Die Finanzbranche steht vor der Aufgabe, auch während eines möglichen größeren Ausbruchs von Covid-19 die eigene Funktionsfähigkeit zu bewahren.

 

„Nur dann können die Verantwortlichen die Folgen für ihre Investments, aber auch ganze Unternehmen im Griff behalten“, sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer des Düsseldorfer Risikomanagers Quant.Capital Management GmbH. Quant.Capital hat seine eigenen Strukturen bereits vorbereitet.

„Zum ersten Mal sehen wir eine Krise, bei der etwa in China ein Großteil der Unternehmen tatsächlich nicht arbeitet“, sagt Mlinaric. „Wo früher vor allem die Märkte reagierten und Finanzwerte verloren gingen, hat das neuartige Coronavirus direkte Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der arbeitenden Bevölkerung.“ Das sorgt für eine geringere Produktion, das Abreißen von Lieferketten und eine weltweite rezessive Entwicklung. „Ohnehin schon schwache Volkswirtschaften werden dadurch so stark belastet, dass wir in vielen Märkten eine Rezession sehen werden“, sagt Mlinaric.

Dieses Coronavirus verbreitet sich besonders aggressiv und schnell. „Man musste schon vor einigen Wochen davon ausgehen, dass es früher oder später in Deutschland auftreten würde“, sagt Mlinaric. „Spätestens jetzt, wo die Fallzahlen auch bei uns rapide steigen, sollten alle Unternehmen überprüfen, ob sie auf eine weitreichende Ausbreitung in ihrer Region vorbereitet sind.“ Dabei ist nicht allein die mögliche Ansteckung der Mitarbeiter das Problem: Vielmehr geht es darum, auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen vorbereitet zu sein, wie etwa die Einschränkungen der allgemeinen Bewegungsfreiheit, der Ausfall von Arbeitskraft, die Folgen der Quarantänemaßnahmen wie die Unterbrechung der Lieferketten.

Um die Auswirkungen möglicher Schließungen und Quarantänen zu minimieren, ist es entscheidend, dafür zu sorgen, dass die grundsätzliche Funktionsfähigkeit der Unternehmen erhalten bleibt. „Natürlich ist es verheerend, wenn die Produktion in einem Betrieb stillliegt, weil die Mitarbeiter in häusliche Quarantäne geschickt wurden“, sagt Mlinaric. „Trotzdem müssen die zentralen Funktionen im Management weiterhin aufrechterhalten werden, sonst droht ein noch größerer Schaden.“ Auch und gerade, wenn finanzielle Verpflichtungen nicht mehr eingehalten werde könnten, weil die Mitarbeiter ohne Zugriff zuhause sitzen.

Quant.Capital Management hat die eigenen Strukturen auf ihre Eignung für einen Shutdown analysiert und bereits entsprechend für Redundanzen, Fähigkeit für verteiltes Arbeiten und stabile, gesicherte Kommunikation gesorgt. Alle kritischen Prozesse wurden überprüft und wo notwendig auf die Krisenszenarien angepasst. Das betrifft zum Beispiel Backup- und Recovery-Prozesse, Vertretungsregelungen und alternative Kommunikationswege. „Solche Schritte sind für einen Risikomanager unabdingbar, denn wir sorgen dafür, dass die Risiken bei unseren Kunden gemanagt werden können“, so Mlinaric.

Ein umfassendes Risikomanagement hilft, die Leistungsfähigkeit von Unternehmen zu erhalten. „Das ist nicht nur für Versorgungswerke, Versicherungen oder Pensionskassen entscheidend, sondern für alle Unternehmen vom Mittelständler bis zum Weltkonzern“, sagt Mlinaric. „Risikomanagement bedeutet also nicht, dass wir eine negative Prognose abgeben. Risikomanagement ist eine wichtige Vorsichtsmaßnahme.“

 

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Quant.Capital Management GmbH, Speditionstraße 17, D-40221 Düsseldorf, Tel: +49 (0)211.635512-0, www.quantcapital.de

Für institutionelle Investoren wird die Integration der Faktoren Umwelt (Environment), Soziales (Social) und gute Unternehmensführung (Governance) in den Investmentprozess mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit.

 

„Wir sehen sehr deutlich, dass die Berücksichtigung von ESG-Kriterien bei Anlageentscheidungen eingefordert wird“, sagt Stephan Bannier, Country Head Deutschland und Österreich bei Legg Mason Global Asset Management. Und das betrifft mehr und mehr auch Investments in Emerging Markets.

Für Investoren sind langfristige Renditen, die Markenreputation und ein verringertes Anlagerisiko die wichtigsten Gründe für die Beurteilung der Chancen und Risiken von ESG-Faktoren. „ESG-Faktoren sind vollständig in die Anlageprozesse unserer Tochtergesellschaften eingebettet, da sie für die Fähigkeit eines Unternehmens, langfristig nachhaltige Erträge zu erzielen, entscheidend sind“, so Bannier.

Zu den größten Hindernissen für eine umfassende ESG-Integration gehören eine uneinheitliche Datenqualität, Bedenken über die möglichen Auswirkungen auf die Erträge und ein fehlender Konsens darüber, was ESG eigentlich bedeutet – was sich zum Beispiel in den unterschiedlichen Bewertungen von ESG-Rating-Anbietern zeigt. Sind diese Hürden schon für entwickelte Märkte nicht ohne Weiteres zu überwinden, stellen sie für die Emerging Markets besonders für weniger erfahrene Investoren erst recht eine Herausforderung dar.

Bei Legg Mason steht grundsätzlich die Unternehmensführung im Mittelpunkt der ESG-Analyse, da sie eine grundlegende Determinante für die langfristige Leistung und damit die Nachhaltigkeit eines Unternehmens ist. „Es gibt kein allgemeingültiges Modell für die Analyse von ESG und in Schwellenländern gilt dies angesichts der unterschiedlichen Traditionen und des unterschiedlichen Reifegrads der Unternehmen gleichermaßen“, erläutert David Sheasby, Head of Stewardship and ESG bei der Legg-Mason-Tochter Martin Currie. Daher konzentriere man sich auf die Kapitalallokation, die Zusammensetzung des Verwaltungsrates, die Qualität der Offenlegung und auch darauf, wie Minderheitsaktionäre in der Vergangenheit behandelt wurden. Erfahrungsgemäß gingen Mängel bei derartigen Governance-Themen oft mit schlechten Leistungen bei den ökologischen und sozialen Faktoren einher. „Der Faktor ‚Governance‘ lässt für uns also Rückschlüsse auf die anderen beiden ESG-Faktoren Umwelt und Soziales zu“, sagt Sheasby.

Dabei haben die Schwellenländer in den vergangenen Jahren große Fortschritte in Sachen ESG gemacht und eine Reihe von Unternehmen sind Global Leaders in ihren Branchen. Untersuchungen konnten belegen, dass die Schwellenländer bei Umwelt- und Sozialleistungen zu den Industrieländern aufgeschlossen haben, während sie – insgesamt gesehen – beim Thema Governance noch hinterherhinken. Auch wenn bereits beachtliche Fortschritte erzielt wurden, beobachtet Legg Mason (Martin Currie) immer noch eine große Bandbreite von ESG-Ansätzen auf Unternehmensebene, aber auch zwischen den Ländern. Bei einigen Themen gehen die Schwellenländer dagegen mit gutem Beispiel voran, wie etwa die integrierte Berichterstattung in Südafrika zeigt, die einen klaren ganzheitlichen Ansatz zu Strategie und Planung vermittelt sowie dazu, wie die Unternehmensressourcen für die Wertschöpfung genutzt werden. Hinsichtlich des Umweltaspektes muss hervorgehoben werden, dass viele Schwellenländer ihr Engagement für das Pariser Abkommen über den Klimawandel bekräftigt haben – nach der Entscheidung der USA, das Abkommen zu kündigen.

 

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Marktkommentar von Dr. Eduard Baitinger, FERI AG

 

Globale Virus-Ausbreitung zwingt Finanzmärkte zu neuer Risikobewertung

Schwellenländer werden überproportional belastet

„Super Tuesday“ in den USA mit politischem Überraschungspotential

Steigende Infektionszahlen in Süd-Korea, Japan und zuletzt auch in Italien verstärken Ängste vor einer globalen Ausbreitung des Coronavirus. Nach bereits schwachem Ausklang der Vorwoche verzeichneten deshalb die globalen Aktienmärkte zu Wochenbeginn erneut deutliche Kursabschläge. Gleichzeitig markieren die Anleihenmärkte vielfach neue Zinstiefpunkte, während der Goldpreis in Euro ein neues Allzeithoch erreichte. Vor dem Hintergrund dieser drastischen Kursmuster stellt sich die Frage, ob die heftigen Reaktionen der Märkte gerechtfertigt sind. In der Tat hätte eine Coronavirus-Pandemie sehr negative Folgen für die Weltwirtschaft. Der ökonomische Schaden entstünde weniger durch den Krankheitserreger selbst, sondern vor allem durch die erforderlichen Maßnahmen zur Eindämmung. In China haben massive Quarantäneschritte das wirtschaftliche Geschehen vielfach lahmgelegt. Auch die italienische Regierung hat in der wichtigen Industrieregion Norditalien ganze Bezirke abgeriegelt. Auf globaler Ebene wären die wirtschaftlichen Folgen solcher Maßnahmen ungleich größer.

Die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario ist seit kurzem deutlich gestiegen. Die jüngsten Kursverluste sind ein klares Signal dafür, dass die Gefahr einer globalen Pandemie, mit entsprechenden Folgen für die Realwirtschaft, von den Finanzmärkten neu bewertet wird. Wie weit die Korrekturen gehen können, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf der Epidemie ab. Hauptleidtragende des Coronavirus sind bislang Schwellenländeraktien, die gleich durch mehrere Effekte belastet werden. Zum einen durch die wirtschaftliche Dämpfung in China, zum anderen durch Unterbrechung oder Behinderung globaler Lieferketten, und schließlich auch durch den starken US-Dollar (USD), der den Schuldendienst für Auslandskredite deutlich verteuert.

