Kompetitive Einstiegsbewertungen – Investorenzufriedenheit dazu noch nie schlechter

 

Der Stimmungsaufschwung auf dem deutschen Venture Capital-Markt setzt sich auch im 2. Quartal 2021 fort. Der Geschäftsklimaindikator des Frühphasensegments steigt um 10,5 Zähler auf 37,8 Saldenpunkte und markiert damit einen neuen Bestwert. Das Geschäftsklima wird dabei maßgeblich durch die Geschäftserwartungen beflügelt, während sich die aktuelle Geschäftslage nur leicht bessert. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage steigt um 4,6 Zähler auf 36,0 Saldenpunkte, der Indikator für die Geschäftserwartung deutlich um 16,4 Zähler auf 39,6 Saldenpunkte. Die Erwartungen auf Sicht von 6 Monaten waren somit noch nie höher.

Die Entwicklung von insbesondere drei Klimakomponenten hat das Rekordklima befeuert: des Fundraisings, der Exitmöglichkeiten und der Stärke des Dealflows. Alle drei Indikatoren haben neue Bestmarken gesetzt. Das Fundraisingklima toppt knapp seinen bisherigen Bestwert von Anfang 2019 aufgrund deutlich gestiegener Erwartungen auf Sicht von 6 Monaten. Beim Exitklima haben sowohl die Beurteilung der Lage als auch der Erwartungen deutlich zugelegt. Der bisherige Bestwert vom Herbst 2018 konnte hier klar übertroffen werden. Die Beurteilung der Stärke des Dealflows ist knapp besser als der bisherige Bestwert von Herbst 2016, ermöglicht durch deutlich gestiegene Erwartungen auf 6-Monats-Sicht.

Die stärkste Veränderung zeigt sich bei der Zufriedenheit mit den Einstiegsbewertungen, deren Indikator um 33 Punkte auf ein Allzeittief eingebrochen ist – auch das senkte die Investitionsbereitschaft. Tatsächlich sind im 2. Quartal die Dealvolumen ab Serie A / Runde 1-Finanzierungen merklich angestiegen. Zudem erreichten drei neue Start-ups erstmals eine Bewertung von 1 Mrd. USD und damit den Status von “Einhörnern”.

“Zwei Megadeals über jeweils rund 1 Mrd. US-Dollar haben den deutschen VC-Markt im zweiten Quartal auf ein neues Level gehievt, die Stimmung übertrifft alles bisher Gesehene”, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. “Lediglich die gestiegenen Einstiegsbewertungen sind für viele Investoren ein Ärgernis, haben bisher jedoch keinen maßgeblichen Einfluss auf das Geschäftsklima. Die Entwicklung der Dealvolumen deutet darauf hin, dass sich die Bewertungen vor allem bei Folgefinanzierungsrunden erhöht haben und weniger bei Seed-Finanzierungen. Das kann man auch als Erfolg sehen, nämlich dass den deutschen Start-ups, die sich ‘etablieren’ konnten, mittlerweile mehr zugetraut wird.”

“Das zweite Quartal war gekennzeichnet durch rege Investitionstätigkeit und nicht zuletzt einige herausragende Finanzierungsrunden. Immer mehr Einhörner sind ein großer Erfolg für die Gründer und ihre Investoren. Dies spricht für die deutschen Startups und freut uns sehr”, sagt Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BVK. “Nicht zuletzt die Zufriedenheit mit dem Fundraising- und Exit-Umfeld heizen die Stimmungseuphorie weiter an. Die Kehrseite der Medaille ist das allgemein sehr hohe Bewertungsniveau, das inzwischen auch in frühen Runden aufgerufen wird. Die Skepsis demgegenüber scheint bereits auf die Investitionsbereitschaft der VCs zu schlagen. Die Herausforderung besteht darin, dass die Startups ihre hohen Bewertungen auch langfristig rechtfertigen müssen.”

Die KfW berechnet das German Venture Capital Barometer zusammen mit dem Bundesverband deutscher Kapitalgesellschaften e.V. (BVK) exklusiv für das Handelsblatt. Ausführliche Analysen mit Datentabellen und Grafiken zur Entwicklung des Geschäftsklimas im Venture Capital- und Later Stage-Segments sind unter www.kfw.de/gpeb abrufbar.

 

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Blackrock-Europachef Philipp Hildebrand fordert im CAPITAL-Interview klare staatliche Regeln für ESG-Anlagen // Eine Kompensation für steigende Energiepreise

 

Die Finanzbranche kann nach Ansicht von Philipp Hildebrand nicht alleine die Transformation zu einer nachhaltigeren Wirtschaft bewerkstelligen. Der Europachef von Blackrock fordert im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin CAPITAL (Ausgabe 9/2021, EVT 19. August 2021) klare staatliche Vorgaben für nachhaltige Geldanlagen und zu den Daten, die Unternehmen künftig bereitstellen müssen. “Wir brauchen viel mehr Datentransparenz und klare regulatorische Vorgaben. Wichtig ist außerdem, dass wir nicht in eine Richtung gehen, mit der der Finanzmarkt zur Polizei in Sachen Nachhaltigkeit wird”, sagt Hildebrand. Das Asset-Management könne allerdings “eine Art Beschleunigungseffekt generieren”.

Blackrock verwaltet nach eigenen Angaben rund 9 Billionen Dollar und ist damit der weltgrößte Vermögensverwalter. Gründer und CEO Larry Fink hatte Anfang 2020 Aufsehen erregt mit einem Brief, in dem er Unternehmenslenker zu mehr Nachhaltigkeit aufrief. Blackrock tritt seither auf Hauptversammlungen offensiver gegenüber Unternehmen auf, die beim Thema ESG hinterherhinken. Doch das ist nicht unumstritten, insbesondere weil die von der Blackrock-Tochter iShares angebotenen ETF noch vielfach in klimaschädliche Unternehmen investieren. “Bei der Messung von Nachhaltigkeit in den Indizes muss man ehrlich sein, da sind wir noch auf einer Reise”, sagt Hildebrand. “Wenn man aber wartet, bis alles standardisiert ist, dann macht man über mehrere Jahre gar nichts. Es bleibt also nur der andere Weg zu sagen: Wir wissen, es ist nicht perfekt, und gehen trotzdem auf diese Reise.” Auch hier könnten seiner Einschätzung nach staatliche Vorgaben helfen. “Die Indexanbieter sagen uns, es falle ihnen umso leichter, ihre Indizes anzupassen, je konkreter die Vorgaben sind”, betont Hildebrand.

Der frühere Präsident der Schweizer Nationalbank spricht sich in dem Interview für einen höheren Preis für Kohlendioxid-Emissionen aus. “Damit der Wandel funktioniert, braucht es ganz klare staatliche Vorgaben. Letztlich läuft das im Klimabereich auf einen Preis für Kohlendioxid-Emissionen hinaus.”, sagt er. Zugleich plädiert er für einen finanziellen Ausgleich für höhere Energiepreise. “Es ist wichtig, dass wir den Wandel so hinkriegen, dass diejenigen kompensiert werden, die negativ von höheren Preisen betroffen sind”, so Hildebrand. “Viele können sich elektrische Autos noch nicht leisten, das ist einfach die Wahrheit, das können wir nicht ignorieren. Wenn wir nur einfach die Kosten hochtreiben und vor allem für die Verwundbarsten in unserer Gesellschaft, dann wird dieser Wandel politisch nicht funktionieren.”

 

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Der Weltklimarat IPCC hat seinen neuesten Bericht über den Klimawandel veröffentlicht. Dies kommentiert John Ploeg, ESG Specialist bei PGIM Fixed Income:

 

„Wer die Forschung zum Klimawandel in den letzten Jahren verfolgt hat, für den dürften die Ergebnisse des neuen Berichts der IPCC-Arbeitsgruppe I keine große Überraschung sein. Die wichtigste Neuigkeit ist die Erkenntnis, dass der Einfluss des Menschen auf das Klima „unbestreitbar“ ist. Für viele mag das wie eine längst überholte Aussage klingen, doch für eine Studie, die von den Regierungen fast aller Länder der Welt gebilligt werden muss – auch derjenigen, die noch stark vom Kohlenstoff abhängen –  ist es eine recht bahnbrechende Aussage.

Zum Teil spiegelt eine solch kühne Erklärung die wachsende globale Anerkennung der Bedrohung durch den Klimawandel wider, selbst in den Teilen der Welt, die dem eher zurückhaltend gegenüberstehen, was angesichts der wachsenden Zahl von klimabedingten Katastrophen in den letzten Jahren unausweichlich gewesen sein dürfte.  Es zeugt aber auch von der zunehmenden Raffinesse der Klimawissenschaft, deren Vorhersagen heute wesentlich präziser und leider meist auch alarmierender sind als zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Pariser Abkommens.

Ebenso wichtig ist, dass der 6. Bewertungsbericht endlich die Risiken potenzieller Kipp-Punkte in den Vordergrund rückt, die zu einer unkontrollierbaren Erwärmung und einer abrupten Neukonfiguration des gesamten Klimasystems führen könnten. Während diese Risiken in früheren IPCC-Berichten (und damit auch in den meisten Diskussionen über finanzielle Klimarisiken) heruntergespielt oder ausgeklammert wurden, heißt es in dieser Fassung ganz klar, dass solche Ereignisse nicht ausgeschlossen werden können und Teil der Risikobewertung sein müssen.

Zusammenfassend stellt der Bericht der Arbeitsgruppe, der sich speziell mit den physikalischen Grundlagen des Klimawandels befasst, klar, dass der Klimawandel eine reale Bedrohung darstellt, die bereits heute spürbar ist und sich weiter verschärfen wird. Selbst im günstigsten Fall wird aufgrund historischer und festgehaltener Emissionen mit einem weiteren Temperaturanstieg bis mindestens Mitte des Jahrhunderts gerechnet. Danach, so warnen die Autoren unmissverständlich, werden wir uns auf eine Erwärmung von mehr als 2°C zubewegen, sofern nicht sofort mit tiefgreifenden und nachhaltigen Emissionsreduzierungen begonnen wird. Dies könnte sogar noch vor Mitte des Jahrhunderts geschehen, wobei die potenziellen Risiken für die Gesellschaft mit jedem zusätzlichen Bruchteil eines Grades größer werden.“

Lesen Sie hier außerdem den Kommentar von Dr. Christopher Kaminker, Head of Sustainable Investment Research & Strategy, und Michael Urban, Senior Sustainability Analyst bei Lombard Odier:

„Der Bericht enthält fünf verschiedene Szenarien, vom besten bis zum schlimmsten Fall, wobei selbst der beste Fall einen Temperaturanstieg im kommenden Jahrzehnt vorhersagt. Die wichtigsten Punkte des Berichts sind nachstehend aufgeführt.

