen Emissionsnormen im Euroraum und in China. Mitteleuropa beispielsweise bekam die verlangsamte Produktion in der deutschen Autoindustrie zu spüren. Abgefedert werden konnte dies durch eine robuste Inlandsnachfrage und öffentliche Ausgaben, darunter starke EU-Strukturfonds – so bleibt das Wachstum in Mitteleuropa mit rund 3,9 Prozent dennoch solide. Der globale Technologiezyklus erlebte einen Abschwung, was vor allem Südkorea und Taiwan zu spüren bekamen. Südafrika sah sich unterdessen mit steigenden Schuldendiensten konfrontiert. Öffentliche Einnahmen wurden durch Eventualverbindlichkeiten staatlicher Unternehmen belastet und private Investitionen reduzierten sich in diesem Jahr aufgrund einer gesunkenen globalen Nachfrage. Argentinien litt unter den Folgen der Schuldenumstrukturierung und Mexiko unter einer sinkenden Investitionsbereitschaft.

Ein besseres 2020: Die Nachzügler feiern ihr Comeback

Die derzeit niedrigen Niveaus der lateinamerikanischen Märkte sollten sich langsam normalisieren – problematisch bleiben jedoch auch im Jahr 2020 die wachsenden sozialen Unruhen, die die politische Stabilität der Länder beeinträchtigen. In Chile, Bolivien und Ecuador brechen immer wieder Straßenproteste aus, und auch Argentinien und Venezuela befinden sich weiterhin in einer schwierigen Lage. Verbesserungen sehen wir auch in Brasilien, das seine Reform-Agenda über die Reform für mehr soziale Sicherheit hinaus weiter fortsetzt. Die wirtschaftliche Flaute dürfte dank weiterer Investitionen und einer Lockerung der Geldpolitik verringert werden. Mexikos Haushalt zeigt sich für das kommende Jahr diszipliniert. Die allmähliche Erholung von einem zuletzt sehr gedämpften Niveau der Inlandsnachfrage sollte 2020 dabei unterstützend wirken. Vor allem der Bau- und Bergbausektor Mexikos wird dank einer besseren Kommunikation der Wirtschaftspolitik von Präsident Obrador Luft holen dürfen; zusätzlich werden Rücküberweisungen und ein positives Reallohnwachstum den Konsum stützen. Irina Topa-Serry prognostiziert für die Region Lateinamerika vorsichtig ein Wachstum von 1,7 Prozent im Jahr 2020.

Das Wachstum in den südostasiatischen Volkswirtschaften dürfte sich im kommenden Jahr weiter abschwächen, wenn auch nur langsam. Zu einem Investitionseinbruch wird es wohl nicht kommen – das Teilabkommen zwischen China und den USA sowie die jüngste Wende im Technologiezyklus und eine von den Regierungen eingeführte antizyklische Finanzpolitik könnten diese abschwächen. Das Sorgenkind der Region war zuletzt Indien, dessen Konjunktur sich zum dritten Mal in Folge verlangsamte. „Im Jahr 2020 dürfte sich das aber dank energischer Reformen – wie der Arbeitsmarktreform -, einer Lockerung der Geldpolitik und von der Zentralbank gesenkten Zinssätze ändern. Für Indien erwarten wir daher eine Verbesserung des BIP-Wachstums auf 6,2 Prozent“, so Topa-Serry.

Mitteleuropa weist weiterhin ein robustes Wirtschaftswachstum auf. Zwar bleibt die Region vom Konjunkturabschwung der Eurozone nicht unbeeindruckt, aber die Inlandsnachfrage kann die Verlangsamung des verarbeitenden Gewerbes abdämpfen. Das Verbrauchervertrauen ist dank der strukturell angespannten Arbeitsmärkte hoch, da diese für ein starkes Lohnwachstum und eine weiterhin verhaltene Inflation sorgen. Die Staatshaushalte sind solide, und die Regierungen können im Falle eines abrupten Konjunkturabschwungs weitere Impulse geben. EU-Strukturfonds dürften auch 2020 für eine robuste Investitionsaktivität sorgen. Auch in der Türkei ist mit einer Bodenbildung des Wachstums zu rechnen. Die Investitionen brachen nach der starken Abwertung der Währung im Jahr 2018 ein, wodurch der Leistungsbilanzsaldo ausgeglichen und die Inflation zurückgingen. Die Zentralbank senkte die Leitzinsen in diesem Jahr massiv um 1.000 Basispunkte, während die Regierung erhebliche fiskalische Impulse auslöste. „Die meisten politischen Hebel scheinen jetzt erschöpft zu sein. Das Risiko einer Übererfüllung unter dem Druck von Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist nicht zu vernachlässigen, aber die bisherigen Stimuli dürften für die Erholung der türkischen Binnennachfrage im Jahr 2020 sorgen“, so Topa-Serry.

Der Blick auf 2021

Mit Blick auf das Jahr 2021 dürfte das Tempo des Konjunkturabschwungs in den USA ein wesentlicher Treiber für die Performance der Schwellenländer und Finanzmärkte bleiben, und zwar über Risiko-On / Risiko-Off-Perioden. Im asiatischen Raum ist es die anhaltende Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft, die die Handelsverbindungen und Rohstoffpreise belasten wird. Grund dafür ist, dass ein Großteil des fiskalischen und geldpolitischen Spielraums bis dahin genutzt sein wird, sodass die Region zunehmend anfällig für externe Faktoren und Ereignisse ist. „Für das Jahr 2021 prognostizieren wir daher ein leicht verlangsamtes Wachstum in den Schwellenländern von 4,3 Prozent auf 4,2 Prozent“, schließt Irina Topa-Serry.

 

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In den nächsten Jahren prägt die Unsicherheit über die Handelspolitik und über den Ausgang der US-Wahlen den Ausblick für die USA.

 

David Page, Senior Economist bei AXA Investment Managers (AXA IM), prognostiziert eine Verlangsamung des Wachstums auf 1,6 Prozent im Jahr 2020 und eine weitere Verlangsamung auf 0,8 Prozent im Jahr 2021.

2019 wurden wir Zeuge eines wesentlichen Dynamikwandels in den USA: Gleich drei Mal senkte die Fed den Zinssatz. Der Hauptgrund: die Unsicherheit der Unternehmen. „Die aggressive US-Handelspolitik hatte nicht nur Auswirkungen auf die Konjunktur, sondern auch auf Unternehmensinvestitionen und den Welthandel allgemein. Auch 2020 und 2021 werden kurzfristige Unsicherheiten einen hohen Stellenwert einnehmen und mittelfristig die Wirtschaftsfaktoren dominieren“, sagt Page.

In der Vergangenheit waren materielle Abschwünge meist mit exogenen geopolitischen Ereignissen verbunden, sodass die US-Wahlen 2020 unweigerlich in den Fokus rücken. „Eine zweite Amtsperiode von Präsident Trump könnte die Handelsspannungen erneut aufleben lassen“, sagt Page. Eine Zweidrittel-Mehrheit im Senat wäre vonnöten, um Trump aus seinem Amt zu entheben. Das erscheine zwar derzeit unwahrscheinlich, doch die öffentliche Meinung wird dabei voraussichtlich eine ausschlaggebende Rolle spielen. So ist die öffentliche Zustimmung zur Amtsenthebung Trumps seit dem Ukraine-Skandal von 40 auf 50 Prozent gestiegen. Sollte der Wert 60 Prozent überschreiten, könnte der Senat einer Amtsenthebung zustimmen.

Sollte die Demokratin Elizabeth Warren als Präsidentschaftskandidatin nominiert werden, hätte dies ebenfalls Auswirkungen. „Warren zählt zu den extremeren Demokraten und könnte bei einer Wahl daran scheitern, die eher moderateren republikanischen Wähler für sich zu gewinnen, die für einen Sieg nötig wären. Aber wenn ihr dies gelänge, könnte dies aufgrund ihrer Agenda zu einem schlechteren Stimmungsbild innerhalb der Wirtschaft führen. Die Wahl wird insgesamt eher zur dazu beitragen, die Unsicherheit zu erhöhen“, prognostiziert Page.

Wirtschaftlicher Gegenwind könnte das Wachstum verlangsamen

Neben den politischen Unsicherheiten stellen auch mittelfristige Wirtschaftsfaktoren Gegenwind für das Wachstum dar, das 2020 moderat ausfallen dürfte. Die „Tax Cuts and Jobs Act-Reform 2018“von Trump stützte das Wachstum noch bis ins Jahr 2019. 2020 entfällt jedoch die fiskalische Unterstützung. Laut der Prognose des Congressional Budget Office dürften sich die fiskalischen Rahmenbedingen 2021 verschlechtern. Auch dürften schlechtere Kreditbedingungen das Wirtschaftswachstum belasten. „Die Konditionen für Hypothekendarlehen folgen dem Anstieg der Zinskurve meist mit zwei Jahren Verzögerung. Das deutet darauf hin, dass die inverse Zinskurve in diesem Jahr zu schärferen Konditionen für Hypothekendarlehen 2020 und 2021 führen dürfte. Vor dem Hintergrund eines schwächelnden Wachstums der real verfügbaren Einkommen wird sich das vermutlich negativ auf Investitionen in Immobilien auswirken. Zudem rechnen wir mit einer anhaltenden leichten Verengung der Credit Spreads, wie sie auch in den späten 1990er Jahren zu beobachten war“, so Page weiter. Zwar könnten diese Faktoren durch die lockere Geldpolitik kompensiert werden, dennoch wird sich diese vermutlich erst 2021 auf das Wirtschaftswachstum auswirken.

Page erwartet dagegen einen moderaten Wachstumsschub durch den globalen Handel, da sich durch die Teilvereinbarung zwischen den USA und China eine leichte Stabilisierung im Handelskonflikt abzeichnet. „Für 2020 gehen wir von einem Wachstum von 1,6 Prozent aus, Impulse der Fed und die Aussichten für den Welthandel bieten dabei Aufwärtspotenzial. Eine Reihe von Faktoren wie die ansteigende Arbeitslosenrate könnte jedoch den Wachstumsrückgang beschleunigen“, warnt Page. Historische Daten zeigen, dass ein Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,35 Prozentpunkte vom letzten Tiefstand meist zu einer Rezession und zu einer zunehmenden Arbeitslosigkeit führte. Das wird sich vermutlich auch in einem Rückgang der Konsum- und Investitionsausgaben widerspiegeln. „Für 2021 erwarten wir, dass sich das Wachstum einhergehend mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote verlangsamen wird“, so Page.