„Super Tuesday“ als politischer Risikofaktor

Neben dem Coronavirus droht den Märkten auch aus der US-Innenpolitik Ungemach. Dahinter steht die Kandidatenkür der Demokratischen Partei für die diesjährige Präsidentschaftswahl. Aktuell hat der radikal-progressive Kandidat Bernie Sanders gute Chancen, die Vorwahlen für sich zu entscheiden. Sanders steht für harte Regulierungspolitik, was Gewinnmargen speziell im IT- und Gesundheitssektor drastisch schmälern würde. Obwohl dieses Risiko nicht unbekannt ist, haben die Finanzmärkte dies bislang kaum berücksichtigt. Dies könnte sich abrupt ändern, falls Sanders beim sogenannten „Super Tuesday“ am 3. März, wenn die Mehrheit der US-Staaten abstimmt, als klarer Favorit für die Nominierung hervorgeht. Neue Korrekturen und anhaltender Druck auf US-Aktien wären in diesem Szenario durchaus zu erwarten.

Über Dr. Eduard Baitinger

Dr. Eduard Baitinger ist seit 2015 Head of Asset Allocation in der FERI Gruppe. Er verantwortet den Bereich quantitative Asset Allocation der FERI Trust, wo er auch zahlreiche Forschungsprojekte steuert und koordiniert. In enger Abstimmung mit dem FERI-Vorstand und Chief Investment Officer, Dr. Heinz-Werner Rapp, vertritt er ferner die Anlagestrategie der FERI-Gruppe und deren Kommunikation an Mandanten und Kunden der FERI.

Vor seiner Tätigkeit bei FERI war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen und Finanzanalyst bei einem Asset Manager. 2010 schloss er sein Studium an der Universität Bremen, begleitet von einem Auslandsaufenthalt in New York, als Diplom Ökonom ab. 2014 promovierte Eduard Baitinger mit Auszeichnung über neue Ansätze für das quantitative Asset Management. Dr. Baitinger publiziert regelmäßig in akademischen Fachzeitschriften und fungiert als akademischer Gutachter.

 

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FERI AG, Haus am Park  Rathausplatz 8-10, 61348 Bad Homburg, Tel: +49 (0) 6172 916-0, Fax: +49 (0) 6172 916-9000, www.feri.de

Itzehoer Aktien Club: Es geht abwärts – und zwar rasant.

 

Das Corona-Virus hat zu einem Absturz an den Börsen geführt, der womöglich noch weitergeht. Also verkaufen, so schnell wie möglich? Bloß nicht, sagt Jörg Wiechmann, Geschäftsführer des Itzehoer Aktien Clubs (IAC). “Panik ist ein schlechter Ratgeber, im echten Leben ebenso wie an der Börse.” Was jetzt helfe, seien Gelassenheit und eine langfristige Perspektive.

Lange schien die Börse gegen das Corona-Virus immun zu sein, unbeeindruckt vom Ausbruch in China waren die Kurse bis weit in den Februar hinein auf Rekordjagd. Doch jetzt habe das Virus nicht nur die Medien infiziert, sondern auch Dow-Jones- und Dax-Index, sagt Wiechmann. Wichtig sei eine nüchterne Analyse: Jedes einzelne Opfer sei schlimm, aber die bislang zu erwartende Zahl der Toten weltweit liege deutlich unter der Opferzahl der Grippesaison 2017/18 in Deutschland – und die sei kaum beachtet worden. “Das eigentliche Problem am Corona-Virus geht daher möglicherweise weniger vom Virus selbst aus als vielmehr von unserer Reaktion darauf”, so Wiechmann.

Wirtschaft und Börse hätten auch die schwersten Seuchen überstanden, wie der Blick in die Geschichte zeige. Die aktuellen panischen Reaktionen mit Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft seien allerdings neu; daher lasse sich nicht vorhersagen, wie sich die Börse entwickeln werde, betont der IAC-Geschäftsführer. Sicher sei aber mit Blick auf die kommenden Jahre: “In dem Maße, wie die Sorgen mittelfristig verblassen, wird auch der aktuelle Kursabschlag an der Börse wieder aufgeholt werden.”

Einmal mehr schlage also die Stunde besonnener Langfrist-Investoren, sagt Wiechmann. Deshalb kann er Super-Investor Warren Buffett nur zustimmen. “Erschreckend” hatte dieser das Corona-Virus genannt. “Es sollte aber nicht das beeinflussen, was man am Aktienmarkt macht. Wenn Sie die Möglichkeit haben, etwas zu kaufen, das Ihnen gefällt, und es noch günstiger kaufen können, haben Sie Glück.”

 

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Itzehoer Aktien Club GbR, Viktoriastraße 13, 25524 Itzehoe, Tel: 04821-6793-0, Fax: 04821-6793-19, www.iac.de

Mit der weiteren Verbreitung des Coronavirus wächst die Sorge über die globalwirtschaftlichen Auswirkungen: Die Experten der Fixed Income Boutique von Vontobel Asset Management geben hierzu ihre Einschätzung wieder.

 

Mondher Bettaieb-Loriot, Head of Corporate Bonds, Vontobel Asset Management:

Italienische Unternehmensanleihen sollten sich resistent zeigen, da hier vor allem Banken, Versorger und Telekommunikationsunternehmen dominieren. Diese sind inländisch orientiert und nicht-zyklisch und sollten deshalb wenig unter den Auswirkungen des Virus zu leiden haben. Wir gehen davon aus, dass die Epidemie nur von kurzer Dauer sein wird, weshalb wir auch keine signifikanten Auswirkungen auf die Ratings erwarten. Aus diesem Grunde halten wir an unserer Position italienischer Unternehmensanleihen bis auf Weiteres unverändert fest.

Luc D`hooge, Head of Emerging Market Debt, Vontobel Asset Management:

In unseren Schwellenländer-Portfolios hatten wir Asien bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus aufgrund der hohen Bewertungen untergewichtet. Da Thailand besonders vom Ausbleiben chinesischer Touristen betroffen ist, haben wir in den vergangenen Wochen unser Exposure im thailändischen Baht reduziert. Wir sehen die Auswirkungen des Virus weiterhin nur als temporär an, was sich auch in der Einschätzung des Marktes widerspiegelt. Die Effekte auf die Spreads von Emerging Markets-Anleihen sind bisher gering. Allerdings können die kurzfristigen Auswirkungen in einzelnen Segmenten wie High Yield-Anleihen durchaus spürbar sein. Wir haben uns positioniert, um etwaige Marktschwächen für unsere Portfolios zu nutzen.

 

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Vontobel Holding AG, Gotthardstrasse 43, Ch-8022 Zürich, Tel: +41 (0)58 283 59 00, Fax: +41 (0)58 283 75 00, www.vontobel.ch

Das Coronavirus sorgt für Aufregung und so manche Merkwürdigkeiten an den Kapitalmärkten.

 

Um es aber vorwegzunehmen: Zu Hektik und Panik, wie sie insbesondere seit dem vergangenen Donnerstag vor allem an den Kapitalmärkten zu beobachten waren, besteht kein Anlass. Anleger sollten erst einmal auf Sicht fahren und sich Käufe ebenso wie Verkäufe an den Aktienmärkten gut überlegen. Denn wohl niemand kann momentan seriös vorhersagen, wie sich die Situation in den kommenden Tagen entwickeln wird.

Einige Überraschungen und eine große Erwartung – so agieren derzeit die Märkte

Worin bestehen nun die Merkwürdigkeiten rund um das Coronavirus und seine Auswirkungen auf die Kapitalmärkte? Zum einen war das Virus bereits ungefähr seit Mitte Januar in den Schlagzeilen. Der Volatilitätsindex V-DAX hatte zwar auch mit Ausschlägen darauf reagiert. Anschließend aber „normalisierten“ sich die Werte im V-DAX wieder. Aber am vergangenen Donnerstag schoss der Index dann wie aus dem Nichts auf einen Wert von über 40 hoch. Es ist nicht übertrieben, hier von einem regelrechten Volatilitätsschock zu sprechen. Wie meistens in solchen Fällen hilft allerdings auch hier eine historische Einordnung: Ein solcher Wert von über 40 im V-DAX kommt zwar nicht ständig vor, aber er war in den vergangenen Jahren durchaus öfter zu beobachten, nämlich in den Jahren 2011, 2015, 2016 und 2018.

Ein gewisses Überraschungspotenzial bietet auch die Tatsache, dass unter den Weltaktienmärkten am heutigen Morgen lediglich ein einziger Index im Plus notiert, nämlich der CSI 300. Also ausgerechnet ein Index aus dem Land, in dem das Coronavirus seinen Ausgangspunkt hatte: Der Volksrepublik China. Der Ausverkauf – und von einem solchen muss man angesichts der letzten Tage sprechen – hat vor allem in den USA und in Europa stattgefunden. So hat der DAX mit einem Minus von 15 Prozent in nur sechs Tagen den größten Kursrückgang seit 2011 hingelegt. Ein durchaus dramatischer Verlauf. Im S&P 500 vollzogen sich die Veränderungen in ähnlicher Geschwindigkeit.

Gerade in den USA spekulieren die Anleger nun gleich auf mehrfache Zinssenkungen durch die Federal Reserve. Dies verdeutlicht die drastisch gesunkene Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf einen Wert, der tiefer liegt als 2016! In der Eurozone sind die Erwartungen an die EZB hinsichtlich Zinssenkungen vergleichsweise geringer. Die Flucht in sichere Häfen ist aber dies- wie jenseits des Atlantiks unverkennbar. In das Bild einer äußerst aufgeregten Marktstimmung passen auch die gestiegenen Spreads im iTraxx Crossover.

Der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro hingegen lässt sich mit dem Begriff „Kurskapriolen“ am besten beschreiben. Angesichts der allgemeinen Marktentwicklungen wäre eigentlich ein festerer US-Dollar zu erwarten gewesen. Stattdessen notiert der Euro fester. Vermutlich wirken sich hier bereits die Erwartungen an die Fed hinsichtlich Zinssenkungen aus. Ähnliche Kapriolen schlägt auch der Goldpreis, eigentlich ja die klassische Assetklasse für Sicherheit. Ihr Preis sinkt statt zu steigen.

Fazit und Ausblick

Das Geschehen an den Märkten ist von Angst und Panik dominiert, und entsprechend hektisch geht es zu. Diese Hektik wird in den nächsten Wochen weiter anhalten. Dies bedeutet insbesondere weiterhin starke Kursschwankungen, noch verstärkt durch Handelsprogramme und Trendfolgesysteme. Die konjunkturellen Bremsspuren des Coronavirus sind noch nicht abschätzbar. Für Anleger kann das alles nur bedeuten: Kühlen Kopf bewahren, die Situation engmaschig beobachten und Überreaktionen vermeiden.