  • Das von den Wissenschaftlern modellierte Best-Case-Szenario, bei dem der Atmosphäre mehr Kohlenstoff entzogen als zugeführt wird, deutet darauf hin, dass die Erwärmung bis 2040 wahrscheinlich 1,5 °C erreichen wird
  • Technologien zur Kohlenstoffentfernung sind noch nicht in dem erforderlichen Umfang verfügbar und könnten sogar unerwünschte Auswirkungen haben
  • Das letzte Jahrzehnt war heißer als jeder andere Zeitraum in den letzten 125.000 Jahren
  • Selbst wenn es der Welt gelingt, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, sind einige langfristige Auswirkungen der bereits stattfindenden Erwärmung wahrscheinlich unausweichlich und unumkehrbar. Dazu gehört der Anstieg des Meeresspiegels, das Abschmelzen des arktischen Eises sowie die Erwärmung und Versauerung der Ozeane.

Der jüngste IPCC-Bericht untermauert eindeutig die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken, aber auch Chancen. Generell unterstreicht er, wie wichtig es für Investoren ist, Übergangsrisiken, physische Risiken und Prozessrisiken bei ihren Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen.

Wenn man bedenkt, dass die Marktkapitalisierung von Clean-Tech-Unternehmen im Jahr 2020 um 1 Mrd. USD zugenommen hat, während die Marktkapitalisierung von Öl- und Gasunternehmen um etwa 680 Mrd. USD geschrumpft ist (WEF, 2021), dürfte der IPCC-Bericht sicherlich die ohnehin schon lebhafte Nachfrage nach Investitionslösungen für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel verstärken.

Der Bericht legt nahe, dass extreme klimabedingte Ereignisse schwerer und häufiger werden. Angesichts der eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse und des zunehmenden Drucks von Seiten der Zivilgesellschaft, der Konsumenten und der Investoren scheint es sehr wahrscheinlich, dass weitere klimapolitische Maßnahmen folgen werden.

Aus Sicht der Investoren gibt immer noch Ungewissheiten, wie man mit dem Nett-Null-Ziel umgehen soll, aber der Bericht legt im Allgemeinen nahe, dass aggressivere Ziele erforderlich sind (d. h. frühere Zieldaten, ein klareres Zwischenziel bis 2030, weniger Ausgleichsmaßnahmen usw.).

Wenn zum Beispiel Extremereignisse schlimmer/häufiger werden, dann könnte Netto-Null bis 2050 nicht mehr ausreichen. Oder, wenn Netto-Null bis 2050 das Beste ist, was wir tun können, dann sind mehr Anpassungsinitiativen erforderlich, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren. Diese Überlegungen sollten die Investoren dazu veranlassen, die Notwendigkeit eines Gleichgewichts zwischen Investitionsentscheidungen zur Eindämmung (d.h. zur Bewältigung von Übergangsrisiken) und zur Anpassung (d.h. zur Bewältigung von physischen und Haftungsrisiken) weiter zu prüfen.

Über die Festlegung von Zielen hinaus müssen Investoren konkrete und realistische Aktionspläne von Unternehmen sehen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Standardisierung von Klimametriken wird hier entscheidend sein. Zu diesem Zweck haben wir bei Lombard Odier eng mit dem TCFD an der Entwicklung von Standards für den impliziten Temperaturanstieg (Implied Temperature Rise, ITR) zusammengearbeitet. Gut konzipierte ITR-Metriken bieten eine robuste und intuitive Möglichkeit, die Ausrichtung von Anlageportfolios auf ein bestimmtes Temperaturanstiegsziel zu bewerten (z. B. 1,5 °C für Net Zero).

Die nächste Grenze für Investoren, bei der Lombard Odier Pionierarbeit leistet, besteht in der Messung und Umsetzung des von uns so genannten Climate Value Impact (CVI). CVI liefert eine quantifizierte Vorstellung davon, ob Unternehmen wahrscheinlich positiv oder negativ von den physischen sowie den politisch-wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein werden. CVI umfasst Übergangs-, physische und Haftungsrisiken. Im Wesentlichen übersetzt CVI die Klimawissenschaft des IPCC in entscheidungsrelevante Informationen, um die klimabezogenen Risiken und Chancen in den Portfolios unserer Kunden proaktiv zu managen.“

 

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PGIM Fixed Income, Grand Buildings, 1-3 Strand Trafalgar Square, London, WC2N 5HR, United Kingdom, Tel:  +44 20-7766-2400, www.pgimfixedincome.com

Kommentar von Hans Stegeman, Chief Investment Strategist Triodos Investment Management

 

Um einen Klimazusammenbruch in diesem Jahrhundert zu verhindern, muss umgehend gehandelt werden. Das ist die unmissverständliche Botschaft des kürzlich veröffentlichten Berichts des Weltklimarates (IPCC). Der Appell richtet sich an die politischen Entscheidungsträger, den Unternehmenssektor, aber auch an jeden einzelnen, da der notwendige Wandel nur erreicht werden kann, wenn die gesamte Welt ihren Kurs ändert. Bei diesem Prozess spielen die Finanzinstitute eine entscheidende Rolle. Sie können das Kapital in die richtige Richtung lenken, indem sie Sektoren und Branchen finanzieren, die den Übergang zu einer grüneren und inklusiven Gesellschaft vollziehen. Um die Bekämpfung des Klimawandels zu finanzieren, werden innovativere Finanzierungsformen benötigt. Der schnellste Weg wäre, öffentliches und privates Kapital zusammenzulegen, wobei der Schwerpunkt auf der Wirkung und nicht auf der finanziellen Rendite liegt.

Wir bei Triodos IM befürworten eine bessere Bepreisung der Risiken des Klimawandels und die sofortige Einstellung der Finanzierung fossiler Brennstoffe. Die Bepreisung und Monetarisierung der Auswirkungen des Klimawandels wird die Unternehmen zwingen, sich anzupassen und die Auswirkungen des Klimawandels in ihre Entscheidungsfindung zu integrieren. Darüber hinaus sollte die Regulierung strenger werden. Es wurden bereits große Anstrengungen unternommen, um zu definieren, was „grün” eigentlich bedeutet. Der IPCC-Bericht verdeutlicht jedoch die Notwendigkeit, auch „braune” Vermögenswerte teurer zu machen. Ein erster notwendiger Schritt besteht darin, sich von jenen Energieriesen zu trennen, die nicht auf erneuerbare Energien umsteigen. Gemäß unserer strengen Mindeststandards schließt Triodos IM fossile Brennstoffe sowie unkonventionelles Öl und Gas gänzlich aus. Wenn auch andere Finanzinstitute die Finanzierung fossiler Brennstoffe einstellen, würde das den Übergang zu einer nachhaltigen Energieerzeugung beschleunigen.

 

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Triodos Investment Management BV, Hoofdstraat 10, Driebergen-Rijsenburg, PO Box 55, 3700 AB Zeist, Niederlande, www.triodos-im.com

Die Olympischen Spiele und Paralympics bieten auch neue Trends der Sportmedizin. Für Gesundheits-Unternehmen ist das ein interessantes Wachstumsfeld. An der Börse gibt es dafür spannende Beispiele.

 

Karbon-Technologie im Behindertensport

Die Paralympics zeigen eindrucksvoll, was Medizintechnik im Sport leisten kann. Markus Rehm, der deutsche Leichtathlet des Teams Össur, verbesserte kürzlich den Weitsprung-Weltrekord, auch dank seiner besonderen Unterschenkel-Prothese aus Karbon. Das isländische Unternehmen Össur hat sich auf High-Tech-Hilfen dieser Art spezialisiert. Im Alltag wäre diese Sprint-Prothese zwar kaum brauchbar, da man sich in einem speziellen Winkel darauf bewegen muss. Doch die neue Karbon-Technologie macht auch alltagstaugliche Prothesen angenehmer. Sie reduziert die Notwendigkeit, den Körper aktiv nach vorne zu drücken, und hilft, die Schrittlänge auszugleichen. Damit sind Medizintechnik-Entwicklungen aus dem Sport auch unternehmerisch interessant, weil sie sich in einem größeren Markt einsetzen lassen.

Wearables im Spitzen- und Breitensport: Gewinnen die Software- oder Hardware-Hersteller?

Die Digitalisierung erweitert die Sportmedizin ebenfalls. Belastungs-EKGs können eine viel höhere Aussagekraft bekommen, wenn man sie vergleicht – sei es mit eigenen früheren Daten oder mit Daten ähnlicher Menschen. Auch das Trainings- und Wettkampf-Monitoring kann so optimiert werden. Wearables, also am Körper getragene Instrumente zur Messung von Vitaldaten, können auch bei der Prävention helfen. Aus Sicht der Börse ist dabei die ewig junge Frage, wer am stärksten davon profitiert: die Hardware- oder die Softwareanbieter?

Ein reiner Schrittzähler ist eher ein Konsumgut, bei dem es auf Volumenmaximierung ankommt. Interessanter sind meist die Software bzw. der Algorithmus, um klinisch validierte Daten zu gewinnen und medizinisch zu nutzen. Der wissenschaftliche Nachweis spielt dabei eine zentrale Rolle. Ein Beispiel ist Apple, deren Smartwatch auch als Medizinprodukt zugelassen ist. Ihr EKG-Sensor und die entsprechende Software kann Herzrhythmus-Störungen erkennen. Aktuell laufen damit auch Studien zur Messung des Sauerstoff-Gehalts im Blut, was bei Asthma helfen könnte. Ein weiterer Vorreiter ist die Google-Mutter Alphabet. Sie führt mit ihrer Tochter Verily Life Sciences umfangreiche medizinische Studien durch und hat zudem kürzlich Fitbit übernommen, das auf Smartwatches und Aktivitäts-Tracker spezialisiert ist.

Orthopädie: Sport mit neuen Gelenken?

Ein klassischer Bereich der Sportmedizin ist die Orthopädie. Viele haben in der Pandemie das Laufen neu entdeckt, denn zu wenig Bewegung macht krank. Doch manche verschleißen ihre Gelenke, weil sie technisch falsch laufen oder übertreiben. Selbst ehemalige Sport-Profis leiden oft an den Spuren der Überbelastung, etwa die Tennislegende Boris Becker, dem ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden musste. Für solche Fälle sind Unternehmen wie Zimmer Biomet oder Stryker, beide aus den USA, prädestiniert. Orthopädische Implantate für Knie, Ellbogen, Schultern oder die Wirbelsäule gehören zu ihrem Kerngeschäft. Der demographische Wandel und das Bedürfnis nach Sport bis ins hohe Alter trägt hier zu einem langfristig stabilen Wachstum bei.

 

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Apo Asset Management GmbH, Richard-Oskar-Mattern-Str. 6, 40547 Düsseldorf, Tel: (02 11) 86 32 31 0, www.apoasset.de

Verwaltetes Vermögen im Konzern erreicht Rekordmarke von 51,4 Mrd. Euro – Knapp 13 Mrd. Euro in Alternative Assets -Kundenstamm und Assets kontinuierlich ausgebaut

 

Das Bad Homburger Investmenthaus FERI hat ein neues Rekordergebnis bei den Assets under Management erzielt: Das betreute Vermögen im Konzernverbund mit MLP stieg auf 51,4 Mrd. Euro (30. Juni 2021) und liegt somit zum ersten Mal über der Marke von 50 Mrd. Euro.

