Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßt den Vorschlag des Europäischen Rats zur Umsetzung der Vorgaben aus Basel III.

 

Der Europäische Rat plädiert in seiner Positionierung für eine Beibehaltung der Übergangserleichterungen für Wohnimmobilienfinanzierungen und bonitätsstarke Unternehmen ohne externes Rating. Außerdem forderten die EU-Finanzminister in ihrer Stellungnahme u.a. die Ausklammerung zusätzlicher Kapitalanforderungen für ESG-Risiken, die auch die Vergabe von Immobilienkrediten erschwert hätten. Die Knüpfung der Übergangserleichterungen für Wohnimmobilienfinanzierungen an Nachhaltigkeitskriterien war zuvor vom Berichterstatter des Europäischen Parlaments Jonás Fernández (S&D, ES) ins Spiel gebracht worden, obwohl die ursprünglichen Baseler-Regelungen keinen ESG-Bezug vorsahen.

„Es ist von essentieller Bedeutung die Besonderheiten der europäischen Wirtschaften und des Immobiliensektors bei der Umsetzung neuer Kapitalanforderungen zu berücksichtigen“, sagt ZIA-Vizepräsident Jochen Schenk. Von daher sei der konstruktive Vorschlag des Europäischen Rats ein Schritt in die richtige Richtung. „Im Hinblick auf die herausfordernden Zeiten und des bereits jetzt einbrechenden Finanzierungsvolumens ist das ein positives Signal mit Blick auf die anstehenden Trilog-Verhandlungen. Nur durch pragmatische und zeitgemäße Regelungen kann einer künstlichen Kreditklemme entgegengewirkt werden.“

 

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Umfrage zur Immobilienfinanzierung

 

Eine aktuelle und Umfrage von YouGov im Auftrag von ImmoScout24 zeigt, wie die Deutschen in den vergangenen fünf Jahren ihre Immobilien finanzierten und dass sich nun viele um die Anschlussfinanzierung sorgen:

Die Hälfte der Befragten, die bisher noch keine Anschlussfinanzierung abgeschlossen haben, ist besorgt, sich die Immobilie bei steigenden Zinsen nicht mehr leisten zu können.

Finanzierungen in 2022 ändern sich für viele aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung.

Eigentum in Gefahr? Fast drei Viertel der Befragten haben eine Finanzierung in Anspruch genommen, um ein Haus oder eine Wohnung zur Eigennutzung zu kaufen.

Sorge um Anschlussfinanzierung

Die Auswertung der Umfrage unter 1010 Personen, die in den letzten fünf Jahren eine Immobilienfinanzierung abgeschlossen haben, zeigt: 26 Prozent der Befragten haben sich bereits über eine Anschlussfinanzierung informiert, aber diese noch nicht abgeschlossen. Rund die Hälfte der Befragten, die sich bereits mit der Anschlussfinanzierung beschäftigt haben, ist besorgt, sich die Immobilie bei steigenden Zinsen am Ende nicht mehr leisten zu können. Mit 12 Prozent der Befragten hat nur ein Bruchteil bereits eine Anschlussfinanzierung abgeschlossen. Auf viele wird dieses Thema folglich in den kommenden Monaten und Jahren noch zukommen.

Außerdem hat sich für 52 Prozent der Befragten, die im Jahr 2022 eine Immobilienfinanzierung oder eine Anschlussfinanzierung abgeschlossen haben bzw. sich in diesem Jahr über eine Anschlussfinanzierung informiert haben, die Finanzierung aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung verändert: Die meisten benötigen nun mehr Eigenkapital (26 Prozent), bei anderen hat sich die Finanzierung insgesamt verzögert (22 Prozent) oder die Laufzeit der Zinsbindung wurde angepasst (13 Prozent). Einige wenige geben auch eine Änderung des Tilgungsmodells an (5 Prozent).

“Die letzten fünf Jahre waren für Viele der ideale Zeitpunkt, um sich den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Allerdings sehen wir in unserer aktuellen Befragung, dass sich rund die Hälfte derer, für die eine Anschlussfinanzierung jetzt relevant wird, Gedanken machen, ob sie sich die eigene Immobilie noch leisten können”, erläutert Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin ImmoScout24.

Steigende Zinsen treiben monatliche Raten in die Höhe

Anfang Oktober 2022 lagen die Zinssätze bei ca. 3,50 Prozent für eine Laufzeit von 5 Jahren und bei 3,54 Prozent für eine Laufzeit von 10 Jahren sowie bei 3,86 Prozent für 15 Jahre Laufzeit. 30 Prozent der Befragten haben ihre erste Finanzierung innerhalb der letzten fünf Jahre noch zu einem Zinssatz von 1,0 bis unter 1,5 Prozent abgeschlossen. Bei rund einem Viertel lag der Zinssatz bei Abschluss sogar unter 1,0 Prozent. Einen Zinssatz von 2 Prozent oder mehr hatten bereits 17 Prozent der Befragten zu akzeptieren. Die erste Zinsbindung betrug für die meisten neuen Eigenheim-Besitzer:innen 10 bis 15 Jahre (40 %). Bei einem Viertel der Befragten waren es nur 5 bis 10 Jahre. 28 Prozent wählten eine Zinsbindung von 15 Jahren oder mehr. Die monatliche Rate zur Abzahlung lag bzw. liegt bei über der Hälfte der Befragten bei unter 1.000 Euro (55 %). 1.000 bis 1.499 Euro pro Monat waren bzw. sind es bei 31 Prozent und 1.500 Euro und mehr bei 12 Prozent der Befragten. Ein aktuelles Rechenbeispiel mit dem ImmoScout24-Tilgungsrechner zeigt: Wer im Oktober 2017 eine Finanzierung zu einem Zinssatz von 1,7 Prozent, bei einem Tilgungssatz von 2 Prozent und einer Zinsbindung von fünf Jahren abgeschlossen hat, zahlte für ein Darlehen von 400.000 Euro eine monatliche Rate von ca. 1.233 Euro. Ende Oktober läge die Finanzierung mit einem Zinssatz von ca. 4,0 Prozent bei knapp 2.000 Euro und somit deutlich höher.

“Unser Rechenbeispiel verdeutlicht, wie stark unter Umständen die monatliche Belastung durch höhere Zinssätze steigt. Allen, bei denen eine Anschlussfinanzierung kurz- oder mittelfristig ansteht, raten wir, sich zeitnah mit ihrer Bank oder ihrem Finanzierungsberater zusammenzusetzen, um mögliche Optionen durchzugehen”, ergänzt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin ImmoScout24.

So wurde in den letzten fünf Jahren finanziert

Betrachtet man die Immobilienfinanzierung der letzten fünf Jahre, so haben fast drei Viertel der befragten, die eine Immobilie finanziert haben, diese in Anspruch genommen, um ein Haus oder eine Wohnung zur Eigennutzung zu kaufen. Immobilienfinanzierung für den Erwerb einer Wohnung zur Vermietung sind für 11 Prozent der Befragten der Grund für die Finanzierung gewesen, für den Erwerb eines Hauses zur Vermietung für nur 4 Prozent.Dabei liegt die durchschnittliche Darlehenssumme für 49 Prozent der Befragten zwischen 200.000 bis 500.000 Euro, für 38 Prozent unter 200.000 Euro und für 9 Prozent bei 500.000 Euro oder mehr. Zum Vergleich: Das aktuelle WohnBarometer von ImmoScout24 zeigt, dass der durchschnittliche Angebotspreis für ein Einfamilienhaus im Bestand mit 140 Quadratmetern Wohnfläche in Deutschland bei rund 427.700 Euro liegt. Ein 140 Quadratmeter großes Einfamilienhaus im Neubau ist durchschnittlich für ca. 518.400 Euro im Angebot. Eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern wird im Bestand für rund 226.800 Euro und im Neubau für ca. 333.600 Euro angeboten. Das eingebrachte Eigenkapital lag bei 50 Prozent der Befragten bei unter 50.000 Euro. 50.000 Euro bis unter 100.000 Euro waren es bei 25 Prozent, 100.000 Euro bis unter 200.000 Euro bei 14 Prozent und 200.000 Euro oder mehr bei 6 Prozent der Befragten.Zwei Drittel der Befragten finanzieren ihre Immobilie als Paar. 26 Prozent bezahlen die Immobilie allein ab und 7 Prozent zusammen mit einer oder mehreren anderen Personen, aber nicht dem Partner bzw. der Partnerin.

Methodik

Im Auftrag von ImmoScout24 hat die YouGov Deutschland GmbH vom 16. bis 21. September 2022 eine Online-Befragung unter 1.010 Personen im Alter ab 18 Jahren durchgeführt, die innerhalb der letzten 5 Jahre eine Immobilienfinanzierung abgeschlossen haben und derzeit eine Wohnimmobilie besitzen.

 

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Immobilien Scout GmbH, Andreasstr. 10, 10243 Berlin, Tel: +49 30 24301-1023, www.immobilienscout24.de 

EZB-Entscheidung: Leitzins wird um 0,75 Prozentpunkte auf 2 Prozent angehoben, Immobilienkauf wird immer schwerer leistbar

 

Wegen Anstieg der Bauzinsen: Die finanzierbare Kreditsumme für den Kauf von Wohneigentum hat sich in den größten Städten bereits jetzt in der Spitze um mehr als 100.000 Euro reduziert

Das Kaufbudget von Familien mit mittlerem Einkommen schrumpfte bereits um 109.000 Euro in Stuttgart, 108.000 Euro in München und 106.000 Euro in Frankfurt

Die Europäische Zentralbank (EZB) hebt den Leitzins weiter an: Der Zinssatz wird um 0,75 Prozentpunkte erhöht und liegt nun bei 2 Prozent. Für viele Menschen dürfte damit der Kauf einer Immobilie noch schwerer oder gar unmöglich werden, wenn in der Folge auch die Bauzinsen weiter steigen. Wer mit Wohneigentum liebäugelt, muss schon jetzt aufgrund des höheren Zinsniveaus seine Finanzierungssumme deutlich reduzieren. Für Haushalte mit durchschnittlichem Einkommen ging das finanzierbare Kreditbudget in den 14 größten Städten seit Jahresanfang bereits zwischen 81.000 und 109.000 Euro zurück – das entspricht einem Viertel der Kaufsumme. Das zeigt eine Analyse von immowelt, in der untersucht wurde, wie sich die leistbaren Darlehenssummen für Familien mit Durchschnittseinkommen reduziert haben, wenn sie eine Wohnkostenquote von 30 Prozent nicht überschreiten wollen.

Wegen Anstieg der Bauzinsen: Bis zu 109.000 Euro weniger Kredit leistbar

Für Kaufinteressenten bedeutet der starke Anstieg der Bauzinsen bereits jetzt: Die Finanzierungssumme, die sie sich leisten können, ist deutlich gesunken. Eine Beispielrechnung zeigt, dass die Darlehenssumme für einen Haushalt mit durchschnittlichem Einkommen im Vergleich zum 1. Quartal 2022 um bis zu 109.000 Euro gesunken ist, sofern es bei einer gesunden Wohnkostenbelastung bleiben soll. Als Überbelastung gilt gemeinhin eine Wohnkostenquote, also das Verhältnis von Wohnkosten zu Gehalt, von über 30 Prozent.

Am stärksten sind die Einbußen demnach in Stuttgart: Eine Familie muss ihr Budget um 109.000 Euro reduzieren, um die 30-Prozent-Marke nicht zu überschreiten. Statt einem Kredit in Höhe von 431.000 Euro im 1. Quartal sind durch die gestiegenen Zinsen bei einer noch akzeptablen finanziellen Belastung im 3. Quartal nur noch 322.000 Euro machbar. In München schrumpfte das Budget um 108.000 Euro auf 318.000 Euro zusammen, in Frankfurt um 106.000 Euro auf 314.000 Euro. Generell verzeichnen alle 14 Städten deutliche Einbußen bei der Leistbarkeit von Immobilien. 81.000 Euro Differenz in Leipzig ist der geringste Wert. In der sächsischen Großstadt kann ein durchschnittlicher Haushalt derzeit nur noch 240.000 Euro finanzieren.