Ihr Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der St.Galler Kantonalbank Deutschland AG

 

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St.Galler Kantonalbank Deutschland AG, Prannerstraße 11, 80333 München, Tel: +49 (0)89 125 01 83-0, www.sgkb.de

Vorherige Sorglosigkeit mancher Investoren führt zu Überreaktionen

 

Ein Kommentar von Christian Wieschnewski, Portfoliomanager beim Bankhaus Bauer, zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Kapitalmärkte:

„Wenn Kapitalmärkte eines nicht leiden können, ist es Unsicherheit, gespeist vor allem aus dem Fehlen verlässlicher Informationen. Genau dieser Zustand liegt aber jetzt beim Coronavirus vor: Wohl kaum jemand kann das Ausmaß und die Dimensionen des Virus tatsächlich abschätzen. Das Gleiche gilt auch für die Auswirkungen auf Wirtschaft und Aktienmärkte. Dieses Gefühl der Unsicherheit wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass der eine oder andere Marktteilnehmer die Bedeutung des Themas bisher offenbar unterschätzt hat und sich jetzt einem Zustand des „bösen Erwachens“ befindet.

Investoren unterscheiden kaum zwischen unmittelbar und weniger betroffenen Unternehmen

Für eine daraus erwachsende gewisse Panik sprechen tatsächlich die Verkäufe in der Breite. Es fällt auf, dass die Investoren derzeit nur begrenzt zwischen stärker betroffenen und weniger betroffenen Unternehmen unterscheiden. Das wirkt sich naturgemäß auf die Aktienkurse aus. Wir haben daher bereits Mitte Februar sowie in der vergangenen Woche zweimal die Aktienquote über Absicherungsinstrumente reduziert.

Der Worst Case aus unserer aktuellen Sicht wäre eine weitere Kurskorrektur von etwa zehn Prozent in den europäischen und US-amerikanischen Leitindizes. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird das Ausmaß der Verbreitung außerhalb Chinas sein, insbesondere in Südkorea, Italien und weiteren Ländern Europas. Und natürlich ist es von zentraler Bedeutung, wie stark sich das Virus in den USA ausbreitet. Bislang scheint sich dies noch in Grenzen zu halten, und entsprechend überschaubar sind derzeit die Auswirkungen dieser Ausbreitung in den USA auf die weltweiten Aktienmärkte. Die weitere Entwicklung muss aber auch hier genau beobachtet werden.

Zinssenkungen in den USA sind wahrscheinlich, aber in ihrer Wirkung überschaubar

Wir gehen davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen senken wird, um die Folgen des Coronavirus abzufedern. In konjunktureller Hinsicht wird diese Maßnahme vermutlich aber wenig bringen. Aktuell geht es ja nicht darum, dass den Unternehmen der Wille zum Handeln fehlt. Das Problem ist vielmehr: Ihnen sind durch das Coronavirus schlicht die Hände gebunden. Eine Zinssenkung in den USA führt beispielsweise nicht dazu, dass Produkte aus China schneller kommen. Davon abgesehen können sich Zinssenkungen aber durchaus kursstützend auswirken. Und diese Wirkung wird vermutlich langfristiger anhalten als das Coronavirus selbst. Denn voraussichtlich werden solche Zinssenkungen nicht so schnell wieder korrigiert werden. Dann ist das Virus auf den Aktienmärkten irgendwann „abgehakt“, aber die Notenbanken agieren mit ihrer Geldpolitik noch expansiver als vorher.

Insgesamt sollte man nach aktuellem Stand in Bezug auf die langfristigen Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft und die Kapitalmärkte die Kirche im Dorf lassen: Megatrends wie die Digitalisierung oder der sozio-demografische Wandel sind intakt und werden auch durch das Coronavirus nicht aufgehalten. Insofern bietet das aktuelle Niveau mittelfristig wieder gute Chancen. Bei einer Entspannung der Lage und einem damit einhergehenden Rückgang der Neuinfektionen streben wir daher eine erneute Erhöhung der Aktienquote an.“

 

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Bankhaus Bauer, Lautenschlagerstr. 2, 70173 Stuttgart, Tel: 0711 182990, www.bankhausbauer.de

Die wichtigsten Aktienmärkte haben in der vergangenen Woche rund 12 Prozent verloren. Auf institutionelle wie private Portfolios schlugen diese Verluste je nach Risikoneigung oder Absicherung mehr oder weniger stark durch.

 

„Tatsächlich lohnt es sich immer noch, eine Absicherungsstrategie zu nutzen, um weitere Verluste zu verringern“, sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH. „Denn was viele vergessen: Noch immer liegen die Kurse im S&P 500 höher als im gesamten Jahr 2018.“

Wer die aktuelle Marktentwicklung im längerfristigen Kontext betrachtet und sich statt auf Emotionen auf reine Zahlen und Fakten konzentriert stellt fest, dass eigentlich gar nicht viel passiert ist. Natürlich beeinflussen uns jüngere Ereignisse stärker als weiter zurückliegende und Verluste schmerzen mehr, als Gewinne Freude bereiten. „Doch angesichts der jüngsten Zahlen muss man sagen, dass die Situation noch nicht dramatisch ist“, sagt Mlinaric. Noch immer steht der S&P 500 höher als am höchsten Tag 2018. Über die vergangenen zwölf Monate gerechnet liegt der S&P noch 5,4 Prozent im Plus. „Dazu kommt, dass die Bewertung, etwa am Beispiel des Shiller PE für US-Aktien, zwar von 31,1 Ende Januar auf jetzt 28 gefallen ist“, sagt Mlinaric. „Trotzdem liegt sie immer noch weit über ihrem langjährigen Mittelwert von rund 17.“ Seit Ende des zweiten Weltkriegs liegt dieses KGV im Mittel etwas höher bei 19. Mit anderen Worten: Würde der S&P 500 in einen Bereich von 1.800 bis 2.000 Punkten fallen, wäre er im historischen Maßstab immer noch fair bewertet.

Ähnliches gilt für den Dax: Über die vergangenen zwölf Monate gerechnet liegt der DAX noch 2,6 Prozent im Plus und steht damit auf dem Niveau von Ende Januar 2019. Dieser Stand markierte das Ende einer der stärksten Erholungsrallys, die bis dahin zu beobachten waren. „Die Botschaft ist: Eigentlich ist noch gar nicht so viel passiert“, sagt Mlinaric. Das aber kann durchaus noch kommen, denn die Bewertungen sind im historischen Vergleich immer noch sehr hoch, die Weltkonjunktur schwächelte bereits vor der Covid-19-Krise und diese wird ihre eigentlichen Folgen erst in den kommenden Wochen offenbaren. Während die wichtigsten Zinsmärkte bereits im Krisenmodus sind, haben die Aktienmärkte eine mögliche Rezession noch nicht eingepreist.

„Die realwirtschaftlichen Folgen des Virus-Ausbruchs sind weltweit zu spüren“, sagt Mlinaric. „Anders als von manchen Analysten erwartet, wird es lange dauern, bis die negativen Folgen für die Wachstumserwartungen kompensiert sind.“ Derzeit läuft die Weltwirtschaft in eine Rezession, ausgelöst durch die anhaltenden Produktionsstopps in China, die empfindliche Störung von globalen Lieferketten und weitreichende Reisebeschränkungen. „Mit der fortschreitenden Ausbreitung des Virus in anderen Ländern, vor allem in der EU, in Japan und im Iran, werden auch hier drastische Schutzmaßnahmen diskutiert werden und den Druck auf die Weltwirtschaft erhöhen“, so Mlinaric.

Ein reagibles Risikomanagement hat bereits jetzt zumindest einen Teil der Verluste aufgefangen. „Gerade für institutionelle Anleger mit regelmäßigen Zahlungsverpflichtungen ist es entscheidend, dass die Handlungsfähigkeit gewahrt bleibt“, sagt Mlinaric. Niemand könne mit Sicherheit sagen, wie sich die Märkte weiter entwickeln werden. „Wir sehen drei Szenarien: Eine schnelle V-förmige Erholung, ein wegen der zu erwartenden Rezession längerdauerndes Seitwärtsschieben oder eine Bullenfalle, die in einen weiteren Absturz mündet“, so Mlinaric. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit für eine schnelle und vollständige Erholung der Weltwirtschaft am geringsten. Hiervon unabhängig dürfte die Reaktion der Aktienmärkte kurzfristig durch die zeitnahen Reaktionen der Notenbanken getrieben werden. Die Wahrscheinlichkeit für einen deutlichen Zinsschnitt der Fed ist in der vergangenen Woche deutlich angestiegen.

„Die Absicherung von Portfolios ist wie eine Versicherung: Wenn nichts passiert, ärgert man sich über den Aufwand. Passiert aber etwas, ist man mehr als froh, die wirtschaftlichen Folgen abschwächen zu können“, sagt Mlinaric.

 

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Während Zinsmärkte, Öl und Gold ein deutlich gestiegenes Rezessionsrisiko signalisieren, befinden sich viele Aktienmärkte immer noch nahe ihrer historischen Höchststände.

 

Bislang stützen sich die meisten Volkswirte auf Annahmen, dass die Einbußen durch das Covid-19-Virus nicht zu einer Rezession der Weltwirtschaft führen. „Die echten Zahlen aber zeigen das Gegenteil“, sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH.

Auch wenn die Volatilität in den vergangenen Tagen etwas angezogen hat: Die Aktienmärkte preisen zu viel Optimismus ein. Sie erwarten, dass die aktuelle Covid-19-Krise nur eine Randnotiz in der Weltwirtschaft bleibt. „Das aber ist fast blauäugig“, so Mlinaric. „Schon heute sind die Folgen kaum noch aufzuholen.“

Die staatlich verordnete Verlangsamung des öffentlichen Lebens und Wirtschaftens, die nach China nun auch Südkorea und Italien betrifft, hinterlässt sichtbare wirtschaftliche Spuren: In China sind nur rund 40 Prozent der Arbeiter an den Arbeitsplätzen, der Output liegt in viele Sektoren über 80 Prozent niedriger als im Vorjahr, globale Lieferketten sind gestört, der Tourismus liegt in weiten Teilen Asiens am Boden. Quarantänemaßnahmen und Betriebsschließungen betreffen jetzt auch Südkorea und Italien. Mlinaric: „Je länger diese Situation anhält, desto mehr wirtschaftliche Aktivität geht den betroffenen Volkswirtschaften verloren.“ Über die gestörten Lieferketten setzen sich diese Effekte weiter fort.