„Wir freuen uns, dass wir trotz der vielfältigen Herausforderungen in Markt unseren kontinuierlichen Wachstumskurs fortsetzen konnten“, sagt Marcel Renné, Vorstandsvorsitzender der FERI AG. Die Zuwächse seien in sämtlichen Kerngeschäftsfeldern und durch neu gewonnene oder ausgebaute Mandate bei privaten und institutionellen Kunden erfolgt. Insgesamt betreut FERI rund 300 Privatvermögen (Familien) sowie rund 200 institutionelle Investoren.

Die von FERI gemanagten Investmentlösungen haben im ersten Halbjahr 2021 nochmals deutlich an Volumen gewonnen. Zum Gesamtwachstum beigetragen hat insbesondere der Bereich Alternative Investments, der mit aktuell knapp 13 Milliarden Euro vor allem Anlagen in Hedgefonds und Private Equity umfasst.

„Wir werden unsere Position als eines der führenden Investmenthäuser im deutschsprachigen Raum weiter ausbauen“, betont Marcel Renné. Der Fokus der Investmentaktivitäten liege aktuell auf globalen Zukunftstrends wie Nachhaltigkeit, Technologie und Sachwerten.

 

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FERI AG, Haus am Park  Rathausplatz 8-10, 61348 Bad Homburg, Tel: +49 (0) 6172 916-0, Fax: +49 (0) 6172 916-9000, www.feri.de

Neue, global gültige Ausschlusspolitik umfasst Kohle und kontroverse Waffen. AllianzGI vervollständigt Instrumentarium zur Unterstützung des Ziels von Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050 oder früher.

 

Allianz Global Investors (AllianzGI) führt eine globale Ausschlusspolitik ein, die eine dezidierte Kohlepolitik beinhaltet. Die neue Ausschlusspolitik unterstreicht das Engagement AllianzGIs im Kampf gegen den Klimawandel, indem sie Desinvestitionen im Zusammenhang mit der größten Einzelquelle für CO2-Emissionen – Kohle – vorsieht. Dies steht im Einklang mit der bereits etablierten Politik der Allianz Gruppe für Eigenanlagen. Darüber hinaus erweitert die neue Richtlinie die derzeitigen Anlagebeschränkungen im Zusammenhang mit Streumunition und Antipersonenminen, indem Beschränkungen für weitere Arten kontroverser Waffen eingeführt werden.

Die erweiterte Richtlinie tritt ab Dezember 2021 weltweit für alle von AllianzGI gemanagten Publikumsfonds in Kraft und wird zum Standard für neue AllianzGI-Fonds.1 Für alle anderen Fonds – einschließlich Spezialfonds, institutionelle und Subadvisory-Mandate – wird AllianzGI auf eine Einwilligung der jeweiligen Kunden zur Anwendung der Richtlinie hinwirken.

Kohlepolitik

Gemäß der erweiterten Richtlinie wird AllianzGI weder in Unternehmen investieren, die mehr als 30 Prozent ihres Jahresumsatzes aus dem Abbau von Kohle erzielen, noch in Unternehmen, deren Stromerzeugung zu mehr als 30 Prozent auf Kohle basiert.

„Mit dieser neuen Kohlepolitik möchten wir unsere Portfolien auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität positionieren, und wir sind zuversichtlich, dass dies den Erwartungen unserer Kunden entspricht“ kommentiert Deborah Zurkow, Global Head of Investments. „Als engagiertes Mitglied der Net Zero Asset Manager Initiative vervollständigt AllianzGI das Instrumentarium, um das Ziel von Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050 oder früher zu unterstützen. Dies steht in Einklang mit den globalen Bemühungen, die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Unsere Strategie des Kohleausstiegs läutet eine neue Etappe in unserem Beitrag zur Bewältigung der klimabedingten Herausforderungen ein und unterstreicht unser Engagement für verantwortungsbewusste Kapitalanlage.“

Politik zu kontroversen Waffen

Darüber hinaus weitet die neue Richtlinie die bestehenden Ausschlüsse für Streumunition und Antipersonenminen auf andere kontroverse Waffen aus. AllianzGI investiert nicht in Unternehmen, die an der Entwicklung, Produktion, Wartung, dem Einsatz, Angebot zum Verkauf, Vertrieb, Import oder Export, Transport oder Lagerung von Antipersonenminen, Streumunition, atomaren Waffen außerhalb des Nichtverbreitungsvertrags (Non-Proliferations Treaty, NPT), biologischen Waffen, chemischen Waffen oder Waffen beteiligt sind, die abgereichertes Uran nutzen.

Künftig wird die Ausschlusspolitik mindestens jährlich überprüft – gegebenenfalls häufiger, wenn wesentliche Änderungen im regulatorischen oder Marktumfeld eintreten, die Anpassungen erforderlich machen.

Die Richtlinie ergänzt AllianzGIs strengeren Ausschlussansatz für explizite Nachhaltigkeits-Strategien. AllianzGIs Ausschlussliste „Sustainable Minimum“ ist weitergehend als die Standard-Richtlinie und schließt nicht nur Unternehmen mit Verbindungen zu Kohle und kontroversen Waffen aus, sondern auch Unternehmen, die schwere Kontroversen in Bezug auf den Global Compact der Vereinten Nationen aufweisen oder die einen signifikanten Anteil ihrer Einnahmen mit Tabak und konventionellen Waffen erzielen.

 

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Allianz Global Investors GmbH, Bockenheimer Landstraße 42-44, 60323 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 24431-4141,Fax: +49 (0) 69 24431-4186, www.allianzgi.de

In den ersten sechs Monaten überzeugte „Aktien Nordamerika Mid/Small Caps“ mit 19,0% am deutlichsten.

 

Auf der Anleihen-Seite liegt mit 6,1% „Renten USD Corp. High Yield“ vorn. Bei Multi-Asset ragt „Mischfonds Global dynamisch“ mit 10,4% heraus.

Zum vollständigen Report:

https://www.scopeexplorer.com/reports/performance-ranking-h1-2021-die-wichtigsten-peergroups-im-vergleich/96

Scope hat die Wertentwicklung der 50 größten Fonds-Peergroups im ersten Halbjahr 2021 untersucht. Die Vergleichsgruppen enthalten mehr als 5.500 Fonds und verwalten zusammen mehr als 4,6 Billionen Euro. Der als Performance einer Peergroup bezeichnete Wert ist die durchschnittliche Performance sämtlicher Fonds dieser Vergleichsgruppe. Die Kernergebnisse:

Aktienfonds – sämtliche Vergleichsgruppen im Plus

Das Performance-Spektrum der betrachteten Aktienfonds-Peergoups reicht von 4,5% („Aktien Japan“) bis 19,0% („Aktien Nordamerika Mid/Small Caps“).

Die größte Peergroup „Aktien Welt“ liegt mit 14,7% im Mittelfeld. Leicht unterhalb davon befinden sich die beliebten Peergroups „Aktien Europa“ (14,5%), „Aktien Technologie“ (13,9%) und „Aktien Deutschland“ (11,9%).

Überraschend stark performte in den ersten sechs Monaten die Vergleichsgruppe „Immobilienaktien Welt“ mit 17,3%. Auf Fünf-Jahressicht liegt weiterhin „Aktien Technologie“ mit 24,7% p.a. signifikant vor allen anderen Peergroups.

Rentenfonds – High Yield top, Euro-Renten flop

Die Wertentwicklung der Rentenfonds-Peergroups bewegte sich im Betrachtungszeitraum in einer Spanne von -2,6% („Renten Euroland Staatsanleihen“) und 6,1% („Renten USD Corp. High Yield“). Von den 15 untersuchten Peergroups verzeichneten sieben Verluste.

Im ersten Halbjahr 2021 war insbesondere die Währung ein ausschlaggebender Faktor: Euro-Anleihen, die Favoriten des Vorjahres, mussten gegenüber US-Dollar-Anleihen Federn lassen.

Mischfonds – dynamische und globale Fonds vorn

Im ersten Halbjahr konnten alle zwölf betrachteten Mischfonds-Peergroups eine positive Wertentwicklung erzielen. Das Spektrum reicht von 1,1% („Absolute Return Multi Strategy Low Risk“) bis 10,4% („Mischfonds Global dynamisch“).

Dass sich mit Renten wenig Performance generieren ließ, ist der wesentliche Grund dafür, dass konservative Mischfonds mit deutlichem Abstand zu den dynamisch ausgerichteten Peergroups rangieren: „Mischfonds Global konservativ“ (2,7%) und „Mischfonds Europa konservativ“ (2,6%).

Sämtliche Peergroups im Überblick:

https://www.scopeexplorer.com/reports/performance-ranking-h1-2021-die-wichtigsten-peergroups-im-vergleich/96

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Scope Analysis GmbH, Lennéstraße 5, D-10785 Berlin, Tel: +49 30 27891-0, Fax: +49 30 27891-100, www.scopeanalysis.com

Immer mehr sehen Kapitalmarkt als Alternative zum Verwahrentgelt auf Sparguthaben – Immer weniger wollen „tatenlos zusehen“

 

Das seit mehr als zehn Jahren vorherrschende Niedrigzinsumfeld belastet vor allem Sparerinnen und Sparer, die seit Jahren mit Mini- oder gar Nullzinsen für ihr Erspartes abgespeist werden. Immer häufiger geben die Hausbanken nun die negativen Einlagenzinsen der EZB weiter: Inzwischen sind es laut Informationsportal Biallo.de 474 Banken, die ein solches „Verwahrentgelt für Guthaben“ erheben. Ob damit nun der Zeitpunkt gekommen ist, aktiv zu werden, versucht das Finanzbarometer – Sommer 2021, eine repräsentative Befragung von 2.000 Frauen und Männern ab 20 Jahren in Deutschland von J.P. Morgan Asset Management, zu ergründen.

Die Geduld der Sparerinnen und Sparer scheint tatsächlich am Ende zu sein. Mit 46 Prozent will knapp die Hälfte der Befragten die Bank wechseln, wenn diese mit den so genannten Strafzinsen droht. Das erscheint auf den ersten Blick eine geringe Loyalität zur Hausbank zu sein. Allerdings hatten bei einer ähnlichen Befragung im letzten Jahr rund 60 Prozent der Befragten angegeben, sich eine andere Bank zu suchen, die keine Negativzinsen erhebt. „Ob es daran liegt, dass sich die Anzahl der Banken mit Verwahrentgelt allein in diesem Jahr fast verdoppelt hat und nicht mehr so viele Alternativen bleiben, oder ob mehr Befragte den Aufwand des Bankwechsels scheuen, mögen Gründe für diesen deutlichen Rückgang sein. Nichtsdestotrotz belastet die Diskussion um die Verwahrentgelte die Beziehung zwischen Banken und ihren Kundinnen und Kunden. Daher sollten die Beraterinnen und Berater das Gespräch suchen, um Hintergründe und Alternativen zu erläutern“, unterstreicht Matthias Schulz, Managing Director bei J.P. Morgan Asset Management.