EZB-Entscheidung mit Signalwirkung für Immobilienzinsen

Die Richtungsentscheidung der EZB dürfte die Situation noch verschärfen. Nach langen Jahren der Nullzinsphase hatte die Zentralbank in Frankfurt zunächst im Juli den Leitzins auf 0,75 Prozent angehoben, im September dann auf 1,25 Prozent. Nun steht der Leitzins bei 2,0 Prozent. Das Niveau der Bauzinsen ist zwar nicht direkt an den EZB-Leitzins gekoppelt, allerdings hat die Entscheidung der EU-Währungshüter Signalwirkung darauf, zu welchem Zinssatz Käufer ein Darlehen zum Immobilienerwerb aufnehmen können. Angesichts der wirtschaftlichen Lage und in Erwartung einer Anhebung des Leitzinses erhöhten sich die Bauzinsen bereits seit Anfang des Jahres. Während der marktübliche Zinssatz für eine 90-Prozent-Finanzierung Anfang des Jahres noch bei 1,3 Prozent lag, befand er sich im 3. Quartal bereits bei rund 3,5 Prozent. Tendenz steigend: Derzeit befindet sich der Wert schon bei etwa 4 Prozent. Obwohl das Preisniveau für Immobilien in vielen Städten stabil ist oder sogar leicht nachgelassen hat, erhöhte sich die monatlich Kreditrate deutlich.

Ein weiterer Anstieg der Bauzinsen bedeutet, dass sich die finanzierbare Summe für Immobilienkäufer noch weiter reduziert. Bei einem stabilen Preisniveau für Wohnimmobilien müssen Käufer entweder ihre Ansprüche an ein Objekt weiter senken oder können sich derzeit gar keine Immobilie leisten.

 

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Anhaltend hohe Inflationsrate für 2023 erwartet

 

84 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland sehen angesichts der jüngsten Krisen die große Gefahr einer Stagflation. Als Abwehrmechanismen gegen die konjunkturelle Abschwächung und anhaltend hohe Inflation sollen eine höhere Eigenkapitalquote, angepasste Investitionen und Preiserhöhungen wirken. Aber auch bei der Finanzierung müssen die Firmen neu denken. Denn: Die Banken gucken bei der Kreditvergabe jetzt genauer hin. Das sind Ergebnisse der Studie „Finanzierungsmonitor 2022“. Der digitale Unternehmensfinanzierer creditshelf hat dafür zusammen mit der TU Darmstadt mehr als 200 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen befragt.

„Innerhalb kürzester Zeit haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen komplett geändert. Im Zuge der weltweit steigenden Zinsen rechnet der Mittelstand jetzt mit einer konjunkturellen Schwäche bei gleichzeitig steigenden Preisen. Acht von zehn Unternehmen sehen eine große Gefahr der Stagflation“, sagt Dr. Daniel Bartsch, Vorstand von creditshelf. In dieser Gemengelage mit höheren Zinsen und einer allgemein gedrückten Stimmung würden Unternehmenspläne und -strategien neu ausgerichtet: „In den vergangenen Jahren konzentrierten sich die Unternehmen auf ambitionierte Expansionspläne. Jetzt richtet sich der Blick eher nach innen, um Marktverwerfungen und mögliche Krisen abzufedern“, so Finanzierungsexperte Bartsch.

Die wichtigste Maßnahme der Unternehmen in Reaktion auf die Zinswende ist eine höhere Eigenkapitalquote. 44 Prozent der befragten Unternehmen haben sich dazu entschieden, den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital aufzustocken. 42 Prozent möchten auch die Investitionsplanung anpassen und 40 Prozent die Preise erhöhen. Auch auf der Finanzierungsseite sucht der Mittelstand verstärkt nach Sicherheit und Flexibilität: 38 Prozent wollen ihre Kreditzinsen langfristig sichern und 34 Prozent den Finanzierungsmix verbreitern.

Keine Entspannung erwarten die befragten Manager hinsichtlich der steigenden Preise: 37 Prozent der Befragten erwarten eine Inflationsrate von 3 bis 5 Prozent im Jahr 2023, 36 Prozent prognostizieren eine durchschnittliche Teuerungsrate von 5 bis 7 Prozent. Rund jeder Zehnte geht sogar von über 7 Prozent aus. „Für den Mittelstand sind rapide Preissteigerungen besonders gefährlich, weil die Jahresplanung und langlaufende Verträge mit Kunden nicht ohne weiteres angepasst werden können. In einer solchen Situation ist es also wichtig, schnell reagieren und ohne Komplikationen frisches Kapital aufnehmen zu können“, so creditshelf-Vorstand Bartsch.

Zugang zu Krediten hat sich für die Mehrheit der Unternehmen verschlechtert

Gerade bei der Kreditvergabe macht sich die angespannte wirtschaftliche Lage jedoch bemerkbar. So hat sich nach Ansicht von 72 Prozent der Studienteilnehmer der Zugang zu Krediten für die mittelständischen Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert, bei 56 Prozent der Befragten gilt dies auch für das eigene Unternehmen. Prof. Dr. Dirk Schiereck von der TU Darmstadt rät deshalb dazu, bei Finanzierungsangeboten nicht nur den klassischen Bankkredit der Hausbank in Betracht zu ziehen, sondern auch Alternativen zu prüfen. „Im Langfristvergleich zeigt sich, dass moderne Finanzierungspartner an Bedeutung gewinnen und mittelständischen Unternehmen maßgeschneiderte, flexible Angebote anbieten können“, so Finanzierungsexperte Schiereck, der den „Finanzierungsmonitor“ seit seiner ersten Auflage im Jahre 2016 wissenschaftlich begleitet.

Über die Studie „Finanzierungsmonitor 2022“

Die Studie “Finanzierungsmonitor 2022” beruht auf einer im August 2022 durchgeführten Befragung des digitalen Unternehmensfinanzierers creditshelf (www.creditshelf.com). Insgesamt nahmen 210 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen an der Befragung per Online-Erhebung durch ein Marktforschungsinstitut teil. Die Studie wurde wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Dirk Schiereck, Leiter des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt.

 

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creditshelf Aktiengesellschaft, Mainzer Landstraße 33a, 60329 Frankfurt, Tel: +49 (0)69 348 77 240,  www.creditshelf.com

Datenanalyse – Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB) September 2022

 

Anhand des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) berichtet Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG, über aktuelle Entwicklungen bei Baufinanzierungen in Deutschland.

Tilgungssatz sinkt kontinuierlich, Standardrate steigt

Viele Jahre gab es dieses Szenario nicht mehr: Der anfängliche Tilgungssatz bei Erst- sowie Anschlussfinanzierungen nähert sich im September von oben der 2-Prozent-Marke. Wer sich trotz der stetig steigenden Bauzinsen den Traum vom Eigenheim erfüllt, nutzt einen niedrigen Tilgungssatz, um die monatliche Rate möglichst gering zu halten. Im besten Falle sollte die anfängliche Tilgung zwischen zwei und drei Prozent liegen, denn je niedriger getilgt wird, desto länger brauchen Kreditnehmer bis ihre Immobilie abbezahlt ist. Allerdings bieten Kreditinstitute aktuell wieder vermehrt 1-prozentige Anfangstilgungen an. Kaufwillige, die mit einer niedrigen Tilgung in ihre Finanzierung starten, können als Ergänzung auf Sondertilgungen setzen, so bleiben sie flexibel.

Im Gegensatz zur Tilgung erlebt die Standardrate im September erneut ein Hoch, nachdem sie im August leicht zurückgegangen ist. Mit der Standardrate, die eine Musterrechnung für eine Baufinanzierung darstellt, werden Änderungen des Zinsniveaus deutlich. Die Ergebnisse sind für ein Darlehen von 300.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung, 80 Prozent Beleihungsauslauf und zehn Jahren Zinsbindung berechnet. Im September steigt die Standardrate auf ein neues Jahreshoch von 1.393 Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sie sich um 603 Euro erhöht.

Zinsbindung und Darlehenshöhe zeigen sich schwankend

Wer es sich fest vorgenommen hat, der verfolgt auch weiterhin sein Ziel vom Eigenheim – Inflation, steigenden Lebenshaltungskosten und aktuellen Energiepreisen zum Trotz. Schließlich können Kaufwillige an der einen oder anderen Stellschraube drehen, um ihre Baufinanzierung auch weiterhin zu stemmen, wie an der durchschnittlichen Zinsbindung. Denn je kürzer der Zeitraum ist, für den sich Interessenten einen Zins festschreiben lassen, desto günstiger fällt dieser oft auch aus. Wer sich dagegen den Zins für einen längeren Zeitraum sichert, profitiert von größerer Planungssicherheit und einem niedrigeren Darlehen bei der Anschlussfinanzierung. Insgesamt vollzieht die Zinsbindung in den vergangenen Monaten ein leichtes Auf und Ab. Für September ist eine vorsichtige Erhöhung festzustellen: Immobilienkäufer sichern sich den ihnen angebotenen Zinssatz für knapp 13 Jahre, 3,5 Monate weniger noch als vor einem Jahr.

Die Baufinanzierungszinsen liegen mittlerweile deutlich über drei Prozent. Ein Rückgang ist im Monat September daher bei der durchschnittlichen Darlehenshöhe festzustellen. Kaufwillige nehmen bei den Banken eine Baufinanzierung von rund 286.000 Euro auf. Im Vormonat lag die Durchschnittssumme der Darlehen noch bei 299.000 Euro.

Beleihungsauslauf geht zurück

Der Beleihungsauflauf sinkt von August auf September um rund 0,6 Prozent. Mit insgesamt 80,71 Prozent liegt er weit unter dem Vorjahreswert, der sich bei 84,25 Prozent einpendelte. Der Beleihungsauslauf beschreibt den fremdfinanzierten Anteil am Beleihungswert einer Immobilie: Je geringer der Beleihungsauslauf ist, desto mehr Eigenkapital bringen Kaufwillige in ihre Finanzierung ein.

Der Anteil von Forward-Darlehen sinkt im September um fast einen Prozentpunkt auf 5,14. Auch KfW-Kredite werden zurzeit wenig genutzt: Im September beträgt ihr Anteil am gesamten Baufinanzierungsvolumen nur 2,63 Prozent. Im Vorjahresmonat lag er noch bei 5,33 Prozent.

 

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Wohn- und Finanzierungsmarktanalyse, Oktober 2022

 

Europace, Deutschlands führende Transaktionsplattform für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite, stellt mit der aktuellen Wohn- und Finanzierungsmarktanalyse die aktuelle Einschätzung zum privaten Wohnimmobilienmarkt vor. Die Analyse beleuchtet die folgenden Bereiche: Immobilien und Käufer:innen, Finanzierungslösungen sowie Kaufpreise und Zinssätze. Die Zahlen des Zeitraumes vom 01.10.2021 bis 30.09.2022 zeigen auf, dass vor allem die Zinsen sich weiter nach oben bewegen.

Forwarddarlehen gehen zurück – Zinsen ziehen an

Seit März 2022 wird deutlich, dass Forwarddarlehen zurückgehen. Von Juli 2022 sinken Forwarddarlehen von 9,9 Prozent auf 7,9 Prozent im September. Stattdessen stiegen Annuitätendarlehen von 81,9 Prozent im Juli auf 82,9 Prozent im September weiter an. Die Zinsen ziehen wieder stärker an und erreichen mit 3,8 Prozent einen neuen Höhepunkt.

Rückgang von Neubau-Finanzierungen

Der Großteil der Verwendungszwecke der Finanzierungen bleiben weiterhin Käufe von Bestandsimmobilien. Hier zeigt die Analyse einen Anstieg von 54 Prozent im Juli auf 61 Prozent im September. Deutlich wird aber auch der Rückgang von Neubauten von 17 Prozent im Juni auf 13 Prozent im September.

Die durchschnittlichen Käufer:innen sind 39 Jahre alt. Der Haushaltsüberschuss erhöht sich stetig und liegt bei 1.602 Euro, so haben Käufer:innen im Durchschnitt etwa 200 Euro mehr in der Haushaltskasse als noch vor zwei Jahren. Das Durchschnittseinkommen beträgt im dritten Quartal 3.744 Euro.

„Die aktuelle Wohn- und Finanzierungsmarktanalyse verdeutlicht, dass die Preisentwicklung stagniert und es ein höheres Angebot am Markt gibt. Im 12 Monatsvergleich wachsen die Kaufpreise weiterhin, schauen wir auf den Verlauf pro Monat wird ein leichtes Absinken der Preise deutlich. Wir sehen einen Wechsel vom Verkäufer- zum Käufermarkt. Käufer:innen warten auf fallende Preise, während Verkäufer:innen keine niedrigeren Angebotspreise akzeptieren wollen. Außerdem verdeutlicht die Analyse Preisrückgänge in den Metropolen im Vergleich zum zweiten Quartal. In Metropolen wie Düsseldorf, Frankfurt am Main und Berlin beruhigt sich der Kaufmarkt etwas. Gleichzeitig ziehen die Zinsen weiter an. Und wir sehen, dass die Nachfrage nach Neubauten zurückgegangen ist und der Kauf von Bestandsimmobilien wächst. Wer jetzt nicht bauen muss, baut nicht”, kommentiert Stefan Münter, Co-CEO und Vorstand von Europace, die aktuelle Wohn- und Finanzierungsmarktanalyse.