Viele Volkswirte gehen noch davon aus, dass der größte Teil dieser verlorenen Aktivität im Laufe der Zeit aufgeholt werden kann. Sie nehmen dafür unter anderem die SARS-Epidemie von 2003 als Vorlage. Damals konnte ein (noch) gering verschuldeter chinesischer Staat durch massive Förderprogramme die gebremste Wirtschaft wieder beschleunigen. Dabei führte die SARS-Epidemie aber nie zu einem vollständigen Stopp der Wirtschaft, wie dies heute in China zu beobachten ist.

Dieser vollständige Stopp führt zu schwerwiegenden Konsequenzen in vielen Branchen: Eine Automobilfabrik, die normalerweise im Drei-Schicht-Betrieb arbeitet, wird einen Produktionsausfall von zwei Monaten nicht durch eine Verdoppelung der Produktion in den kommenden zwei Monaten kompensieren können. Unternehmen, die aufgrund des Stillstands in die Insolvenz rutschen, werden nicht über Nacht wieder aufgebaut.

In einem sehr optimistischen Szenario, in dem die Parteiführung die sofortige Aufhebung aller Zwangsmaßnahmen beschlösse, würde es einige Wochen dauern, bis alle Arbeiter wieder an ihren Arbeitsplätzen wären und alle Lieferketten wieder normal liefen. Bei einer Normalisierung ab Mitte März würde das einen Zeitraum von gut zwei Monaten bedeuten, in dem die Wirtschaft nur mit etwa halber Kapazität liefe. Per Saldo ginge der chinesischen Volkswirtschaft ein Monat an Wirtschaftsleistung verloren. „Wie viel davon aufgeholt werden kann, ist fraglich“, so Mlinaric. „Entgegen den Schätzungen vieler Analysten, die ihre Wachstumsprognosen für China von 5,5 bis 6,0 Prozent auf immer noch beachtliche 4,0 bis 4,5 Prozent reduziert haben, würde ein solcher Wegfall an wirtschaftlicher Leistung sicher in einer Kontraktion, einer Schrumpfung, münden.“

China trug bis vor Kurzem noch etwa einen Prozentpunkt zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei. Dieser Beitrag könnte schon jetzt verloren sein, der IWF müsste seine globale Wachstumsprognose von aktuell 3,3 Prozent entsprechend anpassen. Folgeeffekte in Staaten, die einen bedeutenden Teil ihrer Vorprodukte aus China beziehen, und Staaten, für die China ein bedeutsamer Absatzmarkt ist, also faktisch alle Industrienationen, würden weiter zur Verlangsamung des BIP-Wachstums beitragen. Jede Verlängerung der Krise reduziert die Chance auf eine Aufholung der auflaufenden Verluste und schlägt entsprechend direkt auf das BIP-Wachstum durch. Hongkong hat die Wiederaufnahme des Schulbetriebs gerade auf Mitte April verschoben. „Tatsächlich befinden wir uns noch in einer Phase der Ausbreitung: Südkorea, Italien, Iran, Japan oder auch viele Staaten in Afrika melden steigende Zahlen. Eine Einschätzung darüber, wann eine Rückkehr zur Normalität möglich sein wird, wird immer schwieriger“, so Mlinaric.

Bei den weiteren Faktoren, die der IWF bei seiner Bewertung einer möglichen Rezession neben dem BIP-Wachstum berücksichtigt, sieht es ebenfalls nicht gut aus. Der Welthandel war schon vor Covid-19 seit Monaten rückläufig und kollabiert nun in einigen Bereichen geradezu. Die Nachfrage nach Öl ist rückläufig, das zeigt der Ölpreis eindringlich. Die Industrieproduktion wird unter den gestörten Lieferketten leiden und die Arbeitslosigkeit steigen. „Die Weltwirtschaft ist aktuell auf dem Weg in eine Rezession. Zumindest die Aktienmärkte scheinen das zurzeit nicht ausreichend zu berücksichtigen“, sagt Mlinaric.

 

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Thomas Völker, Vorstand Moneyfarm Deutschland AG und Andreas de Maria Campos, Portfoliomanager von AllianzGI für Moneyfarm

 

Das Auftreten von Coronavirus-Fällen in Europa ist verständlicherweise mit Besorgnis betrachtet worden. Angesichts des Umfangs der Präventivmaßnahmen, die von den Behörden zu Recht zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und zur Eindämmung der Infektionen ergriffen wurden, ist die Reaktion nicht überraschend.

Die globalen Kapitalmärkte hatten bisher das mit der Epidemie verbundene Risiko weitgehend ignoriert. Heute jedoch haben sich die Schwankungen verstärkt. Es besteht die Sorge, dass sich die Ausbreitung des Virus, die sich in China gerade erst verlangsamt, in anderen Regionen fortsetzen könnte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vorausgesagt, dass eine weltweite Ausbreitung des Virus das globale Wirtschaftswachstum beeinträchtigen könnten. Vor dem Hintergrund allgemein hoher Bewertungen und angesichts der Tatsache, dass sich Unternehmenszahlen und ökonomische Fundamentaldaten nach zwei volatilen Jahren in einem zerbrechlichen Gleichgewicht befinden, ist jedes Risiko für das globale Wachstum natürlich besorgniserregend.

Extreme Vorsichtsmaßnahmen sind aus Sicht der öffentlichen Gesundheit angebracht. Für die Anleger ist es jedoch wichtig, unüberlegte, kurzfristige Reaktionen auf vorübergehende Schwankungen an den Märkten zu vermeiden und sich stattdessen auf langfristige Auswirkungen zu konzentrieren. Ohne viele Spekulationen darüber, wie sich die Situation entwickeln könnte, sind hier einige wichtige Punkte die Anleger beachten sollten:

  • Die Ausbreitung der Infektion außerhalb Chinas ist keine überraschende Entwicklung. Es wäre nur vernünftig, in den kommenden Wochen mit weiteren Ausbrüchen auf der ganzen Welt zu rechnen.
  • Andererseits sind die Fälle außerhalb Chinas (das gilt sowohl für Korea, Italien, Singapur und Iran) noch ziemlich begrenzt. Das Virus wird – soweit wir wissen – in allen Gebieten außerhalb des Epizentrums der Region Wuhan erfolgreich eingedämmt. In keiner anderen Region oder in keinem anderen Land wurden aktuell mehr als 1.300 Infektionen verzeichnet.
  • Das soll nicht bedeuten, dass man sich nicht auf das Schlimmste vorbereiten sollte. Anleger sind aber gut beraten reflexartige Reaktionen zu vermeiden und sich auf solide Risikokontrolle, Risikomanagement und Ihre Investitionsziele zu konzentrieren, insbesondere wenn sie langfristige Ziele verfolgen.
  • In China scheint sich die Ausbreitung der Fälle deutlich zu verlangsamen. Die folgende Grafik zeigt die Anzahl der derzeit registrierten Fälle. Seit dieser Woche scheint es auch, dass die Wirtschaftstätigkeit wieder zu erwachen beginnt. Obwohl wir Verzögerungen bei der Veröffentlichung einiger Wirtschaftsdaten durch die chinesischen Behörden feststellen, gibt es Anzeichen für eine teilweise Rückkehr zur Normalität in China.

Welche Auswirkungen hat dies auf die Portfolios?

Der DAX verlor am Montag 4%. Seit dem Brexit-Referendum haben wir keinen Tagesverlust in dieser Größenordnung gesehen, dennoch kann es sich lohnen, die Zahl in einem breiteren Kontext wie den MSCI World (netto, in Euro) zu stellen. Der weltweite Index musste auch 2019, einem der stärksten Börsenjahre der jüngeren Vergangenheit, im Mai und August zwei Rücksetzer in Höhe von jeweils 6% verkraften. Im vierten Quartal 2018 verlor der MSCI World sogar zeitweilig 17%. Wir befinden uns also noch in einem überschaubaren Schwankungsbereich an den Märkten mit Indexständen, die mit denen von Ende Januar vergleichbar sind.

Entscheidend ist nun, wie sich das Corona-Virus ausbreitet und welche Lähmungserscheinungen auf die Wirtschaft übergreifen: Je mehr Krisenherde sich weltweit bilden, desto mehr leidet die Wirtschaft. Je länger die Situation andauert, desto einschneidender werden die Konsequenzen. Denn es ist selten, dass ein exogener Schock sich gleichzeitig auf die Angebots- (globale just-in-time Lieferketten werden unterbrochen) und Nachfrageseite (Rückgang des Konsums in zahlreichen Branchen) der Wirtschaft auswirkt. Wie sich die Situation aber tatsächlich entfalten wird, bleibt abzuwarten. Stabilere Wirtschafts- und Gewinndaten, die Beruhigung vieler politischer Risiken sowie die Unterstützung der Notenbanken weltweit haben den Märkten Rückenwind gegeben – mit der seit Oktober erhöhten Aktienquote konnten wir davon auch in unseren Portfolios profitieren.

Im aktuellen Umfeld stellen wir die Portfolios nun geografisch und mit zusätzlichen Zielfonds noch etwas breiter diversifiziert auf und setzen dabei auf ein ausgewogenes, tendenziell etwas verringertes Risikoprofil.