Des Weiteren verschärfen die finanziellen Rahmenbedingungen oft einen Konjunkturabschwung. Ein Rückgang an den Aktienmärkten könnte die Konsumausgaben durch Stimmungs- und Vermögenseffekte beeinträchtigen. Auch wenn die Unternehmensverschuldung nicht problematisch zu sein scheint, könnte eine Abwärtsbewegung die Spreads der Unternehmen ausweiten und somit die Möglichkeit der Unternehmen verringern, Kredite aufzunehmen und Ausgaben zu tätigen. Dementsprechend können die Bedenken hinsichtlich eines Abschwungs die finanziellen Bedingungen verschärfen und eine Verlangsamung verstärken. „Diese Faktoren können in Summe zu einer Rezession führen, doch das Timing lässt sich nicht genau vorhersagen. Wenn sowohl diese Faktoren als auch eine vierteljährliche Kontraktion zum Tragen kommen, schätzen wir das Wachstum für 2021 auf 0,8 Prozent“, sagt Page.

Die Rolle der Fed

Abwärtsbewegungen kommen meist unangekündigt, sodass es eine berechtigte Frage ist, ob es ausreicht, eine Verlangsamung zu antizipieren, um diese zu verhindern. Um der Verlangsamung in diesem Jahr entgegenzuwirken, lockerte die Fed die Geldpolitik. „Um zukünftige Verlangsamungen zu vermeiden, müsste die Fed Anfang 2020 reagieren, um die Risiken für 2021 zu minimieren. In der Vergangenheit hat die Fed dies selten geschafft. Außerdem sieht sie die Wirtschaft ‚in einer guten Ausgangsposition‘. Die Kondition müsste sich wesentlich verschlechtern, um eine weitere Lockerung rechtfertigen zu können“, so Page weiter. Bis zum vierten Quartal 2020 erwartet er zwei Zinssenkungen, die sich auf 1,00/1,25 Prozent belaufen und 2021 ihre Untergrenze erreichen. Eine solche Lockerung würde das Wachstum jedoch nicht vor 2021 merklich ankurbeln.

 

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Green Bond Emissionen zeigen starkes Wachstum

 

Die zunehmende Attraktivität und Emissionsaktivität bei Green Bonds führt auch zu signifikantem Wachstum der Green Bond Fonds – sowohl in Bezug auf die Anzahl der Fonds als auch auf das verwaltete Vermögen.

Anleihen, deren Emissionserlöse ausschließlich zur Finanzierung von Umweltprojekten verwendet werden, werden immer beliebter. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden weltweit Green Bonds mit einem Volumen von 118 Mrd. US-Dollar emittiert. Dies entspricht einem Wachstum von 48% gegenüber dem Vorjahreshalbjahr. Das Investoreninteresse ist ungebrochen: Neuemissionen sind häufig stark überzeichnet. Deutschland liegt gemessen am Emissionsvolumen im internationalen Vergleich auf Rang fünf. Der deutsche Staat will ab dem nächsten Jahr ein grünes Staatspapier begeben.

Anzahl der Green Bond Fonds wächst auf 29 – AuM auf 5,8 Mrd. Euro

Die starke Nachfrage, insbesondere von institutionellen Investoren, nach nachhaltigen Anlagen hat auch in diesem Jahr zu weiteren Auflagen von Green Bond Fonds geführt. Stand Ende Oktober 2019 sind in Deutschland 29 Green Bond Fonds zum Vertrieb zugelassen (zum Vergleich: im Oktober 2018 waren es 24). Fonds-Neuauflagen erfolgten von Franklin Templeton, Degroof Petercam AM, Lyxor und Colchester Global Investors.

Das aggregierte Fondsvolumen der 29 Fonds beträgt knapp 5,8 Mrd. Euro. Das entspricht einer Zunahme von rund 150% im Vergleich zur Vorjahresstudie. Der größte Fonds ist mit einem Volumen von fast 1,1 Mrd. Euro der NN (L) Euro Green Bond. Er ist der einzige Fonds, der gegenwärtig die Milliarden-Grenze überschreitet. Mehr als 85% der Green Bond Fonds werden aktiv gemanagt.

Performance-Spektrum reicht 2019 von 0,8% bis 9,7%

Im laufenden Jahr erzielten bis Ende Oktober alle Fonds eine positive Wertentwicklung innerhalb einer Bandbreite von 0,8% bis 9,7%. Zum Vergleich: die 101 Fonds in der Scope Peergroup „Renten EURO Welt“ erzielten im laufenden Kalenderjahr eine durchschnittliche Wertentwicklung von 5,5%. Insgesamt schneiden damit knapp drei Viertel der 29 Green Bond Fonds besser ab – zum Teil deutlich.

Green Bond Fonds und Nachhaltigkeit

Alle Fonds haben ESG-Mindeststandards definiert, die ein Emittent erfüllen muss, um investierbar zu sein. Das Spektrum reicht von der Anwendung von Ausschlusskriterien, über positive ökologische Screenings bis zur Impact-Berichterstattung. Unter den am häufigsten genutzten Ausschlüssen finden sich Produzenten von Waffen und weitere kontroverse Sektoren wie Tabak oder Kohleförderung.

Der Großteil der Fonds konzentriert sich im Rahmen der Anleihenselektion auf ökologische Kriterien. Den meisten Asset Managern reichen die Green Bond Principles nicht aus. Sie haben daher zur Überprüfung der Emittenten eigene Green Bond Richtlinien und ESG-Checks implementiert. Bei fast allen Fonds schließt der Green Bonds-Check die Existenz einer positiven Second Party Opinion mit ein.

Ausblick – Zweckgebundene Anleihen werden immer beliebter

Das Wachstum bei den Green Bond Emissionen wird anhalten. Neben grünen Anleihen erwartet Scope auch vermehrt Emissionen von sozialen und nachhaltigen Anleihen. Mit rund 25 dezidierten Green Bond Fonds scheint das Ende der Produkt-Fahnenstange langsam erreicht zu sein. Scope beobachtet jedoch, dass auch konventionelle Rentenfonds in zunehmenden Maße zweckgebundene Anleihen, also nachhaltige, soziale und SDG-Anleihen beimischen – Tendenz stark steigend.

 

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Nachhaltigkeit im Allgemeinen und Ökologie im Speziellen sind dominierende Themen für Anleger und Fondsanbieter.

 

In der Vergleichsgruppe „Aktien Ökologie“ befinden sich derzeit 36 Fonds. Welche davon die beste Bewertung haben, zeigt der ScopeExplorer.

Die Peergroup „Aktien Ökologie“ umfasst ökologische Themenfonds. Anlageschwerpunkt sind Unternehmen, die Lösungen anbieten, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu reduzieren. Die Fonds setzen bei der Auswahl ihrer Aktien vor allem auf Unternehmen, die vom Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft am stärksten profitieren werden.

Während noch vor wenigen Jahren vor allem in Unternehmen aus den Bereichen Solar- oder Windenergie investiert wurde, so ist die Bandbreite der investierten Geschäftsbereiche und Technologien heute deutlich größer und heterogener: Sie umfasst neben Produkten und Dienstleistungen zur Erzeugung sauberer Energien oder zur Steigerung der Energieeffizienz auch die Bereiche Gesundheitswesen, Wasserinfrastruktur und -technologien, Biotechnologie, Agrarwirtschaft, Abfallentsorgung und -technologien, Katastrophenschutz oder nachhaltige Land- und Forstwirtschaft.

Das Thema Ökologie hat in den vergangenen Jahren rasant an Bedeutung gewonnen. Dennoch wurde fast die Hälfte der 36 Fonds bereits vor der Finanzkrise aufgelegt. Die meisten Fondsauflagen (jeweils sieben) gab es in den Jahren 2008 und 2019. Die Vergleichsgruppe umfasst derzeit ausschließlich aktiv gemanagte Fonds.

(Zur Abgrenzung: Die Fonds der Vergleichsgruppe „Aktien Ökologie“ sind nur eine Teilmenge der Fonds, die Scope als nachhaltig (ESG) klassifiziert. Nachhaltige Fonds, die zum Beispiel umfassende Ausschlusskriterien in den Investmentprozess integriert haben, sind in vielen weiteren Vergleichsgruppen vertreten. Scope beziffert die Anzahl der in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen nachhaltigen Fonds aktuell auf 890.)

Aktuell verwalten die Fonds der Peergroup „Aktien Ökologie“ mehr als 13 Mrd. Euro. Ein Drittel der Fonds hält Assets under Management von unter 50 Mio. Euro. Immerhin vier Fonds weisen ein Volumen von mehr als einer Milliarde Euro auf:

Nordea 1 – Global Climate and Environment – 2,2 Mrd. Euro – Rating (A)

Pictet – Global Environment Opportunities – 1,7 Mrd. Euro – Rating (B)

Amundi Funds Global Ecology ESG – 1,7 Mrd. Euro – Rating (C)

BNP Paribas Global Environment – 1,2 Mrd. Euro – Rating (C)

Zwei Anbieter mit mehr als einem Aktien-Ökologiefonds

Zwei Vermögensverwalter bieten aktuell mehr als einen Ökologiefonds in Deutschland an: Zum einen BNP Paribas Asset Management mit insgesamt vier Produkten (bei zwei davon berät Impax Asset Management – ein Haus mit ausgeprägter Expertise bei Anlagemöglichkeiten, die sich aus dem Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft ergeben). Und zum anderen Vontobel Asset Management aus der Schweiz mit derzeit zwei Ökologiefonds.

Performance liegt über fünf Jahre bei durchschnittlich 7,9% p.a.

Von den 36 Fonds der Vergleichsgruppe haben zwei Drittel eine Performancehistorie von mindestens fünf Jahren. Die durchschnittliche Performance der Fonds beträgt 7,9% p.a. Der Fonds mit der höchsten jährlichen Rendite über fünf Jahre ist der Nordea 1 – Global Climate and Environment mit 12,4%.

Nur neun Fonds mit Top-Rating

Von den 36 Fonds bewerten die Scope Analysten derzeit 23. Davon halten neun Fonds ein Top-Rating – also ein (A) oder (B). Die höchstmögliche Bewertung (A) halten derzeit nur zwei Fonds. Welche Fonds das sind und welcher Fonds an der Spitze der Vergleichsgruppe “Aktien Ökologie” steht, erfahren Sie hier: www.scopeexplorer.com

 

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Analyse der Depots von Stiftungen, die Kunden bei ebase sind, zeigt Fokus auf Investmentfonds mit globaler Anlageausrichtung

 

Eine anonymisierte Analyse der Depots von Stiftungen, die Kunden der European Bank for Financial Services (ebase) sind, zeigt, dass die in Investmentfonds angelegten Gelder häufig breitgestreut werden. „Dabei lässt sich erkennen, dass Stiftungen aktuell bevorzugt auf aktiv gemanagte Fonds setzen“, sagt Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung von ebase. Der Anteil aktiver Fonds an den Anlagen der Stiftungen beträgt derzeit fast 95 Prozent, ETFs machen etwas mehr als 5 Prozent aus. „Allerdings zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass sich ETFs in einem Aufwärtstrend befinden und ihr Gewicht auch hier in den kommenden Jahren weiter zunehmen dürfte“, so Geyer weiter.