Methodik

Die kostenfrei zur Verfügung stehende Analyse wird in regelmäßigen Abständen bei Europace veröffentlicht und beleuchtet neben den Kaufpreisen von Häusern und Eigentumswohnungen auch Bonität, Berufsgruppen, Alters- und Einkommensklassen, Immobilienarten und -nutzung, Darlehensformen und Zinssatzentwicklungen. Die Plattformdaten werden anonymisiert zusammengetragen und übersichtlich aufbereitet. Die aktuelle Wohn- und Finanzierungsmarktanalyse kann ab sofort im Studienbereich des Unternehmensblogs Europace Report herunter geladen werden. Alle Indizes, Studien sowie das Trendbarometer von Europace sind hier zu finden. Alle Daten können für journalistische oder wissenschaftliche Veröffentlichungen unter Angabe der Quelle frei verwendet werden.

Aufgrund der unterschiedlichen Datengrundlage und spezifischen Berechnungslogiken können die Durchschnittswerte der Wohn- und Finanzierungsmarktanalyse von den Indizes der Europace AG leicht abweichen.

 

Über Europace

Europace, Deutschlands größte Transaktionsplattform für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite, vernetzt rund 800 Partnerunternehmen aus den Bereichen Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe. Mehrere tausend Nutzer:innen wickeln monatlich über 35.000 Transaktionen mit einem Volumen von über 9 Mrd. Euro über den Marktplatz ab. Mit rund 85 Mrd. Euro in 2021 wurden hier über 20 Prozent aller Immobilienfinanzierungen für Privatkund:innen in Deutschland in der größten Produktgruppe umgesetzt. In enger Zusammenarbeit mit Vertrieben und Produktanbietern entwickelt Europace nutzerorientierte Finanzierungslösungen, optimal auf die Bedürfnisse der Verbraucher:innen abgestimmt – für ein Finanzieren mit Leichtigkeit.

Die Europace AG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Hypoport SE, die an der Deutschen Börse im Prime Standard gelistet ist. Seit 2015 ist Hypoport durchgängig im Auswahlindex SDAX oder MDAX vertreten. Europace ist mit dem TÜV Datenschutzgutachten zertifiziert. Seit 2018 organisiert sich die Europace AG vollständig holakratisch.

 

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Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts um 1,0 % höher als zum Jahresende 2021

 

Der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) war beim nicht-öffentlichen Bereich zum Ende des 1. Halbjahres 2022 mit 2 344,0 Milliarden Euro verschuldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg die öffentliche Verschuldung gegenüber dem Jahresende 2021 um 1,0 % oder 22,9 Milliarden Euro und erreichte damit einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Ende des 1. Quartals 2022 nahm die Verschuldung um 1,1 % oder 25,0 Milliarden Euro zu. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute sowie der sonstige inländische und ausländische Bereich, zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland.

Schulden des Bundes steigen um 25,9 Milliarden Euro gegenüber dem Jahresende 2021

Die Schulden des Bundes stiegen zum Ende des 1. Halbjahres 2022 gegenüber dem Jahresende 2021 um 1,7 % beziehungsweise 25,9 Milliarden Euro auf 1 574,4 Milliarden Euro. Der Schuldenanstieg des Bundes ist im weiterhin erhöhten Finanzierungsbedarf des Bundes und seiner Sondervermögen aufgrund der anhaltenden Pandemiesituation begründet. Während die Verschuldung des Bundes zum Jahresanfang noch leicht sank, nahm sie im 2. Quartal 2022 gegenüber dem 1. Quartal 2022 um 1,8 % beziehungsweise 27,5 Milliarden Euro zu.

Schulden der Länder sinken um 5,9 Milliarden Euro

Die Länder waren zum Ende des 1. Halbjahres 2022 mit 632,6 Milliarden Euro verschuldet. Das waren 0,9 % oder 5,9 Milliarden Euro weniger als Ende 2021. Auch gegenüber dem 1. Quartal 2022 verzeichneten die Länder einen Schuldenrückgang um 0,7 % beziehungsweise 4,2 Milliarden Euro.

Die höchsten prozentualen Anstiege gegenüber dem Jahresende 2021 wiesen Rheinland-Pfalz (+5,7 %), Nordrhein-Westfalen (+5,5 %) und Niedersachsen (+2,6 %) auf. In allen drei Ländern ergab sich der Anstieg der Schulden aus einer höheren Emission von Wertpapieren. Hintergrund der höheren Emissionstätigkeit in Rheinland-Pfalz war die Sicherung günstiger Zinskonditionen im Zusammenhang mit erwarteten Zinserhöhungen am Markt. In Nordrhein-Westfalen werden die Erlöse der Wertpapiere für Tilgungen im weiteren Jahresverlauf vorgehalten.

Die stärksten prozentualen Schuldenrückgänge verzeichneten Bremen (-29,3 %), Sachsen (-11,7 %) und Hessen (-8,7 %). In Bremen beruht der Rückgang vor allem auf den gegenüber dem Jahresende 2021 geringeren Schuldenaufnahmen für die Bereitstellung von Barsicherheiten für Derivatgeschäfte, während in Sachsen am Ende des Jahres 2021 bestehende Kassenkredite getilgt wurden. In Hessen lag der Rückgang an Tilgungen von Wertpapieren, die nicht anschlussfinanziert wurden.

Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände steigen um 2,9 Milliarden Euro

Die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände erhöhten sich zum Ende des 1. Halbjahres 2022 gegenüber dem Jahresende 2021 um 2,2 % beziehungsweise 2,9 Milliarden Euro auf 137,1 Milliarden Euro. Gegenüber dem 1. Quartal 2022 war ein Anstieg des Schuldenstands im 2. Quartal 2022 um 1,3 % beziehungsweise 1,7 Milliarden Euro zu verzeichnen.

Den höchsten prozentualen Schuldenanstieg gegenüber dem Jahresende 2021 wiesen die Gemeinden und Gemeindeverbände in Bayern mit +6,3 % auf, gefolgt von Baden-Württemberg (+4,7 %) und Mecklenburg-Vorpommern (+4,6 %). Prozentuale Rückgänge gab es in Thüringen (-2,7 %) und im Saarland (-2,0 %).

Die Sozialversicherung wies im 1. Halbjahr 2022 einen Schuldenstand in Höhe von 36 Millionen Euro aus, was einen Rückgang um 8 Millionen Euro gegenüber dem Jahresende 2021 bedeutet.

Methodische Hinweise:

Die in der vierteljährlichen Schuldenstatistik nachgewiesenen Schuldenstände können von den haushaltsmäßigen Schuldenständen abweichen. Die Verschuldung der Länder enthält auch die empfangenen Barsicherheiten aus Derivatgeschäften der Länderkernhaushalte (zum Beispiel Nordrhein-Westfalen für das 2. Quartal 2022 in Höhe von 671,5 Millionen Euro und für das 1. Quartal 2022 in Höhe von 680,3 Millionen Euro). Die Schulden der Kernhaushalte der Sozialversicherung wurden auf Basis des Ergebnisses der jährlichen Schuldenstatistik zum 31. Dezember 2021 mit 35 Millionen Euro fortgeschrieben. Weitere methodische Hinweise einschließlich der Erläuterungen zu Abweichungen der haushaltsrechtlichen Darstellung von der amtlichen Statistik bieten die Fachserie 14 Reihe 5.2 “Vorläufiger Schuldenstand des Öffentlichen Gesamthaushalts” sowie der Qualitätsbericht zur Statistik.

 

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Statistisches Bundesamt, Gustav-Stresemann-Ring 11, 65189 Wiesbaden, Tel: +49 611-75 34 44, www.destatis.de

Die eigenen vier Wände – ob Stadtwohnung oder ein Häuschen mit Garten im Grünen, den Traum vom Eigenheim haben viele Deutsche.

 

Dabei geht es nicht nur um ein Zuhause für die Familie, sondern auch um eine sichere Kapitalanlage. Doch steigende Zinsen und Baukosten sowie die Inflation lassen diesen Traum für immer mehr Bundesbürger:innen unerreichbar erscheinen. Hinzu kommt die Sorge um nicht kalkulierbare Nebenkosten.

Aber trotz dieser Faktoren sieht fast ein Viertel der Deutschen einen Immobilienkauf bzw. die Vermietung als gute Option, um eine mögliche Rentenlücke zu schließen (23 Prozent) [1]. Das kommt nicht zuletzt daher, dass Immobilien als langfristig wertstabil, lohnenswert und risikoarm gelten. Damit der Traum von Wohneigentum nicht schon vorzeitig ausgeträumt ist, zeigt der digitale Versicherungsmanager CLARK 5 Schritte, auf die geachtet werden sollte:

  1. Finanzen-Check

Bei einem Immobilienkauf wird eine Zahlungsverpflichtung über einen sehr langen Zeitraum eingegangen. Finanzierungen über 30 Jahre und mehr sind bei den aktuellen Immobilienpreisen keine Seltenheit. Umso wichtiger ist es, dass sich Käufer:innen im Klaren darüber sind, welche monatliche Rate sie sich leisten können. In der Regel sollte die Tilgungsrate inklusive aller Nebenkosten nicht mehr als 30, maximal 40 Prozent des Nettoeinkommens ausmachen.

  1. Eigenkapital

Neben den monatlichen Raten für die Finanzierung beziehungsweise dem Kaufpreis kommen auf Käufer:innen noch Kaufnebenkosten wie die Grunderwerbssteuer sowie die Notar- und gegebenenfalls Maklerkosten zu. Diese Kosten unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland – und müssen in der Regel mit Eigenkapital bestritten werden. Im Schnitt geht man davon aus, dass Käufer:innen mindestens 10 Prozent des Kaufpreises in Eigenkapital einbringen sollten.

  1. Frühzeitige Beratung und Organisation von Unterlagen

Auch wenn noch kein genaues Objekt ins Auge gefasst wurde und es zur konkreten Finanzierung noch lange hin ist, lohnt es sich, mit der Bank oder einem Berater zu sprechen. Für Kreditanfragen sind in der Regel viele Unterlagen notwendig, die schon frühzeitig organisiert werden können. Denn wenn die passende Immobilie gefunden wird, zählt häufig Schnelligkeit – und mit vorbereiteten Unterlagen können die Käufer:innen direkt in den Finanzierungsprozess einsteigen und zum Notar gehen.

  1. Fakten nicht aus den Augen verlieren

Bei der Suche nach dem passenden Eigenheim gewinnen Emotionen schnell die Oberhand. Man verliebt sich in ein Objekt und richtet sich in Gedanken schon ein. Gerade jetzt ist es besonders wichtig, kritisch zu bleiben. Wenn möglich, sollte das Kaufobjekt mehrmals zu unterschiedlichen Tageszeiten besichtigt werden – so können Zustand und Umgebung besser eingeschätzt werden. Zudem sollte sich immer nach Mängeln, möglichen anstehenden Renovierungsarbeiten, Zustand von Heizung, Fassade und Dach erkundigt werden. Auch das Gespräch mit Nachbar:innen kann aufschlussreich sein. Außerdem sollten Käufer:innen vor ihrer Entscheidung immer nach Grundbuchauszügen, Bebauungsplan und Energieausweis fragen.

  1. Absicherung des neuen Besitzes

Wenn der Vertrag unterschrieben ist, sollten Käufer:innen ihren neuen Besitz gut absichern. Erfolgen an dem Haus oder der Wohnung noch Baumaßnahmen, ist eine Bauleistungsversicherung unabdingbar. Sobald der Umzug ansteht und das neue Heim bezogen wird, sollte man sich mit einer Wohngebäudeversicherung vor Schäden am Haus, die durch Feuer, Blitzschlag, Sturm und Wasser entstehen, versichern. Hier ist Vorsicht geboten: Denn Überschwemmungen, z. B. durch Starkregen oder in Flussgebieten sowie Erdrutsche und Schlammlawinen sind damit meist nicht abgedeckt. Hierfür muss zusätzlich eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden. Die Besitztümer im Haus sollten mit einer Hausratversicherung entsprechend geschützt werden.

[1] Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 1061 Personen zwischen dem 07. und 13.09.2022 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

 

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Clark Germany GmbH, Goethestraße 10, 60313 Frankfurt, Tel: 069/ 153 229 339, www.clark.de

316,5 Milliarden Euro wurden 2021 zur privaten Wohnungsbaufinanzierung ausgezahlt – 29,5 Milliarden Euro mehr als 2020.