„Darüber hinaus vertrauen wir fest auf die Expertise der Teams hinter den von uns sorgfältig ausgewählten aktiv gemanagten Fonds, welche ebenfalls die Situation an den Märkten bewerten und sich darauf einstellen werden. Unsere Kunden sehen sich somit doppelt geschützt gegen die Turbulenzen von morgen und wissen ihr Vermögen stets bestens betreut“, fasst Thomas Völker die Maßnahmen von Moneyfarm zusammen

 

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MFM Investment GmbH, Mainzer Landstraße 250-254, 60326 Frankfurt am Main, Tel: 069 3807 6632, www.moneyfarm.de

Marktkommentar von Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel

 

Trotz der steigenden Unsicherheit aufgrund der zunehmenden Corona-Infektionen haben die internationalen Aktienmärkte lange Ruhe bewahrt und sogar vielfach neue Rekorde eingestellt. Scheinbar rechneten viele Anleger mit einem baldigen Höhepunkt der Neuinfektionen und fokussierten sich auf die zu erwartenden Nachholeffekte ab dem zweiten Quartal 2020. Nachdem der Virus aber den Sprung über die chinesischen Grenzen schaffte und sogar massiv in Europa – allen voran Italien – angekommen ist, sieht die Lage anders aus. Mittlerweile sind die realwirtschaftlichen Gefahren einer weiteren globalen Ausbreitung offensichtlich. Besonders gravierend ist, dass es sich gleichzeitig um einen Angebots- und Nachfrageschock handelt. Allein der schon heute absehbare deutliche Rückgang des chinesischen BIP-Wachstums im ersten Quartal beeinflusst wirtschaftlich eng mit China verbundene Volkswirtschaften negativ. Sollten ähnliche Entwicklungen auch in anderen Teilen der Welt für großflächigen Quarantänemaßnahmen, zusätzliche Produktionsunterbrechungen, eingestellte Flugverbindungen und weitere Reisestornierungen sorgen, wäre in Deutschland ein negatives Wachstum im ersten Quartal wahrscheinlich. In diesem Fall dürfte auch der heute mit 96,1 Punkten überraschend positive ifo-Geschäftsklimaindex wieder nachgeben. Mit den bisher erwarteten knapp 15 Prozent aggregierten Gewinnsteigerungen der DAX-Unternehmen ist vor diesem Hintergrund nicht mehr zu rechnen.

 

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DONNER & REUSCHEL AG , Privatbank seit 1798 , Ballindamm 27, D-20095 Hamburg Tel: (040) 30 217.5337, Fax: (040) 30 217.5600, www.donner-reuschel.de

Die US-Notenbank hält die Leitzinsen als einzige der Großen derzeit noch im positiven Bereich.

 

Im nächsten wirtschaftlichen Abschwung könnte auch die Fed gezwungen sein, negative Zinsen einzuführen. „Die Angst davor ist groß, die Auswirkungen müssen aber nicht negativ für die Märkte sein“, sagt Michael Bazdarich, Mitglied des Pension Solutions Team bei Western Asset. Dafür sind allerdings einige Bedingungen zu erfüllen.

„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis negative Zinsen auch in den USA Einzug halten“, sagt Bazdarich. In der Eurozone und in Japan sind die Negativzinsen bereits seit Jahren gang und gäbe. „Die EZB arbeitet seit 2014 mit Minuszinsen, die japanische Notenbank seit 2016“, so Bazdarich. Die Notenbanken wollen auf diese Weise die schwache Wirtschaft ankurbeln und einen Absturz in eine Rezession verhindern. Ob die Negativzinsen hier wirklich hilfreich sind, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

In jedem Fall aber zeigen die Beispiele aus Europa und Japan, wie Unternehmen, Banken und der Staat mit negativen Zinsen umgehen. „Daraus lassen sich Rückschlüsse für die USA ziehen“, sagt Bazdarich. Sicher sei, dass der Ruf nach weiteren Zinssenkungen kommen werde, vor allem vonseiten der Politik, sobald die wirtschaftliche Dynamik nachlasse. „Und rein technisch werden auch die US-Banken keine Probleme haben, mit Minuszinsen umzugehen“, so Bazdarich.

Bei Anleihen ist es ganz einfach: Da ein negativer Kupon nicht ausgeschrieben werde, rutschten die Renditen einfach über höhere Kurse ins Minus. „Bei Pensionsverpflichtungen und Versicherungen ist es etwas komplexer“, sagt Bazdarich. Hier verlängern sich Laufzeiten und die Bewertungen steigen. Bei Geldmarktfonds sieht man eine andere Möglichkeit: Hier werden nicht die Renditen ins Minus gedrückt, sondern die Zahl der Fondsanteile für die Investoren verringert – was einer negativen Rendite gleichkommt. „In den USA wird durchaus ernsthaft diskutiert, ob negative Zinsen rechtlich zulässig sind“, sagt Bazdarich. „Dies ist aus unserer Sicht aber mit einem klaren ja zu beantworten.“

In den USA liegen die Leitzinsen derzeit bei 1,75 Prozent. „Um eine Rezession abzumildern oder zu verhindern, hat die Fed in den vergangenen Abschwüngen jeweils Zinskürzungen von mehr als 500 Basispunkten vorgenommen“, sagt Bazdarich. In der nächsten Abkühlung hat die Fed also nur zwei Möglichkeiten: „Entweder sie tut nichts, um die Wirtschaft zu stützen. Oder sie geht in die Minuszinspolitik“, so Bazdarich. „Wir gehen davon aus, dass der Druck der Politik und der Märkte so groß sein wird, dass die Fed ins Minus gehen wird.“

Anders als in Europa und Japan, wo sich Investoren wie weite Teile der Bevölkerung recht reibungslos mit Minuszinsen abgefunden haben, könnten die Vorbehalte in den USA aber größer sein. „Wir gehen davon aus, dass die Einführung von Negativzinsen nicht ohne großen Aufschrei verläuft“, sagt Bazdarich. Möglich ist auch, dass die Menschen dann anfangen, große Mengen Bargeld zu horten. „Das aber liefe der Absicht der Notenbanken entgegen“, so Bazdarich. Bargeld in Schließfächer zu stecken, sei kontraproduktiv für die Wirtschaft. „Es geht darum, möglichst viel Geld in produktivere Assets zu bekommen, etwa an den Aktienmarkt“, sagt Bazdarich. Deshalb werde das Horten von Bargeld erschwert. In Europa etwa sei der 500-Euro-Schein bereits aus dem Verkehr gezogen worden. „Ähnliches wird auch in den USA diskutiert“, sagt Bazdarich. Wenn auch auf beiden Seiten des Atlantiks eher mit der Begründung des Kampfes gegen Kriminalität und Geldwäsche. „Wobei die Geld-Horter oder deren Helfer vielleicht auch bald schon als unerwünscht gelten werden“, sagt Bazdarich.

 

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Legg Mason Investments (Ireland) Limited, Messe Turm 21. Etage, Friedrich-Ebert-Anlage 49, 60308 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 719 143 720, www.leggmason.de

Die internationale Fondsgesellschaft Comgest ist im Rahmen des Capital Fonds Kompass auch in diesem Jahr in der Kategorie der „Spezialisten“ ausgezeichnet worden.

 

Mit einem zweiten Platz hat die auf Qualitätswachstum basierende Anlagestrategie der Fondsboutique abermals überzeugen können, mit der die Gesellschaft bereits in den vergangenen fünf Jahren drei Mal den Gesamtsieg erringen konnte. Ein entscheidender Grund für die diesjährige Platzierung ist aus Sicht von Capital die langjährige Stabilität des Fondsmanagements: „Die Aktien-Spezialisten aus Paris haben das Rezept für dauerhaften Erfolg gefunden.“

Besonders hervorgehoben wurden in der Auswertung der Comgest Growth Europe (ISIN: IE0004766675), der Comgest Monde C (ISIN: FR0000284689) sowie der Comgest Growth Japan (ISIN: IE00BYYLPW33).

„Wir sind sehr stolz darauf, auch in diesem Jahr durch die Auszeichnung im Rahmen des Capital Fonds Kompass zu den besten Fondsgesellschaften in Deutschland zu zählen“, sagte Thorben Pollitaras, Deutschland-Geschäftsführer von Comgest. „Unsere Strategie, auf Titel mit Qualitätswachstum zu setzen, ist der Schlüssel unseres langjährigen Erfolgs und wird es auch zukünftig bleiben.“

Das Wirtschaftsmagazin Capital ermittelt seit 2003 in Kooperation mit dem Fondsanalysehaus Scope-Analysis (vormals Feri EuroRating Services) und den Service-Experten von Tetralog Systems das Ranking der 100 wichtigsten deutschen und ausländischen Fondsgesellschaften in Deutschland. Während Scope die Fondsqualität, die Produktpalette und das Management analysiert, untersucht Tetralog Systems den Kundenservice, die Verfügbarkeit von Informationen und das Internet-Angebot. Bei der Auszeichnung im Rahmen des Capital Fonds Kompass wird zwischen zwei Kategorien unterschieden: Universalisten (Anbieter mit mindestens 34 hierzulande vertriebenen Publikumsfonds) und Spezialisten mit einem kleineren Fondsangebot.

 

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Comgest Deutschland GmbH, Sky Office, Kennedydamm 24, D-40476 Düsseldorf, Tel.: +49 21144038721, www.comgest.com

Unigestion-Marktanalyse

 

In der heutigen Welt der Hyperinformation ist es für Anleger besonders schwierig, zwischen Rauschen und Fundamentaldaten zu unterscheiden. Die Marktstimmung, die in Echtzeit von Schlagzeilen und Tweets angefacht wird, kann die fundamentalen Makrodaten durchaus dominieren. Wir wollen die Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft und das Leben der Betroffenen in keiner Weise beschönigen, aber wir glauben im Moment noch, dass der Einfluss des Virus eher von kurzer Dauer sein wird und mit Blick über die nächsten Wochen hinaus eher keine grundlegende Veränderung darstellen wird. Vor diesem Hintergrund droht den Staatsanleihen, die sich aufgrund der Virus-Angst stark erholt haben, nun Gegenwind am Horizont.

Virus-Sorgen gehen zurück, aber nicht weg

Achtet man nur auf die Schlagzeilen, um dem Coronavirus folgen, so ist die Verwirrung vorprogrammiert. Denn nur dramatische Storys generieren mehr Leser und damit mehr Einnahmen. Wir verfolgen stattdessen die Ausbreitung des Virus anhand von Daten des Zentrums für Systemwissenschaft und -technik der Johns Hopkins University und achten dabei besonders auf die tägliche Wachstumsrate der bestätigten Fälle. Obwohl die Daten natürlich revidiert werden können, zeigen sie eine deutliche Verlangsamung der Verbreitung des Virus in China: In den letzten sieben Tagen haben die bestätigten Fälle im Durchschnitt um weniger als 2% zugenommen. Der Anstieg der bestätigten Fälle am 13. Februar (34% Tag für Tag) kam etwas mehr als zwei Wochen nach dem vorherigen signifikanten Anstieg der bestätigten Fälle am 27. Januar (63% Tag für Tag), was der Inkubationszeit des Virus entspricht. Daher wäre es nicht überraschend, wenn es in etwa einer Woche zu einem weiteren starken Anstieg kommt, und wir werden genau beobachten, ob er unter der Rate vom 13. Februar liegt.