Die Depotvolumen der Stiftungen weisen eine breite Streuung auf und liegen im Durchschnitt bei 2,1 Millionen Euro. Insgesamt haben Stiftungen bei ebase rund 200 Millionen Euro in Fonds angelegt, was die Münchner Bank zu einem führenden Anbieter für Investmentfonds-basierte Anlagelösungen für Stiftungen in Deutschland macht.

Unter den von den Stiftungen zur Kapitalanlage gewählten Fonds haben Mischfonds mit 32,9 Prozent den größten Anteil, gefolgt von Aktienfonds mit 22,7 Prozent. Auf Rang 3 liegen offene Immobilienfonds (17,2%). „Bei genauerer Betrachtung zeigt sich zudem, dass Stiftungen bei ihren Investments bevorzugt eine globale Ausrichtung verfolgen“, erklärt Geyer. „So sind knapp 58 Prozent der von Stiftungen investierten Mittel in Fonds mit einem weltweiten Anlagefokus angelegt.“ Im Durchschnitt haben die Stiftungen 11 unterschiedliche Investmentfonds in ihren Depots.

Der mit Abstand beliebteste Fonds in den Portfolios der Stiftungen ist der offene Immobilienfonds Commerz Real hausInvest. Der Fonds ist in 31,5% der Depots von Stiftungskunden bei ebase allokiert, gefolgt vom Mischfonds Flossbach von Storch – Multiple Opportunities (27,0%) und dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (19,1%).

„ebase Stiftungsstudie: Anlage von Stiftungskapital in Investmentfonds“

Die Studie basiert auf einer anonymisierten Untersuchung der Anlagen von Stiftungen bei der European Bank for Financial Services (ebase) mit dem Ziel, die Struktur der Investmentfondsportfolien der Stiftungen zu analysieren. Aktuell haben die Stiftungskunden der ebase rund 200 Millionen Euro in Investmentfonds angelegt.

 

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European Bank for Fund Services GmbH (ebase), Richard-­Reitzner-­Allee 2, D-­85540 Haar b. München, Tel: 0180/5005984,Fax: 0180/5005802, www.ebase.de

Chancenreiches Langfrist-Sparen statt Minizinsen – Testsieger sind Consorsbank, Flatex und Comdirect Bank

 

Der pure Frust für Sparer: Die Finanzinstitute unterbieten sich gegenseitig in puncto Zinsen auf Tages- oder Festgeld und selbst für Kleinanleger sind Negativzinsen keine reine Fiktion mehr. Wer Alternativen sucht, stößt fast unweigerlich auf Wertpapier-Sparpläne. Die Einstieghürden sind niedrig, die Wahl des geeigneten Produkts will jedoch gut überlegt sein – es gibt deutliche Unterschiede, nicht zuletzt bei den Kosten. Das zeigt der Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität, das die Sparplan-Produkte von 16 überregionalen Finanzinstituten untersucht hat.

Pluspunkt Flexibilität

Viele Banken bieten Sparpläne in verschiedenen Produktkategorien – für eher konservative bis risikobewusstere Anleger: Regelmäßig investieren lässt sich etwa in Indexfonds (ETF), aktiv gemanagte Fonds, Zertifikate oder Aktien. Dabei können Sparer bei einigen Banken schon mit Raten ab 25 Euro nach und nach finanzielle Reserven bilden, andere verlangen dagegen einen Mindestsparbetrag von 50 oder sogar 100 Euro. Unterschiede gibt es auch in puncto Sparintervall: In allen Produktkategorien ist bei den untersuchten Instituten eine monatliche Einzahlung in den Sparplan möglich, sieben der 16 Banken bieten aber deutlich größere Flexibilität: Hier haben Anleger die Wahl zwischen vier oder fünf verschiedenen Sparintervallen.

Gebühren zehren am Ertrag

Unabhängig von der Börsenentwicklung können auch die anfallenden Kosten über den Anlageerfolg, sprich: die Rendite, mitentscheiden. Bei einem Aktien-Sparplan mit monatlicher Rate von 100 Euro kassiert das kostenattraktivste Institut 1,25 Euro pro Ausführung, die “teuerste” Bank verlangt dagegen 4,00 Euro. Bei einem Anlagehorizont von zehn Jahren beträgt der Unterschied allein an Order-Gebühren bei diesem Beispiel bereits 330 Euro.

“Wer langfristig denkt und vorsorgen möchte, für den sind Wertpapier-Sparpläne eine gute Wahl. Dabei sorgt vor allem die Regelmäßigkeit des Sparens für gute Renditechancen. Anleger sollten zunächst die individuell passende Produktkategorie wählen und im zweiten Schritt die Konditionen vergleichen – gerade im Bereich der ETF-Sparpläne gibt es zum Beispiel zahlreiche Angebote ganz ohne Ordergebühr”, rät Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität.

Die besten Sparplan-Anbieter

Testsieger in der Kategorie Fonds-Sparplan ist die Consorsbank. Das Finanzinstitut offeriert über 600 aktiv gemanagte Fonds; auch die Zahl an entsprechenden Produkten ohne Ausgabeaufschlag ist vergleichsweise hoch. Den ersten Rang im Bereich der ETF-Sparpläne belegt Flatex mit dem größten Angebot; zudem wird für eine Vielzahl an ETFs keine Kauf-/Ordergebühr erhoben. Bester Zertifikate-Sparplan-Anbieter ist die Comdirect Bank. Die Direktbank profiliert sich etwa mit niedrigen Einstiegsraten von 25 Euro, einem großen Produktportfolio und vergleichsweise geringen Gebühren. In der Kategorie Aktien-Sparpläne rangiert wiederum die Consorsbank auf Platz eins. Mitentscheidend ist ein sehr großes Angebot, das auch Sparpläne auch auf ausländische Aktien umfasst, sowie moderate Kosten.

Fonds-Sparpläne:

  1. Consorsbank, 2. Flatex, 3. Targobank

ETF-Sparpläne:

  1. Flatex, 2. Comdirect Bank, 3. Consorsbank

Zertifikate-Sparpläne:

  1. Comdirect Bank, 2. Consorsbank, 3. S Broker

Aktien-Sparpläne:

  1. Consorsbank, 2. S Broker, 3. Comdirect Bank

Das Deutsche Institut für Service-Qualität untersuchte die Sparpläne von 16 Finanzinstituten. Im Fokus standen dabei die Produktkategorien Fonds, ETFs, Zertifikate sowie Aktien. Grundlage der Untersuchung waren definierte Anlegerprofile. In das Gesamtergebnis flossen neben den Resultaten der Kostenanalyse auch Angebots- und Leistungskriterien ein. Die Erhebung erfolgte über Unternehmensanfragen; die Daten wurden validiert und vergleichend bewertet (Stand der Kostendaten: 13.11.2019).

 

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DISQ Deutsches Institut für Service-Qualität GmbH & CO. KG, Dorotheenstraße 48, 22301 Hamburg, Tel: +49 (0) 40 27 88 91 48-0, www.disq.de

Niedrigzins erfordert konsequente Einbeziehung von Alternativen Investments

 

Angesichts des recht weit gelaufenen Konjunkturzyklus und erhöhter Bewertungen einzelner Anlageklassen müssen Anleger mit deutlich niedrigeren zukünftigen Renditeaussichten rechnen. Da insbesondere traditionelle Anlageklassen unter Druck stehen, rücken alternative Ertragsquellen stärker in den Fokus. Verschärft wird die Situation durch politische Risiken, die die Unsicherheit verstärken. „In dieser herausfordernden Gemengelage sind Anleger gefordert, sich nach neuen Ertragsquellen und alternativen Anlageklassen umzusehen, die weniger auf kurzfristige Marktbewegungen reagieren und die Resilienz von Portfolios erhöhen können“, erläutert Sebastian Schu, Senior Client Advisor für institutionelle Kunden bei J.P. Morgan Asset Management.

Zyklusunabhängigere Bausteine mit zweigeteilter Ertragsstruktur

Eine alternative Anlageklasse, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut, sind dabei Infrastrukturinvestments. Klassischerweise umfassen Infrastrukturanlagen zyklusunabhängigere Bausteine der Grundversorgung wie Wasser- und Energieversorgung, Stromnetze, Flughäfen und öffentliche Verkehrssysteme. „Zahlreiche Argumente sprechen für diese Anlageklasse, die häufig in Portfolios noch unterrepräsentiert ist“, führt Schu aus. „Dank des jeweils sehr unterschiedlich ausgeprägten Charakters der verschiedenen Infrastrukturanlagen und der entsprechenden spezifischen Risiko- und Renditetreiber, ist es möglich, mit Infrastrukturinvestments ein hoch diversifiziertes Portfolio zu erstellen. Aufgrund der oft staatlich regulierten monopolistischen Positionen in ihren Märkten sind viele dieser Kern-Infrastrukturinvestments zudem vor wirtschaftlichen Schwächephasen und Inflation geschützt und weisen eine geringe, häufig sogar negative Korrelation zu traditionellen Vermögenswerten wie Aktien und Anleihen auf“, erläutert der Experte.

So sei ein weiterer von Anlegern sehr geschätzter Vorteil die zweigeteilte Ertragsstruktur – neben einer Wertsteigerung der Anlagen bieten die laufenden Cashflows eine stabile und planbare Ertragsquelle, die auch dazu beitragen kann, Inflation und Verlustrisiken abzufedern. „Angesichts von Zinsen auf Rekordtief und deutschen Anleihenrenditen, die selbst bei dreißigjährigen Laufzeiten noch im negativen Bereich notieren, klingen ein durchschnittlicher Cashflow von fünf bis sieben Prozent und Zielerträge, die über acht Prozent liegen, verlockend“, sagt Schu. Es gelte jedoch, einige grundlegende Entscheidungen zu treffen, die die Art des Infrastrukturinvestments maßgeblich beeinflussen.

Das Risikospektrum von Infrastrukturinvestments erstreckt sich vom Segment „Core“, also Investments mit im hohen Maße prognostizierbaren Cashflows, über „Value-Add“ bis zu opportunistischen Investments, die den Schwerpunkt auf Kapitalzuwachs haben. Zudem lässt sich mit wachsendem Grad der Beteiligung an den einzelnen Anlagen das Risiko besser steuern. „Angesichts der häufig befristeten Struktur von Infrastrukturfonds gilt es sich allerdings vor Augen zu führen, dass Infrastruktur-Assets langfristige und langlebige Anlagegüter sind. Wenn die Assets auf unbestimmte Zeit in einem Portfolio verbleiben können, lassen sich diese also ganz anders managen, als wenn auf einen bestimmten Exit-Zeitpunkt hingearbeitet werden muss“, weist Schu auf ein wichtiges Charakteristikum der Infrastrukturinvestments hin.