 

Damals waren es 287,0 Milliarden Euro. Darauf wies jetzt der Verband der Privaten Bausparkassen hin.

Die Sparkassen erzielten 99,4 Milliarden Euro (2020: 89,2). Das entspricht einem Marktanteil von 31,4 Prozent. Mit 81,1 Milliarden Euro (2020: 71,0) kamen die Genossenschaftsbanken auf einen Marktanteil von 25,6 Prozent. Die Kreditbanken stellten Mittel im Volumen von geschätzten 72,9 Milliarden Euro (2020: 64,2) bereit; ihr Marktanteil lag damit 2021 bei 23,0 Prozent. Die Bausparkassen trugen mit 40,2 Milliarden Euro (2020: 40,8) zur privaten Wohnungsfinanzierung bei. Mit ihrem bislang zweitbesten Ergebnis erreichten sie einen Marktanteil von 12,7 Prozent.

Geschätzte 10,9 Milliarden Euro (2020:9,7) wurden von den Realkreditinstitute (private Hypothekenbanken und öffentlich-rechtliche Grundkreditanstalten) ausgereicht, was einen Marktanteil von 3,4 Prozent ergab. Mit 8,6 Milliarden Euro (2020: 10,0) und einem Marktanteil von 2,7 Prozent folgen die Lebensversicherungen. Auf die Landesbanken entfielen geschätzte 3,4 Milliarden Euro (2020: 2,1 Mrd. Euro) bzw. ein Marktanteil von 1,1 Prozent.

In diesen Zahlen sind auch die durchgeleiteten – auf die Institutsgruppen nicht näher aufgeschlüsselten – Kredite der KfW enthalten. Sie basieren auf Angaben der Verbände bzw. Schätzungen von Prof. Dr. Mechthild Schrooten von der Hochschule Bremen.

 

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Neben Konsumentenkrediten nun auch Kfz-Finanzierungen

 

Seit 2020 arbeiten AXA und die Creditplus Bank AG im Bereich Konsumentenkredite für Kund:innen der ehemaligen AXA Bank bereits erfolgreich zusammen. Diese Zusammenarbeit wird nun weiter ausgebaut und das Angebot einem breiteren Kund:innenkreis zugänglich gemacht. Neben den bisher angebotenen Konsumentenkrediten können AXA Vermittler:innen ihren Kund:innen nun auch Kfz-Finanzierungen der Creditplus mit attraktiven Konditionen anbieten. Ein entsprechender Kooperationsvertrag zwischen AXA und Creditplus wurde bereits unterzeichnet.

“Mit der Creditplus haben wir einen Partner gefunden, mit dem wir bereits erfolgreich zusammengearbeitet haben. Diese Kooperation bauen wir nun aus und erweitern damit unser Angebotsportfolio im Finanzierungsbereich. Sehr kurze Bearbeitungszeiten und ein hoher Digitalisierungsgrad konnten sowohl unsere Kund:innen als auch unsere Partner:innen im Exklusivvertrieb überzeugen, sodass wir jetzt weitere Angebote folgen lassen“ sagt Florian Frenzel, Leiter des Geschäftsfeldes Finanzierungen und Bausparen im Ressort Personenversicherung bei AXA.

„Wir arbeiten bereits seit 2020 mit der AXA in einem Testfeld für Konsumentenkredite erfolgreich zusammen. Beide Unternehmen passen von der Philosophie, aber auch mit Blick auf Produkte und Services sehr gut zusammen. Diese Vorteile wollen wir mit der tiefergreifenden Kooperation nun ausbauen“, ergänzt Daniel Eschbach, Chief Commercial Officer bei der Creditplus Bank, über die Partnerschaft mit dem Versicherer.

Creditplus Bank AG auf einen Blick:

Die Creditplus Bank AG ist eine hochspezialisierte Konsumentenkreditbank mit den Geschäftsfeldern Absatzfinanzierung, Direktgeschäft und Händlerfinanzierung. Das Kreditinstitut mit Hauptsitz in Stuttgart hat bundesweit 20 Filialen und 716 Mitarbeitende. Die Creditplus Bank AG gehört über die französische Konsumfinanzierungsgruppe CA Consumer Finance zum Crédit Agricole Konzern. Sie erzielte zum 31.12.2021 eine Bilanzsumme von rund 6,6 Mrd. Euro (nach HGB) und gehört zu den führenden im Bankenfachverband organisierten Privatkundenbanken. Die Bank verfügt über ein Multi-Kanal-System, das die Vertriebskanäle Filialen, Internet, Absatzfinanzierung und Partner Banking miteinander verbindet.

AXA auf einen Blick:

Der AXA Konzern zählt mit Beitragseinnahmen von 11 Mrd. Euro (2021) und 8.258 Mitarbeitenden zu den führenden Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgruppen in Deutschland. Das Unternehmen bietet ganzheitliche Lösungen in den Bereichen private und betriebliche Vorsorge, Krankenversicherungen, Schaden- und Unfallversicherungen sowie Vermögensmanagement an. Alles Denken und Handeln des Unternehmens gehen von den Kund:innen und ihren Bedürfnissen aus. Die AXA Deutschland ist Teil der AXA Gruppe, einem der weltweit führenden Versicherungsunternehmen und Vermögensmanagern mit 149.000 Mitarbeitenden und Vermittler:innen sowie mehr als 95 Millionen Kund:innen in 50 Ländern.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Creditplus Bank AG, Augustenstraße 7, 70178 Stuttgart, Telefon: +49 (0711) 66 06-60, Fax: +49 (0711) 66 06-874,  www.Creditplus.de

Fast zwei Drittel aller Deutschen können sich ohne zusätzliches Kapital, in Form einer Schenkung oder einer Erbschaft, keine Immobilie leisten.

 

Das ist das Ergebnis einer bundesweiten, repräsentativen Umfrage im Auftrag von Engel & Völkers Finance, einem unabhängigen Vermittler von Immobilienfinanzierungen. Um den Traum vom Eigenheim dennoch verwirklichen zu können, wären allerdings viele bereit, Abstriche bei der Lage, Größe und der Ausstattung der Immobilie zu machen. Auch Veränderungen im eigenen Konsumverhalten sind für viele denkbar, um eine Immobilienfinanzierung zu realisieren. Insgesamt ist der Wunsch nach einer individuellen Baufinanzierungsberatung sehr hoch.

Finanzierung ohne Eigenkapital wird schwieriger

62 Prozent der befragten Personen sagen, dass eine Immobilienfinanzierung für sie ohne Erbschaft oder Schenkung nicht mehr möglich wäre. Ein Grund dafür ist das fehlende Eigenkapital. Mehr als jede/r Zweite (53 Prozent) müsste eine Finanzierung auch (fast) ohne Eigenkapital umsetzen. “Eine Vollfinanzierung ist in der aktuellen Situation aufgrund der Inflation, der gestiegenen Darlehenszinsen und der gestiegenen Baukosten allerdings für viele Menschen schwierig”, so Rebecca Scheidler, Geschäftsführerin der Engel & Völkers Finance Germany GmbH. “Die Banken sind bei der Vergabe von Krediten zunehmend restriktiver, so dass Finanzierungen ohne Eigenkapital nur dann bewilligt werden, wenn andere Faktoren die Kreditwürdigkeit positiv beeinflussen.”

Um ihr Traumhaus finanzieren zu können, sind daher fast 40 Prozent der Befragten bereit, Abstriche bei der Lage der Immobilie zu machen und dadurch den Kaufpreis zu reduzieren. Gut ein Drittel würde auf eine hochwertige Ausstattung bzw. einen eigenen (großen) Garten verzichten. Auch beim Platz käme knapp jede/r Vierte mit weniger zurecht. Neben der Ausstattung birgt auch die Art der Immobilie Sparpotenzial: 34 Prozent der befragten Personen geben an, statt eines freistehenden Hauses ein Reihenhaus oder statt eines Hauses eine Wohnung zu wählen, wenn dies eine Möglichkeit wäre, Eigentum zu erwerben.

Für eine eigene Immobilie würde fast jeder Zweite auf den Urlaub verzichten

Neben Abstrichen bei der Immobilie selbst sind viele der Befragten auch bereit, den eigenen Konsum für den Traum vom Eigenheim zu verringern. 43 Prozent würden auf Urlaubsreisen verzichten, um eine Immobilie erwerben oder schneller abbezahlen zu können. Fast die Hälfte der Befragten gab an, kein teures Auto anzuschaffen. Und auch bei Konsumgütern gibt es Sparpotenzial: So wären knapp zwei Drittel bereit, nicht mehr in teure Kleidung und Schuhe zu investieren, über die Hälfte würde keine teuren Einrichtungsgegenstände mehr kaufen und 45 Prozent würden auf die Anschaffung elektronischer Geräte wie TV oder Smartphone verzichten.

Beratungsbedarf deutlich gestiegen

Insgesamt – so die Ergebnisse der Umfrage – scheinen viele Menschen überfordert angesichts der zahlreichen Optionen innerhalb der Immobilienfinanzierung. “Für die meisten ist der Kauf einer eigenen Immobilie das größte Investment ihres Lebens. Natürlich möchten sie da keine falsche Entscheidung treffen”, so Rebecca Scheidler. Doch laut Studie haben zwei Drittel der Befragten genau davor Angst. Vor allem bei Fragen zur Zinsbindung, Tilgungshöhe oder der Wahl des richtigen Finanzierungsanbieters gibt es Unsicherheiten. “Um eine Finanzierung so zu gestalten, dass die Traumimmobilie am Ende bezahlt werden kann und trotzdem die Lebensqualität nicht leidet, ist eine kompetente Beratung wichtig”, sagt Scheidler. Sie fügt hinzu: “Wir merken ganz deutlich, dass der Beratungsbedarf gestiegen ist.”

Bei der Auswahl des Finanzierungsgebers steht für knapp drei Viertel der Befragten die persönliche Beratung an oberster Stelle, gefolgt vom Aufzeigen verschiedener Finanzierungswege (71 Prozent) sowie einer Auswahl aus Angeboten unterschiedlicher Darlehensgeber (70 Prozent). Insgesamt wünschen sich knapp zwei Drittel der Teilnehmenden eine lange Laufzeit zu festen Konditionen, die Möglichkeit zur Sondertilgung ist für knapp 70 Prozent besonders wichtig. “Auch wenn die Immobilienfinanzierung herausfordernder geworden ist – mit einer guten Beratung und der individuellen Fokussierung auf die verschiedenen Stellschrauben finden sich meist Wege zur Realisierung der Wunschimmobilie”, so Scheidler.

Über die Studie:

Die repräsentative Studie “Immobilientrends 2022” wurde im März 2022 bundesweit über das Online-Tool Toluna im Auftrag von Engel & Völkers Finance durchgeführt. Insgesamt haben 1.500 Menschen ab 18 Jahren daran teilgenommen.

Über Engel & Völkers Finance:

Die Engel & Völkers Finance Germany GmbH, ein Lizenzpartner der Engel & Völkers Marken GmbH & Co. KG, ist ein unabhängiger Vermittler von Immobilienfinanzierungen. Mit einer passgenauen Finanzierung unterstützt das Unternehmen seine Kunden bei der Erfüllung ihres Immobilientraums – ob beim Kauf von selbstgenutztem Eigentum, einer Immobilie als Kapitalanlage oder bei Modernisierungsmaßnahmen. Dafür werden die Konditionen von derzeit mehr als 550 Banken bundesweit verglichen (Stand: April 2022). Die Dienstleistungen können von jedem in Anspruch genommen werden. Engel & Völkers Finance arbeitet sowohl direkt mit Privatpersonen und Immobilienberatern von Engel & Völkers als auch mit sämtlichen anderen Immobilienvermittlern zusammen.

 

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Engel & Völkers Finance Germany GmbH, Vancouverstraße 2a, 20457 Hamburg, Tel: 040 36 13 14 16, www.ev-finance.de

 

Zinskommentar der Dr. Klein Privatkunden AG

 

Mit der Leitzinsanhebung um 0,75 Prozentpunkte macht die Europäische Zentralbank (EZB) Schluss mit dem Zögern und Zaudern der vergangenen Monate. Der große Zinsschritt soll die weiterhin galoppierende Inflation abbremsen: Im August hat sie mit 9,1 Prozent im Euroraum wieder einmal die Erwartungen übertroffen und einen neuen Rekordwert erreicht. Weil der Höhepunkt erst noch bevorstehen dürfte, sind weitere Zinsanhebungen wahrscheinlich. Und  das verteuert auch die Zinsen für Baufinanzierungen und wirkt sich auf die Erschwinglichkeit von Wohnimmobilien aus.