Außerhalb Chinas nimmt die Zahl der bestätigten Fälle zu, was zu einem erneuten Anstieg der Risk-Off Stimmung führt. Allerdings ist es wichtig, sich vor Augen zu halten, dass diese Zahlen derzeit noch niedrig sind, dass über das Virus heute mehr bekannt ist als zu seiner Zeit in China, und dass die Länder, die am meisten betroffen sind (Japan, Südkorea und Singapur), über gut entwickelte Gesundheitssysteme verfügen. Dennoch verfolgen wir die Ausbreitung des Virus außerhalb Chinas genau, insbesondere in Ländern mit hoher Bevölkerungsdichte und weniger entwickelten Gesundheitssystemen.

Es ist derzeit schwierig, die Auswirkungen des Virus auf das Wirtschaftswachstum zu messen. Zwar gibt es keine alarmierenden Schlagzeilen über Unterbrechungen in der Lieferkette, während chinesische Fabriken teilweise wieder öffnen, aber der Rückgang der US-PMIs am vergangenen Freitag ist besorgniserregend. Unser Growth-Nowcaster zeigt noch keine großen Auswirkungen des Virus auf das chinesische oder globale Wachstum, sollte dies jedoch tun, wenn der Virus weiter besteht und das Wachstum spürbar nachzulassen beginnt. Die chinesische Notenbank PBOC hat und wird auch weiterhin eine expansive Geldpolitik verfolgen, um dem von China ausgehenden Nachfragerückgang entgegenzuwirken. Im weiteren Sinne ist die globale Geldpolitik auf eine Lockerung ausgerichtet, was das Wachstum unterstützen wird, falls das Virus fortbesteht und sich in eine Rezessionsgefahr verwandelt.

Aktien und Anleihen sind nicht einverstanden

Aktien- und Anleiheanleger scheinen die Auswirkungen des Virus sehr unterschiedlich einzuschätzen: Trotz eines Anstiegs der realisierten Volatilität haben die Aktienmärkte (insbesondere in den Industrieländern) in den letzten Wochen neue Höchststände erreicht. Der VIX-Index stieg Ende letzter Woche über 17, liegt jedoch deutlich unter dem Niveau von August 2019 inmitten des Handelskrieges zwischen den USA und China (24,6) oder Ende Dezember 2018, als die Märkte von Rezessionsängsten erfasst wurden (36). Die impliziten Gewinnwachstumsraten für Aktien bleiben auch für den MSCI EM-Index stark positiv (etwa 5% im nächsten Jahr). Die Sicht des Aktienmarktes scheint klar: Coronavirus ist ein Risiko, sollte aber das günstige Umfeld für Unternehmensgewinne und Aktienkurse nicht beeinträchtigen.

Gleichzeitig sind die Anleiherenditen gesunken, wobei die 10-Jahres-Rendite der USA auf 1,47% und die 30-Jahres Rendite auf ein historisches Tief von 1,91% gesunken ist. Ausschlaggebend dafür waren die realen Renditen. Die 10-Jahres Rendite ist um 40 Basispunkte niedriger als vor der Bekanntgabe des Virus, davon 25 Basispunkte aus den realen Renditen, die jetzt negativ sind. Die 5-Jahres-Rendite ist um 34 Basispunkte gesunken, wobei die entsprechende 5-Jahres-Rendite um 28 Basispunkte auf -0,3% fiel. Am kurzen Ende der US-Zinskurve sind jetzt zwei Senkungen für 2020 eingepreist. Während die Renditekurve noch etwa 12 Basispunkte von einer Inversion entfernt ist (auf Basis der 10 minus 2-Jahres-Renditen), geben die Anleiheanleger ein klares Signal, dass das Virus einen bedeutenden, nicht vorübergehenden negativen Einfluss auf das Wachstum haben wird.

Anleihen droht eine Umkehrung der Angstprämie

Aus unserer Sicht scheinen Anleihen derzeit einem höheren Risiko ausgesetzt zu sein als Aktien. Der Fokus auf das Virus hat die Aufmerksamkeit von den relativ positiven Wachstumsdaten, die wir in den letzten Wochen gesehen haben, abgelenkt, da die Anleger nun auf die nächste schlechte Nachricht warten. Die Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus konzentrierte sich auch weitgehend auf den Nachfrageschock und weniger auf den potenziellen Inflationsdruck aufgrund niedriger Lagerbestände und reduzierter Kapazitäten (obwohl der Rückgang der Ölpreise ein großer Ausgleichsfaktor für die Inflation ist). Zwar wirkte sich die Neuausrichtung der Portfolios nach der Aktien-Rallye von 2019 positiv auf die Zuflüsse von Anleihen dieses Jahr aus, doch die Renditen folgten genau der Entwicklung des Virus. Daher glauben wir, dass die Anleihenrallye eher durch Angst als durch eine Veränderung der zugrunde liegenden Fundamentaldaten angetrieben wird und sich daher wahrscheinlich abrupt umkehren wird, wenn sich diese Ängste auflösen.

 

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Deutschland bei Investoren sehr beliebt

 

Insgesamt 2.515 PE-Deals in Europa, 16 Prozent mehr als 2018 / Europäische PE-Investoren 2019 mit 260 Milliarden Euro an Unternehmenskäufen und -verkäufen beteiligt / Brexit mit Folgen vor allem für den PE-Markt in UK / Deutschland bei europäischen Finanzinvestoren ganz oben auf der Liste

Der europäische Private-Equity-(PE)-Markt blieb 2019 auf sehr hohem Niveau:

Im vergangenen Jahr fanden in Europa insgesamt 2.515 Transaktionen mit PE-Beteiligung statt – 16 Prozent mehr als 2018. Finanzinvestoren beteiligten sich mit insgesamt 260 Milliarden Euro am Kauf und Verkauf von Unternehmen. Das Deal-Volumen war damit nur leicht geringer als im Rekordjahr 2018; damals waren es 262,1 Milliarden Euro. Dies sind einige der Kernergebnisse des “Private Equity Trend Report 2020” der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Für die Studie hat PwC 250 europäische PE-Investoren zu den wichtigsten Branchentrends befragt.

Buyouts in Volumen und Anzahl gestiegen, Exits weiter auf schwachem Niveau

Insbesondere die Zahl der Unternehmenskäufe (“Buyouts”) ist 2019 gestiegen. So lautet ein weiteres Ergebnis der Studie. Das Transaktionsvolumen wuchs dabei um 26 Prozent auf insgesamt 1.973 Deals, der Wert stieg um 15 Prozent auf insgesamt 200,7 Milliarden Euro. Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC Deutschland, erläutert: “Das liegt vor allem an dem hohen Niveau der Mega-Deals im Wert von mehr als einer Milliarde Euro und an der steigenden Anzahl von Deals mit einem Transaktionswert zwischen EUR500m und EUR1Mrd.” 2019 fanden insgesamt 81 solcher Transaktionen statt. “Einige davon waren Take-private Mega-Deals”, ergänzt Steve Roberts. “Das britische Pfund ist auf einem historischen Tiefstand, gleichzeitig hat das hohe Maß an nicht-investiertem Kapital den privaten Markt verteuert. Für Buyout-Fonds war daher 2019 der öffentliche Markt teilweise attraktiver”, so Roberts.

Demgegenüber blieb die Zahl der Exits 2019 auf demselben (niedrigen) Niveau wie 2018: Lediglich 945 Desinvestitionen fanden in beiden Jahren jeweils statt, deutlich weniger als in den Jahren 2015 bis 2017. Der Exit-Wert fiel dabei auf insgesamt 121 Milliarden Euro, den niedrigsten Wert in Europa seit 2013 (-13,3 Prozent).

Viel ,Dry Powder’ sorgt für harten Wettbewerb

Eine der größten Herausforderungen sahen die befragten Finanzinvestoren im zunehmenden Wettbewerb um geeignete Investitionsziele. Zwei Drittel (66 Prozent) von ihnen meinten, der Wettbewerb zwischen den europäischen PE-Häusern habe 2019 zugenommen. “Dies ist auch eine Folge des Überflusses an ,Dry Powder'”, erläutert PwC-Experte Steve Roberts. Schätzungen belaufen sich auf 2,3 Billionen Euro derzeit nicht-investiertes Kapital. “Der immer weiter steigende Wettbewerb und die damit einhergehenden Bewertungen sollten normalerweise zu geringeren Renditen führen”, so Roberts. Gleichzeitig ist aber die Zahl der Investmentziele nicht gestiegen. “Daher müssen PE-Häuser verstärkt operativ die Ärmel hochkrempeln und deren Unternehmen mit Hilfe von operativen Verbesserungen, aber auch mit Einsatz von Digitalisierungstools für innovative Verkaufskanäle und Geschäftsbereiche, die Wertgenerierung über die Haltedauer hinweg steigern.” Nur so können die exzellenten Renditen, die GPs an deren LPs weitergeben gehalten werden.

Deutschland steht bei PE-Investoren hoch im Kurs

Der Brexit, der EU-Austritt Großbritanniens, hat auch Folgen für den PE-Markt: So sagten mit 60 Prozent fast zwei Drittel der befragten Finanzinvestoren, dass der Brexit Großbritannien weniger attraktiv für Private-Equity-Investitionen mache. Demgegenüber war mehr als die Hälfte (56 Prozent) der befragten Investoren der Meinung, der Brexit habe keine Auswirkungen auf die Attraktivität der verbleibenden EU-Staaten für PE-Investitionen im laufenden Jahr 2020. Beinahe ein Drittel (32 Prozent) von ihnen sagte sogar, diese Länder würden durch den Brexit attraktiver für Investitionen – allen voran Deutschland: 46 Prozent der Befragten nannten das Land als die mit großem Abstand beste Wahl für Unternehmenskäufe. Auf Platz zwei kam Schweden mit 13 Prozent, die Niederlande und die Tschechische Republik teilten sich mit neun Prozent den dritten Rang.

