Allzeithoch: Jahresüberschuss auf rund 354 Mio. Euro gestiegen
Umsatzplus von 9,2 Prozent in der Schaden- und Unfallversicherung
Beiträge über 9 Mrd. Euro
Fitch bestätigt Finanzstärke AA-/ Ausblick stabil
Neue Struktur als Basis für Innovation und Wachstum
Heute und in Zukunft: Lösungspartner für Sicherheit, Vorsorge und Gesundheit
Der Konzern Versicherungskammer ist seit seiner Privatisierung vor 30 Jahren ein Erfolgsmodell und hat sich fest in den Top 10 der deutschen Assekuranz etabliert. Seit 1995 konnte der Konzern die Beitragslinie nahezu verdreifachen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 lag diese bei über 9 Mrd. (VJ: 8,7) Euro. Bei den laufenden Bruttobeiträgen erzielte der größte öffentliche Versicherer im Jahr 2024 einen Zuwachs über Markt von 5,2 Prozent.
„In einem wahrlich nicht einfachen Marktumfeld mit zugleich großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen haben wir diszipliniert und erfolgreich gearbeitet. Wir sind klar auf Kurs“, erläutert der Vorsitzende des Vorstands, Prof. Dr. Frank Walthes. „Dass wir seit Jahren ein stetiges und überdurchschnittliches Wachstum schaffen zeigt, dass wir mit unserer strategischen Ausrichtung richtig liegen.“ Das sichere langfristigen Erfolg und Profitabilität, so Walthes weiter.
Die Versicherungssparten im Überblick:
Kompositversicherer
In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft um 9,2 Prozent auf 3,49 (VJ: 3,20) Mrd. Euro. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der positiven Entwicklung im Versicherungszweig Verbundene Wohngebäudeversicherung, in der Kraftfahrtversicherung sowie bei der Industriellen und Gewerblichen Sachversicherung.
Nach dem verheerenden Hagelsturm Denis im Jahr 2023 mit massiven Schadenauswirkungen in Bad Bayersoien und Benediktbeuern folgten im vergangenen Jahr mit dem Pfingst-Hochwasser im Saarland sowie dem Juni-Hochwasser in Bayern zwei weitere Extrem-Wetterereignisse mit einem ähnlich hohen Schadenvolumen. Insgesamt fielen rund 380 Mio. Euro Schadenaufwand aus Naturereignissen an. „Als Regionalversicherer mit exponierter Markstellung in unseren Geschäftsgebieten haben uns diese extremen Wetterereignisse besonders gefordert“, resümiert Walthes. Dennoch konnte die Combined Ratio (brutto, nach GDV-Definition) im selbst abgeschlossenen Geschäft (ohne Reiseversicherung) aufgrund des erfreulichen Beitragsplus und eines etwas geringer gestiegenen Gesamtschadenaufwands auf 102,5 (VJ: 106,2) Prozent gesenkt werden. Die um die überdurchschnittliche Kumulschadenbelastung bereinigte Combined Ratio beträgt im Jahr 2024 98,4 (VJ: 100,0) Prozent. „Unser aktiv gemanagtes Rückversicherungsprogramm hat die Schadenwirkung auf das Jahresergebnis deutlich abgefedert“, so Walthes weiter.
In der Kraftfahrtversicherung konnten die aktuellen Verkaufstarife trotz inflationsbedingter Preisanpassungen sehr gut reüssieren. In Summe erhöhte sich der Vertragsbestand um rund 9,3 Prozent.
Gesundheits- und Pflegeversicherer
Die beiden Gesundheits- und Pflegeversicherer, die Bayerische Beamtenkrankenkasse (BK) und die bundesweit tätige Union Krankenversicherung (UKV) steigerten die Bruttobeiträge um 3,8 Prozent auf 3,13 (VJ: 3,01) Mrd. Euro. Dazu trugen sowohl ein sehr erfreulicher Anstieg im Neugeschäft von plus 24 Prozent als auch notwendige Beitragserhöhungen bei.
Neben den Zuwächsen in der Vollversicherung und Pflegezusatzversicherung merkt Walthes an: „Insbesondere unsere betriebliche Krankenversicherung entwickelt sich weiter sehr positiv. Wir sind stark im Markt und sehen konstant zweistellige Zuwachsraten.“ So stieg die Anzahl der im Rahmen der betrieblichen Krankenversicherung versicherten Personen seit 2020 um mehr als 50 Prozent. Ende 2024 kamen mehr als 300.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über den Konzern Versicherungskammer in den Genuss dieses wichtigen Ergänzungsbausteins zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Auf der Leistungsseite ist marktweit erneut ein starker Anstieg bei den Ausgaben für Gesundheit zu beobachten – sowohl in der Privaten Krankenversicherung (PKV) als auch in der GKV. Gründe hierfür sind u. a. die Auswirkungen der Hochinflationsphase auf den Gesundheits- und Pflegesektor, aber auch die demografische Entwicklung der Bevölkerung. Nach den bislang bekannten Marktzahlen liegt der Ausgabenanstieg im gesamten PKV-Markt deutlich über dem Anstieg bei BK und UKV von 6,5 Prozent.