EZB greift durch

Die Inflationsrate in Europa steigt auf ein erneutes Hoch und ein Ende ist nicht in Sicht – für die kommenden Monate sind sogar zweistellige Teuerungsraten ein realistisches Szenario. So lange die EZB eine Zinserhöhung vor sich hergeschoben hat, so rigide geht sie jetzt vor: Mit plus 0,75 Prozentpunkten vollzieht sie den größten Zinsschritt ihrer Geschichte. Um die Inflation in den Griff zu bekommen, nimmt EZB-Chefin Christine Lagarde damit in Kauf, die Wirtschaft zu schwächen und das Risiko einer Rezession zu erhöhen.

Bauzins steigt

Der anhaltende Preisdruck – in Deutschland durch wegfallende Subventionen und die anstehende Gasumlage noch einmal verstärkt – zieht laut Baufinanzierungsvermittler Dr. Klein auch die Zinsen für Immobilienkredite wieder nach oben. Der Bestzins für ein repräsentatives 10-jähriges Darlehen beträgt aktuell knapp unter 3 Prozent (2,97 Prozent, Stand 07.09.2022), nachdem er Mitte August auf rund 2,4 Prozent gesunken war. Eine Entwicklung, die sich fortsetzen könnte: „Auch in den nächsten Monaten muss die EZB alles in den Ring werfen, um Entschlossenheit zu demonstrieren und die Inflation zumindest einzudämmen – und das kann die Zinsen für Baufinanzierungen weiter unter Druck setzen“, sagt Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein. „Ich rechne damit, dass die Bauzinsen bis Ende des Jahres tendenziell weiter steigen und merklich über der 3-Prozent-Marke liegen werden.“ Erst wenn sich ein signifikanter Rückgang der Inflation zeigt, könne Christine Lagarde das Tempo drosseln. Bis dahin sind laut Michael Neumann weiterhin starke Schwankungen in der Zinskurve für Baufinanzierungen zu erwarten.

Abschlüsse bei Baufinanzierungen rückgängig – Interesse stabil

Lebensmittel- und Energiepreise steigen weiter und die Heizsaison naht – um das tägliche Leben zu bestreiten, reduzieren Verbraucher einer Umfrage des Bankenverbandes BdB zufolge ihre Konsumausgaben. Die Zurückhaltung ist auch in der Immobilienbranche angekommen: Der Finanzierungsvermittler Dr. Klein stellt in den letzten Wochen einen Rückgang der Abschlussvolumina im Markt fest. Neben den gestiegenen Gesamtkosten sieht Michael Neumann von Dr. Klein noch einen weiteren Grund. „Gerade bei Neubauten gibt es derzeit eine Nachfragedelle, weil die Baupreise aus dem Ruder gelaufen sind, Kapazitätsengpässe die Planbarkeit erschweren und Bauträger Kosten nicht langfristig kalkulieren können. Private Bauherren sind zurzeit mehrfach gekniffen.“ Ein generell abflauendes Interesse stellt man bei Dr. Klein derzeit nicht fest: Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden bestehe nach wie vor und viele Kunden ließen sich ihren persönlichen finanziellen Spielraum ausrechnen. Aber: „Für Normalverdiener ohne nennenswerten Vermögenshintergrund ist die Finanzierung der eigenen Immobilie immer schwieriger machbar, das muss man ganz klar feststellen“, so Michael Neumann.

Tendenz

Kurzfristig: schwankend aufwärts

Mittelfristig: volatil, leicht steigend

 

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Dr. Klein Privatkunden Aktiengesellschaft, Hansestraße 14, 23558 Lübeck, Tel: 0451/14 08-0, Fax: 0451/14 08-33 99, www.drklein.de

Mit der passenden Finanzierung zum Eigenheim

 

Europace, Deutschlands führende Transaktionsplattform für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite, startet heute seine Kooperation mit immowelt. Dabei bietet immowelt als erstes Immobilienportal ab sofort mit der #passt-Technologie von Europace reelle Finanzierungsvorschläge mit Echt-Konditionen direkt neben dem jeweiligen Immobilienangebot an. Verbraucher:innen sehen eine monatliche Finanzierungsrate mit Machbarkeits-Signal und können auf Basis dessen in die konkrete Planung gehen. Damit verfügen Kund:innen erstmals schon am Point-of-Interest über verlässliche Daten und sparen Zeit bei der Vorplanung einer Finanzierung.

Zunächst wird im Rahmen des gemeinsamen Pilotprojekts ein Teil der Verbraucher:innen auf die mit #passt-Technologie unterstützte Strecke geleitet. Die versendeten Anfragen werden anschließend direkt an die Berater:innen von Dr. Klein zur Bearbeitung weitergeleitet. Denn die favorisierten, passenden Vorschläge der Verbraucher:innen sind auf der Europace Plattform BaufiSmart als gemerkte Vorschläge abgelegt und für die angebundenen Berater:innen gekennzeichnet.

Vorteile für Verbraucher:innen, Banken, Vertriebe und Makler:innen

Durch die Teilnahme der Verbraucher:innen im Self-Service und die direkte Qualifizierung der dort entstehenden Leads, verkürzt sich die Anfangsphase der Grundsondierung auf beiden Seiten: Verbraucher:innen sehen nicht mehr nur die Wunschimmobilie, sondern wissen vor allem, ob sie sich diese leisten können. Qualifizierte Leads bringen Beratenden reelle Kundenkontakte mit wesentlich höheren Conversion Rates. Durch die Übermittlung der Kund:innen an den Vertrieb und den damit verbundenen, ständigen Austausch mit der Vertriebsmarke wird die Customer Journey nicht unterbrochen.

Für die Zukunft ist auch denkbar, dass die auf immowelt aktiven Makler:innen nach geplanter Ausweitung des Services gezielt mit Verbraucher:innen in Kontakt kommen, welche sich das Objekt auch wirklich leisten können. Die Anzahl der Absagen durch Banken würde merklich reduziert, die Finanzierungsberatung auf Basis gut vorqualifizierter Leads würde deutlich an Zeit gewinnen.

Thomas Heiserowski, Co-CEO und Vorstand von Europace, ist stolz auf die Kooperation: „Bei Europace arbeiten wir täglich daran, umständliche Prozesse in intelligente One–Step–Aktionen verwandeln. Jegliche Komplexität, die das Finanzierungsgeschäft mit sich bringt, soll beseitigt oder elegant im Hintergrund orchestriert werden. Unser Ziel ist es, die oft sehr langwierige und undurchsichtige Customer Journey sowohl auf Verbraucher:innen-, als auch auf Beratungsseite aufzubrechen. Mit immowelt haben wir den geeigneten Partner für die Kooperation gefunden. Zusammen mit ihnen verändern wir das Finanzierungserlebnis für Verbraucher:innen, Berater:innen und Makler:innen.”

„Mit Europace haben wir genau den technologischen Partner an unserer Seite, den wir uns gewünscht haben. Durch die Technologie von Europace können wir nun ein Feature anbieten, das nicht nur Verbraucher:innen hilft sich für eine Immobilie zu entscheiden, sondern auch Berater:innen unterstützt mit welchen Interessenten sie zuerst Kontakt aufnehmen sollten. Wir freuen uns mit dieser Lösung die ersten am Markt zu sein und unseren Kund:innen einen echten Mehrwert zu bieten”, kommentiert Natascha Engler, Managing Director Commercial Strategy von immowelt, die Zusammenarbeit.

Über Europace

Europace, Deutschlands größte Transaktionsplattform für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite, vernetzt rund 800 Partnerunternehmen aus den Bereichen Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe. Mehrere tausend Nutzer:innen wickeln monatlich über 35.000 Transaktionen mit einem Volumen von über 9 Mrd. Euro über den Marktplatz ab. Mit rund 85 Mrd. Euro in 2021 wurden hier über 20 Prozent aller Immobilienfinanzierungen für Privatkund:innen in Deutschland in der größten Produktgruppe umgesetzt. In enger Zusammenarbeit mit Vertrieben und Produktanbietern entwickelt Europace nutzerorientierte Finanzierungslösungen, optimal auf die Bedürfnisse der Verbraucher:innen abgestimmt – für ein Finanzieren mit Leichtigkeit.

Die Europace AG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Hypoport SE, die an der Deutschen Börse im Prime Standard gelistet ist. Im September 2021 wurde Hypoport in den MDAX aufgenommen. Europace ist mit dem TÜV Datenschutzgutachten zertifiziert. Seit 2018 organisiert sich die Europace AG vollständig holakratisch.

Über immowelt

immowelt ist Teil der AVIV Group, eines der größten digitalen Immobilien-Tech-Unternehmen der Welt.

Die immowelt Mission ist es, künftig alle Schritte der Immobilientransaktion zu digitalisieren, um diese für alle Beteiligten so unkompliziert und einfach wie möglich zu gestalten. Die Basis hierfür bieten die reichweitenstarken immowelt Portale, die zu den führenden Immobilienplattformen in Deutschland und Österreich gehören und schon heute Eigentümer, Immobilienprofis und Suchende erfolgreich zusammenbringen. immowelt unterstützt mit datengestützten Services die unkomplizierte Suche nach einer Mietwohnung, die effektive Vermarktung einer Immobilie und maßgeschneiderte Finanzierungen der eigenen vier Wände. Dank jahrzehntelanger Erfahrung und breitem Immobilien-Know-how kreiert immowelt so das perfekte Erfolgserlebnis für Mieter und Vermieter, Immobilienprofis, Immobilieneigentümer und Käufer.

Neben immowelt gehören weitere führende Immobilien-Onlinemarktplätze in Frankreich, Belgien und Israel zur AVIV Group, die Teil der Axel Springer SE ist.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Europace AG, Klosterstraße 71, D­-10179 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 / 4208619, Fax: +49 (0) 30 / 4208619, www.europace.de

Rhetorik der Notenbanken und künftige Sitzungen lassen ein leicht höheres Zinsniveau erwarten

 

Bis Jahresende laut Interhyp-Bauzins-Trendbarometer bis 3,5 Prozent möglich

Eine Entspannung beim Baugeld ist nach den jüngsten Ankündigungen der amerikanischen Notenbank und im Lichte der Notenbanksitzungen im September unwahrscheinlicher geworden. “Die Inflationsbekämpfung dürfte das Zinsniveau auch in den nächsten Wochen und Monaten oben halten”, sagt Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen. Zehnjährige Baudarlehen kosten laut Interhyp Anfang September drei Prozent.

“Nachdem die Zinsen im Juli und der ersten Augusthälfte um rund 0,7 Prozentpunkte nachgegeben haben, sind Baudarlehen zuletzt wieder etwas teurer geworden”, erklärt Mirjam Mohr. Anfang September müssen Immobilienkäufer und -käuferinnen für einen Kredit mit zehnjähriger Zinsbindung wieder rund drei Prozent zahlen. “Angesichts des volatilen Umfelds und der Tatsache, dass Anbieter Zinsanpassungen unterschiedlich schnell einpreisen, lohnt ein Zinsvergleich”, rät die Expertin.

Das jüngste Treffen weltweiter Notenbanker im amerikanischen Jackson Hole deutet darauf hin, dass das Zinsniveau im Jahresverlauf vor allem wegen der anhaltenden Rekordinflation mit großer Wahrscheinlichkeit weiter leicht zulegt. “Die Rhetorik der Notenbanken deutet darauf hin, dass die Straffung der Zinspolitik ungeachtet möglicher wirtschaftlicher Schäden fortgeführt wird”, erläutert Mirjam Mohr im aktuellen Zinsbericht mit Blick auf zunehmend schlechte Konjunkturdaten und die für den Winter von der Bundesbank prognostizierte Rezession. Ein Großteil der monatlich im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer befragten Expertinnen und Experten teilt diese Ansicht. Bis Jahresende halten sie trotz des möglichen Konjunkturabschwungs einen weiteren Zinsanstieg von bis zu 3,5 Prozent für möglich.

“Wir empfehlen angesichts des aktuellen Zinsumfelds, die eigene Finanzierung bestmöglich an die neue Situation anzupassen. Oberste Maßgabe bleiben finanzielle Tragfähigkeit und Sicherheit”, rät Mirjam Mohr. Sinnvoll seien eine gute Beratung und Vorbereitung eines Immobilienprojekts sowie ein gründliches Marktscreening. Finanzierungsberaterinnen und -berater sowie zur weiteren Unterstützung kostenlose Online-Rechner und -Tools wie die Plattform Interhyp Home helfen nach ihren Worten, verschiedene Szenarien durchzuspielen.