Der deutsche PE-Markt ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, deutlich größer als etwa Großbritannien und Frankreich. Nichtdestotrotz, ist der deutsche Markt, gemessen an der Anzahl der PE Deals – kleiner. Auf die Frage, wie sie Deutschland hinsichtlich künftiger PE-Investments im Vergleich zu anderen Ländern bewerten, antworteten 80 Prozent der befragten europäischen Finanzinvestoren mit “gut”, 38 Prozent davon sogar mit “sehr gut”. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) von ihnen hat in der Vergangenheit bereits in deutsche Unternehmen investiert, und beinahe alle Befragte (99 Prozent) planen, dies in den kommenden fünf Jahren zu tun. “Deutschland steht bei den PE-Investoren derzeit hoch im Kurs”, sagt Private-Equity-Leader Steve Roberts. “Insbesondere der deutsche Mittelstand war in der Vergangenheit eher zögerlich beim Thema Private Equity. Diese Haltung ändert sich allmählich, sodass sich viele Investoren gute Chancen auf langfristige Investments in Unternehmen mit sehr hoher Branchenexpertise ausrechen. Das Potential des deutschen Markts ist enorm und noch kaum ausgeschöpft”, erklärt PwC-Experte Roberts.

 

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PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, 60327 Frankfurt am Main,Tel: +49 69 9585-0, Fax: +49 69 9585-1000, www.pwc.de

Global Private Equity Report 2020 von Bain

 

Handelskonflikte und rückläufiges Wirtschaftswachstum können das Geschäft der globalen Private-Equity-(PE-)Branche vorerst nicht bremsen. Im Gegenteil: Die Branche erlebte zuletzt die besten sechs Jahre ihrer Geschichte. Von 2014 bis 2019 flossen insgesamt rund 3,2 Billionen US-Dollar in Buy-out-Transaktionen, davon allein 551 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr. In ihrem elften “Global Private Equity Report” beleuchtet die internationale Unternehmensberatung Bain & Company die Hintergründe des Rekordlaufs und stellt dar, was die besten Fonds auszeichnet.

Hoher Anlagedruck

Der Rekordlauf manifestiert sich auch in hohen Mittelzuflüssen. 2019 hat die PE-Branche mit 894 Milliarden US-Dollar den zweithöchsten Betrag der vergangenen 16 Jahren eingeworben. Auch die Summe des nicht-investierten Kapitals erreichte bis Ende 2019 mit 2,5 Billionen US-Dollar einen Rekordwert. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren. “Die PE-Branche kann auf ein weiteres sehr gutes Jahr zurückblicken”, betont Bain-Partner Rolf-Magnus Weddigen, der die PE-Praxisgruppe im deutschsprachigen Raum leitet. “Doch für diesen Erfolg musste sie schwer arbeiten. Der Anlagedruck ist enorm, der Wettbewerb hart – und die Bewertungen sind höher denn je.”

Vor diesem Hintergrund erklärt sich 2019 auch der Rückgang des Buy-out-Transaktionsvolumens um gut 10 Prozent auf 551 Milliarden US-Dollar. Angesichts der starken Konkurrenz, die bei klassischen Zielobjekten herrscht, wird die Übernahme börsennotierter Unternehmen für PE-Fonds zunehmend attraktiver. Im vergangenen Jahr waren acht der zehn größten Buy-out-Transaktionen Public-to-Private-Deals. Ihr Volumen belief sich auf 204 Milliarden US-Dollar.

Günstige Rahmenbedingungen für Exits

Die hohen Bewertungen und der harte Wettbewerb haben für die PE-Branche allerdings auch eine positive Seite: Bestehende Beteiligungen lassen sich zu attraktiven Konditionen veräußern. 2019 summierte sich der Wert aller Exits auf 405 Milliarden US-Dollar. Lag die durchschnittliche Haltedauer von Portfoliounternehmen 2014 noch bei sechs Jahren, waren es zuletzt nur noch 4,3 Jahre. Attraktive Exits ermöglichen hohe Ausschüttungen an die Limited Partners. Seit nunmehr neun Jahren übersteigen die Ausschüttungen der Buy-out-Fonds die Einzahlungen.

Weniger Fonds werben mehr Geld ein

Offenkundig beginnt sich am PE-Markt die Spreu vom Weizen zu trennen. Beim Fundraising fließt immer mehr Geld in immer weniger Fonds. 2019 meldeten 238 Buy-out-Fonds ihr Closing, zwei Jahre zuvor waren es noch 388 gewesen. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Fondsgröße um rund zwei Drittel auf 444 Millionen US-Dollar. Bain-Partner und Branchenkenner Alexander Schmitz stellt fest: “Investoren setzen immer stärker auf Buy-out-Fonds mit einer starken Leistungsbilanz und einer fokussierten Strategie.” Der Bain-Report arbeitet vier Erfolgskriterien heraus:

  1. Branchenfokus. Renditestarke Spezialisten kennen ihre Branche, deren Chancen sowie deren Risiken besser als andere und profitieren von diesem Know-how.
  2. Länder-/Deal-Fokus. Andere Fonds konzentrieren sich auf eine Region oder Assetklasse und setzen sich hier gegen jeden Wettbewerber durch.
  3. Wertsteigerung im Portfolio. Branchenübergreifend wissen diese Fonds genau, wie sie den Wert bestimmter Unternehmen steigern können, und folgen einem festgelegten Drehbuch.
  4. Marktmacht. Kapitalkräftige Fonds punkten bei Deals mit ihren umfassenden Ressourcen und meistern selbst komplexeste Transaktionen.

Nach Überzeugung von Marktkenner Weddigen sind derartig fokussierte PE-Gesellschaften in Zukunft klar im Vorteil. Zudem gilt es, die Themen Umwelt, Soziales und Ethik (Environmental, Social and Governance; ESG) verstärkt zu berücksichtigen: “Jeder Fonds braucht klare ESG-Richtlinien. Impact Investing könnte die Spielregeln im PE-Geschäft in den kommenden Jahren grundlegend verändern”, so Weddigen.

Mit der digitalen Disruption müssen sich alle Anbieter einer weiteren großen Herausforderung stellen. Im Vorfeld einer jeden Transaktion ist mittlerweile zu prüfen, wie und wann der digitale Wandel die jeweilige Branche trifft und wie sich das Geschäftsmodell des Zielobjekts ändert. Bain-Experte Schmitz sieht das aktuelle Umfeld dennoch als Chance: “In Zeiten des Umbruchs bieten sich immer wieder Gelegenheiten für neue Beteiligungen. Diese können PE-Fonds mit einer fokussierten Strategie nutzen und so auch in einem schwierigeren Umfeld attraktive Renditen erwirtschaften.”

 

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Gesellschaften sehen Nachhaltigkeit als immer relevanteres Kriterium für ihr Portfoliomanagement

 

Das Thema ökologische Nachhaltigkeit wirkt sich immer konkreter auf das Anlageverhalten in der Private Equity-Branche aus: Unter den wichtigsten Kriterien für das Portfoliomanagement liegt das Thema im Vergleich zum Vorjahr am stärksten zu (5 Prozent) und landet so unter den Top-5. Das ist eines der Kernergebnisse des “European Private Equity Outlook 2020”, für den Roland Berger europaweit rund 2.500 PE-Experten befragt hat.

“Die gestiegene Aufmerksamkeit der Investoren für ökologische Nachhaltigkeit spiegelt nicht nur die starke öffentliche Sensibilität für Umweltthemen wider”, sagt Sascha Haghani, Mitglied der globalen Geschäftsführung und Head of Restructuring, Performance, Transformation & Transaction von Roland Berger. “Die Klimaverträglichkeit des Anlageportfolios ist heute auch ein zentraler Faktor für die Werthaltigkeit der Assets.”

Schwächelnde Ökonomie führt zu Investitionen in konjunkturresistente Unternehmen Insgesamt geht die Branche verhalten optimistisch ins Jahr 2020. Etwa ein Drittel der Befragten erwartet im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderung bei M&A-Transaktionen mit PE-Beteiligung, 29 Prozent rechnen mit einem leichten Anstieg. Allerdings gehen 42 Prozent der Befragten von einem leichten Rückgang der europäischen Wirtschaft aus; fast zwei Drittel der PE-Profis (70%) bereiten sich auf einen potenziellen Wirtschaftsabschwung vor.

“Investitionen in stabile Unternehmen, die weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen sind, gelten als die wirksamsten Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Abschwung”, sagt Christof Huth, Partner bei Roland Berger. Der Fokus der Aktivitäten liegt denn auch in der Konsolidierung des Portfolios. Das geringe Interesse an Neugeschäft mag auch an der Bewertung der Märkte liegen; 94 Prozent der PE-Profis halten den Markt gegenwärtig für überbewertet.

Große Unterschiede zwischen Regionen

Die prognostizierte Entwicklung des PE-Markts unterscheidet sich signifikant nach Regionen. So wird für Skandinavien ein Wachstum der M&A-Aktivitäten von 2,3 Prozent im Vergleich zu 2019 erwartet. Auch für Italien und Griechenland rechnen die Experten mit einem Aufholeffekt und einem Wachstum von 1,5 bzw. 1,4 Prozent. Großbritannien, DACH und Frankreich werden im Jahr 2020 voraussichtlich stabil bleiben.

Die Branchen mit den größten Umsatzerwartungen haben sich im Vergleich zu den Vorjahren nicht grundlegend verändert. An der Spitze steht für 2020 Technologie, Software & Medien (90%) gefolgt von Pharma & Healthcare (81%) sowie Business Services & Logistics (59%). Abgeschlagen am Ende der Skala finden sich Automotive (7%) und Bauindustrie (11%).

“Investoren sind nach wie vor besonders an Firmen mit innovativen Technologieansätzen interessiert, von denen sie sich hohe Wachstumsraten in den kommenden Jahren versprechen. Zudem gelten auch 2020 insbesondere kleine und mittlere Unternehmen als aussichtsreiche Ziele”, erklärt Christof Huth.

 

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Die Athora Lebensversicherung AG (Athora Leben) hat sich für die DWS als strategischen Partner für das Portfoliomanagement eines Teilbestandes entschieden.

 

Künftig werden die gemanagten Fondspolicen des Bestandsversicherers, sogenannte Unit-Linked-Produkte, mit einem Volumen in hoher zweistelliger Millionen-Höhe zusammen mit einer voll digitalisierten Orderabwicklung über die Digitale Investment Plattform der DWS verwaltet.