Sind Negativzinsen (un)vermeidbar?

Das Thema „Strafzinsen“ beherrscht die Schlagzeilen seit Jahren. In Zeiten des anhaltenden Niedrigzinsumfelds, für das laut der neuesten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) auch erst einmal kein Ende in Sicht ist, zahlen Banken und Sparkassen für ihre bei der EZB hinterlegte Liquidität einen negativen EZB-Einlagensatz. Diese finanzielle Belastung wird inzwischen von immer mehr Banken an ihre Kundinnen und Kunden weitergegeben – zunächst an Geschäftskunden, aber zunehmend auch an Privatkunden – und die Schwelle, ab welchem Sparbetrag diese erhoben werden, sinkt. „Waren zunächst größere Vermögen ab 500.000 Euro oder 100.000 Euro von den Verwahrentgeldern betroffen, sind diese inzwischen auch für kleinere Beträge ab 5.000 Euro relevant geworden“, erläutert Schulz. Wichtig ist, dass dies in der Regel nur für Neuverträge gilt, da für bestehende Kundenbeziehungen eine neue Vereinbarung getroffen werden müsste. Kunden, die bereits für ihre Kontoführung bezahlen, können aufgrund eines aktuellen Urteils ohnehin nicht mit Negativzinsen belangt werden. Dennoch steigen die Nervosität der Sparerinnen und Sparer und die Sorge, mit Negativzinsen belegt zu werden.

Als eine mögliche Lösung will mit 26 Prozent rund jede/r vierte Befragte die Ersparnisse auf verschiedene Banken aufteilen, um so unter den Schwellenbeträgen für die Strafzinsen zu bleiben. Dieses Ergebnis entspricht etwa dem Niveau der Vorjahresbefragung (27 Prozent).

Eine deutliche Veränderung zeigt sich bei den Befragten, die diese Gelegenheit nutzen wollen und zumindest einen Teil des Geldes am Kapitalmarkt arbeiten lassen möchten. War es im Vorjahr mit 9 Prozent nur rund jede/r Zehnte, gab aktuell mit 24 Prozent fast jede/r vierte Befragte an, die Strafzinsen als Anlass zu nehmen um den Schritt vom Sparen zum Anlegen zu wagen. „Eine tolle Entwicklung“, freut sich Finanzexperte Matthias Schulz. Dies bestätigen auch die Daten der Deutschen Bundesbank, die seit Beginn der Pandemie ein erfreuliches, immer weiter zunehmendes Engagement der Deutschen am Kapitalmarkt belegen und für ein gestiegenes Renditebewusstsein sprechen.

Aber auch Sachwerte wie Immobilien sind gefragt: 18 Prozent der Befragten wollen hierfür einen Teil ihrer Ersparnisse aufwenden. Und nicht zuletzt wollen 17 Prozent der befragten Deutschen ihr Geld lieber für Konsum ausgeben, statt die Strafzinsen zu zahlen.

Nur noch fünf Prozent der Befragten will die Strafzinsen hinnehmen und nicht aktiv werden. Im letzten Jahr war es mit 23 Prozent fast ein Viertel der Deutschen. Und es sind weiterhin zwei Prozent, die den Banken komplett den Rücken kehren und nur noch auf Bargeld oder etwa Gold setzen wollen. „Dass sich die seit Jahren gebeutelten Sparerinnen und Sparer über ‚Strafzinsen‘ ärgern, ist nachvollziehbar: Statt für ihr Sparguthaben mit Zinsen belohnt zu werden, kostet das ‚Parken‘ von Geld immer häufiger – vor allem bei größeren Summen. Und so gilt es für Sparerinnen und Sparer, nach echten Alternativen Ausschau zu halten, denn es bedeutet, dass sich ihre Ersparnisse verringern, statt zu wachsen“, so Matthias Schulz.

Und so sollten laut Matthias Schulz noch mehr Sparerinnen und Sparer diese Gelegenheit nutzen, über Alternativen zu Sparbüchern und Tagesgeld nachzudenken: „Auch ohne das Verwahrentgelt findet bei den aktuellen Minizinsen nach Abzug der aktuell wieder höheren Inflation ein realer Wertverlust statt.“ Diese schleichende Enteignung der Sparguthaben ist also bereits Realität und kommt die Sparerinnen und Sparer gerade bei langen Sparzeiträumen teuer zu stehen. „Auch wenn Kapitalmarktanlagen mit einem etwas höheren Risiko der Marktschwankungen verbunden sind, ermöglichen diese über mittel- bis langfristige Zeiträume einen Kapitalzuwachs und damit das Erreichen der Anlageziele“, betont Schulz. Für Sparerinnen und Sparer, die erstmal an den Kapitalmärkten aktiv werden möchten, bieten sich beispielsweise ertragsorientierte Mischfonds an, die breit gestreut über verschiedene Anlageklassen hinweg investieren und damit weniger schwanken als reine Aktienanlagen. Als Sparplan ermöglichen sie bereits mit kleinen Beiträgen den Weg vom Sparen zum Anlegen. Und wer mit seinem Geld gleichzeitig etwas Gutes tun möchte, findet diese so genannten Income-Fonds inzwischen auch in nachhaltigen Varianten.

Um den Schritt zur Wertpapieranlage zu erleichtern, hat J.P. Morgan Asset Management zudem ein neues Online-Informationsangebot gestartet. „Wir wollen vor allem denjenigen, die sich bisher noch nicht an die Kapitalmarktanlage herangewagt haben, leicht verständliche Informationen an die Hand geben. Wer die Grundlagen und Zusammenhänge des erfolgreichen, langfristigen Anlegens versteht, hat auch weniger Scheu, den Schritt vom Sparen zum Anlegen zu gehen“, unterstreicht Matthias Schulz.

Die hier zitierten Ergebnisse stammen aus dem Finanzbarometer – Sommer 2021 von J.P. Morgan Asset Management, einer repräsentativen Online-Befragung über die Plattform von Attest. Befragt wurden in der Zeit vom 9. bis 19. Juli 2021 2.000 Frauen und Männer ab 20 Jahren in Deutschland. Im Fokus standen Meinungen und Einstellungen zum Spar- und Anlageverhalten sowie zur Finanzplanung. Neben langfristigen Themen wie die Altersvorsorge wurden auch aktuelle Themen wie Inflation, Strafzinsen, die nachhaltige Geldanlage und Anlageregionen abgefragt. Weitere Aspekte der Studie werden in den nächsten Wochen veröffentlicht.

 

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Wetter- und Klimaphänomene beherrschen zunehmend die Schlagzeilen. Und sie bewegen die Sparer, wie der “Rabobank Food Navigator” zeigt: Ein Drittel der deutschen Verbraucher möchte sein Geld in Maßnahmen für den Klimaschutz anlegen.

 

Im Juni hielt eine Hitzewelle den nordamerikanischen Kontinent fest im Griff, im Juli folgten verheerende Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern, derzeit wüten riesige Waldbrände in der Türkei und in Griechenland. Gleichzeitig herrschen in Grönland ungewöhnlich hohe Temperaturen, die den Eisschild immer mehr zum Abschmelzen bringen – die Nachrichten über Extremwetterlagen reißen nicht ab.

Dass auch die deutschen Verbraucher ein Bewusstsein dafür haben, zeigt der Rabobank Food Navigator. Knapp jeder dritte Befragte (28,5 Prozent) möchte sein Geld in Maßnahmen für den Klimaschutz investieren. Diese Bereitschaft ist zuletzt wieder gestiegen: Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang ab Mai ist das Thema Klimaschutz seit Mitte Juli wieder um fünf Prozentpunkte nach oben geklettert.

Konkret etwas für den Schutz der Wälder tun möchten 21,3 Prozent der Befragten im Bundesdurchschnitt. Einen generell verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen befürwortet jeder Vierte (24,1 Prozent).

Junge investieren in Klimaschutz, Ältere in die Bildung von Kindern

Am meisten Wert auf Klimaschutz legt dabei die Jugend: Ein Drittel (35,8 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen würde gerne mit seinem Geld etwas zu Klimaschutzmaßnahmen beisteuern. Junge Menschen liegen auch beim Schutz von Wäldern mit 25,6 Prozent an der Spitze der Altersgruppen. Die 65-Jährigen dagegen legen im Altersvergleich mit 26,9 Prozent – gemeinsam mit den 50- bis 59-Jährigen – am wenigsten Wert auf klimaschützende Maßnahmen. Ihnen ist mit 37,0 Prozent die Bildungsförderung von Kindern am wichtigsten.

Auch der Blick in die Beschäftigungsgruppen bestätigt diesen Trend: Mehr als doppelt so viele Studenten (55,7 Prozent) wie Rentner (25,9 Prozent) möchten ihr Geld in umweltschützende Maßnahmen investieren. Dabei sind die Männer (29,6 Prozent) etwas stärker vertreten als die Frauen (27,3 Prozent).

Der Norden investiert eher als der Süden

Bei den Bundesländern ist ein klares Nord-Süd-Gefälle zu erkennen: In Schleswig-Holstein möchten mit 37,1 Prozent die meisten Befragten ihr Geld am liebsten in Maßnahmen zum Klimaschutz anlegen, gefolgt von Hamburg (36,0 Prozent). Die südlichen Länder dagegen – Baden-Württemberg (30,5 Prozent), Bayern (27,7 Prozent), Rheinland-Pfalz (26,9 Prozent) und das Saarland (25,2 Prozent) – liegen auf den Plätzen 7, 9, 10 und 11. Das Schlusslicht bildet Thüringen mit 13,8 Prozent. Beim verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen wiederum liegt Bayern (28,7 Prozent) vorne, gefolgt von Berlin (27,6 Prozent) und Baden-Württemberg (25,8 Prozent).

Insgesamt zeigt sich, dass der Westen (30,9 Prozent) mehr Wert auf Klimaschutz legt als der Osten (19,8 Prozent). Dabei liegen die Städter (34,8 Prozent) etwas vor den Bewohnern ländlicher Regionen (26,7 Prozent).

Die Rabobank fördert den Klimaschutz

Auch die Rabobank setzt sich für den Klimaschutz ein – zuletzt mit der Initiative “Agroforestry Carbon Organically Restoring Nature” (ACORN), die zwecks CO2-Ausgleich gemeinsam mit Microsoft ins Leben gerufen wurde. Herzstück von ACORN ist eine transparente Online-Plattform, die Landwirte weltweit miteinander vernetzt. Das Prinzip: Bauern in Entwicklungsländern pflanzen neben ihren Nutzpflanzen zusätzlich Bäume, die CO2 binden. Diesen Beitrag können sie über die Plattform in Form von Credits großen Unternehmen anbieten, die damit momentan noch nicht vermeidbare CO2-Emissionen ausgleichen.