Weitere Informationen zur Zinsentwicklung finden sich in den Zins-Charts von Interhyp unter: https://www.interhyp.de/ratgeber/was-muss-ich-wissen/zinsen/zins-charts/

Über Interhyp

Die Interhyp Gruppe ist eine der führenden Adressen für private Baufinanzierungen in Deutschland. Mit den Marken Interhyp, die sich direkt an Endkundinnen und -kunden richtet, und Prohyp, die sich an Einzelvermittlerinnen und -vermittler und institutionelle Partner wendet, hat das Unternehmen 2021 ein Finanzierungsvolumen von 34,2 Milliarden Euro erfolgreich bei seinen über 500 Finanzierungspartnern platziert. Dabei verbindet die Interhyp Gruppe die Leistungsfähigkeit der eigenentwickelten Baufinanzierungsplattform Home mit kundenorientierten Digitalangeboten und der vielfach ausgezeichneten Kompetenz ihrer Finanzierungsspezialistinnen und -spezialisten. Die Interhyp Gruppe beschäftigt etwa 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist an über 100 Standorten persönlich vor Ort für ihre Kundinnen und Kunden und Partner präsent.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Interhyp AG, Immobilienfinanzierer, Marcel­-Breuer­-Str. 18, D-­80807 München, Tel: 0049 89 20 30 70, Fax: 0049 89 20 30 75 1000, www.interhyp.de

LBS-Gruppe verzeichnet hohes Neugeschäftsplus – Bausparkassen mildern Zinsschock ab – Kritik am Systemrisikopuffer für Wohnimmobilienkredite

 

Vor dem Hintergrund kräftig gestiegener Baugeldzinsen haben die Menschen das Bausparen wiederentdeckt: In den ersten sechs Monaten wurden bei den Landesbausparkassen 290.000 neue Bausparverträge mit einem Volumen von 21,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Plus von 13 Prozent bei der Zahl der Verträge und einem Plus von 43 Prozent bei der Bausparsumme.

Der Grund für den Boom des Bausparens liege auf der Hand, erklärte Verbandsdirektor Axel Guthmann anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichts der LBS-Gruppe: “Bauherren und Käufer wollen ihre Immobilienfinanzierung bestmöglich vor dem Risiko steigender Zinsen absichern. Sichere Eigenkapitalbildung gepaart mit niedrig verzinslichen Darlehen – das ist die Kernidee des Bausparens, die jetzt wieder verstärkt wahrgenommen wird.” Viele Menschen hätten gar nicht mehr daran geglaubt, dass die Kapitalmarktzinsen in absehbarer Zeit wieder steigen könnten. Im Gefolge von Corona und beschleunigt durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine sei die Zinswende nun schneller gekommen, als dies auch von Experten für möglich gehalten wurde.

Bausparen ist ein langfristig ausgerichtetes Spar- und Finanzierungsprodukt, das eine weitgehende Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt sichert. Wer nicht darauf vertraut habe, dass die Zinsen ewig niedrig bleiben, und sich auch deshalb fürs Bausparen entschieden habe, profitiere jetzt von diesem Weitblick, so Guthmann. Aber auch neuen Kundinnen und Kunden können die Bausparkassen jetzt mit zinsgünstigen Darlehen unter die Arme greifen. Auf diese Weise mildern die Spezialkreditinstitute die negativen Auswirkungen des Zinsschocks auf den Wohnungsmarkt zumindest ein Stück weit ab.

Insgesamt, betonte Guthmann, bleibe die Lage für Wohneigentumsinteressenten aber schwierig. Viele Bau- und Kaufwillige könnten die davongelaufenen Baupreise bei höheren Zinsen nicht mehr stemmen; auch fehle es oft am Eigenkapital. Nicht hilfreich sei es deshalb, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aus Sorge vor kreditfinanzierten Preisblasen auf dem Immobilienmarkt Anfang des Jahres mit den sogenannten makroprudenziellen Maßnahmen ausnahmslos allen Kreditinstituten, auch den Bausparkassen, höhere Kapitalanforderungen auferlegt hat. Damit werde ein systemstabilisierender Teil der Kreditwirtschaft in seinen Möglichkeiten gebremst, vermehrt günstige Darlehen auszureichen. Verbandsdirektor Guthmann kritisiert, dass die BaFin nicht bereit gewesen sei, die Bausparkassen mit ihrem risikoarmen Geschäftsmodell vom neu eingeführten Systemrisikopuffer für Wohnimmobilienkredite auszunehmen. Die Aufsicht habe damit die Chance verpasst, das Bausparwesen noch intensiver für ihre eigenen Zwecke der Finanzmarktstabilität zu nutzen. Guthmann appellierte, die Regulierung zu überprüfen und anzupassen. Nachdem die Zinsen so stark gestiegen seien, sollten die Finanzierungsbedingungen nicht noch zusätzlich durch aufsichtliche Vorgaben belastet werden.

Wie wichtig gerade jetzt ein leistungsfähiger Kreditsektor sei, zeige auch der Blick auf die wohnungs- und klimapolitische Agenda. Dort stehe nicht nur das (inzwischen wohl unrealistische) Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr zur Entlastung des weiterhin angespannten Wohnungsmarktes, sondern auch die Generationenaufgabe, den Gebäudebestand in Deutschland in Richtung CO2-Neutralität zu modernisieren, erinnerte Guthmann. Dem selbst genutzten Wohneigentum komme auf beiden Gebieten eine Schlüsselrolle zu.

Obwohl die Menschen in den eigenen vier Wänden wohnen wollen, war die Wohneigentumsquote in Deutschland zuletzt aber sogar leicht rückläufig. Dies könne nicht im Interesse des Staates sein, der sich aufgrund der demografischen Entwicklung beim Thema Alterssicherung immer größeren Lasten ausgesetzt sieht. Guthmann: “Alle Empirie zeigt: Wer in jungen Jahren Wohneigentum erwirbt, baut erfolgreich Vermögen auf und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit später nicht den öffentlichen Kassen zur Last fallen. Der Staat sollte deshalb alles dafür tun, dass Erwerbshindernisse gesenkt werden.” Dazu gehöre neben einer Entlastung bei der Grunderwerbsteuer auch die von der Ampel-Koalition in Aussicht gestellte Förderung der Wohneigentumsbildung nach dem Auslaufen des Baukindergelds.

Die acht Landesbausparkassen führten für ihre 7,5 Millionen Kundinnen und Kunden am Jahresende 2021 insgesamt 8,4 Millionen Bausparverträge über eine Bausparsumme von 305,1 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2021 flossen Bausparmittel in Höhe von 9,2 Milliarden Euro in den Wohnungsmarkt. Die addierte Bilanzsumme der LBS-Gruppe stieg im vergangenen Jahr auf die Rekordsumme von 75,1 Milliarden Euro.

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen im Deutschen Sparkassen- und Giroverband e.V., Friedrichstraße 83, 10117 Berlin, Tel: 030 20225-5381, Fax: 030 20225-5385, www.lbs.de

Inflation und Rezessionsrisiken, Ukraine-Krieg und Energiekrise: Die momentan unsicheren Zeiten lassen nicht nur die Finanzierungszinsen steigen.

 

Banken passen zum Teil auch ihre Bedingungen bei der Kreditvergabe an. Maik Korpjuhn, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Lübeck, erläutert, was das genau bedeutet.

Sind Immobilienfinanzierungen in letzter Zeit schwieriger geworden – auch abgesehen von den höheren Monatsraten?

Maik Korpjuhn: “Ja, das sehe ich so. Banken passen ihre Kriterien, nach denen sie ihre Kredite vergeben, gerade an. Wobei man sagen muss: Das tun sie immer wieder. Zu Beginn der Corona-Pandemie zum Beispiel sind sie sehr viel konservativer geworden, haben bestimmte Branchen ausgeschlossen und das Kurzarbeitergeld nicht angerechnet. Letztes Jahr hat sich das dann wieder normalisiert. Seitdem in diesem Jahr die Inflationsraten so in die Höhe geschnellt sind und mit verschiedenen Krisenherden die Aussichten unsicher werden, reagieren einige Kreditinstitute wieder und werden vorsichtiger – oder auch: strenger. So heben sie die Lebenshaltungskosten an und erwarten bei der Haushaltsrechnung einen höheren Puffer. Außerdem prüfen sie die Immobilie selbst sehr viel kritischer als früher.”

Brauchen Kreditnehmer gerade mehr Eigenkapital als sonst?

Maik Korpjuhn: “Mehr Eigenkapital ist im Moment eigentlich nicht gefordert, eine saubere, klare Bonität hilft zurzeit mehr: Banken haben lieber Kunden mit einem hohen regelmäßigen Einkommen in einer zukunftssicheren Branche und überschaubaren Ausgaben, als Kunden, die mehr Eigenkapital einbringen, sich die monatliche Rate aber nur knapp leisten können. Nach wie vor ist es also möglich, den gesamten Kaufpreis zu finanzieren, da hat sich nichts geändert. Aber: Wenn wenig Eigenkapital vorhanden ist, erwarten Banken zum Teil eine höhere Tilgung – statt früher beispielsweise 2 Prozent muss dann die Anfangstilgung 3 Prozent betragen. Damit kommen die Kreditnehmer zwar schnell von den hohen Darlehensbeträgen runter – gleichzeitig steigt aber auch die Monatsrate.”

Was hat sich bei der Immobilienbewertung geändert?

Maik Korpjuhn: “Bei der Bewertung des Hauses oder der Wohnung sind Banken definitiv strenger geworden, weil nicht sicher ist, in welche Richtung sich der Markt bewegt und ob die Preise in Zukunft nicht vielleicht zurückgehen. Wo sie früher davon ausgehen konnten, dass der Wert der Immobilie um mindestens 2 Prozent im Jahr steigt – und zwar fast egal in welcher Lage –, sind jetzt stagnierende oder auch sinkende Preise ein reales Szenario. Für Käufer und auch für die Bank wäre es absolut unglücklich, wenn nach der Zinsbindung, also beispielsweise nach 10 Jahren, der Immobilienwert unter der Darlehenshöhe liegt. Der Kunde hat ein hohes Zinsänderungsrisiko und muss eventuell mit einer höheren Monatsrate rechnen. Und für die Bank ist die Gefahr, dass ihre Kunden den Kredit nicht mehr stemmen können, hoch. Deshalb achtet sie sehr kritisch darauf, dass die Immobilie auch langfristig ihr Geld wert ist. Eine Top-Lage und ein sehr guter Zustand helfen.”

 

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Dr. Klein Privatkunden Aktiengesellschaft, Hansestraße 14, 23558 Lübeck, Tel: 0451/14 08-0, Fax: 0451/14 08-33 99, www.drklein.de

Konjunktursorgen haben Inflationsbefürchtungen überflügelt

 

Zinsprognose: In den nächsten Wochen gleichbleibende Zinsen, im weiteren Jahresverlauf wieder moderate Steigerungen erwartet

Prognose bis Jahresende rund 3,5 bis 4 Prozent

Immobilienkäufer und -käuferinnen mit Finanzierungsbedarf können etwas aufatmen. Nach dem Rekordanstieg der zehnjährigen Konditionen im ersten Halbjahr auf rund 3,4 Prozent in der Spitze haben die Zinsen im Verlauf des Julis mit mehr als einem halben Prozentpunkt merklich nachgegeben – trotz der historischen Leitzinsanhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 21. Juli. Grund dafür sind die Rezessionsbefürchtungen. “Die Leitzinserhöhungen waren schon zuvor weitgehend eingepreist. Zuletzt haben die Konjunktursorgen die Inflationsbefürchtungen überflügelt. Das hat den aktuellen Zinsrückgang bewirkt”, sagt Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft bei der Interhyp AG, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen. Interhyp geht von einem Zwischentief aus und erwartet in den kommenden Wochen ein eher gleichbleibendes Niveau. “Im weiteren Jahresverlauf erwarten wir aufgrund der Inflation und der Erwartungen an die weitere straffere Geldpolitik wieder leichte Steigerungen”, so Mohr. Auch die meisten von Interhyp monatlich im Bauzins-Trendbarometer befragten Expertinnen und Experten halten die Gegenbewegung bei den Zinsen für ein kurzfristiges Phänomen. Bis Jahresende prognostizieren die meisten ein Zinsniveau von 3,5 Prozent, einige wenige halten auch 4 Prozent für möglich.