Die neue digitale Vermögensverwaltung zeichnet sich durch ein aktives Asset Management der DWS Gruppe aus und setzt als Zielinvestments insbesondere auf kostengünstige eigene Xtrackers ETFs. Der Versicherte partizipiert dadurch an Änderungen der Vermögensaufteilung durch den CIO View der DWS, einhergehend mit einer regelmäßigen Überprüfung der Zielinvestments über die gesamte Laufzeit. Im Chief Investment Office der DWS werden die Prognosen für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte erarbeitet. Die breitgefächerte Marktexpertise der DWS wird unter der Leitung von CIO Stefan Kreuzkamp zusammengeführt. So wird die Investmentexpertise effizient und zum Vorteil der Kunden eingesetzt.

Die Lösung wird über das Portal der DWS, das für fondsgebundene Lebensver-sicherungen erweitert wurde, von der Athora Leben digital administriert. Dies beinhaltet nicht nur die digitale Erteilung der Aufträge, sondern auch die Freigabe der Verfügungen durch den Treuhänder. Eine Innovation im deutschen Markt ist die von der DWS eingeführte qualifizierte elektronische Signatur für den Treuhänder. Dadurch werden komplexe papierhafte Order- und Faxprozesse ersetzt.

Stefan Kropp, Leiter Kundendienst, Athora Leben:

„Für uns als Bestandsversicherer mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt rund 4 Milliarden Euro ist ein professionelles Asset Management entscheidend für die Zufriedenheit unserer Kunden. Mit der digitalen Investmentplattform der DWS können wir unseren Kunden, die sich für fondsgebundene Lebensversicherungen mit gemanagten Portfolios entschieden haben, eine sehr moderne und zeitgemäße Lösung bieten. Sie profitieren in Zukunft von der Anlageexpertise eines weltweit führenden Vermögensverwalters, der ihre Investments regelmäßig überprüft. Die DWS ermöglicht uns zudem eine kosteneffiziente digitale Verwaltung unserer Portfolios, was letztendlich auch unseren Kunden zugutekommt. Bei dem von der DWS betreuten Teilbestand handelt es sich um knapp 2 Prozent unseres gesamten verwalteten Vermögens in Deutschland.“

Thorsten Klingenmeier, Senior Relationship Manager für Versicherungen bei der DWS:

Athora Leben ist ein wichtiger Partner der DWS und wir freuen uns sehr, unsere Partnerschaft um ein neues Kapitel zu erweitern. Unsere digitalen Lösungen im Bereich des automatisierten Investierens haben wir auf die Zusammenarbeit mit Versicherungspartnern hin optimiert und bieten eine komplette Order-, Reporting und Dashboardsuite für Anbieter fondsgebundener Versicherungen an. Diese kann auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Versicherer wie z.B. die Buchhaltungs-anforderungen angepasst werden. Die DWS erweitert damit ihr Angebotsspektrum um ein neues Lösungsuniversum für Versicherungskunden im In- und Ausland und unterstreicht ihre führende Position im Bereich fondsgebundene Altersvorsorge.

 

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Deutsche Asset Management International GmbH, Mainzer Landstr. 11-17, 60329 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 – 910 – 12371,Fax: +49 (0) 69 – 910 – 19090, www.dws.com

Ökologische Nachhaltigkeit hört bei vielen Deutschen auf, wenn es um das eigene Bankkonto geht.

 

Das zeigt eine neue Umfrage der Unternehmensberatung BearingPoint. Deutsche sind dabei im Vergleich an grünen Finanzprodukten deutlich weniger interessiert als Österreicher und Schweizer. Thomas Steiner, globaler Leiter Banking und Capital Markets bei BearingPoint: “Viele Deutsche sind von grünen Finanzprodukten noch nicht überzeugt. Das liegt neben dem grundsätzlichen Misstrauen gegenüber Banken vor allem an fehlenden Informationen. Im Abbau dieser Informationsdefizite liegt unseres Erachtens großes Potential für die Neukundengewinnung.”

Beim Griff in das eigene Portemonnaie hört die Liebe zur Nachhaltigkeit bei vielen Deutschen auf. Das belegt eine aktuelle YouGov-Umfrage, die im Auftrag der Unternehmensberatung BearingPoint in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt wurde. Fast 70 Prozent der Deutschen sind demnach beispielsweise nicht bereit, einen Aufschlag auf die Kontoführungsgebühren in Kauf zu nehmen, damit die Bank verstärkt in ökologisch nachhaltige Projekte investiert. Nahezu die Hälfte der Befragten gaben zudem an, auf keinen Fall die Bank wechseln zu wollen, nur weil diese ein ökologisch nachhaltigeres Produktangebot bietet. In der Schweiz und in Österreich sind die Menschen hingegen deutlich offener für einen Wechsel zu einer nachhaltigen Bank.

Während die Klimadebatte in der Öffentlichkeit viele Lebensbereiche erfasst hat, spielt die ökologische Nachhaltigkeit bei Finanzprodukten für Deutsche, Schweizer und Österreicher noch eine untergeordnete Rolle. Nach wie vor sind die Kriterien Sicherheit, Kosten und Rendite bei Geldanlagen von zentraler Bedeutung. Lediglich für vier Prozent der Befragten ist die ökologische Nachhaltigkeit das wichtigste Kriterium bei der Investitionsentscheidung.

Kein Grund für Banken, das Thema jetzt zu vernachlässigen – Junge Generation offener für nachhaltige Finanzprodukte

Die Umfrage zeigt aber auch, dass sich Privatkunden durchaus für ökologisch nachhaltige Bankprodukte interessieren, obwohl viele dafür keine höheren Gebühren in Kauf nehmen wollen. So würden 30 Prozent der 18 bis 24-jährigen zu einer anderen Bank mit einem breiteren Portfolio an ökologisch nachhaltigen Produkten wechseln, sofern keine schlechteren Konditionen vorliegen. Unter den über 55-Jährigen geben nur 17 Prozent diese Bereitschaft an. Viele junge Menschen sind demnach offener, für die ökologische Nachhaltigkeit die Bank zu wechseln, als es die ältere Generation ist. Und Anreizsysteme, wie beispielsweise eine Kreditkarte, mit der durch nachhaltiges Einkaufsverhalten ökologische Nachhaltigkeitspunkte gesammelt und in Boni umgewandelt werden können, rufen insbesondere bei der jungen Altersgruppe großes Interesse hervor.

“Allerdings könnte das Verbraucherverhalten auch mit dem Thema Vertrauen und Transparenz zusammenhängen. Wenn Verbraucher mehr Gebühren zugunsten von ökologischen Maßnahmen zahlen müssen, sind sie oft nicht sicher, ob ihr Geld auch wirklich zu diesem Zweck eingesetzt wird. Wenn sie allerdings wie bei einer ‘ökologischen Kreditkarte’ selbst die volle Entscheidungsgewalt sowie Transparenz über ihr Handeln und ihre Investitionen haben, existiert auch keine Vertrauenshürde. Daraus wäre auch zu schließen: Je höher das Vertrauen der Verbraucher in eine Bank bzw. Marke, desto höher die Bereitschaft, Gebühren oder Renditeabschläge für einen guten Zweck in Kauf zu nehmen”, so Stefan Schütt, Partner bei BearingPoint.

Enormes Potential für die Banken

Hinzu kommt ein grundsätzliches Informationsdefizit beim Thema Sustainable Finance. Die große Mehrheit der Befragten in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiß noch sehr wenig über grüne Finanzprodukte. Über 60 Prozent der Befragten in allen drei Ländern gaben an, nicht darüber Bescheid zu wissen, ob die eigene Bank ökologisch nachhaltige Produkte anbietet. Besonders ausgeprägt ist in Deutschland mit 70 Prozent das Informationsdefizit bei der Altersgruppe der über 55-Jährigen.

Die Umfrage zeigt, dass es in diesem Bereich für die Banken noch viel nachzuholen gibt. “Ausführliches Informationsmaterial zum Thema Nachhaltigkeit und die Bewerbung von grünen Finanzprodukten sind eine gute Investition in das Neukundengeschäft. Gerade bei der jüngeren Generation gibt es deutliches Interesse und den Willen, sich zukünftig auch beim eigenen Konto nachhaltiger auszurichten. Ein enormes Potential, das Banken nicht liegen lassen sollten”, so Thomas Steiner.

Möglichkeiten und Wege in die Zukunft diskutiert BearingPoint mit Banken, FinTechs und weiteren Vertretern der Finanzbranche auch auf dem 3. Financial Services Summit am 23. Juni 2020 in Frankfurt am Main.

Über die Studie

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der über 4.000 Personen in Deutschland, der Schweiz und Österreich zwischen dem 4. und 13. Dezember 2019 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung ab 18 Jahren.

 

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Fonds-Kombiprodukte funktionieren immer nach dem gleichen Prinzip: Ein Teil des Geldes – in der Regel die Hälfe der Anlagesumme – fließt in Festgeld, für den anderen Teil kaufen die Anleger Fonds.

 

Für die März-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest hat die Stiftung Warentest Angebote von fünf Banken einem beispielhaften Check unterzogen. Ihr Fazit: Geld verdient damit nur die Bank.

Die Fonds-Kombiprodukte der Banken sind oft so teuer, dass vom Lockzins nichts mehr übrig bleibt. Zum Beispiel die Consorsbank mit ihrem Produkt Festgeld & Fonds: Die Hälfte des Geldes wird mit 1,6 Prozent als einjähriges Festgeld verzinst. Hört sich gut an? Ist es aber leider nicht. Denn wer einen der wenigen angebotenen Fonds kauft, muss einen Ausgabeaufschlag von 1,5 Prozent zahlen. Da ist nach Abschluss des Geschäfts von den Zinsen kaum noch etwas übrig.

Dabei ist das Consors-Angebot noch eines der besseren im Test. Bei der Sparkasse Hannover beträgt der Festgeldzins 1 Prozent, der Ausgabe-Aufschlag für die Fonds jedoch 5 Prozent. Bei diesem Angebot zahlt der Anleger also drauf. Die Stiftung Warentest rät deshalb von Fonds-Kombiprodukten ab.

„Günstiger kauft man einen Fonds ohne Ausgabeaufschlag bei einem Fonds-Vermittler oder greift direkt zu einem ETF“, so der Finanztest-Experte Uwe Döhler.

Der Test Fond-Kombiprodukte findet sich in der März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/fonds-kombiprodukte abrufbar.

 

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