Auch der AGRI3 Fund der Rabobank dient ganz konkret dem Klimaschutz: Er wurde in Kooperation mit dem UN-Umweltprogramm aufgelegt, um die Weiterentwicklung landwirtschaftlicher Anbaumethoden zu finanzieren. Damit werden vor allem Regionen in Südamerika und Asien unterstützt, die heute schon die Auswirkungen des Klimawandels deutlich stärker spüren als Europa. Langfristig sollen Projekte in einer Größenordnung von zehn bis 150 Millionen US-Dollar gefördert werden.

Für die Erhebung der Daten kooperiert die Rabobank mit Civey, einem der führenden Unternehmen für digitale Markt- und Meinungsdaten in Deutschland. Die Umfragen zu den vier Fokusthemen Verantwortungsvolle Produktion, Effiziente und effektive Lieferketten, Bewusster Konsum und Banking for Food sind repräsentativ und werden online durchgeführt. Dafür wurden seit dem 11. März 2021 schon mehr als 18.000 Teilnehmer*innen befragt. Die Stichprobengröße liegt bei über 5.000 Personen.

Die Details der Civey-Studienergebnisse schicken wir auf Anfrage gerne zu. Einfach eine E-Mail an rabobank@fischerappelt.de senden. Die Ergebnisse sind unter der Quellenangabe “Civey/Rabobank” frei zur Veröffentlichung.

Banking for Food

Die genossenschaftliche Rabobank investiert gemäß ihrem Leitgedanken “Banking for Food” in zukunftsweisende Projekte, die Lösungen für die globale Herausforderung der Ernährungssicherheit bieten. Zu den tragenden Säulen dieser Aktivitäten gehört neben dem Zugang zu Wissen und einem internationalen Netzwerk die Unterstützung mit finanziellen Mitteln. Jährlich fließen seitens der Rabobank dafür weltweit mehr als 65 Milliarden Euro in Unternehmen im Agrar- und Lebensmittelsektor.

Der “Rabobank Food Navigator”

Der Rabobank Food Navigator gewährt tiefe Einblicke in das Bewusstsein der Deutschen zum Thema Nachhaltigkeit. Damit liefert die Rabobank gemäß ihrem Leitbild “Growing a better world together” neue Impulse im Umgang mit Ressourcen und zu Fragen der Agrarwirtschaft sowie der Lebensmittelproduktion und -sicherheit. Per interaktiver Deutschlandkarte liefert die Rabobank Insights, wie deutsche Verbraucher aktuelle Themen rund um verantwortungsvolle Lebensmittelproduktion, effiziente und effektive Lieferketten und bewussten Konsum bewerten. Die Daten werden regelmäßig von Civey erhoben, einem der führenden Unternehmen für digitale Markt- und Meinungsdaten in Deutschland.

 

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Rabobank Frankfurt, Solmsstraße 83, 60486 Frankfurt am Main, Tel: +49 (0) 69 79 206-0, www.rabobank.de

Die privaten Haushalte im Euroraum investieren wieder zunehmend in Aktien und andere Anteilsrechte, wie etwa Investmentfonds.

 

Insbesondere deutsche Sparerinnen und Sparer engagieren sich seit mehreren Jahren verstärkt. Entsprechend stammten im ersten Quartal 2021 rund 43 Prozent der Geldvermögensbildung über Aktien und Investmentfonds privater Haushalte im Euroraum von deutschen Anlegern. Auch im Vorfeld der Coronapandemie war das Aktienengagement deutscher Privathaushalte überdurchschnittlich. Während Anleger im übrigen Euroraum Mittel aus dem Aktienmarkt abzogen, wurde in Deutschland weiter investiert. Dies zeigt eine auf Daten des europäischen Statistikamts Eurostat basierende Studie des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). “Investitionen in Aktien und Investmentfonds können für Sparer mit entsprechender Risikoneigung langfristig die Ertragschancen erhöhen und daher die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds abfedern”, so BVR-Vorstandsmitglied Gerhard Hofmann.

Trotz ihrer zuletzt überdurchschnittlich am Aktienmarkt neu gebildeten Geldanlage bleiben Aktien und Investmentfonds im Portfoliobestand deutscher Haushalte im Vergleich zum Euroraum unterrepräsentiert. Im ersten Quartal 2021 machten diese rund 23 Prozent des Geldvermögens deutscher Haushalte aus, während es im Euroraum rund 27 Prozent waren. Seit Ausbruch der Coronapandemie ist der Aktienanteil bei deutschen Anlegern jedoch um rund einen Prozentpunkt gestiegen.

Aktien und Investmentfonds bieten deutlich höhere Ertragschancen als konservative Anlageformen wie Sparkonten, sind jedoch auch mit höheren Risiken verbunden. Gerade angesichts der aktuell erreichten Höchststände am Aktienmarkt bestehen auch Rückschlagspotenziale. Die Zusammensetzung des eigenen Portfolios sollte daher von den individuellen Möglichkeiten und Anlagezielen bestimmt sein. Auch Immobilienbesitz und die Höhe der Altersrente beeinflussen die Allokation des Geldvermögens.

Die neue Studie des BVR ist im Internet unter www.bvr.de, Publikationen, Volkswirtschaft abrufbar.

 

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Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR), Schellingstraße 4, ­10785 Berlin, Tel.: 030/20210,Fax: 030/2021­1900, www.bvr.de

Statement von Klaus Müller, Vorstand des vzbv, zur Regulierung von als nachhaltig beworbenen Investmentfonds

 

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) will gegen die steigende Gefahr von Greenwashing bei Geldanlagen vorgehen. Laut dem Richtlinien-Entwurf müssen Fonds, die als nachhaltig beworben werden, künftig mindestens 75 Prozent ihrer Anlagen nachhaltig investieren. Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), kommentiert:

Auch bei Geldanlagen besteht die Gefahr von Greenwashing. Es ist deshalb gut, dass die BaFin die Anbieter von Nachhaltigkeitsfonds dazu verpflichten will, dass sie im Kern auch nachhaltig anlegen. Aber auch der Gesetzgeber ist gefordert. Die Mehrheit der Verbraucher erwartet, dass als nachhaltig beworbene Anlagen auch zu konkreten Veränderungen führen, also zum Beispiel Treibhausgasemissionen reduzieren oder Sozialstandards verbessern. Bei vielen Geldanlagen ist eine solche Wirkung allerdings unklar. Der vzbv erwartet, dass die Bundesregierung sich hier für klare Standards und Definitionen einsetzt: Anlagen sollten nur als nachhaltig bezeichnet werden, wenn sie einen messbaren Beitrag zu Nachhaltigkeitszielen leisten und mehr sind als reine Werbeversprechen.

 

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vzbv Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Markgrafenstraße 66, D­-10969 Berlin, Tel.: 030/258000, Fax: 030/2580018, www.vzbv.de

156 Transaktionen in den ersten sechs Monaten markieren Bestwert für ein erstes Halbjahr

 

Der deutsche Private-Equity-Markt hat sich mit einer Rekordzahl an Deals von der Corona bedingten Zurückhaltung gelöst: Finanzinvestoren tätigten hierzulande 156 Deals in den ersten sechs Monaten – das markiert einen Höchstwert im Vergleich aller bisher untersuchten Halbjahre. Die Übernahme des Schuhherstellers Birkenstock durch die Investmentgesellschaft L Catterton und Financière Agache war mit 3,8 Milliarden Euro die größte Akquisition durch einen Private-Equity-Fonds im ersten Halbjahr. Den zweiten Megadeal im Wert von mehr als einer Milliarde Euro schloss Apax Partners SAS mit der Übernahme des Brillenherstellers Rodenstock für 1,5 Milliarden Euro ab. Insgesamt ist damit die durchschnittliche Dealgröße gesunken – in den ersten sechs Monaten dominierten vor allem kleinere und mittelgroße Transaktionen.

Das Gesamtvolumen erreichte 12,3 Milliarden Euro – der zweitbeste Wert für ein erstes Halbjahr seit Erstellung der Studie. Lediglich im Vorjahreszeitraum wurde mit 24,2 Milliarden Euro ein noch höherer Wert erzielt, der zum großen Teil auf den Rekord-Buyout der thyssenkrupp Aufzugssparte für 17,2 Milliarden Euro zurückzuführen war. Allerdings brach im Vorjahreszeitraum die Zahl der Transaktionen auf nur noch 94 ein.

Strategische Investoren kamen im Vergleich dazu mit deutlich weniger Dynamik aus der Corona-Krise zurück: Die Zahl der Deals lag mit 250 leicht über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (236). Der Transaktionswert erreichte 13,9 Milliarden Euro – der drittniedrigste Wert für ein erstes Halbjahr in den vergangenen zehn Jahren.

Das sind Ergebnisse einer Analyse des deutschen Private-Equity-Marktes durch das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY (Ernst & Young).

Sandra Krusch, EY-Partnerin und Leiterin Private Equity in Europe West: „Finanzinvestoren haben sich schnell von der Corona-Krise erholt und eine Rekordzahl an Transaktionen in Deutschland getätigt. Die Unsicherheit aus dem Jahr 2020 scheint verflogen zu sein – und das Deal Tempo wird aufgrund von wachsenden Fondvolumen und einem hohen Level an Dry Powder weiter zunehmen. Transaktionen werden zudem maßgeblich von den Trends ‚Innovative Arbeitsmodelle‘ und ‚neuen Technologien‘ beeinflusst. Der Investmentfokus wird hierbei auf der Wertschöpfung im Bereich der Digitalisierung und Nachhaltigkeit beziehungsweise ESG liegen.“

Wolfgang Taudte, Partner bei EY: „Strategische Investoren treten dagegen deutlich zurückhaltender auf. Sie sind stärker von den Lockdown-Maßnahmen getroffen worden und viele haben sich zunächst darauf konzentriert, das Kerngeschäft zu stabilisieren, anstatt neue Investitionen zu tätigen.“

Strategische Investoren investieren im Durchschnitt weniger – IPOs legen zu

Finanzinvestoren veräußerten Beteiligungen im Wert von 2,5 Milliarden Euro an strategische Investoren – ein Rückgang um 1,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allerdings erhöhte sich die Anzahl der Verkäufe an diese Investorengruppe im gleichen Zeitraum von 28 auf 36.

Finanzinvestoren haben auf der Suche nach Alternativen offenbar das Börsenparkett neu für sich entdeckt: Das erste Halbjahr war geprägt von gleich sieben Börsengängen von Unternehmen aus dem Portfolio von Finanzinvestoren, die zusammen 3,3 Milliarden Euro einbrachten. In den vergangenen fünf Jahren gab es maximal zwei IPOs von Portfoliounternehmen pro Halbjahr.