Deutliche Schwankungen seien aber weiterhin möglich. “Ob an den Börsen oder den Anleihemärkten: Die sichtbaren Schwankungen bei den Kursen und Renditen in den vergangenen Wochen zeigen die Nervosität der Markteilnehmer eindrucksvoll”, sagt Mirjam Mohr. Interhyp empfiehlt Käuferinnen und Käufern und allen, die bauen wollen, das Zinsniveau weiter zu verfolgen, und, wenn möglich, das momentan günstige Zinsniveau für sich zu nutzen. Die grundsätzliche Entscheidung für eine Immobilie sollte aber nicht vom Zinsniveau abhängig gemacht werden. Finanzierung und Immobilie müssen zu der eigenen Lebensplanung passen. Das gelte auch für den Kaufpreis und die finanziellen Möglichkeiten, die mit Blick auf Rekordinflation und steigende Energiepreise zusätzlich strapaziert werden.

Notenbanken halten trotz Rezessionsängsten an Straffung fest

Obwohl die Volkswirtschaften vieler Länder angesichts des Ukraine-Kriegs, der Corona-Pandemie und weltweiter Lieferschwierigkeiten am Rande einer Rezession stehen, haben die Notenbanken mit Blick auf die Rekordinflation zuletzt bekräftigt, dass sie die Normalisierung der Geldpolitik fortführen wollen. Die von den Notenbanken im Zuge der Inflationsbekämpfung eingeleitete Zinswende wird damit laut Interhyp im weiteren Jahresverlauf das Marktgeschehen treiben. Am 21. Juli hatte die EZB einen historischen Zinsschritt unternommen. Erstmals seit elf Jahren wurden die Zinsen im Euroraum erhöht. Der Leitzins wurde unerwartet kräftig von Null auf 0,50 Prozent angehoben, der Negativzins für geparkte Gelder gestrichen. Darüber hinaus bekräftigten die Währungshüter, den Prozess der Normalisierung der Geldpolitik entschlossen und nachhaltig fortzusetzen. Für die Sitzung am 8. September wird ein weiterer Zinsschritt erwartet. Die amerikanische Notenbank Fed hat indes die längst eingeleitete Straffung der Geldpolitik fortgeführt. Bei der letzten Sitzung Ende Juli erhöhte sie die Leitzinsen wie erwartet um 0,75 Prozent auf 2,25 bis 2,50 Prozent.

Die Expertin Mirjam Mohr rät angesichts der langfristigen Zinsprognosen: “Wer einen Kredit benötigt, sollte mehr denn je die Konditionen vergleichen, um Zinsdellen bestmöglich zu nutzen”. Das Gebot der Stunde lautet angesichts turbulenter Zinszeiten “Beobachten, Vorausschauen, Absichern”. “Wir raten, die Zinsentwicklung genau zu beobachten und die Konditionen zu vergleichen. Institute geben Zinsanpassungen nach oben und unten unterschiedlich schnell weiter. Baugeldvermittler wie Interhyp, die täglich Angebote von vielen Banken, Sparkassen und Versicherungen scannen, helfen dabei, das passende Darlehen zu finden”, erläutert Mirjam Mohr. Ebenso wichtig sei eine vorausschauende Planung. Bauspar- oder Forwarddarlehen können im steigenden Zinsumfeld eine sinnvolle Ergänzung für die Immobilienfinanzierung sein und niedrigere Zinsen für die Zukunft sichern. Zudem muss der Wohneigentumserwerb finanziell gut abgesichert sein. “Durch eine angemessene und flexible Tilgungshöhe lassen sich Laufzeiten und Restschuldrisiken steuern. Eine möglichst lange Zinsbindung schützt vor verfrühten Anschlusskreditrisiken”, erklärt Mohr.

 

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Zwischentief beim Zins und Preisrückgänge bieten neue Chancen

 

Interhyp-Auswertung von über 500.000 abgeschlossenen Finanzierungen für den Bau oder Kauf einer Immobilie von 2012 bis zum ersten Halbjahr 2022

Immobilienpreissteigerung des ersten Halbjahres 2022 liegt gegenüber dem Vorjahreshalbjahr noch bei rund 11 Prozent

Preisanstieg im ersten Quartal beschleunigt und im zweiten Quartal abgeflacht

Aktuelle Stagnation und Preisrückgänge gegenüber dem ersten Quartal 2022

Blick auf 6 Großstädte: Größere Preisrückgänge in Köln, München und Leipzig

Gestiegene Bauzinsen, die sich seit Jahresbeginn etwa verdreifacht haben, drücken auf die Leistbarkeit

Käuferinnen und Käufer wählen leicht niedrigere Tilgungen, aber Finanzierungen werden mit mehr Eigenkapital und längeren Zinsbindungen noch sicherer

Aktuelles Zwischentief beim Zins macht Kauf wieder attraktiver

Nachdem die Immobilienpreise in Deutschland im ersten Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahresquartal mit einem Plus von rund 14 Prozent überproportional gestiegen waren, beobachtet Deutschlands größter Vermittler für private Baufinanzierungen Interhyp nun ein Abflachen des Preisanstiegs. In der Betrachtung des gesamten Halbjahres gegenüber dem Vorjahreshalbjahr sind die Preise zwar noch um rund 11 Prozent gestiegen. Im zweiten Quartal liegt der Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal aber nur bei 7,6 Prozent – und gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres ist sogar ein kleiner Preisrückgang von knapp einem Prozent zu verzeichnen. “Die im ersten Halbjahr stark gestiegenen Bauzinsen haben auf die Leistbarkeit gedrückt”, sagt Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. Der Zinsanstieg habe zunächst zu einer stärkeren Nachfrage nach Immobilien geführt. “Viele wollten sich ihr Kaufvorhaben noch zu günstigen Zinsen sichern. Aber mit den steigenden Zinsen haben mehr Menschen neu kalkuliert, sind bei der Immobilie Kompromisse eingegangen oder haben vom Immobilienkauf vorerst Abstand genommen,” so Utecht. Dies hat im zweiten Quartal zu Preiskorrekturen und -stagnationen geführt. In drei von sechs betrachteten Großstädten registriert Interhyp den Preisrückgang sogar im Vergleich zum Vorjahresquartal, und zwar in München, Köln und Leipzig. Grundsätzlich verzeichnet Interhyp stabile Finanzierungen, sogar einen Trend hin zu mehr Sicherheit, mit mehr Eigenkapital und längeren Zinsbindungen. Momentan sieht Interhyp neue Chancen für Käuferinnen und Käufer, denn im Juli haben die Zinsen um mehr als einen halben Prozentpunkt nachgelassen. Jörg Utecht: “Das momentane Zwischentief beim Zins und die zunehmende Verhandlungsbereitschaft von Verkäufern und Maklern bietet jetzt wieder mehr Spielraum für die Finanzierung eines Kaufs.”

Der durchschnittliche Preis für eine finanzierte Immobilie zum Bau oder Kauf inklusive Nebenkosten liegt laut Interhyp im ersten Halbjahr 2022 bei rund 538.000 Euro und damit rund 11 Prozent über dem Vorjahreshalbjahr, als die Durchschnittskosten für den Immobilienerwerb noch bei 485.000 Euro lagen. Der genauere Blick auf das Halbjahr zeigt aber, dass vor allem im ersten Quartal ein starker Anstieg stattgefunden hat (plus rund 14 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2021 mit 473.000 Euro) und der Anstieg im zweiten Quartal deutlich kleiner ausfällt (plus 7,6 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2021 mit 497.000 Euro). Im Vergleich des zweiten mit dem ersten Quartal 2022 sieht Interhyp sogar eine Preisstagnation beziehungsweise einen kleinen Rückgang von knapp einem Prozent. Denn im ersten Quartal lag der Durchschnittspreis bei 540.000 Euro, im zweiten bei 535.000 Euro. Jörg Utecht: “Im Vergleich mit den Vorjahreszeiträumen sehen wir im gesamtdeutschen Durchschnitt immer noch Preiszuwächse. Doch die aktuellen Preiskorrekturen lassen vermuten, dass der Preisanstieg im Jahresverlauf im Vergleich zum Vorjahr weiter abflachen wird und wir am Ende des Jahres einen geringeren Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr sehen werden als 2021 und 2020”. In den beiden vergangenen Jahren waren die durchschnittlichen Preise für den Immobilienerwerb laut Interhyp jeweils um rund zehn Prozent gestiegen. Seit 2012 haben die Preise um fast 85 Prozent zugenommen.

Preiskorrekturen in Großstädten – besonders in München, Köln und Leipzig

Interhyp hat sechs Großstädte genauer betrachtet. Im Vergleich des ersten Halbjahrs 2022 mit dem ersten Halbjahr 2021 ist in allen Großstädten zwar auch noch ein deutliches Plus zu verzeichnen. Betrachtet man allerdings nur das zweite Quartal 2022, so sind gegenüber dem ersten Quartal 2022 in allen Städten außer in Frankfurt Preisrückgänge zu verzeichnen und auch dort liegt das Plus nur bei 0,3 Prozent. Der größte Rückgang ist in Leipzig zu verzeichnen mit 7,2 Prozent. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 sind in drei Städten Preisrückgänge zu verzeichnen: in München, Köln und Leipzig. In München um 2,4 Prozent auf 894.000 Euro, in Köln sogar um 7,9 Prozent auf 568.000 Euro und in Leipzig immerhin noch um 1,1 Prozent auf 350.000 Euro. In Berlin, Frankfurt am Main und Hamburg waren auch im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal noch deutliche Preiszuwächse zu beobachten.

“In vielen Großstädten sehen wir im zweiten Quartal Preiskorrekturen im Vergleich zum Beginn des Jahres – sogar im Vergleich mit dem Vorjahresquartal sehen wir einzelne Rückgänge. Allerdings haben gerade in den Ballungszentren die Preise in den vergangenen Jahren auch stark zugenommen, sodass eine Abnahme der Dynamik zu erwarten war”, so Utecht. Der Experte beurteilt dies positiv: “Zum Teil haben die Preise astronomische Höhen erreicht. Für Käuferinnen und Käufer ist es wünschenswert, wenn wieder mehr Balance zwischen Angebot und Nachfrage in den Markt einzieht.” Ein Hinweis, dass der Preisanstieg weiter abflachen könnte, sei auch, dass der Anteil der Kapitalanleger abgenommen hat – von 26 Prozent im ersten Halbjahr 2021 auf 25 Prozent im ersten Halbjahr 2022. In den vergangenen Jahren hatte der Anteil kontinuierlich zugenommen – im Jahr 2012 lag er bei nur 16 Prozent.

Mehr Balance im Markt und Zwischentief beim Zins bieten Chancen

Interhyp beobachtet, dass Verkäuferinnen und Verkäufer wieder verhandlungsbereiter werden. “Wir raten, die Chance zu nutzen und wieder über die Preise zu sprechen, hier gibt es zunehmend Spielraum und mehr Angebote,” sagt Utecht. Das sei auch mit Blick auf die gestiegenen Finanzierungskosten sinnvoll. Jörg Utecht: “Seit Jahresbeginn haben sich die Zinsen für zehnjährige Darlehen in etwa verdreifacht. Das geht bei ansonsten gleichen Konstellationen je nach Darlehenshöhe mit Mehrkosten von 500 bis 600 Euro im Monat einher, das sind also etwa 6.000 bis 8.000 Euro im Jahr.” Günstig für Käuferinnen und Käufer sei aber das momentane Zwischentief beim Zins. Vom bisherigen Höchststand von 3,4 Prozent für zehnjährige Darlehen sind die Konditionen wieder auf unter 3 Prozent gefallen. Bis Jahresende erwartet Interhyp nur einen leichten Anstieg auf etwa 3,5 bis 4 Prozent. “Die wieder gesunkenen Zinsen machen den Kauf wieder leistbarer. Das Zwischentief und die voraussichtlich auch in naher Zukunft nicht mehr so stark steigenden Zinsen bieten Chancen: Wer ein Objekt gefunden hat oder auf der Immobiliensuche ist, sollte die Finanzierung jetzt durchkalkulieren. In vielen Fällen ist der Kauf weiterhin gut darstellbar”, so Utecht. Sinnvoll sei es, die Finanzierung vor der Immobiliensuche zu klären. Käuferinnen und Käufer erhalten mit einer Bestätigung über die mögliche Finanzierungssumme, einem sogenannten Finanzierungszertifikat, leichter den Zuschlag. Zu sehr sollten sich Interessentinnen und Interessenten aber nicht vom Marktgeschehen abhängig machen. Jörg Utecht: “Wichtiger als ein Zehntelprozent Unterschied beim Zins ist, dass Finanzierung und Immobilie zum Leben passen. Drei Viertel unserer Kundinnen und Kunden kaufen die Immobilie, um sie meist gemeinsam mit Angehörigen viele Jahre lang zu bewohnen, zum Teil über Generationen hinweg. Wenn sie die Finanzierung zukunftssicher gestalten, müssen sie sich auch von Zinserhöhungen oder Preiskorrekturen nicht beunruhigen lassen.” Dass die Preise stark einbrechen werden, erwartet Interhyp angesichts der Prognose von eher moderaten weiteren Zinssteigerungen nicht.