Seiner Erfahrung nach sei es sinnvoll und nachhaltiger, die Assets unternehmerisch zu managen und zeitlich unbegrenzt zu investieren. So lassen sich Assets erwerben, die noch weiterentwickelt werden können und bei denen sich der Fokus auf die Erwirtschaftung laufender Erträge setzen lässt. Ein sinnvoller Ansatz sei es zudem, in den investierten Infrastrukturinvestments über eine strategische Mehrheit und somit operative Kontrolle zu verfügen. Damit lassen sich mittels einer verlässlichen Governance die Anlageergebnisse steigern, aber auch für die jeweilige Branche innovative Entwicklungen umsetzen.

Guide to Alternatives als Leitfaden der wichtigsten Trends für alternative Anlageklassen

Bei der Entscheidung für alternative Anlageklassen wie Infrastrukturinvestments, die traditionell weniger transparent als klassische Instrumente wie Aktien oder Anleihen sind, ist der Zugang zu neutralen Informationen essenziell, um optimale Anlageentscheidungen treffen zu können. Seit dem ersten Quartal 2019 veröffentlicht J.P. Morgan Asset Management deshalb den Guide to Alternatives im Rahmen des langjährig etablierten Market-Insights-Programms. Dieser vierteljährlich aktualisierte Leitfaden bietet analog zu dem seit 15 Jahren weltweit beliebten Guide to the Markets eine objektive Analyse der wichtigsten Themen, die bei alternativen Anlageklassen eine Rolle spielen. Die englischsprachige Publikation gibt in der aktuellen Ausgabe Einblicke in die Chancen bei Real Estate, Fundraising und Transaktionen im Bereich Infrastruktur, Private Equity Exits sowie Performance und Chancen bei Hedgefonds.

Ziel des Guide to Alternatives ist es, objektive Informationen für die alternativen Anlageklassen zu bieten. „Mit dem Guide to Alternatives möchten wir Anlegern ein sinnvolles Instrument für ihre Entscheidungen zur Allokation alternativer Anlagen an die Hand geben – eben weil es hier nicht so umfangreiche Informationen gibt“, erklärt Christoph Bergweiler, Leiter J.P. Morgan Asset Management in Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland. Denn in dem Maße, in dem alternative Anlagen ihren Weg in die Portfolios finden, wird es auch immer wichtiger, eine Strategie und einen Prozess zur Evaluation und Portfoliointegration dieser Anlageklassen zu haben. „Als Partner unserer Kunden möchten wir einerseits eine wertvolle Informationsquelle bieten, aber andererseits auch die Diskussion anregen, was die Chancen und Risiken alternativer Anlageklassen in einem zunehmend herausfordernden Marktumfeld betrifft.“

Für das Market Insights Programm von J.P. Morgan Asset Management arbeiten exklusiv 30 Kapitalmarktexpertinnen und -experten rund um den Globus. Es wird inzwischen seit 15 Jahren in 33 Ländern und 13 Sprachen publiziert. Ziel des Market Insights Programms ist, die globalen Kapitalmärkte zu beleuchten und regelmäßig verlässliche Erkenntnisse rund um das aktuelle wirtschaftliche Umfeld zu vermitteln. Ziel ist, eine wertvolle Unterstützung bei der Informationsbeschaffung zu leisten und zu ermöglichen, fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.

Der Guide to Alternatives bietet ein umfangreiches und aktuelles Spektrum von Daten der Anlageklassen Global Real Estate, Infrastruktur, Private Equity und Hedgefonds. Um einen objektiven und neutralen Blick auf die „Alternatives“ zu ermöglichen, ist der „Guide“ frei von jeglicher „Hausmeinung“ von J.P. Morgan Asset Management. Eine aktualisierte englische Version erscheint zukünftig zum Quartalsende im Juni, September, Dezember und März. So lässt sich sicherstellen, dass jederzeit Zugriff auf die neuesten Daten verfügbar ist.

 

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J.P.Morgan Asset Management, (Europe) S.á.r.l. , Frankfurt Branch, Junghofstraße 14, ­60311 Frankfurt Tel.: 069/71240, Fax: 069/71242180, www.jpmam.de

Marktkommentar von Olivier de Berranger, Chief Investment Officer, La Financière de l‘Échiquier

 

Zum Jahresausklang wurde das Tempo auf politischer Ebene verschärft und dadurch konnten einige der seit Langem bestehende Konflikte schlagartig beendet werden. Diese politische Waffenruhe ist zwar vorläufig, sie verleiht den bisher durch die Ungewissheit belasteten Anlagewerten jedoch Auftrieb.

Im Vereinigten Königreich endeten die Parlamentswahlen am 12. Dezember mit einem Erdrutschsieg für „Brexit Johnson“, der sich in einem Anstieg des Pfund Sterling niederschlägt. In puncto Brexit scheint nun der langersehnte Schlussstrich unter die ewigen Reibereien zwischen dem Premierminister und seiner wackeligen Mehrheit im Parlament gezogen. Doch kaum ist die Hürde der Ratifizierung des Brexit-Abkommens genommen, stehen schon die nächsten Hindernisse bereit, die noch schwieriger zu überwinden sein könnten. Zum einen gibt es da den tatsächlichen Austritt aus der Europäischen Union (EU) frühestens Ende 2020. Mit allen offenen Fragen, die dieser für Unternehmen und Beschäftigte bereithält. Zum anderen die Verhandlungen über neue Handelsabkommen mit wirtschaftlichen Schwergewichten, gegenüber denen Großbritannien alleine wenig auf die Waage bringt: EU, USA, China usw. Das Land wird sich zudem mit den Sezessionsbestrebungen Schottlands befassen müssen, wo weite Teile der Bevölkerung in der EU bleiben möchten. Nach einem Moment der Ruhe verspricht die Politik im (nicht) Vereinigten Königreich somit auf Jahre hinaus ein Pulverfass zu bleiben. Zumal der aufbrausende Boris Johnson nicht gerade Besonnenheit verkörpert. Viel Glück, Boris, God Save the Queen (and the British Pound)!

Der Abschluss eines Friedensvertrags zeichnet sich auch am anderen Ende der Welt zwischen den USA und China ab. Donald Trump gab auf Twitter triumphierend ein unmittelbar bevorstehendes Handelsabkommen mit China und die Verschiebung der für den 15. Dezember angedrohten Einführung der Zölle bekannt. Die Märkte glaubten ihm: Schwellenländer-Aktien klettern, US-Anleihen schwächeln. Bricht wirklich ein neues Zeitalter an?

In Hongkong ist dagegen politisch nichts geregelt, und China hat keine andere Wahl, als seine weltweiten Ziele weiter zu verfolgen, da es von der Notwendigkeit getrieben wird, eine Lösung für sein nachlassendes Wachstum, seine alternde Bevölkerung und seinen rasant wachsenden Schuldenberg zu finden.

Auch das Verhältnis zwischen den Zentralbanken und den Märkten ist zunehmend freundlich. Auf ihren Sitzungen in der vergangenen Woche bestätigten die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) jeweils den Status quo bei den Zinssätzen. Dies wurde von den Märkten, für die Vorhersehbarkeit an erster Stelle steht, gewürdigt.

In Europa herrscht überdies große Einigkeit darüber, dass die europäische Wirtschaft bis 2050 CO2-neutral sein soll. Ursula von der Leyen, die neue Präsidentin der Europäischen Kommission, taufte das Vorhaben auf „Green New Deal“. Das Ziel ist sehr ehrgeizig: Wirtschaftswachstum und Emissionsminderung in Einklang bringen. Das Budget hat es in sich: 1.000 Milliarden Euro sollen hierfür in einem Jahrzehnt bereitgestellt werden. Der Plan stößt insbesondere in Osteuropa auf Widerstand. Auch die internationale Gemeinschaft reagiert zurückhaltend, wie die schwierigen Gespräche auf der UN-Klimakonferenz in Madrid belegen. Europa steht bei diesem Thema alleine da. Kann es seine Ziele dennoch erreichen und vor allem das Klima wirklich beeinflussen?

Die in den vergangenen Tagen geschlossenen beziehungsweise angekündigten Abkommen sind wertvoll und brüchig zugleich. Zumindest für den Augenblick freut man sich am Markt darüber und stimmt sich auf besinnliche Weihnachtsfeiertage ein.

 

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Anleihekäufer kennen keine Angst mehr: Spreads von Unternehmensanleihen sind in dieser Woche auf Zehnjahrestiefs gefallen.

 

Anleger scheinen bei Unternehmen kaum noch Bonitätsrisiken zu sehen. Nach den Aktienmärkten heißt das also: Alle Ampeln auf Grün – auch an den Rentenmärkten. „Das aber ist nur ein Teil der Wirklichkeit“, sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH.

„Wir bewegen uns nun schon seit vielen Wochen in diesem Regime niedriger Risiken“, sagt Mlinaric. „Besonders sichtbar wird das im Rahmen unseres Risikomodells.“ Beispiel Schwellenländer-Aktien: „Zwischen dem niedrigsten gemessenen Wert und dem höchsten gemessenen Wert lagen in unserem Risikomodell in den vergangenen drei Monaten gerade einmal zwei Prozentpunkte. Historisch ist das extrem wenig. Typisch wären Ausschläge zwischen fünf und sechs Prozentpunkten“, so Mlinaric. „Dass das Modell über viele Wochen solche niedrigen Werte über fast alle Märkte misst, ist außergewöhnlich.“ Vor allem die Sicht auf die Rentenmärkte sei bemerkenswert.

Spreads drücken aus, wie Marktteilnehmer die Bonitätsrisiken der Unternehmen einschätzen. Sie zeigen damit auch, wie die Auswirkungen der zukünftigen konjunkturellen Entwicklung auf die Ertragslage der Unternehmen eingeschätzt werden. Mlinaric: „Einfach gesagt, je höher die Spreads, desto mehr Sorge haben Anleger vor einer Konjunkturschwäche.“ Nun zeigt der Vergleich der Spreads verschiedener Märkte mit ihren eigenen historischen Werten: Fast alle analysierten Marktsegmente weisen kurzfristig und im langjährigen Vergleich Tiefststände auf.