„In der Regel sind strategische Investoren bereit, hohe Preise zu zahlen, weil sie gute Synergieeffekte erzielen können“, sagt Taudte. „Derzeit halten sie aber lieber noch ihr Geld zusammen. Bei vielen Unternehmen stehen Programme zur Kostenreduktion und Effizienz auf dem Plan – Zukäufe passen momentan vor allem dann in die Strategie, wenn sie das Kerngeschäft ergänzen und als günstige Gelegenheit wahrgenommen werden. Hinzu kommt, dass das Börsenumfeld sehr attraktiv war und IPOs höhere Preise erzielt haben, als durch Weiterverkäufe möglich gewesen wäre.“

Unternehmen im IT-Sektor stark gefragt

Mit 46 Transaktionen haben Finanzinvestoren im ersten Halbjahr 2021 die meisten Übernahmen im IT-Sektor getätigt. Im Industrie- und Bausektor wurden 17 bzw. 15 Transaktionen getätigt. Das höchste Volumen von insgesamt 5,1 Milliarden Euro hat jedoch der Konsumgütersektor verzeichnet – hauptsächlich aufgrund der Birkenstock-Übernahme.

Die Digitalisierung als Megatrend verändert die Geschäftsprozesse in einem noch nie dagewesenen Tempo”, erklärt Krusch. “Finanzinvestoren haben daher insbesondere Unternehmen aus dem Bereich der Informationstechnologie im Blick. Diese passen mit ihren zukunftsorientierten Lösungen gut in die Portfolios zahlreicher Kaufinteressenten.”

 

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Ernst & Young AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mittlerer Pfad 15, D­-70499 Stuttgart, Tel: 0711/988115980, Fax: 0711/988115177, www.ey.com

FERI nutzt ausgewiesene Expertise im Bereich Volatilitätsprämien

 

Die hohe Informationseffizienz im europäischen Aktienmarkt macht es aktiven Fondsmanagern schwer, hier einen dauerhaften Wissensvorsprung zu erzielen, der ihnen Vorteile bei der Auswahl von Einzelaktien bringen könnte. Sie schneiden deshalb in der Regel langfristig nicht besser ab als der europäische Leitaktienindex EURO STOXX 50. Dennoch ist es möglich, über den Einsatz geeigneter Risikoprämien eine langfristige und vor allem systematische und prognosefreie Outperformance gegenüber der Benchmark auch auf sehr informationseffizienten Märkten zu generieren. „Mit dem EquityFlex erzielen wir seit über sechs Jahren einen überdurchschnittlichen Gewinn auf dem US-Aktienmarkt. Das Erfolgsrezept dahinter, die Vereinnahmung von Volatilitätsprämien, nutzen wir mit dem EuroEquityFlex jetzt für den europäischen Aktienmarkt“, sagt Carsten Hermann, Geschäftsführer FERI Trust GmbH. Der EuroEquityFlex sei damit eine Alternative zu ETFs, die eine Outperformance per Definition ausschließen und aktiv gemanagten Aktienfonds.

Basis der Investmentstrategie im EuroEquityFlex ist eine effiziente Replikation des EURO STOXX 50 durch Futures und alle Index-Einzelaktien. Das Renditeplus gegenüber dieser Benchmark wird durch die prognosefreie Vereinnahmung der Volatilitätsrisikoprämie im europäischen Aktienmarkt erreicht. „Der Faktor Volatilität ist als Risikoprämie besonders gut geeignet, denn er existiert in den allermeisten Marktphasen und zahlt daher systematisch und langfristig auf die Anlagestrategie ein“, sagt Daniel Lucke, Director Portfolio Management bei FERI und verantwortlich für die Strategien OptoFlex und EquityFlex.

Eingesetzt werden ausschließlich börsengehandelte, hochliquide EURO STOXX 50 Put-Optionen. Die systematische Portfoliokonstruktion und die Implementierung statischer Absicherungen, sorgen zudem für eine Stabilisierung der relativen Performance. So kann EuroEquityFlex bei niedrigem Tracking Error möglichst stetige Überrenditen gegenüber dem EURO STOXX 50 erzielen.

EuroEquityFlex ist ein täglich liquider UCITS V-Fonds und gemäß Investmentsteuergesetz als Aktienfonds einzustufen. Die erwartete Outperformance des EuroEquityFlex gegenüber dem EURO STOXX 50 liegt längerfristig bei rund 2% p.a. nach Fondskosten. Gestartet ist der Fonds am 24.06.2021 mit einem Volumen von rund 80 Millionen Euro.

 

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FERI AG, Haus am Park  Rathausplatz 8-10, 61348 Bad Homburg, Tel: +49 (0) 6172 916-0, Fax: +49 (0) 6172 916-9000, www.feri.de

Marktkommentar von Pierre Debru, Director, Research, WisdomTree Europe

 

„Die globalen Aktienmärkte haben im ersten Halbjahr 2021 aufgrund der Wiedereröffnung des Handels gut performt. Dennoch zeichnen sich Risiken ab. Die Marktbedingungen könnten diese Rotation beschleunigen. Tatsächlich hat der Qualitätsfaktor (10,88 Prozent) im zweiten Quartal zyklische Faktoren wie Value (3,4 Prozent) und Small Caps (5,4 Prozent) übertroffen.1

Obwohl der genaue Zeitpunkt und das Ausmaß einer Korrektur in der Mitte einer Rallye oder einer Faktorrotation schwierig vorherzusagen ist, sollten Anleger einen Blick auf den Qualitätsfaktor richten:

  • Unbekannt-unbekannte Risiken könnten wahrscheinlicher werden und begünstigen defensivere Faktoren
  • Hochwertige Aktien könnten mit zunehmender Marktbewertung und -performance vermutlich eine Outperformance erzielen
  • Hochwertige Aktien werden mit einem Discount zum Markt gehandelt
  • Qualitätsaktien haben sich in Zeiten des Tapering besser entwickelt

Die Gewissheit der Ungewissheit

Generell ist es wichtig, zwischen den bekannt-unbekannten und den unbekannt-unbekannten Risiken zu unterscheiden, da ihre Auswirkungen auf die globalen Märkte tendenziell unterschiedlich sind.

Die bekannt-unbekannten Risiken sind traditionelle Risiken, die dem Markt zwar bekannt sind, deren Auswirkungen jedoch noch nicht absehbar sind. Ein Beispiel für ein bekannt-unbekanntes Risiko ist die Verbreitung der stärker übertragbaren Delta-Variante in vielen Teilen der Welt. Dieses Risiko beeinträchtigt die Performance zyklischer Wirtschaftssektoren, da der Verbraucheroptimismus gedämpft wird. Bisher gaben die Aktienmärkte im Gegensatz zu den Anleihenmärkten einen optimistischeren Ausblick auf die Weltwirtschaft, was ein höheres Wachstum, Inflation und Verbrauchervertrauen betrifft. Allerdings scheinen sich die globalen Aktienmärkte den Entwicklungen der globalen Anleihemärkte anzupassen. Dies zeigt, dass das Verhältnis von zyklischen zu defensiven Aktien in den USA, einem wichtigen Risikoindikator, einen Höchststand erreicht hat.

Länder wie die USA, die Eurozone und Großbritannien, die höhere Impfraten erreicht haben, sollten dem Anstieg der Covid-Fälle standhalten, ohne erneute Lockdowns verhängen zu müssen. Für Volkswirtschaften, die bei der Impfung hinterherhinken, wie beispielsweise Asien, erwarten wir jedoch kurzfristig eine Verzögerung des Inlandsverbrauchs, während die Auslandsnachfrage und die Investitionsausgaben ihre Volkswirtschaften weiterhin stützen sollten. Daher ist es entgegen den Markterwartungen unwahrscheinlich, dass die fiskal- und geldpolitische Unterstützung kurzfristig zurückgefahren wird. Wir sind weniger besorgt gegenüber den bekannt-unbekannten Risiken, doch die unbekannt-unbekannten Risiken sollten aufmerksam beobachtet werden.

Die unbekannt-unbekannten Risiken

Noch zu identifizierende Risiken sind mit unbekannt-unbekannten Risiken verbunden. Als Beispiel für diese Risiken dient die Hebelwirkung am Aktienmarkt. Margin Debt, bekannt als der Betrag, den Einzelpersonen und Institutionen für ihre Aktienbestände leihen, ist ein gutes Beispiel für die Hebelwirkung am Aktienmarkt. Die von der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) gemessene Veränderung der Margenverschuldung gegenüber dem Vorjahr scheint im letzten Monat einen Höhepunkt erreicht zu haben. Beim Vergleich der jährlichen Veränderung der Margenverschuldung gegenüber dem S&P 500 Index stellten wir fest, dass Höchststände der Margenverschuldung ein wichtiger Vorläufer von Korrekturen am US-Aktienmarkt waren, wie sie in den Jahren 2000 und 2008 während der Dotcom-Blase und der großen Finanzkrise zu beobachten waren. Obwohl es schwierig ist, den genauen Zeitpunkt einer Korrektur vorherzusagen, halten wir es vor dem Hintergrund der unbekannt-unbekannten Risiken für ratsam, dass Anleger eine höhere Allokation des Qualitätsfaktors in Betracht ziehen.

Qualität, ein Faktor für Post-Recovery-Märkte

Eine quantitative Betrachtung des Marktes zeigt, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt im Zyklus die frühe Erholung ihren Lauf genommen hat, sich unterbewertete Aktien erholt haben und leicht zugängliche Investments ausgeschöpft wurden. Anleger erwarten eine Rotation unter den Aktien mit der besten Performance. Diese Rotation geht normalerweise von Value und Small Caps zu anderen Faktoren wie Qualität. Doch ist dies eine systematische Rotation?

In der folgenden Analyse wird das Verhalten verschiedener Aktienfaktoren in Phasen nach einem starken Anstieg der Aktienkurse beurteilt. Bei einer Erholung übertreffen die Aktienmärkte normalerweise ihre langfristigen gleitenden Durchschnittswerte und tendieren viel höher (d. h. eine Standardabweichung über dem gleitenden Durchschnitt, dann zwei usw.). Wie in Abbildung 3 dargestellt, stehen wir derzeit leicht über der Marke von einer Standardabweichung.

Bei der Analyse der Daten seit 1998 stellten wir fest, dass die durchschnittliche Wertentwicklung des MSCI World in den folgenden sechs Monaten vier Prozent betragen würde, wenn er 0,5 Standardabweichung über seinem gleitenden Zweijahresdurchschnitt lag. Wenn sie jedoch über zwei Standardabweichungen lag, betrug die Performance 2,8 Prozent, und wenn sie über 2,5 Standardabweichungen lag, betrug sie -0,4 Prozent. Wenn die Aktienmärkte steigen, nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Marktumkehr zu.