Kreditnehmer setzen auf noch mehr auf Sicherheit

Darlehensnehmerinnen und Darlehensnehmer achten zum aktuellen Zeitpunkt noch mehr als in früheren Jahren darauf, die Finanzierung langfristig abzusichern. Im ersten Halbjahr 2021 lag die durchschnittliche Zinsbindung bei 13,2 Jahren und jetzt, im ersten Halbjahr 2022 ist sie auf 14,1 Jahre gestiegen. Utecht: “Vor zehn Jahren lag die Zinsbindung noch bei weniger als 12 Jahren. Heute liegt sie bei über 14 Jahren. Das zeigt, dass Menschen in Zukunft eher von steigenden Zinsen ausgehen und sich die derzeitigen Niveaus lange sichern möchten.”

Zudem beobachtet Interhyp schon seit 2020, dass die Beleihung – also der Anteil der Darlehenssumme am Kaufpreis – im Durchschnitt abnimmt. In den Jahren vor 2020 hatte die Beleihung, auch bedingt durch die sinkenden Zinsen, kontinuierlich zugenommen. Der Trend zum geringeren Verschuldungsgrad hat sich laut Interhyp in 2022 noch verstärkt. Im Durchschnitt haben die Menschen deutlich mehr Eigenkapital in die Finanzierung ihres Kaufs oder Baus gesteckt: Im ersten Halbjahr 2022 waren es 159.000 Euro gegenüber 129.000 Euro im ersten Halbjahr 2021 – also 30.000 Euro mehr. Die Beleihung hat im Durchschnitt pro Finanzierung von 81 Prozent im ersten Halbjahr 2021 auf 78 Prozent im ersten Halbjahr 2022 abgenommen. Die Menschen bringen aktuell also im Durchschnitt mehr als 20 Prozent Eigenkapital am Kaufpreis plus Nebenkosten in die Finanzierung ein. Die durchschnittliche Darlehenssumme ist von 356.000 Euro auf 379.000 Euro gestiegen. Jörg Utecht: “Grundsätzlich sind die Finanzierungen mit mehr Eigenkapital zukunftssicherer gestaltet. Denn so ist bei Ablaufen der Zinsbindungsfrist in vielleicht zehn oder fünfzehn Jahren eine niedrigere Restschuld vorhanden. Wenn dann die Marktzinsen deutlich höher sind und vielleicht der Wert des Hauses nicht in dem Maße gestiegen ist wie gedacht, lässt sich die Finanzierung dennoch in aller Regel gut weiterführen.” Die Menschen nutzen angesichts der Inflation lieber Eigenkapital, als die gestiegenen Finanzierungskosten zu zahlen, zumal Sparanlagen bisher wenig Zinserträge bringen. Damit reduzieren sich auch die monatlichen Raten. Hohe Summen Eigenkapital kann aber nicht jeder in die Finanzierung einbringen. Jörg Utecht: “Wenn immer höhere Summen Eigenkapital nötig werden, zementieren wir gesellschaftliche Ungleichheit. Denn dann schaffen es Menschen durch Arbeit allein oft nicht, die Finanzierung zu stemmen. Wir wissen, dass viele auf ein Erbe oder die Hilfe der Familie zurückgreifen.” Sinnvoll wäre es laut Interhyp daher, mit gezielten Fördermitteln zu unterstützen und die hohen Kaufnebenkosten zu reduzieren. Utecht: “Die hohen Kaufnebenkosten in Deutschland sind eine Hürde für den Wohneigentumserwerb der breiten Bevölkerung.”

Tilgung leicht gesunken

Um die Finanzierung leistbarer zu machen, wählen die Menschen beim Bau oder Kauf heute eine leicht niedrigere Tilgung als im vergangenen Jahr – die Tilgung ist von 3,1 Prozent im ersten Halbjahr 2021 auf 2,8 Prozent im ersten Halbjahr 2022 gesunken. Bei einer niedrigeren Tilgung ist ein Darlehen bei gleichem Zins später abbezahlt. Allerdings macht sich bei höheren Zinsen der Zinseszinseffekt bemerkbar, der Zinsanteil an der Rate sinkt etwas schneller und der Tilgungsanteil steigt über die Laufzeit etwas schneller an. Das zeigt folgendes Rechenbeispiel. Ein Darlehen über 300.000 Euro, das 2021 mit einem Zins von einem Prozent und einer Tilgung von 3,1 Prozent abgeschlossen wurde, weist nach der Zinsbindungsdauer von zehn Jahren eine Restschuld von rund 202.000 Euro aus. Ein Darlehen in gleicher Höhe, das 2022 zum Zins von drei Prozent und einer Tilgung von 2,8 Prozent abgeschlossen wurde, ist nach zehn Jahren in gleicher Höhe abbezahlt, die Restschuld beträgt dann ebenfalls rund 202.000 Euro.

 

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Interhyp empfiehlt, Bausparvertrag zur Tilgungsaussetzung zu prüfen

 

Niedrigere Tilgung in der Anfangszeit durch parallele Bausparkombination möglich

Mit dem Bausparvertrag notwendige Modernisierungen absichern

Die Interhyp AG, Deutschlands größter Vermittler privater Baufinanzierungen, verzeichnet seit einigen Wochen eine verstärkte Nachfrage nach Bauspardarlehen. “Viele Immobilienkäuferinnen und -käufer sind von der Zinswende an den Märkten ebenso überrascht worden wie Käufer mit laufenden Darlehen, die ein Anschlussdarlehen benötigen. Bausparverträge können in beiden Fällen eine Option sein, die Auswirkungen des Zinsanstiegs abzufedern und die Finanzierung abzusichern”, sagt Mirjam Mohr, Vorständin der Interhyp AG. Laut Interhyp hat der Zinsanstieg bei Immobiliendarlehen die monatlichen Kreditraten, die Käuferinnen und Käufer aufbringen müssen, deutlich in die Höhe getrieben. Seit Jahresbeginn sind die Zinsen für zehnjährige Darlehen von einem auf in der Spitze 3,4 Prozent gestiegen, zuletzt jedoch wieder zurückgegangen auf aktuell 2,8 Prozent.

Bausparvertrag als Tilgungsaussetzung

Immobilieninteressenten können laut Interhyp einen Bausparvertrag parallel zum Hauptdarlehen abschließen: Das Hauptdarlehen zahlen sie mit einer niedrigeren Tilgung zurück und zahlen gleichzeitig den ersparten Betrag parallel in den Bausparvertrag ein. Der Bausparvertrag kommt dann zeitversetzt zum Einsatz, sobald er zuteilungsreif ist. “In dieser Kombination funktioniert der Vertrag wie eine Art Tilgungsaussetzung beziehungsweise Reduktion”, erläutert die Expertin. Der Vorteil laut Interhyp liegt in der Zinsoptimierung und der Tatsache, dass die Finanzierung abgesichert ist. Mitunter lassen sich mehrere Tausend Euro sparen. Mirjam Mohr: “Ob jedoch ein klassisches Annuitätendarlehen oder eine Kombination mit einem Bausparvertrag die bessere Option darstellt, sollten Käuferinnen und Käufer in einem individuellen Beratungsgespräch klären, in dem sie die Gesamtkosten der beiden Varianten miteinander vergleichen.”

Objekt absichern – Renovierungen bedenken

Laut Interhyp können Bausparverträge nicht nur die Möglichkeit bieten, die Erstfinanzierung und damit den Wohneigentumserwerb insgesamt abzusichern. Mit Blick auf die drastisch gestiegenen Energiekosten sollten vor allem Käuferinnen und Käufer von energetisch problematischen Altbauimmobilien prüfen, inwieweit sie durch künftige Renovierungen den Energiestatus des Objekts verbessern. Neben Förderdarlehen kann der Bausparvertrag auch hier perspektivisch helfen, sich im steigenden Zinsmarkt günstiger zu refinanzieren und das Objekt energetisch auf Vordermann zu bringen – was Nebenkosten sparen hilft.

Komplexe und flexible Tarifwerke: Vergleichen lohnt sich

Wie bei allen Finanzfragen gilt laut Interhyp, nicht alles auf eine Karte zu setzen und Konditionen zu vergleichen. Bauspardarlehen können ein weiterer Baustein in der Finanzierung werden. “Kundinnen und Kunden profitieren davon, dass Bausparkassen in den vergangenen Jahren des Niedrigzinsumfeldes an der Attraktivität ihrer Angebote gearbeitet haben”, sagt Vorständin Mirjam Mohr. “Sie haben auf die veränderten Bedürfnisse reagiert und bieten mittlerweile flexiblere Optionen bei der Aus- und Rückzahlung an. Durch die Vielfalt der Möglichkeiten im Tarifdschungel sollten Interessierte jedoch nicht nur Verträge eines Anbieters in Betracht ziehen, sondern sich unabhängig beraten lassen.”

Auch bei laufenden Verträgen kann Bausparidee helfen

Die Prüfung entsprechender Angebote lohnt nicht nur für Immobilieninteressentinnen und -interessenten mit künftigem Finanzierungsbedarf, sondern auch für Eigentümerinnen und Eigentümer mit laufendem Darlehen. Wer nach 2018 gekauft hat, könnte aufgrund des Zinsanstiegs auf höhere Raten bei der Anschlussfinanzierung treffen als erwartet. Sie können Bausparverträge als Forwardoption mit bis zu 15 Jahren Vorlaufzeiten genutzt werden, um günstigere Zinsen für die Zukunft bereits heute festzuschreiben. Hintergrund: Viele Käuferinnen und Käufer hatten in den vergangenen Jahren Darlehen zu lediglich ein bis zwei Prozent aufgenommen und stehen nun vor deutlich höheren Zinskosten.

Über Interhyp

Die Interhyp Gruppe ist eine der führenden Adressen für private Baufinanzierungen in Deutschland. Mit den Marken Interhyp, die sich direkt an die Endkundinnen und -kunden richtet, und Prohyp, die sich an Einzelvermittlerinnen und -vermittler und institutionelle Partner wendet, hat das Unternehmen 2021 ein Finanzierungsvolumen von 34,2 Milliarden Euro erfolgreich bei seinen über 500 Finanzierungspartnern platziert. Dabei verbindet die Interhyp Gruppe die Leistungsfähigkeit der eigenentwickelten Baufinanzierungsplattform Home mit kundenorientierten Digitalangeboten und der vielfach ausgezeichneten Kompetenz ihrer Finanzierungsspezialistinnen und -spezialisten. Die Interhyp Gruppe beschäftigt etwa 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist an über 100 Standorten persönlich vor Ort für ihre Kundinnen und Kunden und Partner präsent.

 

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LBS mit Halbjahresplus von über 25 Prozent

 

Bausparen befindet sich in Ostdeutschland weiter im Aufwind. Bis zur Jahresmitte hat die LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG ihr Neugeschäft im Vergleich zu 2021 um 25,9 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro gesteigert. Die Bausparkasse konnte damit das positive Ergebnis aus dem ersten Quartal noch einmal deutlich übertreffen. Dies hatte sie mit einem Plus von 14,9 Prozent abgeschlossen.

“Wir gehen mit Rückenwind und Optimismus in die zweite Jahreshälfte. Das eigene Zuhause steht bei den Menschen weiterhin hoch im Kurs”, erklärt LBS-Vorstandsmitglied Jens Riemer. Und Bausparen ist gerade in der derzeitigen Situation ein besonders attraktives Finanzierungs- und Zinssicherungsinstrument.

Denn zu den hohen Kosten für Immobilien, Baumaterial und Handwerkerleistungen kommen jetzt auch noch stark steigende Zinsen. Letztere haben sich für Baukredite binnen sechs Monaten verdreifacht. “Da greifen die Menschen zu bewährten Lösungen: Mit einem Bausparvertrag können sie gezielt Eigenkapital aufbauen und sich die noch niedrigen Darlehenszinsen langfristig sichern”, so Jens Riemer.

Diese Kombination aus gezieltem Ansparen und langfristiger Zinssicherung wird angesichts der aktuellen Entwicklungen zu einem zunehmend wichtigen Aspekt jeder Finanzierung. Das zeigt sich insbesondere in der durchschnittlichen Bausparsumme pro Vertrag. Sie lag per 30. Juni bei rund 55.000 Euro. Das entspricht einer Erhöhung um fast 11.000 Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

 

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Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen im Deutschen Sparkassen- und Giroverband e.V., Friedrichstraße 83, 10117 Berlin, Tel: 030 20225-5381, Fax: 030 20225-5385, www.lbs.de