Grafisch wird abgebildet, in welchem Perzentil der aktuelle Wert innerhalb der jeweiligen Historie von ein oder zehn Jahren liegt. „Der Gleichlauf über mehrere Risikoklassen und Regionen ist beeindruckend“, sagt Mlinaric. „Dies ist ein klares Signal dafür, dass die Angst der Anleihekäufer vor einer konjunkturellen Delle derzeit schwindet“, fasst Mlinaric die gängige Interpretation zusammen. „Angesichts der extrem niedrigen Zinsen ist es aber auch möglich, dass dies nur ein Ausdruck der Alternativlosigkeit am Markt ist. Und das wäre kein gutes Zeichen.“

 

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Quant.Capital Management GmbH, Speditionstraße 17, D-40221 Düsseldorf, Tel: +49 (0)211.635512-0, www.quantcapital.de

Eine gute Idee kann es sein, mal einen Sparplan unter den Weihnachtsbaum zu legen

 

Weihnachten naht mit großen Schritten. Und wie jedes Jahr stellt sich die Frage nach dem geeigneten Geschenk für den Nachwuchs. Eine gute Idee kann es sein, mal einen Sparplan unter den Weihnachtsbaum zu legen. Auch wenn damit Kinder nicht sofort spielen können und vielleicht am Weihnachtsabend selbst etwas enttäuscht sein dürften, langfristig werden sie ihre Freude daran haben. „Tatsächlich, das zeigt die Vergangenheit, gibt es kaum etwas Lukrativeres als einen Aktienfonds-Sparplan“, sagt Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland). „Denn wenn man diesen über zehn oder 15 Jahre laufen lässt, ergibt sich daraus eine sehr gute finanzielle Basis für die Ausbildung oder ein Studium.“ Allerdings gibt es für die Umsetzung dieses Vorhabens eine sehr große Zahl an Möglichkeiten. Wer deshalb unsicher ist, in was er investieren soll, sollte sich an einen Experten wenden. Für solche Fragestellungen eignen sich beispielsweise die vom FPSB Deutschland zertifizierten CERTIFIED FINANCIAL PLANNER®-Professionals mit ihrer ausgezeichneten Ausbildung im Finanzbereich. Sie sind in der Lage, ihre Kunden umfassend und individuell zu beraten. Und aufgrund der ethischen Standesregeln des FPSB sind sie zudem zu einer objektiven Beratung verpflichtet.

Die Weihnachtszeit ist die Zeit der Wunschzettel. Und natürlich wünschen sich Kinder vor allem eines: Spielsachen. Dinge, die sie auspacken und mit denen sie sofort losspielen können. Als Eltern oder Großeltern kann es aber sinnvoll sein, nicht nur an den Heiligabend selbst zu denken, sondern auch an die Zukunft. Was ist, wenn die Kinder 18 Jahre alt sind? Sie werden, wenn sie dann mit der Schule fertig sind, ein Startkapital brauchen. Für die erste eigene Wohnung, Reisen, ein gutes Fahrrad, einen Laptop. Und falls sie studieren, für das Studium. Allein dafür braucht es Schätzungen des Deutschen Studentenwerks zufolge fast 800 Euro pro Monat.

Das Niedrigzinsumfeld zwingt zum Umdenken beim Ansparen

„Wer nicht plötzlich mit massiv steigenden Ausgaben konfrontiert sein möchte, wenn die Kinder mit der Schule fertig sind, sollte deshalb unbedingt frühzeitig vorbauen“, erklärt Prof. Tilmes. Wer im Rahmen eines Sparplans mit dem Aufbau eines Startvermögens beginnt, wenn die Kinder noch sehr jung sind, also zwei oder drei Jahre, hat schon mit regelmäßigen kleinen Sparbeträgen die Chance, für ausreichend Startkapital für den Nachwuchs zu sorgen.“ Die Frage, die sich freilich stellt, ist, wie das angesichts der extrem niedrigen Zinsen derzeit überhaupt möglich sein könnte.

Tatsächlich war es früher wohl das Sparbuch, das sich dafür durchaus eignete. Laut dem Statistikportal Statista gab es 1975 auf das dort angelegte Geld rund 4,4 Prozent. Bei einer Sparrate von 50 Euro pro Monat über 18 Jahre hinweg wurden so aus den eingezahlten 10.800 Euro dank der üppigen Verzinsung und des Zinseszinseffekts 16.350 Euro. Ein ordentliches Startkapital, mit dem der Nachwuchs den Führerschein machen und sich vielleicht sogar sein erstes gebrauchtes Auto kaufen konnte. Heute liegt der Sparbuchzins bei null Prozent. Noch schlimmer: Laut einer aktuellen Umfrage der Deutschen Bundesbank belasten fast 25 Prozent aller Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken die Giro- und Tagesgeldkonten mit Negativzinsen. Damit verliert das Kapital nicht nur real an Kaufkraft, sondern zusätzlich nominal an Wert. Die Aktie als langfristige Geldanlage kann genau das vermeiden.

„Das Interessante ist, dass sich bei einer so langen Laufzeit von zehn oder 15 Jahren die renditeträchtige Aktie als Sparplan ganz ausgezeichnet eignet“, erklärt Tilmes, der neben seiner Vorstandstätigkeit auch Academic Director Finance & Wealth Management an der EBS Executive School, Oestrich-Winkel, ist. Was so aus kleinen Sparbeträgen werden kann, zeigt ein Blick in die Wertentwicklungsstatistik des Fondsverbandes BVI. Wer beispielsweise in den vergangenen 15 Jahren in einen Aktienfonds Deutschland Monat für Monat 100 Euro und damit insgesamt 18.000 Euro eingezahlt hat, der kam zum 30. September im Durchschnitt mit dieser Fondskategorie auf ein Vermögen von 27.248 Euro. Das entspricht einem jährlichen Zuwachs von 5,3 Prozent. Noch etwas besser liefen global ausgerichtete Aktienfonds. Sie kamen im Schnitt im gleichen Zeitraum auf einen jährlichen Zuwachs von 5,9 Prozent. Damit ergäbe sich eine Summe von 28.684 Euro.

Eine Alternative zu aktiv gemanagten Fonds sind Exchange Traded Funds (ETFs). Sie bilden einen Index ab und vollziehen dessen Wertentwicklung nach. „Ein Vorteil der ETFs liegt neben ihrer hohen Transparenz dabei darin, dass deren durchschnittliche Kosten deutlich geringer sind“, sagt Tilmes. Die besten ETFs auf den globalen Aktienindex MSCI World kamen in den vergangenen zehn Jahren laut dem Fondsanalysehaus Morningstar auf einen Zuwachs von 12,4 Prozent pro Jahr.

Sparplan als Geschenk – je früher desto besser

„Diese Beispiele zeigen, dass sich Sparpläne auf Aktienfonds langfristig auszahlen und hier insbesondere ETFs eine sehr attraktive Alternative darstellen“, sagt Finanzexperte Tilmes. Das gilt umso mehr, da die Verlustwahrscheinlich bei Aktien mit der Länge des Anlagezeitraums immer weiter abnimmt. Laut dem Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts lag der deutsche Aktienindex Dax seit 1967 nach einer Haltedauer von mindestens zwölf Jahren tatsächlich nie in der Verlustzone.

Auch wenn der sogenannte „Cost-Averaging-Effekt“ – der Durchschnittskosteneffekt aus der Anlage von Sparbeiträge über verschiedene Börsenphasen hinweg – gerade vom US-Analysehaus Morningstar im Vergleich zu einer Einmalanlage widerlegt wurde, ist ein Sparplan trotzdem in den meisten Fällen die richtige Wahl. „Viele Anleger haben oder wollen nicht einen größeren Betrag als Einmalanlage investieren, sondern sehen einen regelmäßiger Sparbeitrag als die richtige Alternative – und das auch aus dem psychologischen Grund, regelmäßig zu sparen“, macht der FPSB-Vorstand weiter klar. Natürlich ist die Auswahl des passenden Produkts für den Nachwuchs nicht einfach. Wer dabei nicht zum falschen Fonds oder ETF greifen möchte oder sich unsicher ist, sollte deshalb zu Finanzexperten wie den CFP®-Professionals gehen. Sie können Großeltern oder Eltern, die für den Nachwuchs einen Sparplan einrichten wollen, individuell passend beraten.

 

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Financial Planning Standards Board Deutschland e.V., Eschersheimer Landstraße 61-63, 60322 Frankfurt am Main, Tel: 069 9055938-0, Fax: 069 9055938-10, www.fpsb.de

Der Goldpreis hat im Jahresverlauf 2019 um rund 15 Prozent zugelegt.

 

Das gestiegene Interesse der Anleger zeigt sich auch bei EUWAX Gold II (WKN EWG2LD): An der Börse Stuttgart wurden 2019 für das Exchange-Traded Commodity (ETC) fast siebenmal so viele Kauf- wie Verkaufsorders ausgeführt. EUWAX Gold II verbrieft ein Gramm eines 100-Gramm-Goldbarrens und ist zu 100 Prozent mit physischem Edelmetall unterlegt. Durch die kontinuierlichen Zuflüsse hat sich der für EUWAX Gold II eingelagerte Goldbestand seit Jahresbeginn mehr als verdreifacht und nun erstmals fünf Tonnen überschritten.

“Die starke Nachfrage zeigt, dass EUWAX Gold II auf die Wünsche privater Anleger eingeht”, sagt Norbert Paul, Geschäftsführer der Boerse Stuttgart Securities GmbH, die das Exchange-Traded Commodity emittiert. “Es fallen keine jährlichen Gebühren für Verwahrung und Versicherung des hinterlegten Goldes an und die Auslieferung ist ab einem Gramm in beliebiger Stückelung möglich.”

Banken und Online-Broker nehmen bei einer Veräußerung in der Regel keinen Steuerabzug vor. Damit werden Erwerb und Einlösung oder Verkauf bei EUWAX Gold II so behandelt wie bei physischem Gold. Hier sind Veräußerungsgewinne nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.

Für Kauf und Verkauf von EUWAX Gold II fallen lediglich die börsenüblichen Transaktionskosten an, die von der jeweils depotführenden Bank berechnet werden. Die physische Auslieferung in Form von Kleinbarren ist bei 100 Gramm Gold oder einem Vielfachen davon innerhalb Deutschlands kostenfrei. Bei abweichenden Stückelungen fallen Form- und gegebenenfalls Lieferkosten an. Anleger können EUWAX Gold II börsentäglich von 8 bis 22 Uhr mit der gewohnten Handelsqualität an der Börse Stuttgart handeln.

 

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Boerse Stuttgart GmbH, Börsenstraße 4, 70174 Stuttgart, Tel: +49 711 222985-711, Fax: +49 711 222985-55, www.boerse-stuttgart.de

David Riley, Partner, Leiter Anleihen-Strategie, BlueBay:

 

Der Rückgang des globalen Wirtschaftswachstums befindet sich nahe einer Trendwende, so dass die Rezessionsängste nachlassen dürften. Die besseren Finanzierungsbedingungen, die letztlich nicht so drastischen Folgen des chinesisch-amerikanischen Handelskonflikts und die durch die Kredit- und die Geldpolitik gestützte Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft dürften dem globalen Wirtschaftswachstum 2020 Auftrieb verleihen. Mehrere große Volkswirtschaften der Schwellenländer arbeiten sich aus einer Rezession heraus. In Europa hat die Verlangsamung der Konjunktur, durch den Rückgang im verarbeitenden Gewerbe und im Automobilsektor ausgelöst, ihre Talsohle erreicht. In den USA stützen der Anstieg der Beschäftigung und der Einkommen der privaten Haushalte das anhaltende Trendwachstum.