Wir beobachten, dass Small Caps, sobald der MSCI World über der Standardabweichungslinie von 0,5 liegt, eher eine Underperformance als eine Outperformance aufweisen. Small Caps schneiden in Erholungsphasen sehr gut ab. Sie sind sozusagen der erste Faktor, der sich umkehrt. Value ist zwar robuster, zeigt aber das gleiche Verhalten, wenn die Aktienmärkte stark genug steigen. Was die Qualität angeht, sind die Performance-Erwartungen hingegen sehr robust, wenn die Aktienmärkte steigen. Je höher die Performance der Aktienmärkte, desto höher das Ausmaß der Umkehr und die erwartete Outperformance. Historisch gesehen war Qualität der beste Faktor für die folgenden sechs Monate, sobald der Markt über die 0,5-Standardabweichungsmarke stieg.

Dies unterstützt unsere qualitative Analyse. Wenn sich die Märkte von der Krise erholt haben und die Anleger beginnen, sich auf etwas Neues zu freuen, erscheinen zyklische Anlagen riskanter und Anleger neigen zu Investments, die für alle Marktlagen  gut aufgestellt sind. Qualitätsaktien sind Investments, die im Gleichschritt mit dem Markt wachsen können, aber auch unerwarteten Ereignissen standhalten.

Die Zeit für Qualität ist da

Neben der Robustheit des Qualitätsfaktors in verschiedenen Phasen des Konjunkturzyklus gibt es weitere Faktoren, die für Qualität sprechen:

  • Hochwertige Aktien werden nicht nur mit einem Discount zum Markt gehandelt, sondern auch gegenüber Aktien von geringer Qualität. Qualitätsaktien sollen per Definition sicherer sein, bessere Geschäftsmodelle haben und mehr Cashflows generieren als andere faktorgetriebene Aktien. AAA-Anleihen sind teurer und rentieren weniger als BBB-Anleihen. Und dennoch werden Qualitätsaktien mit einem Discount gehandelt. Ende Juni wies der MSCI World Quality im vergangenen 12-Monatszeitraum ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 29,1 gegenüber 30,1 für den MSCI World auf. Gleichzeitig wies der WisdomTree Global Developed Quality Dividend Growth Index ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (PE) von 22 auf 2.
  • Qualitätsaktien haben sich in Zeiten des Tapering besser entwickelt. Während die Märkte einige Anzeichen von Nervosität zeigen, seit das Tapering in das Vokabular der Fed zurückgekehrt ist, sollten sich Investoren sicherer fühlen, die ihr Portfolio nach dem Qualitätsfaktor ausgerichtet haben. Qualitätsaktien haben sich in ähnlichen Phasen der geldpolitischen Straffung gut entwickelt.“

1 Factset, Bloomberg, WisdomTree, Stand 21. Juli 2021

2 Bloomberg, WisdomTree ab 21. Juli 2021

 

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Die Deutsche Bildung AG hat ein neues Mitglied in den Vorstand berufen.

 

Dr. Erik Spickschen arbeitet als Vorstandssprecher im Team mit Anja Hofmann und Andreas Schölzel. Seine vorherige Aufgabe als Vorsitzender des Aufsichtsrats übernimmt Dr. Timo Glaser. Dr. Erik Spickschen ist der Deutschen Bildung seit Gründung im Jahr 2006 verbunden. Als Co-Founder und Ideengeber hat er den umgekehrten Generationenvertrag mitgeprägt, mit dem heute mehr als 5.000 Menschen im Studium finanziert und in ihrem beruflichen Werdegang gefördert werden.

Spickschen hat Betriebswirtschaftslehre in Mannheim und Japanologie in Heidelberg studiert. Promoviert hat er in Mainz, bevor er mehrere Unternehmen gegründet hat. Die letzten beiden Gründungen waren zum einen die kimeta GmbH, die führende deutsche Jobsuchmaschine. Zum anderen hat Spickschen als Gründer und Inhaber – inspiriert durch eine Pilgerreise in Japan – einen Raum für japanischen grünen Tee in Berlin betrieben. „Meine Leidenschaft ist die Entfaltung von Potenzialen – unternehmerische genauso wie persönliche“, sagt Spickschen.

„Die Deutsche Bildung bietet eine privatwirtschaftliche Lösung für Finanzierungshürden im Studium, darüber hinaus aber auch Beratungsangebote und eine vielfältige Community, die Menschen zu persönlichem Wachstum verhilft. Mir wurde schnell klar, dass ich hier aktiv mitgestalten will“, sagt Spickschen über den Rollenwechsel bei der Deutschen Bildung.

Finanziert wird das Angebot aus einem Studienfonds. Er dient gleichzeitig privaten als auch institutionellen Anleger/innen als sinnvolles Investment in Bildung. Nach dem Prinzip eines umgekehrten Generationenvertrags zahlen geförderte Absolvent/innen nach dem Studium einkommensabhängig an den Studienfonds zurück.

Mit der geplanten Aufstockung der bestehenden Anleihe des Studienfonds soll der Fonds weiter wachsen, um noch mehr Studierende finanzieren zu können. Voraussichtlich ab Herbst können Anleger/innen über die im Jahr 2017 emittierte dritte Anleihe (WKN A2E4PH) wieder Investments in Bildung tätigen.

Über die Deutsche Bildung AG

Die Deutsche Bildung ermöglicht aus ihrem Studienfonds eine flexible Studienfinanzierung, die vom Centrum für Hochschulentwicklung regelmäßig mit einer Spitzenbewertung ausgezeichnet wird. Neben der Finanzierung werden studentische Kunden für ein erfolgreiches Studium und das zukünftige Arbeitsleben beraten, mit der Praxis vernetzt und gecoacht. Die Studienfinanzierung wird unabhängig vom Einkommen der Eltern und ohne Bürgen vergeben. Angesprochen sind Student/innen aller Fachrichtungen, die ihr Studium an einer staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland oder auch im Ausland absolvieren. Als Absolvent/innen zahlen sie erst mit Beginn der Berufstätigkeit einen vereinbarten Anteil ihres Einkommens an den Studienfonds zurück, was die Gefahr der Überschuldung minimiert und gleichzeitig Freiheit bei der Berufswahl und privaten Lebensentscheidungen lässt. Ermöglicht wird das Modell über institutionelle und private Investoren über Anleihen oder als Eigenkapitalinvestment.

 

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Deutsche Bildung AG, Weißfrauenstraße 12-­16, ­60311 Frankfurt, Tel: 069 / 920 39 45 0, Fax: 069 / 920 39 45 10 www.deutsche­-bildung.de

Nachhaltigkeitsambitionen bleiben bei konkreten Anlageentscheidungen meist außen vor – Sicherheit bleibt wichtigstes Kriterium

 

Fragt man die Deutschen danach, nach welchen Kriterien Sie ihr Geld anlegen, spielt Nachhaltigkeit trotz der allgegenwärtigen Diskussion um Umweltschutz und Klimawandel noch eine untergeordnete Rolle. Und das, obwohl die meisten Banken und Versicherer entsprechende Produkte inzwischen im Portfolio haben und Vermögensberater das Thema aktiv ansprechen. Zwar geben mehr als die Hälfte (52,8%) der befragten Bürger an, dass Ihnen Nachhaltigkeit bei der Geldanlage wichtig ist. Geht es aber um konkrete Anlageentscheidungen, stehen andere Faktoren im Vordergrund, allen voran die Sicherheit der Anlage gefolgt von Rentabilität und Liquidität. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Sonderbefragung des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA). Die Befragung ist Teil der Sommer-Ausgabe des Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA).

Die befragten Bürger sollten die vier Ziele Sicherheit, Rentabilität, Liquidität und Nachhaltigkeit nach Relevanz ordnen. Sicherheit dominiert klar mit 43 Prozent, dahinter folgt etwas abgeschlagen Rentabilität mit 27 Prozent. Liquidität liegt mit 18 Prozent auf Platz drei und Nachhaltigkeit bildet mit nur 13 Prozent das Schlusslicht.

„Auf den ersten Blick überraschen die Ergebnisse, denn in anderen Bereichen zeigen sich die Deutschen wandlungsfreudiger. Doch angesichts der vergleichsweise hohen Summen auf deutschen Girokonten und bei Sichteinlagen bestätigen sie auch das traditionell konservative Anlageverhalten“, sagt Professor Dr. Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA. „Sicherheit und Nachhaltigkeit schließen sich allerdings nicht gegenseitig aus. Anlagemöglichkeiten mit Nachhaltigkeitsfokus sollten beides gleichermaßen mitbringen. Nur so wird die Finanzwirtschaft ihren auch politisch gewünschten Beitrag leisten können.“

Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei der Priorisierung der Kriterien sind marginal. Während Frauen etwas mehr Wert auf Sicherheit legen, steht bei Männern Rentabilität etwas stärker im Fokus. Bei der Bewertung der vier Anlagekriterien wurden jeweils die ersten beiden Prioritäten im Verhältnis 2:1 berücksichtigt. Das Ergebnis bildet eine prozentuale Aufteilung der einzelnen Faktoren nach ihrer zugeordneten Relevanz ab. Befragt wurden 2.000 Personen in Deutschland.

Über das DIVA:

Das DIVA ist das Forschungsinstitut des Bundesverbands Deutscher Vermögensberater (BDV) und Hochschulinstitut der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW). Es veröffentlicht jeweils zweimal jährlich einen Geldanlage-Index und Altersvorsorge-Index, die Einstellungen der Menschen in Deutschland zu diesen Finanzfragen messen. Die Indizes basieren auf den DIVA-Tandemumfragen, repräsentativen Doppelbefragungen von Endverbrauchern einerseits und Vermögensberatern andererseits. Wissenschaftlicher Direktor ist FHDW-Professor Dr. Michael Heuser.

 

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Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung GmbH, Bahnhofstraße 23, 35037 Marburg, Tel: +49 (0) 6421 59078-0, www.diva.de

Aktienmärkte mit regional höchst unterschiedlicher Entwicklung

 

Trotz der durch die Delta-Virusvariante wieder aufflammenden Corona-Epidemie erholt sich die Weltwirtschaft zu Beginn des Sommers weiter. Dies schreiben Guy Wagner und sein Team in ihrem jüngsten Marktbericht „Highlights“. „Zwar sind regional wieder epidemiebedingte Einschränkungen in Kraft getreten, sie bleiben aber begrenzt, und die Wirtschaft kann derzeit ihre Wiederbelebung sowohl in der Industrie als auch in der Dienstleistungsbranche fortsetzen“, sagt Guy Wagner, Chefanlagestratege und Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft BLI – Banque de Luxembourg Investments.

Dynamisches Wirtschaftswachstum in den USA und in Europa

In den USA stieg das annualisierte BIP im zweiten Quartal um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. „Diese erste Schätzung blieb zwar leicht hinter den Erwartungen zurück, bestätigt jedoch eine durch die lockere Geldpolitik und massive staatliche Stützungsmaßnahmen befeuerte hoch dynamische Erholung“, meint der luxemburgische Ökonom. Im Euroraum betrug das BIP-Wachstum im selben Zeitraum annualisiert zwei Prozent gegenüber dem Vorquartal, aber 13,7 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2020.