Auch in Zukunft setzen die Gesundheits- und Pflegeversicherer im Konzern Versicherungskammer auf die Fortführung der Strategie zur Positionierung als lebenslanger Partner für Gesundheit und finanzielle Sicherheit. „Dabei verstehen wir uns als verlässlicher und innovativer Partner für alle Fragen rund um Gesundheit und Pflege, der seine Versicherten in allen Lebensphasen begleitet und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht“, erklärt Walthes. Dies geschehe im persönlichen Kontakt und auch über geeignete digitale Ökosysteme.
Lebensversicherer
Die Bruttobeitragseinnahmen in der Lebensversicherung erreichten marktkonforme 2,28 (VJ: 2,36) Mrd. Euro. Im Neugeschäft mit Einmalbeiträgen konnte die Position unter den größten Lebensversicherern im deutschen Markt erneut gesichert werden.
Durch Effizienzmaßnahmen konnten die Kostenquoten 2024 gesenkt werden. Die Ertragslage zeigt sich im Rohüberschuss, der Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung und im Jahresüberschuss mit 75 Mio. Euro äußerst positiv. Dabei wird mit 61 Mio. Euro der größte Teil im Unternehmen als Gewinnrücklage verbleiben und als zusätzliches Risikokapital zur Ertragsoptimierung zur Verfügung stehen.
Aufgrund des seit 2022 wieder deutlich höheren Zinsniveaus und der damit verbundenen verbesserten Ertragslage konnte die Überschussdeklaration 2026 auf ein Gesamtverzinsungsniveau (inkl. Schlussüberschussanteilen) auf bis zu 3,45 Prozent angehoben werden.
Kapitalanlage:
Reduktion des CO2-Beitrags in der Kapitalanlage
Die verwalteten Kapitalanlagen einschließlich Drittgeschäft stiegen – nach Buchwerten – um 2,4 Prozent auf 75,87 (VJ: 74,12) Mrd. Euro. Dabei sind rund 62,58 Mrd. Euro dem klassischen Bestand, rund 5,4 Mrd. Euro dem Bestand auf Rechnung und Risiko der Versicherungsnehmer in der Lebensversicherung und rund 7,85 Mrd. dem Drittgeschäft zuzuordnen.
2024 entwickelten sich die Kapitalmärkte insgesamt positiv, Ausnahmen sind die allgemeinen Wertentwicklungen im Immobilienbereich und der Anstieg bei den Insolvenzen. Das Nettoergebnis aus klassischem Kapitalanlagebestand belief sich auf 1,53 (VJ: 1,41) Mrd. Euro, die Nettoverzinsung auf 2,4 (VJ: 2,3) Prozent.
Mit Ausgründung der Versicherungskammer Real Estate im April 2024 verfügt der Konzern nun über eine hochqualifizierte Einheit, die von Ankauf über Projektentwicklung, Investment-, Property- und Asset-Management bis zum Portfoliomanagement den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie abbilden kann. „Gerade bei der Projektentwicklung und im Portfoliomanagement sind wir sowohl technisch als auch kaufmännisch sehr gut aufgestellt“, sagt Chief Financial Officer Andreas Kolb. Mit dem Immobilienportfolio in Höhe von rund 8 Mrd. Euro sei er sehr zufrieden, von der aktuellen Marktentwicklung sei dieses weniger stark betroffen als andere Marktteilnehmer.
„Seit dem Beitritt zur Net-Zero Asset Owner Alliance (NZAOA) im Jahr 2021 haben wir uns verpflichtet, bis 2050 die Kapitalanlage klimaneutral zu gestalten. Neues Teilziel dabei ist, bis 2030 den CO2-Beitrag um 50 Prozent zu reduzieren. Auf dem Weg dorthin haben wir bereits 41,3 Prozent geschafft“, zeigt sich Walthes zufrieden.
Ergebnis: Jahresüberschuss steigt auf 354 Millionen Euro
Erneut positiv hat sich das Jahresergebnis des Konzerns Versicherungskammer vor Steuern mit 432 (VJ: 386) Mio. Euro entwickelt. Der Konzernjahresüberschuss erreicht damit ein Allzeithoch und liegt bei rund 354 (VJ: 341) Mio. Euro.