Im Gegensatz zur Erholung vom Konjunkturabschwung 2015 und 2016 erwarten wir allerdings eine verhaltene Erholung, wobei Abwärtsrisiken das Bild prägen. Die „Phase Eins“ des Handelsabkommens zwischen den USA und China ist noch nicht in trockenen Tüchern. Ferner ist eine erneute Eskalation der Handelsspannungen zwischen den USA und der EU nicht auszuschließen, so dass die politische Unsicherheit nach wie vor hoch ist. Die Weltwirtschaft ist aufgrund des niedrigen Wachstums und der hohen Verschuldung anfällig für negative Schocks.

Politische Unsicherheit, soziale Unruhen und Umweltrisiken werden eine stärkere Streuung und ein höheres spezifisches Risiko zur Folge haben, die man unserer Ansicht nach durch eine Bottom-up-Auswahl der Unternehmensanleihen sowie die Berücksichtigung und Überwachung der ESG-Risiken in den Portfolios der Investoren am besten steuern kann. Die zunehmenden sozialen Unruhen in Industrie- und Schwellenländern, technologische Disruption, Nationalismus statt Globalisierung und die Forderung der Investoren nach einem positiven Beitrag ihrer Anlagen zur Bekämpfung des Klimawandels werden die Leitthemen für 2020 und die Folgejahre sein.

Die Zentralbanken werden angesichts des verhaltenen Wachstums und der niedrigen Inflation an ihrem Status quo festhalten. Dennoch dürfte das Wachstum hoch genug sein, um die Ausfallquoten auf niedrigem Niveau zu stabilisieren. Dies würde ein Umfeld erzeugen, in  dem  Unternehmensanleihen relativ attraktive risikoadjustierte Renditen erzielen. Angesichts der vor allem in Europa extrem niedrigen Renditen der wichtigsten Staatsanleihen haben Unternehmensanleihen der Investment Grade-Kategorie Staatsanleihen als „quasi Sicherer Hafen“-Anlagen den Rang abgelaufen. Da die Streuung und das spezifische Risiko zunehmen, ist die Bottom-up-Auswahl im Leveraged Credit-Segment noch wichtiger.

Falls die Politik nicht entschlossen reagiert, werden die Anleger im Dauerzustand einer extrem lockeren Geldpolitik mit anhaltend niedrigem bis schwachem Wachstum gefangen sein. Die Fehlentwicklungen infolge der schier unendlichen Zentralbankliquidität und der extrem niedrigen Zinsen sind indes eine wachsende Bedrohung für das Finanzsystem. So werden die Ressourcen von einer wachsenden Zahl von „Zombie“-Unternehmen abgeschöpft, die  nur dank günstiger Finanzierung überhaupt überleben können und das tiefer gehende Problem des niedrigen Wachstums weiter verschlimmern.

Dreht der Wachstumstrend nach oben, wird dies eine Verringerung der Risikoaufschläge (Spreads) und eine teilweise Aufholjagd für Vermögenswerte und Sektoren auslösen, die im letzten Jahr in Rückstand geraten sind. Aufgrund des geldpolitischen Status quo der Zentralbanken werden die Renditekurven ein „Bear Steepening“ verzeichnen. Konjunkturreagible zyklische Vermögenswerte und Unternehmensanleihen mit niedrigem Rating dürften eine Überperformance erzielen. Die Verbesserung der Wachstumsaussichten außerhalb der USA wird Schwellenländerwerten Auftrieb verleihen – vor allem den lokalen Währungen und Anleihen.

 

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NN IP Umfrage unter professionellen Anlegern: Zwei von drei Investoren glauben, dass Aktien aus Schwellenländern 2020 attraktive risikobereinigte Renditen bieten – NN IP ist zurückhaltender

 

Investoren beurteilen Schwellenländeraktien aktuell positiver als im vergangenen Jahr: Während vor einem Jahr nur 51% der Meinung waren, dass Schwellenländeraktien attraktive risikobereinigte Renditen bieten, sind es aktuell 67%. Das ist eines der Ergebnisse des Investor Sentimeter von NN Investment Partners (NN IP), einer Umfrage unter 100 professionellen Investoren in Europa.

Nach Ansicht der Multi-Asset-Strategen von NN IP ist die erhöhte Anlegerpräferenz für Schwellenländer auf die Aussicht auf ein bevorstehendes Handelsabkommen zwischen den USA und China sowie die Verbesserung der monetären Bedingungen zurückzuführen. Allerdings sind die Herausforderungen, denen sich die Schwellenländer gegenübersehen, immer noch sehr groß. Neben den sozialen Unruhen in verschiedenen Schwellenländern sind sie auch von der anhaltenden Handelsunsicherheit betroffen, die mit einem zwischenzeitlichen Abkommen zwischen den USA und China nicht endgültig gelöst wird. Zudem schränken die gegenwärtig schwächeren Währungen vieler Schwellenländer ihren Spielraum für weitere geldpolitische Lockerungen ein. Schwellenländeraktien haben sich 2019 stark unterdurchschnittlich entwickelt und sind im Vergleich zu Aktien aus Industriestaaten attraktiv bewertet. Dennoch ist NN IP der Ansicht, dass sich mindestens eine der oben genannten Herausforderungen nachhaltig verbessern muss, damit sich das Wertpotenzial von Schwellenländeraktien entfalten kann.

Die Umfrage ergab zudem, dass Investoren auch britische Aktien positiv beurteilen. 46% der Befragten erwarten von dieser Anlageklasse gute risikobereinigte Renditen. Patrick Moonen, Multi-Asset-Stratege bei NN Investment Partners: „Dieses Ergebnis überrascht, da die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Brexit nach wie vor eine Beeinträchtigung darstellt, die auch nach Verabschiedung eines Austrittsgesetzes andauern wird. Eine mögliche Erklärung für die Präferenz professioneller Anleger für britische Aktien könnte ihre aktuelle Bewertung sein. Oder die Anleger hoffen auf umfangreiche fiskalische Stimulusmaßnahmen. Zwar gibt es angesichts der niedrigen Aktienbewertungen einige gute Möglichkeiten, aber wir haben Großbritannien in unserer Asset Allocation weiter neutral gewichtet, da das Risiko eines harten Brexits Ende 2020 nach wie vor hoch ist.“

Im Gegensatz dazu gehören die Eurozone und Japan zu den Regionen, in denen die Umfrageteilnehmer im Jahr 2020 eher keine attraktiven risikobereinigten Renditen erwarten: Nur 36% der Befragten stufen die Eurozone als attraktiv ein, Japan finden sogar nur 31% der Befragten aus Risiko-Rendite-Sicht interessant. Angesichts der Präferenz der Anleger für Schwellenländer hält NN IP diese zurückhaltende Anlegereinschätzung für die Eurozone und Japan für bemerkenswert. Wie die Schwellenländer sind auch Japan und die Eurozone von der Entwicklung im Handelsstreit und einer Verbesserung der globalen Wachstumsaussichten abhängig.

Ewout van Schaick, Head of Multi Asset bei NN Investment Partners: „NN IP hat vor kurzem seine Einschätzung für die Eurozone und Japan angehoben, da die entsprechenden Aktien derzeit deutlich niedriger notieren als US-Aktien. Obwohl Japan bei den Anlegern nicht sonderlich beliebt zu sein scheint, gibt es hier gutes Wertpotenzial. Das Land durchläuft Strukturreformen, die die Rentabilität und die Wertschöpfung für Aktionäre unterstützen. Die Eurozone gewichten wir ebenfalls über, da mögliche fiskalische Impulse hier sehr viel bewirken würden.“

Mit Ausnahme der USA bevorzugt NN IP in der taktischen Asset Allocation für seine Multi-Asset-Strategien aktuell Industrienationen. Das Multi-Asset-Team prognostiziert für 2020 eine deutliche Verschiebung von Wachstums- zu Value-Aktien, die von schwächeren makroökonomischen Daten und Gewinnerwartungen verursacht wird. Diese Verschiebung würde Value-Regionen wie die Eurozone und Japan gegenüber den USA begünstigen. Auch die Aussichten auf ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen den starken geldpolitischen und erwarteten fiskalischen Lockerungen würden insbesondere die Eurozone und Japan stark unterstützen.

 

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Marktkommentar Candriam: Bereits jetzt bieten die Sektoren Stromerzeugung, Mobilität und Bauindustrie Möglichkeiten für Anleger

 

Im Jahr 2013 schätzte die Unternehmensberatung McKinsey, zur Abwendung des Klimawandels würden bis 2020 pro Jahr 530 Milliarden Euro an Investitionen benötigt. Im Oktober 2019 zitierte das Wirtschaftsmagazin Forbes den Bericht eines großen Broker-Hauses, wonach 50 Billionen US-Dollar in fünf Technologiebereichen bis 2050 erforderlich sein werden – etwa das Dreifache der von McKinsey vor sieben Jahren geschätzten Investitionen pro Jahr. Konsensmeinung ist nicht nur, dass der Betrag der erforderlichen Investitionen, um die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen, hoch ist, sondern auch, dass die in Zukunft notwendigen Investitionen umso höher sein müssen, je länger sie aufgeschoben werden. „Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit“, so die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten im November 2015 in einer gemeinsamen Erklärung.

Für Anleger ist der Klimawandel aber möglicherweise auch eine der größten Chancen unserer Zeit.

Bei den Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Klimawandel lassen sich hauptsächlich zwei Arten unterscheiden – diejenigen zur Abschwächung des potenziellen zukünftigen Klimawandels und diejenigen zur Anpassung an bereits entstandene Probleme des Klimawandels. Zwischen der jeweiligen Größe dieser Märkte besteht eine Wechselbeziehung. Je mehr die Regierungen von Staaten ihre Gesetze und Investitionen zur Abschwächung des Klimawandels hinauszögern, desto stärker steigen die Ausgaben für die Anpassung an den Klimawandel und desto schneller entwickelt sich dieser Markt.

Den Klimawandel abschwächen …

Beim Thema Abschwächung des Klimawandels fallen sofort Unternehmen aus einer Reihe von Bereichen ins Auge: Emissionsreduzierungen durch Solarkraft und andere erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge sowie Verbesserungen bei Massenverkehrsmitteln. Neue Technologien, wie neuartige Batterietechnologien und andere Formen der Solar-, Wind- und Turbostromspeicherung für die Verwendung auch dann, wenn die Sonne nicht scheint. Landwirtschaftliche Methoden, die weniger Wasser verbrauchen und weniger Treibhausgase ausstoßen oder etwa umweltfreundlichere Gebäude. Einige Unternehmen erbringen Dienstleistungen; beispielsweise die Erfassung von Daten über Verkehrsströme in Städten und deren Änderung, damit es zu weniger Verkehrsstaus kommt; dabei wird der Ausstoß von Treibhausgasen verringert.