Federal Reserve: Keine Zinsanhebung vor 2023

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed beließ seine Geldpolitik bei der Sitzung im Juli unverändert. Fed-Präsident Jerome Powell kündigte an, dass er erst einen solideren Arbeitsmarkt abwarten wolle, bevor er von der Politik der Wertpapieraufkäufe ablassen werde. Die Inflation wird weiterhin als vorübergehend angesehen. Eine Debatte über künftige Zinsanhebungen ist weitgehend verfrüht, denn die meisten Mitglieder des Ausschusses können sich eine Erhöhung nicht vor 2023 vorstellen. In Europa bleibt der Rat der EZB bei seiner lockeren Geldpolitik, kommuniziert jedoch eine neue Strategie, die vor allem die zwei Prozent als Ziel für eine symmetrische Inflation und nicht mehr als Obergrenze festlegt. Guy Wagner: „Dadurch dürften die Leitzinsen noch wesentlich länger als allgemein angenommen sehr niedrig bleiben.“

Endfälligkeitsrenditen von Staatsanleihen sinken

Trotz der schlechteren Inflationsdaten sind die Endfälligkeitsrenditen der US-Staatsanleihen ohne ersichtlichen Grund deutlich gesunken. Auch in der Eurozone gingen die langfristigen Zinsen in Deutschland, Frankreich, Italien und in Spanien zurück.

Aktienmärkte mit regional höchst unterschiedlicher Entwicklung

Die Aktienmärkte sind insgesamt positiv in die zweite Jahreshälfte gestartet, entwickelten sich aber regional höchst unterschiedlich. Global betrachtet hat der MSCI All Country World Index Net Total Return seine gute Entwicklung fortgesetzt. In den USA notieren die drei wichtigsten Indizes weiterhin auf Allzeithochs. Vor allem die Schwellenländer litten unter der Schwäche der chinesischen Börsen, die mit dem harten Vorgehen der chinesischen Regierung bei der Regulierung des Technologiesektors zu kämpfen hatten. „Auf Sektorenebene verliefen die relativen Wertentwicklungen nicht linear, wobei die defensiven Sektoren den Monat recht günstig begannen, während die zyklischen Werte sich erst später erholten. Zum Monatsende verzeichneten beide Bereiche eine ähnliche Performance“, sagt Guy Wagner abschließend.

 

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Institutionelles Geschäft zieht nach Corona-Jahr wieder an – Neugeschäft mit Privatanlegern wächst dynamisch

 

Das positive Marktumfeld und der anhaltende Anlagenotstand privater und institutioneller Investoren haben den Absatz von Union Investment im ersten Halbjahr 2021 beflügelt. Der Fondsgesellschaft flossen in den ersten sechs Monaten insgesamt Nettomittel in Höhe von 24,4 Mrd. Euro zu und damit mehr als fünfmal so viel wie im Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2020: 4,3 Mrd. Euro). Das verwaltete Vermögen per Ende Juni 2021 stieg gegenüber dem Vorjahrswert um 18,7 Prozent auf 427,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 359,8 Mrd. Euro).

„Fonds haben sich als Anlageinstrument auch in Corona-Zeiten bewährt und gewinnen bei allen Kundengruppen an Bedeutung“, fasst Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, die Entwicklung des ersten Halbjahres 2021 zusammen. Die Investments haben sich für die Anleger ausgezahlt, wie die Performance der Fondspalette von Union Investment zeigt. In den letzten zwölf Monaten konnten die Aktienfonds von Union Investment per Ende Juni 2021 eine durchschnittliche Rendite von 30,7 Prozent erzielen. Über fünf Jahre waren es jährlich 11,8 Prozent. „Fonds sind in Zeiten von Nullzinsen das Mittel der Wahl. Über alle Anlageklassen hinweg konnten Anleger mit unseren Lösungen in den letzten zwölf Monaten eine Rendite von 12,5 Prozent erreichen. Auf eine 10-Jahressicht waren es 4,5 Prozent pro Jahr“, sagt Reinke.

Institutionelles Geschäft zieht nach Corona-Jahr wieder an

Sehr dynamisch entwickelte sich das institutionelle Geschäft. Das Neugeschäft legte gegenüber dem Vorjahr netto um 14,7 Mrd. Euro (0,6 Mrd. Euro) zu. Damit stiegen die Assets under Management im institutionellen Geschäft binnen zwölf Monaten um rund 15 Prozent auf 231,5 Mrd. Euro (201,0 Mrd. Euro). Den Löwenanteil des Absatzes machten Spezialfonds mit 11,4 Mrd. Euro aus.

Besonders stark nachgefragt wurden dabei Unternehmensanleihen und gemischte Mandate. Wandelanleihen und aktienorientierte Anlagen waren ebenfalls gesucht. Zunehmend richtete sich das Kundeninteresse auch auf alternative Anlagen wie Private Equity und Immobilien mit dem Schwerpunkt Logistik und Wohnen. Hohen Zuspruch fanden zudem Nachhaltigkeitslösungen. „Das Absatzergebnis zeigt, dass viele institutionellen Kunden ihre coronabedingten Liquiditätsengpässe überwunden haben und wieder investieren“, stellt Reinke fest.

Neugeschäft mit Privatanlegern wächst dynamisch

Das Privatkundengeschäft hat ebenfalls kräftig zugelegt. Das Neugeschäft war mit einem Nettozufluss von 9,7 Mrd. Euro um ein Mehrfaches höher als im Vorjahr (3,7 Mrd. Euro). Die Assets under Management im Privatkundengeschäft stiegen um knapp 25 Prozent auf 195,7 Mrd. Euro (158,8 Mrd. Euro).

Nachgefragt wurden vor allem Mischfonds (4,4 Mrd. Euro), Aktienfonds (3,4 Mrd. Euro) und Offene Immobilienfonds (1,2 Mrd. Euro). Hingegen flossen vor allem aus wertgesicherten Fonds aufgrund von Fälligkeiten Gelder ab (-0,8 Mrd. Euro). „Die Sparer befinden sich aufgrund der zementierten Null- und Minuszinsen in einem Anlagenotstand. Immer mehr Menschen handeln nun auch und investieren in Wertpapiere und Immobilien. Die von uns schon vor Jahren beschriebene Evolution des Sparens nimmt Fahrt auf“, erläutert Reinke.

Die mittlerweile sehr dynamische Nachfrage nach Nachhaltigkeitslösungen bei Privatkunden setzte sich ungebrochen fort. Mehr als jeder zweite Euro (60 Prozent) des Neugeschäfts floss hier im ersten Halbjahr 2021 in Nachhaltigkeitsfonds. Insgesamt haben sich innerhalb eines Jahres die nachhaltigen Assets im Privatkundengeschäft von 9,2 Mrd. Euro auf 19,8 Mrd. Euro mehr als verdoppelt.

Zahl der Fondssparpläne steigt stärker denn je

Als Rückgrat des Neugeschäfts mit Privatkunden erwiesen sich einmal mehr die klassischen Fondssparpläne. Ihre Zahl stieg nochmals deutlich an. So wurden allein im ersten Halbjahr 348.000 neue Sparverträge netto abgeschlossen und damit deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum (200.000). Die durchschnittliche monatliche Sparrate aller Sparpläne stieg zudem auf 172 Euro (161 Euro). „Erfreulich ist, dass unsere Kunden ihre Neuanlagen fast ausnahmslos in Fonds mit Substanzwerten wie Aktien und Immobilien tätigen. Denn an diesen führt in zinslosen Zeiten kein Weg mehr vorbei“, sagt Reinke. Mit den klassischen Sparplänen, den Riester-Sparplänen und dem VL-Sparen verwaltet Union Investment nunmehr 6,0 Millionen Fondssparpläne.

Fondsanlage gewinnt an Bedeutung

Mit Blick nach vorn bleibt Reinke optimistisch. Die vergangenen Monate hätten deutlich gemacht, dass die früher immer wieder konstatierte Zurückhaltung deutscher Sparer gegenüber wertpapierbasierten Anlagen nicht in Stein gemeißelt sei. „Wir erkennen, dass die Vorbehalte bröckeln und die Menschen gegenüber Wertpapieranlagen offen sind“, betont Reinke. „Mit Blick auf die unglaublichen Summen auf zinslosen oder sogar negativ verzinsten Konten stehen wir aber erst am Anfang dieser Entwicklung. Die anziehende Inflation wird den Trend zu Wertpapieren noch einmal beschleunigen und damit die Evolution des Sparens weiter voranbringen.“

 

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Die Renditen für Anleihen in Europa erreichen derzeit ständig neue Tiefststände.

 

„Italien ist mittlerweile das einzige Euroland, das im mittleren Laufzeitenbereich noch etwas zahlen muss“, sagt Dr. Dieter Falke, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH. Staaten wie Griechenland oder auch Portugal können dank der Renditetiefs ihre Schulden günstig refinanzieren.

Vor allem in Griechenland befinden sich die Renditen im freien Fall. „Allein am 3. August 2021 erreichten acht der auf zins-tracker.de beobachteten Laufzeiten griechischer Anleihen neue historische Tiefs“, sagt Falke. „Und das nicht nur am kurzen Ende, sondern auch bei den 15- und 30-jährigen Anleihen.“ Hier sanken die Renditen auf 0,69 beziehungsweise 1,35 Prozent. „Griechenland hat einen harten Weg des Sparens hinter sich, die Kapitalmärkte honorieren das jetzt“, so Falke.

Italien, eigentlich mit einer leistungsfähigeren Wirtschaft versehen, muss für längere Laufzeiten mittlerweile deutlich höhere Zinsen zahlen als Griechenland, um Geld anzuziehen. 1,58 Prozent betrug am 3. August 2021 die Rendite der 30-jährigen Anleihen. „Interessanterweise ist Italien jetzt das einzige Land der Eurozone, das für die mittleren Laufzeiten von sechs und sieben Jahren überhaupt noch Geld zahlen muss“, sagt Falke. „Alle anderen Staaten könnten auch hier Geld kassieren.“

Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass das gehandelte Volumen der beobachteten griechischen Anleihen deutlich geringer ist als das von Italien. „Die geringere Liquidität kann kurzfristig das Renditebild verzerren“, sagt Falke. „Was sich aber eindrucksvoll zeigt, ist, dass es Griechenland in den vergangenen beiden Jahren geschafft hat, vor allem länger laufende Papiere am Markt zu platzieren.“ Dementsprechend liegt die mittlere Laufzeit der griechischen Staatsschulden laut Datenanbieter Bloomberg bei fast neuneinhalb Jahren. Ein großer Vorteil, da es sich so die relativ günstigen Konditionen für lange Zeit gesichert hat.

Noch weniger Rendite als die Euroländer liefert derzeit nur die Schweiz, die damit ihre starke Stellung an den Märkten beweist. Positive Erträge können Investoren bei großen Märkten nur in relativ weiter Ferne erzielen: China und die USA weisen weiterhin über alle beobachteten Laufzeiten positive Renditen auf.

 

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