Fitch bestätigt Finanzstärke AA-
Die Ratingagentur Fitch bestätigt dem Konzern Versicherungskammer im aktuellen Rating von 2024 die Finanzstärke AA-. Der Ausblick ist unvermindert stabil. Hervorgehoben werden das starke Unternehmensprofil und die sehr starke Kapitalausstattung. Zudem bezeichnet Fitch die Versicherungskammer als integralen Bestandteil der Sparkassen-Finanzgruppe.
Ausblick:
Für das laufende Jahr erwartet der Konzern Versicherungskammer ein Wachstum über Marktniveau. Zwar müsse man die Regierungsbildung und die Entwicklung der transatlantischen Beziehungen abwarten, gibt Walthes zu bedenken. „Doch gehen wir davon aus, dass Deutschland die rasante Zinsentwicklung und die Inflation in den Griff bekommt. Von der neuen Regierung erwarten wir einen Abbau des vielseitigen Reformstaus und positive Impulse für unsere Volkswirtschaft.“
„Wir als Versicherungskammer haben konkrete Vorschläge zur notwendigen Reform der Altersvorsorge, der Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems, zur Finanzierung der notwendigen Transformation und zur Elementarschadenpflicht-Versicherung. Nicht zuletzt auch zum Abbau von Bürokratie und der überbordenden Regulierung. Unsere Konzepte sehen wir als gesellschaftlichen Beitrag für die Zukunft unseres Landes. Wir engagieren uns für eine sichere und stabile Perspektive“, so Walthes.
Mit der Weiterentwicklung der Konzernstrukturen zu Jahresbeginn 2025 ist der größte öffentliche Versicherer für die Aufgaben der Zukunft bestens gerüstet. „Im neu geschaffenen Ressort Personenversicherung haben wir die Gesundheits-, Pflege- und Reiseversicherung mit der Lebensversicherung zusammengeführt“, so Walthes. „Unser Ziel sind ganzheitliche Vorsorge- und Gesundheitslösungen aus einer Hand. Denn unsere Kundinnen und Kunden wollen nach ihren individuellen Bedarfen beraten werden und nicht nach Organisationsstrukturen.“
Mit dem erweiterten Ressort Operations und Kundenmanagement setzt die Versicherungskammer den Fokus noch stärker auf die ganzheitliche Kundenreise und effiziente Prozesse. Dazu wird ab April der Bereich Schaden in dieses Ressort integriert, um die Schlagkraft neuer Technologien wie Automatisierung und Digitalisierung in Betriebs- und Schadenprozessen für ein effizientes Kundenmanagement zu nutzen.
Neben umfassenden Investitionen in eigene Bestandssysteme und IT-Lösungen wird der Konzern zukünftig weiter auf die Kraft des Verbunds setzen. Bereits Ende 2024 wurde eine neue Technologiepartnerschaft mit dem Provinzial Konzern vereinbart. „Wir wollen die Zusammenarbeit bei innovativen IT-Lösungen für Versicherungen und Sparkassen vertiefen und unsere Kräfte bei der technischen Anbindung der Sparkassen in Kooperation mit der Finanz Informatik bündeln“, beschreibt Walthes das Ziel. Daher haben sich die Unternehmen darauf verständigt, die Provinzial mit 49,9 Prozent an der zum Konzern Versicherungskammer gehörenden Inverso Gesellschaft für innovative Versicherungssoftware mbH zu beteiligen.
Abschied und Danksagung:
„Nach 34 Jahren im Konzern Versicherungskammer verabschieden wir heute Barbara Schick, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und zugleich verantwortlich für die Schaden- und Unfallversicherung, in den wohlverdienten Ruhestand. Ich danke ihr herzlich für ihre sehr erfolgreiche und prägende Tätigkeit in unterschiedlichen Funktionen. Nicht zuletzt auch für die maßgebliche Initiierung unserer heute vielzähligen Diversity-Aktivitäten. Sie hat bei uns allen enormen Eindruck hinterlassen und den Zusammenhalt im Haus gestärkt“, so Walthes. Auf Barbara Schick folgt Dr. Markus Juppe für die Schaden- und Unfallversicherung, welcher zuletzt die Unternehmensentwicklung leitete und Vorstandsmitglied des Digitalversicherers BavariaDirekt war. Das Amt des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden wird künftig von Andreas Kolb, Chief Financial Officer des Konzerns, bekleidet.
Weiterführende Informationen finden Sie online in unserem Geschäftsbericht unter https://www.konzern-versicherungskammer.de/content/konzern/konzern/geschaeftsbericht/
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