… oder sich anpassen

Die zweite ganz große Kategorie der Chancen für Anleger ist die Anpassung an den Klimawandel. Nach Angaben der Versicherungsgesellschaft Münchener Rück hat sich die Zahl der wetterbedingten Naturkatastrophen im Zeitraum von 1990 bis 2018 verdoppelt. Auch wenn wir von einer geordneten Energiewende ausgehen: Anpassen müssen wir uns dennoch. Die Anpassung findet bereits statt. Mehr Wärmedämmung und umweltfreundliche Gewächsdächer in Gegenden, wo die Temperaturen weniger angenehm sind, als sie es zuvor waren. Baugesetzliche Vorschriften, die mehr Energieeffizienz für Wohngebäude und Büros verlangen, und sogar Rückbesinnung auf ganz einfache Lösungen wie Fensterläden. Im Saatgutbereich tätige Unternehmen entwickeln neue Stämme dürrebeständiger Nutzpflanzen für Länder, die unter Wassermangel leiden. Wegen zunehmender Hochwasserrisiken errichten Städte wie beispielsweise Kopenhagen und Tokio Hochwasserschutzanlagen, die Wasser wie ein Schwamm aufnehmen oder auf andere Weise vor Überflutungen schützen, oder sie bauen Stadien auf Pfählen. Die Kosten dafür können durch öffentliche Gelder getragen werden; entwickelt und errichtet wird diese Infrastruktur aber oft von Unternehmen.

Bisher haben wir die Anpassung an den Klimawandel im Rahmen einer geordneten Energiewende behandelt. Was geschieht, wenn die weltweite Energiewende chaotisch wird – könnten in der Folge die Anlagechancen im Bereich der Anpassung an den Klimawandel noch größer werden? Bei einer chaotischen Energiewende würde mehr für die Anpassung an den Klimawandel ausgegeben werden und das schneller. Möglich wären zusätzliche negative Auswirkungen auf Entwicklungsländer, durch Ernteausfälle und Probleme bei der Wasserversorgung. In wohlhabenderen Ländern könnte von Haus- und Grundstückseigentümern erwartet werden, dass sie mehr in den Hochwasserschutz investieren, Umbauarbeiten mit besseren Baustoffen vornehmen, Klimaanlagen oder Wärmedämmungen installieren, bei zu teurem Wasser ihre Landschaftsgestaltung ändern oder dass sie Agrarflächen, die zuvor mit Wasser aus natürlichen Quellen versorgt wurden, mit Bewässerungsanlagen ausstatten.

Anlagechancen heute: Stromerzeugung, Mobilität, Bauindustrie

Es stimmt, dass die Staaten noch nicht so weit sind, wie sie dem IPCC zufolge eigentlich sein müssten. Es stimmt, dass die größten Beträge, die genannt werden, anscheinend immer die Jahre 2030, 2040 oder 2050 betreffen. Und dennoch ist die Größe des Marktes von heute schon beträchtlich. In einem Szenario zum Erreichen des 2-Grad-Ziels würden mehr als 40 Prozent der Treibhausgasverringerungen durch Verbesserungen bei der Stromerzeugung erreicht werden, 20 Prozent durch Verbesserungen beim Verkehr und 10 Prozent durch Emissionsreduzierung bei Gebäuden.

Schon heute kommt die weltweite Stromerzeugung zu 26 Prozent aus erneuerbaren Energien. Dieser Wert wird in fünf Jahren voraussichtlich um 1.200 Gigawatt oder 50 Prozent ansteigen, was der gesamten Stromkapazität der USA im Jahr 2018 entspricht. Das ist ein deutliches Wachstum auf einem schon jetzt sehr großen Markt. Es ist gleichbedeutend mit einer großen Menge an Solarmodulen, Windturbinen, Konstruktions- und Projektierungshonoraren … und Anlagechancen.

Schon heute sind weltweit schätzungsweise 5,2 Millionen Elektrofahrzeuge in Betrieb, Stand Ende 2018, und Prognosen zufolge wird die jährliche Wachstumsrate (Compound Annual Growth) in den nächsten zehn Jahren fast 20 Prozent betragen. Im Vereinigten Königreich beispielsweise sind die Verkäufe von Elektro- und Hybridfahrzeugen, die circa 7 Prozent des Marktes ausmachen, in den ersten sieben Monaten des Jahres 2019 um 28 Prozent gestiegen. Zwar ist der Weg wohl noch sehr weit, bis die Umweltziele erreicht werden. Der Markt für diese Fahrzeuge hat sich aber herausgebildet und wächst.

Schon heute werden neue baugesetzliche Vorschriften erlassen. Neubauten müssen von jetzt an neuen Anforderungen gerecht werden. Ab 2020 verlangen EU-Vorschriften von neuen Gebäuden, „Niedrigstenergie-Gebäude“ zu sein. Im Vereinigten Königreich werden derzeit neue baugesetzliche Vorschriften eingebracht. Einige von ihnen werden für Ende 2020 erwartet, also in 12 Monaten.

Schon heute nimmt die Unterstützung der Finanzmärkte für Unternehmen mit Kohlenstoffemissionen ab. Die Europäische Investitionsbank, EIB, gab im November 2019 bekannt, Projekte für fossile Brennstoffe in Zukunft nicht mehr zu finanzieren. Dadurch zog sie jährlich 2,2 Milliarden US-Dollar an Finanzmitteln für diese Projekte ab. Wie schon oft in der Geschichte werden ältere Technologien durch neuere ersetzt. Die Zukunft beginnt schon jetzt. Investitionen mit Bezug zum Klimawandel können eine einzigartige Anlagechance bieten.

 

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Umfrage: Sicherheitsillusion führt zu Vermögensverlusten

 

Warum nehmen Deutschlands Sparer Verluste in Kauf? Niedrigzinsen und Inflation nagen an Vermögenswerten, doch fehlendes Vertrauen und Know-how verhindern Geldanlagen mit höheren Rendite-Chancen. So die Ergebnisse einer repräsentativen Studie von Marketagent im Auftrag von wikifolio.com, Europas führender Online-Plattform für Handelsideen von privaten und professionellen Tradern.

Der am weitesten verbreitete Grund, warum alternative Anlagemöglichkeiten wie Aktien, Anleihen, Investmentfonds und ETFs für Börsen-Skeptiker nicht in Frage kommen, ist fehlendes Vertrauen. Für knapp 40 Prozent sind diese Anlagen „allgemein zu riskant“, jeder Dritte (34%) vertraut Börsen und Aktienmärkten nicht und jeder Fünfte hat kein Vertrauen in Anlageberater (21%). Etwas mehr Zuversicht findet sich bei den Jüngeren (18-29 Jahre). Geschlecht und Bildung spielen dagegen keine Rolle.

Für Andreas Kern, Gründer und CEO von wikifolio.com, ist die Einschätzung vieler Sparer eine Fehlwahrnehmung. Sie würden übersehen, dass sie weniger zurückerhalten, als sie eingezahlt haben. „Das Einzige, das bei Sparbuch und Girokonto sicher ist, ist der Wertverlust. Bei Anlagezeiträumen von mehr als 15 Jahren bleiben Aktieninvestments deutlich im Plus, auch wenn es zwischendurch mal nach unten geht.“ So hat sich der Wert deutscher Aktien (DAX 30) in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Überzeugungen und Unsicherheit verhindern Geldanlagen mit besseren Chancen

Viele Sparer, die nicht an den Börsen anlegen, sehen keine Notwendigkeit, höher rentierliche Anlageprodukte zu nutzen. Sie finden, „ein Sparbuch tut es auch” (15%). Fast genauso viele sind überzeugt, dass sich die Papiere nicht für sichere Anlagen eignen und nur für Vermögen, das nicht benötigt werde (12%).

Jeder Zehnte weiß nicht, wie der Ablauf solcher Geldanlagen aussieht, und etwas mehr stellen fest, dass sie für diese Anlageformen viel zu wenig Informationen haben (13%). Vor allem Frauen und Jüngeren (18-29 Jahre) fehlt das Know-how. „Das ist fast schon tragisch“, findet Kern. Denn es seien gerade Frauen und junge Leute, für die es auf einen langfristigen Vermögensaufbau ankomme.

Keine Zeit, kein Geld, keine Lust um Vermögen aufzubauen

Fast jeder dritte Börsen-Skeptiker ist überzeugt, dass er kein Geld besitzt, das er anlegen könnte (31%). Dabei erreichte das Vermögen deutscher Haushalte mit 6.237 Milliarden Euro laut Bundesbank in diesem Jahr einen neuen Rekordwert. Fast jedem Fünften fehlen Zeit (17%) oder Lust (19%). Diese Auffassungen sind vor allem bei den Jüngeren weiter verbreitet. Das will Kern nicht gelten lassen: „Jeder kann mit kleinen Beträgen anfangen und sollte ein bisschen Zeit und Lust finden, Beratungsmöglichkeiten und qualifizierte Informationen zu suchen.“ Das werde sich am Ende auch auszahlen, ist Kern sicher.

Zur Studie: Befragt wurden 1.450 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger Deutschlands zwischen 18 und 65 Jahren. Darunter sind 446 Personen, die noch nicht in börsengehandelte Anlageprodukte investiert haben („Börsen-Skeptiker“). Durchgeführt wurde die Befragung vom Online-Research Institut Marketagent.com.

 

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Aktuelle Kommentare zu den Marktauswirkungen der britischen Unterhauswahlen von BNY Mellon Investment Management:

 

Shamik Dhar, Chefökonom, BNY Mellon Investment Management:

Dieses Wahlergebnis ebnet den Weg zum Brexit und bringt die Klarheit, nach der sich Unternehmen und Märkte seit drei Jahren sehnen. Ein Brexit Ende Januar ist jetzt wahrscheinlicher geworden, und es dürfte auf eines der „härteren“ Szenarien hinauslaufen, etwa auf ein Freihandelsabkommen.

Für die zukünftigen Beziehungen Großbritanniens zur EU halte ich eine Regelung nach dem Modell des Abkommens zwischen der EU und Kanada für wahrscheinlich und könnte mir gut vorstellen, dass das Land die Zollunion verlässt. Das würde den Handel mit Großbritannien für eine Reihe von Ländern wie die USA, Australien und Japan sehr attraktiv machen. Der Schwerpunkt wird sich ziemlich schnell von den Verhandlungen über ein Abkommen mit der EU auf Drittländer und andere Organisationen verlagern.

Kurzfristig muss der Brexit der Wirtschaft in gewissem Umfang schaden, langfristig nicht unbedingt. Die jetzige stabile Mehrheitsregierung könnte das Interesse auf Investorenseite wieder anfachen, und die lange erwartete Planungssicherheit könnte britischen Unternehmen den Freiraum geben, sich langfristig auf ihre Produktivität zu konzentrieren. In technologischer Sicht könnten wir zudem an der Schwelle zu einer Produktivitätssteigerung stehen, die vom Brexit-Ergebnis weitgehend unabhängig wäre.

Emma Mogford, Fondsmanagerin für britische Aktien, Newton Investment Management:

Das Wahlergebnis verschafft uns einen klareren Ausblick für Großbritannien. Kurzfristig können inländische Unternehmen und konjunktursensible Marktsegmente wie Banken und Bauwirtschaft profitieren. Das Pfund erlebt ebenso wie britische Unternehmen seit August einen Aufschwung, doch insgesamt verharren die Bewertungen auf niedrigem Niveau, und einige britische Unternehmen werden weiter mit Abschlag gehandelt.

Längerfristig wird ein EU-Handelsabkommen nötig, und bis zu dessen Abschluss wird die Unsicherheit weiter zunehmen und sich kurzfristig auch wieder auf britische Unternehmen auswirken. Nach Ende Januar, wenn wir mit der EU in die Verhandlungen eintreten, dürfte das Pfund volatil sein, bis klar ist, wie die zweite Phase des Brexit aussieht. Die konservative Mehrheit beendet zudem die Unsicherheit in Sektoren, die unter Labour vielleicht verstaatlicht worden wären, etwa Wasserversorgung und Breitband-Infrastruktur, so dass der Markt einen Teil dieses Rabatts wieder kassieren dürfte.

Howard Cunningham, Fondsmanager Anleihen, Newton Investment Management:

Nach dem konservativen Wahlprogramm sollten die laufenden Ausgaben und Steuereinnahmen jeweils rund drei Milliarden Pfund über den bisherigen Haushaltsprognosen liegen. Für Gilts und Sterling bedeutet das wenig Veränderung. Eine Rallye bei Aktien und dem Pfund Sterling ist angesichts des Wegfalls der Unsicherheit verständlich, ebenso wie eine leichte Abschwächung des Goldmarktes. Allerdings hatte der Markt eine konservative Mehrheit bereits eingepreist, so dass wir kurzfristig keine große Veränderung erwarten.

2020 kann es wegen der schwierigen Verhandlungen über die künftigen Handelsbeziehungen mit der EU ganz anders aussehen. Bis zu einem Ergebnis dürften Unternehmensinvestitionen aufgeschoben werden, und der nächste Haushalt dürfte kaum fiskalische Impulse bringen. Mit ihrer Absage an Steuererhöhungen haben sich die Konservativen die Finanzierung großer öffentlicher Ausgaben erschwert, etwa für den NHS oder im Falle eines Brexit-Abschwungs. Der Ausweg wäre dann eine zusätzliche Kreditaufnahme, die in erster Linie über Staatsanleihen finanziert würde.

 

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BNY Mellon IM, 160 Queen Victoria Street, London, EC4V 4LA, England, Tel: +44 20 3322 4806, www.bnymellon.com

Markteinschätzung von Sonja Laud, Chief Investment Officer bei Legal & General Investment Management, zum Ergebnis der Parlamentswahlen in Großbritannien:

 

„Die größte Mehrheit für die Konservativen im britischen Parlament seit den 1980er Jahren bedeutet endlich Klarheit für den Brexit-Prozess – zumindest kurzfristig. Damit dürfte sich die Stimmung von Anlegern und Unternehmen zunächst einmal aufhellen. Trotzdem erwarten wir nicht, dass die Bank of England im kommenden Jahr die Zinsen verändern wird. Denn zum einen bewegt sich die Inflation unterhalb des Zielwertes, zum anderen halten sich die Sorgen um das weitere Wirtschaftswachstum nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit.

Nach der Wahl reagieren die Märkte volatil, und es dürfte noch eine Weile dauern, bis sie sich beruhigen. Für die britischen Anlageklassen ist jedoch bereits jetzt Folgendes zu beobachten:

Währung: Wir gehen davon aus, dass das Pfund Sterling steigen wird, wobei die größte Aufwärtsbewegung bereits gestern Abend bei der Veröffentlichung der Wählerbefragung eingetreten ist.

Staatsanleihen: Aus unserer Sicht wird der Gilt-Markt eher von globalen Entwicklungen beeinflusst.

Unternehmensanleihen: Die Credit Spreads bei Investment-Grade-Anleihen in Pfund dürften sich aus unserer Sicht etwas weiter verengen und damit die Anleiherendite reduzieren.

Aktien: Aufgrund des Stimmungsaufschwungs dürften sich UK-Aktienwerte kurzfristig besser als der Gesamtmarkt entwickeln. Auf längere Sicht erwarten wir, dass sich internationale Investoren wieder britischen Aktien zuwenden, da das politische Risiko geringer geworden ist.

Möglich, dass sogar die politischen Entscheidungsträger in der EU und bei der EZB angesichts dieses klaren Wahlergebnisses erleichtert aufatmen. Wir gehen davon aus, dass auch in der Eurozone die Märkte für Risikoaktiva leicht beflügelt werden. Damit dürfte sich mindestens eine Wolke über der europäischen Wirtschaft des Euroraums verziehen (die Rezessionsgefahr für nächstes Jahr schätzen wir auf 30%).

Für die meisten Multi-Asset-Portfolios dürften die Nachrichten über ein mögliches Handelsabkommen zwischen den USA und China gestern Abend genauso wichtig sein wie die Unterhauswahlen. Die europäischen Märkte öffneten heute Morgen mit 1,5% im Plus – und das hat viel mehr mit Donald Trump und Xi Jinping zu tun als mit Boris Johnson und Jeremy Corbyn.“

 

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Legal & General Deutschland, Service­GmbH, Richmodstr. 6, D­-50667 Köln Tel.: 0221/92042­225, Fax: 0221/92042­301, www.legal­and­general.de

BlueBay Marktkommentar

 

Boris Johnson hat es geschafft: Die konservativen Tories haben bei den Unterhauswahlen in Großbritannien triumphiert. Mit einer Mehrheit von 77 Stimmen wurden selbst die Prognosen der leidenschaftlichsten Parteigänger übertroffen. Bei der Labour-Opposition brachen die Stimmen dagegen aufgrund des „Corbyn-Effekts“ ein.

In den nächsten Wochen erwarten wir Schritte zur Ratifizierung des Brexits im Parlament, so dass das Vereinigte Königreich die EU Ende Januar verlassen kann. Dabei möchten wir darauf hinzuweisen, dass damit der Brexit nicht abgeschlossen ist, sondern wir erst am „Ende des Anfangs“ des Brexit-Prozesses stehen. Schließlich müssen die künftigen Handelsbeziehungen noch ausgelotet werden.

Dabei besteht ein gewisses Risiko, dass die politischen Entscheider auf Seiten der Europäischen Union wieder etwas härter auftreten. Denn ihr Entgegenkommen der vergangenen Monate beruhte wohl auf der Hoffnung, dass sich Großbritannien doch noch für einen Verbleib entscheidet. Damit könnte die Gefahr eines „No-Deal-Brexits“ nun wieder steigen.

Allerdings erlaubt Johnsons komfortable Parlamentsmehrheit ihm nun größere Freiheiten bei den Verhandlungen als es bei einer knappen Mehrheit der Fall gewesen wäre und er stärker auf die Hardliner hätte Rücksicht nehmen müssen.

Was die wirtschaftlichen Auswirkungen anbelangt, rechnen wir mit einer anhaltenden fiskalischen Lockerung und halten es für unwahrscheinlich, dass die Bank of England nun die Zinsen senken wird. Zudem erwarten wir, dass die Gilts weiterhin hinter anderen globalen Rentenmärkten zurückbleiben werden.

 

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Kommentar von Dr. Salman Ahmed, Chief Investment Strategist bei Lombard Odier Investment Managers, zum Ausgang der  Wahlen in Großbritannien:

 

Die Wahlen in Großbritannien brachten den Konservativen über Nacht einen großen Sieg – sogar deutlicher, als von uns erwartet -, was bedeutet, dass sich die politische Landschaft in dem Land wieder einmal verändert hat. Mit einer Mehrheit von 88-90 hat Premierminister Boris Johnson einen großen Spielraum gewonnen, um den Kurs des Landes zu bestimmen – angefangen bei der Genehmigung eines Austrittsabkommens und dem damit verbundenen EU-Austritt bis zum 31. Januar 2020. Vor allem aber ermöglicht das Ergebnis für die Tories wieder eine Bewegung in Richtung politischer Mitte, da die Brexisten von der DUP und ERG aufgrund der Ergebnisse nun an Macht verlieren werden. Ein ähnliches Bild dürfte sich auch bei den Labours zeigen, deren hart linksgerichtete Botschaften von den Wählern entschieden abgelehnt wurden.

Alles in allem sehen wir dieses Ergebnis sehr positiv für Großbritannien. Zum einen wird dadurch die Wahrscheinlichkeit eines soften Austrittabkommens erhöht, zum anderen die Unsicherheit verringert. Gleichzeitig könnte es zu einem in Gangsetzen der über die Zeit aufgestauten Unternehmensinvestitionen führen, und dadurch das Wirtschaftswachstum des Landes im nächsten Jahr angetrieben werden. Die Übergangsfrist bis Dezember 2020 dürfte aus unserer Sicht ebenfalls verlängert werden, was sowohl für die EU als auch für Großbritannien mehr Spielraum bietet.

Vor diesem Hintergrund revidieren wir unsere GBPUSD-Prognose für das nächste Jahr auf 1,45 und sehen eine anhaltende Outperformance der europäischen und britischen Aktien gegenüber den USA (die voraussichtlich im nächsten Jahr mit einer erhöhten politischen Unsicherheit werden rechnen müssen).

Weltweit waren Anzeichen einer Wende an der Handelskriegsfront zu erkennen, sowie Meldungen über ein Phase-1-Abkommen zwischen den USA und China, das eine spürbare Rücknahme der bestehenden Zölle und die Aussetzung der Zölle am 15. Dezember nach sich zieht.

Diese konkreten Entwicklungen sollten die Stimmung weiter verbessern, da sich die Unternehmensinvestitionen voraussichtlich im nächsten erholen werden – nach einer sehr deutlichen Abkühlung der Konjunktur, bedingt die Handelsstreit. Zusätzliche Unterstützung dafür liefert die weiterhin sehr unterstützende Geldpolitik der US-Notenbank Fed sowie der Europäischen Zentralbank EZB, die auch in den jeweiligen letzten Sitzungen bestätigt wurde.

Wie wir bereits in unserem im November veröffentlichten Ausblick auf das Jahr 2020 ausführlich diskutiert haben, gehen wir risikobewusst ins nächste Jahr und haben eine positive Haltung gegenüber europäischen und Schwellenländeraktien.

 

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Lombard Odier Asset Management (Europe), Limited, Frankfurt Branch, Bockenheimer Landstraße 2­4, D-­60306 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0)69 6677 48 154, Fax: +49 (0)69 6677 48 220, www.lombardodier.com